Täglichlaufen. Stolze und kostbare 25 Jahre und Sieben Monate in Serie. Unentschlossen tanzt der Herbst seinen ungestümen Reigen, hinein in wärmere Temperaturregionen, um dann wieder mit frischen Momenten zu reizen und hält gleichwohl mein gewohntes Monatsjubiläum eisern in der Hand, um es tödlich-lieblich in die Vergangenheit zu ziehen, zu reißen. So sei es, ich beuge mich der Ordnung der Dinge und folge hinterdrein. Und so vergeht ein weiterer Monat Täglichlaufen für immerdar.
In der heute abgeschlossenen Phase alternierten die Temperaturwerte zwischen 16 °C und -02 °C und damit erlebte ich wieder zwei Kälteläufe – der erste bereits am 26.09. Heute hatte ich meine 132. Wildschweinbegegnung; dem ersten Schwarzkittel rief ich hinterher: „Nicht erschrecken!“ und es antwortete auch, irgendwie schnuffelig-putzig – ich interpretiere dies als „Danke“. Mittlerweile durfte ich in meine geliebten Wälder zurückkehren; allerdings ist der Weg dorthin partiell unschön gestaltet – wenn sich direkt in der Mitte des Fußweges plötzlich ein großes Schild erhebt, dazu die blendenden Autoscheinwerfer in der Dunkelheit oder andere Hindernisse auftauchen, wie die steinernen Fundamente oben angesprochener Schilder/Warntafeln – gut getarnt und ohne Schild – aber zentral in der Mitte des Weges. Nun ja, ich kommentiere dies nicht weiter.
Am 07.10. war die hehre Finsternis derart intensiv ausgeprägt, wie ich es selten erlebte und das, obwohl Sterne am Firmament erkennbar waren. Nichtsdestotrotz war die greifbare Schwärze in einer eminent verschluckenden Form ausgestaltet, wodurch sogar meine Orientierung litt und ja, es trat einer der ganz seltene Momente in meinem Täglichläuferleben ein – ich kam von meinem Pfad ab und rannte in ein kratzendes Gestrüpp, welches mich nicht wieder ziehen lassen wollte und garnierte als Abschied meine Beine mit diversen Kratzern. Wenn ich mich recht erinnere, so war das der dritte Lauf überhaupt in dieser irritierenden Dunkelart seit 1997 – eine totale Finsternis mit entsprechenden Folgen. Faszinierend! Manchmal ist der Wald eben zu liebreizend. Was mich freilich nicht von meinem Gelebten Täglichlaufen abhalten kann; Fortsetzung folgt. Morgen.