Den Weg gehen – IV. 2014. Dreizehn Jahre, vier Monate. Die Zeit der Schwarzkittel.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Juli 2014 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze Dreizehn Jahre und vier Monate. Täglich flieht die scheue Zeit von dannen, dringt ungerührt in unbekannten Sphären vor, die wir nie erreichen werden und täglich renne ich ihr hinterher, geboren in der illusionären Hoffnung, sie eines Tages einholen zu können, doch irrelevant, wie schnell meine Beine mich tragen – ich werde sie nimmermehr erreichen. Und so trägt sie einen neuerlichen Monat Täglichlaufen für immerdar hinfort, in ihr vergängliches Reich der wehenden temporären Erinnerungen und ich blicke wehmütig hinterdrein, bis sie sich dereinst nicht nur mit Gedanken und Momenten der Einzigartigkeit begnügen wird, sondern mich selbst in persona entführen wird. Alles hat seine Zeit. Demungeachtet werde ich einmal mehr den 18. eines Monats feierlich begehen. Wenn nicht heute, wann denn dann?

Was bleibt aus dem vergangenen Monatsabschnitt? Die zuletzt zitierte Sommerroutine wurde vehement zurückgedrängt, verbannt und neue, interessante Ereignisse traten an jene Stelle, die ich in der Majorität mit einem Lächeln goutiere. Aus dem statistischen Reich gibt es drei wunderbare Regenläufe zu vermelden, indessen die Temperaturen zwischen 10 °C und 27 °C in einem gemäßigten Rahmen alternierten – extreme Hitzeläufe stellten sich glücklicherweise nicht ein. Um so gehaltvoller zeichnete sich ein exponierter Regenlauf aus, der seinesgleichen suchte und zu den wunderbarsten Läufen in diesem Jahr gerechnet werden darf, nein – werden muß! Mit der Intensivierung der hernieder perlenden Wassertropfen ging eine kongeniale Entfaltung von Zufriedenheit, Harmonie und Genuß einher, die ich nicht im Ansatz in unzulängliche Worte fassen wollte.

Um den kompensatorischen Effekt an dieser Stelle nicht zu ignorieren, sei ein zutiefst widerwärtiger Lauf zu erwähnen, den ich scheinbar in einer tropischen Welt absolvierte und der mannigfaltige Überraschungen an Insekten bereit hielt; allen voran Dasen, auch bekannt als Bremsen und zahlreiche Mücken, die jeden Laufanfänger und Entomologen perfekt motiviert hätten und mich selbst nicht minder. Als tierischen Höhepunkt in positiver Betrachtung muß ein gar nicht eilender Hase erwähnt werden, der gemütlich seines Weges hoppelte – hier eine sehr seltene Beobachtung. Sodann offerierte mir das hehre Leben höchstselbst drei Kontakte mit der lieben Familie Schwarzkittel und das sogar in unmittelbarer Nähe. Einerseits haben mich diese Begegnungen sehr erfreut, denn hierbei handelt es um sehr edle und freundliche Gesellen aus dem heimischen Forst, doch andererseits betrüben mich solche Treffen stets, da die Wildschweine derart verschreckt sind und voller Angst in hoher Geschwindigkeit flüchten. Ich kann nur vermuten, welche tödlichen Nachstellungen sie jeden Tag zu ertragen haben. Hoffentlich findet ihr angemessene Verstecke vor der alles vernichtenden Mörderspezies Mensch. Mögt ihr und euer niedlicher Nachwuchs überleben, ja, l e b e n!

Gestern mußte ich den 42. Fastunfall erleben und mit etwas weniger Glück hätte bedingt durch ein Auto mein Täglichlaufen konterkariert werden können. Ich werde nie verstehen, was Analphabeten, (was bedeutet auch ein Stopschild?), die den Schulterblick für einen Spiralnebel im Alpha Centauri System halten, auf der Straße zu suchen haben. Derlei Subjekte kann man nur verachten, die ohne Rücksicht und Respekt für andere ihr Gehirn in den Ruhezustand versetzen – erbärmlich! – – – Und so verflüchtigt sich das Dasein, das Konstrukt der Zeit mindert seine Geschwindigkeit nicht im Ansatz und reißt alles mit sich in den schwarzgähnenden Abgrund und noch jage ich mit meinem Täglichlaufen hinterher und bilde mir ein, es halbwegs bewußt steuern zu können. Doch jene Möglichkeiten sind in diesem unwägbaren Leben mehr als begrenzt, allein der Wille und das Bemühen tun das ihre, um die Fortsetzung meiner Konzeption zu leben. Wie lange ich diesen Weg auch künftig beschreiten darf, wird die Zeit lehren. Mir bleibt nur, jeden einzelnen Lauf mehrheitlich zu genießen, was mir freilich auch nicht immer gelingt; dennoch – möge sich diese meine Ballade vom Täglichlaufen fortsetzen, auf der Fährte von Zufriedenheit, Harmonie und Frieden.

19.06.2014 14 KM – Gespräch geführt, Schafe gestreichelt
20.06.2014 14 KM – 22. Wildschweinkontakt
21.06.2014 13 KM – Gespräch geführt
22.06.2014 14 KM – Gespräch geführt
23.06.2014 14 KM – Gespräch, Streichellauf, Pirol gesehen
24.06.2014 14 KM – 23. Wildschweinkontakt, Gespräch
25.06.2014 12 KM – Regenlauf – und was für einer!
26.06.2014 14 KM – Radfahrer überholt
27.06.2014 14 KM – 24. Wildschweinkontakt, Gespräch
28.06.2014 14 KM – Gespräch, Greifvogelbegegnung
29.06.2014 14 KM – Gespräch geführt
30.06.2014 14 KM
01.07.2014 13 KM
02.07.2014 13 KM
03.07.2014 10 KM – Gespräch geführt
04.07.2014 12 KM – Streichellauf
05.07.2014 12 KM – Gespräch, gräßlicher Tropenlauf
06.07.2014 12 KM
07.07.2014 12 KM – Gespräch geführt, einen Hasen gesehen
08.07.2014 14 KM – Regenlauf, Gespräch geführt
09.07.2014 12 KM – Regenlauf, tropische Verhältnisse
10.07.2014 13 KM – Tropenwetter, Jugendliche im Wald erschreckt
11.07.2014 13 KM – Gespräche geführt
12.07.2014 13 KM – Gespräch, Müll aus dem Wald entfernt
13.07.2014 14 KM – Gespräch geführt, Streichellauf
14.07.2014 14 KM
15.07.2014 14 KM – Gespräch geführt
16.07.2014 14 KM – Gespräch, nahes Reh beobachtet
17.07.2014 14 KM – Gespräch, Streichellauf, 42. Fastunfall
18.07.2014 14 KM – 13 Jahre und 04 Monate Täglichlaufen
Jahres-KM bis 18.07.2014: 2733 KM

Fühlen im Regen

Posted in Faszination Regenlauf, Täglichlaufen. Laufberichte. on 25. Juni 2014 by Täglichläufer

Das formidable Schauspiel begann bereits in der vergehenden Nacht; nebulöse Wolkenschiffe segelten erhaben am weiten Horizont entlang, näherten sich majestätisch am Firmament und warfen drohend ihre allgewaltigen Schattenanker hernieder. Mannigfaltige Gewölkformationen, geboren in tiefer Dunkelheit eroberten sodann ungehalten den hehren Himmel und als jedwede Maßnahmen in reibungsloser Perfektion getroffen waren, rasselten unhörbar die scheinbaren Ketten und zogen in der gnadenlosen Konsequenz das schwere Tor empor – die Himmelspforte ward geöffnet und nun ergossen sich ganze Meere an kühlem Naß auf die Erde, partiell in Form von Starkregen. Als der aufkeimende Tag sich behutsam entfaltete, zog sich die tiefschwarze Nacht nur verhalten zurück – die Finsternis blieb indes allenthalben bestehen und auch die tanzenden Regenfronten dominierten weiterhin den noch jungen Morgen.

Lächelnd, nein, fast schon vor Freude grinsend, warf ich mich der lieblichen Regenregentin entgegen, die ihre wehenden Vasallen aussandte, um mich gebührend zu begrüßen. Als ich den Eingang des düsteren Forstes erreichte, registrierte ich mit Verwunderung, daß die schwarzen Pfade sich aufgelöst hatten respektive unter einer beachtlichen Wasserschicht verborgen waren. Der Wald nahm latent die Form eines Sees an – eine derart ausgeprägte Regenkonsequenz erlebte ich sehr, sehr lange nicht und spätestens zu diesem Zeitpunkt war mir klar, daß der heutige Lauf in Richtung einer Schwimmeinheit tendieren wird – und ich sollte mich glücklicherweise nicht irren. Hinein also in die Fluten! Nach nicht einmal zwei Kilometern war nichts, aber auch gar nicht mehr an mir trocken und weiter ging meine nasse Reise in die einsamen Regenhaine, die die Abgeschiedenheit hochleben ließen, auch die unerschütterlichen Hundebesitzer trauten sich nicht hinein in diese prasselnde Regenwelt. Und still tropfte es unablässig von den Ästen herab.

Dunkelwolken

Streichelnde Sturmhände wehten ungestüm über mich hinfort und wiesen mir den obligaten Weg in eine Welt, die ich doch nicht betreten kann und nur im Geiste finde ich dort Eingang. Ungeachtet dieser Grenzen nahm ich die scheinbare Einladung an und lief geschwind in Richtung Damm, den ich auf Grund der hohen Gräserwälder nur noch temporär betreten darf. Und so verbarg mich der Forst und breitete seine grünen, schützenden Gewänder der Einsamkeit über mich aus, in der ich mich vollständig verlor. Überschwemmte Pfade, wohin ich spähte – nur vereinzelt stachen einzelne Flächen heraus, gleich Inseln, die früher oder später auch noch untergehen werden und die Himmelsschleusen glichen immer noch einem Wasserfall, der kein Verharren, kein Erbarmen kennt.

Die plätschernden Waldseen, die früher einmal Wege genannt werden durften, sorgten beim schnellen Durchschreiten für wiederholte Überraschungen, da die Tiefe stets ein Geheimnis blieb und erst beim Durchqueren preisgegeben wurde – dementsprechend versank ich an ausgewählten Örtlichkeiten bis zu den Knien im wohltemperierten Wasser, welches sich in Abhängigkeit der Lokalität durchaus mal wärmer und dann wiederum kälter, belebender anfühlte. Im Hintergrund konzertierten zahlreiche Vögel und boten ihre Sangeskunst in prachtvoller Weise feil und selbst der Kuckuck stimmte in dieses Dunkelkonzert herrlich mit ein.

Ich selbst hingegen weilte längst in anderen Sphären, die sich nicht mehr in unzulängliche Worte kleiden lassen; hoch zufrieden passierte ich meine Wälder, genoß die traumhafte Regengunst, die sich unterdessen noch tatsächlich intensivierte und sog die außerordentliche Stimmung auf. Genießend, lächelnd und schweigend absolvierte ich meinen heutigen Lauf und ja, f ü h l e n d – nichts ist bedeutender. Ich erlebte und vollzog einen Lauf unter Bedingungen, die ihresgleichen suchten und ihn zu einer wahrhaftigen Rarität erwachsen ließen. Fühlen im Regen – der Rest ist Schweigen.

Den Weg gehen – III. 2014. Dreizehn Jahre, drei Monate. Sommerroutine.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Juni 2014 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze Dreizehn Jahre und drei Monate. Das kostbare Lebensrad hat sich still und erhaben in bewegender Weise weithin vernehmlich gedreht und einen neuerlichen Monat von meiner temporär generierten Lebenszeit erobert und sodann auf seiner Reise in den vergänglichen Weltgesang für immerdar seufzend in das nebulöse Reich ohne Wiederkehr gnadenlos verbannt. So sei es. Auch in diesem Abschnitt habe ich jeden einzelnen Tag mit einem Lauf gewürdigt; freilich bezieht sich diese ureigene Wertschätzung explizit auf meinen Körper wie Geist. Allein, dies versteht sich natürlich von selbst. Jene Zeit stand im Zeichen der gewohnten Routine in dem wunderbaren, prosperierenden Sommer, in der keine unwägbaren Fährlichkeiten, aber auch nur wenige herausragende Ereignisse auftraten, was mein Täglichlaufen durchaus nicht positiv bedingt; da ich dem obligaten Gleichklang, welcher daraus folgt – nicht entkommen kann. Und die sogenannte Routine an sich, war noch stets kontraproduktiv. Demungeachtet gibt es in der Konsequenz nichts zu vermelden, welches mein Täglichlaufen daraus resultierend konterkarierte, was den Kreis wiederum erfreulich schließt.

Die Temperaturen alternierten zwischen 08 °C und 28 °C; in der Folge verkündet das weite Feld der Statistik zwei Hitze- und zwei Regenläufe. Ferner gesellt sich ein formidabler Nebellauf dazu, der seine Einzigartigkeit prachtvoll unter Beweis stellt. Am 08.06. läutete der erste Hitzelauf in diesem Jahr eine sich entfaltende heiße Phase ein, die glücklicherweise nicht lange währte und insbesondere der zweite Lauf in diesem Kontext war durchaus eine Herausforderung, da in meinem Laufareal scheinbar jedweder Sauerstoff verschwunden war und meinen Lauf höchst unangenehm erschienen ließ, aber auch dies gehört zum Täglichlaufen und trotz der ungewohnten Atmosphäre hadere ich nicht mit den Wetterbedingungen. So wie sich die Witterung nicht für mich interessiert, interessiert mich freilich das Wetter auch nicht wirklich; persönliche Vorlieben müssen an dieser Stelle gestattet sein.

2014_Juni_Sommerzauber

Der tierische Höhepunkt indes manifestiert sich in einer Schwarzspecht Beobachtung, denn dieser edle Vertreter der gefiederten Handwerkskünstler ließ mich auf fünf Meter an sich heran und spähte höchst entspannt nach meiner Wenigkeit, um sich im Anschluß seiner geschäftigen Klopftätigkeit hinzugeben. Einmal mehr nahm ich mich einer wunderschönen Weinbergschnecke an, die in ihrer unbekümmerten Natur die Straße frequentierte und überführte sie in das sichere Grün. Und jene sich im leisen Wind biegenden grünen Gräser gedeihen ohne Unterlaß und verbergen in malerischer Art die Pfade in den Hainen und auch auf meinem Damm, so daß von einem Täglichlaufen auf meinen vertrauten Strecken keine Rede mehr sein kann, denn ohne gewichtige Gründe trete ich nicht in diese Graswälder ein, die streckenweise über zwei Meter hoch sind und entsprechend die Heimstatt von zahlreichen Zecken bilden.

Soeben ließ ich noch mein dreizehnjähriges Jubiläum hochleben und doch sind bereits drei weitere Monate vergangen. Tempus fugit. So vergeht die Zeit, das Leben und wir selbst. Ich will nicht mutmaßen, wie lange mir die Gnade vom Täglichlaufen noch vergönnt sein wird – zu fragil ist dieses unschätzbar wertvolle Konstrukt und zu allgewaltig die unbedeutende Vergänglichkeit – doch werde ich mich auch zukünftig nur auf den heutigen Tag respektive Lauf konzentrieren, denn das ist der einzig richtige Weg für mich und die vielen Jahre in diesem gelebten Stil bestätigen das. Und jenen werde ich auch künftig mit einem Lächeln beschreiten, mit tiefer Zufriedenheit und Hingabe und bei Bedarf ein wenig rücksichtslos. Gelebtes Täglichlaufen. Die Reise in die unendliche Vergangenheit setzt sich fort – hoffentlich.

19.05.2014 14 KM – Nebellauf, Gespräch geführt
20.05.2014 13 KM – Gespräch geführt
21.05.2014 14 KM – Gespräch geführt
22.05.2014 13 KM
23.05.2014 14 KM – Gespräch geführt
24.05.2014 14 KM
25.05.2014 14 KM
26.05.2014 14 KM – Gespräche geführt
27.05.2014 14 KM – Gespräch geführt
28.05.2014 14 KM – Regenlauf, Gespräch, Weinbergschnecke ger.
29.05.2014 14 KM – Gespräch geführt, Streichellauf
30.05.2014 14 KM
31.05.2014 14 KM – Gespräche geführt, Streichellauf
01.06.2014 14 KM – Gespräche geführt
02.06.2014 14 KM – Gespräch, Damm langsam unpassierbar
03.06.2014 14 KM
04.06.2014 14 KM
05.06.2014 14 KM – Regenlauf, Gespräch
06.06.2014 14 KM – Gespräch geführt
07.06.2014 14 KM – Gespräch geführt
08.06.2014 13 KM – Gespräch geführt, erster Hitzelauf 2014
09.06.2014 13 KM – in 5 m Abstand an einem Schwarzspecht vorbei
10.06.2014 13 KM – Gespräche, Nachbarin erschreckt
11.06.2014 11 KM – Gespräch, Hitzelauf, relativ anstrengend
12.06.2014 13 KM – Radfahrerin überholt
13.06.2014 14 KM – Gespräch geführt
14.06.2014 14 KM – Gespräch, Streichellauf
15.06.2014 14 KM – sonniger Streichellauf
16.06.2014 14 KM – Gespräch geführt
17.06.2014 14 KM – Streichellauf
18.06.2014 14 KM – 13 Jahre und 03 Monate Täglichlaufen
Jahres-KM bis 18.06.2014: 2335 KM

Geliebte Wollfreunde. Akt III.

Posted in Meine Schafe on 10. Juni 2014 by Täglichläufer

Fürwahr, die Zeit ist reif für ausgewählte Impressionen von meinen wolligen Freunden, welche den ersten Höhepunkt meines täglichen Laufes bilden. Den Auftakt macht freilich mein Lieblingswollie – der liebe Schmusi – der treueste von allen und einzigartig in seinem Charakter; aber auch die anderen Nachwuchsschafe sind nicht weniger herzig. Selten vergeht ein Tag, der nicht im Zeichen einer streichelhaften Begrüßung steht. Meine treuen Wollies, wir sehen uns morgen wieder – gehabt euch wohl!

Wollies_aktuell_01
Wollies_aktuell_02
Wollies_aktuell_03

Den Weg gehen – II. 2014. Dreizehn Jahre, zwei Monate. Verloren im Nebelreich.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Mai 2014 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze Dreizehn Jahre und zwei Monate. In der Tat, die omnipotente Meisterin der Zeit fliegt nur so dahin, rast förmlich in das surreale Gebilde der Vergangenheit, jener toten Welt, der wir uns mit vollendeter Demut beugen müssen und ja, ich laufe mit – von der noch nicht geborenen Zukunft schreite ich in die melancholische Vergänglichkeit der Fragilität. Die elementare Gnade von einem weiteren Monat Täglichlaufen wurde mir lächelnd zuteil, welche ich dementsprechend mit Hingabe leben durfte. Einmal mehr registriere ich mit Verwunderung, was auf einem „Nichtwollen“ respektive aus einem unbewußten Agieren ohne Ziele oder Pläne gedeihen kann; explizit über diesen langen Zeitraum betrachtet – ja, ich staune und hoffe, daß sich mein Täglichlaufen noch fortsetzen wird, welches ich heute freilich nicht mehr unbewußt praktiziere, sondern in konträrer Art höchst aufmerksam mit Wertschätzung pflege und als Kostbarkeit sondergleichen definiere.

In dem vergangenen Zeitenabschnitt durfte ich nur vier Regenläufe absolvieren, indessen alternierten die Temperaturen zwischen 04 °C und 17 °C. Der erste Monat seit langem ohne einen einzigen Kältelauf – oh geliebte, belebende Kälteregentin! – mögen wir uns bald wiedersehen, mit unerfüllter Sehnsucht harre ich innig Deiner frostigen Rückkehr. Doch nein, ich werde nicht wehklagen, da mich die edle Natur mit drei Nebelläufen hintereinander mehr als gebührend entschädigte, die für die absoluten Höhepunkte verantwortlich zeichneten. Zauberhafte wie mysteriöse Nebelwelten malte das unberechenbare Leben in das natürliche Gemälde der Endlichkeit, um jedweden Eindringling in jenem prachtvollen Habitat scheinbar für immerdar zu verbergen. Gleichwohl sollte ich den bedeutendsten Moment erst Tage später erleben, der aber nur mit rudimentären Nebelbänken aufwartete, die jedoch ihresgleichen suchten.

Die flüchtigen Nebelelemente wurden gleich zarter Tupfer hauchdünn in meinem Laufareal aufgetragen, die sich in Wassernähe natürlich zart intensivierten. In geringer Höhe über die lieblichen Weiher zogen wispernde Nebelschwaden hinweg und vermittelten den Eindruck, als ob der See kochen würde; elegant trieben die weißgrauen Dämpfe über den nassen Spiegel und verzauberten in einer Art und Weise, welche ich bis dato noch nie beobachten durfte; ja, die erhabene Nebelfürstin zog mich in ihren wehenden Bann, umarmte mich hernach und maskierte alles Leben unter ihren Nebelgewändern. Auch die lächelnde Königin der Abgeschiedenheit entfaltete ihre Macht und breitete ihren Umhang der Einsamkeit auf diesen Augenblick aus, so daß ich vollkommen verloren in jenem wunderschönen Nebelreich meinen Lauf absolvieren durfte. Verhaltenes Schweigen in der Stille. In meiner Erinnerung werden diese traumhaften Kilometer nimmermehr vergehen.

Zwei formidable Weinbergschnecken gewannen meine Aufmerksamkeit, denn beide sausten sorglos über die Straße und wären bald ein Opfer der sogenannten Blechvehikel geworden; glücklicherweise bekamen sie von mir eine Überführung in ein hoffentlich grünes wie sicheres Leben. Sodann überholte ich einen Läufer, der meinen freundlichen Hinweis – „nicht erschrecken!“ – gelassen ignorierte, weil er sich musikalischen Genüssen hingab und so in der SCHRECKlichen Konsequenz einen angstvollen Sprung vollzog, der jeden Frosch zuriefst neidisch gemacht hätte. Zudem verschwand die schwarze Gestalt, welche ihn lautlos überholte und als Täglichläufer identifiziert werden darf – aufgrund einer verborgenen Abkürzung derart plötzlich wie spurlos von der Bildfläche, daß jener Läufer sicherlich noch heute über dieses seltsame Intermezzo nachdenkt und den finsteren Wald vielleicht mit anderen Augen betrachtet. Zudem munkelt man allenthalben, daß der Dunkelgeist täglich dort umgehen soll. Ich selbst frage mich an dieser Stelle, wie man in den herrlichen Hainen, in denen derzeit Nachtigall, Pirol und Kuckuck triumphieren und einen melodischen Hochgenuß zelebrieren, nur einen MP3 Player benutzen kann. Doch ja, die Herrlichkeit der Welt ist immer adäquat der Herrlichkeit des Geistes, der sie betrachtet. So war es noch stets.

Ein weiterer Monat Täglichlaufen ist nun gegangen, die nächste Phase salutiert bereits und wird nach ihren schimmernden Schatten real werden – die Reise setzt sich fort. Gelebtes Täglichlaufen – mögen wir gemeinsam reisen, auf diesem surrealen Pfad, der aus der Zukunft in die Vergangenheit führt.

19.04.2014 14 KM – Gespräch geführt, Streichellauf
20.04.2014 14 KM – Gespräch, 30 cm an zwei Enten vorbei
21.04.2014 14 KM – große Weinbergschnecke gerettet
22.04.2014 15 KM – Gespräch, Storch beobachtet
23.04.2014 14 KM – Gespräch, Nebellauf
24.04.2014 14 KM – Gespräch, Nebellauf
25.04.2014 15 KM – Schafe gestreichelt, traumhafter Nebellauf
26.04.2014 14 KM – Gespräch geführt
27.04.2014 14 KM – Gespräche, Ruf des Kuckucks, 1. Mal 2014
28.04.2014 15 KM – Gespräche geführt, Schafe gestreichelt
29.04.2014 15 KM – Gespräch geführt
30.04.2014 14 KM – Gespräche geführt
01.05.2014 14 KM – Streichellauf
02.05.2014 13 KM – Regenlauf, „kochender“ See – herrlich
03.05.2014 14 KM – Wegsperren errichtet
04.05.2014 14 KM
05.05.2014 14 KM
06.05.2014 14 KM – Läufer überholt, erschreckt u. hoffentlich verwirrt
07.05.2014 14 KM – Gespräch geführt
08.05.2014 14 KM – Gespräch geführt
09.05.2014 14 KM – Gespräch, Streichel- und Regenlauf
10.05.2014 14 KM – Gespräch, Schafe gest., Weinbergschnecke
11.05.2014 14 KM – Gespräch, Schafe gestreichelt
12.05.2014 15 KM – Streichellauf, Gespräch
13.05.2014 14 KM – Gespräche geführt
14.05.2014 14 KM – Pirolgesang, 1. Mal 2014 (im Laufareal)
15.05.2014 14 KM – herrlich einsamer Regenlauf
16.05.2014 14 KM – schöner Sonnenlauf
17.05.2014 13 KM – Gespräch, Schafe gestreichelt
18.05.2014 14 KM – 13 Jahre und 02 Monate Täglichlaufen
Jahres-KM bis 18.05.2014: 1910 KM

Tierischer Frühlingsreigen

Posted in Fauna, Photos on 27. April 2014 by Täglichläufer

Welch wehendes Frühlingsmeer vollendeter Schönheit hat nur allenthalben seine prosperierende Magie der sich entfaltenden Erweckung in den natürlichen Weltgesang getragen und verzaubert sodann in märchenhafter Anmut jedwede Betrachter, die für die wahrhaft gewichtigen Dinge im Leben eine rare Affinität besitzen. An dieser Stelle verzichte ich getrost ich auf unnütze Worte der Erläuterung und ja, selbst Kombinationen aus „Täglich“ und „Laufen“ ignoriere ich heute ohne Reue und stattdessen möge mein tierischer Frühlingsreigen alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ziert euch nicht, meine lieben, lieben und treuen Freunde – Ehre, wem Ehre gebührt!

Buntspecht

Reigen_2014_01

Goldglänzender Rosenkäfer

Reigen_2014_02

Schafnachwuchs

Reigen_2014_03

Schafnachwuchs

Reigen_2014_04

Eidechse

Reigen_2014_05

Den Weg gehen – XII. 2014. Dreizehn Jahre. Vollendung. & Den Weg gehen – I. 2014. Dreizehn Jahre, ein Monat. Genußvoller Frühling.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. April 2014 by Täglichläufer

Das rauschende Meer des temporären Lebens hat seine unwägbaren Wogen der tosenden Unendlichkeit hinfort in die geheimnisumwitterte Weite gesandt; ohne Hoffnung auf Wiederkehr, um in Eintracht mit der immerdar lächelnden Vergänglichkeit die noch nicht geborene Zukunft für alle Zeiten zu absorbieren und in den Welten der fröstelnden Finsternis in eiserne Ketten zu bannen, die wir dereinst alle anlegen werden. Ein weiterer Existenzmonat hat seinen wertvollen Odem ausgehaucht. So vergeht die Zeit, das Leben und wir nicht minder und die Zeit höchstselbst ist reif für die obligate Monatsrückschau, welche heute in zweifacher Ausgabe erscheinen darf. Täglichlaufen. Stolze Dreizehn Jahre. Und: Täglichlaufen. Stolze Dreizehn Jahre und ein Monat. Dieser zusammengefaßte Abschnitt steht ganz im Zeichen meines alljährlichen Jubiläums, welches ich am 18.03. wieder feiern durfte und mit seiner Einzigartigkeit seinesgleichen sucht.

13_Jahre

Dreizehn absolvierte Jahre Täglichlaufen. Welch eine Gnade, welch ein Geschenk wurde mir damit zuteil, doch schlußendlich habe ich nur ganz banal und unspektakulär mich selbst gewürdigt respektive meinen Körper wie Geist. Eine elementare Natürlichkeit, die ich nicht mehr missen will. Die wahre Bedeutung dieser für mich nicht reproduzierbaren Tat registrierte und realisierte ich indessen eine gewisse Zeit später, schließlich wirken diese 13 vergangenen Jahre im Stil des Gelebten Täglichlaufens durchaus latent surreal – entsprechend muß eine geistige Nachbearbeitung erfolgen, welche ich am Ende mit einem genußvollen Lächeln der Zufriedenheit abschloß. So lange es mir möglich ist, werde ich alle hierfür erforderlichen Bedingungen generieren – so ich denn die Option besitze – und dementsprechend leben, um mein kostbares Täglichlaufen fortzusetzen, was freilich bereits der erste abgeschlossene Monat in dem neuen Jahr nachdrücklich beweist. So sei es.

In beiden Monaten addiert, durfte ich 27 Kälte-, vier Regen- und drei Nebelläufe meinem statistischen Konto hinzufügen. Die unbedeutenden Temperaturen alternierten in unberechenbarer Weise zwischen -02 °C und 17 °C. Auch das erste Gewitter in diesem Jahr begrüßte das Habitat der Witterung, wenngleich ich zu dieser Zeit nicht im Laufschritt weilte. Längst hat sich die von mir tief verehrte Winterregentin in zutiefst wehmütiger Art verabschiedet und ja, ich vermisse die kalte Frostwelt immens, besonders auch im Kontext Naturschutz, denn je wärmer es wird, umso mehr Vandalen und Narren fallen in die heimischen Wälder und in die Naturschutzgebiete ein, um sie und ihre Bewohner mit vollendeter Dummheit zu quälen. Das gleiche alte Lied – wie noch in jedem Jahr. Wahrscheinlich zählt das tote Wildschwein, welches ich im März am Ufer fand ebenso in diese Themengattung; in den sinnlosen Tod von Jägern gehetzt.

Die liebliche Natur hat sich mittlerweile in ihren grünen Gewändern der Undurchdringbarkeit gekleidet und selbige prosperiert allenthalben; fürwahr, es ist eine wahre Freude im Laufschritt in die würzigen Wälder einzutauchen und das edle wie prachtvolle Gedeihen der gemäßigten Entfaltung mit allen Sinnen aufzusaugen und respektvoll zu preisen. Tiefgrüne Vorhänge wallen majestätisch hernieder und zelebrieren eine Verborgenheit, die still im Unscheinbaren lächelt. Meine gefiederten Vogelfreunde zeichneten für wunderbare Momente verantwortlich, etwa als ich sehr nahe an einem Bussard oder in einem Abstand von nur einem Meter wiederholt an Enten vorbei lief – sie zeigten keine Anzeichen von Fluchtverhalten, allein – es ist auch gar nicht notwendig, was sie freilich sehr genau wissen. Dies gilt auch für Kraniche, die in der Regel noch scheuer sind, mich dennoch in ihrer Nähe tolerierten. Weiterhin durfte ich zahlreiche Schwarz-, Bunt- und Grünspechte beobachten und der Höhepunkt manifestierte sich in einem riesigen Seeadler, der stolz und erhaben in die funkelnde Sonne gleich einem glitzernden Diamantenmeer hinein flog – was für eine faszinierende Darbietung!

Ein weiteres Ereignis stellt zugleich eine wahre Ausnahme dar, denn zum ersten Mal überhaupt vernahm ich in den hiesigen Wäldern den Ruf einer Eule, wenn auch nur zweimal. Am 14.04. erspähte ich endlich den diesjährigen Nachwuchs der Graugänse, welcher selbst mit der Titulierung „herzallerliebst“ nur sehr unzulänglich beschrieben ist. Ich liebe diese kleinen und kuscheligen Federbälle, die stets bei ihren Eltern im Wasser schwimmen. Auch meine geliebten Wollies haben zahlreichen Nachwuchs geboren, so daß es mir noch schwerer fällt, mich von ihnen zu lösen. Von meinem lieben Schmusi ganz zu schweigen, der mich täglich erwartet und seine unbedingte Streicheleinheit erwartet. Nur einen Tag später wurde ich einmal mehr Zeuge diverser Sturmschäden; jene ungehaltenen Sturmhände zerrten gar wild an einem hehren Baumriesen, der laut seufzend in den verhängnisvollen Tod barst. Vollkommen unberührt davon setzt der April seine an den Tag gelegte Unschlüssigkeit fort und überrascht den aufmerksamen Betrachter täglich mit neuen Begebenheiten.

Heute werde ich die neuerliche Ebene von Dreizehn Jahre, ein Monat Täglichlaufen würdig annehmen und feiern und mich auf die nächste Zeit, die kommenden Läufe freuen, die ich hoffentlich in gewohnter Routine leben darf – im Rahmen der Gesundheit und harmonischer Zufriedenheit im Einklang mit der Natur. Mit etwas Glück setzt es sich fort – das Gelebte Täglichlaufen – dum spiro, spero.

19.02.2014 14 KM – Gespräch geführt, Regen- und Kältelauf
20.02.2014 14 KM – Gespräch, naher Bussardkontakt
21.02.2014 14 KM – Regenlauf, Gespräch geführt
22.02.2014 14 KM – Gespräche, Schmusi gefüttert, Grünspecht beob.
23.02.2014 14 KM – Schafe gestreichelt
24.02.2014 14 KM – Gespräche geführt
25.02.2014 14 KM – herrlicher Kältelauf
26.02.2014 14 KM – Gespräche, Schafe gestreichelt
27.02.2014 14 KM – Regenlauf, Schafe gestreichelt
28.02.2014 14 KM – Gespräch geführt, neues Schafbaby begrüßt
01.03.2014 14 KM – Gespräch, Streichellauf, 1 m an Enten vorbei
02.03.2014 13 KM – Gespräch, Grünspecht beobachtet
03.03.2014 14 KM – Schafe gestreichelt
04.03.2014 14 KM – Schafe gestreichelt
05.03.2014 14 KM – Streichellauf, herrlicher Frühlingslauf
06.03.2014 14 KM – Gespräch, Schafzwillinge geboren
07.03.2014 14 KM – Nebellauf, Schafe gestreichelt
08.03.2014 13 KM – riesiger Seeadler flog in die Sonne hinein
09.03.2014 14 KM – ziemlich nahe an Kraniche vorbei, blieben
10.03.2014 14 KM – Gespräch geführt, Schafe gestreichelt
11.03.2014 14 KM – Streichellauf, drei große Rehe gesehen
12.03.2014 14 KM – Streichellauf, Baumsperre vorgezogen
13.03.2014 14 KM – Streichellauf, Baumzerstörungen
14.03.2014 14 KM – Schwarzspecht beobachtet
15.03.2014 14 KM – Gespräch & gemeinsamer Lauf, Sturm
16.03.2014 14 KM – Gespräch, Sturm, Baumsperren vorgezogen
17.03.2014 15 KM – Streichellauf, alle Schafbabys vor mir
18.03.2014 14 KM – 13 Jahre Täglichlaufen
19.03.2014 14 KM – Regenlauf
20.03.2014 14 KM – Gespräch, totes Wildschwein am Ufer
21.03.2014 15 KM – Streichellauf
22.03.2014 14 KM
23.03.2014 14 KM – großartiges Erlebnis mit einem Adler
24.03.2014 15 KM – Gespräche, Streichellauf, Sperre vorgezogen
25.03.2014 15 KM – Schafe gestreichelt, Baumsperren vorgezogen
26.03.2014 14 KM – Streichellauf
27.03.2014 14 KM – Gespräch und Streichellauf
28.03.2014 12 KM – erste Mal überhaupt eine Eule gehört
29.03.2014 10 KM – traumhafter Nebellauf
30.03.2014 08 KM – Streichellauf
31.03.2014 10 KM – Streichellauf
01.04.2014 10 KM – Streichellauf
02.04.2014 12 KM
03.04.2014 14 KM – zwei Radler überholt, an 02 Enten vorbei (1 m)
04.04.2014 14 KM – erneut an den gleichen Enten vorbei, blieben
05.04.2014 14 KM – Gespräch geführt
06.04.2014 14 KM – Gespräch geführt
07.04.2014 16 KM – Gespräch geführt, drückende Atmosphäre
08.04.2014 14 KM – Gespräch, wunderschöne Sonnenlichtspiele
09.04.2014 14 KM – Gespräch geführt, sehr windig
10.04.2014 14 KM
11.04.2014 14 KM – Streichellauf, Gespräche geführt
12.04.2014 14 KM – Gespräch geführt, herrlicher Nebellauf
13.04.2014 14 KM
14.04.2014 14 KM – partiell Regen, erster Graugansnachwuchs
15.04.2014 14 KM – Gespräche, viele Sturmschäden
16.04.2014 14 KM – Kältelauf, Schafe gestreichelt
17.04.2014 17 KM – partielle Laufbegleitung
18.04.2014 14 KM – 13 Jahre und 01 Monat Täglichlaufen
Jahres-KM bis 18.04.2014: 1487 KM
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