Den Weg gehen – VII. 2026. Täglichlaufen. 25 Jahre. Sieben Monate. Umarmende Finsternis.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Oktober 2026 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare 25 Jahre und Sieben Monate in Serie. Unentschlossen tanzt der Herbst seinen ungestümen Reigen, hinein in wärmere Temperaturregionen, um dann wieder mit frischen Momenten zu reizen und hält gleichwohl mein gewohntes Monatsjubiläum eisern in der Hand, um es tödlich-lieblich in die Vergangenheit zu ziehen, zu reißen. So sei es, ich beuge mich der Ordnung der Dinge und folge hinterdrein. Und so vergeht ein weiterer Monat Täglichlaufen für immerdar.

In der heute abgeschlossenen Phase alternierten die Temperaturwerte zwischen 16 °C und -02 °C und damit erlebte ich wieder zwei Kälteläufe – der erste bereits am 26.09. Heute hatte ich meine 132. Wildschweinbegegnung; dem ersten Schwarzkittel rief ich hinterher: „Nicht erschrecken!“ und es antwortete auch, irgendwie schnuffelig-putzig – ich interpretiere dies als „Danke“. Mittlerweile durfte ich in meine geliebten Wälder zurückkehren; allerdings ist der Weg dorthin partiell unschön gestaltet – wenn sich direkt in der Mitte des Fußweges plötzlich ein großes Schild erhebt, dazu die blendenden Autoscheinwerfer in der Dunkelheit oder andere Hindernisse auftauchen, wie die steinernen Fundamente oben angesprochener Schilder/Warntafeln – gut getarnt und ohne Schild – aber zentral in der Mitte des Weges. Nun ja, ich kommentiere dies nicht weiter.

Am 07.10. war die hehre Finsternis derart intensiv ausgeprägt, wie ich es selten erlebte und das, obwohl Sterne am Firmament erkennbar waren. Nichtsdestotrotz war die greifbare Schwärze in einer eminent verschluckenden Form ausgestaltet, wodurch sogar meine Orientierung litt und ja, es trat einer der ganz seltene Momente in meinem Täglichläuferleben ein – ich kam von meinem Pfad ab und rannte in ein kratzendes Gestrüpp, welches mich nicht wieder ziehen lassen wollte und garnierte als Abschied meine Beine mit diversen Kratzern. Wenn ich mich recht erinnere, so war das der dritte Lauf überhaupt in dieser irritierenden Dunkelart seit 1997 – eine totale Finsternis mit entsprechenden Folgen. Faszinierend! Manchmal ist der Wald eben zu liebreizend. Was mich freilich nicht von meinem Gelebten Täglichlaufen abhalten kann; Fortsetzung folgt. Morgen.

Den Weg gehen – VI. 2026. Täglichlaufen. 25 Jahre. Sechs Monate. Mein Halbjahresjubiläum. Asphaltläufer.

Posted in Täglichlaufen. 25,5 Jahre. on 18. September 2026 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare 25 Jahre und Sechs Monate in Serie. Das Jahr zieht von dannen und der Vorhang fällt in jener Phase für immerdar und so ist also mein Halbjahresjubiläum erreicht. Ich nehme es wie gewohnt an, wenngleich unter für mich erschwerten Bedingungen. Dieser Wert ist für mich auch durchaus bemerkenswert; erstaunlich, was ein „Nichtwollen“ alles so generieren kann. Zudem, Laufen mochte ich früher nie und ja, dieses Gefühl lebt noch irgendwo konserviert in meinem Inneren weiter – welch ein Glück!

Der Sommer hat endlich seinen Ausklang erreicht und bot in der kausalen Folge Temperaturen zwischen 18 °C und 06 °C feil. Besondere klimatische Verhältnisse wie beispielsweise „Regen“ traten natürlich nicht auf. Ende August durfte ich in den frühen Morgenstunden zahlreiche Fledermäuse beobachten; welch ein schöner Anblick. Am 01.09. näherte ich mich dem Waldeingang als es jählings vor mir laut grunzte und freilich habe ich mit Wildschweinen gerechnet, als ich aus der Finsternis heraus ein „Entschuldigung“ vernahm – es handelte sich um einen Hundehalter, dessen Hundedame ich in der Dunkelheit mutmaßlich erschreckt hatte. Ich hätte gleichwohl schwören können, Schwarzkittel vor mir zu haben und so durfte ich also lernen – Hunde beherrschen Fremdsprachen. Wie konnte ich dies je negieren? Nach einem Gespräch setzte ich meinen Weg fort und traf im Anschluß wirklich auf Wildschweine – meine 130. Begegnung mit den Rackern. Gestern erfolgte die obligate Fortsetzung und zwar in einem Wohngebiet – hierbei traf ich eine komplette Rotte, ca. 12 bis 14 Putzels von klein bis groß. Das Leittier ließ mich nicht aus Augen und ich die Anführerin nicht – der nächste Kontakt wartet bereits.

Als langjähriger Täglichläufer bin ich natürlich hochgradig süchtig – ich muß täglich in meinen Wald, in die Natur – dies ist zu meiner eigenen Natur geworden. Nur ein Tag ohne Wald ist unschön. Und jenes Band wurde nun temporär zerschnitten. Seit dem 07.09. darf ich nicht mehr in meinen Forst, weil mir der Zugang verwehrt ist – eine Brücke wurde gesperrt und ich bin geneigt anzunehmen, ich werde den Neubau nicht mehr erleben. Dafür ist mein Bild von Deutschland zu schlecht, nein, unterirdisch und nicht mehr definierbar. So bin ich also aktuell ein Asphaltläufer – entsetzlich (!) – und gebe mich der leisen Hoffnung hin, die Aussagen der Brückenbastler entsprechen der Wahrheit und die Totalsperrung regiert wirklich nur zeitweise. Eine erste Verlängerung der Blockade wurde bereits propagiert; dies ist selbstredend keine Überraschung. So bereitet mir mein Täglichlaufen derzeit keine Freude, im Gegenteil, aber auch das vergeht – wie alles im Leben.

Den Weg gehen – V. 2026. Täglichlaufen. 25 Jahre. Fünf Monate. Energieschub. Hinein in die Sommerlethargie.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. August 2026 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare 25 Jahre und Fünf Monate in Serie. Erneut ist ein Monat Täglichlaufen in die unbegreifliche Vergangenheit eingetreten und hinterläßt temporär den Monatsrückblick zurück; ich singe das gleiche alte Lied einmal mehr. Aber so ist die Ordnung der Dinge und noch darf ich sie in dieser für mich seltenen Konstellation formen, realisieren und leben. Die Zeit wird mich lehren wie lange noch.

In der soeben abgeschlossenen Phase vollzogen die Temperaturen ihr Wechselspiel zwischen 06 °C und 20 °C. Am 01.08. begrüßte mich der frühe Morgen mit einem lieblichen Gewitter und oh Wunder, oh Wunder – es regnete sehr intensiv, was ich doch sehr zu schätzen wußte. Gleichwohl hat mich die Intensität durchaus überrascht – denn die trockenen Waldwege wurden innerhalb von Sekunden geflutet, die sich zu beachtlichen Seen entwickelten – in einer Rasanz, welche in meiner Erinnerung nichts vergleichbares auffinden läßt. Zahlreiche Läufe fanden – trotz der frühen Morgenstunden – in einer drückenden, schwülen Atmosphäre statt, was nicht wirklich zu meinem Lieblingswitterungen zählt. Der 12.08. bildete hier eine greifbare Ausnahme, denn bei 06 Grad atmete ich pure Energie ein und flog förmlich durch meine einsamen Wälder – ein Energieschub sondergleichen, der jedwede Sommerlethargie nachhaltig hinweg fegte.

Als ich Ende Juli in den tiefen Forst eintrat, kam mir ein älterer Mann entgegen – er sah mich, verließ sofort den Weg und nahm einen großen Ast in die Hand und kehrte anschließend auf den Pfad zurück; ignorierte mich aber völlig. So ganz kann ich dieses Verhalten nicht deuten – sollte der Ast als Verteidigung dienen? Sah er mich, also den harmlosen Läufer als Bedrohung an? Eine kuriose Situation. Drei Tage später erlebte ich meine 129. Wildschwein-Begegnung mit zwei Schwarzkitteln, die mich freundlich Grummel-Grunzend begrüßten. Die harmlosen Stadtschweine, welche mittlerweile hier überall lustwandelten, wurden indessen ermordet – wie das hier in dieser elenden Stadt so üblich ist. Jedes Lebewesen wird als Bedrohung eingestuft und freudig getötet. Im vergangenen Jahr habe ich auch den Fehler gemacht, den Notruf zu wählen, weil ein Reh in einem Zaun eingeklemmt war. Wir haben einst wiederholt Rehe befreit – diese „Tradition“ begründete auch meinen Anruf – aber nein, die Feuerwehr kam erst gar nicht – stattdessen erschien ein Polizist, der das arme Tier sofort erschoß. Der Sachverhalt wurde erst gar nicht geprüft. Es bestand also nie ein echtes Interesse, das wertvolle Leben zu erhalten.

Am 31.07. trat in ich eine wundervolle Nebelwelt ein, die sich ungewohnt mystisch verhielt, entgegen meinen Erfahrungen. Allein der natürliche Weltgesang überrascht immer wieder und so lasse ich ich mich gerne umarmen, von den verborgenen Mächten des Nebelreiches und mich melancholisch entführen; in alte, andere Zeiten, Lebenswelten. Der nächste Lauf indes folgt – bereits morgen.

Den Weg gehen – IV. 2026. Täglichlaufen. 25 Jahre. Vier Monate. Judula & Jebediah & Rommel.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Juli 2026 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare 25 Jahre und Vier Monate in Serie. Tage kommen, gehen – die täglichen Läufe schließen sich dem nahtlos an – immer verborgen unter dem nebulösen Mantel der Zeit, welcher uns alle lieblich umhüllt. Oder auch gnadenloser Natur; alles eine Frage der Sichtweise respektive Interpretation. Wieder ist ein Monat Täglichlaufen vergangen, der erneut mehrheitlich unter dem Schwert der Routine geführt, absolviert wurde.

Den heißen Witterungsbedingungen konnte ich immerhin zum Laufzeitpunkt entkommen und so tanzten selbige nur zwischen 10 °C und 23 °C; einen Regenlauf darf ich – natürlich – nicht vermelden. Ein zutiefst goldiger Moment offenbarte sich am 04.07. – ein junger Waschbär kletterte einen Baum hinauf und ich beobachtete ihn dabei – sodann hielt er inne und spähte hinab und rührte sich nicht mehr. Und so standen wir beide wie eingefroren in Zeit und Raum und beäugten uns – so ein süßes Putzel!

Wenige Tage später – es war nahezu an der identischen Örtlichkeit, als es lautstark im Gesträuch raschelte und zwei große Wildschweine machten einen Riesensatz und sprangen erschreckt von dannen – ich war zuvor bis auf 1,5 m an sie heran gekommen. Welch eine Aufregung! Ich folgte den Armen und absolvierte meine gewohnte Laufrunde und am Ende wiederholte sich das Spiel an der gleichen Stelle. Diese greifbare Nähe dürfte ein neuer Rekord in dem Kontext sein. Gestern, unweit jener Örtlichkeit erlebte ich meine 128. Begegnung mit den Rackern – erneut direkt vor mir. Mittlerweile durchstreifen die Schwarzkittel die gesamte Stadt und ein Jäger veröffentlichte die Hauptrouten der Stadtschweine und mein Laufauftakt liegt exakt auf einer ihrer gern frequentierten Bahnen. Unsere Freundschaft intensiviert sich mehr und mehr – so habe ich die Anführer jener urbanen Rotte nun entsprechend getauft auf: Judula, Jebediah und Rommel. Der nächste Kontakt wartet bereits und die täglichlaufende Reise geht also weiter und das bereits morgen…

Den Weg gehen – III. 2026. Täglichlaufen. 25 Jahre. Drei Monate. Mein 125. Wildschweinkontakt.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Juni 2026 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare 25 Jahre und Drei Monate in Serie. Und die Tage, die täglichen Läufe ziehen in das weite Land, in das große Nichts ein. Wieder ist ein Monat Täglichlaufen von dannen getanzt – so sei es. Ich tanze mit, auch in die unspektakulären, sommerlichen Phasen der Routine hinein. Die Welt der Mücken ist indessen lebendig geworden und entsprechend unschön gestaltet sich der Aufenthalt in den Waldgebieten – selbst bei höheren Geschwindigkeiten bleibe ich nicht verschont und so offenbart sich der Preis des Laufens = Mückenstiche. Täglich. Ich wiederhole mich – unschön.

In dem zuletzt abgeschlossenen Abschnitt alternierten die Temperaturen zwischen 06 °C und 17 °C und kanalisierten in der Folge nicht einen Kältelauf – sehr betrüblich! – doch oh Wunder, ich darf einen Regenlauf vermelden. Am 23.05. gab sich Meister Reineke die Ehre, wenngleich er recht scheu auftrat – das gleiche Spiel wiederholte sich am 05.06. Wie zu dieser Zeit gewohnt, konzertieren die großen Meister täglich und begleiten meine Läufe mit entsprechender musikalischer Untermalung; als da wären: Nachtigall, Drossel, Kuckuck, Pirol, Schilfrohrsänger und ja, auch die Froschels und Fasane leisten ihren Beitrag in den Publikumsrängen.

Am 13.06. brach in Dammnähe ein Ast – es gab ein lautes Brechen, Bersten und ich bin geneigt anzunehmen, ein prachtvolles Wildschwein zeichnete dafür verantwortlich – allein ich konnte nichts erspähen. Dafür kreuzte am 16.06. drei Meter vor mir ein Schwarzkittel meinen Weg; hielt an, erspähte mich und trottete gemütlich weiter – im Anschluß spazierte ein Frischling hinterdrein – indes der andere Weg mit einer ganzen Rotte verlegt war. Seit langer Zeit zeigten die Putzels keine Angst und traten relativ entspannt auf – welche Freude! In meine Statistik zieht nun die 125. Wildschweinbegegnung ein. Gestern überholte mich ein Eisvogel-Paar in nächster Nähe und ich sah nur das rasante, blaue Leuchten, welches im Wald verschwand – beim Eintritt in den Hain durfte ich einen Bussard beobachten. So setzt sich die Routine in dieser Phase fort – eine unspektakuläre Zeit, täglich gepeinigt von Mückenhorden und temporär garniert mit wunderschönen Ausnahmen. Auch das ist Täglichlaufen. Gelebtes Täglichlaufen.

Den Weg gehen – II. 2026. Täglichlaufen. 25 Jahre. Zwei Monate. Erwachte Natur.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Mai 2026 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare 25 Jahre und Zwei Monate in Serie. So gibt sich also die nebulöse Zukunft die Ehre, nimmt die banale Gegenwart zärtlich an die Hand und zieht mir ihr lächelnd, singend weiter, in das schwarze Todesreich der Vergangenheit – keine Hoffnung auf Wiederkehr. Dies gilt auch für mein Täglichlaufen; so schwindet auch der zweite Monat tanzend ohne Rückkehr in die Auflösung. Die Natur ist endlich erwacht – wahrhaftig – und bot zahlreiche Impressionen feil, die ihresgleichen suchten. Dennoch, der Schönheit ungeachtet fiel es mir in den letzten Wochen wiederholt schwer, mein gelebtes Täglichlaufen zu realisieren. Aber so ist das – Höhen und Tiefen kommen, gehen.

In dem nun von der Zeit entführten Monat habe ich 17 Kälteläufe vollzogen, die Temperaturen differierten zwischen -03 °C und 13 °C; dazu gesellt sich ein Regenlauf. Bemerkenswert – damit habe ich in diesem Jahr mit dem heutigen Tage exakt so viele Kälteläufe absolviert wie im gesamten Vorjahr. Der Kuckuck ließ sich am 24.04. zum ersten Mal hören, drei Tage später erspähte ich bereits Graugans-Küken – wie kann man nur so süß sein? – an diesem Tag konzertierte auch der Schilfrohrsänger erstmalig. Später folgte der Pirol und die Frösche melden ebenso täglich ihre Präsenz. Am 25.04. schreckte ich zwei Frischlinge auf, welche eilig das Weite suchten – mit einer Geschwindigkeit, die die Läufer-Elite weinend zurück gelassen hätte. Im Mai folgte der zweite Wildschweinkontakt in dieser Phase.

Seit vielen, vielen Jahren darf ich die hiesigen Schwarzspechte beobachten, welche relativ „zutraulich“ und extrem neugierig sind. Aber wie ein so ein süßer Putzel in engagierter Aktion agiert, erlebte ich am 04.05. zum ersten Mal. Die (durchaus großen) Holzstücke und Rindenteile flogen in alle Richtungen in die Welt und der Specht hämmerte mit einer bemerkenswerten Hingabe. Ich unterbrach meinen Lauf und gewahrte das hämmernde Treiben mit einem Lächeln – so goldig! Mittlerweile habe ich wieder diverse Weinbergschnecken gerettet und ja, auch dies setzt sich in diesem Jahr fort. Natürlich. – – – Wie auch mein Täglichlaufen; bereits morgen.

Den Weg gehen – I. 2026. Täglichlaufen. 25 Jahre. Ein Monat. Frühling im Winter. Winter im Frühling.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. April 2026 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare 25 Jahre und Ein Monat in Serie. Das omnipotente Zeitenrad knirscht lauthals und dreht sich konsequent und ungefragt weiter – ungeachtet der 25 Jahre, auf die ich seit kurzem stolz zurückblicken und mein Eigen nennen darf. Die Routine hat mich nahezu zeitgleich eingehüllt und dementsprechend absolviere ich mein Täglichlaufen in gewohnter Art und Weise. Schlußendlich handelt es sich nur um ein schnödes Datum – zwar durchaus von rarer Bedeutung – aber das wahre Täglichlaufen kann man nicht in Zahlen, in Werten oder in Kilometer messen und abbilden. Heute durfte ich einen Schwarzspecht beobachten und meine Schmusedame wartete bereits auf mich – ich streichelte sie und ihr Kopf wurde immer schwerer in meiner Hand. Es ist dies ein Hochgenuß pur, der in der Majorität eine tiefe Zufriedenheit generiert.

Wenn mich die Zahlen auch nicht wirklich interessieren, so habe ich – basierend auf einer Anfrage – ausnahmsweise meine Kilometer in 25 Jahren Täglichlaufen addiert und ja, für mich als Antisportler ist das durchaus eine beachtliche Zahl. Was könnte also ein talentierter Sportler bewußt erreichen? Unfaßbar! In der vergangenen Phase absolvierte ich 21 Kälteläufe, indessen die Temperaturen zwischen -05 °C und 10 °C alternierten; auch zwei Nebelläufe muß ich hier erwähnen. Zudem erlebte ich vier Wildschweinkontakte – das darf nicht weiter verwundern, schließlich laufe ich sehr früh und aufgrund der unsäglichen Zeitumstellung der ungebildeten Menschheit wird dies noch forciert. Die borstigen Putzels haben ihre eigenen Zeiten und können mit der menschlichen Torheit wenig anfangen. Der Winter kann sich in diesem Jahr nicht entscheiden, den wahren Abschied einzureichen – noch am Mittwoch lief ich bei -03 °C. Die Kälte mag nicht weichen und dennoch sitzt der Frühling längst auf seinem Thron.

In diesen Tagen begegne ich jeden Morgen zwei Enten und ja, wir haben uns ein wenig angefreundet – sie flüchten nicht, wenn ich erscheine und tolerieren gar einen Abstand von 20 cm. Ich weiß ihr Vertrauen sehr zu schätzen. Auch Meister Reineke gab sich vor kurzem die Ehre, wenngleich im Fluchtmodus. Am 13.04. konzertierte erstmalig die Nachtigall und läutete damit vielleicht den nachhaltigen Jahreswechsel ein. So setzt sich also mein Täglichlaufen fort – die 25 gerät langsam in Vergessenheit und nur der tägliche Lauf erringt seine wahre Bedeutung. Der letzte Satz in dieser Rückschau gilt meinem ehemaligen Judo-Trainer, welcher vor wenigen Tagen verstorben ist – in Gedenken.

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