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Die vergangene Zukunft – Täglichlaufen. Jahresrückblick 2020.

Posted in Jahresrückblicke on 29. Dezember 2020 by Täglichläufer

Das Jahr ist noch neu, gleichwohl wird es mit eisernen Schritten wie alle anderen zuvor vergehen. Unausweichlich wird es für immerdar in den Strudel der Zeit gesogen und am Ende werden wir uns erneut fragen, wo die schönen Momente des Jahres nur geblieben sind. Dann beginnt es von vorn, das Spiel des Lebens. Immer wieder. Nur die Spieler können sich einer beständigen Ablösung sicher sein. So war die Ordnung der Dinge und so wird sie immer sein.

Nun ist es einmal mehr soweit. Es ist vorbei. Die temporäre Existenzberechtigung des Jahres 2020 wurde nachdrücklich aufgehoben und die omnipotente Herrscherin aus dem Reich der Erinnerungen hat sich seiner mit Hingabe bemächtigt. Vor uns liegt die nebulöse Zukunft, eine vielleicht hoffnungsvolle Zeit, die sich uns nach und nach enthüllen wird – bevor die Königin des Vergessens auch hier ihr Veto einlegen wird. Wir sollten jedweden Moment genießen, so genußvoll als möglich, denn der Kreuzzug der vergangenen Zukunft hat längst begonnen, dieses neue Jahr unbarmherzig zu verschlingen. Die Reise wird nie enden, sie führt uns in die Unendlichkeit, wenngleich wir als stille Beobachter nur einen Moment im Nichts daran partizipieren werden. Gelebte Endlichkeit. Umso essentieller das Auskosten des Seins, des Lebens. Wie gewohnt handelt es sich hierbei um meinen letzten Beitrag in diesem Jahr; der obligatorische Jahresrückblick meiner vergangenen Zukunft – und auch in diesem Jahr wieder in reduzierter Form und nur auf die schnöde Statistik konzentriert.

Wie das Gros der vorangegangenen Jahre war auch das Jahr 2020 in der Majorität ein wahrlich zufriedenes Jahr im Kontext Täglichlaufen für mich, was meine Konzeption des gelebten Täglichlaufens wie noch immer bestätigt und für sie spricht. Freilich liegt dies in der Natur der Sache. Auch künftig betrachte ich diesen meinen Weg mit Demut und werde ihn weiterhin in der gewohnten Form beschreiten – solange ich darf und Körper und Geist in diesem Stil wertschätzen; allein, wie könnte ich auch nicht?

Statistikauszug 2020 hier mehr:

021 (2019: 022) Regenläufe
001 (2019: 001) Glatteislauf
000 (2019: 001) Gewitterlauf
003 (2019: 011) Nebelläufe
119 (2019: 111) Kälteläufe
000 (2019: 001) Hitzelauf
000 (2019: 000) Flutläufe
000 (2019: 000) Stürze
000 (2019: 000) Hundeangriff(e)
004 (2019: 014) Mal Wildschweinkontakt
000 (2019: 002) Mal Waschbärkontakt
000 (2019: 000) Mal Biberkontakt
000 (2019: 000) Mal in Begleitung gelaufen
004 (2019: 004) Mal Fastunfälle mit Autos
086 (2019: 082) Mal Handschuhe getragen
006 (2019: 016) Mal ein langes Oberteil getragen
000 (2019: 000) Mal eine lange Hose getragen
000 (2019: 000) Mal zweimal gelaufen
kältester Lauf bei -07 °C (2019: -07 °C)
heißester Lauf bei 25 °C (2019: 28 °C)

Ich habe in diesem Jahr 3772 gelaufene Kilometer erreicht; damit bleibe ich erneut unter 4000 Jahreskilometer und erreiche einen ähnlichen Wert wie 2019. Eine intensivere Reduktion strebte ich zwar an; allein es gelang mir nicht wirklich. Auch die totale Verbannung der Kilometer-Zählerei konnte ich nicht realisieren, wenngleich ich die Werte erstmalig für diese Rückschau addierte und sie mehr oder minder bedeutungslos sind.

Von wahrer Bedeutung war in diesem Jahr nur mein 18.03.2001–18.03.2020 – Jubiläum von 19 Jahren Täglichlaufen. Und ja, die verzaubernde „20“ tanzt und lächelt immer gravitätischer. So vergeht das Jahr, die Zeit, das Leben, das Dasein – unsere temporäre Existenz – alles schreitet beständig in die vergangene Zukunft, die doch noch nicht existiert und dereinst atemberaubend schnell vergehen wird. Das Jahr hat seinen endgültigen Eintritt in die Geschichte vollzogen. Was bleibt? Erlebnisse. Erinnerungen. Erfahrungen. Und, ein Lächeln. Ja, ich lächele. Das neue Jahr – 2021 – kann kommen. Wird kommen, muß kommen. Und wird sodann genauso rasant im Nichts verglühen. Die Reise wird nie enden. Aber ich, ich steige irgendwann aus. Für immerdar. Oh Leben, was bist du für ein Leben!

Die vergangene Zukunft – Täglichlaufen. Jahresrückblick 2019.

Posted in Jahresrückblicke on 28. Dezember 2019 by Täglichläufer

Das Jahr ist noch neu, gleichwohl wird es mit eisernen Schritten wie alle anderen zuvor vergehen. Unausweichlich wird es für immerdar in den Strudel der Zeit gesogen und am Ende werden wir uns erneut fragen, wo die schönen Momente des Jahres nur geblieben sind. Dann beginnt es von vorn, das Spiel des Lebens. Immer wieder. Nur die Spieler können sich einer beständigen Ablösung sicher sein. So war die Ordnung der Dinge und so wird sie immer sein.

Nun ist es einmal mehr soweit. Es ist vorbei. Die temporäre Existenzberechtigung des Jahres 2019 wurde nachdrücklich aufgehoben und die omnipotente Herrscherin aus dem Reich der Erinnerungen hat sich seiner mit Hingabe bemächtigt. Vor uns liegt die Zukunft, eine vielleicht hoffnungsvolle Zeit, die sich uns nach und nach enthüllen wird – bevor die Königin des Vergessens auch hier ihr Veto einlegen wird. Wir sollten jedweden Moment genießen, so genußvoll als möglich, denn der Kreuzzug der vergangenen Zukunft hat längst begonnen, dieses neue Jahr unbarmherzig zu verschlingen. Die Reise wird nie enden, sie führt uns in die Unendlichkeit, wenngleich wir als stille Beobachter nur einen Moment im Nichts daran partizipieren werden. Gelebte Endlichkeit. Umso essentieller das Auskosten des Seins, des Lebens. Mein letzter Beitrag in diesem Jahr; der obligatorische Jahresrückblick meiner vergangenen Zukunft – auch in diesem Jahr wieder in reduzierter Form und nur auf die schnöde Statistik konzentriert.

Wie die vorangegangenen Jahre war auch das Jahr 2019 ein zutiefst zufriedenes Jahr im Kontext Täglichlaufen für mich, was meine Konzeption des gelebten Täglichlaufens wie noch immer bestätigt und für sie spricht. Freilich liegt dies in der Natur der Sache. Auch künftig betrachte ich diesen meinen Weg mit Demut und werde ihn weiterhin in der gewohnten Form beschreiten – solange ich darf und Körper und Geist in diesem Stil wertschätzen; allein, wie könnte ich auch nicht?

Statistikauszug 2019 hier mehr:

022 (2018: 023) Regenläufe
001 (2018: 002) Glatteislauf
001 (2018: 001) Gewitterlauf
011 (2018: 015) Nebelläufe
111 (2018: 109) Kälteläufe
001 (2018: 000) Hitzelauf
000 (2018: 000) Flutläufe
000 (2018: 000) Stürze
000 (2018: 000) Hundeangriff(e)
014 (2018: 002) Mal Wildschweinkontakt
002 (2018: 000) Mal Waschbärkontakt
000 (2018: 000) Mal Biberkontakt
000 (2018: 000) Mal in Begleitung gelaufen
004 (2018: 004) Mal Fastunfälle mit Autos
082 (2018: 095) Mal Handschuhe getragen
016 (2018: 024) Mal ein langes Oberteil getragen
000 (2018: 004) Mal eine lange Hose getragen
000 (2018: 000) Mal zweimal gelaufen
kältester Lauf bei -07 °C (2018: -14 °C)
heißester Lauf bei 28 °C (2018: 26 °C)

Der Laufbericht des Jahres 2019

02.02.2019 Nur ein Hauch

Ich habe in diesem Jahr 3869 gelaufene Kilometer erreicht; damit erreiche ich endlich mein „Ziel“ unter 4000 Jahreskilometer zu bleiben. In der Tat, diese Reduktion hat wahrlich lange angedauert. Es bedarf nicht viel, um 5000 Kilometer zu erreichen, doch handelt es sich um eine Herausforderung, als Täglichläufer einen geringeren Wert anzustreben. Möglicherweise werde ich in dem kommenden Jahr das Zählen von Kilometern gänzlich verbannen und den Kreis zu meiner Anfangszeit als Täglichläufer schließen.

Von wahrer Bedeutung war in diesem Jahr nur mein 18.03.2001–18.03.2019 – Jubiläum von 18 Jahren Täglichlaufen. So vergeht das Jahr, die Zeit, das Leben, das Dasein – unsere temporäre Existenz – alles schreitet beständig in die vergangene Zukunft, die doch noch nicht existiert und dereinst atemberaubend schnell vergehen wird. Das Jahr hat seinen endgültigen Eintritt in die Geschichte vollzogen. Was bleibt? Erlebnisse. Erinnerungen. Erfahrungen. Und, ein Lächeln. Ja, ich lächele. Das neue Jahr – 2020 – kann kommen. Wird kommen, muß kommen. Und wird sodann genauso rasant im Nichts verglühen. Die Reise wird nie enden. Aber ich, ich steige irgendwann aus. Für immerdar. Oh Leben, was bist du für ein Leben!

Die vergangene Zukunft – Täglichlaufen. Jahresrückblick 2018.

Posted in Jahresrückblicke on 28. Dezember 2018 by Täglichläufer

Das Jahr ist noch neu, gleichwohl wird es mit eisernen Schritten wie alle anderen zuvor vergehen. Unausweichlich wird es für immerdar in den Strudel der Zeit gesogen und am Ende werden wir uns erneut fragen, wo die schönen Momente des Jahres nur geblieben sind. Dann beginnt es von vorn, das Spiel des Lebens. Immer wieder. Nur die Spieler können sich einer beständigen Ablösung sicher sein. So war die Ordnung der Dinge und so wird sie immer sein.

Nun ist es einmal mehr soweit. Es ist vorbei. Die temporäre Existenzberechtigung des Jahres 2018 wurde nachdrücklich aufgehoben und die omnipotente Herrscherin aus dem Reich der Erinnerungen hat sich seiner mit Hingabe bemächtigt. Vor uns liegt die Zukunft, eine vielleicht hoffnungsvolle Zeit, die sich uns nach und nach enthüllen wird – bevor die Königin des Vergessens auch hier ihr Veto einlegen wird. Wir sollten jedweden Moment genießen, so genußvoll als möglich, denn der Kreuzzug der vergangenen Zukunft hat längst begonnen, dieses neue Jahr unbarmherzig zu verschlingen. Die Reise wird nie enden, sie führt uns in die Unendlichkeit, wenngleich wir als stille Beobachter nur einen Moment im Nichts daran partizipieren werden. Gelebte Endlichkeit. Umso essentieller das Auskosten des Seins, des Lebens. Mein letzter Beitrag in diesem Jahr; der obligatorische Jahresrückblick meiner vergangenen Zukunft – in diesem Jahr wieder in reduzierter Form und nur auf die schnöde Statistik konzentriert. Das bald endgültig sterbende Jahr war voller Höhen und Tiefen, durchzogen von Glück, Zufriedenheit, Melancholie, Trauer, Heiterkeit, Schmerzen, Genuß, Herausforderungen, Widrigkeiten, Hoffnung und Frieden.

Fürwahr, das Fazit kann ich vorweg nehmen – wie schon in den Jahren zuvor war auch das Jahr 2018 wieder ein zutiefst zufriedenes Jahr im Kontext Täglichlaufen für mich, was meine Konzeption des gelebten Täglichlaufens wie noch immer bestätigt und für sie spricht. Aber das liegt in der Natur der Sache. Demungeachtet war ich dem unerwarteten Ende so nahe wie selten zuvor, aber irgendwie lief es dann doch weiter. Seltsam. Auch künftig betrachte ich diesen meinen Weg mit Demut und werde ihn weiterhin in der gewohnten Form beschreiten – solange ich darf; denn das der Willen vorhanden ist, muß ich nicht exponiert betonen. Auch künftig werde ich Körper und Geist in diesem Stil wertschätzen; allein, wie könnte ich auch nicht?

Statistikauszug 2018 hier mehr:

023 (2017: 036) Regenläufe
002 (2017: 008) Glatteisläufe
001 (2017: 000) Gewitterlauf
015 (2017: 018) Nebelläufe
109 (2017: 100) Kälteläufe
000 (2017: 000) Hitzeläufe
000 (2017: 000) Flutläufe
000 (2017: 002) Stürze
000 (2017: 000) Hundeangriff(e)
002 (2017: 011) Mal Wildschweinkontakt
000 (2017: 002) Mal Waschbärkontakt
000 (2017: 000) Mal Biberkontakt
000 (2017: 000) Mal in Begleitung gelaufen
004 (2017: 003) Mal Fastunfälle mit Autos
095 (2017: 092) Mal Handschuhe getragen
024 (2017: 023) Mal ein langes Oberteil getragen
004 (2017: 001) Mal eine lange Hose getragen
000 (2017: 000) Mal zweimal gelaufen
kältester Lauf bei -14 °C (2017: -10 °C)
heißester Lauf bei 26 °C (2017: 26 °C)

Der Laufbericht des Jahres 2018

28.02.2018 Meine Zeit

Ich habe in diesem Jahr 4383 gelaufene Kilometer erreicht – ohne „Marathon“, „Wettkampf“, „Leistungen“, „Pläne“, „Ziele“, „Training“ oder sonstigem Schnickschnack, der in der lustigen Laufwelt so gerne gepriesen wird – dies versteht sich natürlich von selbst. Dieser Wert enttarnt sich als eine weitere Reduktion und damit nähere ich mich den angestrebten 4000 Jahreskilometern weiter an; möglicherweise gelingt es mir in dem nächsten Jahr, diese Zahl zu realisieren. Das Leben wird es lehren.

Und ja, was sagen die Kilometer schlußendlich über Genuß, Freude und Härten aus? Nichts. Von wahrer Bedeutung war in diesem Jahr nur mein 18.03.2001–18.03.2018 – Jubiläum von 17 Jahren Täglichlaufen. So vergeht das Jahr, die Zeit, das Leben, das Dasein – unsere temporäre Existenz – alles schreitet beständig in die vergangene Zukunft, die doch noch nicht existiert und dereinst atemberaubend schnell vergehen wird. Das Jahr hat seinen endgültigen Eintritt in die Geschichte vollzogen. Was bleibt? Erlebnisse. Erinnerungen. Erfahrungen. Und, ein Lächeln. Ja, ich lächele. Das neue Jahr – 2019 – kann kommen. Wird kommen, muß kommen. Und wird sodann genauso rasant im Nichts verglühen. Die Reise wird nie enden. Aber ich, ich steige irgendwann aus. Für immerdar. Oh Leben, was bist du für ein Leben!

Die vergangene Zukunft – Täglichlaufen. Jahresrückblick 2017.

Posted in Jahresrückblicke on 27. Dezember 2017 by Täglichläufer

Das Jahr ist noch neu, gleichwohl wird es mit eisernen Schritten wie alle anderen zuvor vergehen. Unausweichlich wird es für immerdar in den Strudel der Zeit gesogen und am Ende werden wir uns erneut fragen, wo die schönen Momente des Jahres nur geblieben sind. Dann beginnt es von vorn, das Spiel des Lebens. Immer wieder. Nur die Spieler können sich einer beständigen Ablösung sicher sein. So war die Ordnung der Dinge und so wird sie immer sein.

Nun ist es einmal mehr soweit. Es ist vorbei. Die temporäre Existenzberechtigung des Jahres 2017 wurde vernichtend aufgehoben und die omnipotente Herrscherin aus dem Reich der Erinnerungen hat sich seiner mit Hingabe bemächtigt. Vor uns liegt die Zukunft, eine vielleicht hoffnungsvolle Zeit, die sich uns nach und nach enthüllen wird – bevor die Königin des Vergessens auch hier ihr Veto einlegen wird. Wir sollten jedweden Moment genießen, so genußvoll als möglich, denn der Kreuzzug der vergangenen Zukunft hat längst begonnen, dieses neue Jahr unbarmherzig zu verschlingen. Die Reise wird nie enden, sie führt uns in die Unendlichkeit, wenngleich wir als stille Beobachter nur einen Moment im Nichts daran partizipieren werden. Gelebte Endlichkeit. Umso essentieller das Auskosten des Seins, des Lebens. Mein letzter Beitrag in diesem Jahr; der obligatorische Jahresrückblick meiner vergangenen Zukunft – in diesem Jahr erneut in reduzierter Form und nur auf die schnöde Statistik konzentriert. Das bald endgültig sterbende Jahr war voller Höhen und Tiefen, durchzogen von Glück, Zufriedenheit, Melancholie, Trauer, Heiterkeit, Schmerzen, Genuß, Herausforderungen, Widrigkeiten, Hoffnung und Frieden.

Fürwahr, das Fazit kann ich vorweg nehmen – wie schon in den Jahren zuvor war auch das Jahr 2017 wieder ein zutiefst zufriedenes Jahr im Kontext Täglichlaufen für mich, was meine Konzeption des gelebten Täglichlaufens wie noch immer bestätigt und für sie spricht. Aber das liegt in der Natur der Sache. Mein Täglichlaufen ist auch in diesem Jahr ein Garant für die stete Zufriedenheit gewesen, explizit auch gesundheitlicher Natur, wofür ich sehr dankbar bin. Dementsprechend betrachte ich diesen meinen Weg mit Demut und werde ihn weiterhin in der gewohnten Form beschreiten – solange ich darf; denn das der Willen vorhanden ist, muß ich nicht exponiert betonen. Auch künftig werde ich Körper und Geist in diesem Stil wertschätzen; allein, wie könnte ich auch nicht?

Statistikauszug 2017 hier mehr:

036 (2016: 025) Regenläufe
008 (2016: 001) Glatteisläufe
000 (2016: 000) Gewitterlauf
018 (2016: 020) Nebelläufe
100 (2016: 111) Kälteläufe
000 (2016: 000) Hitzeläufe
000 (2016: 000) Flutläufe
002 (2016: 000) Stürze
000 (2016: 000) Hundeangriff(e)
011 (2016: 014) Mal Wildschweinkontakt
002 Mal Waschbärkontakt
000 (2016: 002) Mal Biberkontakt
000 (2016: 000) Mal in Begleitung gelaufen
003 (2016: 002) Mal Fastunfälle mit Autos
092 (2016: 095) Mal Handschuhe getragen
023 (2016: 032) Mal ein langes Oberteil getragen
001 (2016: 005) Mal eine lange Hose getragen
000 (2016: 000) Mal zweimal gelaufen
kältester Lauf bei -10 °C (2016: -13 °C)
heißester Lauf bei 26 °C (2016: 26 °C)

Der Laufbericht des Jahres 2017

30.10.2017 Orkanwelten

Ich habe in diesem Jahr 4540 gelaufene Kilometer erreicht – ohne „Marathon“, „Wettkampf“, „Leistungen“, „Pläne“, „Ziele“, „Training“ oder sonstigem Schnickschnack, der in der lustigen Laufwelt so gerne gepriesen wird – dies versteht sich natürlich von selbst. Mit dem Wert selbst bin ich allerdings mitnichten zufrieden, denn ich bleibe zwar wieder unter 5000 Jahreskilometern, gleichwohl hatte ich eine nachhaltigere Reduktion meiner Umfänge angestrebt, welches mir nicht gelungen ist. Aktuell schweben mir 4000 Kilometer pro Jahr vor – doch ich bin mir bewußt, derlei ist eine Herausforderung für mich – als Täglichläufer, der das Täglichlaufen von grundauf liebt. Wie dem auch sei, möge es mir 2018 gelingen – das Leben wird es lehren.

Und ja, was sagen die Kilometer schlußendlich über Genuß, Freude und Härten aus? Nichts. Von wahrer Bedeutung war in diesem Jahr nur mein 18.03.2001–18.03.2017 – Jubiläum von 16 Jahren Täglichlaufen. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, daß ich nun seit 20 Jahren der Gilde der Läufer angehöre – was für eine Zeitspanne! So vergeht das Jahr, die Zeit, das Leben, das Dasein – unsere temporäre Existenz – alles schreitet beständig in die vergangene Zukunft, die doch noch nicht existiert und dereinst atemberaubend schnell vergehen wird. Das Jahr hat seinen endgültigen Eintritt in die Geschichte vollzogen. Was bleibt? Erlebnisse. Erinnerungen. Erfahrungen. Und, ein Lächeln. Ja, ich lächele. Das neue Jahr – 2018 – kann kommen. Wird kommen, muß kommen. Und wird sodann genauso rasant im Nichts verglühen. Die Reise wird nie enden. Aber ich, ich steige irgendwann aus. Für immerdar. Oh Leben, was bist du für ein Leben!

Die vergangene Zukunft – Täglichlaufen. Jahresrückblick 2016.

Posted in Jahresrückblicke on 29. Dezember 2016 by Täglichläufer

Das Jahr ist noch neu, gleichwohl wird es mit eisernen Schritten wie alle anderen zuvor vergehen. Unausweichlich wird es für immerdar in den Strudel der Zeit gesogen und am Ende werden wir uns erneut fragen, wo die schönen Momente des Jahres nur geblieben sind. Dann beginnt es von vorn, das Spiel des Lebens. Immer wieder. Nur die Spieler können sich einer beständigen Ablösung sicher sein. So war die Ordnung der Dinge und so wird sie immer sein.

Nun ist es einmal mehr soweit. Es ist vorbei. Die temporäre Existenzberechtigung des Jahres 2016 wurde vernichtend aufgehoben und die omnipotente Herrscherin aus dem Reich der Erinnerungen hat sich seiner mit Hingabe bemächtigt. Vor uns liegt die Zukunft, eine hoffnungsvolle Zeit, die sich uns nach und nach enthüllen wird – bevor die Königin des Vergessens auch hier ihr Veto einlegen wird. Wir sollten jedweden Moment genießen, so genußvoll als möglich, denn der Kreuzzug der vergangenen Zukunft hat längst begonnen, dieses neue Jahr unbarmherzig zu verschlingen. Die Reise wird nie enden, sie führt uns in die Unendlichkeit, wenngleich wir als stille Beobachter nur einen Moment im Nichts daran partizipieren werden. Gelebte Endlichkeit. Umso essentieller das Auskosten des Seins, des Lebens. Mein letzter Beitrag in diesem Jahr; der obligatorische Jahresrückblick meiner vergangenen Zukunft – in diesem Jahr in reduzierter Form und nur auf die schnöde Statistik konzentriert. Das bald endgültig sterbende Jahr war voller Höhen und Tiefen, durchzogen von Glück, Zufriedenheit, Melancholie, Trauer, Heiterkeit, Schmerzen, Genuß, Herausforderungen, Widrigkeiten, Hoffnung und Frieden.

Fürwahr, das Fazit kann ich vorweg nehmen – wie schon in den Jahren zuvor war auch das Jahr 2016 wieder ein zutiefst zufriedenes Jahr im Kontext Täglichlaufen für mich, was meine Konzeption des gelebten Täglichlaufens wie noch immer bestätigt und für sie spricht. Aber das liegt in der Natur der Sache. Mein Täglichlaufen ist auch in diesem Jahr ein Garant für die stete Zufriedenheit gewesen, explizit auch gesundheitlicher Natur, wofür ich sehr dankbar bin – eine Ausnahme gab es freilich in diesem Jahr und viel fehlte nicht, so wäre mein fragiles Konstrukt vom Täglichlaufen endgültig zerbrochen, doch ja – ich hatte Glück und darf die Fortsetzung noch leben. Dementsprechend betrachte ich diesen meinen Weg mit Demut und werde ihn weiterhin in der gewohnten Form beschreiten – solange ich darf; denn das der Willen vorhanden ist, muß ich nicht exponiert betonen. Auch künftig werde ich Körper und Geist in diesem Stil wertschätzen; allein, wie könnte ich auch nicht?

Statistikauszug 2016 hier mehr:

025 (2015: 026) Regenläufe
001 (2015: 000) Glatteisläufe
000 (2015: 000) Gewitterlauf
020 (2015: 014) Nebelläufe
111 (2015: 106) Kälteläufe
000 (2015: 004) Hitzeläufe
000 (2015: 000) Flutläufe
000 (2015: 000) Sturz/Stürze
000 (2015: 000) Hundeangriff(e)
014 (2015: 005) Mal Wildschweinkontakt
002 (2015: 000) Mal Biberkontakt
000 (2015: 001) Mal in Begleitung gelaufen
002 (2015: 006) Mal Fastunfälle mit Autos
095 (2015: 097) Mal Handschuhe getragen
032 (2015: 030) Mal ein langes Oberteil getragen
005 (2015: 000) Mal eine lange Hose getragen
000 (2015: 000) Mal zweimal gelaufen
kältester Lauf bei -13 °C (2015: -06 °C)
heißester Lauf bei 26 °C (2015: 30 °C)

Die Laufberichte des Jahres 2016

08.01.2016 Vollendete Harmonie
14.11.2016 Der Moment…

Ich habe in diesem Jahr 4564 gelaufene Kilometer erreicht – ohne „Marathon“, „Wettkampf“, „Leistungen“, „Pläne“, „Ziele“, „Training“ oder sonstigem Schnickschnack, der in der lustigen Laufwelt so gerne gepriesen wird – dies versteht sich natürlich von selbst. Mit dem Wert bleibe ich erneut 5000 Jahreskilometern – wie schon im vergangenen Jahr und eine nachhaltigere Reduktion meiner Umfänge ist mir nur partiell gelungen; nichtsdestotrotz liegt der Wert im Rahmen meiner aktuellen Intention. Was sagen die Kilometer schon über Genuß, Freude und Härten aus? Nichts. Von wahrer Bedeutung war in diesem Jahr nur mein 18.03.2001–18.03.2016 – Jubiläum von 15 Jahren Täglichlaufen. So vergeht das Jahr, die Zeit, das Leben, das Dasein – unsere temporäre Existenz – alles schreitet beständig in die vergangene Zukunft, die doch noch nicht existiert und dereinst atemberaubend schnell vergehen wird. Das Jahr hat seinen endgültigen Eintritt in die Geschichte vollzogen. Was bleibt? Erlebnisse. Erinnerungen. Erfahrungen. Und, ein Lächeln. Ja, ich lächele. Das neue Jahr – 2017 – kann kommen. Wird kommen, muß kommen. Und wird sodann genauso rasant im Nichts verglühen. Die Reise wird nie enden. Aber ich, ich steige irgendwann aus. Für immerdar. Oh Leben, was bist du für ein Leben!

Die vergangene Zukunft – Täglichlaufen. Jahresrückblick 2015.

Posted in Jahresrückblicke on 29. Dezember 2015 by Täglichläufer

Das Jahr ist noch neu, gleichwohl wird es mit eisernen Schritten wie alle anderen zuvor vergehen. Unausweichlich wird es für immerdar in den Strudel der Zeit gesogen und am Ende werden wir uns erneut fragen, wo die schönen Momente des Jahres nur geblieben sind. Dann beginnt es von vorn, das Spiel des Lebens. Immer wieder. Nur die Spieler können sich einer beständigen Ablösung sicher sein. So war die Ordnung der Dinge und so wird sie immer sein.

Nun ist es einmal mehr soweit. Es ist vorbei. Die temporäre Existenzberechtigung des Jahres 2015 wurde vernichtend aufgehoben und die omnipotente Herrscherin aus dem Reich der Erinnerungen hat sich seiner mit Hingabe bemächtigt. Vor uns liegt die Zukunft, eine hoffnungsvolle Zeit, die sich uns nach und nach enthüllen wird – bevor die Königin des Vergessens auch hier ihr Veto einlegen wird. Wir sollten jedweden Moment genießen, so genußvoll als möglich, denn der Kreuzzug der vergangenen Zukunft hat längst begonnen, dieses neue Jahr unbarmherzig zu verschlingen. Die Reise wird nie enden, sie führt uns in die Unendlichkeit, wenngleich wir als stille Beobachter nur einen Moment im Nichts daran partizipieren werden. Gelebte Endlichkeit. Umso essentieller das Auskosten des Seins, des Lebens. Mein letzter Beitrag in diesem Jahr; der obligatorische Jahresrückblick meiner vergangenen Zukunft. Das bald endgültig sterbende Jahr war voller Höhen und Tiefen, durchzogen von Glück, Zufriedenheit, Melancholie, Trauer, Heiterkeit, Schmerzen, Genuß, Herausforderungen, Widrigkeiten, Hoffnung und Frieden. Im groben Rahmen lasse ich exponierte Erlebnisse Revue passieren. Teure Momente aus dem geliebten Reich der Erinnerungen, die mir so vorkommen, als ob sie eben erst passiert wären. Wohlan, es mag beginnen.

Fürwahr, das Fazit kann ich vorweg nehmen – wie schon in den Jahren zuvor war auch das Jahr 2015 wieder ein zutiefst zufriedenes Jahr im Kontext Täglichlaufen für mich, was meine Konzeption des gelebten Täglichlaufens wie noch immer bestätigt und für sie spricht. Aber das liegt in der Natur der Sache. Mein Täglichlaufen ist auch in diesem Jahr ein Garant für die stete Zufriedenheit gewesen, explizit auch gesundheitlicher Natur, wofür ich sehr dankbar bin – entsprechend betrachte ich diesen meinen Weg mit Demut und werde ihn weiterhin in der gewohnten Form beschreiten – solange ich darf; denn das der Willen vorhanden ist, muß ich nicht exponiert betonen. Auch künftig werde ich Körper und Geist in diesem Stil wertschätzen; allein, wie könnte ich auch nicht?

Januar

In aller Stille vollzog sich der Jahresauftakt in Liebe und Zufriedenheit und ja, in diesem Stil setzte sich meine täglichlaufende Reise entsprechend fort. Der absolute Höhepunkt in dem ersten Monat des Jahres enttarnte sich als mein: 1000. Kältelauf. Bezogen auf einen Zeitraum, der am 01.01.2000 seine Initiation feierte. Mit anderen Worten, vom 01.01.2000 bis zu diesem Tag absolvierte ich 1000 Läufe, die alle dem unerbittlichen Reich der hehren Kälteregentin geschuldet sind. Was für eine bedeutende Zahl – 1000 Läufe in meinem geliebten Frostgesang, eine wahrhaft seltene statistische Begebenheit, die nur mit immens viel Geduld zu generieren ist, doch freilich in meinem geliebten, gelebten Täglichlaufenkontinuum geboren wurde. Am 31.01. erlebte ich einen Lauf, der sich nicht in Worte kleiden ließ – ein einzigartiger Traumlauf in einer weißen Schneewelt im herrlichen Sonnenschein bei blauem Himmel lud mich zum Genießen ein. Die Kraniche tröteten, die Silberreiher standen am Ufer und die Vögel sangen allenthalben wie im Frühling.

Februar

Der Februar stand wie so oft im Zeichen des wolligen Nachwuchses, der nur tiefe Freude bereitete. Am 15.02. durfte ich ein neugeborenes – vollkommen schwarzes – Schafbaby auf dem Arm halten und jener Moment wurde natürlich zu einem unvergleichlichen Augenblick in diesem Weltgesang. Auch schloß ich im Februar meine Fütterungstätigkeit bei meinen geliebten Wollfreunden ab – wenngleich nur temporär. Aktuell (seit dem 28.12.) trage ich erneut die Verantwortung für das kulinarische Wohl meiner geliebten Putzels. Schrecklich war die Phase im Anschluß, als ich mein Amt beendete hatte und täglich an ihnen vorbei lief und doch kein Futter mehr vergeben durfte – das Theater ihrerseits war riesig. Am 24.02. lief ich in einem Abstand von nur drei Metern an mehreren Graugänsen vorbei – nach meiner Anrede blieben sie stehen und guckten neugierig. Drei Tage später erschreckte ich an einem Feldrand zwei Graugänse; ich erschien praktisch aus dem Nichts heraus. Sie schimpften und flogen davon – nach meiner unmittelbaren Anrede landeten sie sofort wieder und stellten das Schimpfen ein und spazierten entspannt umher. Als Täglichläufer ist man schließlich auch in der tierischen Welt bekannt.

Wollies_2015

März

Einmal mehr der März. Nur ein Datum ist wahrlich von Bedeutsamkeit in diesem Monat – der 18.03.2015. Auch 2015 vollzog ich an diesem ausgewählten Datum mein elementarstes Jubiläum: 14 Jahre Täglichlaufen in Serie. Nun ist er also tatsächlich erschienen – der eine Tag in diesem Jahr – der für mich von essentieller Bedeutung ist und bisher von mir nur sehnsüchtig erhofft werden durfte. Behutsam, geheimnisvoll und doch unaufhaltsam näherte sich der 18.03.2015 aus der noch nicht geborenen Zukunft und trat heute vernehmlich wispernd in diesen temporär lebenden Weltgesang ein; in mein ureigenes Dasein, welches nicht mehr ist wie ich selbst auch, nur Staub im Wind. In der Tat, mit dem heutigen Lauf in den frühen Morgenstunden habe ich mein scheinbar obligates Jahresjubiläum vollzogen – an dieser Stelle darf ich zurückblicken auf 14 Jahre Täglichlaufen in Serie. Ausnahmslos. Seit heute stehe ich auf der 14. Jahresebene in der Zunft der Täglichläufer, ein würdiger Moment in diesem meinem Leben Was für ein Tag! Was könnte ich heute in der Jahresrückschau diesbezüglich noch anmerken? Nichts. Der schönste Lauf im März fand zweifelsohne am 31.03. statt – ein starker Sturm dominierte das Weltgeschehen, kongenial verbunden mit Schnee- und Schneeregen in einer greifbaren, finsteren Einsamkeit, die ihresgleichen suchte und ja, mich fand. Niemand wagte sich hinaus in jene herrliche Atmosphäre und ich habe es wahrlich genossen. Nach nunmehr 14 Jahren Täglichlaufen weiß ich dieses Geschenk in tiefer Dankbarkeit und zufriedener Demut in absoluter Weise zu schätzen.

18.03.2015

April

Im April erspähte ich zum ersten Mal den diesjährigen Graugansnachwuchs – drei lütte, goldige Federbälle paddelten ihren viel zu schnellen Eltern hinterdrein. Was war das für ein herziger Anblick! Um bei dieser gefiederten Thematik zu bleiben, darf folgendes Erlebnis nicht unerwähnt bleiben. Am 08. April kam mir mitten im Wald ein edler Bussard entgegen; direkt auf meine laufende Präsenz zu und zudem in Kopfhöhe, um kurz vor mir nach rechts abzudrehen und in einem Abstand von nur einem Meter passierte er oder sie mich höchst entspannt – welch nahe Begegnung!Um den Genuß zu trüben, erlebte ich Ende April den dritten Fastunfall in diesem Jahr. Auch hierbei bleibt alles wie gewohnt. Ein Trauerspiel. Weiterhin übernahm ich erneut das gewichtige Amt als Futterlehrling für meine geliebten Wollfreunde, wenngleich zeitlich sehr begrenzt – für nur eine Woche. Die Freude ob meiner Aktivität war auf beiden Seiten freilich unbegrenzt; allein das Theater nach meiner Amtsaufgabe war entsprechend nicht minder gewaltig. Doch schlußendlich mußten wir uns alle wieder daran gewöhnen, der Alltag obsiegte. Ende April vernahm ich zum ersten Mal den Kuckuck in diesem Jahr.

Mai

Der Mai stand ganz im Zeichen des Frühlings. Am 04.05. – quakten zum ersten Mal in diesem Jahr die Froschels in meinem Hochwasserschutzgebiet, spätestens an dieser Stelle wurde der frühlingshafte Wandel wahrhaftig vollzogen. Im tiefen Wald beobachtete ich ein Reh; wir sahen uns beide an, bis es dann gemütlich weiter spazierte – von Flucht war keine Rede. Durchaus ein Novum. Die erste und letzte Begleitung in diesem Jahr läuferischer Natur fand am 16.05. statt – in den Morgenstunden begleitete mich ein Lauffreund mit seinem Schäferhund und so eroberten wir zusammen den natürlichen Weltgesang. Am 24.05. wurde mir die große Ehre zuteil, einen Kranich in einem Abstand von nur zehn Metern zu passieren, der temporär die Flügel ausbreitete, um mich dann gelassen zu beobachten. Insgesamt war jener Monatsabschnitt ein sehr beschaulicher, beherrscht von der edlen Natur.

Juni

Im Juni war nur ein Lauf von wahrer Gewichtung, der Regensturm: Die Welt ist dunkel geworden, aber nicht in einer alles verzehrenden Finsternis, nein, der Weltgesang hat sich grau gewandet. Elementares Grau. Die abgeschiedene Weite dominiert bar jedweder Nuancen und vereinigt sich am freien Horizont mit dem grauen Meer der Unendlichkeit. Bereits in der Nacht öffneten sich die imaginären Wasserschleusen in dem hehren Gewölk und noch am frühen Morgen perlte der liebliche Regen stürmend hernieder und generierte eine latente Angst in meinem Geiste. Eine unsichtbare Macht zog mich gravitätisch an und lud mich ein – an dem raren Geschenk eines Regenlaufes zu partizipieren. Von einem wohlwollenden Sturm kann mitnichten die Rede sein, doch treten heute immer wieder moderate Böen auf, die mich ausnahmsweise nicht entführen wollen, nein, scheinbar ist ihr Bestreben, mich zurückzudrängen; immer wieder galoppieren sie mit aller Macht gegen meine schwarze Präsenz – hoffnungslos. Ich erobere doch meinen Weg. Das grüne Gräsermeer – mitten in dem Hochwasserschutzgebiet gelegen – wird durch den wehenden Odem unbarmherzig hernieder gehalten, ungestüme Sturmreiter fegen wellengleich über die wasserlose Ebene. Es ist das ein wundervoller Anblick, der zum Verweilen reizt. An meiner Lieblingsstelle unterbreche ich meinen Lauf, betrete den Strand und verharre, halte inne und beobachte den grauen Dunkelsee mit seinen unablässigen Wellen, die nach ihrem eigenen Takt schlagen und Woge um Woge mit einer zarten Gischt an das Land werfen. Die unruhige Wasseroberfläche empfängt das fallende Heer der tanzenden Regentropfen und verzehrt sie lautlos. Doch wenn ich die Augen schließe, vernehme ich das malerische Prasseln; tränengleich rinnt das Naß von den Bäumen, um in dem irrealen Nichts für immerdar zu vergehen. Was für ein Lauf!

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Juli

Am 01.07. flüchtete ein riesiger Seeadler vor meiner laufenden Wenigkeit, bis er nach meinem Anreden zurückkehrte, sich auf einen Ast setzte und das kommende Geschehen abwartete. Allein als ich mich unmittelbar näherte, flog er doch noch von dannen – dennoch, ein beeindruckendes Erlebnis. Sodann absolvierte ich im Juli meinen 300. Hitzelauf. Nicht wirklich ein feierliches Datum. Das gilt ebenso für meine Begegnung mit der Polizei, die keinen anderen Aufgaben wahrnehmen, als harmlose Täglichläufer in ihrem Agieren zu behindern und parallel dazu, ihre Wehrfähigkeit zu reduzieren. Deutschland ist wahrlich ein erbärmliches Land. Jene Begegnung war durchaus eine Zäsur und erschütterte meine Grundfeste als Läufer; immerhin praktiziere ich das seit 18 Jahren.

300
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August

Das sommerliche Zepter wurde mit brennender Macht geschwungen und selbst sehr früh – war es einfach nur drückend, schwül und unangenehm in den Wäldern, in meinem Laufareal. Als ob das nicht herausfordernd genug wäre, erlebe ich während meiner Läufe entomologische Dauerangriffe von allen Flanken und so kann ich nur konstatieren, daß ich mich nicht erinnern kann, jemals eine derart lange Phase erlebt zu haben, in der ich mein Täglichlaufen hochgradig widerwillig praktizierte. Am 07.08. erlebte ich den fünften Fastunfall in diesem Jahr; der Fahrer eines 40 t Vehikel beschloß, mich „auf das Korn“ zu nehmen und in der letzten Sekunde entging ich diesem frevelhaften Attentat, was mein Bild dieser Zunft einmal mehr bestätigt. Kurios ist nur, daß ich weit vor dem LKW lief – also war ich weithin sichtbar, weiß gekleidet im Sonnenschein und nicht zu übersehen – es sei denn, der Fahrer war blind. Am 18.08. tendierte der Auftakt meines Laufes in Richtung Starkregen und ich sog förmlich greifbare Energie ein, die sich entsprechend auf Körper und Geist auswirkte. Die sommerlichen, niederdrückenden Ketten, welche mich bis dato fesselten, fielen von mir ab – gelöst von Geisterhand und so eroberte ich mein Laufareal höchst zufrieden und flog wie der Wind durch den Weltgesang. Ein weiterer Monat hauchte sein Leben für immerdar aus.

2015_August_Sturm

September

September. Ein halbes Jahr nach dem 18.03.2015: Täglichlaufen. Stolze und kostbare Vierzehn Jahre und Sechs Monate in Serie. Oder anders formuliert, mein Halbjahresjubiläum feiert heute seinen temporären Moment, geboren in Zeit und Raum und hinein getragen, in diese meine flüchtige Welt des Täglichlaufens und entsprechend mental und körperlich von mir in Harmonie geformt und geprägt – so konstatierte ich damals. Tempus fugit. In weniger als drei Monaten wird vielleicht die 15 hernieder leuchten. So verrinnt sie, die Lebenszeit. Am 16.09. begann der Tag sehr finster und ein nasser Hauch ließ sich herab, um die irdische Welt zu beschenken, gleichwohl konnte ich das bei aller Regenliebe nicht als Regenlauf gelten lassen, so daß mein 350. Regenlauf weiterhin in der Zukunft auf den Vollzug warten darf. Doch auch jener Tag sollte sich bald materialisieren. Der Ausklang offenbarte sich relativ frisch. Heute früh (29.09.) erfolgte der erste Kältelauf in dieser aktuellen Herbst/Winterphase und zum ersten Mal überhaupt zieht nun der September in diese meine Statistik (gerechnet ab 2000) ein. Dennoch, ein Winter sollte nicht folgen, ungeachtet dieser vorzeitigen Frische.

2015_September_Regenbogen

Oktober

Das einstmals grüne Blattgewerk welkt melancholisch in den unendlichen Tod ohne Hoffnung auf Wiederkehr und auch mein Halbjahresjubiläum wurde vernehmlich trauernd in das vollendete Verderben gesogen, um zukünftig höchst bescheiden in der Erinnerung zu leuchten. Und so zieht ein neuerlicher Monat Täglichlaufen in die surreale Vergänglichkeit ein, der gleichsam bedeutungsvoll wie bedeutungslos für mich war. Nach all den Jahren darf ich meine sogenannte „Serie“ im Täglichlaufen fortsetzen, wofür ich sehr dankbar bin – welches explizit für die herbstliche Zeit in einem besonderen Maße gilt. Es ist eine wahre Gnade, dem natürlichen Wechsel der Jahreszeiten täglich im Laufschritt beizuwohnen. Täglichlaufen in der alles verzehrenden, herbstlichen Finsternis auf dem frostigen Pfad in den Winter – welch ein Traum! In der Tat, zuweilen werden sie wahr. Am 08.10. erlebte ich endlich meinen 350. Regenlauf, den ich nicht in einen schnöden Artikel gießen wollte, doch ja, ich habe das Regenglück wahrlich genossen. Noch im Oktober hoffte ich auf einen schneereichen Winter oder zumindest auf eine adäquate Winterkälte, doch bis heute enttäuscht die Frostregentin.

November

Im November glitten direkt über meine täglichlaufende Wenigkeit acht Schwäne hinweg, begleitet von ihrem eigentümlich sonoren Sirren, welches ich als prachtvoll erachte. Doch damit der beobachtenden Freude nicht genug, nein, nur einen Tag später vollzog sich ein identisches Spektakel – jedoch mit neun Schwänen. Was für ein imposanter Anblick. Der Herbst vergeht indessen unentschlossen, der Winter naht zurückhaltend. Vielleicht. Die säuselnden Blättergewänder sind durchlässig geworden, weinen still und der hehre Sturm obsiegt allenthalben. Eines Morgens unterbrach ich jählings meinen Lauf und weilte verloren zwischen den mich umgebenden Baumgiganten, deren empor ragende Kronen im ungestümen Wind hin und her tanzten, begleitet von einem sonoren Rauschen, das jedwede Töne absorbierte. Lautes Schweigen. Ein einzelnes Blatt wurde von einer unsichtbaren Hand ergriffen, drehte sich in dem Sturm immer wieder um sich selbst, wurde unstet in alle Richtungen geworfen, um irgendwann endgültig leise hernieder zu gleiten. Ich stand immer noch regungslos und beobachtete das Geschehen, den ureigenen Tanz der wispernden Baumgesellen; es spielte dazu eine wehende Melodie, die ich doch nicht wahrnehmen konnte. Es blieb bei dem einen Blatt. Eine melancholische Szene, gezeichnet an einem finsteren Tagesbeginn in ein vergängliches Gemälde der Abgeschiedenheit. Und doch sehr fesselnd, ein wahrhaftig magischer Moment, der sich nicht mit unzulänglichen Worten beschreiben läßt – die bedeutenden Augenblicke im Leben kann man nur fühlen. Meine ungewisse Reise setzt sich fort, in diesem meinem Täglichlaufen – genau wie das einsame Blatt. Und wohin es getragen wird, weiß nur der Wind.

Dezember

Dezember. Der zehnte Monat des Jahres machte seinem Namen alle Ehre; so darf es nicht irritieren, daß der Sommer zurückkehrte. Nichtsdestotrotz entschädigte mich die Natur mit ausgewählten Momenten. Um das reine Weiß erneut zu hochleben zu lassen – wie schon im November, sei der 05.12. erwähnt, bei 04 °C von einem unangenehmen Wind flankiert, flog ein edler Silberreiher von dannen, der von der leuchtenden Sonne gravitätisch angestrahlt wurde, um somit sein nobles Weiß um ein Vielfaches zu intensivieren. Bei den nachhaltigen Böen ließ er sich mehr treiben, als das er sich selbst bemühen mußte. Dieses konzentrierte Weiß am weiten, blauen Firmament findet keine Entsprechung – so traumhaft phantastisch wurde es in mein Lebensgemälde von der omnipotenten Natur gezeichnet. Sodann bot der stärkste Sturm der vergangenen Jahre sein Schauspiel im Dezember feil. Diese erlebte Entfesselung war wahrlich eine Machtdemonstration ohnegleichen. Allein die Wälder erschufen gehaltvolle Impressionen, die einen gewichtigen Eindruck auf mich ausübten. Fürwahr, die Baumriesen hämmerten wild um sich; die hehren Kronen schlugen fechtend ineinander, verkrallten sich vernehmlich kämpfend und erzeugten kratzende Geräusche, die in Kombination mit einem ungestümen Rauschen im Hintergrund alles beherrschten und in aller Deutlichkeit demonstrierten, wie klein und unbedeutend wir Menschen doch sind. Jener Lauf war im Zeichen der Naturgewalten höchst faszinierend wie inspirierend. Und so verweht die Jahresrückschau gnadenlos im Zeitenwind und nur noch wenige kostbare Tage stürzen über uns hernieder, so fällt dieses Jahr in den wohlverdienten Tod. Das reguläre Jahr endet – das Täglichlaufjahr obsiegt weiterhin. Doch nicht mehr lange. Gelebtes Täglichlaufen.

Sommer_2015_a
Dezember_Sonne
Sommer_2015_b

Statistikauszug 2015 hier mehr:

026 (2014: 029) Regenläufe
000 (2014: 000) Glatteisläufe
000 (2014: 001) Gewitterlauf
014 (2014: 024) Nebelläufe
107 (2014: 104) Kälteläufe
004 (2014: 003) Hitzeläufe
000 (2014: 000) Flutläufe
000 (2014: 000) Sturz/Stürze
000 (2014: 000) Hundeangriff(e)
005 (2014: 003) Mal Wildschweinkontakt
000 (2014: 001) Mal Biberkontakt
001 (2014: 004) Mal in Begleitung gelaufen
006 (2014: 002) Mal Fastunfälle mit Autos
097 (2014: 102) Mal Handschuhe getragen
030 (2014: 023) Mal ein langes Oberteil getragen
000 (2014: 003) Mal eine lange Hose getragen
000 (2014: 001) Mal zweimal gelaufen
kältester Lauf bei -06°C (2014: -13 °C)
heißester Lauf bei 30°C (2014: 28 °C)

Die Laufberichte des Jahres 2015

23.06.2015 Regensturm

Ich habe in diesem Jahr 4749 gelaufene Kilometer erreicht – ohne „Marathon“, „Wettkampf“, „Leistungen“, „Pläne“, „Ziele“, „Training“ oder sonstigem Schnickschnack, der in der lustigen Laufwelt so gerne gepriesen wird – dies versteht sich natürlich von selbst. Mit dem Wert bleibe ich unter 5000 Jahreskilometern – wie zuletzt 2010 – aber dergleichen ist per se irrelevant. Was sagen die Kilometer schon über Genuß, Freude und Härten aus? Nichts. Traditionell bedingt, werde ich Silvester zwei Läufe absolvieren und damit das Jahr verabschieden. So vergeht das Jahr, die Zeit, das Leben, das Dasein – unsere temporäre Existenz – alles schreitet beständig in die vergangene Zukunft, die doch noch nicht existiert und dereinst atemberaubend schnell vergehen wird. Das Jahr hat seinen endgültigen Eintritt in die Geschichte vollzogen. Was bleibt? Erlebnisse. Erinnerungen. Erfahrungen. Und, ein Lächeln. Ja, ich lächele. Das neue Jahr – 2016 – kann kommen. Wird kommen, muß kommen. Und wird sodann genauso rasant im Nichts verglühen. Die Reise wird nie enden. Aber ich, ich steige irgendwann aus. Für immerdar. Oh Leben, was bist du für ein Leben!

Die vergangene Zukunft – Täglichlaufen. Jahresrückblick 2014.

Posted in Jahresrückblicke on 28. Dezember 2014 by Täglichläufer

Das Jahr ist noch neu, gleichwohl wird es mit eisernen Schritten wie alle anderen zuvor vergehen. Unausweichlich wird es für immerdar in den Strudel der Zeit gesogen und am Ende werden wir uns erneut fragen, wo die schönen Momente des Jahres nur geblieben sind. Dann beginnt es von vorn, das Spiel des Lebens. Immer wieder. Nur die Spieler können sich einer beständigen Ablösung sicher sein. So war die Ordnung der Dinge und so wird sie immer sein.

Nun ist es soweit. Es ist vorbei. Die temporäre Existenzberechtigung des Jahres 2014 wurde vernichtend aufgehoben und die omnipotente Herrscherin aus dem Reich der Erinnerungen hat sich seiner mit Hingabe bemächtigt. Vor uns liegt die Zukunft, eine hoffnungsvolle Zeit, die sich uns nach und nach enthüllen wird – bevor die Königin des Vergessens auch hier ihr Veto einlegen wird. Wir sollten jedweden Moment genießen, so genußvoll als möglich, denn der Kreuzzug der vergangenen Zukunft hat längst begonnen, dieses neue Jahr unbarmherzig zu verschlingen. Die Reise wird nie enden, sie führt uns in die Unendlichkeit, wenngleich wir als stille Beobachter nur einen Moment im Nichts daran partizipieren werden. Gelebte Endlichkeit. Umso essentieller das Auskosten des Seins, des Lebens. Mein letzter Beitrag in diesem Jahr; der obligatorische Jahresrückblick meiner vergangenen Zukunft. Das bald endgültig sterbende Jahr war voller Höhen und Tiefen, durchzogen von Glück, Zufriedenheit, Melancholie, Trauer, Heiterkeit, Schmerzen, Genuß, Herausforderungen, Widrigkeiten, Hoffnung und Frieden. Im groben Rahmen lasse ich exponierte Erlebnisse Revue passieren. Teure Momente aus dem geliebten Reich der Erinnerungen, die mir so vorkommen, als ob sie eben erst passiert wären. Wohlan, es mag beginnen.

Fürwahr, das Fazit kann ich vorweg nehmen – wie schon in den Jahren zuvor war auch das Jahr 2014 wieder ein zutiefst zufriedenes Jahr im Kontext Täglichlaufen für mich, was meine Konzeption des gelebten Täglichlaufens wie noch immer bestätigt und für sie spricht. Aber das liegt in der Natur der Sache. Mein Täglichlaufen ist auch in diesem Jahr ein Garant für die stete Zufriedenheit gewesen, wofür ich sehr dankbar bin – entsprechend betrachte ich diesen meinen Weg mit Demut und werde ihn weiterhin in der gewohnten Form beschreiten – solange ich darf; denn das der Willen vorhanden ist, muß ich nicht exponiert betonen. Auch künftig werde ich Körper und Geist in diesem Stil wertschätzen; allein, wie könnte ich auch nicht?

Januar

Still und leise wurde der Jahresauftakt von mir vollzogen, in greifbarer Einsamkeit, verbunden mit melancholischer Abgeschiedenheit setzte ich am 01.01. mein Täglichlaufen fort – so wie es am 31.12. endete. Ich gab mich der trostlosen Hoffnung auf die weiße Winterpracht hin, wurde gleichwohl diesbezüglich immens enttäuscht – doch das ist das Leben. So darf es nicht irritieren, daß ich in der ersten Rückschau vom aufkeimenden Frühling sinnierte. Die Sonne regierte ungestüm von ihrem hehren Himmelsthron, derweil konzertierten zahlreiche Vögel und boten ihre Sangeskunst feil. Schlußendlich irrte ich mich aber. Nur vier Tage später vollzog ich meinen ersten Schneelauf und jener Lauf war ein Traumlauf ohnegleichen, ja, wenn ein Traum Wirklichkeit wird. Weiterhin durfte ich im Januar Meister Bokert, Meister Reineke und nicht zuletzt neue Wollies beobachten – ein wunderbarer Auftakt.

Februar

Auch im Februar betraten neue Wollfreunde von mir die Bühne des Lebens und mein liebster Wollfreund Schmusi feierte seinen ersten Geburtstag. So ein Schaf wie mein Schmusi hat die Welt noch nicht gesehen und wird sie wahrlich auch nie mehr erfahren. Doch in diesem Moment im Dezember, wo ich diese Zeilen niederschreibe, geht eine partielle Wehmut mit einher, denn aus seinem Sommerurlaub ist Schmusi nicht mehr zurückgekehrt, da er eine andere Heimat fand. Aber auch das ist das Leben. Nichts währt ewig, doch in meinem Herzen lebt er nach wie vor weiter – als das liebste Schmuseschaf, welches je existierte. Wiederholt lief ich im Februar sehr nahe an einem Bussard vorbei oder später an Enten und auch einige Kraniche tolerierten meine allzu nahe Präsenz. Bemerkenswert.

schmusi

März

Einmal mehr der März. Nur ein Datum ist wahrlich von Bedeutsamkeit in diesem Monat – der 18.03.2014. Auch 2014 vollzog ich an diesem ausgewählten Datum mein elementarstes Jubiläum: 13 Jahre Täglichlaufen in Serie. Und ich gestehe, ich habe es genossen, einfach nur genossen! Die Welt hat sich in den vergangenen Tagen rasant verdunkelt, Sturmmächte zogen drohend auf und rangen wild mit jedem, der es wagte sich ihnen entgegen zu stellen. Ungehaltene Wellen des wütenden Sees peitschten jähzornig an das weiße Ufer, die hohen Baumwipfel tanzten miteinander nach ihrer ureigenen Melodie, die doch niemand versteht und das hehre Blattgewerk säuselte gedankenvoll in den Böen und gab sich dem prosperierenden Blütenzauber hin. Der heutige Lauf war wie immer an einem 18.03. einer latenten Melancholie geschuldet, die sich kongenial mit den Witterungsverhältnissen vereinigte, die mich mit der geliebten Einsamkeit in meine reizenden Wälder begleiteten. Mannigfaltige Impressionen aus der Vergangenheit im Kontext Täglichlaufen werden wieder lebendig, erscheinen höchst real und bleiben doch nur flüchtige Bilder in meinem Geist. Bei aller Freude, bei allem Stolz frage ich mich, wie es mir gelingen konnte, diesen Weg bis heute zu beschreiten. Ich kann dieses Geschenk an mich selbst nur mit Demut annehmen – und mit dem Bemühen, es auch künftig mit aller Sorgfalt zu pflegen. Ein weiterer Höhepunkt manifestierte sich in einem riesigen Seeadler, der stolz und erhaben in die funkelnde Sonne gleich einem glitzernden Diamantenmeer hinein flog – was für eine faszinierende Darbietung! Zudem hörte ich Ende März zum ersten Mal – so lange ich hier überhaupt laufe – eine Eule rufen. Was für ein Monat!

13_Jahre

April

Der April stand im Zeichen meiner zahlreichen tierischen Freunde. Die lieben Graugänse bekamen herzigen Nachwuchs und es war mir eine große Lust, diese kleinen, kuscheligen Federbälle zu beobachten. Zum Ende des Monats gewahrte ich den Ruf des Kuckucks erstmalig und damit wurde der Frühling endgültig eingeläutet. Auch wunderbare Nebelläufe luden zum Genießen im Laufschritt ein und jene Einladungen nahm ich nur zu gerne an. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch nicht erahnen, daß 2014 das Jahr des Nebels werden und sich in der gnadenlosen Konsequenz in meiner Nebelstatistik an die Spitze stellen würde.

Buntspecht

Reigen_2014_01

Goldglänzender Rosenkäfer

Reigen_2014_02

Schafnachwuchs

Reigen_2014_03

Schafnachwuchs

Reigen_2014_04

Eidechse

Reigen_2014_05

Mai

Nach dem Kuckuck im April ließ sich der Pirol im Mai nicht lange bitten und begrüßte den warmen Weltgesang auf die seine Weise und ich nahm als stiller, laufender Beobachter daran teil. Und wie so oft in diesem Jahr, nahm ich mich auch im Mai den rasenden Weinbergschnecken an. Den wichtigsten Lauf in jenem Monat lasse ich hier erneut hochleben: Die flüchtigen Nebelelemente wurden gleich zarter Tupfer hauchdünn in meinem Laufareal aufgetragen, die sich in Wassernähe natürlich zart intensivierten. In geringer Höhe über die lieblichen Weiher zogen wispernde Nebelschwaden hinweg und vermittelten den Eindruck, als ob der See kochen würde; elegant trieben die weißgrauen Dämpfe über den nassen Spiegel und verzauberten in einer Art und Weise, welche ich bis dato noch nie beobachten durfte; ja, die erhabene Nebelfürstin zog mich in ihren wehenden Bann, umarmte mich hernach und maskierte alles Leben unter ihren Nebelgewändern. Auch die lächelnde Königin der Abgeschiedenheit entfaltete ihre Macht und breitete ihren Umhang der Einsamkeit auf diesen Augenblick aus, so daß ich vollkommen verloren in jenem wunderschönen Nebelreich meinen Lauf absolvieren durfte. Verhaltenes Schweigen in der Stille. In meiner Erinnerung werden diese traumhaften Kilometer nimmermehr vergehen.

Juni

Anfang Juni läutete der erste Hitzelauf, die mehr oder weniger heiße Phase in diesem nun sterbenden Jahr ein. Auch Schmusi kommt hier wieder bildlich zu seinem Recht. Indessen ließ mich ein Schwarzspecht auf nur fünf Meter an sich heran, um mich erst zu beobachten und im Anschluß seiner geschäftigen Klopftätigkeit nachzugehen. Sodann offerierte mir das hehre Leben höchstselbst drei Kontakte mit der lieben Familie Schwarzkittel und das sogar in unmittelbarer Nähe. Einerseits haben mich diese Begegnungen sehr erfreut, denn hierbei handelt es um sehr edle und freundliche Gesellen aus dem heimischen Forst, doch andererseits betrüben mich solche Treffen stets, da die Wildschweine derart verschreckt sind und voller Angst in hoher Geschwindigkeit flüchten. Als den wichtigsten Tag in diesem Monatsabschnitt möchte ich nur einen Lauf werten, der den bezeichnenden Titel Fühlen im Regen trägt und schloß mit folgenden Eindrücken – Ich selbst hingegen weilte längst in anderen Sphären, die sich nicht mehr in unzulängliche Worte kleiden lassen; hoch zufrieden passierte ich meine Wälder, genoß die traumhafte Regengunst, die sich unterdessen noch tatsächlich intensivierte und sog die außerordentliche Stimmung auf. Genießend, lächelnd und schweigend absolvierte ich meinen heutigen Lauf und ja, f ü h l e n d – nichts ist bedeutender. Ich erlebte und vollzog einen Lauf unter Bedingungen, die ihresgleichen suchten und ihn zu einer wahrhaftigen Rarität erwachsen ließen. Fühlen im Regen – der Rest ist Schweigen.

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2014_Juni_Sommerzauber
Dunkelwolken

Juli

Lange habe ich mir den Tag herbeigesehnt und im Juli wurde meine Hoffnung endlich erfüllt – auf meinem Damm wurde erwartungsgemäß das Gras gemäht; eine banale Tatsache und doch durchaus essentiell für mein Täglichlaufen, denn somit konnte ich zu meiner geliebten Standardstrecke zurückkehren. Ende Juli weilte entspannt erhaben auf meinem Laufpfad ein edler Rotfuchs, der mich nicht eher bemerkte, als bis ich ihn anrief – wer nun vielleicht annimmt, er sprang sodann überrascht von dannen, der irrt – denn Meister Reineke erhob sich in aller Ruhe und bewegte sich in Richtung Wiese und das mit einer Contenance, die ihresgleichen suchte. Ein Prachtexemplar. Meiner seltenen Gewitterlauf-Statistik konnte ich eine weitere Einheit zuschreiben und auch meine Fast-Unfallstatistik erhöhte sich leider. Langweilig.

August

Gleich der fernen Zukunft nahm ich bereits im August ein unentschlossenes Leuchten wahr; mein täglichlaufender Pfad zog mich weiter und weiter in sein Reich und ja, das Halbjahresjubiläum warf seinen strahlenden Schattenglanz voraus. Der August wurde der heißen Jahreszeit gemäß von unsäglichen Dasenattacken dominiert – diese entomologischen Angriffe hoben mein Täglichlaufen wahrhaft in herausfordernde Spähren und auch meinen befreundeten Schnecken der Familie Weinberg nahm ich mich wieder in rettender Weise an. In der Monatsmitte konnte der sensible Betrachter bereits den ersten herbstlichen Hauch in den Wäldern wahrnehmen.

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September

Oh ja, auch im September obsiegte eine besondere Zahl – hierbei kann es sich nur um die 18 handeln, welche mein Halbjahresjubiläum, symbolisiert, was ich mit freudiger und feierlicher Genugtuung zur Kenntnis nahm. Die Gnade des Täglichlaufen war mir ein weiteres halbes Jahr hold und ja, ich preise es bis heute mit großem Behagen und in steter Zufriedenheit. Meistens. Schwächliche Phasen der temporären Unlust im Dezember darf ich hier im strahlenden September getrost ignorieren. Für den tierischen Höhepunkt zeichneten vielleicht fünfzig Schwäne verantwortlich, die einen beeindruckenden Kreis bildeten, der weithin in hellem Weiß erstrahlte und das aufmerksame Betrachterauge faszinierend bannte. Apropos Schwäne – ein Schwan flog unter einer Brücke hindurch, indes ich zu der gleichen Zeit auf ihr weilte und so durfte ich den eleganten Schwan unter mir fliegen sehen – was für ein seltener Anblick, geschuldet einer traumhaften Perspektive. Den schönsten Lauf des Jahres 2014 erlebte ich am 29.09. – geboren im Nebelreich; ein Lauf ohnegleichen – ohne Entsprechung, ohne Worte. So geht er hin, der wispernde September.

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Oktober

Spätestens im Oktober war es Zeit – wahrlich Zeit – das Jahr 2014 zum Jahr des Nebels zu küren, wenngleich sich derlei längst angekündigt hatte. Dementsprechend verwundert es nicht, wenn ein weiterer der schönsten Läufe überhaupt in diesem Jahr, erneut den Nebelwelten zugerechnet werden muß. Der Morgen triumphierte noch nicht und die Nacht hat sich indessen keineswegs endgültig verabschiedet, als ich den Wald verließ und die weite Wiese flankiert von dem ruhenden See in all ihrer Erhabenheit vor mir liegen sah. Doch freilich blieb mir das Wasser verborgen, es harrte unter einem grauen Odem, der fest verankert in der Luft zu schweben schien; diverse Ausläufer greifen gnadenlos nach der Wiese und generieren in drei Metern Höhe ein unbeschreibliches wogendes Nebelband, welches ambitioniert den Pfad erreichen wollte – mit aller Macht – und doch nicht durfte, so daß der finale Abschluß immer mehr ausdünnte und seufzend seine Unzulänglichkeit begreifen mußte. Jene Nebelschwaden lösen sich im unendlichen Nichts auf, wenngleich sie bei ihrer Initiation in omnipotenter Weise alles, aber auch wahrhaft alles aufsaugen und für immerdar verbergen wollen. Zum Ende des Monats traf sie endlich ein, die zärtliche Königin der Kälte – und regiert sodann die künftige Phase mit ihrem blauweißen Eiszepter; unerbittlich und doch stets lächelnd wie verzaubernd.

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November_2014_Herbst_02

November

Freilich durfte auch im November von Schnee keine Rede sein, das Wetter enttäuschte wahrlich. Doch in meinem Täglichlaufen ist ein Ereignis von besonderer Gewichtung und zwar meine fünfzehnjährige Mitgliedschaft in der Zunft der Täglichläufer. Seit diesem Herbst gebe ich mich nun seit 15 Jahren dem Täglichlaufen hin. Hierbei ist von der Konzeption des Täglichlaufen an sich die Rede; die rigorosen 13 Jahre und 08 Monate fließen zwar selbstredend mit ein, doch betrat ich den Pfad des Täglichlaufens bereits im Jahr 1999 und ja, es ist erschreckend, wo die Zeit bleibt. In diesen meinen Anfängen war es unvorstellbar für mich, auch nur im Ansatz an eine Entwicklung zu denken, wie ich sie in der Konsequenz vollzogen habe. Natürlich, einst stand jene Thematik per se nicht im Fokus meiner Konzentration – was ich heute als essentielle Grundlage für die gelebte Permanenz betrachte. Das Wissen von 15 absolvierten Jahren in diesem Stil – generiert ein stolzes Gefühl und läßt mich mit einem sehr, sehr zufriedenen Lächeln zurückblicken und in das Reich der Erinnerungen eintauchen. Am 20.11. durfte ich zum ersten Mal überhaupt beobachten, wie Schwäne miteinander kommunizieren. Ich stand am Ufer und drei Schwäne zu meiner linken und drei zu meiner rechten Seite führten eine Unterhaltung und jede Stimme hatte ihren ureigenen charakteristischen Klang. Seit so vielen Jahren durchstreife ich täglich mein Laufareal und derart viel Zeit mußte vergehen, bis ich derlei vernehmen durfte.

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November_2014_Herbst_04
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Dezember

Wenngleich die weißstrahlende Winterpracht auch in diesem Dezember ein Schattendasein feierte, so wurde jener Abschnitt demungeachtet doch von der belebenden Kälte beherrscht. Am 09.12. durfte ich eine Blindschleiche retten und ich hoffte, daß mein gebasteltes Nest ihr eine sichere Heimstatt bot. Mittlerweile erreichen die Minustemperaturen bereits wieder zweistelligen Regionen, so daß ich heute gar in langer Hose gelaufen bin – zum dritten Mal in diesem Jahr. Eine lange Hose – schrecklich. Zudem absolvierte ich heute den 100. Kältelauf in diesem Jahr und in nächster Zukunft werde ich den 1000. Kältelauf zelebrieren. Zusätzlich wurde mir der heutige Kältelauf mit einer großen Geschenktüte versüßt, die unter anderem einen Dresdner Stollen beinhaltete, ja, auch das kann Täglichlaufen bedeuten. Ebenfalls am 28.12. durchbrach ich in diesem Jahr die Grenze von 5000 Jahreskilometern und blieb damit auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren. Durch mein Täglichlaufen sind meine Laufschuhe einer nicht gewöhnlichen Belastung ausgesetzt, gleichwohl muß ich an dieser Stelle konstatieren, daß die Qualität einen neuen Negativrekord erreicht hat. Doch halt, sprach ich von Qualität? Im Kontext Laufschuhe? – ich bin wahrhaft ein Narr.

Murks

Allein wer interessiert sich schon für unbedeutende Jahreskilometer? Gewichtiger erscheint mir doch die nachfolgende Betrachtung, welche ich aus meiner letzten Rückschau übernehme – … hätte ich das nie für möglich erachtet, derart tief in diese mysteriöse, unbekannte Welt vorzudringen; zuerst unbewußt im Kontext einer wahrlichen Banalität; geboren im Trotz – sodann immer bewußter, immer aufmerksamer, immer wertschätzender, immer respektvoller, immer fokussierter und lebendiger – fürwahr, immer einnehmender. Allein wie simpel ist dieses Täglichlaufen! So einfach, so einfach! Natürlich banal, ja, natürlich. Und doch so schwer, so herausfordernd und so unsagbar diffizil. In den vergangenen Tagen fragte ich mich in ausgewählten Momenten, was ich hier eigentlich mache – eingehüllt in tiefer Finsternis, nur umgeben von eisiger Kälte und mich dem stürmischen Odem des Winters entgegen werfend – obgleich ich derlei Bedingungen doch übermächtig liebe, wollte ich flüchten – nur noch flüchten. Und ja, ich flüchtete und rannte und rannte und registrierte einmal mehr das Schwere im Einfachen und das Einfache im Schweren. Schlußendlich obsiegte der Widerspruch über sich selbst oder ich selbst über mich? Täglichlaufen ist ein wahrer Widerspruch in sich; muß es sein. Wie dem auch sei, starke und schwache Phasen kommen, gehen. Schlußendlich erhalten sie die bedeutende Demut und dafür bin ich dankbar. Temporäre Zweifel sind noch stets ein Garant für die gelebte Permanenz des eigenen Handels gewesen. Nur einen Tag nach der Veröffentlichung meines Jahresrückblickes kleideten sich die Haine und die Natur in weiß – in der Nacht schneite es mächtig und mein Lauf, noch in der Finsternis beginnend – war ein Traumlauf ohnegleichen. Unbeschreiblich schön. Geliebte Winterwelt im Schnee!

Statistikauszug 2014 hier mehr:

029 (2013: 027) Regenläufe
000 (2013: 003) Glatteisläufe
001 (2013: 000) Gewitterlauf
024 (2013: 013) Nebelläufe
104 (2013: 121) Kälteläufe
003 (2013: 007) Hitzeläufe
000 (2013: 000) Flutläufe
000 (2013: 001) Sturz/Stürze
000 (2013: 001) Hundeangriff(e)
003 (2013: 001) Mal Wildschweinkontakt
001 (2013: 002) Mal Biberkontakt
004 (2013: 000) Mal in Begleitung gelaufen
002 (2013: 003) Mal Fastunfälle mit Autos
102 (2013: 119) Mal Handschuhe getragen
023 (2013: 041) Mal ein langes Oberteil getragen
003 (2013: 001) Mal eine lange Hose getragen
001 (2013: 001) Mal zweimal gelaufen
kältester Lauf bei -13 °C (2013: -15 °C)
heißester Lauf bei 28 °C (2013: 30 °C)

Die Laufberichte des Jahres 2014

22.01.2014 Wenn ein Traum Wirklichkeit wird

25.06.2014 Fühlen im Regen

07.10.2014 Nebelwelten

09.12.2014 Das Singen des Eises

Ich habe in diesem Jahr 5049 gelaufene Kilometer erreicht – ohne „Marathon“, „Wettkampf“, „Leistungen“, „Pläne“, „Ziele“, „Training“ oder sonstigem Schnickschnack, der in der Laufwelt so gerne gepriesen wird – dies versteht sich natürlich von selbst. Nur die Liebe zum Täglichlaufen hat mir das ermöglicht. Traditionell bedingt, werde ich Silvester zwei Läufe absolvieren und damit das Jahr verabschieden. So vergeht das Jahr, die Zeit, das Leben, das Dasein – unsere temporäre Existenz – alles schreitet beständig in die vergangene Zukunft, die doch noch nicht existiert und dereinst atemberaubend schnell vergehen wird. Das Jahr hat seinen endgültigen Eintritt in die Geschichte vollzogen. Was bleibt? Erlebnisse. Erinnerungen. Erfahrungen. Und, ein Lächeln. Ja, ich lächele. Das neue Jahr – 2015 – kann kommen. Wird kommen, muß kommen. Und wird sodann genauso rasant im Nichts verglühen. Die Reise wird nie enden. Aber ich, ich steige irgendwann aus. Für immerdar. Oh Leben, was bist du für ein Leben!