Waschbären!

Posted in Besondere Läufe on 11. Oktober 2017 by Täglichläufer

Die putzigen Gesellen sind hier allgegenwärtig. Ich hörte sie in der Nacht auf dem Dach herum turnen oder vernahm zahlreiche Anekdoten von Nachbarn – als sie sich beispielsweise nach einer honorigen Feierlichkeit beherzt den achtlos zurück gelassenen Käseplatten auf der Terrasse mit kompetentem Sachverständnis annahmen. Auch in meinem Laufareal sind die Racker heimisch geworden – vor vielen Jahren wurde eine Familie Opfer eines Sturmes, bzw. den damit einhergehenden Blitzeinschlag. Allein ich durfte sie noch nie beobachten – von einem toten Waschbären abgesehen, der einst überfahren wurde. Das sollte sich heute ändern.

Die Finsternis tanzte gemächlich von dannen, als ich meinen Damm eroberte und die belebende Einsamkeit genoß, welche nahezu greifbar war. Jählings erspähte ich zwei Waschbären, die direkt vor mir mehr als unerwartet für mich auftauchten – auf Grund der Lokalität betrug unser Abstand nur zwei Meter. Ich blieb abrupt stehen und auch Familie Schupp hielt inne und beobachte mich für eine Sekunde neugierig, um dann stante pede eindrücklich brummelnd-grummelnd im Gebüsch zu verschwinden. So währte unsere erste Begegnung wahrlich nicht lange, dennoch war ich sehr erfreut, die kleinen Putzels endlich einmal lebendig zu erspähen. Nun ja, sonderlich „klein“ waren sie mitnichten. Wie lange mußte ich auf diesen Kontakt warten! In der Tat, der heutige Lauf war ein sehr besonderer und ich hoffe, die überraschende schwarze Gestalt hat ihr frühstückliches Beisammensein nicht allzu sehr konterkariert.

Advertisements

Ein Hoch auf den Genuß des Täglichlaufens!

Posted in Elementares on 4. Oktober 2017 by Täglichläufer

So verweht sie also in dem stürmischen Winde, die grüne Zeit in diesem Jahresabschnitt und fliegt von dannen wie ein Tagpfauenauge in den weiten Horizont – bar jedweder Erinnerungen und für immerdar vergessen. Die einsamen Haine des Friedens glänzen nun mit ihren gelben Gewändern und während sie ihren vollendeten Tanz der Freude vollführen und den hoffentlich nahenden Winter preisen, leuchten ihre intensiven Rottöne weithin sichtbar in den Weltgesang hinein und für jeden Besucher erklingen die ureigenen knisternden Lieder und belebenden Chöre der herbstlichen Natur und laden förmlich dazu ein, im Laufschritt an jener Welt zu partizipieren und ja, sie nur zu fühlen und von Herzen zu genießen. Sich in diesem wundervollen Reich zu verlieren, ist wahrlich ein Geschenk – für das in diesem Universum mitnichten adäquate Worte existieren, um es auch nur annähernd zu beschreiben. Ein Hoch auf diesen Genuß!

Den Weg gehen – VI. 2017. Sechzehn Jahre, Sechs Monate. Mein Halbjahresjubiläum.

Posted in Täglichlaufen. 16,5 Jahre., Täglichlaufen. Rückschau. on 18. September 2017 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Sechzehn Jahre und Sechs Monate in Serie. In der Tat, der unwägbare Zeitensturm weht mich auf die nächste Ebene in meinem Täglichlaufen und materialisiert in der kausalen Konsequenz mein Halbjahresjubiläum, was mich einmal mehr überrascht; denn zum einen hallt noch mein Jahresjubiläum latent nach – freilich nur für mich wahrnehmbar – und zum anderen ist jeder weitere Tag Täglichlaufen im Kontext der Gesundheit eminent wertzuschätzen. Wie rasant kann die routinierte Gesundheit das Leben in Bahnen lenken, mit denen man niemals rechnete oder gar erwarten würde. Tatsächlich, wie schnell kann es vorbei sein mit der scheinbaren Selbstverständlichkeit der starken Gesundheit und dann gar das fragile Konstrukt Täglichlaufen über Jahre ausnahmslos zu leben? Die vergangenen Jahre Täglichlaufen – 16 Jahre und ein halbes Jahr – wirken wahrhaftig wie ein Wunder für mich; müssen so wirken, denn das generiert die einzigartige Wertschätzung. Ich will mich jetzt nicht weiter darin verlieren oder einen übertriebenen Jubiläumsartikel verfassen, nein, ich registriere es nur und zwar in tiefer Demut vor diesem Geschenk wie Glück. Das Leben wird mich auch künftig auf diesem seltsam surrealen Pfad leiten oder gnadenlos abstürzen lassen. Letzterem nähere ich mich sowieso beständig mit jedem weiteren Tag. Bis jener Moment mich ereilen wird, bin ich bestrebt, mein Täglichlaufen auch zukünftig zu genießen. Wenn natürlich nicht täglich, so doch mehrheitlich.

Die Temperaturen alternierten in der abgeschlossenen Phase zwischen 05 °C und 22 °C und generierten zwei Regenläufe. Auch durfte ich gestern einen Nebellauf erleben; der erste in diesem neuerlichen Herbst – welch rare Gnade! Die unvergleichliche Natur trug die edelsten Nebelgewänder und vollführte einen traumhaft schönen Tanz auf, der seinesgleichen suchte und parallel zum Nebenspiel frohlockte Mutter Sol, welches den malerischen Reiz strahlend intensivierte. Indessen glitt still und erhaben Familie Schwan mit ihrem Nachwuchs in einem verborgenen Zugang zum einsamen Weiher; wir beobachteten uns gegenseitig in neugieriger Weise – sodann verschwanden sie im Nichts. Wie ich selbst im Anschluß natürlich auch. Am 10.09. erspähte ich einen Grünspecht, ein zutiefst scheues wie neugieriges Kerlchen, der sich sogleich versteckte, um eine Sekunde später zu prüfen, ob ich vielleicht noch anwesend sei. Jählings wurde er unsichtbar, um nur zehn Zentimeter höher erneut hervor zu lugen – nach einigen Wiederholungen setzte ich meinen Lauf fort; nicht ohne zu lächeln.

Ich gebe mich der leisen Hoffnung hin, daß mit der herbstlichen Zeit die unangenehmen Begegnungen mit der Mückenwelt endlich der Vergangenheit angehören werden. Dennoch, bis dato rechne ich jede Gesprächspause in Mückenstiche um – in der Regel lag der Preis für zwei Minuten Reden bei ungefähr vier bis fünf Stiche – entsetzlich. Am 15.09. lernte ich einen neuen Hundefreund kennen: Barry, ein junger Labrador-Mischling, der schlichtweg goldig ist. Heute morgen sirrten, summten und flogen zwei Schwäne vor meinen Augen gen Firmament und leuchteten weiß und edel, indessen der wabernde Bodennebel die Wiesen eroberte, zahllose Wassertropfen von den Baumgesellen hernieder perlten und die Wasserflächen scheinbar kochten. Eine Traumlandschaft von der Natur erschaffen, die es wert gewesen wäre, in einem einzigartigen Gemälde festzuhalten. – – So setzt es sich also fort – mein Täglichlaufen leuchtet mit seinem Halbjahresjubiläum, welches morgen fast wieder vergessen sein wird. Alles Sein rast unaufhörlich in die unendliche Vergangenheit und reißt alles mit sich, bis hin zu den Erinnerungen. Ob wir wollen oder nicht ist irrelevant. Das Leben ist seltsam, doch es hat Recht. Morgen früh werde ich mich erneut in den Wäldern verlieren…

Gefiederte Freunde. II.

Posted in Fauna, Photos on 29. August 2017 by Täglichläufer

Einmal mehr – ohne Worte.

Den Weg gehen – V. 2017. Sechzehn Jahre, Fünf Monate. Herbsthoffnung.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. August 2017 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Sechzehn Jahre und Fünf Monate in Serie. Wieder zieht eine Rückschau hier ein und verbannt einmal mehr einen ehedem hoffnungsvollen Monat Täglichlaufen der Zukunft in die unwiederbringliche Erinnerung. So vergeht die Zeit und nimmt einen neuerlichen Lebensabschnitt mit – in das unendliche Meer der Endlichkeit. Der Lauf des Lebens und nicht wenige Stimmen munkeln, das Leben darf auch zu der Gilde der Täglichläufer gezählt werden.

In der vergangenen Phase manifestierte sich eine Temperatur von 24 °C als Höhepunkt, indessen der Tiefpunkt bei angenehmen 13 °C angesiedelt war – in der unausweichlichen Konsequenz generierte das gar vier Regenläufe für mich. Welch eine hohe Zahl in einem Monat! Tatsächlich, die Witterungsbedingungen der letzten Jahre machen mich sehr demütig und bescheiden in dem Kontext. Ich wünschte, die Großkampfverbände der Mückenheere würden ebenso von Bescheidenheit dozieren. Nach längerer Zeit durfte ich am 23.07. einen possierlichen Fasan beobachten und nur einen Tag darauf erspähte ich einen wundervollen Rotfuchs – der ausnahmsweise nicht stehen blieb, sondern zügig von dannen trottete – und wenige Minuten danach traf ich in einem abgeschiedenen Waldstück Meister Lampe. Freilich darf es nun nicht für Verwunderung sorgen, daß ich sogleich an das entsprechende Märchen dachte. Ich wünsche beiden Putzels, daß sie noch leben.

Am 02.08. wollte mich eine Autofahrerin überfahren, doch halt, nein, nicht schon wieder diese immer gleiche Thematik. Führerscheininhaber, die lesen können, werde ich in meinem Leben nicht mehr erleben. Immerhin traf ich während dieser Laufrunde meinen Golden Retriever-Freund Leo, der mich die unangenehme Szene sogleich vergessen ließ. Anfang August wurde ein neues Schaf geboren – das ist höchst bemerkenswert, denn zu dieser Zeit ist das für mich ein Novum. Meine Wollies sind immer für eine Überraschung gut. Um auf das Thema meiner Hundefreunde zurückzukommen, sei erwähnt, daß auch hier ein Neuzugang festgehalten werden kann – am 06.08. streichelte ich zum ersten Mal den lieben Herr Willi – seines Zeichens ein Riesenschnauzer mit witziger Frisur, den ich bisher nur auf der Ferne kannte. Somit erhöht sich das Feld jener Freunde, die früher oder später für die zahlreichen Zwangspausen sorgen – denn an solche lieben Wesen läuft man nicht vorbei, ohne sie adäquat zu würdigen. Gleichwohl ist der Tribut dafür hoch, allein heute früh lag der Preis für zwei (sehr) kurze Unterbrechungen bei fünf Mückenstichen.

Der Zenit des Sommers ist längst überschritten; die ersten gelben, dem Tod anheim gefallenen Blätter zieren seit fast zwei Wochen die Pfade und die stürmischen Heerscharen des Herbstes sind längst auf dem Weg – in die hiesige Realität. Möge das letzte Aufgebot der Hitze nachhaltig vergehen und den Thron endgültig räumen – für die wahren Witterungsregenten; welche in Kälte, Sturm, Regen und Schnee geboren sind – meine Ungeduld wächst täglich mehr und mehr, endlich wieder unter wundervollen Bedingungen mein Täglichlaufen zu praktizieren. So bleibt nur die Hoffnung auf einen baldigen Wandel.

Den Weg gehen – IV. 2017. Sechzehn Jahre, Vier Monate. Bedeutsame Jubiläen.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Juli 2017 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Sechzehn Jahre und Vier Monate in Serie. Und wieder wurde ein Monat Lebenszeit nachhaltig in die Vergangenheit überführt – unwiederbringlich und verloren für alle Zeiten. Dieses fragile Konstrukt, welches wir als „Leben“ betiteln, ist doch mehr als erschreckend. Immerhin, die vor kurzem von mir „kritisierte“ Routine hat sich grundlegend verflüchtigt und das tägliche Einerlei im Laufkontext wurde mehrheitlich abwechslungsreich von der Unwägbarkeit des Lebens gestaltet.

In der vergangenen Phase vollzog ich nur zwei Regenläufe – was als sehr, sehr betrüblich zu bewerten ist – und die Temperaturen alternierten zwischen 12 °C und 26 °C. Die unsägliche Hitze stellte sich glücklicherweise nicht ein und längere Regenabschnitte sorgten für angenehme Klimabedingungen. An jenen Tagen wirkte sich das entsprechend positiv auf die Heerscharen der Mücken aus, was ich freilich besonders wertschätzte, dann damals war ich wieder für meine Wollfreunde zuständig. In diesem Kontext vollzog ich das erste bedeutsame Jubiläum in jenem Abschnitt, denn am 30.06. absolvierte ich meinen 400. Regenlauf. Eine formidable Zahl, die nicht im Ansatz ihr verborgenes Geheimnis offenbaren kann, welcher intensive Genuß darin eingeschlossen ist. Ohne Worte. Ohne Worte!

Am 19.06. begegnete ich einem grunzenden Wildschwein, welches mich wahrscheinlich nicht gewahrte oder aber, er oder sie tat sehr ignorant, was meine Person angeht. Nur wenige Tage später – am 07.07. – kam es zu einem neuerlichen Kontakt mit den süßen Putzels und ja, die Statistik erläuterte mir schlußendlich, daß es sich um unsere 50. Begegnung handelte – welch ein schönes Jubiläum. Am 22.06. war die Zeit reif für einen weiteren Sturz, der auch recht blutig verlief; aber diese Thematik wird mich wohl für immerdar als Täglichläufer begleiten. Nur einen Tag später durfte ich diverse Sturmschäden in meinem Laufareal „bewundern“, die bis heute die Wege blockieren und bisher nicht geräumt wurden.

Für Familie Schwan unterbrach ich meinen Lauf am 13.07. und beobachtete die Eltern mit ihren fünf Nachwuchsschwänen, von denen vier grau sind und eines ein weißes Gewand trug. Noch immer fällt es mir schwer, mich von solchen herzigen Anblicken zu lösen – es geht eben nichts über die Natur; wo die Natur noch Natur sein darf. Vorgestern bat mich eine Dame um Hilfe, welche ich ihr natürlich gern gewährte, aber auch dies gestaltete sich wieder als Herausforderung, denn die Macht der Mücken war und ist ungebrochen. Ich erhebe das Jahr 2017 als das schlimmste Mückenjahr, was ich je in meinem Leben erlebte. Mein gestriger Lauf wurde von einem Pirolkonzert gekrönt, welches seinesgleichen suchte – angesichts dieser edlen Melodien fragte ich mich einmal mehr, wieso der Lauf nur enden mußte!? Doch nichts währt ewig. – – So setzt es sich also fort – Gelebtes Täglichlaufen. Wie lange noch und wohin, wird das Leben lehren. Vielleicht.

Meine 50. Wildschwein-Begegnung

Posted in 50. Wildschweinkontakt on 10. Juli 2017 by Täglichläufer

Wohlan, möge nun das dritte große Jubiläum in diesem Jahr hier in erhabener Würde einziehen. Nach 16 Jahren Täglichlaufen in Serie und meinem 400. Regenlauf thematisiere ich an dieser Stelle einmal mehr meine lieben Schwarzkittelfreunde. Am 07.07. gegen 08:00 Uhr – nach weiten 150 gelaufenen Metern – raschelte es vernehmlich zu meiner linken Seite; allerdings hinter einem hohen Zaun. In einer Breite von ca. 15 Metern schien sich jeder Strauch und jeder Ast zu bewegen – das große Rascheln wurde also zelebriert; direkt vor mir. Ich erfühlte eine ausgeprägte Unruhe und erspähte doch nichts.

Natürlich unterbrach ich sofort meinen Lauf und tönte hinaus – in das ungestüme Ungewisse. Um wen es sich handelte, dachte ich mir längst und dennoch erhielt ich von meinen Freunden keine Antwort. Nur das intensive Rascheln setzte sich ungehalten fort. So stand ich also und erhob meine Stimme ein wenig und rief: „Halloooo Puuuuutzels!“ – was indessen stante pede kommentiert wurde und zwar mit einem sehr lauten „Quiiiieeeek“ aus unmittelbarer Nähe. Nun war meine Vermutung bestätigt und ich ließ die Schnuffelgrunzer in Ruhe und zog von dannen. Meine Statistik offenbarte mir im Anschluß die bemerkenswerte Zahl: 50. Diese meine 50. Begegnung mit den Wildschweinen basiert auf einem Zeitraum, der am 01.01.2000 seine Initiation feierte. Mir deucht, unser nächstes Treffen liegt in nicht allzu weiter Ferne. Und ich hoffe, daß dieser Kontakt sich durch etwas mehr Distanz auszeichnen wird, denn die Menschen verheißen nie etwas Gutes.