Ein bemerkenswerter Nachwuchsfrosch

Posted in Fauna, Photos on 1. November 2019 by Täglichläufer

Seit langer Zeit bin ich der Familie von Frosch sehr verbunden und entsprechend weiß ich um ihre Lebensgewohnheiten und ihre Charaktereigenheiten – ausgewählte lassen sich gar von mir streicheln oder benutzen meine Finger, um sich festzuhalten. Ich liebe diese süßen Putzels zutiefst. Der Nachwuchsfroschel auf dem folgenden Bild erblickte in diesem Jahr das surreale Licht des Lebens und von Beginn an, ließ er eine besondere Zutraulichkeit erkennen.

Nun zeichnet er für eine weitere Überraschung verantwortlich. Mit der „kalten“ Jahreszeit tauchen die Frösche – in der Regel – in tiefere Teichregionen ab und geben sich erst wieder im wärmeren Frühjahr die Ehre. Gestern, gegen 17:30 Uhr – bei einer Temperatur von 01 °C – erspähte ich den kleinen Nachwuchsfrosch jedoch fröhlich, neugierig auf dem Teichrand sitzend – dies ist wirklich ein Novum. In all den Jahren hat dies kein Frosch bei solchen Temperaturen gewagt. Das goldige Putzel ist wahrlich bemerkenswert!

Was ist ein Leben wert? Lächerliche 5000 Euro.

Posted in Absurdistan on 23. Oktober 2019 by Täglichläufer

Ein Mann betrinkt sich, fährt sodann mit seinem Auto spazieren oder rast spazieren und ermordet damit eine 20jährige Frau. Das Urteil: 5000 Euro Geldstrafe.

Der Herr Richter konstatiert diesbezüglich: „Das Urteil ergehe im Namen des Volkes… „Aber das Volk muss schon ein paar Se­mester Jura studieren, um das zu verstehen, was ich heute geurteilt habe.“

Nun, selten habe ich so einen Unfug gelesen. Der werte Herr Richter läßt mich wahrlich sprachlos zurück – was sollen die Hinterbliebenen erst denken? Schuldunfähig. Der Täter war fähig zu trinken, zu fahren und zu töten. Aber die Verantwortung zu übernehmen, dazu ist er nicht fähig?

Und wieder ein Fall mehr, in der endlosen Reihe der Urteile, zum Wohl des Volkes, die meine Überzeugung von Selbstjustiz festigen und festigen. Ich hatte übrigens einige Semester Jura in meinem Studium – aber einen derartigen Unsinn will ich nicht verstehen; nicht im Ansatz.

Erbärmlicher geht es nicht. Es ist sehr betrüblich, daß wir weder in einem Rechtsstaat noch in einer Demokratie leben. So der Herr Richter Kinder hat, was ist deren Leben wert? Vielleicht 5000 Euro, 250 Euro oder 23,50 Euro?

Lesenswert.

Den Weg gehen – VII. 2019. Achtzehn Jahre, Sieben Monate. Ein Traum in weiß.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Oktober 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und sieben Monate in Serie. Oh du seltsam, surreales Konstrukt der Zeit – wieder offenbarst du eine Rückschau, geboren in der Welt des Täglichlaufens. Vollzog ich nicht erst gestern mein Halbjahresjubiläum? Und doch ist längst ein weiterer Monat in den endgültigen Tod eingetreten. Fürwahr, dies ist das einzige von Bestand in diesem Leben – es setzt sich fort, Tag für Tag – ungerührt und irrelevant, welche gewichtigen Possen und lächerlichen Absurditäten die Spezies Mensch treibt. Möge sich auch mein Täglichlaufen noch etwas fortsetzen…

Die Temperaturen der absolvierten Phase alternierten zwischen -01 °C und 17 °C und generierten in der Folge drei Regenläufe – ja, ich muß mich wiederholen – drei Regenläufe, zwei Kälte- und zwei Nebelläufe. Und wie es sich für eine standardgemäße Rückbetrachtung gehört, gesellt sich ein neuer Wildschweinkontakt hinzu – der 67. in meiner „Laufkarriere“. Selbiger fand am 09.10. statt – zwei Rotten waren in meinem Laufareal unterwegs. Auf dem Rückweg empfahl ich einer Dame, ihren Hund angeleint zu lassen – manche Gefahren darf man meiden, so man die Möglichkeit diesbezüglich besitzt. Und durch andere muß man hindurch, wie heute einmal mehr am berüchtigten Stop-Schild. Aber so ist das in dieser Zeit; die Gesellschaft besteht scheinbar nur noch aus Unfähigkeit, Inkompetenz und Wahnsinn – dies beginnt in der Regierung und tangiert selbst den Straßenverkehr. Nun, ich bin unverletzt, doch mein Serienende war heute durchaus greifbar.

Am 20.09. beobachtete ich zwei Eichhörnchen, wie sie ausgiebig miteinander spielten und allein ihre Laute sind herzergreifend und zaubern mir das größte Strahlen in mein Antlitz. Parallel dazu wurde ich von einem Grünspecht gehörig ausgeschimpft. Möge er mir meine Anwesenheit nachträglich verzeihen. Meine Entschuldigung dehne ich auch auf zwei Fasane aus, die ich – natürlich ohne Absicht – am 26.09. gehörig erschreckt habe. Der wohl schönste Moment in der vergangenen Phase fand eindeutig am 10.10. statt, als ich vielleicht 30 Silberreiher erspähte, die von der güldenen Sonne angestrahlt wurden – ein Traum in weiß!

Das sind jene raren Augenblicke, die den wahren Wert des Täglichlaufens definieren. Ich hoffe auf weitere, intensive Impressionen in der nahen Laufzukunft. In der Tat, möge sich diese meine Reise fortsetzen.

Eine goldene Momentaufnahme in weiß

Posted in Besondere Momente on 10. Oktober 2019 by Täglichläufer

Verheißungsvolle Regenmächte gaben sich in der vergangenen Nacht die seltene, kostbare Ehre. Der Tagesbeginn war trunken von goldenen Strahlen der lieblich leuchtenden Sonne. Ein einsamer, lauschiger Weiher. Rückwärtig flankiert mit mächtigen Baumriesen – jenseits strebt mein Laufpfad in das Hochwasserschutzgebiet. Vor langer Zeit wankte ein hoher Baum in die Vergänglichkeit und liegt nun verlassen im Uferbereich, der größte Teil im Wasser; am Ende steigen seine Äste mahnend aus dem Wasser und führen auf einer imaginären Leiter gen Himmel.

Jene Örtlichkeit zog heute meinen Blick gravitätisch an sich – denn auf dem gefallenen Baum saßen Silberreiher neben Silberreiher, bis hin zu der oben erwähnten Astleiter. Ungefähr zwischen 25 und 30 an der Zahl – alle weithin leuchtend weiß – angestrahlt von der Sonne, die das Weiß einmal mehr intensivierte. Und damit der vollendeten natürlichen Schönheit nicht genug – diese wundervolle Szene wurde zudem in dem ruhigen Wasser gespiegelt. Welch ein Bild bot sich mir! In all den Jahren sah ich nichts vergleichbares. Ein Hoch auf die herrlich, edle Natur!

Den Weg gehen – VI. 2019. Achtzehn Jahre, Sechs Monate. Mein Halbjahresjubiläum.

Posted in Täglichlaufen. 18,5 Jahre., Täglichlaufen. Rückschau. on 18. September 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und sechs Monate in Serie. Nun ist bereits ein halbes Jahr Täglichlaufen vergangen, seit den gewichtigen „18 Jahren in Serie“ – dies ist bemerkenswert; die Zeit, das Leben und nicht zuletzt meine Serie streben nach wie vor von der noch nicht geborenen Zukunft in die auf ewig tote Vergangenheit und ich werde noch immer mitgerissen. Ohne bewußte Konzentration fließt jener Fluß erwartungsvoll täglich in das vergängliche Zeitenmeer und ich schwimme weiterhin in diesen Wogen mit – mal mehr, mal weniger bewußt. Möge diese meine Reise auch künftig andauern. Es kann nicht meine Intention sein, diesen Pfad freiwillig zu verlassen.

Am 09.09. durfte ich ausnahmsweise im Regen laufen, diesen Lauf habe ich als Wunder definiert; diese trockenen Zeiten sind wahrlich schrecklich. Die Temperaturen alternierten indessen zwischen 07 °C und 24 °C und mittlerweile ist der zärtlich, leise Herbst endlich eingekehrt – auf das er vernehmlicher werde! Zwei neue Wildschweinbegegnungen zogen zudem in meine Statistik ein – am 06.09. tauchte direkt vor mir ein großes Wildschwein mit zwei Frischlingen auf und am 10.09. beobachtete ich eine komplette Rotte; nur drei Meter entfernt zu meiner rechten Seite. Ein Schnaufen und Grunzen ihrerseits und ein freundliches Anreden meinerseits bildete eine recht interessante Unterhaltung. In der Summe zähle ich nun 66 Wildschweinkontakte; eine durchaus stattliche Anzahl, auf viele Jahre Täglichlaufen verteilt.

Ende August tanzte ein ungehaltener Sturm hernieder, galoppierte stürmisch wild durch die Wälder und wenn er meiner Beobachtung nach – subjektiv betrachtet – als nicht sonderlich ausgeprägt erschien, so war seine tödliche Baumernte mehr als wahrnehmbar. Als ob die menschliche Zerstörungslust nicht ausreichen würde. Wie betrüblich. Am 28.08. knickte ich im Wald mit meinem Fuß derart intensiv um, daß er im Anschluß sogar stark geschwollen war – doch unterbrach ich meinen Lauf nur für einen Moment und auch die folgenden waren nicht weiter beeinträchtigt. In bestimmten Positionen ist bis heute noch ein Restschmerz wahrnehmbar; doch dies vergeht demnächst. Am 11.09. saß ein Eichhörnchen nur ein Meter vor mir auf einem Zaun und ließ sich gar nicht stören und nur vier Tage später blieb im tiefen Wald ein Reh nach meiner Anrede stehen und beobachtete mich höchst neugierig – ich liebe diese Begegnungen, bilden sie doch das wahre Täglichlaufen par excellence ab. Möge es sich fortsetzen, mein Gelebtes Täglichlaufen – hinein in die nebulöse Zukunft; doch heute erfolgt eine feierliche Rückbetrachtung.

Oh Wunder

Posted in Täglichlaufen. Laufalltag. on 9. September 2019 by Täglichläufer

Der heutige Tagesbeginn hat nachhaltig die Existenz oder Möglichkeit von Wundern bewiesen, denn tatsächlich regnete es und oh Wunder, selbiger obsiegte während meiner kompletten Laufzeit und selbst jetzt gießt es noch. So durfte ich nach zwei Monaten harter, fürchterlicher Abstinenz, die nassen Witterungsmächte im Laufschritt preisen. Freilich mußte ich diese Begebenheit erst im Lexikon nachschlagen, da ich die wundervollen Niederschläge erst mit Schnee verwechselte – man möge mir meine naive Unwissenheit nachsehen, doch in meinem Laufareal wird derzeit die entsprechende Zertifizierung betrieben, um als Wüste anerkannt zu werden.

So ist der 12. Regenlauf in diesem Jahr und der 455 insgesamt ein Wunder für mich. Möge es die nächsten Tage dauerregnen – die Natur hat es mehr als nötig. Und ich nicht minder!

Den Weg gehen – V. 2019. Achtzehn Jahre, Fünf Monate. Nachtigallgesang im August.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. August 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und fünf Monate in Serie. Wieder ist ein Monat Täglichlaufen in die tödliche Vergänglichkeit eingetreten – der wohl unspektakulärste Abschnitt in diesem Jahr – bar jedweder Besonderheiten; weder stellten sich Höhepunkte ein, noch erlebte ich Tiefpunkte. Lauf um Lauf im Rahmen einer banalen Abfolge offenbarte das unwägbare Leben. So sei es.

Die Temperaturen folgten diesem Beispiel und sprangen zwischen 16 °C und 24 °C gelangweilt hin und her. Nicht einmal durfte ich im Regen laufen, doch ich fürchte, ich muß dies nicht explizit erwähnen, da es sich von selbst versteht – in welch betrüblich regenlosen Zeiten wir doch leben müssen. An ausgewählten Tagen war es demungeachtet sehr drückend in den Wäldern, was den Mücken und anderen kampferprobten Geschwadern von Insekten indessen wenig ausmachte und entsprechend vollführten sie eine gnadenlose Jagd auf kleine possierliche, harmlose Täglichläufer. Ich nahm dies in der Tat zum Anlaß, mein Pensum nachhaltig zu reduzieren und scheinbar gelingt mir dies endlich. Wahrscheinlich werde ich in diesem Jahr die 4000 Jahreskilometer erreichen oder hoffentlich sogar darunter bleiben. Wenig laufen, ist mitnichten allzu einfach.

Am 26.07. huschte direkt vor mir ein Waschbär über den Weg, der mich völlig ignorierte – ein putziger Geselle. Eine Beobachtung irritiert mich dennoch latent und zwar sang am 08.08. eine Nachtigall in vollster Inbrunst – ich kann mich nicht erinnern, den Gesang der Nachtigall je im August vernommen zu haben. Ich habe dieses wundervolle Konzert zu diesem ungewöhnlichen Zeitpunkt freilich genossen. Am 13.08. wurde ich schon aus der Ferne von „meinen“ Wollfreunden vernehmlich gerufen und als ich mich näherte, stürmte eine Dame sehnsüchtig auf mich zu, um mir ihr neu geborenes Baby zu präsentieren. Auch dies ist bemerkenswert, da sie in der Regel nur einmal im Jahr Nachwuchs bekommen. Ich lobte die stolze Mama und streichelte sie ausgiebig – ihr Babyputzel ist ihr wahrlich aus dem Gesicht geschnitten.

Der Abgesang des Sommers wurde nachdrücklich eingeläutet – in den Abendstunden tasten die angenehmen Fühler des Herbstes zärtlich um sich; das Jahr vergeht, welkt dahin. Ein neuer Monat Täglichlaufen harrt der Dinge – vielleicht.