Den Weg gehen – VII. 2020. Neunzehn Jahre, Sieben Monate. Erste Nebelwelten.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Oktober 2020 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Neunzehn Jahre und Sieben Monate in Serie. Der Vorhang der Erinnerung hat sich längst über mein Halbjahresjubiläum gelegt, für immer und immer und das surreale Konstrukt der Zeit läuft ungerührt weiter – täglich. Ich schloß mich dem an; Hand in Hand und so lächelt der nächste Monat verhalten, geboren in der Welt meines Täglichlaufens.

In meine Statistik zogen zwei Regen- und zwei Nebelläufe ein; dazu gesellt sich ein Kältelauf. Die Temperaturen vollführten ein Wechselspiel zwischen 02 °C und 15 °C und am 23.09. registrierte ich den dritten Fastunfall in diesem Jahr, der direkt hinter einem Polizeiwagen stattfand – ich mußte auf die Hauptstraße ausweichen, um eine unschöne Kollision zu vermeiden. Ein Tag später erspähte ich einen edlen Rotfuchs, 10 Meter vor mir, der sich eilig im Schilf vor der laufenden Störung versteckte.

Ende September tanzte ein eleganter Bodennebel in der fernen Weite und harmonierte kongenial mit der leuchtenden Sonne, welche traumhafte Impressionen in den Weltgesang materialisierten, die es wahrhaftig wert gewesen wären, auf Bildern gebannt zu werden. Der erste echte Nebellauf erfolgte am 01.10. – der nächste 12 Tage später; das nebulöse Dasein verhüllte mich nachhaltig, welch liebliche Gnade. Für zwei Wochen übernahm ich einmal mehr das Oberkommando über meine wolligen Freunde, die sich wie stets zutiefst begeistert zeigten – und ich nicht minder. So war ich dann auch wieder als Blumenkohl-Täglichläufer anzutreffen.

Zu Beginn des Monats Oktober wurden an zwei Örtlichkeiten nahe des Waldes Bauschutt abgeladen – direkt auf dem Weg. Offenbar erneuerte jemand sein Badezimmer und was liegt näher, als den Abfall in Waldnähe zu entsorgen? Am 08.10. wurde ich relativ ungehalten angegrunzt, vielleicht auch ein wenig mißmutig – doch gesehen habe ich niemanden und so bleibt ein schwarzkitteliger Einzug in die Statistik verwehrt. – – Nun dominiert also die Herbstregentin – möge sie meinen Erwartungen entsprechen und das ihre tun. Ich werde das Geschehen beobachten – täglich.

Den Weg gehen – VI. 2020. Neunzehn Jahre, Sechs Monate. Mein Halbjahresjubiläum.

Posted in Täglichlaufen. 19,5 Jahre. on 18. September 2020 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Neunzehn Jahre und Sechs Monate in Serie. Nun manifestiert es sich also, mein Halbjahresjubiläum in diesem Jahr und einmal mehr gewahre ich mit Verwunderung – nein, nein – ich unterlasse es an dieser Stelle, mich über die Rasanz des vergänglichen Lebens zu äußern und nehme es stattdessen mit Freuden und in Demut an. Wer hätte einst gedacht, als ich auf den Weg des Täglichlaufens gestolpert bin, selbigen nahezu in Richtung 20 Jahre zu beschreiten? Ich selbst? Mitnichten. Die Frage ist auch, wäre ich den Pfad mit der gleichen Konsequenz gegangen – mit dem heutigen Wissen? Und hätte ich ihn überhaupt beschritten? Beschreiten wollen? Nebulöse Fragen und noch viel weniger an nachhaltigen Antworten. Täglichlaufen i s t. Punkt.

In der zurückliegenden Phase alternierten die Temperaturen zwischen 22 °C und 02 °C (endlich!) und das Mysterium der Regengeister lud zu unglaublichen zwei Regenläufen ein. Stiller Genuß in der Einsamkeit. Der natürliche Weltgesang beschenkte mich pünktlich zu meinem Jubiläum mit dem ersten Kältelauf (kongenial mit Nebelausläufern komponiert), welcher sich wahrlich als Besonderheit auszeichnet; denn so früh enttarnte sich die Kälteregentin in den letzten 20 Jahren nie und damit wurde auch das Jahr 2015 als bisheriger Rekordhalter in dem Kontext abgelöst. Die unspektakuläre Sommerroutine fand ihre Fortsetzung; bis auf die gewohnten „Hundepausen“, heißt, Streicheln meiner Hundefreunde und Gespräche mit den jeweiligen Besitzern, ereignete sich erfreulich wenig. Auch behielt ich meine Kilometer-Reduktion bei – offenbar schließt sich der Kreis zu meinen Anfängen – und von 14 Kilometern pro Tag kann keine Rede mehr sein. Ich sollte mein „Über mich“ auf dieser Seite anpassen. Auch dies ist freilich ein Grund für eine gewisse Ereignislosigkeit, die mich nicht gravierend tangiert.

Ich muß zugeben, mir ist die Freude am Täglichlaufen in „meinen“ Wäldern doch eklatant verloren gegangen; angesichts der neuen Zerstörungen. Eine erste Erholung hatte sich minimal am Horizont abgezeichnet, die nun wieder konterkariert wurde. Und die fachkundigen Experten zerstören nur gesunde Bäume, die toten und kranken bleiben erhalten. In der Anwohnerschaft munkelt man bereits, daß der Wald nach und nach abgeholzt wird, um Platz für neue Häuser zu schaffen – ich halte dies für mehr als plausibel in dieser geldgeilen Welt. – – Am 21.08. unterbrach ich meinen Lauf, um zwei sich jagende Eichhörnchen zu beobachten – mein Gesicht war ein einziges Strahlen und kein famoser Kinofilm hätte diesen Moment auch nur im Ansatz übertrumpfen können. Allein die Laute!

Den ersten Bodennebel in diesem „Herbst“ durfte ich am 16.09. beobachten und ja, ich kann den echten Starknebel kaum erwarten. Vielleicht werde ich heute meine Dokumentation zur Hand nehmen, um die vergangenen Jahre mit ihren ausgewählten Momenten Revue passieren zu lassen. Doch ganz sicher werde ich mein für mich einzigartiges Halbjahresjubiläum heute Abend entsprechend würdigen. Auch morgen werde ich wieder auf diesem Pfad der Unwägbarkeit im Zeichen des fragilen Konstruktes wandeln; doch wohin die Reise wirklich gehen wird, wird mir das Leben offenbaren. So sei es.

Habe die Ehre

Posted in Fauna, Photos on 11. September 2020 by Täglichläufer

September

Posted in Allgemein, Photos on 1. September 2020 by Täglichläufer

Welch frohe Botschaft der Hoffnung – September! Auf das die nebulöse Hoffnung konsequente Realität werden möge – verbunden mit den ersten Ausläufern des nahen Herbstes. Liebliche Finsternis, zarte Stürme und gravitätische Regenfronten; in einer harmonischen Einheit konzentriert, um ihre vereinte Macht zu demonstrieren – mögen sie in diese Welt hernieder gleiten und ihr nachhaltiges Wirken beginnen. Ich bin bereit und werde jene Verhältnisse der Sehnsucht mit den entsprechenden Läufen preisen. Möge nicht auch dieses Jahr zu einer blanken Enttäuschung erwachsen!

Den Weg gehen – V. 2020. Neunzehn Jahre, Fünf Monate. Dr. Täglichläufer.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. August 2020 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Neunzehn Jahre und Fünf Monate in Serie. Ein weiterer Monat ist gefallen. Gefallen für alle Zeiten; einst lächelnd, strahlend in der weit entfernten Zukunft und nun längst in der Vergangenheit verloren. Unerreichbar. Was bleibt? Erinnerungen. Der nächste Monat wird seinen temporären Platz einnehmen und das Spiel beginnt von vorne. Das gleiche alte Lied. So setzt es sich fort – wie mein Täglichlaufen. Noch.






Aktuelle Serie – Start: 18.03.2001

Stand: 18.08.2020


19 Jahre. 05 Monate.


Obwohl der entsetzliche Sommerfürst gnadenlos seine schreckliche Macht demonstriert, durften zwei Regenläufe in meine Statistik einziehen – pünktlich zum Monatsjubiläum lud der Finsterforst mit seinen nassen Elementen zum Verweilen ein. Die Temperaturen schwankten zwischen 16 °C und 25 °C; absolute Hitzeläufe konnte ich glücklicherweise vermeiden. Am 21.07. erspähte ich erstmalig in diesem Jahr Familie Schwan – drei kleine Nachwuchsschwäne schwammen direkt in mein Herz. Wiederholt unterbrach ich meine Läufe, um ihren Anblick zu genießen. Für die auditive Wahrnehmung zeichnen immer noch die lieben Pirole verantwortlich und selbst die Nachtigall konzertierte noch im August – wie bereits im vergangenen Jahr. Auch gratulierte mir heute ein Wildschwein, welches ich im Schilf überraschte. Grunzend verabschiedete sich mein 74. Schwarzkittel-Kontakt und verschwand.

Nachdem die hiesigen Wälder einige Wochen Zeit der Ruhe erleben durften, vollzog sich am 06.08. ein höchst unschöner Einschnitt – die Abholzung fand ihren neuerlichen Auftakt. Ich spare mir weitere Worte in diesem Kontext. Vor einigen Tagen begrüßte mich ein langjähriger Grußfreund mit den Worten, „Hallo Herr Dr.“ – und als ich nachfragte, erklärte er mir, ich wäre Arzt und so erkundigte er sich, was denn mein Fachgebiet ist. Nun, offenbar war mir meine Promotion über Nacht nicht mehr erinnerlich und so fragte ich näher nach. Eine Dame mit Hund – welche ich nahezu täglich sehe – stellte Nachforschungen über den Täglichläufer an und geriet hierbei an wahrhaft Wissende, die mich zum Arzt ernannten. Nun gut, ich nehme den Titel an und sehe mich künftig als Dr. Täglichläufer – ich bin an dieser Stelle so frei und hänge noch ein h. c. an.

So setzt sich mein Täglichlaufen also fort; wie gewohnt ohne Rücksicht auf das Wetter, doch ein Wunsch sei mir gestattet – mögen die Witterungsmächte endlich den Pfad in den Herbst finden. Und ihn gehen. Vehement.

Ertappt! Akt II.

Posted in Fauna, Photos on 12. August 2020 by Täglichläufer

Die Köstlichkeit des vor kurzem thematisierten Futterplatzes wurde innerhalb der Familie kommuniziert, so daß sich endlich auch der Nachwuchs einstellt. Jener besitzt gar so viel Anstand, um sich für das edle Mahl zu verneigen.

Ertappt!

Posted in Fauna, Photos on 5. August 2020 by Täglichläufer

Nach längerer Observation gelang es mir endlich, einen weiteren Delinquenten zu identifizieren, welcher sich an der lieblichen Sonnenblume schadlos hielt. Neben Vertretern von Familie Sperling – ist auch der Grünfink ein Dauergast. So bleibt mir nur, Bon Appetit zu wünschen.