Den Weg gehen – I. 2016. Fünfzehn Jahre, Ein Monat. Bis zur Fünfzehn. Und darüber hinaus.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. April 2016 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Fünfzehn Jahre und Ein Monat in Serie. Erschreckend. Mir ist, als ob ich erst gestern den Schimmer der 15 gewahrte und doch sind diese Empfindungen seit langer Zeit in das vergessende Reich der Erinnerungen eingezogen. Oh du liebe Zeit, wohin verrinnst du nur und warum beschreitest du deine unwägbaren Pfade derart rasant? Nur einen Augenblick später materialisierte sich der eine Tag in diesem Jahr, der mir das E I N E Geschenk offenbarte und ja, ich habe es in der Tat vollzogen: 15 Jahre Täglichlaufen in Serie. Der bedeutungsvollste Moment in den vergangenen zwei Monaten und seit Abschluß meiner Dekade – der gewichtigste Tag für mich, auf den ich immerdar mit zufriedenen Stolz zurückblicken werde, wenngleich sich mein Täglichlaufen nach dieser neuerlichen Grenzüberschreitung auch nicht anders anfühlt – als in den Jahren zuvor. Irritierend. Doch ich habe es nicht anders erwartet. So sei es.

Es gibt keine Worte dafür, diese Kostbarkeit hier gebührend festzuhalten, zu würdigen. Mir ist bewußt, daß ich das in meinem Leben nie wieder reproduzieren kann, darf und werde – die daraus resultierende Wertschätzung – explizit auf die Zukunft bezogen – kann ich ebensowenig in Worte gießen. Was bleibt also? Das Wissen, mein Täglichlaufen von grundauf zu lieben und zu leben. Und ja, ich werde mein Täglichlaufen dementsprechend auch künftig leben. Wie der abgeschlossene Monat heute beweist, bleibe ich diesem meinem Vorsatz treu und durfte einen weiteren Abschnitt in das tiefschwarze Dunkelreich der toten Vergangenheit verbannen. Wohlan, ich beschreite jenen Weg im Rahmen meiner Intention fernerhin mit einem dankbaren Lächeln – zumindest mehrheitlich. Freilich will ich nach all den Jahren im gelebten Täglichlaufen auch gar keinen anderen, divergierenden Weg wählen – dies versteht sich selbstredend von selbst.

In der vergangenen Phase alternierten die Temperaturen zwischen -05 °C und 15 °C und boten dementsprechend 32 Kälte-, sechs Regen-, und zwei Nebelläufe feil. Zusätzlich erlebte ich meine 32. Begegnung mit Familie Schwarzkittel und auch ein neuerlicher Fastunfall zog gelangweilt in meine Statistik ein. Eine besondere Fährlichkeit wertete ich nicht als solchen, gleichwohl erwies sich jene Situation durchaus als grenzwertig. Am 16.03. kam mir ein viel zu schneller Bus entgegen, direkt dahinter ohne Sicherheitsabstand ein LKW und dahinter ein Auto – ebenso ohne gebührenden Zwischenraum, welches ich natürlich nicht wahrnehmen konnte. Der Wagen wollte links abbiegen – aus Sicht des Fahrers rechts – und selbiger übersah mich selbstverständlich, weil er zu dicht am LKW „hing“. In letzter Sekunde erspähte mich der Fahrer und verriß das Lenkrad schreckhaft nach links und vermied somit mein etwaiges Serienende. Glücklicherweise war die Straße in diesem Moment auf der anderen Spur frei. Ich schrieb eben von Sicherheitsabstand; mir ist bewußt, daß dies ein Wort aus dem Märchenreich ist. Und so hielt sich meine Irritation in Grenzen.

Im März und im April war ich einmal mehr für meine Wollchens verantwortlich, die in der Zeit auch zwillingshaften Nachwuchs bekamen. Die absolute Regelmäßigkeit im Kontext des kulinarischen Wohls tat ihnen sehr gut. Aktuell ist das Theater immens, denn jeden Morgen laufe ich wie gewohnt an ihrer Weide vorbei und darf doch nicht mehr für ihr Frühstück sorgen. Es bricht mir fast das Herz. Einer meiner schönsten Läufe fand am 22.02. statt, bei Starkregen und intensiven Sturmböen erlebte ich den puren Genuß, geboren in einer wundervollen Harmonie der greifbaren Einsamkeit, die ihresgleichen suchte. Am 24.02. unterbrach ich meinen Lauf auf Grund der lieben Wildgänse, um im Anschluß durch eine Versammlung von ca. 40 Gänsen hindurch zu gehen, die nicht eine Sekunde an Flucht dachten. Einige Tage später vernahm ich zweimal kurz die Gesänge des Pirols – bei einer Temperatur von -04 °C und am 04.03. ist das ein absolutes Novum gewesen; so frühzeitig hörte ich den Pirol in all den 19 Laufjahren nicht – dies gilt auch für die Nachtigall. Still erhaben harrten in der strahlenden Sonne zwei Rehe am 09.03. und beobachten mich neugierig – dieser Augenblick trug wahrlich magische Züge, der in dieser Konstellation einzigartig für mich war.

Um bei den herrlichen Tierbeobachtungen zu bleiben, darf ich den Schwarzspecht nicht unerwähnt lassen, welchen ich nach längerer Zeit wieder erspähen durfte und zwar am 05.04. – sodann stellte sich der erste Graugansnachwuchs am 09.04. vor und ja, diese kleinen, goldigen und herzigen Federbälle muß man einfach lieben. Am 15.04. fand ich in meinem Hochwasserschutzgebiet mitten auf meiner Laufstrecke einen toten Jungfuchs, der augenscheinlich unversehrt erschien; ein trauriger Anblick. – – Der Frühling ist allenthalben vollends erwacht, prosperiert ohnegleichen und überrascht mich täglich mit neuen Impressionen, wie sie nur Mutter Natur in das unvergleichliche Bildnis des Lebens malen kann. Mit jeder Sekunde intensiviert sich das Grün, leuchtet stärker und machtvoller, um jeden Beobachter in einen zauberhaften Bann zu ziehen.

So vergeht ein Winter – der keiner war – um Raum zu geben, für grünstrahlende Zeiten, die mit floralen und tierischen Reizen nur so locken. Der grüne Vorhang mit seinem säuselnden Blattgewerk senkt sich tiefer, fällt erhaben hernieder und wird in kurzer Zeit für eine herrliche Undurchdringlichkeit verantwortlich zeichnen. Ich selbst werde mit meinem banalen Täglichlaufen daran partizipieren, um die hehre Natur täglich in ihrer vollendeten Komposition zu beobachten. In der Tat, ich werde meine Intention fortsetzen, den Weg gehen – in diesem meinem Täglichlaufen. Bis zur Fünfzehn. Und darüber hinaus. Allein, wie könnte ich auch nicht?

Herziger Zwillingsnachwuchs

Posted in Meine Schafe on 6. April 2016 by Täglichläufer

Aktuell steht mein Täglichlaufen unter besonderer Beobachtung, respektive unter einer harrenden, ausgeprägt ungeduldigen Erwartung. Seit längerer Zeit bin ich einmal mehr für das kulinarische Wohl meiner herzigen Wollfreunde zuständig. Somit erfährt mein Täglichlaufen jeden Morgen eine Zwangspause, um selbiges Amt verantwortungsvoll umzusetzen. Bereits aus weiter Entfernung werde ich wohlwollend registriert – was durchaus lautmalerisch in mähender Weise kommentiert wird und in der unabwendbaren Konsequenz versammeln sich meine Wollputzels freudig geschlossen vor der Eingangspforte zu ihrer Weide.

Am Ostermontag zogen Zwillinge auf die heimatliche Weide ein, die schlichtweg unbeschreiblich schön wie herzig sind. Der Nachwuchs entwickelt sich großartig und mir deucht, sie streben bereits jetzt eine Karriere als Springböcke an. Und ihre zarten Stimmchen erweichen jedes Herz und zaubern stets ein Lächeln in mein Antlitz. Kurzum, es ist eine wahre Freude, diese wahrhaftige Lebensfreude par excellence zu beobachten und ebenso die stolze Mama, welche sich fürsorglich um ihren Nachwuchs kümmert. In der Tat, Täglichlaufen und Schafe – eine kongeniale Symbiose.

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Das EINE Geschenk. 15 Jahre Täglichlaufen.

Posted in Täglichlaufen. 15 Jahre. on 18. März 2016 by Täglichläufer

Der 17.03.2001 – mein letzter lauffreier Tag. Tempus fugit. Heute ist es nun fünf lange Jahre her, als ich das Ausnahmejubiläum von einer Dekade Täglichlaufen vollziehen und mich damit in der Konsequenz in körperliche wie mentale Höhen erheben durfte, die bis dato für mich ihresgleichen suchten und die ich bereits damals als nicht reproduzierbar definierte. So sei es. Es war für mich nicht abzusehen, wie viel Zeit ich künftig in mein geliebtes, Gelebtes Täglichlaufen noch investieren darf und ja, das war es nie – es war nie planbar; nicht einen einzigen Tag, nicht eine Minute von diesem fragilen Konstrukt. Demungeachtet habe ich meine Intention beharrlich fortgesetzt – Tag für Tag und Lauf um Lauf. Seitdem sind nunmehr fünf Jahre vergangen. Aus dem EINEN Tag wird, nein, wurde heute das EINE Geschenk. 15 Jahre Täglichlaufen. In der Tat, seit heute bin ich ein Täglichläufer auf der 15. Ebene. Seit heute praktiziere ich meine Täglichlaufserie seit 15 Jahren ausnahmslos. Die Dunkelfürstin bot exzellente Rahmenbedingungen feil – ein zärtlicher Hauch von Nieselregen in Kombination mit sanftem Nebel erschufen eine würdige Jubiläumsatmosphäre.

Ich hatte mir vorgenommen, einen ähnlich ausufernden Beitrag wie weiland vor fünf Jahren zu schreiben; ja tatsächlich, einen noch viel längeren. Dies wäre freilich auch angemessen. Als ich im Anschluß 150 Seiten vorformuliert hatte, beschloß ich, darauf zu verzichten und den heutigen einzigartigen Lauf wie Tag um so kürzer auf meiner Seite zu ehren und wertzuschätzen. Nach 15 Jahren Täglichlaufen und nach den zahlreichen Jahren, seitdem diese meine Seite existiert, ist wahrlich alles gesagt. Wie ich mein Täglichlaufen lebe und viel wichtiger noch – fühle, versteht ohnehin kein Mensch und schon gar nicht jene, die Laufen mit dem Wettkampfgedanken verbinden oder Marathonambitionen hegen und entsprechend praktizieren. Derlei ist Welten von meinem Täglichlaufen entfernt, was ich durchaus nicht negativ betrachte. Dennoch, wozu lange über diese Thematik sinnieren? Es ist vollbracht – 15 Jahre. In Kilometern betrachtet – anderthalb Mal um die Erde. Wahrlich bemerkenswert. Heute darf ich lächeln, stolz lächeln und genußvoll schweigen.

Im Rückblick kann ich nur konstatieren, daß es sich beileibe nicht wie 15 Jahre anfühlt; im Gegenteil, der Serienauftakt strahlt noch erhaben in meiner Erinnerung und auch jenes damalige Trotzgefühl, welches mein grundlegendes Tun initiierte, ist nach wie vor präsent wie greifbar und ja, war dieser Tag nicht erst vorgestern? Zeit. Eine menschliche Erfindung, willkürlicher Natur – mein Täglichlaufen verdeutlicht dies par excellence. Es ist bedeutungsvoll, was sich aus dem „Nichtwollen“ heraus entwickeln kann. Besonders aufschlußreich sind in diesem Kontext meine Laufaufzeichnungen, die jeden einzelnen Tag dokumentieren – darin könnte ich mich über Stunden verlieren; in all den Erlebnissen, Momenten und Erfahrungen. Vor kurzem formulierte ich: „Immer heller, tiefer und strahlender weist mich der Pfad des Täglichlaufens hinein in den immer intensiveren Jubiläumsschimmer und ich folge dieser Reise, in deren Verlauf am 18.03. das EINE Geschenk an mich selbst warten wird. Hierbei handelt es sich um ein unfaßbares Geschenk, welches sich mit allen Juwelen der Welt nimmermehr erwerben läßt; man kann es nirgendwo erstehen oder auch nur in schnöde Worte kleiden – diese Kostbarkeit generiert sich nur aus sich selbst heraus – aus mich selbst heraus, aus meiner belanglosen Wenigkeit. Tage kommen, gehen. Verblassen, verwehen. Vernehmliche Stille. Absolute Einsamkeit entfaltet sich. Finsterwolken. Tiefe Versunkenheit. Abgeschiedene Weite. Vollendeter Frieden. Trunken vor Glück. Das leben, was man liebt und lieben, was man lebt.

Wohlan, das ist es. Nun habe ich es in der Tat vollbracht – 15 Jahre Täglichlaufen – in Serie. Es gibt keine Worte dafür, diese Kostbarkeit hier gebührend festzuhalten, zu würdigen. Mir ist bewußt, daß ich das in meinem Leben nie wieder wiederholen kann, darf und werde – die daraus resultierende Wertschätzung – explizit auf die Zukunft bezogen – kann ich ebensowenig in Worte gießen. Was bleibt also? Das Wissen, mein Täglichlaufen von grundauf zu lieben und zu leben. In allen Facetten, in allen Nuancen – bedingungslos. Der gigantische Stolz auf mich selbst, auf mein Täglichlaufen bleibt indessen immer bestehen. Fürwahr. Wohin wird dieser Pfad mich wohl noch führen? Welche zufriedenen Höhen und herausfordernden Tiefen darf ich noch beschreiten? Und, wann wird es enden? Nicht heute und nicht morgen. Die unbarmherzige Regentin der Zeit wird es dereinst lehren und all jene Fragen endgültig für immerdar beantworten. Gelebtes Täglichlaufen – ich setze es fort. Schon morgen. Nicht weniger gnadenlos als die verrinnende wie omnipotente Zeit. Täglichlaufen. 15 Jahre. Ein großartiges, erhabenes Gefühl.

Das EINE Geschenk. Concordia domi, foris pax. An mich selbst.

Posted in Täglichlaufen im Fokus, Täglichlaufen. Status. on 27. Februar 2016 by Täglichläufer

Alles hat seine Zeit. In naher Zukunft werde ich mein fünfzehnjähriges (Serien)-Jubiläum im geliebten wie gelebten Täglichlaufen begehen, sofern mir das greifbare Glück hold ist, die unwägbare Gesundheit stets mitläuft und freilich, das unbeständige Leben selbst muß dieses fragile Vorhaben wohlwollend goutieren. Gleichwohl bemühe ich mich nach Kräften und werde all jene Faktoren, auf die ich einen gewissen Einfluß nehmen kann und darf – in entsprechende Wege kanalisieren. Doch auf eine überaus bewußte, heißt übertrieben vorsichtige wie törichte Konzentration innerhalb der aktiven Ausübung des Täglichlaufens verzichte ich natürlich – wenngleich ich an dieser Stelle gestehen muß, jenes Ausnahmejubiläum zu realisieren, reizt mich wie noch kein Jahresjubiläum je zuvor.

Schließlich obsiegen hier bedeutendere Impressionen, wie die von mir so präferierte Zufriedenheit, Gesundheit, Einsamkeit, Stille und Besinnung auf das Elementare, das wirklich Wichtige im Dasein – den scheinbar unbedeutenden Moment des Lebens festzuhalten und wertzuschätzen – all dies in der kongenialen Natur vereint. Dafür lebe ich, dafür laufe ich. Täglich. Und ja, eine latente Eitelkeit gehört auch dazu, muß dazu gehören; denn „Fünfzehn Jahre Täglichlaufen“ in Serie absolviert zu haben, macht mich selbstverständlich extrem stolz und der Antisportler in mir freut und staunt nach wie vor ob dieser einzigartigen Machtdemonstration meines Körpers wie Geistes. Welcher Nichtsportler kann vergleichbares von sich behaupten? Oder gar Sportler? Ich w i l l diese Ebene erreichen und erhebe sie zum unmittelbaren Ziel, aller gewohnten und an den Tag gelegten Ziellosigkeit zum Trotz – alles andere wäre gelogen.

Immer heller, tiefer und strahlender weist mich der Pfad des Täglichlaufens hinein in den immer intensiveren Jubiläumsschimmer und ich folge dieser Reise, in deren Verlauf am 18.03. das EINE Geschenk an mich selbst warten wird. Hierbei handelt es sich um ein unfaßbares Geschenk, welches sich mit allen Juwelen der Welt nimmermehr erwerben läßt; man kann es nirgendwo erstehen oder auch nur in schnöde Worte kleiden – diese Kostbarkeit generiert sich nur aus sich selbst heraus – aus mich selbst heraus, aus meiner belanglosen Wenigkeit. Tage kommen, gehen. Verblassen, verwehen. Vernehmliche Stille. Absolute Einsamkeit entfaltet sich. Finsterwolken. Tiefe Versunkenheit. Abgeschiedene Weite. Vollendeter Frieden. Trunken vor Glück. Das leben, was man liebt und lieben, was man lebt. Gelebtes Täglichlaufen. Wohlan, möge es gelingen oder möge ich scheitern – der gigantische Stolz auf mich selbst bleibt indessen immerdar bestehen. Fürwahr, so sei es!

Gelebtes Täglichlaufen

Verbliebene Läufe bis „15 Jahre Täglichlaufen in Serie“

27.02.2016 – 14 KM
28.02.2016 – 12 KM
29.02.2016 – 14 KM
01.03.2016 – 14 KM
02.03.2016 – 14 KM
03.03.2016 – 14 KM
04.03.2016 – 14 KM
05.03.2016 – 12 KM
06.03.2016 – 12 KM
07.03.2016 – 14 KM
08.03.2016 – 14 KM
09.03.2016 – 14 KM
10.03.2016 – 13 KM
11.03.2016 – 14 KM
12.03.2016 – 14 KM
13.03.2016 – 12 KM
14.03.2016 – 12 KM
15.03.2016 – 14 KM
16.03.2016 – 12 KM
17.03.2016 – 14 KM
18.03.2016 – 15 KM
(15) F Ü N F Z E H N (15) – J A H R E – T Ä G L I C H L A U F E N

Aegithalos caudatus

Posted in Fauna, Photos on 24. Februar 2016 by Täglichläufer

Heute gelang es mir endlich, eine Schwanzmeise auf ein bildhaftes Gemälde zu bannen. Bei all den verschiedenen Meisenarten bildet jene Unterart hier durchaus eine Seltenheit, in dem Kontext der Häufigkeit. In der Optik mögen sie sich unterscheiden, doch jenen charakteristischen „Hüpfflug“ haben sie gemeinsam und ja, freilich auch das herzig-süße Aussehen. Einfach goldig.

2016_Februar_Schwanzmeise

Den Weg gehen – XI. 2016. Vierzehn Jahre, Elf Monate. Der Schimmer der 15.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Februar 2016 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Vierzehn Jahre und Elf Monate in Serie. 14 Jahre und 11 Monate. In der Tat bemerkenswert. Als Realist hätte ich nie mit zwei oder fünf Jahren Täglichlaufen gerechnet oder gar die vollzogene Zäsur von einer Dekade Täglichlaufen. Das war nie meine Intention; es war nie mein Ziel eine besonders lange Reihe an Jahren zu generieren, explizit auch in dem Kontext dieser unvergleichlichen Ausnahmslosigkeit – wie könnte das Unmögliche auch ein Ziel sein? Derlei ist undenkbar, geschweige denn planbar. Und doch, und doch stehe ich nun kurz vor 15 Jahren Täglichlaufen. Ein banaler Monat Lebenszeit trennt mich von dieser Extremhöhe. An dieser Stelle wäre es höchst töricht von mir, dieses mögliche Jubiläum nicht erreichen zu wollen. Freilich werde ich alles in meiner Macht liegende entsprechend leben, um diesen Ausnahmetag zu verwirklichen. Natürlich bin ich mir nach wie vor der Fragilität jener Hoffnung bewußt. Erst vor wenigen Tagen überholte ich im Rahmen meines Täglichlaufens einen großen Bagger und führte meinen Kopf in einem Abstand von nur zehn Zentimetern Abstand an der gewaltigen Schaufel vorbei. Eine heikle Situation, die rasant zu einem Ende meines Täglichlaufens hätte führen können – so wie unzählige Fährlichkeiten, die unerwartet zwar vielleicht nicht gleich mein Leben beenden, so doch mein Täglichlaufen nachhaltig konterkarieren können. Täglichlaufen war immer ein fragiles Konstrukt und – das wird es für immerdar bleiben. Die daraus resultierende Wertschätzung kann ich mitnichten in schnöde Worte kleiden.

In der vergangenen Phase alternierten die unbeständigen Temperaturen zwischen 08 °C und -13 °C, was in der logischen Konsequenz 18 Kälte-, vier Regen- und einen Nebellauf für meine Statistik bedeutet. Partiell zog die Sturmregentin mit aller Macht auf und demonstrierte selbige uneingeschränkt. In den letzten Jahren siedelten sich in meinem Laufareal mehrere Kraniche an; vielleicht fünf, sechs oder sieben an der Zahl. Doch am 08.02. erspähte ich 25 bis 35 dieser trötigen Putzels, welche nahezu täglich einen wahrlich lustigen Lärm zelebrieren. Ende Januar übernahm ich kurzfristig die kulinarische Versorgung meiner lieben Wollfreunde, was wieder zu einer freudigen Angelegenheit wurde. Mittlerweile kommen zwei Schafe (eine Dame und ein Herr) – sobald sie mich sehen – wie Hunde angerannt, stürmen auf mich zu und wollen möglichst Jahre gestreichelt werden, indessen sie ihren Köpfe auf meinem Arm ablegen und mich mit großen, treuen Augen ansehen. Beende ich die Streicheleinheiten, so verfolgen sie mich am Zaun – solange ihre Weide währt und blicken mir nach, bis ich im Wald verschwinde. Ja, ich liebe meine Wollfreunde von Herzen. Doch befürchte ich, daß ich einen von ihnen heute zum letzten Mal sah – möge ich mich irren!

Apropos Hunde. Am 20.01. verließ mein lieber Nachbarhund Wotan diesen Planeten für immer und immer. Das ist immer noch unvorstellbar für mich. Der Liebste der Lieben – schmerzlich verbannt in das unendliche Reich der Erinnerung. Mein armer Schnuffelgrunzer – es war wirklich eine schöne Zeit mit Dir; stets von wahrer und ehrlicher Freude erfüllt. Am 23.01. beobachte ich zwei wunderschöne Rotfüchse; es ist stets wundervoll, diese erhabenen Gesellen in freier Natur erleben zu dürfen – zumal parallel der Weltgesang von einem starken Schneefall beherrscht wurde. Sodann bot am 13.02. die natürliche Unwägbarkeit eine zutiefst amüsante Begegnung feil. Ich befand mich in der Waldmitte, als ich in der Ferne eine Bewegung wahrnahm; ich war geneigt anzunehmen, daß es sich hierbei um einen Hund handeln würde. Aufgrund der weißen Farbe vermutete ich einen Husky, bis ich zwei, vier, acht und fünfzehn Racker erblickte, die geschlossen in einer Traube den gesamten Weg vereinnahmten und auf mich zu sprinteten. Natürlich handelte es sich um meine Wollies, die jählings in der Bewegung innehielten, anschließend kehrt Marsch befohlen und schlußendlich den Wald so schnell verließen – wie sie ihn vorher erobert hatten. Mein Lachen hallte durch den Wald und kurz danach begrüßte ich den Eigentümer.

Der 07.02. sollte sich als Tag der Schwäne offenbaren. Von Anfang bis Ende meiner 14 Kilometer erspähte ich ein massives Aufgebot von Schwänen am sonnigen Himmelsgewölbe, die in allen Richtungen hin und her schwebten. Welch eindrucksvolle Impressionen durfte ich während meines Laufes aufnehmen. Auch darf der Biber nicht unerwähnt bleiben, den ich am 03.02. beobachten durfte; er schwamm gemütlich in einem Kanal, kam sodann temporär an Land, um hernach wieder schwimmend seines Weges zu ziehen und ja, er blieb gänzlich unbeeindruckt meiner Wenigkeit. Heute wurde ich zu Beginn meines Laufes unterbrochen, denn eine Dame bat mich um Hilfe, welche ich freilich gerne gewährte, um somit ihre latente Notlage aufzulösen.

Also setzt es sich fort – mein geliebtes Täglichlaufen – fest entschlossen auf dem zufriedenen Weg der Stille, Ruhe und Harmonie und in der Ferne, in der weiten Ferne – ja, dort schimmert sie – die geheimnisvolle 15. Jene 15, die wahrlich eine gefühlvolle Besonderheit für mich bedeutet; eine nicht reproduzierbare Einzigartigkeit – wie einst die errungene Dekade. Ich werde mich bemühen, diesen heute noch imaginären Schimmer in die Realität zu zerren. Mehr denn je. Mit aller Macht. Möge es gelingen.

Verurteilte Zivilcourage

Posted in Absurdistan on 14. Februar 2016 by Täglichläufer

Im vergangenen Jahr wurde ein Mann in der Ludwigsburger Innenstadt von mehreren Jugendlichen angegriffen. Er wurde niedergeschlagen, schwer verletzt und erhielt weitere Tritte als er längst am Boden lag. Ein junger Mann zeigte Mut und Engagement und griff unter Gefährdung seiner eigenen Gesundheit ein, um dem Mann zu helfen; vielleicht rettete er ihm das Leben.

Nun wurde das entsprechende Urteil gesprochen, was nicht verwundern darf. Und zwar wurden nicht die Angreifer verurteilt, sondern der Helfer, der Zivilcourage zeigte. An dieser Stelle bin ich allerdings irritiert, daß das Opfer nicht auch verurteilt wurde. Dieses Urteil ist wieder ein Paradebeispiel dafür, wie die sogenannte Justiz in Deutschland funktioniert: Verhöhnung der Opfer und Schutz der Täter. Anstatt den jungen Mann, der sich mit seinem Handeln selbst gefährdete – zu ehren und für sein Engagement auszuzeichnen, wird er bestraft. Er wird dafür verurteilt, weil er möglicherweise ein Leben rettete. Ja, so funktioniert heute die Rechtsprechung in diesem Land.

Dieses Urteil bestärkt mich einmal mehr in meinem Denken, daß nur die Selbstjustiz ein probates Mittel sein kann und freilich lehne ich jede Form von Zivilcourage ab. Ich würde niemals irgendwo einschreiten, um jemanden zu helfen – sofern es nicht meine Familie betrifft – denn schließlich werde ich am Ende dafür bestraft. Ich bin geneigt anzunehmen, daß die Schläger noch belohnt wurden; zudem befürchte ich, daß sich niemand ob der Außenwirkung eines solchen Urteils bewußt ist. Vielleicht gerät die verantwortliche Richterin eines Tages in eine Situation, in der sie Hilfe von Fremden benötigt, aber wer sollte dann helfen? Angesichts derlei Urteile? Es ist wahrlich erschreckend, was heute in Deutschland alles möglich ist. Es wurde Recht gesprochen. Im Namen des Volkes? Ja, gegen das eigene Volk. Solch ein Unrecht wie heute allenthalben praktiziert wird, gab es vermutlich noch nie in Deutschland. Das ist wahrlich beispiellos. Zivilcourage? Unerwünscht. Traurig.

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