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Das Zepter der Kälte. Akt III.

Posted in Einzigartige Momente, Klimaanalysen, Statistik, Täglichlaufen. Status. on 29. September 2015 by Täglichläufer

Behutsam, nein, zärtlich ungestüm und gleichsam zutiefst liebevoll senkte es sich mit erhabener Anmut unerwartet hernieder und entfaltete einfühlsam mit einem kaltlächelnden Hauch seine prosperierende Macht – das Zepter der Kälte – wurde endlich von der mysteriösen Winterregentin voller Vorfreude geschwungen und ja, ich goutierte diesen ihren Enthusiasmus und warf mich ihr im Laufschritt mit mächtiger Leidenschaft entgegen. Erste Impressionen von zartem Weiß erspähten meine Augen und ich genoß diese belebende Dynamik wahrlich, wenngleich sie bar jedweder wörtlichen Beschreibung lebte. – So formulierte ich im Jahre 2013 – angesichts einer greifbaren Lebendigkeit wie Kälte, welche derart früh den frostigen Mantel hernieder warf.

Damals vollzog ich den ersten Kältelauf am 02.10. und ich war nicht geneigt anzunehmen, daß jener frühe Wert zeitnah unterboten werden könnte, doch ich sollte mich irren. Heute früh erfolgte der erste Kältelauf in dieser aktuellen Herbst/Winterphase und zum ersten Mal überhaupt zieht nun der September in diese meine Statistik (gerechnet ab 2000) ein – dies ist durchaus bemerkenswert und ja, ich hoffe, auf einen frostigen, schneereichen und edlen Winter, der all mein Hoffen realisieren und in keiner Weise enttäuschen wird. Dum spiro spero.

Letzter und erster Kältelauf im Jahr

Jahr Letzter Kältelauf Erster Kältelauf
2000 05.03.2000 16.12.2000
2001 27.03.2001 09.11.2001
2002 15.03.2002 13.10.2002
2003 09.04.2003 10.11.2003
2004 10.03.2004 19.11.2004
2005 07.03.2005 19.11.2005
2006 21.03.2006 27.12.2006
2007 23.02.2007 11.11.2007
2008 18.02.2008 21.11.2008
2009 24.02.2009 08.11.2009
2010 11.03.2010 18.10.2010
2011 27.03.2011 14.10.2011
2012 09.04.2012 12.10.2012
2013 10.04.2013 02.10.2013
2014 17.04.2014 28.10.2014
2015 29.04.2014 29.09.2015

Ein weiteres Ereignis sucht heute seinesgleichen. Angesichts der atemberaubend schönen Sonnenstrahlen, welche den Tagesreigen zärtlich wie galant eröffneten, verflüchtige sich jedwede Energie in meinem Körper wie Geist und wie von einer fremden Macht latent berührt, die gravitätisch auf mich einwirkte, erlahmte mein Laufschritt bis zum Stillstand und so harrte ich ganz banal der wunderschönen Natur, die sich direkt auf mein Herz konzentrierte. Mir steht es nicht zu, jenen Moment in Worte kleiden zu dürfen, doch darf das Rascheln, welches mich jählings überraschte, nicht unerwähnt bleiben. Freilich erspähte ich sofort die Quelle und gewahrte ein prachtvolles Reh; es nahm seinen Pfad durch die Sträucher und lustwandelte gen Damm. Ich stand nur still und beobachtete und das Reh nahm mich in keiner Weise wahr. Es zog seines Weges und verschwand schlußendlich – immer unter meiner Beobachtung. Ein Novum für mich. Bei aller Zutraulichkeit dieser herrlichen Waldbewohner wurde ich noch stets entdeckt; erst heute – nach all den vielen Jahren Täglichlaufen – gelang mir diese unbedarfte, ehrliche und unvergleichliche Impression. Ja, das ist Täglichlaufen – wie ich es liebe.

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