Den Weg gehen – II. 2017. Sechzehn Jahre, Zwei Monate. Mehrstimmige Auftaktkonzerte.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Mai 2017 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Sechzehn Jahre und Zwei Monate in Serie. Also spricht die Zeit und verzehrt einen neuerlichen, den zweiten Monat Täglichlaufen in diesem Jahr für alle und alle Zeiten in dem unwägbaren Dasein der Fragilität und temporären Partizipation der gelebten Bedeutungslosigkeit. So war und ist die Ordnung der Dinge, die sich jeher jedweder Einflußnahme entzieht. In der vergangenen Phase vollzog sich der nachhaltige Wandel in der natürlichen Welt – die frostige Kälteregentin bot ihr letztes Kräftemessen feil und verlor freilich auf allen Linien – indessen die brennende Sonnenfürstin das ihre tat, um den unausweichlichen Wechsel zu beschleunigen. So sei es.

Die Temperaturen boten ein changierendes Spiel zwischen -03 °C und 23 °C an – welches sich in der statistischen Konsequenz in sieben Kälte- und zwei Regenläufe kanalisierte. Da hier in der Region in der sogenannten winterlichen Jahreszeit sich der Winter höchstselbst als verlustig zeigte, ist es aktuell nicht irritierend, daß die Mückenpopulationen die gar nicht kalte Zeit hervorragend überstanden haben und nun entsprechend wirken. Dieses Jahr wird ein Mückenjahr, wie es im Buche steht und ja, ich erlebe es bereits tagtäglich. Ein Anhalten im Wald ist nahezu unmöglich und jener Wahnsinnige, der dies tatsächlich wagt, wird augenblicklich massiv zerstochen. Selbst mit meiner Standardgeschwindigkeit von ungefähr 12/13 Kilometern pro Stunde bin ich davor nicht gefeit. Erwähnte ich hier je, daß dies ideale Bedingungen für Laufanfänger sind?

Am 29.04. erlebte ich meinen 48. Wildscheinkontakt; ich gewahrte die Putzels dieses Mal nicht vorher und erschrak, als eines laut krachend in das Wasser sprang und flüchtete, sodann ein weiteres erst den Rückzug antrat, aber im Anschluß stehen blieb und mich groß ansah – auch ich unterbrach meinen Lauf und so beobachten wir uns beide neugierig. Nachdem ich ein paar beruhigende Worte sprach – so bildete ich mir ein – setzte ich meinen Weg fort. Mögen sie sich von dem Schreck erholt haben. Am 01.05. fand ich den großen Chefschafbock in einer höchst mißlichen Lage vor, aus der er sich nicht selbst befreien konnte; hier gab es kein Zögern oder Zaudern – ich begab mich umgehend zu ihm, um ihm zu helfen, was er auch sofort spürte – allerdings zählt er nicht zu den Geduldigen, was ich in so einer Situation durchaus nachvollziehen kann – doch nach kurzer Zeit gelang es mir, ihn zu retten. So sorgten „meine“ Schafe einmal mehr für eine gewisse Aufregung innerhalb meines Täglichlaufens.

Am 02.05. vernahm ich zum ersten Mal den Kuckuck in diesem Jahr, der seitdem ohne Unterlaß seinen Ruf in den Weltgesang hinaus schmettert und nur einen Tag später vollzog der Pirol sein Auftaktkonzert und auch er gehört seit dieser Zeit zum täglichen musizierenden Ensemble – was ich doch sehr genieße. Eine weitere Künstlergruppe darf ich in diesem Kontext mitnichten außer Acht lassen, denn am 08.05. ertönte – ebenso zum ersten Mal in diesem Jahr – der musikalische Froschreigen, die mit Inbrunst täglich quaken und sich an ihrem Dasein erfreuen. So ist der Frühling nun auch in der Tierwelt mit einem fortpflanzenden Lächeln eingezogen, welches den Sinn des Lebens eindrücklich offenbart. – – Die Zeit vergeht, das Leben folgt zwangsweise und ein weiterer Abschnitt Täglichlaufen wartet vielleicht auf mich – das Leben wird dies zeigen oder eben nicht.

Der Nutzen der Wälder

Posted in Contra Mensch, Pro Natur on 13. Mai 2017 by Täglichläufer

Angesichts der Tatsache, daß ich täglich durch Wälder laufe, denen man allenthalben den Krieg erklärt hat und somit in der unausweichlichen Konsequenz ich jeden Tag die voranschreitende Ausrottung derselben beobachten darf – leider, leider – und weiterhin ich das subjektive Empfinden habe, daß die Witterungsverhältnisse sich in den vergangenen Jahren immer extremer in negative Richtungen entwickeln, erachte ich nachfolgenden Beitrag aus dem Jahr 1880 für durchaus bemerkenswert.

Bereits im November 1880 wurde dieses Thema aufgegriffen und allein die Einleitung paßt perfekt in unsere heutige Zeit: „Es ist leider Thatsache, daß die Ausrottung der Wälder und daß man den Werth der Waldungen ganz und gar unterschätzt.“ Wohl wahr, schießlich lebe ich in einer der baumfeindlichsten Städte, die man sich nur vorstellen kann. Damals wurde konstatiert: „Der Umstand, daß Wolkenbrüche, Ueberfluthungen und abnorme Temperaturverhältnisse während der letzten Jahre im Vergleich zu früheren Jahren unverhältnißmäßig häufig auftreten, regt das Interesse an der Erforschung der Gründe für diese eigenthümlichen meteorologischen Ereignisse mächtig an.“

Nicht nur in Nordamerika, so führte Prof. Göppert in Breslau aus, gehe man mit aller Gewalt darauf aus, die Waldungen zu vernichten, sondern auch in Europa, und in unserem eigenen Vaterlande verschwinden die Waldungen von Jahr zu Jahr immer mehr.”

Nun, 137 Jahre später hat sich scheinbar nicht viel verändert. Die menschliche Spezies ist geistig zu beschränkt, um nachhaltig zu begreifen, daß man m i t der Natur leben muß; es kann und darf nicht unser Ziel sein, das Habitat Erde in Vollendung zu vernichten. Es ist wahrlich betrüblich zu sehen, jeden Tag erneut, wie diese unterentwickelte Rasse sich in eine derart dominante Position hinauf schwingen konnte und in ihrem Wahn ohnegleichen wütet. Mit welchem Recht? Und wer muß darunter leiden? Die arme Tier- und Pflanzenwelt, die wir zu einem großen Teil nicht einmal kennen. Ein trauriges Endlosthema. Und so laufe ich weiter täglich, hinein in nutzlose Wälder, die folgerichtig abgeholzt werden – in schönster Brutzeit der Vogelwelt; hinweg über Müllberge, die naturfreundliche Spaziergänger und sogenannte Wassersportler direkt vor Ort entsorgen oder hinter lärmenden Quads hinterdrein, die Graugänse und andere arme Tiere hinterher jagen. Ach ja, Menschen, wie primitiv. Für mich die dümmste Spezies, die je auf der Erde existiert hat – gleichzeitig die gefährlichste, was in der Natur der Sache liegt.

Den Weg gehen – I. 2017. Sechzehn Jahre, Ein Monat. Tierfreunde.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. April 2017 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Sechzehn Jahre und Ein Monat in Serie. Unbarmherzig verrinnt die Lebenszeit, fließt ungehalten in das weite Meer der Unendlichkeit, um sich mit dem triumphierenden Nichts für alle Zeiten immerdar zu vereinigen. Ein immerwährender Kreislauf – ohne Anfang und Ende – der das elementare Sein bestimmt und durch nichts beeinflußt werden kann. So ist mein besonders wertgeschätztes Jubiläum in diesem Jahr nur noch eine nebulöse Erinnerung ohne Bedeutung; ein weiterer Monat nimmt temporär seinen Sitz ein, wohl wissend, daß auch seine Regentschaft nur eine Momentaufnahme sein wird. So sei es.

In der vergangenen Phase alternierten die Temperaturen zwischen -03 C° und 10 °C und generierten in der unausweichlichen Folge 18 Kälte- und neun Regenläufe. Die wichtigste Aufgabe in den letzten beiden Monatsabschnitten war freilich meine kulinarische Verantwortung für meine Wollfreunde, die ich tagtäglich mit meinem Täglichlaufen verband – den Höhepunkt sollte ich ausgerechnet am 18.03. erleben, denn an jenem denkwürdigen Tage hat meine besondere Schaffreundin Zwillinge geboren, die sich prächtig entwickelt haben. Am 20.02. durfte ich meiner Statistik einen weiteren Fastunfall hinzufügen und auch später erlebte ich eine ähnliche Situation; ob ich je den Tag erleben werde, an dem nur diejenigen Fahranfänger den Führerschein erhalten, die auch lesen können?

Am 03.03. habe ich leider einen Fasan aufgeschreckt, der sich im Unterholz versteckte und während er flüchtete, von fünf Krähen attackiert wurde – erst als ich in die Hände klatschte, ließen sie von ihm ab und verschwanden. So bringt man als friedlicher Täglichläufer andere Lebewesen in Todesgefahr – wer hätte das gedacht? Anfang Februar durfte ich seit längerem wieder einen Schwarzspecht beobachten, der später seinen Aufenthaltsort durch seinen charakteristischen Pfeifton verriet. Am 15.03. gelang es mir, ein Wildschwein zu beobachten, die Fortsetzungen erfolgten am 02. und 10.04. mit dem Erspähen ganzer Rotten mit ihren Frischlingen – mittlerweile vermeldet meine Statistik: 47 Wildschweinkontakte.

Nur ganz selten war es mir bisher möglich, Hasen zu erspähen und so genoß ich unsere Begegnung am 05.04. in eindrücklicher Form; zumal er nach meinem Anreden sein Hoppeln unterbrach und mich herzig ansah – ich folgte ihm nicht weiter und änderte meinen Weg. Drei Tage später erlebte ich ähnliches mit einem großen Reh, welches mich in einer nahen Distanz duldete und gar nicht auf die Idee kam, sich zu entfernen. Ich passierte das wundervolle Putzelchen in einer Entfernung von vielleicht drei Metern und es drehte sich nur um und beobachtete mich – jene Momente definieren für mich einen nicht unerheblichen Teil meines Täglichlaufens. Am 12.04. unterbrach ich meinen Lauf, um den Golden Retriever „Theo“ kennenzulernen, der über unser Treffen höchst erfreut war und mich mit seinen treuen Augen sofort gefangen nahm – was für ein wunderschöner Hund! Mittlerweile dominiert der Frühling das Geschehen, wenngleich die Temperaturen noch ihr eigenes Spiel leben wollen. Gestern erspähte ich den ersten Graugansnachwuchs und weiterhin bot die kunstvolle Nachtigall ihre einzigartige Kunst feil und brillierte mit einem formidablen Konzert als Frühlingsauftakt. So verrinnt er also, der Fluß des Lebens und wenngleich ich versuche, den einen oder anderen Augenblick mit meinem Täglichlaufen wenn schon nicht festzuhalten, doch zu verlangsamen, so bleibt es stets bei einem Versuch, der das Scheitern in sich birgt. Dennoch, der nächste Lauf folgt. Morgen.

Gebrochene Herzen

Posted in Meine Schafe on 30. März 2017 by Täglichläufer

Jeher gilt im Rahmen meines Täglichlaufens als erster Höhepunkt der Besuch meiner wolligen Freunde, die an Liebenswürdigkeit ihresgleichen suchen. Ohne eine Streichelpause kann, will und darf ich jene Örtlichkeit nicht passieren – dies ist eine gewachsene Tradition. Möglicherweise wirken hier uralte Gene auf mich ein, denn einer meiner siebenfachen Urgroßväter war temporär als Schäfermeister tätig und ja, diese Liebe scheint sich über Jahrhunderte hinweg erhalten zu haben. Bis gestern war ich wieder einmal für nahezu drei Wochen für das kulinarische Wohl meiner herzigen Wollchens verantwortlich, welche Verantwortung ich als Ehrenschaf nur zu gern übernahm. So sorgte ich jeden Morgen für ihr Frühstück und als Begrüßung wurde ausgiebig gekuschelt – ohne einen störenden Zaun – in Kombination mit vielen Streicheleinheiten. Nicht nur die ungeduldigen Putzels haben derlei par excellence genossen, nein, ich selbst freilich auch. Besonders nachhaltig war der Tag meines 16jährigen Jubiläums, denn an diesem besonderen Tage wurden gar herzige Zwillinge von meiner Lieblingsschafdame geboren.

So vergeht die Zeit und mein Wirken fand nun seinen unausweichlichen Schlußpunkt, leider – leider! Vor jenem Moment habe ich mich durchaus gefürchtet, denn als ich heute früh wie gewohnt in die Nähe der Weide kam, wurde ich bereits aus einer ungefähren Entfernung von 200 Metern erspäht und jählings startete das gewohnte Prozedere, mit einer määäähchtigen Begrüßung und einem sehr lautmalerischen Theater. Allein bin ich nun nicht mehr für ihre Verpflegung zuständig und so stand ich vor dem Zaun und streichelte sie liebevoll; indessen sie die Welt nicht mehr verstanden und sich fragten, wieso es denn kein Frühstück gäbe!? Voller Aufregung warteten sie sehnsüchtig am Tor, doch ich setzte meinen Weg gnadenlos fort. Gnadenlos? Nicht wirklich – in Wahrheit brach es mir das Herz. Selbst im Wald und später auf meinem Damm vernahm ich noch ihr entsetztes Blöken und ja, auf dem Rückweg fand diese Begebenheit ihre Fortsetzung.

Wieder unterbrach ich meinen Lauf, um sie zu streicheln und auch meine beruhigenden Worte änderten nichts an dem traurigen Geschrei und ihrer dramatischen Verständnislosigkeit. Welch ein Jammer – gebrochene Herzen – nicht nur meines, so viele…

Täglichlaufen. 16 Jahre in Serie.

Posted in Täglichlaufen. 16 Jahre. on 18. März 2017 by Täglichläufer

Wohin wird dieser Pfad mich wohl noch führen? Welche zufriedenen Höhen und herausfordernden Tiefen darf ich noch beschreiten? Und, wann wird es enden? Nicht heute und nicht morgen. Die unbarmherzige Regentin der Zeit wird es dereinst lehren und all jene Fragen endgültig für immerdar beantworten. Gelebtes Täglichlaufen – ich setze es fort. Schon morgen. Nicht weniger gnadenlos als die verrinnende wie omnipotente Zeit. Täglichlaufen. Ein großartiges, erhabenes Gefühl.

So stand und steht es geschrieben – heute vor einem Jahr an dieser Stelle. Tatsächlich, ich habe es fortgesetzt – Tag für Tag – bis zum heutigen 18.03. – und damit realisierte ich einen neuerlichen Höhepunkt in meinem Täglichlaufen: 16 Jahre Täglichlaufen in Serie. Da weder das Leben noch die Zukunft ihr unwägbares Blatt jemals preisgeben, konzentriere ich mich entsprechend nur auf den heutigen Lauf und so muß ich mir eingestehen, daß ich dieses Jubiläum nie erwartet habe, welches nun um so surrealer und nachhaltiger auf mich einwirkt. Insbesondere ein Erlebnis im vergangenen Juni trägt das seine dazu bei; denn an jenem Tage spielte meine Intention beinahe ihren endgültigen Schlußtakt, der nur durch eine Kombination aus mentaler Kraft – nicht körperlicher und ja, vielleicht etwas Glück vermieden werden konnte. Gewiß zählt jener Moment und die sich anschließenden Tage als die härtesten in all den Jahren, welche somit einen exponierten Raum in meiner Erinnerung einnehmen.

Doch ja, was wäre das für ein Täglichlaufen, wenn es immer nur schön und herrlich wäre? Zum einen wäre das mehr als unrealistisch und zum anderen könnte ich derlei nur ablehnen. Täglichlaufen bedeutet grundsätzlich, einen Pfad mit Höhen und Tiefen zu beschreiten und explizit letztere verleihen erst den wahren Wert dieser Konzeption – das schrieb ich stets. Das heutige Jubiläum generiert noch einen eminent besonderen Reiz, denn zum einen weinte das finstere Himmelsfirmament aus tiefstem Herzen und bot kongeniale Bedingungen feil und zum anderen wurden ausgerechnet heute Zwillinge von meiner liebsten Schaffreundin geboren. Seit einiger Zeit bin ich einmal mehr für das kulinarische Wohl meiner Wollfreunde verantwortlich und heute Morgen wurde ich mit goldigen Nachwuchs – beide schwarz – überrascht – welche Freude! Zudem am 18.03. – dieser Jubiläumslauf bleibt mir natürlich in herausragender Erinnerung.

So blicke ich also zurück, auf lange und kurze 16 Jahre Täglichlaufen – jeden einzelnen Tag davon habe ich mit einem Lauf gewürdigt; wahrlich, das ist unfaßbar für mich. Freilich, das läßt sich nicht in Worte kleiden, denn letztlich ist Täglichlaufen nur ein subjektives Empfinden, was nur ich selbst verstehe – in der Majorität. Hierbei handelt es sich um ein unfaßbares Geschenk, welches sich mit allen Juwelen der Welt nimmermehr erwerben läßt; man kann es nirgendwo erstehen oder auch nur in schnöde Worte kleiden – diese Kostbarkeit generiert sich nur aus sich selbst heraus – aus mich selbst heraus, aus meiner belanglosen Wenigkeit. Tage kommen, gehen. Verblassen, verwehen. Vernehmliche Stille. Absolute Einsamkeit entfaltet sich. Finsterwolken. Tiefe Versunkenheit. Abgeschiedene Weite. Vollendeter Frieden. Trunken vor Glück. Das leben, was man liebt und lieben, was man lebt.

Wohlan, das ist es. Nun habe ich es in der Tat vollbracht – 16 Jahre Täglichlaufen – in Serie. Es gibt keine Worte dafür, diese Kostbarkeit hier gebührend festzuhalten, zu würdigen. Mir ist bewußt, daß ich das in meinem Leben nie wieder wiederholen kann, darf und werde – die daraus resultierende Wertschätzung – explizit auf die Zukunft bezogen – kann ich ebensowenig in Worte gießen. Was bleibt also? Das Wissen, mein Täglichlaufen von grundauf zu lieben und zu leben. In allen Facetten, in allen Nuancen – bedingungslos. Der gigantische Stolz auf mich selbst, auf mein Täglichlaufen bleibt indessen immer bestehen. Fürwahr.

Ein Geschenk. Concordia domi, foris pax. An mich selbst.

Posted in Täglichlaufen im Fokus, Täglichlaufen. Status. on 1. März 2017 by Täglichläufer

Alles hat seine Zeit. In naher Zukunft werde ich mein sechzehnjähriges (Serien)-Jubiläum im geliebten wie gelebten Täglichlaufen begehen, sofern mir das greifbare Glück hold ist, die unwägbare Gesundheit stets mitläuft und freilich, das unbeständige Leben selbst muß dieses fragile Vorhaben wohlwollend goutieren. Gleichwohl bemühe ich mich nach Kräften und werde all jene Faktoren, auf die ich einen gewissen Einfluß nehmen kann und darf – in entsprechende Wege kanalisieren. Sollte mir die Vollendung dieser Intention gelingen, so wird mir der beschrittene Pfad dorthin als einer der anspruchsvollsten überhaupt in meiner Erinnerung bleiben, denn im Juni vergangenen Jahres war mein täglichlaufendes Ansinnen fragil wie nie zuvor. Doch nichts ist jemals einfach und erst die Härten verleihen meinem Täglichlaufen die wahre Wertschätzung.

Zusätzlich obsiegen hier bedeutendere Impressionen, wie die von mir so präferierte Zufriedenheit, Gesundheit, Einsamkeit, Stille und Besinnung auf das Elementare, das wirklich Wichtige im Dasein – den scheinbar unbedeutenden Moment des Lebens festzuhalten und wertzuschätzen – all dies in der kongenialen Natur vereint. Dafür lebe ich, dafür laufe ich. Täglich. Und ja, eine latente Eitelkeit gehört auch dazu, muß dazu gehören; denn „Sechzehn Jahre Täglichlaufen“ in Serie absolviert zu haben, macht mich selbstverständlich extrem stolz und der Antisportler in mir freut und staunt nach wie vor ob dieser einzigartigen Machtdemonstration meines Körpers wie Geistes. Welcher Nichtsportler kann vergleichbares von sich behaupten? Oder gar Sportler? Ich w i l l diese Ebene erreichen und erhebe sie zum unmittelbaren Ziel, aller gewohnten und an den Tag gelegten Ziellosigkeit zum Trotz – alles andere wäre gelogen.

Immer heller, tiefer und strahlender weist mich der Pfad des Täglichlaufens hinein in den immer intensiveren Jubiläumsschimmer und ich folge dieser Reise, in deren Verlauf am 18.03. das diesjährige Geschenk an mich selbst warten wird. Hierbei handelt es sich um ein unfaßbares Jubiläumskonstrukt, welches sich mit allen Juwelen der Welt nimmermehr erwerben läßt; man kann es nirgendwo erstehen oder auch nur in schnöde Worte kleiden – diese Kostbarkeit generiert sich nur aus sich selbst heraus – aus meinem Bewußtsein heraus, aus meiner belanglosen Wenigkeit. Auch nur ich selbst kann es entsprechend würdigen. Tage kommen, gehen. Verblassen, verwehen. Vernehmliche Stille. Absolute Einsamkeit entfaltet sich. Finsterwolken. Tiefe Versunkenheit. Abgeschiedene Weite. Vollendeter Frieden. Trunken vor Glück. Das leben, was man liebt und lieben, was man lebt. Gelebtes Täglichlaufen. Wohlan, möge es gelingen oder möge ich scheitern – der gigantische Stolz auf mich selbst bleibt indessen immerdar bestehen. Und ja, nach all den Jahren kann ich auch gar nicht mehr scheitern, selbst wenn ich heute mein Täglichlaufen beende. Fürwahr, so sei es!

Gelebtes Täglichlaufen

Verbliebene Läufe bis „16 Jahre Täglichlaufen in Serie“

01.03.2017 – 14 KM
02.03.2017 – 13 KM
03.03.2017 – 14 KM
04.03.2017 – 12 KM
05.03.2017 – 12 KM
06.03.2017 – 14 KM
07.03.2017 – 14 KM
08.03.2017 – 13 KM
09.03.2017 – 14 KM
10.03.2017 – 14 KM
11.03.2017 – 12 KM
12.03.2017 – 12 KM
13.03.2017 – 14 KM
14.03.2017 – 13 KM
15.03.2017 – 13 KM
16.03.2017 – 13 KM
17.03.2017 – 13 KM
18.03.2017 – 10 KM
S E C H Z E H N – J A H R E – T Ä G L I C H L A U F E N

Gefiederte Freunde

Posted in Fauna, Photos on 24. Februar 2017 by Täglichläufer

Nun, nach meinem gestrigen Beitrag schlug mir die Empörung hart und unlieb entgegen; ich erhielt zahlreiche eMails, in denen sich meine diversen gefiederten Freunde über diese geringe Auswahl an Bildern beklagten. Zudem mißfiel der saloppe Titel, der nicht wirklich respektvoll ertönt und der fehlende Begleittext ist dieser edlen Zunft ebenso nicht würdig. Indem ich die Anzahl der Photos erhöhe, so bin ich nun geneigt anzunehmen, daß ich meinen Fauxpas heilen darf. Meine lieben Federfreunde, genießt das Leben und seid vorsichtig in dieser bösen Welt!

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