Den Weg gehen – II. 2019. Achtzehn Jahre, Zwei Monate. Das erste Mal.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Mai 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und zwei Monate in Serie. Erst 18 Jahre, sodann ein weiterer Monat und nun tanzt der zweite Abschnitt schwungvoll hernieder – offenbar darf ich den täglichlaufenden Pfad auch künftig beschreiten; wer hätte dies gedacht. Die allgewaltige Zeit hetzt unangefochten in die tödliche Vergangenheit und läßt den sensibilisierten Beobachter temporär befremdlich, überrascht zurück. So sei es.

Die ungehaltenen Witterungsmächte generierten zwei Kälteläufe und ja, nur zweimal durfte ich den Regen preisen. Wie betrüblich. Indessen vollführten die Temperaturen ein stürmisches Wechselspiel zwischen 02 °C und 16 °C. Am 02.05. erlebte ich meine 60. Schwarzkittelbegegnung, was für eine stattliche Anzahl. Drei Tage später passierte ich ein Stockentenpaar – der Abstand betrug vielleicht 50 cm – und wenn sie mich auch wachsam beäugten, bewegten sie sich in keiner Weise. Derlei ist für mich sehr faszinierend, denn umgekehrt betrachtet – diese kleinen Enten auf dem Boden und dann nähert sich eine schwarze Gestalt mit hoher Geschwindigkeit direkt auf die Putzels zu – hier nicht zu flüchten, ist aus dieser Perspektive wahrlich bemerkenswert.

Am 20.04. konzertierte zum ersten Mal in diesem Jahr die Nachtigall und zog jedweden Zuhörer rigoros in ihren lieblichen Bann. Auch die Frösche ließen sich nicht lange bitten und traten am 21.04. voller Hingabe in den musikalischen quakenden Reigen ein. Sechs Tage sollten nun vergehen, bis der Kukuck seinen scheinbaren Namen der Welt kundtat und am 29.04. vernahm ich den Schilfrohrsänger, der seinen wundervollen Gesang anstimmte – das gleiche gilt für den Pirol, der sich selbstredend mit dem Schilfrohrsänger zum gemeinsamen Musizieren verabredet hatte. Und das erste Mal setzt sich immer noch fort.

An dem letzten Apriltag erspähte ich die ersten Graugansküken und zwar fünf an der Zahl, die ihren liebevollen Eltern getreu folgten. Und nach vielen Jahren ließ sich am 11.05. Meister Adebar in den hiesigen Gefilden, heißt – in meinem Laufareal kulinarisch nieder; die Begeisterung bei den Fröschen war mutmaßlich nicht sonderlich intensiv ausgeprägt. So gab es für viele Begebenheiten „ein erstes Mal“ in diesem Jahr; natürlich begleiten mich all diese Protagonisten seitdem täglich und für eine Begegnung vollzog sich jedoch ein unendlich oft wiederholtes Ritual. Eine Walkerin absolvierte ihr Programm auf „meinem Damm“ und der Moment des Überholens näherte sich unerbittlich und ausnahmsweise entschied ich mich, die Dame zu warnen; doch ja, irrelevant, ob man sie anruft oder nicht – es ist immer falsch. Mein Ruf ignorierte sie und im Anschluß folgte der unausweichliche Schreck. Gewisse Dinge ändern sich nimmermehr; wobei ich mir von der Damenwelt in abgelegenen Waldgebieten durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit und Umsicht wünschen würde – in diesen Zeiten.

Vor zwei Tagen zog ein weiterer Wildschweinkontakt in meine Statistik ein. Ich befand mich auf dem Rückweg und sah zwei Meter neben mir etwas braunes umher huschen und jählings sah ich vier, sechs, acht, zehn, nein! – gar zwölf kleine Gesellen, auch als Frischlinge bekannt und die Mama oder Aufsichtsperson dazu, welche sich sodann höchst entspannt ein wenig zurückzogen und die Bache brabbelte vor sich hin – es war kein typisches Grunzen, wie ich es gewohnt bin. Ich antwortete entsprechend höflich und zog meines Weges. – – Der nächste Monat harrt ungeduldig in der Zukunft; er mag nun hernieder brechen…

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Blutzoll

Posted in Photos, Täglichlaufen. Laufalltag. on 27. April 2019 by Täglichläufer

Mit dem heutigen Tage hat auch der Kuckuck den Frühling endlich offiziell begrüßt – drei Tage später als in dem vergangenen Jahr. Leider nahm er meine Einladung bezüglich eines Phototermins nicht an; so ziehen an dieser Stelle nun andere gefiederte Freunde von mir hier ein.

Abschließend sei mir noch der Hinweis gestattet, daß nun der ideale Zeitpunkt gekommen ist, um als Anfänger sich dem Laufen zu verschreiben. Man kann noch so lustlos oder demotiviert sein – Heerscharen von Lauftrainern harren derzeit in den Wäldern auf dankbare Läufer, Täglichläufer. Der Preis für zwei Sekunden Anhalten beträgt aktuell zwei bis drei Mückenstiche – der Wert kann sich je nach Örtlichkeit erhöhen. Und selbst im Laufschritt ist man nicht davor gefeit. In diesem Sinne, wer schneller läuft, vermindert den Blutzoll.

Den Weg gehen – I. 2019. Achtzehn Jahre, Ein Monat. Vertrauen. II.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. April 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und ein Monat in Serie. ”… der heutige Tag ist für mich ein wahrer Feiertag. Täglichlaufen, stolze 18 Jahre in Serie – das Leben ist verrückt, aber es hat Recht!” Jener Satz ist bereits ein Monat alt, längst vergangen und noch immer laufe ich täglich; meine Intention obsiegt in ihrer Beständigkeit – dies ist bemerkenswert. Die Reise läuft weiter und ich laufe mit. Auf 18 Jahre zurückzublicken, generiert einen tief empfundenen Stolz – ich möchte nicht einen Tag in diesem meinem Gelebten Täglichlaufen missen; auch und besonders die härtesten nicht. Ich harre also erwartungsvoll der Dinge, die künftig eintreten werden.

Die vergangenen zwei Monate addiert, ergeben 29 Kälteläufe und nur einmal regnete es – letzteres ist ein höchst betrüblicher Wert, überrascht jedoch nicht – angesichts unserer wahnwitzigen Manipulation der Klimaverhältnisse dieses Planeten. Die Temperaturen alternierten zwischen -04 °C und 10 °C. Weiterhin zogen drei neuerliche Wildschwein-Begegnungen in meine Statistik ein. Am 26.02. lief ich an einer Bache mit sechs Frischlingen in einem Abstand von vielleicht 20 Metern vorbei; Ende März wurde ich eindrücklich freudig grüßend angegrunzt – ich erspähte ein großes Wildschwein, welches auf einer überfluteten Wiese davon sprang und sodann am 05.04. – direkt vor mir trottete ein Schwarzkittel tiefenentspannt von dannen. Mögen die armen Putzels überleben!

Seit Mitte März war ich einmal mehr autorisiert, für das kulinarische Wohl meiner wolligen Lieblinge zu sorgen. Jene Zeit verlief wie stets wundervoll; von einer bösen Ausnahme abgesehen, die am 17.03. eintrat. Wie gewohnt, werden Hunde in meinem Laufareal grundsätzlich nicht angeleint, irrelevant, ob Brutzeit ist oder nicht; ob andere Tiere gejagt werden oder nicht – all dies ist nicht relevant für Hundebesitzer. Getreu dem Motto, mein Hund ist König und sonst schert mich nichts. So wartete ich also, bis mich ein großer Schäferhund passierte – der nach Sichtkontakt ausnahmsweise doch angeleint wurde – und als er außer Sicht war, kümmerte ich mich um meine Wollies. Freilich rechnete ich nicht damit, daß der Hund im Anschluß freigelassen wurde und später seinem Halter entsprang, um „meine“ Schafe zu jagen und anzugreifen. Welch ein Drama! Schlußendlich hatten wir Glück – was hauptsächlich der dicken Wolle zu verdanken war – indessen meine arme Blacky den Schreck ihres Lebens bekam. Nun ja, Hundebesitzer – das ist ein ermüdendes Thema für sich.

Das Jubiläum von 18 Jahren erfreut mich sehr, doch der wahre Höhepunkt fand heute statt. Von meinem erhöhten Standpunkt auf dem Damm aus, erspähte ich vier Rehe – eine ungewöhnliche Anzahl, in der Regel sind sie zu dritt unterwegs – und wie stets, sprach ich sie sofort an; eine Reaktion blieb aus. Aufgrund der Örtlichkeit rannte ich auf sie zu und kam den Rehen auf 15 Meter nahe, bevor ich wieder einen Richtungswechsel vollzog – indessen ich fleißig meinen Monolog führte und nicht ein Reh trat die Flucht an. Was offenbaren diese scheuen Tiere doch für ein Vertrauen! Jener Moment war – geboren in einem Vertrauen, welches mitnichten eine Selbstverständlichkeit ist – der wirkliche Höhepunkt in der abgeschlossenen Phase. So liegt also der wundervolle Frühling in seinen letzten Zügen; wird bald für immerdar vergehen, um dem brennenden Sommer den Thron der Wettermacht feilzubieten. So beginnt das heiße Spiel erneut. Ich werde mich dem wie gewohnt täglich hingeben und im Geiste durch verschneite Waldlandschaften laufen, die es so nicht mehr geben wird.

Täglichlaufen. Stolze 18 Jahre in Serie.

Posted in Täglichlaufen. 18 Jahre. on 18. März 2019 by Täglichläufer

Es ist endlich vollbracht – mit dem heutigen Sturmlauf habe ich die bemerkenswerte Ebene von 18 Jahren Täglichlaufen in Serie erklommen. Welch eine surreale Zahl, welch ein unglaublicher Wert! Wo sind all die Jahre nur geblieben; mit ihren unzähligen Erlebnissen und vielschichtigen Begebenheiten? Aufgesogen in dem tödlichen Nebelschleier der Vergangenheit, lächelnd verweht in das allumfassende, weite Nichts. Und doch habe ich jeden einzelnen Lauf dokumentiert und jeden besonderen Moment festgehalten – für all die 18 Jahre und darüber hinaus. Es ist dies der bedeutendste Schatz in meinem Gelebten Täglichlaufen; eine Kostbarkeit, die mein fast vergessenes Agieren in der Vergänglichkeit wiederbelebt. In jenen Aufzeichnungen verliere ich mich nur zu gern – sie verdeutlichen die Rasanz der Zeit in erschreckend eindrücklicher Art; auf eine ureigene Weise, der ich nicht entkommen kann.

Ich werde an dieser Stelle nicht viele Worte verlieren – das wahre Täglichlaufen findet täglich in meinen Wäldern statt, beobachtet von meinen tierischen und menschlichen Freunden. Wer meinen Stolz oder mein freudvolles Empfinden nachfühlen möchte, dem sei geraten – selbst 18 Jahre täglich zu laufen – erst dann kann man mich vielleicht im Ansatz verstehen. Nie hätte ich mir nur ein Jahr vorstellen können, geschweige denn mehr erträumt – wozu auch – und heute stehe ich demungeachtet bei 18 Jahren; ausnahmslos in Serie – auch wenn es mehr als einmal heikel war; das fragile Konstrukt wiederholt bedrohlich wankte, so hatte ich Glück und den Willen, es den Widrigkeiten zum Trotz zu realisieren. So offenbarte die omnipotente Zeit und nicht zuletzt ich mir selbst – dieses einzigartige Geschenk. Ich nehme es in Demut an, halte es in Ehren und hoffe auch künftig, daß meine Gesundheit diese Intention weiterhin goutieren wird. Und wenn nicht, so möge es enden – früher oder später wird mich jener Augenblick logischerweise ereilen müssen, aber das will ich nicht thematisieren; denn der heutige Tag ist für mich ein wahrer Feiertag. Täglichlaufen, stolze 18 Jahre in Serie – das Leben ist verrückt, aber es hat Recht!

18 Jahre Täglichlaufen? Ein Geschenk. Concordia domi, foris pax. An mich selbst.

Posted in Täglichlaufen im Fokus, Täglichlaufen. Status. on 3. März 2019 by Täglichläufer

Die wehenden Sturmwogen treiben meine 17 Jahre Täglichlaufen mehr und mehr in die wehmütige Vergangenheit; der aktuelle Status verblaßt täglich um weitere Nuancen, indessen parallel dazu sich die nächst höhere Ebene offenbart und als greifbare Option in der Zukunft lächelt. Jene Stufe würde die Volljährigkeit in meinem Täglichlaufen bedeuten – 18 Jahre in Serie. Ich kann mich nur wiederholen – ohne meine Dokumentation könnte ich dies nicht glauben, das ist mehr als surreal; realisiert von einem Antisportler. Doch noch fehlen einige Tage wie Läufe und ob das unwägbare Leben meine Intention goutieren wird oder eben nicht – ich kann mich nur überraschen lassen.

Immer heller, tiefer und strahlender weist mich der Pfad des Täglichlaufens hinein in den immer intensiveren Jubiläumsschimmer und ich folge dieser Reise, in deren Verlauf am 18.03. das diesjährige Geschenk an mich selbst vielleicht warten wird. Hierbei handelt es sich um ein unfaßbares Jubiläumskonstrukt, welches sich mit allen Juwelen der Welt nimmermehr erwerben läßt; man kann es nirgendwo erstehen oder auch nur in schnöde Worte kleiden – diese Kostbarkeit generiert sich nur aus sich selbst heraus – aus meinem Bewußtsein heraus, aus meiner banalen Wenigkeit. Und so kann nur ich selbst es entsprechend würdigen.

Tage kommen, gehen. Verblassen, verwehen. Vernehmliche Stille. Absolute, greifbare Einsamkeit entfaltet sich. Finsterwolken. Tiefe Versunkenheit. Abgeschiedene Weite. Vollendeter Frieden. Trunken vor Glück. Das leben, was man liebt und lieben, was man lebt. Gelebtes Täglichlaufen. Wohlan, möge es gelingen oder möge ich scheitern – der gigantische Stolz auf mich selbst bleibt indessen immerdar bestehen. Und ja, nach all den Jahren kann ich auch gar nicht mehr scheitern, selbst wenn ich heute mein Täglichlaufen beenden würde. Fürwahr, so sei es.

Gelebtes Täglichlaufen

Verbliebene Läufe bis „18 Jahre Täglichlaufen in Serie“

03.03.2019 – 12 KM
04.03.2019 – 13 KM
05.03.2019 – 13 KM
06.03.2019 – 12 KM
07.03.2019 – 13 KM
08.03.2019 – 12 KM
09.03.2019 – 12 KM
10.03.2019 – 14 KM
11.03.2019 – 12 KM
12.03.2019 – 12 KM
13.03.2019 – 12 KM
14.03.2019 – 13 KM
15.03.2019 – 12 KM
16.03.2019 – 10 KM
17.03.2019 – 12 KM
18.03.2019 – 13 KM
A C H T Z E H N – J A H R E – T Ä G L I C H L A U F E N

Über Graugänse

Posted in Pro Natur, Täglichlaufen. Laufalltag. on 26. Februar 2019 by Täglichläufer

Wie bei allen Lebewesen besitzt eine jede Graugans ihren ureigenen Charakter. Manche sind mutig, entspannt in sich ruhend; andere scheu, schüchtern – doch neugierig sind sie alle. Derzeit sitzen sie jeden Morgen direkt auf meiner Laufstrecke und zeitweise drehe ich wieder ab, um sie nicht zu stören. Je näher man ihnen kommt, desto lauter und intensiver ihr Rufen. Der Zeitpunkt ihres Abfluges läßt sich genau berechnen, wenngleich sich die meisten Gänse durch mein Anreden beruhigen lassen. Oft unterbreche ich meinen Lauf und halte meine gewohnte Ansprache, indessen die zuvor Schimpfenden gemächlich den Damm verlassen, um mir eine freie Passage zu gewähren – als ob ich den süßen Putzels etwas antun könnte!

Schlußendlich dürften mich nahezu alle Graugänse kennen – nur wenige ziehen in den Süden und das Gros überwintert hier und täglich begegnen wir uns und führen wir unsere Gespräche – seit vielen Jahren. So näherte ich mich heute der großen Wiese – in ihrer grünen Mitte verläuft mein Pfad – und vor mir erspähte ich vielleicht 150 oder 200 Gänse; sitzend, stehend oder mit den Flügeln schlagend. So lief also die schwarze Gestalt mit 12 Kilometern pro Stunde direkt auf die Gänseschar zu – nun dürfte man annehmen, daß sie in einem Schwarm jählings von dannen ziehen. Mitnichten!

In einem gebührlichen Abstand erhob ich bereits meine Stimme und nur wenige Gänse überhaupt antworteten mir. Die Kolonie teilte sich in der Mitte und die Graugänse watschelten nach links und rechts und räumten den Weg im Zentrum, durchaus mit einer würdigen Ruhe – jeder Notfallsanitäter wäre über diese „Rettungsgasse“ freilich begeistert. Nun, der Mensch hat halt nicht den Intellekt einer Gans. Nicht ein Vogel flüchtete und ich lief mitten durch die zahlreiche Gemeinschaft – natürlich immer meinen üblichen Monolog vortragend. Ich muß gestehen, ich genieße diese für mich einzigartigen Momente des Lebens – denn dieses Vertrauen, welches mir die Wildvögel entgegen bringen, betrachte ich keineswegs als Selbstverständlichkeit; schließlich bin ich ein Vertreter der bösesten Spezies, die der Planet Erde je erleben mußte. Allein sie wissen genau, ich bin alles andere als eine Bedrohung und ja, wir verstehen uns. Nie würde ich sie auch nur im Ansatz enttäuschen. Meine lieben Freunde, wir sehen uns morgen wieder!

Den Weg gehen – XI. 2019. Siebzehn Jahre, Elf Monate. Dreierlei Rekorde.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Februar 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Siebzehn Jahre und elf Monate in Serie. Das Jahr vergeht ungerührt, schmilzt unbewußt wie seufzend von dannen und mein Jahresjubiläum lächelt immer strahlender in der noch nicht geborenen Zukunft hernieder – vielleicht gelingt es mir, den glitzernden Ring von 18 Jahren aufzunehmen – das Leben wird es lehren; in welcher Variation auch immer. – – – In der vergangenen Phase alternierten die Temperaturen zwischen -07 °C und 05 °C und generierten in der unabänderlichen Konsequenz 27 Kälte- und drei Regenläufe. Dazu gesellten sich jeweils ein Glatteis- und ein Nebellauf.

Der schmerzliche Rekord. Jener Abschnitt stand eindrücklich im Zeichen der Schwarzspechte, die ich derzeit täglich beobachten darf; gleichwohl der Grund trauriger Natur ist. In meinem Laufareal werden aktuell an allen Baumfronten selbige engagiert zerstört und zwar in einem erschreckenden Ausmaß, wie ich es bis dato noch nie erleben mußte und als negative Glanzleistung zu verzeichnen ist. Zwar hat mir der Verantwortliche dies in einem persönlichen Gespräch durchaus sinnvoll begründet – allein ob es der Wahrheit entspricht, entzieht sich meiner Urteilskraft. So erscheinen mir die Schwarzspechte und diverse andere Tiere eher verwirrt, aufgeregt und schreien lauthals ihren Unmut ausgerechnet in jene Ohren, die doch nichts hören; nichts hören wollen und ungehindert ihrer Waldvernichtung nachgehen. Und das tierische Leben weint und weint und weint. Dies sind wahrlich betrübliche Zeiten.

Der unerwartete Rekord. Als ebenso betrüblich und sehr enttäuschend muß ich meine derzeitigen Laufschuhe bewerten, die nach nur drei (nicht ganz) Monaten derart ruiniert sind, daß ich sie faktisch nicht mehr nutzen kann. Nun, das ist in der Tat ein neuer Rekord und offenbart nachdrücklich, welche mindere Qualität die entsprechenden Unternehmen für viel Geld feilbieten. Ich bin den Murks aus Vietnam und Indonesien durchaus gewöhnt, aber so rasant haben sich bisher noch keine Laufschuhe verabschiedet. Und wie lange hat es gedauert, adäquate Schuhe in meiner Größe zu erstehen! Ein Jammer. Den Hersteller werde ich an dieser Stelle natürlich nicht benennen – aus Scham über ihre Stümperei würden sie wohl stante pede Insolvenz anmelden.

Der 22fache Rekord. Am 02.02. erspähte ich den ersten Schafnachwuchs in dieser Saison und just einen Tag später hielt ich eines der Lämmer auf dem Arm; ich erspare mir jedes weitere Wort – das ist Glück pur. Auch erlebte ich Anfang Februar einen einzigartigen Traumlauf im Schnee, der seinesgleichen suchte – freilich in Abhängigkeit, wie man denn Schnee definiert. In den letzten Jahren „überwinterten“ hier mehrere Kraniche und maximal ließen sich fünf auf einen Streich beobachten, doch am 04.02. zählte ich stolze 22 Kraniche zugleich – auch hierbei handelt es sich um einen neuen Rekord. Weiterhin zog in diesem Monat eine neue Hündin in mein Laufareal, mit der ich sofort große Freundschaft geschlossen habe – möge Laika lange leben. – – Der letzte Monat bricht an – 18 Jahre Täglichlaufen würden mir jedenfalls gefallen. Wie sinnierten einst die Preußen? Schaun mer mal, dann sehn mer scho.