Den Weg gehen – X. 2018. Sechzehn Jahre, Zehn Monate. Enttäuschte Winterhoffnung.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Januar 2018 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Sechzehn Jahre und Zehn Monate in Serie. Nun ist es also endgültig gefallen, das vergangene Jahr – und voller Schmerz, doch mit einem Lächeln trat es ein, in die schwarzen Welten der Erinnerungen. Nimmermehr wird es wiederkehren. Verlorene Zeiten. So beginnt das neue; und die erste Monatsrückschau in diesem Jahr, welches dem vorangegangenen Jahr ebenso rasant in das allumfassende Nichts folgen wird, preist ihren temporären Moment des Lebens.

In der hier thematisierten Phase alternierten die Temperaturen zwischen 09 °C und -04 °C und somit zogen 21 Kälte-, fünf Regen-, drei Nebelläufe und ein Glatteislauf in meine Statistik ein. Der -04 °C zum Trotz kann und muß ich den fehlenden Winter von Herzen beklagen. Bis auf wenige Ausnahmen glänzte die Kältefürstin mit Abwesenheit und die liebliche Schneeregentin gab sich nicht einmal die Ehre; in der Tat, sie stieg nicht hernieder von ihrem erhabenen Thron am weiten Firmament (obwohl es in dieser Sekunde eminent schneit (doch mein heutiger Lauf längst beendet ist)). So bleiben meine Wünsche und Hoffnungen von einem mächtigen Schneetreiben im verlorenen, einsamen Winterwald nur flüchtige Illusionen. Endgültig vorbei scheinen die Zeiten, in denen Winter noch Winter waren. Enttäuschte Hoffnungen.

Im Dezember wurde partiell damit begonnen, die gigantischen Holzberge aus dem ehemals herrlichen Forst abzutransportieren und was die Radlader und Baumvernichter bis dato an Wegen nicht zerstörten, übernahmen nun die polnischen LKW, die ihrerseits ganze Arbeit leisteten. Vielleicht sollte man die Wälder gleich ganz entfernen, um dort Schwerindustrie anzusiedeln, welche die Luft mit krebserzeugenden Dämpfen versetzt – das ist hier eh üblich.

Bussardkontakte, wie ich sie in letzter Zeit öfter beschrieben habe, erlebte ich in jenem Abschnitt wiederholt. Nicht einmal flogen sie von dannen, diese edlen Greifvögel. Ich habe diese Begegnungen genossen. Das gleiche Prozedere vollzog sich auch dreimal mit einem Graureiher, was eine wahre Besonderheit ist, da jene extrem scheu sind. Doch ja, sie kennen mich schließlich. „Meine“ Schafherde hat sich indessen leider mehr als halbiert – und künftig werde ich wieder das Oberkommando über meine Wollfreunde übernehmen. Mir deucht, dies werden wollige Zeiten.

Die Zeit vergeht und wir mit ihr. In nur zwei Monaten könnte ein neuerliches und bedeutendes Jubiläum auf mich warten – dennoch, in dieser langen wie kurzen Spanne kann und wird viel passieren und ich erwarte nichts – doch still hoffen, darf ich. Gelebtes Täglichlaufen – der nächste Lauf folgt – morgen.

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Die vergangene Zukunft – Täglichlaufen. Jahresrückblick 2017.

Posted in Jahresrückblicke on 27. Dezember 2017 by Täglichläufer

Das Jahr ist noch neu, gleichwohl wird es mit eisernen Schritten wie alle anderen zuvor vergehen. Unausweichlich wird es für immerdar in den Strudel der Zeit gesogen und am Ende werden wir uns erneut fragen, wo die schönen Momente des Jahres nur geblieben sind. Dann beginnt es von vorn, das Spiel des Lebens. Immer wieder. Nur die Spieler können sich einer beständigen Ablösung sicher sein. So war die Ordnung der Dinge und so wird sie immer sein.

Nun ist es einmal mehr soweit. Es ist vorbei. Die temporäre Existenzberechtigung des Jahres 2017 wurde vernichtend aufgehoben und die omnipotente Herrscherin aus dem Reich der Erinnerungen hat sich seiner mit Hingabe bemächtigt. Vor uns liegt die Zukunft, eine vielleicht hoffnungsvolle Zeit, die sich uns nach und nach enthüllen wird – bevor die Königin des Vergessens auch hier ihr Veto einlegen wird. Wir sollten jedweden Moment genießen, so genußvoll als möglich, denn der Kreuzzug der vergangenen Zukunft hat längst begonnen, dieses neue Jahr unbarmherzig zu verschlingen. Die Reise wird nie enden, sie führt uns in die Unendlichkeit, wenngleich wir als stille Beobachter nur einen Moment im Nichts daran partizipieren werden. Gelebte Endlichkeit. Umso essentieller das Auskosten des Seins, des Lebens. Mein letzter Beitrag in diesem Jahr; der obligatorische Jahresrückblick meiner vergangenen Zukunft – in diesem Jahr erneut in reduzierter Form und nur auf die schnöde Statistik konzentriert. Das bald endgültig sterbende Jahr war voller Höhen und Tiefen, durchzogen von Glück, Zufriedenheit, Melancholie, Trauer, Heiterkeit, Schmerzen, Genuß, Herausforderungen, Widrigkeiten, Hoffnung und Frieden.

Fürwahr, das Fazit kann ich vorweg nehmen – wie schon in den Jahren zuvor war auch das Jahr 2017 wieder ein zutiefst zufriedenes Jahr im Kontext Täglichlaufen für mich, was meine Konzeption des gelebten Täglichlaufens wie noch immer bestätigt und für sie spricht. Aber das liegt in der Natur der Sache. Mein Täglichlaufen ist auch in diesem Jahr ein Garant für die stete Zufriedenheit gewesen, explizit auch gesundheitlicher Natur, wofür ich sehr dankbar bin. Dementsprechend betrachte ich diesen meinen Weg mit Demut und werde ihn weiterhin in der gewohnten Form beschreiten – solange ich darf; denn das der Willen vorhanden ist, muß ich nicht exponiert betonen. Auch künftig werde ich Körper und Geist in diesem Stil wertschätzen; allein, wie könnte ich auch nicht?

Statistikauszug 2017 hier mehr:

036 (2016: 025) Regenläufe
008 (2016: 001) Glatteisläufe
000 (2016: 000) Gewitterlauf
018 (2016: 020) Nebelläufe
100 (2016: 111) Kälteläufe
000 (2016: 000) Hitzeläufe
000 (2016: 000) Flutläufe
002 (2016: 000) Stürze
000 (2016: 000) Hundeangriff(e)
011 (2016: 014) Mal Wildschweinkontakt
002 Mal Waschbärkontakt
000 (2016: 002) Mal Biberkontakt
000 (2016: 000) Mal in Begleitung gelaufen
003 (2016: 002) Mal Fastunfälle mit Autos
092 (2016: 095) Mal Handschuhe getragen
023 (2016: 032) Mal ein langes Oberteil getragen
001 (2016: 005) Mal eine lange Hose getragen
000 (2016: 000) Mal zweimal gelaufen
kältester Lauf bei -10 °C (2016: -13 °C)
heißester Lauf bei 26 °C (2016: 26 °C)

Der Laufbericht des Jahres 2017

30.10.2017 Orkanwelten

Ich habe in diesem Jahr 4540 gelaufene Kilometer erreicht – ohne „Marathon“, „Wettkampf“, „Leistungen“, „Pläne“, „Ziele“, „Training“ oder sonstigem Schnickschnack, der in der lustigen Laufwelt so gerne gepriesen wird – dies versteht sich natürlich von selbst. Mit dem Wert selbst bin ich allerdings mitnichten zufrieden, denn ich bleibe zwar wieder unter 5000 Jahreskilometern, gleichwohl hatte ich eine nachhaltigere Reduktion meiner Umfänge angestrebt, welches mir nicht gelungen ist. Aktuell schweben mir 4000 Kilometer pro Jahr vor – doch ich bin mir bewußt, derlei ist eine Herausforderung für mich – als Täglichläufer, der das Täglichlaufen von grundauf liebt. Wie dem auch sei, möge es mir 2018 gelingen – das Leben wird es lehren.

Und ja, was sagen die Kilometer schlußendlich über Genuß, Freude und Härten aus? Nichts. Von wahrer Bedeutung war in diesem Jahr nur mein 18.03.2001–18.03.2017 – Jubiläum von 16 Jahren Täglichlaufen. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, daß ich nun seit 20 Jahren der Gilde der Läufer angehöre – was für eine Zeitspanne! So vergeht das Jahr, die Zeit, das Leben, das Dasein – unsere temporäre Existenz – alles schreitet beständig in die vergangene Zukunft, die doch noch nicht existiert und dereinst atemberaubend schnell vergehen wird. Das Jahr hat seinen endgültigen Eintritt in die Geschichte vollzogen. Was bleibt? Erlebnisse. Erinnerungen. Erfahrungen. Und, ein Lächeln. Ja, ich lächele. Das neue Jahr – 2018 – kann kommen. Wird kommen, muß kommen. Und wird sodann genauso rasant im Nichts verglühen. Die Reise wird nie enden. Aber ich, ich steige irgendwann aus. Für immerdar. Oh Leben, was bist du für ein Leben!

Den Weg gehen – IX. 2017. Sechzehn Jahre, Neun Monate. Das schwarzblaue Wolkengemälde.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Dezember 2017 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Sechzehn Jahre und Neun Monate in Serie. Vorbei. So endet es, dieses nicht mehr lange lebende Jahr und vor meinem obligaten Jahresrückblick erfolgt nun die schlußendliche Monatsrückschau. Wie stets, so vollzog sich auch jener Abschnitt mehr als rasant und tritt für immerdar in das unendliche Nichts ein; der Rasanz ungeachtet konnte ich mein Täglichlaufen in gewohnter Routine unspektakulär absolvieren, wenngleich der letzte Monat durchaus interessante Begebenheiten für mich bereit hielt.

Die Temperaturen alternierten in der vergangenen Phase zwischen 08 °C und -03 °C und offenbarten somit 18 Kälte-, vier Regen- und zwei Nebelläufe. Auch ein neuerlicher Fastunfall und zwei Wildschweinkontakte durfte, bzw. mußte ich erleben. Am 27.11. fand eindeutig einer der wundervollsten Läufe in diesem Jahr statt und fast war ich geneigt, ihn ausführlich zu beschreiben, doch wahre Schönheit kann nie in schnöde Worte erklingen. Dennoch, das Himmelspanorama wurde links wie rechts von absoluter Finsternis flankiert; schwarze Wolkenschiffe zogen lautlos in den weiten Horizont hinein, indessen das Zentrum in jenem Gemälde azurblau ausstaffiert war – in einer intensiven Art und Weise, die ihresgleichen suchte. Die Mittelwiese wurde gleißend hell kontrastierend von der Sonne ausgeleuchtet und in den dunklen Wolkenmeeren zu beiden Seiten entfaltete sich ein zweifacher Regenbogen, welcher das unbeschreibliche Kunstwerk in einem Halbkreis magisch umschlossen hielt. Meine Gedanken formten nur einen Satz – die Welt für eine Kamera! Nur in meiner Erinnerung lebt dieses wundervolle Bild fort – es wird nimmermehr real wiederkehren.

Anfang Dezember erspähte ich eine Rotte von ungefähr acht Wildschweinen, welche entspannt durch den Morgennebel lustwandelten und sich auch durch meine übliche Anrede nicht stören ließen. Für einen Moment beobachtete ich die Schnuffelnasen, bis sie von der wabernden Nebelwand absorbiert wurden und nachhaltig verschwanden. Unsere nächste Begegnung erfolgte am 13.12. – dieses Mal traf ich nur ein großes Exemplar in der Finsternis. Zehn Tage vorher schneite es erstmalig in diesem aktuellen „Winter“ – natürlich tanzten die lieblichen Flocken erst zehn Minuten n a c h meinem Lauf hernieder. Manche Dinge ändern sich nie. Der Morgen des 07.12. reizte mit einem besonderen Lichtspiel, denn zu meiner linken Seite winkte bereits die Sonne, gleichwohl zu meiner rechten noch der halbe Mond lächelte. Die letzten Tage werden ebenso ungestüm wie das ganze Jahr in die Vergangenheit eintreten und auch die noch folgenden, werde ich freilich mit einem täglichen Lauf gebührend würdigen. Wie könnte ich auch nicht? Täglichlaufen, 16 Jahre und neun Monate in Serie; tatsächlich, ein beachtlicher Wert für mich.

Den Weg gehen – VIII. 2017. Sechzehn Jahre, Acht Monate. Im Zeichen des Bussards.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. November 2017 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Sechzehn Jahre und Acht Monate in Serie. Vergangenheit. Vor einem Moment lag er noch vor mir, der hoffnungsvolle und noch nicht geborene Monat Täglichlaufen, der freudig den Dingen harrte, um strahlend in das fragile Leben zu treten. Vorbei. Nun ist er ein unbedeutendes Teil der unendlichen Vergangenheit; kehrt nimmermehr wieder und lebt nur in meinen leisen Erinnerungen fort – temporär begrenzt. Wie das Leben selbst. So setzt es sich also fort, ungerührt und unwägbar wie eh und je. Wer kann und will dem entkommen? So sei es.

In der nun abgeschlossenen Phase alternierten die Temperaturen zwischen 0 °C und 14 °C und in der Summe wurden mir sechs Kälte-, fünf Regen- und zwei Nebelläufe als wertvolle Geschenke dargeboten, welche ich nur zu gern goutierte. Auch erlebte ich am 25.10. meinen 52. Wildschweinkontakt, der sich einmal mehr unspektakulär im Sprühregen vollzog. Der vernichtende Kahlschlag im Forst fand mittlerweile seinen Abschluß – zurück bleibt Zerstörung allenthalben und mehrere Holzstapel, wie auch das nachfolgende Bild betrüblich aufzeigt – jener ist ungefähr 60 Meter lang. Ein erneuter „Orkan“ wütete entsprechend und tat das seine, um weitere zornige Schäden zu generieren – mein Lauf indessen an jenem Tage war wundervoller Natur.

Am 24.10. erspähte ich zum ersten Mal ein schwarzes Eichhörnchen – bisher dominiert die Farbe rot. Anfang November thronte auf einem hohen Holzpfahl ein edler Bussard, der sich gar nicht stören ließ und nur neugierig nach unten spähte, um mich im Auge zu behalten. Nur wenige Tage später lief ich direkt auf einen Bussard zu, der auf einem Ast in vielleicht drei Meter Höhe saß und selbst als ich erst unmittelbar vor ihm abdrehte, wahrte er noch die Contenance und fühlte sich keineswegs belästigt. Sodann erfolgte am 09.11. das gleiche Spiel, dieses Mal betrug die Distanz zwischen uns nur zwei Meter und auch in diesem Fall beobachteten wir uns nur gegenseitig in höchst neugieriger Art und Weise. Ob es sich um verschiedene Exemplare handelte, kann ich freilich nicht konstatieren. Doch ja, als Täglichläufer muß ich selbst den Bussarden bekannt sein. Und wie stets, hielt ich auch bei diesen Begegnungen anredende Monologe, die allerdings unbeantwortet blieben.

Während dieses Laufes erspähte ich an der gleichen Lokalität wie zuvor erneut einen Waschbären, der von links nach rechts sehr entspannt meinen Damm kreuzte und im Gebüsch verschwand. An dieser Stelle darf ich meine geliebten Wollfreunde nicht vergessen, die an jenem Tage aus ihrem Sommerurlaub zurückkehrten und auf ihre heimatliche Weide zogen – und mich durchaus arrogant ignorierten. Es sollte noch eine Woche dauern, bis wir den gewohnten Streichelreigen fortsetzen konnten und so kann ich über dieses skandalöse Verhalten doch generös hinweg sehen. In der Mitte des Novembers gelang es mir, in den frühen Morgenstunden zwei relativ junge Nachwuchsfüchse beim Spielen zu beobachten – ein herziger Anblick, der einfach nur pure Lebensfreude ausstrahlte. So vergeht also ein weiterer Monat Lebenszeit; wohin die Reise gehen wird, wird die Zeit lehren.

Orkanwelten

Posted in Täglichlaufen. Laufberichte. on 29. Oktober 2017 by Täglichläufer

Die Nacht war wild; ein unablässiges Rauschen war der stete Begleiter der Finsternis. Temporär obsiegte eine unheimliche Ruhe, nur für einen Moment – und dann galoppierten sie wieder, die Sturmböen der Macht und demonstrierten ihre Allgewaltigkeit par excellence. Meine Vorfreude wuchs mehr und mehr und so verfiel ich in den frühen Morgenstunden in den Laufschritt und war ob der Einsamkeit nicht wirklich überrascht. Auf der sonst vielbefahrenen Hauptstraße beobachtete ich vielleicht insgesamt fünf Autos – jener Wert wird sonst nur an Neujahr erreicht.

Auf der großen Brücke spürte ich die Orkanwelt nun ungeschützt und mit Inbrunst bot sie engagiert alle Kräfte gegen mich auf und ja, lief ich nicht gegen eine Wand? Zusätzlich prasselte ein Regen-Stakkato ohnegleichen auf mich hernieder, so daß ich annehmen mußte, ich trüge ein eisernes Band im Halsbereich. Tatsächlich, so einen mächtigen Sturm habe ich sehr lange nicht erlebt. Unverdrossen, doch mit Genuß setzte ich meinen Weg fort in die liebreizenden Haine, die einmal mehr wie ein hölzernes Schlachtfeld aussehen.

Hier offenbarte sich die ganze Tragik, wie der ungestüme Orkan gewütet hat, ja, nahezu rasend vollführt er sich auf. In der Ferne erspähte ich einen roten Punkt und wußte sogleich, daß es sich um einen Bekannten handelte, der mit seiner Hündin den Morgen begrüßt. Er war höchst erstaunt, mich bei diesen Witterungsverhältnissen anzutreffen, was mich wiederum ein wenig enttäuschte – denn nach all den langen Jahren sollte er mich besser kennen und entsprechend fiel meine Antwort aus; auf diesem Planeten gibt es kein Wetter, was mich vom Täglichlaufen abhalten könnte – das war jeher meine Devise.

Und so verlor ich mich in der absoluten und dunklen Einsamkeit – jedwedes Leben war verborgen, nur der Wind sang sein stürmisches Lied ungerührt und tanzte rasend durch den Weltgesang. Freilich tanzte ich mit und lief im Slalom durch den Forst und hüpfte und sprang und wich den rauschenden Herausforderungen aus. Welch ein elementarer Sturmlauf!

Schützenswerte Straftäter

Posted in Contra Gesellschaft, Contra Politik on 25. Oktober 2017 by Täglichläufer

Gestern Abend startete ein Flugzeug in Leipzig mit ausreisepflichtigen Afghanen gen Heimat. Parallel dazu wurde dafür demonstriert, jenen Flug nicht zu absolvieren, denn Afghanistan bietet keine adäquate Sicherheit. Und eine Claudia Roth konstatierte selbstherrlich dazu, die Abschiebung stehe „in deutlichem Widerspruch zu unserer humanitären Schutzverantwortung“.

In dem gleichen Artikel ist zu lesen, daß es sich um Straftäter handelte, die abgeschoben wurden – und zwar Experten in Totschlag, sexuellen Mißbrauch von Kindern!!!, Diebstahl, gefährlicher Körperverletzung, Urkundenfälschung sowie Betrug.

Ich muß gestehen, mein Geist ist wahrlich zu schwach ausgeprägt, um derlei im Ansatz zu verstehen. Deutsche Politiker demonstrieren dafür, daß ausländische Verbrecher in Deutschland bleiben dürfen? Ich bin geneigt anzunehmen, daß so ein Verhalten und so ein Denken in nur einem Land auf diesem Planeten möglich ist – und zwar n u r in Deutschland. Ich kann nur an Frau Roth appellieren, Sexualstraftäter und Mörder bei sich zu Hause aufzunehmen – die Freude wäre sicherlich auf allen Seiten groß.

Auch frage ich mich, wo bleibt denn die Schutzverantwortung gegenüber den deutschen Bürgern? Und dann wundern sich diese realitätsverblendeten Politiker, daß die AfD durchaus einen bemerkenswerten Zulauf hat. Verrücktes Deutschland – noch absurder geht es tatsächlich nicht. Die Opfer werden verhöhnt, die Täter gefeiert. Wer freut sich da nicht auf die Zukunft? Die vorangegangenen Generationen würden im Grabe rotieren, könnten sie diese Schande, dieses Deutschland sehen.

Den Weg gehen – VII. 2017. Sechzehn Jahre, Sieben Monate. Nebelschwäne.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Oktober 2017 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Sechzehn Jahre und Sieben Monate in Serie. Morgen früh werde ich mich erneut in den Wäldern verlieren… So geschah es – Tag für Tag und auch mein Halbjahresjubiläum trat in der unabänderlichen Konsequenz ungerührt in die Vergangenheit ein, um den nächsten Monat würdig in meiner Erinnerung einziehen zu lassen; geboren in dem fragilen Konstrukt meines Täglichlaufens. Ein Abschnitt voller herrlicher Höhen und schrecklicher Tiefen, wenngleich nur auf die Umgebungsvariablen bezogen.

In der vergangenen Phase alternierten die Temperaturen zwischen 13 °C und 03 °C und frohlockten über den herrlichen Herbst, der vier Regen- und vier Nebelläufe feilbot. Vor ungefähr einem Jahr wurden zahllose Bäume in meinem favorisierten Laufareal markiert – Todesmarkierungen – wenn auch nicht alle, so bleiben subjektiv betrachtet nicht viel übrig, sollte die Welle der Zerstörung ihr böses Werk vollenden. Am 05.10. war es dann soweit; die Narren wurden losgelassen und priesen die absolute Vernichtung. Allein das Riesenvehikel – wenn es nur zehn Zentimeter fährt – verdichtet den Waldboden derart, daß er wahrscheinlich für Jahrzehnte ruiniert ist und jenes Ungetüm kreuzt ohne Unterlaß hin und her – über Ameisenhaufen hinweg – ohne Rücksicht auf Verluste. Die Bäume werden nicht ordentlich zersägt, nein, sie werden partiell zerhackt oder zerfetzt. Wer denkt an die Waldbewohner? Oder an die Pflanzenwelt? Aber so ist das in dieser dekadenten Gesellschaft, in der Tiere als Sachen gelten und nicht als Lebewesen. Mir bricht es das Herz. So weint der Wald sein Leid hinaus und verhallt doch ungehört.

„Wir befinden uns mitten in einer Periode des großen Artensterbens, dennoch sind die meisten Menschen blind dafür. Sie sind so beschäftigt mit ihrem trivialen Zirkus, dem anthropozentrischen Zeitvertreiben, Sport, Kunst, Klatsch, Politik, Wein, Essen und Unterhaltung. Die Menschen fiedeln, während die Erde brennt.“ (Paul Franklin Watson)

Und wie sie brennt. Damit der Schäden nicht genug. Ebenso am 05.10. zog ein starker Sturm durch die Lande und wütete in den hiesigen Wäldern in einem Ausmaß, wie ich es zuvor nie beobachtet habe. Meine Dammstrecke ist bis heute durch diverse dem Tod anheim gefallene Baumriesen blockiert und die Pfade des Waldes sehen entsprechend aus. Selbst der Orkan „Kyrill“ entfaltete nicht im Ansatz einen derart intensiven Zerstörungsgrad. Und die restliche Vernichtung übernimmt engagiert das Tier Mensch. Um nun in die Höhen aufzusteigen, sei der wundervolle Rotfuchs erwähnt, den ich am 09.10. erspähen durfte, der gleichermaßen scheu wie neugierig auftrat. Nur zwei Tage zählte ich meinen 51. Wildschweinkontakt und ja, zuvor fand meine erste Waschbär-Begegnung überhaupt statt.

Seit 20 Jahren bin ich meinem Laufen ergeben, seit 18 Jahren praktiziere ich Täglichlaufen, seit über 16 Jahren absolviere ich ein ausnahmsloses Täglichlaufen und dennoch mußte ich derart lange auf so eine Beobachtung warten. Doch ja, ich habe es genossen, wenngleich jener Moment unvergleichlich kurz war. Indessen fand am 15.10. einer meiner schönsten Läufe überhaupt statt – die traumhafte Natur generierte ein Sonnen-Nebel-Gemälde, wie man es weder beschreiben noch überhaupt ersinnen könnte – ich war ob der magischen Pracht nahezu sprachlos. Und zwischen diesen Nebelbändern flogen zwei edle Schwäne sonor sirrend gen verhangenen wie strahlenden Horizont. Was für eine Momentaufnahme! Ein Tag später erlebte ich ein identisches Panorama – kombiniert mit unzähligen Spinnennetzen auf den Wiesen, welche durch den Morgentau wie Diamantenfelder in der Sonne glitzerten. Was wäre dies nur für ein wundervoller Planet ohne die Menschen? Wie dem auch sei, so vergeht ein neuerlicher Monat Täglichlaufen voller konträrer Emotionen. Die Schönheit der Natur obsiegt in meiner Erinnerung, doch das menschengemachte Werk der Zerstörung ist leider nachhaltiger.