Die vergangene Zukunft – Täglichlaufen. Jahresrückblick 2021.

Das Jahr ist noch neu, gleichwohl wird es mit eisernen Schritten wie alle anderen zuvor vergehen. Unausweichlich wird es für immerdar in den Strudel der Zeit gesogen und am Ende werden wir uns erneut fragen, wo die schönen Momente des Jahres nur geblieben sind. Dann beginnt es von vorn, das Spiel des Lebens. Immer wieder. Nur die Spieler können sich einer beständigen Ablösung sicher sein. So war die Ordnung der Dinge und so wird sie immer sein.

Das Jahr ist tot. Die temporäre Existenzberechtigung des Jahres 2021 wurde nachdrücklich aufgehoben und die omnipotente Herrscherin aus dem Reich der Erinnerungen hat sich seiner mit Hingabe bemächtigt. Vor uns liegt die nebulöse Zukunft, eine vielleicht hoffnungsvolle Zeit, die sich uns nach und nach enthüllen wird – bevor die Königin des Vergessens auch hier ihr Veto einlegen wird. Wir sollten jedweden Moment genießen, so genußvoll als möglich, denn der Kreuzzug der vergangenen Zukunft hat längst begonnen, dieses neue Jahr unbarmherzig zu verschlingen. Die Reise wird nie enden, sie führt uns in die Unendlichkeit, wenngleich wir als stille Beobachter nur einen Moment im Nichts daran partizipieren werden. Gelebte Endlichkeit. Umso essentieller das Auskosten des Seins, des Lebens. Wie gewohnt handelt es sich hierbei um meinen letzten Beitrag in diesem Jahr; der obligatorische Jahresrückblick meiner vergangenen Zukunft – und auch in diesem Jahr wieder in reduzierter Form und nur auf die schnöde Statistik konzentriert.

Wie das Gros der vorangegangenen Jahre war auch das Jahr 2021 in der Majorität ein wahrlich zufriedenes Jahr im Kontext Täglichlaufen für mich, was meine Konzeption des gelebten Täglichlaufens wie noch immer bestätigt und für sie spricht. Freilich liegt dies in der Natur der Sache. Auch künftig betrachte ich diesen meinen Weg mit Demut und werde ihn weiterhin in der gewohnten Form beschreiten – solange ich darf und Körper und Geist in diesem Stil wertschätzen; allein, wie könnte ich auch nicht?

Statistikauszug 2021 hier mehr:

021 (2020: 021) Regenläufe
000 (2020: 001) Glatteislauf
000 (2020: 000) Gewitterlauf
014 (2020: 003) Nebelläufe
140 (2020: 119) Kälteläufe
001 (2020: 000) Hitzelauf
000 (2020: 000) Flutläufe
000 (2020: 000) Stürze
000 (2020: 000) Hundeangriff(e)
011 (2020: 004) Mal Wildschweinkontakt
000 (2020: 000) Mal Waschbärkontakt
001 (2020: 000) Mal Biberkontakt
000 (2020: 000) Mal in Begleitung gelaufen
003 (2020: 004) Mal Fastunfälle mit Autos
103 (2020: 086) Mal Handschuhe getragen
019 (2020: 006) Mal ein langes Oberteil getragen
006 (2020: 000) Mal eine lange Hose getragen
000 (2020: 000) Mal zweimal gelaufen
kältester Lauf bei -17 °C (2020: -07 °C)
heißester Lauf bei 28 °C (2020: 25 °C)

In diesem Jahr wird sich meine gelaufene Kilometerzahl bei gut 3500 einpendeln; damit bleibe ich wieder unter 4000 Jahreskilometer, was meinen Vorstellungen entspricht.

Von wahrer Bedeutung war in diesem Jahr nur mein 18.03.2001–18.03.2021 – Jubiläum von 20 Jahren Täglichlaufen. So vergeht das Jahr, die Zeit, das Leben, das Dasein – unsere temporäre Existenz – alles schreitet beständig in die vergangene Zukunft, die doch noch nicht existiert und dereinst atemberaubend schnell vergehen wird. Das Jahr hat seinen endgültigen Eintritt in die Geschichte vollzogen. Was bleibt? Erlebnisse. Erinnerungen. Erfahrungen. Und, ein Lächeln. Ja, ich lächele. Das neue Jahr – 2022 – kann kommen. Wird kommen, muß kommen. Und wird sodann genauso rasant im Nichts verglühen. Die Reise wird nie enden. Aber ich, ich steige irgendwann aus. Für immerdar. Oh Leben, was bist du für ein Leben!

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