Archive for the Täglichlaufen. Status. Category

Ein Geschenk. Concordia domi, foris pax. An mich selbst.

Posted in Täglichlaufen im Fokus, Täglichlaufen. Status. on 1. März 2017 by Täglichläufer

Alles hat seine Zeit. In naher Zukunft werde ich mein sechzehnjähriges (Serien)-Jubiläum im geliebten wie gelebten Täglichlaufen begehen, sofern mir das greifbare Glück hold ist, die unwägbare Gesundheit stets mitläuft und freilich, das unbeständige Leben selbst muß dieses fragile Vorhaben wohlwollend goutieren. Gleichwohl bemühe ich mich nach Kräften und werde all jene Faktoren, auf die ich einen gewissen Einfluß nehmen kann und darf – in entsprechende Wege kanalisieren. Sollte mir die Vollendung dieser Intention gelingen, so wird mir der beschrittene Pfad dorthin als einer der anspruchsvollsten überhaupt in meiner Erinnerung bleiben, denn im Juni vergangenen Jahres war mein täglichlaufendes Ansinnen fragil wie nie zuvor. Doch nichts ist jemals einfach und erst die Härten verleihen meinem Täglichlaufen die wahre Wertschätzung.

Zusätzlich obsiegen hier bedeutendere Impressionen, wie die von mir so präferierte Zufriedenheit, Gesundheit, Einsamkeit, Stille und Besinnung auf das Elementare, das wirklich Wichtige im Dasein – den scheinbar unbedeutenden Moment des Lebens festzuhalten und wertzuschätzen – all dies in der kongenialen Natur vereint. Dafür lebe ich, dafür laufe ich. Täglich. Und ja, eine latente Eitelkeit gehört auch dazu, muß dazu gehören; denn „Sechzehn Jahre Täglichlaufen“ in Serie absolviert zu haben, macht mich selbstverständlich extrem stolz und der Antisportler in mir freut und staunt nach wie vor ob dieser einzigartigen Machtdemonstration meines Körpers wie Geistes. Welcher Nichtsportler kann vergleichbares von sich behaupten? Oder gar Sportler? Ich w i l l diese Ebene erreichen und erhebe sie zum unmittelbaren Ziel, aller gewohnten und an den Tag gelegten Ziellosigkeit zum Trotz – alles andere wäre gelogen.

Immer heller, tiefer und strahlender weist mich der Pfad des Täglichlaufens hinein in den immer intensiveren Jubiläumsschimmer und ich folge dieser Reise, in deren Verlauf am 18.03. das diesjährige Geschenk an mich selbst warten wird. Hierbei handelt es sich um ein unfaßbares Jubiläumskonstrukt, welches sich mit allen Juwelen der Welt nimmermehr erwerben läßt; man kann es nirgendwo erstehen oder auch nur in schnöde Worte kleiden – diese Kostbarkeit generiert sich nur aus sich selbst heraus – aus meinem Bewußtsein heraus, aus meiner belanglosen Wenigkeit. Auch nur ich selbst kann es entsprechend würdigen. Tage kommen, gehen. Verblassen, verwehen. Vernehmliche Stille. Absolute Einsamkeit entfaltet sich. Finsterwolken. Tiefe Versunkenheit. Abgeschiedene Weite. Vollendeter Frieden. Trunken vor Glück. Das leben, was man liebt und lieben, was man lebt. Gelebtes Täglichlaufen. Wohlan, möge es gelingen oder möge ich scheitern – der gigantische Stolz auf mich selbst bleibt indessen immerdar bestehen. Und ja, nach all den Jahren kann ich auch gar nicht mehr scheitern, selbst wenn ich heute mein Täglichlaufen beende. Fürwahr, so sei es!

Gelebtes Täglichlaufen

Verbliebene Läufe bis „16 Jahre Täglichlaufen in Serie“

01.03.2017 – 14 KM
02.03.2017 – 13 KM
03.03.2017 – 14 KM
04.03.2017 – 12 KM
05.03.2017 – 12 KM
06.03.2017 – 14 KM
07.03.2017 – 14 KM
08.03.2017 – 13 KM
09.03.2017 – 14 KM
10.03.2017 – 14 KM
11.03.2017 – 12 KM
12.03.2017 – 12 KM
13.03.2017 – 14 KM
14.03.2017 – 13 KM
15.03.2017 – 13 KM
16.03.2017 – 13 KM
17.03.2017 – 13 KM
18.03.2017 – 10 KM
S E C H Z E H N – J A H R E – T Ä G L I C H L A U F E N

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Entführte Lebenszeit

Posted in Täglichlaufen. Status. on 12. September 2016 by Täglichläufer

Oh geliebte Zeit, du flüchtiges und surreales Wesen der unendlichen Einzigartigkeit – warum nur eilst du so rasant durch den Weltgesang des temporären Daseins? Mit jedem Tag, der ungerührt vergeht, wirst du transparenter und gnadenlos entführst du meine Lebenszeit ohne Hoffnung auf Wiederkehr und absorbierst sie auf deiner nie endenden Reise in die Vergessenheit. Viel intensiver und konzentrierter wirkst du in der Tat auf mein Täglichlaufen, welches eine besondere Zeitwahrnehmung generiert und ja, das gewaltige 15-Jahre-Jubiläum im Zeichen des Gelebten Täglichlaufens ist längst in die Vergangenheit eingetreten und doch ist es mir, als ob jener Tag erst gestern war.

Lange schon lebt jener kostbare Moment nicht mehr und besteht nur noch in meiner Erinnerung fort. Indessen strahlt das nächste Jubiläum lächelnd hernieder: 15 Jahre und Sechs Monate Täglichlaufen. Nun, ich gebe es gerne zu – dieses inoffizielle „Jubiläum“ reizt mich sehr und diesen Wert in der Realität vollzogen zu haben, wird den Stolz auf mein Täglichlaufen mehren – diese Interpretation wird angesichts der niederstreckenden Erfahrung vor drei Monaten allumfassend bestätigt und unterstreicht die Nichtreproduzierbarkeit meiner gelebten Konzeption für mich nach all den vielen Jahren. Die daraus resultierende Wertschätzung kann freilich nicht in schnöde, unvollkommene Worte gegossen werden. Wohlan, die nächsten Tage werden es lehren, ob ich meine Intention nach meinem Willen gestalten und in die Realität übertragen darf.

Das EINE Geschenk. Concordia domi, foris pax. An mich selbst.

Posted in Täglichlaufen im Fokus, Täglichlaufen. Status. on 27. Februar 2016 by Täglichläufer

Alles hat seine Zeit. In naher Zukunft werde ich mein fünfzehnjähriges (Serien)-Jubiläum im geliebten wie gelebten Täglichlaufen begehen, sofern mir das greifbare Glück hold ist, die unwägbare Gesundheit stets mitläuft und freilich, das unbeständige Leben selbst muß dieses fragile Vorhaben wohlwollend goutieren. Gleichwohl bemühe ich mich nach Kräften und werde all jene Faktoren, auf die ich einen gewissen Einfluß nehmen kann und darf – in entsprechende Wege kanalisieren. Doch auf eine überaus bewußte, heißt übertrieben vorsichtige wie törichte Konzentration innerhalb der aktiven Ausübung des Täglichlaufens verzichte ich natürlich – wenngleich ich an dieser Stelle gestehen muß, jenes Ausnahmejubiläum zu realisieren, reizt mich wie noch kein Jahresjubiläum je zuvor.

Schließlich obsiegen hier bedeutendere Impressionen, wie die von mir so präferierte Zufriedenheit, Gesundheit, Einsamkeit, Stille und Besinnung auf das Elementare, das wirklich Wichtige im Dasein – den scheinbar unbedeutenden Moment des Lebens festzuhalten und wertzuschätzen – all dies in der kongenialen Natur vereint. Dafür lebe ich, dafür laufe ich. Täglich. Und ja, eine latente Eitelkeit gehört auch dazu, muß dazu gehören; denn „Fünfzehn Jahre Täglichlaufen“ in Serie absolviert zu haben, macht mich selbstverständlich extrem stolz und der Antisportler in mir freut und staunt nach wie vor ob dieser einzigartigen Machtdemonstration meines Körpers wie Geistes. Welcher Nichtsportler kann vergleichbares von sich behaupten? Oder gar Sportler? Ich w i l l diese Ebene erreichen und erhebe sie zum unmittelbaren Ziel, aller gewohnten und an den Tag gelegten Ziellosigkeit zum Trotz – alles andere wäre gelogen.

Immer heller, tiefer und strahlender weist mich der Pfad des Täglichlaufens hinein in den immer intensiveren Jubiläumsschimmer und ich folge dieser Reise, in deren Verlauf am 18.03. das EINE Geschenk an mich selbst warten wird. Hierbei handelt es sich um ein unfaßbares Geschenk, welches sich mit allen Juwelen der Welt nimmermehr erwerben läßt; man kann es nirgendwo erstehen oder auch nur in schnöde Worte kleiden – diese Kostbarkeit generiert sich nur aus sich selbst heraus – aus mich selbst heraus, aus meiner belanglosen Wenigkeit. Tage kommen, gehen. Verblassen, verwehen. Vernehmliche Stille. Absolute Einsamkeit entfaltet sich. Finsterwolken. Tiefe Versunkenheit. Abgeschiedene Weite. Vollendeter Frieden. Trunken vor Glück. Das leben, was man liebt und lieben, was man lebt. Gelebtes Täglichlaufen. Wohlan, möge es gelingen oder möge ich scheitern – der gigantische Stolz auf mich selbst bleibt indessen immerdar bestehen. Fürwahr, so sei es!

Gelebtes Täglichlaufen

Verbliebene Läufe bis „15 Jahre Täglichlaufen in Serie“

27.02.2016 – 14 KM
28.02.2016 – 12 KM
29.02.2016 – 14 KM
01.03.2016 – 14 KM
02.03.2016 – 14 KM
03.03.2016 – 14 KM
04.03.2016 – 14 KM
05.03.2016 – 12 KM
06.03.2016 – 12 KM
07.03.2016 – 14 KM
08.03.2016 – 14 KM
09.03.2016 – 14 KM
10.03.2016 – 13 KM
11.03.2016 – 14 KM
12.03.2016 – 14 KM
13.03.2016 – 12 KM
14.03.2016 – 12 KM
15.03.2016 – 14 KM
16.03.2016 – 12 KM
17.03.2016 – 14 KM
18.03.2016 – 15 KM
(15) F Ü N F Z E H N (15) – J A H R E – T Ä G L I C H L A U F E N

Quadruplexe Einzigartigkeit

Posted in Besondere Läufe, Einzigartige Momente, Täglichlaufen. Status. on 12. Januar 2016 by Täglichläufer

Ich bin geneigt anzunehmen, daß ich in der nicht mehr allzu fernen Zukunft mein 15jähriges Täglichläuferjubiläum vollziehen wie feiern darf. Das bedeutet, daß ich zu jenem Zeitpunkt 15 Jahre ausnahmslos jeden einzelnen Tag laufen war. Möge das Glück mit mir laufen. Täglich. Weiterhin werde ich in diesem Jahr die 17jährige grundsätzliche Mitgliedschaft in der Zunft der Täglichläufer erreichen. Und schlußendlich werde ich 2016 nunmehr 19 Jahre der allgemeinen Gilde der Läufer angehören. Wie dem auch sei, ich habe viel Zeit mit Täglichlaufen verbracht und alle möglichen und unmöglichen Erlebnisse und Witterungsbedingungen erfahren dürfen. Doch heute wurde mein Lauf in einer raren einzigartigen Welt geboren und eklatant bereichert.

Die unwägbare Witterungsregentin bot mir einen Kälte-, Nebel-, Glatteis- und Regenlauf feil. Tatsächlich, all jene Bedingungen zu der gleichen Zeit – während eines Laufes. Derlei habe ich in all den Jahren noch nie erlebt. Durch das Glatteis bedingt vollzog sich der Lauf in höchst konzentrierter Art und Weise, so daß ich auf einen entsprechenden Laufbericht verzichte. Kälte. Regen. Nebel. Eis. Vereint in einem Lauf – wahrlich, mehr Glück zur gleichen Zeit ist faktisch unmöglich. Der 12.01.2016 wird sich in meinem Geist als besonderer Tag einbrennen.

Ein wahrer Jammer

Posted in Contra Gesellschaft, Täglichlaufen. Status. on 6. November 2015 by Täglichläufer

Der Tragödie erster Akt. Die Winde wehen in der Majorität mißlich. Sie tragen die Luft direkt in mein Laufareal hinein und sind selten gegensätzlicher Art. Freilich, nichts spricht gegen normalen Wind, nichts gegen Stürme oder gar gravitätische Orkanmächte. Nein, jene sind unangefochten und ich liebe derlei Bedingungen während meines Täglichlaufens. Doch sei der eine Moment unvergessen, in welchem publiziert wurde, eine industrielle Großanlage an den Rand eines Hochwasserschutzgebietes zu installieren. Unvergessen jener Augenblick, in dem öffentlich von einer Teilbaugenehmigung berichtet wurde und doch war der Bau dieser Anlage längst abgeschlossen – zumindest äußerlich betrachtet. Weitere Details wage ich hier nicht anzüführen. Und so muß ich damit leben, nahezu täglich weht ein metallischer, infernalischer Gestank in mein Laufareal; es ist, als ob man gegen eine Wand rennen würde, eine imaginäre Mauer aus ekligem Metallgestank, wovon einem regelrecht übel wird.

Manch einer definiert mein Täglichlaufen als eine gesunde Betätigung. Hier kann ich nur widersprechen. Wenngleich ich meine täglichen Strecken entsprechend korrigiere, kann ich dieser olfaktorischen Vergewaltigung nicht entkommen. Ich frage mich, welche Krebsart früher oder später in meinem Körper zur Entfaltung kommen wird; mir deucht, Lungenkrebs würde sich anbieten. Es ist ein Jammer. Aber so ist das in dieser dekadenten Welt, die bis in das Mark von Geld regiert wird – was sind heutzutage Leben wert? Menschliches? Tierisches? Pflanzliches? Irrelevant. Wenn nur Geld zu generieren ist. Sodann vernichten wir alles, mit einem süffisanten Grinsen. Viele Menschen sind davon überzeugt, daß sie ihre Kinder lieben. Aber das ist nur eine Illusion. Wenn wir unsere Kinder wirklich lieben würden, würden wir dann nicht dieses einzigartige Habitat auf diesem Planeten erhalten? In dieser Sekunde denke ich nur an mein unbedeutendes Laufareal, an die restliche Welt wage ich nicht in einem Traum zu denken.

Der Tragödie zweiter Akt. Die Stürme offenbarten in diesem Jahr eine vollendete Macht und wirkten dementsprechend mit gewaltiger Hand. In der banalen Konsequenz fielen zwei Baumriesen in den Tod; nicht weit von meiner Haustür – in dieser Straße. Zwei Vorgärten mit ihren Zäunen wurden zerstört – gewiß ein teurer Schaden. Es ist nur logisch und nachvollziehbar, wenn verantwortliche Kräfte Wiederholungen dieser Art vermeiden wollen und folglich kranke oder scheinbar gefährliche Bäume zurückschneiden oder komplett entfernen. Die allgemeine Sicherheit fordert ihr Recht ein und wer würde dies nicht verstehen? Demungeachtet kann ich nur konstatieren und ja, ich wiederhole mich – es ist ein Jammer. Seit Montag agieren hier die Berserker und sägen und sägen und sägen. Sie zerstören ohne Sinn und Verstand – vom kleinen Stauch, über junge Bäume und Holunderbüsche bis hin zu den großen ihrer Art. Ein Kahlschlag par excellence.

Ein intelligentes Agieren im Sinne von Sicherheit kann ich nicht erkennen; hier wird nur blanke Zerstörungswut gegen die Natur gelebt; in Kombination mit Schimpftiraden in Fäkalsprache der Arbeiter. Es ist ein Jammer. Ich wage nicht an die zahlreichen Vögel zu denken, welche hier seit Jahren heimisch waren und friedlich lebten. Von Spechten aller Art, wie Grün-, Bunt- und Schwarzspechten, Pirolen, Eichelhähern, Nachtigallen, Drosseln, Meisen, Rotkehlchen, Bussarde, Fasane, Eichhörnchen, usw. usf. Diese, nun sehr traurige Liste – ist lang. Ihre Heimat wurde und wird aktuell mit Hingabe vernichtet. Es ist eine schreckliche Zeit. Und ganz ehrlich, mein Täglichlaufen ist derzeit alles andere als eine Freude und auch von Spaß kann keine Rede mehr sein. Erschwerte Bedingungen in einer Zeit, in der allenthalben nur Narren regieren. Es ist ein Jammer. Ein wahrer Jammer!

Den Weg gehen – VII. 2015. Vierzehn Jahre, sieben Monate. 350 Mal Regenglück.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau., Täglichlaufen. Status. on 18. Oktober 2015 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Vierzehn Jahre und Sieben Monate in Serie. Endlich, endlich trägt die hehre Natur ihre lieblichen, herbstlichen Gewänder der finsteren und nassen Erhabenheit, die nur pures Glück verheißen. Das einstmals grüne Blattgewerk welkt melancholisch in den unendlichen Tod ohne Hoffnung auf Wiederkehr und auch mein Halbjahresjubiläum wurde vernehmlich trauernd in das vollendete Verderben gesogen, um zukünftig höchst bescheiden in der Erinnerung zu leuchten. Und so zieht ein neuerlicher Monat Täglichlaufen in die surreale Vergänglichkeit ein, der gleichsam bedeutungsvoll wie bedeutungslos für mich war. Nach all den Jahren darf ich meine sogenannte „Serie“ im Täglichlaufen fortsetzen, wofür ich sehr dankbar bin – welches explizit für die herbstliche Zeit in einem besonderen Maße gilt. Es ist eine wahre Gnade, dem natürlichen Wechsel der Jahreszeiten täglich im Laufschritt beizuwohnen. Täglichlaufen in der alles verzehrenden, herbstlichen Finsternis auf dem frostigen Pfad in den Winter – welch ein Traum! In der Tat, zuweilen werden sie wahr.

Die Höchsttemperatur lag in der vergangenen Phase bei 12 °C und der Negativwert pendelte sich bei -01 °C ein; in der Konsequenz absolvierte ich formidable sieben Kälte-, vier Nebel- und drei Regenläufe. Ende August publizierte ich voller Ungeduld: „Und so fehlen mir nur noch zwei Regenläufe und meine Statistik darf den 350. Regenlauf genußvoll und voller Freude verkünden. In der Erwartung des Regens – möge sich der Weltgesang ungehalten verfinstern und wehende Stürme hernieder rauschen.“ Doch erst im Oktober sollte mir jener seltene Vollzug gelingen. Und so erlebte ich am 08.10. meinen 350. Regenlauf, den ich nicht in einen schnöden Artikel gießen wollte, doch ja, ich habe das Regenglück wahrlich genossen. Um bei den Witterungsbedingungen zu bleiben, darf ich den diesjährigen Kälterekord am 29.09. nicht vergessen, der in meiner Statistik ein Novum darstellt. Vielleicht handelt es sich hierbei um ein weiteres Indiz für einen harten Winter mit entsprechend viel Schnee? Die Zeit wird es lehren.

Ein sehr beeindruckender Moment war meine einzigartige Begegnung mit dem wunderbaren Reh, welches ich bereits beschrieben habe. Ein weiteres Ereignis sucht heute seinesgleichen. Angesichts der atemberaubend schönen Sonnenstrahlen, welche den Tagesreigen zärtlich wie galant eröffneten, verflüchtige sich jedwede Energie in meinem Körper wie Geist und wie von einer fremden Macht latent berührt, die gravitätisch auf mich einwirkte, erlahmte mein Laufschritt bis zum Stillstand und so harrte ich ganz banal der wunderschönen Natur, die sich direkt auf mein Herz konzentrierte. Mir steht es nicht zu, jenen Moment in Worte kleiden zu dürfen, doch darf das Rascheln, welches mich jählings überraschte, nicht unerwähnt bleiben. Freilich erspähte ich sofort die Quelle und gewahrte ein prachtvolles Reh; es nahm seinen Pfad durch die Sträucher und lustwandelte gen Damm. Ich stand nur still und beobachtete und das Reh nahm mich in keiner Weise wahr. Es zog seines Weges und verschwand schlußendlich – immer unter meiner Beobachtung.

Morgen werde ich einmal mehr mein gewichtiges Amt in einem wolligen Fachbereich antreten, soll heißen, ich darf mich wieder ein wenig um meine Wollfreunde kümmern. Ich bin gespannt, wie sie reagieren werden, wenn ich ihre heimatliche Weide betrete – schließlich sind sie erst aus ihrem Sommerurlaub zurückgekehrt und taten bisher verhalten ignorant – was meine Person betrifft. Aber ich verstehe dieses Verhalten durchaus, denn das kulinarische Wohl steht über allem – das ist bei unserer Spezies auch nicht viel anders. Die nächste Zeit, respektive Laufphase ist sehr hoffnungsvoll – die Herbstregentin dominiert unangefochten das banale Geschehen – und ich hoffe, sie wird mich nicht enttäuschen. Ich selbst werde mein Täglichlaufen fortsetzen, jenen unwägbaren Weg gehen, ja, beschreiten, der in die Vergangenheit führen wird, doch heute werde ich stolz zurückblicken. Gelebtes Täglichlaufen.

Das Zepter der Kälte. Akt III.

Posted in Einzigartige Momente, Klimaanalysen, Statistik, Täglichlaufen. Status. on 29. September 2015 by Täglichläufer

Behutsam, nein, zärtlich ungestüm und gleichsam zutiefst liebevoll senkte es sich mit erhabener Anmut unerwartet hernieder und entfaltete einfühlsam mit einem kaltlächelnden Hauch seine prosperierende Macht – das Zepter der Kälte – wurde endlich von der mysteriösen Winterregentin voller Vorfreude geschwungen und ja, ich goutierte diesen ihren Enthusiasmus und warf mich ihr im Laufschritt mit mächtiger Leidenschaft entgegen. Erste Impressionen von zartem Weiß erspähten meine Augen und ich genoß diese belebende Dynamik wahrlich, wenngleich sie bar jedweder wörtlichen Beschreibung lebte. – So formulierte ich im Jahre 2013 – angesichts einer greifbaren Lebendigkeit wie Kälte, welche derart früh den frostigen Mantel hernieder warf.

Damals vollzog ich den ersten Kältelauf am 02.10. und ich war nicht geneigt anzunehmen, daß jener frühe Wert zeitnah unterboten werden könnte, doch ich sollte mich irren. Heute früh erfolgte der erste Kältelauf in dieser aktuellen Herbst/Winterphase und zum ersten Mal überhaupt zieht nun der September in diese meine Statistik (gerechnet ab 2000) ein – dies ist durchaus bemerkenswert und ja, ich hoffe, auf einen frostigen, schneereichen und edlen Winter, der all mein Hoffen realisieren und in keiner Weise enttäuschen wird. Dum spiro spero.

Letzter und erster Kältelauf im Jahr

Jahr Letzter Kältelauf Erster Kältelauf
2000 05.03.2000 16.12.2000
2001 27.03.2001 09.11.2001
2002 15.03.2002 13.10.2002
2003 09.04.2003 10.11.2003
2004 10.03.2004 19.11.2004
2005 07.03.2005 19.11.2005
2006 21.03.2006 27.12.2006
2007 23.02.2007 11.11.2007
2008 18.02.2008 21.11.2008
2009 24.02.2009 08.11.2009
2010 11.03.2010 18.10.2010
2011 27.03.2011 14.10.2011
2012 09.04.2012 12.10.2012
2013 10.04.2013 02.10.2013
2014 17.04.2014 28.10.2014
2015 29.04.2014 29.09.2015

Ein weiteres Ereignis sucht heute seinesgleichen. Angesichts der atemberaubend schönen Sonnenstrahlen, welche den Tagesreigen zärtlich wie galant eröffneten, verflüchtige sich jedwede Energie in meinem Körper wie Geist und wie von einer fremden Macht latent berührt, die gravitätisch auf mich einwirkte, erlahmte mein Laufschritt bis zum Stillstand und so harrte ich ganz banal der wunderschönen Natur, die sich direkt auf mein Herz konzentrierte. Mir steht es nicht zu, jenen Moment in Worte kleiden zu dürfen, doch darf das Rascheln, welches mich jählings überraschte, nicht unerwähnt bleiben. Freilich erspähte ich sofort die Quelle und gewahrte ein prachtvolles Reh; es nahm seinen Pfad durch die Sträucher und lustwandelte gen Damm. Ich stand nur still und beobachtete und das Reh nahm mich in keiner Weise wahr. Es zog seines Weges und verschwand schlußendlich – immer unter meiner Beobachtung. Ein Novum für mich. Bei aller Zutraulichkeit dieser herrlichen Waldbewohner wurde ich noch stets entdeckt; erst heute – nach all den vielen Jahren Täglichlaufen – gelang mir diese unbedarfte, ehrliche und unvergleichliche Impression. Ja, das ist Täglichlaufen – wie ich es liebe.