14 Jahre. Täglichlaufen. 14 Jahre.

Posted in Täglichlaufen. 14 Jahre. on 18. März 2015 by Täglichläufer

Nun ist er also tatsächlich erschienen – der eine Tag in diesem Jahr – der für mich von essentieller Bedeutung ist und bisher von mir nur sehnsüchtig erhofft werden durfte. Behutsam, geheimnisvoll und doch unaufhaltsam näherte sich der 18.03.2015 aus der noch nicht geborenen Zukunft und trat heute vernehmlich wispernd in diesen temporär lebenden Weltgesang ein; in mein ureigenes Dasein, welches nicht mehr ist wie ich selbst auch, nur Staub im Wind. In der Tat, mit dem heutigen Lauf in den frühen Morgenstunden habe ich mein scheinbar obligates Jahresjubiläum vollzogen – an dieser Stelle darf ich zufrieden zurückblicken auf 14 Jahre Täglichlaufen in Serie. Ausnahmslos. Seit heute stehe ich auf der 14. Jahresebene in der Zunft der Täglichläufer, ein würdiger Moment in diesem meinem Leben, welchen ich feierlich zelebrieren werde. Das Leben hat Recht. Ich bin extrem stolz auf mich und kann es nur schwer realisieren, ja, wenn nicht meine Erinnerungen an die vergangenen Jahre mit ihren ausgewählten Augenblicken derart lebendig, greifbar wären – in Kombination mit meinen wertvollen Laufaufzeichnungen, die jeden Tag dokumentieren; wäre das absolut unvorstellbar für mich.

18.03.2015

Diese 14 Jahre Täglichlaufen – geboren in einem Kontinuum der totalen Konsequenz respektive hingebungsvoller Laufliebe – sind wahrlich bedeutungslos und doch eminent von nicht definierbarer Gewichtung. Schlußendlich bilden sie nur das automatische wie zutiefst natürliche Nebenprodukt meiner Laufliebe; das muß ich banal konstatieren und dennoch! Und dennoch ist mein Wirken scheinbar unglaublich, allein in dem Kontext der Fragilität des Daseins, des Lebens und der Gesundheit. Explizit der Gesundheit. Ja, ich bin ein Nichts in dem Hauch der Äonen, was wir als Leben registrieren, nur ein Wassertropfen in einem wogenden Meer in dieser seltsamen Welt, die ich für ein paar Jahre betreten und an ihr partizipieren darf. Allein das filigrane Konstrukt der Gesundheit für sich betrachtet, verleiht meinem Täglichlaufen einen Wert, der mit nichts aufzuwiegen ist. Jeder, der Täglichlaufen praktiziert hat – für welche Dauer auch immer – weiß, wie herausfordernd es ist, dieses Agieren aufrecht zu halten, geschweige denn es zu leben. Mit keinem Geld der Welt könnte man dies erkaufen, aber die wahrhaft wichtigen Dinge zeichnet das per se aus. Und was wäre 14 Jahre Täglichlaufen auch wert, gerechnet im schnöden, törichten Mammon? Nichts und Alles!

Jeder einzelne Tag bietet zahlreiche Fährlichkeiten, die jederzeit das Finale einläuten; jede Erkältung den Abschluß einleiten und das endgültige Ende generieren können. Wer sich nun gar bemüht hat, zwei Jahre Täglichlaufen zu absolvieren – vorausgesetzt ein bewußtes Bemühen ist eine Option (was ich negiere) – der weiß um etwaige Härten. Und dann gar fünf oder zehn Jahre und ich feiere heute nun 14 Jahre Täglichlaufen! Was für ein Tag! Was für ein Wert! Als ich einst die surreale Dekade für mich in dieser Konzeption eroberte, konnte ich dieses Ereignis nicht sofort verstehen – der Weg der Erkenntnis bedurfte einiger Zeit und ja, heute ist dies nicht anders. Ich muß gestehen, so wirklich kann ich mein Jubiläum von 14 Jahren Täglichlaufen in Serie noch nicht nachvollziehen. Es wirkt durchaus irreal auf mich. Das Leben ist zu zerbrechlich, um den heutigen Lauf wie Tag einfach so zu akzeptieren. In der nahen Zukunft wird das Verstehen vielleicht in der Natur einsetzen, aber nur während des Laufens.

Mit meinem Täglichlaufen balanciere ich eine höchst filigrane Kugel aus Glas in meinen Händen, die irgendwann zerbrechen wird, zerbrechen muß. Doch bisher ist mir das Kunststück gelungen, sie nicht endgültig hernieder fallen zu lassen; wenngleich es manchmal vielleicht so aussah. Dieses nebulöse Kugelgebilde ist zu einem nicht unerheblichen Teil meiner selbst geworden und wenn sie mir auch in gewissen Momenten zuwider ist – derlei kommt glücklicherweise nur selten vor – so ist sie doch eklatant mit mir verwachsen, welches freilich viele Vorteile, aber auch diverse Nachteile bietet. Auf die negativen Aspekte gehe ich selbstverständlich nicht ein; derlei habe ich wiederholt thematisiert, doch heute will ich – aller Härten zum Trotz – nur ein in der Majorität positives Gesamtbild meines Täglichlaufens zeichnen. Wie könnte man bei diesem exponierten Datum auch konträres erwarten?

Außer meiner eigenen Person kann und wird mich kein Mensch verstehen; nicht mal jene, die selbst 14 Jahre oder mehr Täglichlaufen praktiziert haben – denn ihr Täglichlaufen ist nicht mein Täglichlaufen. Jeder sieht nur das, was er kennt. Und nicht mal ich selbst verstehe mich selbst oder mein Täglichlaufen in raren Augenblicken in der allumfassenden Gesamtheit. Und vielleicht will ich das auch gar nicht. Ich kann es nicht immer nachvollziehen, aber ich kann es leben und das tue ich von Herzen. Wenn ich einst das Wissen von heute gehabt hätte, so wäre ich viel früher zum Täglichläufer geworden, denn mit jener Ausprägung und Intensität, welche ich konzipiert, generiert und etabliert habe – freilich alles unbewußt, mehr oder weniger – so hätte ich viel früher damit begonnen, denn Täglichlaufen ist wahrlich ein Gesundbrunnen. Die Gesundheit und das Täglichlaufen bedingen sich gegenseitig in höchst positiver Weise. Natürlich, mit dem heutigen Wissen wäre mir das wahrscheinlich nicht gelungen; viele Pfade im Leben kann man nur beschreiten, wenn man nicht weiß, wohin sie führen und welche Wendungen sie nehmen werden. Zudem hätte mich das Wissen wohl auch mental erschlagen, die Erkenntnis von 14 Jahren Täglichlaufen in Serie mit all seinen Begebenheiten. Wie dem auch sei, diese Wahl steht mir grundsätzlich nicht zu.

Als sich unlängst – im Zeichen meines Täglichlaufens – abzeichnete, daß es mir im Rahmen der heiklen Routine möglich ist, jenes berauschende Jubiläum tatsächlich zu begehen, entwarf ich diesen honorierenden Beitrag hier; wenngleich der aktuelle Absatz nicht darin erscheinen sollte – ja, ein Absatz in der folgenden Form erschien mir gar undenkbar. Lange Rede, kurzer Sinn – mich suchte eine Erkältung heim, die sich kausal auf mein Täglichlaufen auswirkte und immer noch auswirkt. Und das vor meinem wichtigsten Jubiläum überhaupt! Meine letzte Erkältung ist lange her und derlei bin ich mitnichten gewohnt, zudem ist das meinem Stil nicht sonderlich förderlich. Ergo legte ich mir imaginäre Ketten an, um meine täglichen Kilometer merklich zu reduzieren. Hierbei enttarnt sich die Herausforderung, daß es scheinbar gar nicht nötig ist – derlei zu praktizieren – aber im Sinne der Prävention doch unerläßlich ist und somit obsiegt die Zurückhaltung. In der Konsequenz habe ich heute einen meiner kürzesten Jubiläumsläufe in meiner gesamten Laufzeit zelebriert, aber das ist das unwägbare Leben.

Es war das eine wahre Herausforderung, die vorzeitige Rückkehr einzuleiten – an diesem Tag!!! – und der sonnigstürmischen Frühlingswelt zu entsagen. Die wunderbaren Vogelfreunde konzertierten allenthalben und erfreuten sich an der prosperierenden Welt und ich nicht minder, ungeachtet meines Rückzuges. Erst die Widrigkeiten erhöhen die individuelle Wertschätzung der schönen Seiten der gelebten Intention – das war noch stets meine Maxime. Um so tiefgehender darf auch mein daraus resultierender Stolz sein, jene 14 Jahre erreicht zu haben. Ich hoffe, demnächst wieder meine Standardwerte zu erreichen; weiterhin, daß der unangenehme Zustand meine Konzeption nicht kontraproduktiv tangiert oder gar das oben besprochene Finale etabliert.

Die Tage vergehen für immerdar, die Zeit, die Läufe und das Leben folgen wortlos flüchtend hinterdrein. Ich laufe in die verborgene Zukunft und selbige tritt in die finstere Geschichte der Flüchtigkeit ein, aber was bleibt? Die verhaltene Erinnerung an die Vergangenheit, an erlebte Situationen und manche Ereignisse ragen leuchtend empor in diesem grau wabernden Nebelreich auf und strahlen unablässig weiter, werden nie verlöschen, während andere hernieder sinken und mehr und mehr verblassen. Die Natur mit ihren zahlreichen Bewohnern nimmt hierbei ihren ureigenen Stellenwert ein. Ohne die kongeniale Verbindung zu der von mir präferierten natürlichen Welt gäbe es mein Täglichlaufen nicht. Doch irgendwann wird auch mein Stil enden, muß enden – dann war es das, mit dem „Gelebten Täglichlaufen“ – die Vergänglichkeit wird dereinst obsiegen und gnadenlos triumphieren. Wie noch stets. Ich selbst werde irgendwann folgen, ebenso in dem nebulösen Nichts verblassen. Für immer und immer. Temporäre Existenz ohne Bedeutung, ohne tieferen Sinn.

Heute ist d e r Tag in diesem Jahr – m e i n Tag und heute wird dementsprechend gefeiert. Das Verstehen wird sich vielleicht später offenbaren. Oder auch nicht. Mein inständiger Dank gilt meinen lieben Eltern und meiner lieben Brigitte, ich verneige mich. Es sei Euch versichert, daß ich Euren Zuspruch stets zu würdigen wußte, zu würdigen weiß und immer würdigen werde. Verzeiht mir meine Sturheit und Unvernunft, die ich nicht selten an den Tag lege, aber Ihr kennt mich und wißt, das selbst das Natürliche nicht auf glatten, gebahnten Wegen geschehen kann, was auch gar keinen Spaß machen würde! Und wenn ich erst einmal einen Pfad betreten habe, gehe ich ihn konsequent bis zum Ende, wann, wie und wo immer das sein mag und sich gestalten wird – partiell ohne Rücksicht auf andere Menschen – ich selbst schließe mich hierbei nicht aus, was durchaus eine elementare Bedingung desselben ist. Entsprechend ordne ich manchmal andere Dinge rigoros meinem Täglichlaufen unter, muß sie unterordnen. Es ist mir zu teuer geworden, als daß ich anders handeln könnte, nein, anders handeln will. Jener Pfad des Täglichlaufens ist in meinem Leben einzigartig, nicht reproduzierbar – es gibt keinen Weg zurück und, es wird keine zweite Chance für mich geben.

Herzlichen Dank für Eure Nachsicht und Euer Verständnis und wenn ich Euch in den kommenden Tagen, Monaten und vielleicht auch Jahren mit meinem Täglichlaufen hoffentlich, hoffentlich! nerven werde – und mich selbst freilich auch, so weiß ich doch Eure Milde zu schätzen. Von Zeit zu Zeit frage ich mich, ob ich ebenfalls diese Geduld bezüglich einer derart sturen Person aufbringen könnte, wie Ihr sie mir zuteil werden läßt. Die Antwort liegt noch immer evident auf der Hand, nein. Ergo werde ich mich bemühen, Euch auch in Zukunft ein wenig oder noch viel mehr zu nerven. Gelebtes Täglichlaufen. Ich lebe es, weil ich es liebe und liebe es, weil ich es lebe. Für das neue Jahr nehme ich mir bewußt vor, meine bis hierhin an den Tag gelegte Pseudokonzentration auf die Kilometerzahlen zu reduzieren respektive einzustellen. Ich bin geneigt anzunehmen, daß ich meine absolvierten Jahreskilometer nur noch einmal im Jahr addieren werde und das wird der 31.12. sein. Die Rückbesinnung auf das Wesentliche – das war längst erforderlich, freilich nach meiner subjektiven Betrachtung.

Das fünfzehnte Serienjahr kann kommen. Ich bin bereit, das Lied, diese unwägbare Ballade vom Täglichlaufen auch zukünftig mit Hingabe zu singen und verharre mit einem Lächeln, irrelevant, was mich erwarten wird. Es beginnt. Jetzt. Gelebtes Täglichlaufen.

Ein Geschenk. Concordia domi, foris pax. An mich selbst.

Posted in Täglichlaufen im Fokus, Täglichlaufen. Status. on 1. März 2015 by Täglichläufer

Alles hat seine Zeit. In naher Zukunft werde ich mein vierzehnjähriges (Serien)-Jubiläum im geliebten Täglichlaufen begehen, sofern mir das greifbare Glück hold ist, die unwägbare Gesundheit stets mitläuft und freilich, das unbeständige Leben selbst muß dieses fragile Vorhaben wohlwollend goutieren. Gleichwohl bemühe ich mich nach Kräften und werde all jene Faktoren, auf die ich einen gewissen Einfluß nehmen kann und darf – in entsprechende Wege kanalisieren. Doch auf eine überaus bewußte wie törichte Konzentration innerhalb der aktiven Ausübung des Täglichlaufens verzichte ich natürlich.

Schließlich obsiegen hier bedeutendere Impressionen, wie die von mir so präferierte Zufriedenheit, Gesundheit, Einsamkeit, Stille und Besinnung auf das Elementare, das wirklich Wichtige im Dasein – den scheinbar unbedeutenden Moment des Lebens festzuhalten und wertzuschätzen – all dies in der kongenialen Natur vereint. Dafür lebe ich, dafür laufe ich. Täglich. Und ich gestehe, eine latente Eitelkeit gehört auch dazu, muß dazu gehören; denn „Vierzehn Jahre Täglichlaufen“ in Serie absolviert zu haben, macht mich selbstverständlich stolz und der Antisportler in mir freut und staunt nach wie vor ob dieser einzigartigen Machtdemonstration meines Körpers wie Geistes. Zudem kann ich die Zahl „13“ langsam nicht mehr sehen. Ich w i l l diese Ebene erreichen und erhebe sie zum unmittelbaren Ziel, aller gewohnten und an den Tag gelegten Ziellosigkeit zum Trotz – alles andere wäre gelogen.

Immer heller, tiefer und strahlender weist mich der Pfad des Täglichlaufens hinein in den immer intensiveren Jubiläumsschimmer und ich folge dieser Reise, in deren Verlauf am 18.03. das Geschenk an mich selbst warten wird. Hierbei handelt es sich um ein unfaßbares Geschenk, welches sich mit allem Geld der Welt nicht kaufen läßt; man kann es nirgendwo erwerben – diese Kostbarkeit generiert sich nur aus mich selbst heraus. Tage kommen, gehen. Verblassen, verwehen. Vernehmliche Stille. Einsamkeit entfaltet sich. Ein edler und stolzer Bussard gleitet in grazilen Kreisen in den goldenen Horizont hinein. Finsterwolken. Tiefe Versunkenheit. Abgeschiedene Weite. Vollendeter Frieden. Das leben, was man liebt und lieben, was man lebt. Gelebtes Täglichlaufen.

Dreißig Speichen umringen die Nabe.
Wo nichts ist, liegt der Nutzen des Rades.

Aus Ton formt der Töpfer den Topf.
Wo er hohl ist, liegt der Nutzen des Topfes.

Tür und Fenster höhlen die Wände.
Wo es leer bleibt, liegt der Nutzen des Hauses.

So bringt Seiendes Gewinn,
doch Nicht-Seiendes Nutzen.

(Laotse)

Gelebtes Täglichlaufen

Verbliebene Läufe bis „VIERZEHN Jahre Täglichlaufen in Serie“

01.03.2015 – 14 KM
02.03.2015 – 14 KM
03.03.2015 – 14 KM
04.03.2015 – 14 KM
05.03.2015 – 14 KM
06.03.2015 – 14 KM
07.03.2015 – 14 KM
08.03.2015 – 14 KM
09.03.2015 – 15 KM
10.03.2015 – 14 KM
11.03.2015 – 10 KM
12.03.2015 – 14 KM
13.03.2015 – 14 KM
14.03.2015 – 10 KM
15.03.2015 – 04 KM
16.03.2015 – 04 KM
17.03.2015 – 04 KM
18.03.2015 – 05 KM
V I E R Z E H N – J A H R E – T Ä G L I C H L A U F E N

Den Weg gehen – XI. 2015. Dreizehn Jahre, elf Monate. Wollige Zeiten.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Februar 2015 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze Dreizehn Jahre und elf Monate in Serie. Wieder wurde ein Monat kostbares Täglichlaufen, geboren in dem endlichen Kontinuum meiner Lebenszeit von der omnipotenten Meisterin der Vergänglichkeit kalt lächelnd absorbiert. Erschreckend. In nur einem Monat besteht die einzigartige Option für mich, das elementarste Jubiläum in diesem Jahr zu vollziehen. Alles ist möglich, doch in diesem Moment darf ich mich nur der leisen Hoffnung hingeben. Noch ist der scheinbare Glanz eine Illusion, so daß ich mich wie gewohnt nur auf den jeweils heutigen Lauf konzentrieren werde – wie in all den gelebten Jahren zuvor. Törichte Gedankenspiele – die Zukunft betreffend – sind noch stets Makulatur gewesen. Das von mir praktizierte Gelebte Täglichlaufen hat sich immerdar auf den heutigen Lauf fokussiert und jene Intention ist eine tragende Grundvoraussetzung, diese Philosophie auch nachhaltig zu leben und in der Konsequenz neige ich nicht im Ansatz dazu, auch nur ein Hauch meines Denkens diesbezüglich zu modifizieren – in welche Richtung auch immer.

Wohlan, der letzte Monatsabschnitt war eine höchst wollige Zeit, die ich bereits ausführlich besprochen habe. Hier sei nur abschließend erwähnt, daß insbesondere der erste Lauf nach meiner Amtsaufgabe – ein absolut schrecklicher war. Meine Wollies begrüßten mich wie immer aus weiter Ferne in voller Vorfreude auf ihr Frühstück und ich durfte sie doch nicht kulinarisch versorgen. Was für eine Enttäuschung! Was für ein Unmut! Was für ein Theater! Was für ein Geschrei! Welche Traurigkeit!!! Kurzum, mir selbst brach es fast das Herz. Mittlerweile haben sie sich ein wenig an den aktuellen Sachverhalt gewöhnt, doch nach wie vor ist die Aufregung groß, wenn sie mich im Morgengrauen begrüßen. Weiterhin wurden drei weitere Nachwuchswollies geboren, die unbeschreiblich goldig sind. Lange Rede, kurzer Sinn – ich liebe „meine“ Schafe von Herzen.

In dem neuerlichen von mir vollzogenen Abschnitt alternierten die Temperaturen zwischen -06 °C und 04 °C; dementsprechend lächelte mich in der Majorität die Kälteregentin an und bot mir 30 Kälteläufe feil. Auch zwei Regenläufe luden mich in zutiefst mitreißender Art und Weise ein, welcher ich freilich stante pede nachkam. In dem Kontext der Witterungsbedingungen darf in der Rückbetrachtung ein essentielles Ereignis nicht unerwähnt bleiben, denn mein 1000. Kältelauf war und ist ein wahrhaft einzigartiges Erlebnis für mich gewesen, welches mein Täglichlaufen auf eine exponierte Art und Weise veredelt, die mich zutiefst stolz zurückblicken läßt. Mein lieber Frostgesang, mögest du auch in Zukunft mich an deiner Gnade partizipieren lassen.

Sodann erlebte ich den zweiten Fastunfall in diesem Jahr und trotz erhobener Stimme und damit einhergehender Gestik konnte ich keine Reaktion von der Dame registrieren. Ein Endlosspiel. Um so schöner gestalteten sich einerseits der Überflug zweier edler Schwäne unmittelbar vor mir und andererseits die lauthals trötenden Kraniche, die sich gar nicht an meiner Präsenz störten. Am 15.02. durfte ich ein neugeborenes – vollkommen schwarzes – Schafbaby auf dem Arm halten und jener Moment wurde natürlich zu einem unvergleichlichen Augenblick in diesem Weltgesang. Indessen der wundervollste Lauf am 31.01. stattfand; hierbei handelte es sich um einen traumhaften Schneelauf in der prächtigen Sonne, der unbeschreiblich genußvoll war; ich war versucht, ein Laufbericht zu verfassen, aber mir ist meine sprachliche Unvollkommenheit bewußt und so verwarf ich jenen Gedanken. Es gibt Momente, die sieht man nur mit dem Herzen – mit schnöden Worten sind sie nicht festzuhalten.

Gestern begegnete mir wiederholt eine Kinderhorde, die lärmend krakeelten, wild umher rannten, jedwede Waldbewohner verscheuchten und kilometerweit einen Krach veranstalteten, der keine Entsprechung fand. An diesem Beispiel läßt sich vorbildhaft erkennen, daß man Naturfeinde und spätere Umweltzerstörer bereits in jungen Jahren ausbilden muß; es ist wichtig, dies möglichst frühzeitig zu beginnen; aber wie ich schon oft erfahren mußte, sind die Pädagogen in dieser Hinsicht exzellent vorbereitet und werden bei dieser gewichtigen Kompetenz nachhaltige Erfolge erzielen. – – So endet eine neuerliche Strophe in der Ballade von meinem geliebten Täglichlaufen und mit ein wenig Glück wird die nächste Rückschau ausfallen und stattdessen ein exponiertes Jubiläum gefeiert werden. Alles ist möglich.

19.01.2015 14 KM – Gespräch geführt
20.01.2015 14 KM – Gespräch geführt, Sperre vorgezogen
21.01.2015 14 KM – „Bockie“ nahm mich auf die Hörner
22.01.2015 14 KM – 02. Fastunfall 2015
23.01.2015 14 KM – Gespräche geführt
24.01.2015 13 KM – Schranke geschlossen, Gespräch
25.01.2015 08 KM – Gespräche, neues Schafbaby
26.01.2015 14 KM – Schranke geschlossen
27.01.2015 14 KM – Gespräch, herrliches Schwanerlebnis
28.01.2015 14 KM – sehr nahe an Kranichen vorbeigelaufen
29.01.2015 14 KM – 1000. Kältelauf
30.01.2015 14 KM – Schneeregen, Gespräche, Rehbegegnung
31.01.2015 14 KM – Traumlauf. Ohne Worte.
01.02.2015 14 KM – herrlicher Kältelauf
02.02.2015 14 KM – Schafbaby auf dem Arm gehabt
03.02.2015 14 KM – Gespräch geführt, Schranke geschlossen
04.02.2015 14 KM – Gespräch geführt
05.02.2015 14 KM – Lauf in einer weißen Welt
06.02.2015 12 KM – kuriose Begegnung
07.02.2015 14 KM – Schranke geschlossen
08.02.2015 14 KM – einer meiner schrecklichsten Läufe überhaupt
09.02.2015 14 KM – Regenlauf, Gespräch geführt
10.02.2015 14 KM – Gespräch geführt
11.02.2015 14 KM – Schranke geschlossen, Streichellauf
12.02.2015 14 KM – Gespräch geführt, neues Schafbaby geboren
13.02.2015 13 KM – Schranke geschlossen, Bussarderlebnis
14.02.2015 14 KM – neues Wollbaby geboren, Gespräch
15.02.2015 14 KM – Gespräche, Schafbaby auf dem Arm gehalten
16.02.2015 14 KM – kalter, lustloser Sturmlauf
17.02.2015 14 KM – Kinderhorde lärmte durch den Wald
18.02.2015 10 KM – 13 Jahre und 11 Monate Täglichlaufen
Jahres-KM bis 18.02.2015: 670 KM

Wollige Zeiten

Posted in Meine Schafe on 6. Februar 2015 by Täglichläufer

In meiner letzten Rückschau habe ich es bereits thematisiert, nun erringt meine heute abgeschlossene Tätigkeit als amtlich bestallter Futterlehrling ihre zusammenfassende Würdigung in Form eines eigenen Beitrages. So sei es. Seit Januar war ich zuständig für die tägliche Fütterung meiner geliebten Wollfreunde. Freilich kennen mich die lieben Wollmäuse schon seit vielen, vielen Jahren – doch für ihr kulinarisches Wohl war ich bis dato nie in Vollkommenheit verantwortlich. Um den obligaten Anpassungsprozeß zu erleichtern, konstatiere ich nicht wirklich ernsthaft, daß ich in der ersten Zeit in einem weißen Shirt lief – so ging ich optisch ohne Probleme als Schaf durch, allerdings als schwarzes – bedingt durch meine eigene dunkle Wolle auf dem Kopf. Wenngleich ich fürchte, von wahrer Anpassung konnte keine Rede sein, Hauptsache, es gibt Köstlichkeiten zu verspeisen.

Und so verging Tag für Tag in absoluter Eintracht und gewissenhafter Regelmäßigkeit. Jeden Morgen erschien ich aus dem Wald und nach nur wenigen Tagen begrüßten sie mich bereits aus großer Entfernung mit einem wunderbaren Konzert in allen nur erdenklichen mäh-chtigen Tonlagen und stimmlichen Nuancen, die ihresgleichen suchten. Oh ja, es war eine große Freude, diese von Herzen kommende Begeisterung alltäglich erleben zu dürfen. Ein erwachsenes Wollie sprang sogar fast 60 cm aus dem Stand hoch – von den Kleinen bin ich das gewöhnt, aber nicht von den Großen. Nach und nach zogen weitere Wollies auf ihre heimatliche Weide ein – insgesamt wurden bisher vier Nachwuchsschafe geboren und ja, sie sind an berauschender Süße nicht zu überbieten. Interessant war für mich auch, daß ich ein Neugeborenes streicheln durfte – die stolze Schafmama tolerierte das – indessen sie ihre wolligen Verwandten aber wegknuffte. Was war das für ein großartiger Moment, als ich ein Babywollie auf dem Arm hielt und es mit seinem zarten Stimmchen nach seiner Mama rief. Die Kleinen springen, rasen, tanzen und jagen mit tief ausgeprägter Lebensfreude nur so dahin. Ich selbst kann mich von diesem Schauspiel nur sehr schwer lösen.

Wollies_2015

Umgekehrt gilt das freilich auch, denn die wollige Damenwelt konnte sich ebenso nur schwer von mir lösen und in der herzigen Konsequenz wurde ich stets von ihnen umringt. Zugegeben, einmal wählte ich einen etwas ungünstigen Standort und salopp gesprochen, könnte man durchaus formulieren –„Was stehe ER Lausewenzel störend im Wege?“. Und das bei der Futterausgabe! – folglich beschloß ein junger Bock mich ein wenig auf die Hörner zu nehmen und delegierte mich höchst charmant zur Seite – zum Glück (noch) in schmerzfreier Weise. Aber ich sah mich stets als Lehrling in dieser verantwortungsvollen Aufgabe, nicht als Meister und jene Erfahrungen gehören nun einmal unweigerlich dazu. Zudem bildete diese Begebenheit eine absolute Ausnahme; sonst herrschte immer Harmonie zwischen uns. Doch nichts währt für immerdar, so endet auch meine Zeit als Futterlehrling. Die nahe Zukunft wird eine harte Herausforderung für mich werden, denn ich werde weiterhin meine wolligen Knuffels im Morgengrauen passieren, darf sie aber nicht mehr kulinarisch versorgen – wovon sie natürlich nichts wissen und enttäuscht voller Unmut jammern werden. Ergo müssen sie sich wieder einem neuerlichen Rhythmus unterwerfen und ich mich selbst auch, aber das ist das Leben. Für mich war es abschließend betrachtet, eine wunderbare Zeit. Und ich bin geneigt anzunehmen, umgekehrt denken sie ähnlich. Was waren das für wollige Zeiten!

Geliebter Frostgesang – mein 1000. Kältelauf

Posted in 1000. Kältelauf, Elementares, Täglichlaufen. Status. on 29. Januar 2015 by Täglichläufer

Wohlan, die Zeit ist reif für ein exponiertes Jubiläum sondergleichen, welches heute zum ersten und auch einzigen Mal in Erscheinung treten darf. Hierbei handelt es sich mitnichten um eine scheinbar banale Würdigung im Kontext Täglichlaufen; kein Jubiläum, welches mit gewohnt schnöden fünf, acht oder zehn Jahren Täglichlaufen realisiert werden kann, nein, heute begehe ich ein elementares Ereignis ohne jedwede Entsprechung – eine wahrhaft seltene statistische Begebenheit, die nur mit immens viel Geduld zu generieren ist, doch freilich in meinem geliebten, gelebten Täglichlaufenkontinuum geboren wurde. Heute morgen vollzog ich meinen 1000. Kältelauf – bezogen auf einen Zeitraum, der am 01.01.2000 seine Initiation feierte. Mit anderen Worten, vom 01.01.2000 bis heute absolvierte ich 1000 Läufe, die alle dem unerbittlichen Reich der hehren Kälteregentin geschuldet sind. Was für eine bedeutende Zahl – 1000 Läufe in meinem geliebten Frostgesang.

Es ist kein Geheimnis, wenn ich hier einmal mehr die Lieblichkeit der Kälte preise – ich präferiere die angenehmen Temperaturen sehr und liebe ihre kühlen Konsequenzen per se und gebe mich ihnen in der Majorität in kurzer Bekleidung hin – das versteht sich von selbst. Das Jahr 2009 stellt in diesem Kontext eine gewichtige Ausnahme dar, denn am 06.01.2009 lief ich bei -16 °C, was bis dato als mein persönlicher Kälterekord galt. Der Jahresauftakt begann also für die heutigen Verhältnisse extrem kühl, um im Dezember des gleichen Jahres noch übertroffen zu werden. Am 20.12.2009 absolvierte ich den kältesten Lauf – solange ich überhaupt laufe – und an jenem Tage herrschten eiskalte -17 °C und gleichsam doch so angenehme -17 °C – was für ein unvergessener Tag wie Lauf. Beide Kälteläufe sind bis heute unübertroffen und leben nur in meiner Erinnerung beständig fort. Sich in all den vergangenen Jahren Täglichlaufen 1000 Mal diesen besonderen Bedingungen hingeben zu dürfen – auf dem weißstrahlenden Pfad der Kälte – ist schlußendlich ein einzigartiges Glück, wofür ich sehr dankbar bin.

Erst mein Täglichlaufen hat es mir ermöglicht, diesen Weg in Demut und Zufriedenheit zu beschreiten, gleichwohl veredelt dieses „Jubiläum“ mein Täglichlaufen auf eine exponierte Art und Weise, die mich zutiefst stolz zurückblicken läßt. Mein lieber Frostgesang, mögest du auch in Zukunft mich an deiner Gnade partizipieren lassen. Und so expandiert er, der weiße Hauch – geschuldet dem fröstelnden Reich der belebenden Kühle.

Den Weg gehen – X. 2015. Dreizehn Jahre, zehn Monate. Schneeglück.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Januar 2015 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze Dreizehn Jahre und zehn Monate in Serie. Die erste Rückschau in diesem Jahr materialisiert sich in ihrer gewohnten Art und Weise. Über den Jahreswechsel hinaus setzte ich mein Täglichlaufen in aller Demut und Liebe und Zufriedenheit fort, wenngleich bei meinem traditionellen zweiten Silvesterlauf diese meine Intention scheinbar konterkariert werden sollte. Alles wie gehabt. Langweilig. In der weiten Ferne der unbändigen Verborgenheit erkenne ich ein still glimmendes Leuchten, welches mir den unwägbaren Pfad in Richtung meines nächsten Jubiläums weist; gleichwohl ist es an dieser Stelle viel zu früh und zu vermessen, diesbezüglich zu sinnieren. Jene Seiten sind im bedeutenden Folianten des Lebens noch unbeschrieben. Die noch nicht geborene Zukunft wird es aber in Bälde lehren. Während meines Täglichlaufens, soll heißen in der aktiven Ausübung denke ich an derlei Illusionen freilich nicht, sondern genieße nur ganz banal die traumhafte Natur.

Und ja, selbige bot eine Einladung par excellence in eine Traumwelt feil, die von weißedlen Schneegewändern beherrscht wurden, die ihresgleichen suchten. In der Nacht zum 29.12.2014 verwandelte sich das natürliche Leben in ein hell strahlendes Weiß, welches mit einer reinen Intensität leuchtete, so daß ich mein Glück nur schwer realisieren konnte. So eroberte ich also die rare, ja, den wirklich seltenen Schneegesang und wie immer in solchen Momenten fragte ich mich, wieso muß der Lauf nur enden? An diversen Örtlichkeiten unterbrach ich jählings meinen Laufschritt, weil die sagenhaften Schönheiten der verzauberten Wälder mich derart in den Bann zogen, daß es mir unmöglich war, ohne bewußte Achtsamkeit daran vorbeizulaufen. Ich habe das kostbare Schneeglück wahrlich genossen. In diesem Kontext bleibt meine Rehbegegnung unvergessen, die im tiefverschneiten abgeschiedenen Hain der Einsamkeit stattfand. Zuerst neigten sie zur Flucht, um nach meiner Anrede neugierig stehen zu bleiben – aber wie! Sie standen versetzt in einer Reihe und beobachteten mich höchst interessiert, bis ich mich ohne Gefahr für die Putzels zurückzog.

An einem Morgen – die Finsternis herrschte noch unangefochten – durchquerte ich den rauschenden Wald, als sich mir ein schwebendes Licht näherte, was mich doch latent irritierte, denn wer traut sich in absoluter Dunkelheit in den raschelnden, wispernden Forst? Auf des Rätsels Lösung mußte ich jedoch nicht lange warten, denn bald kamen mir zwei Personen mit zwei Hunden entgegen; aufgrund der eingeschränkten Sichtverhältnisse hielt ich kurz an – zudem war ihre Taschenlampe zu grell für meine an die Schwärze angepaßten Augen, wofür sich beide sofort entschuldigten, indessen taten mir die armen Hunde doch ein wenig leid, da sie offenkundig Angst vor meiner Präsenz zeigten. Ich kann das nachvollziehen, denn einer schwarzen Gestalt in der Düsternis plötzlich zu begegnen, würde mich vielleicht auch verwundern – insbesondere, wenn man selbst eher klein ist. Wenngleich mir die Dame gar nicht verschreckt vorkam, sondern amüsiert – hier unterstelle ich, daß sie mich kennt.

Die Temperaturen alternierten in der vergangenen Phase zwischen 10 °C und -10 °C; in der unausweichlichen Konsequenz vollzog ich 21 Kälte-, sechs Regen- und zwei Nebelläufe. Auch die galoppierenden Sturmreiter demonstrierten ihre heulende, tatkräftige Macht in Permanenz – generierten aber nur moderate Schäden. Bei meinen geliebten Wollmäusen ist nun erster Nachwuchs eingetroffen, der noch wie stets verzaubernd auf mich wirkt. Apropos Schafe. Der Herr der Schafe hat mich temporär zum Futterlehrling bestallt, in der Tat ein gewichtiges Amt voller Verantwortung, welches ich sehr ernst nehme. In Begleitung ihres menschlichen Meisters lief die Generalprobe ohne Probleme ab, doch einen Tag später, als ich mein kulinarisches Amt antrat, sah die reale Welt etwas konträr aus. Ein Teil der Wollies rückte geschlossen zur Speisung ein, indes der Großteil sich im Wald versteckte.

2015_Januar_Wollies_01
2015_Januar_Wollies_02

Als ehemaliger Grenadier sind mir solche Spiele natürlich nicht fremd und so trat ich der Neuauflage von „Tarnen & Täuschen“ bei. Schlußendlich rannte ich als Leitschaf vorne her und der Rest meiner herzigen Wollfreunde folgten hinterdrein. Passenderweise trug ich an jenem Tag ein weißes Shirt, so daß ich auch optisch stilecht als Schaf betrachtet werden durfte. Sodann führte ich sie alle zu ihrem Frühstück und ich selbst trat den Rückzug an. Am zweiten Tag und alle weiteren danach konnte ich keine Besonderheiten mehr vermelden – alles lief perfekt. Immerhin mußten sie mich erst als neuen Futterlehrling akzeptieren, doch mir deucht – dies ist rasant geschehen. – – So setzt es sich also fort, die Ballade von meinem Gelebten Täglichlaufen. Tag für Tag und Lauf um Lauf. Meine täglichlaufende Reise in die Vergangenheit – dem Leuchtfeuer der geheimnisvollen Zukunft entgegen. Was ist es doch für eine Gnade, diesen Pfad beschreiten zu dürfen.

19.12.2014 14 KM – Dammsperre geschlossen, Nieselregen
20.12.2014 14 KM – Gespräch geführt, sehr stürmisch
21.12.2014 14 KM – Gespräch, wunderbaren Fuchs beobachtet
22.12.2014 14 KM – Regenlauf
23.12.2014 14 KM – Gespräch und Schafe gestreichelt
24.12.2014 14 KM – Schranke geschlossen, Nieselregen
25.12.2014 14 KM – Gespräch, Läufer überholt
26.12.2014 14 KM – Gespräch, vier Rehe beobachtet
27.12.2014 14 KM – Gespräche geführt
28.12.2014 14 KM – Gespräche, Geschenke erhalten
29.12.2014 14 KM – Traumlauf in einer Schneewelt – unbeschreiblich
30.12.2014 14 KM – traumhafter Schneelauf
31.12.2014 13 KM – partiell glatt, Sperre vorgezogen
31.12.2014 05 KM – Nebellauf, Fastunfall
31.12.2014 Jahresabschluß: 5049 Jahreskilometer
01.01.2015 14 KM – zwei Meter an einem Reh vorbei
02.01.2015 14 KM – Regenlauf
03.01.2015 14 KM – Gespräche geführt
04.01.2015 14 KM – Gespräch geführt
05.01.2015 14 KM – Baumsperre geschlossen
06.01.2015 14 KM – 1. Nebellauf 2015, Gespräch
07.01.2015 12 KM – Kältelauf (auch alle zuvor)
08.01.2015 14 KM – 1. Fastunfall 2015, Gespräch, Regenlauf
09.01.2015 14 KM – Hundekontakt im Finsterwald (die Armen)
10.01.2015 14 KM – Regenlauf, Gespräch, sehr stürmisch
11.01.2015 14 KM – Schafnachwuchs, Sturm
12.01.2015 14 KM – Kälte- und Regenlauf
13.01.2015 14 KM – Gespräch geführt, Schaffütterung
14.01.2015 14 KM – erneut ein Sturmlauf
15.01.2015 14 KM – Gespräch geführt, Regenlauf
16.01.2015 14 KM – Wasser steigt an, Weiden überflutet
17.01.2015 14 KM – Gespräch geführt
18.01.2015 14 KM – 13 Jahre und 10 Monate Täglichlaufen
Jahres-KM bis 18.01.2015: 250 KM

Alles wie gehabt

Posted in Täglichlaufen. Laufalltag. on 8. Januar 2015 by Täglichläufer

Das neue Jahr setzt sich fort wie es endete – mit einem: Fastunfall. Alles wie gehabt. Langweilig. Allein ich muß gestehen, mit einer derartigen Begebenheit an einem 31.12. – während meines traditionellen zweiten Laufes an Silvester – habe ich nicht gerechnet; schließlich sind zu jenem Zeitpunkt nur wenige Autos unterwegs. Wie dem auch sei. Heute setzte sich das Spiel fort – natürlich wie immer an der Örtlichkeit mit dem Stop-Schild. Freilich ebenso wie immer erhob ich meine Stimme und als Dank dafür, daß ich fast überfahren werden sollte, so drohte mir der Fahrer mit dem Arm. Das ist in der Tat starker Tobak. Was für eine Frechheit. Entsprechend ungehalten trat ich in die Wälder ein und versuchte, die autofahrenden Analphabeten zu verdrängen, was mir nicht wirklich gelang.

Vor meinem geistigen Auge tauchte jener kugelrunde Polizist auf, den ich einst bezüglich dieser Thematik ansprach und der mir verständnisvoll erklärte, daß sich das finanziell nicht lohnt, solche Verkehrsdelikte zu ahnden. Denn schließlich geht es der Polizei nicht um Verkehrserziehung oder dergleichen, sondern um die löblichen, monetären Aspekte dieser Delikte. Apropos Polizei, als Täglichläufer komme ich automatisch in den Genuß jene Exekutiv-Macht intensiv zu beobachten, für die augenscheinlich nur eine Regel im Straßenverkehr gilt – nämlich keine Regel. Und so fragte ich vor Jahren an dieser Stelle bereits – wer bewacht eigentlich die Wächter? Selbst die Polizeibeamten halten nicht an einem Stop-Schild (ein Beispiel von x) und aus dem Kontext heraus – kann ich meine Mitbürger durchaus verstehen, wenn sie es dem scheinbaren Vorbild gleichtun. Dennoch, ich persönlich bin nicht amüsiert, da solche Fährlichkeiten durchaus unangenehm für mein Täglichlaufen sind. Doch nichts wird sich in der Zukunft ändern – alles wie gehabt. Langweilig.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 55 Followern an