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Gewollte Extreme

Posted in Pro Bewegung on 10. Juli 2009 by Täglichläufer

Daß ich tägliche Bewegung als essentiell für meinen Körper und Geist erachte, impliziert bereits der Titel meiner Seite. Immer wieder führen Anfragen in Suchmaschinen Menschen auf meinen Blog, die Täglichlaufen und Abnehmen kombinieren möchten. Eines der größeren Themen unserer eitlen Zeit – das eigene Gewicht. Forciert durch eine gefährliche Leistungsgesellschaft, die einerseits zur Bewegungslosigkeit erzieht und die dadurch resultierenden Konsequenzen nur zu gern mit pharmazeutischen Produkten und Medizin kompensieren will. Ein Geschäft mit Potenzial, welches gepflegt werden möchte. Schließlich lebt die Armada der Gesundheitsindustrie mit ihren hoch dotierten Verwaltungsstäben und Vorständen davon und auch Pharmakonzerne denken primär nur an ihre Gewinne. Andererseits erleben wir gleichzeitig allenthalben sportliche Höchstleistungen, unerreichbare Pseudoschönheits- und Schlankheitsnormen, bravouröse – vermeintliche – Vorbilder, Supermodels und falsche Ideale. Höchste Ansprüche wohin man sieht, wer will da nicht mithalten? Oder doch lieber Exot bleiben oder werden? Hier Adipositas, dort Bulimie und Magersucht. Wir leben in einer widersprüchlichen Welt.

Ja, eine konträre Welt voller Paradoxa und Extreme. Eine sinnvolle Orientierung wird besonders für junge Menschen mehr und mehr zu einer Herausforderung. Wenn ich durch die Einkaufspassagen spaziere, wundere ich mich immer wieder, wie viele Menschen optisch durch ihre Leibesfülle eklatant auffallen. Fern jedweder propagierter Traumwelt der Werbung. Besonders erschreckend ist der Anteil dabei an Jugendlichen und Kindern. Stellvertretend für den Gegenpart sieht man oft Mädchen, deren Figuren mich an die seltsamen Schönheitsikonen aus einer fragwürdigen Glamourwelt erinnern. Sie erscheinen wie ausgezehrte Geister und wie bei den sogenannten Topmodels bekomme ich stets Angst und die Versuchung ein medizinisches Notfallteam zu engagieren, erhöht sich exorbitant. Natürlich betrifft diese Problematik auch zunehmend männliche Personen. Faszinierend wie das Quantum der Extreme ansteigt. Eine bedenkliche Entwicklung unserer Gesellschaft.

Gegen etwas Übergewicht ist aus meiner Sicht nichts einzuwenden, angeblich soll dies der Gesundheit sogar dienlich sein. Und mal ehrlich, allein von der Optik her – lieber ein paar Kilogramm zu viel als zu wenig. Doch das gesunde Mittelmaß scheint auf dem Rückzug zu sein. Vielleicht bildet die wirtschaftliche Situation in unserem Land das Äquivalent zu dieser Thematik; die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer weiter. Dort die Superreichen, hier die Superarmen. Gewollte Extreme.

Um den Kreis zum Kernthema zu schließen, zurück zu den ursprünglichen Anfragen in Suchmaschinen. Nach meiner Auffassung stellt das Täglichlaufen kein probates Mittel zur Gewichtsreduktion dar. Generell würde ich meinen Stil nicht weiter empfehlen. Natürlich wäre dies ein hervorragendes Instrument, doch das setzt eine gewisse Erfahrung voraus. Und als untrainierter Anfänger sofort mit einer derartigen Belastung zu starten, wäre kontraproduktiv. Maßvolles Walking, Schwimmen oder Spazierengehen sind sinnvoller und bieten sich eher an. Gehaltvolles Beginnen, dafür umso regelmäßiger und ernsthafter. Weiterhin liegt das Geheimnis vielmehr in einer adäquaten, ausgewogenen und gesunden Ernährung – sofern ein gesunder Nahrungsmittelkonsum heutzutage überhaupt möglich ist, aber das ist ein anderes Thema.

Das mächtigste Hindernis zum Wunschgewicht – sofern keine Krankheit kausale Verantwortung trägt – ist man immer selbst. Man muß sich dem Problem bewußt stellen und entsprechend handeln. Auf seine Ernährung achten und sportlich aktiv werden, in welcher Form auch immer. „Was denken nur die anderen, meine Umgebung? Wie unangenehm und peinlich, wenn sie mich auslachen!“ Nein. Man sollte zu der Erkenntnis gelangen, daß jene Menschen, die sich über engagierte Personen lustig machen – törichte Narren sind. Sie sind im Geiste kraftlos und klein – man sollte sie mit einem Lächeln ignorieren. Sportliche Aktivität muß man grundsätzlich würdigen und anerkennen – welche Figur man dabei abgibt, ist irrelevant. Das Aussehen interessiert nicht – es kommt nur auf den Willen, die Einstellung und auf das Ergebnis an. Dieser Weg mag am Anfang hart sein – sich zu trauen – doch je länger man ihn beschreitet, umso weniger Steine werden auf dem Pfad liegen und je weiter und disziplinierter er gegangen wird, desto leichter wird es. Und am Ende fußt die Erkenntnis, daß gar keine Hürden vorhanden waren, das Korsett der eigenen Unzulänglichkeit fällt einfach ab und das wahre Selbst tritt zu Tage. Wie ein Stein, der vom Bildhauer nur behauen und anschließend poliert werden muß.

Dieser Artikel wurde von einem Menschen formuliert, der als Kind für sein sportliches Versagen mehr als einmal ausgelacht wurde. Zeiten ändern sich, Menschen auch. Seit einem Jahrzehnt bin ich ein leidenschaftlicher, täglicher Naturläufer. Mein Geist und mein Körper sind nicht mehr die, die sie früher einmal waren. Welten liegen dazwischen. Und das Gros der Einfaltspinsel, die mich einst auslachten? Heute bin ich derjenige, der lacht. Eines habe ich durch jenes Benehmen gelernt, der Mensch wird nicht durch sein Aussehen definiert, wenngleich das unsere oberflächliche Welt permanent suggeriert. Egal, ob dick oder schlank, groß oder klein, schön oder weniger schön. Nur das Verhalten, Denken und Handeln bestimmt einen Menschen. Äußerlichkeiten bedeuten nichts. In diesem Sinne empfehle ich jedem Menschen sich sportlich zu betätigen. Es lohnt sich immer in seinen Körper zu investieren. Denn es ist eine Investition in die Zukunft. Stil, Alter und Aussehen sind bedeutungslos, solange man mit einem Lächeln etwas für sich tut. Für Körper und Geist. Nicht zögern, bewegen!

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Erinnerungen der Schwäche

Posted in Pro Bewegung on 13. März 2009 by Täglichläufer

In wenigen Tagen werde ich mit etwas Glück ein für mich wichtiges Jubiläum erreichen. Das Ereignis offenbart längst seine ersten Schatten. Ein würdiger Anlaß, mich meiner Schwäche aus vergangenen Zeiten zu erinnern, um den Weg zu bereiten. Ich war stets ein Feind des Schulsports. Zum einen war ich unsportlich und schwach, zum anderen hatte ich immer das subjektive Gefühl mich zu blamieren, sobald ich mich bemühte den Leistungen zu entsprechen – im Hinblick auf die Mädchen – die sich darüber amüsierten und zugleich die Sporthelden bewunderten. Meinem damaligen Lehrer kann ich nicht einen Vorwurf machen, er war einfach nur vorbildlich. Natürlich paßten wir nicht zusammen, schließlich trafen zwei konträre Charaktere aufeinander; der Hardcore-Sportfanatiker, der für den Sport lebte und meine Wenigkeit: Unsportlichkeit in Kombination mit der Angst vor Bewegung und damit einhergehender Blamage. Nichts hat mir im Ansatz Freude bereitet. Beim Laufen im Stadion absolvierte ich mit Müh und Not eine Runde – während Schulkollegen bereits die dritte Umrundung anpeilten. Demotivierend. Stangenklettern? Oder gar Seil? Utopisch!

Erst in der Abiturzeit stellte sich eine allmähliche Änderung ein. Mittlerweile unterrichtete ein anderer Sportlehrer, der mit seinem dicken Bauch nicht wie einer aussah. Dennoch war er eine wunderbare Lehrkraft, der zudem die Begabung besaß, latente Fähigkeiten zu erkennen und zu fördern. Zu diesem Zeitpunkt war ich immer noch unsportlich und doch errang ich plötzlich erste Erfolge. Mein Denken entwickelte sich in eine neue Richtung – ich traute mich einfach! und dachte nicht mehr an die Mitschüler – was ich partiell auch meinem Sportlehrer zuschreibe. Bestimmte Stile wie Bodenturnen lagen mir weiterhin nicht, aber beispielsweise Stangenklettern stellte kein Problem mehr dar. Allein auf Grund der Tatsache, daß er sich geduldig zeigte und mir die adäquate Technik demonstrierte. Und auch im Laufen hielt ich eine halbe Stunde durch – wenn auch sehr langsam – aber für die Eins genügte es, da es nicht auf Geschwindigkeit ankam.

Beide Lehrer waren großartig, aber der letztgenannte besaß eine gewisse Empathie und damit gelang es ihm Anreize zu vermitteln und bis dato nicht erkannte Talente zu fördern und somit Erfolge zu realisieren. Aus heutiger Sicht kann ich über jene Episoden aus meinem Leben nur lächeln. Stangenklettern? Seil? Kaum mehr nachzuvollziehen, daß das je ein Problem für mich war. Ich bin nicht mehr der Mensch von früher. Viele meiner einstigen Mitschüler, die im Sport so groß waren, sind heute dick und unsportlich. Die Vorzeichen haben sich jeweils in das Gegenteil verkehrt; damit gleicht sich alles aus, wenn auch Jahre verzögert.

Wenn mir ein Wunsch gestattet wäre, so würde ich gerne gemeinsam mit meinem ersten Sportlehrer einen Lauf absolvieren. Er wäre überrascht zu sehen, daß ich nun genau so wie er einst den Sport lebe. Das Leben hat mich auf den gleichen Weg gelotst, jenen Weg, den auch er mit Enthusiasmus beschritt. Leider wird sich mein Wunsch nie erfüllen. Sport war sein Leben – er lebte für den Sport und er fand dadurch den Tod. Was mich nach wie vor tief berührt. Die vielen Jahre, in denen ich Angst vor dem Sportunterricht hatte, waren sehr prägend. Sie führen bis heute dazu, daß ich mich als Antisportler sehe und gleichzeitig eine besondere Verbindung zu Menschen verspüre, die schwach sind. Denn ich war und bin einer von ihnen – auch wenn mein Körper seit langem nicht mehr der von damals ist.

Sollte sich hier ein untrainierter und vielleicht an Übergewicht leidender Mensch als Leser verirren, dem kann ich nur raten sich mit Sport näher zu beschäftigen. Gleichgültig, welcher Art – Hauptsache, der Körper wird mit Bewegung konfrontiert und gefordert. Ob andere Menschen lachen, sich darüber lustig machen, ist gänzlich irrelevant – ignoriert sie. Jedwede Bewegung, die dem Körper, der Gesundheit und dem Wohlbefinden dient, auch dem geistigen – und unabhängig davon, welches Bild man dabei abgibt, kann nie lächerlich sein. Traut Euch, es macht stark und irgendwann werdet Ihr auch lächeln. Denn jene Narren, die spotten – das sind die wahren Schwächlinge.

Ein Leben ohne Sport?

Posted in Pro Bewegung on 27. Januar 2009 by Täglichläufer

„Ich bin ein Antisportler“ sagte ich im vergangenen Jahr zu einem Nordic-Walker. „So sehen Sie aber nicht aus“ antwortete er. Auf den Körper bezogen, ist das korrekt. Doch das wahre Selbst befindet sich im Geist. Und mein Geist ist geprägt von grandiosen Mißerfolgen im Sportunterricht meiner Schulzeit. Die Zeit hat jene Jahre längst mit dem Mantel des Vergessens umhüllt, wenngleich mein sportliches Selbstverständnis davon nicht berührt wurde – im Gegenteil – es basiert vielmehr auf diese Erfahrungen. Die Ironie der Geschichte manifestiert sich in der Tatsache, daß die damaligen sportlich so phantastischen und von mir bewunderten Mitschüler heute fast alle zu Schwächlingen geworden sind. Ich gestehe, eine Sportstunde mit den ehemaligen Schulkollegen würde mich durchaus reizen.

Ich kenne Menschen, die ihr Leben ohne Sport leben. Keine bewußte Bewegung; sie verweigern sich jedweder körperlichen Aktivität. Weitaus spannender wäre jedoch die Vorstellung, was wäre ich heute – ohne Laufen, ohne Sport? Dieser Gedankengang bildet eine eminente Herausforderung für mich, da nach meiner Intention in meinem Denken nicht einmal Ruhetage vorgesehen sind. Daß die Realität meine Konzeption eines Tages torpedieren wird, soll hier nicht von Bedeutung sein. Wie wäre also ein Leben ohne Sport? Ohne Laufen? Ohne Täglichlaufen?

Ich hätte viele interessante Menschen nicht kennengelernt. Der Kreis beginnt in meinem Laufareal mit unzählig lieb gewordenen Grußfreunden, geht über Personen, die mich auf der Straße ansprachen und schließt sich im Internet, wo ich beeindruckende Menschen traf und treffe, die mich bis heute auch auf meiner Seite begleiten. Ohne Sport hätte ich unendlich viele Begegnungen mit Tieren nicht erlebt. Adler, Bussarde, Füchse, Wildschweine, Graugänse, Fischreiher, Fasane, Rehe, Enten, Galloway-Rinder, Hasen, Schwäne, Kormorane, Schafe, Schlangen und diverse andere Vögel, um die häufigsten aufzuzählen – welch schöne Erinnerungen sind in meinem Kopf abgespeichert. Meine Sensibilisierung auf die Natur stünde nicht auf der Ebene – auf der ich mich aktuell befinde. Wie viel ärmer wäre ich!

Während meiner Läufe erlebte ich wunderschöne Momente, interessante und abenteuerliche Witterungsverhältnisse, melancholische Augenblicke der Stille, famose beruhigende Himmelsschauspiele und auch gefährliche Situationen, Belästigungen und Ärger. Es gab viel Schatten, doch umso mehr Licht. Und ich möchte nicht einen Tag davon missen, auch die heiklen nicht. Der wichtigste Aspekt kanalisiert sich in der Gesundheit. Sport, in meinem Fall Täglichlaufen ist ein Quell der Gesundheit. Es hat meinen Körper stärker werden lassen als ich je gedacht hätte. Was sich natürlich positiv auf den Geist auswirkt, da sich beide Punkte in einer steten Wechselbeziehung bedingen. Ohne Laufen wäre ich schwächer. Körperlich wie geistig. Nicht zuletzt fließen weitere Eigenschaften in dieser Wirkung mit ein, allen voran die Disziplin.

Für diesen Artikel habe ich mich bemüht, mir ein Leben ohne Sport vorzustellen. Einige explizite Beispiele habe ich formuliert, aber im Endeffekt habe ich die Zielsetzung nicht erreicht. Warum? Als Antisportler, der zum Täglichläufer wurde, kann und will ich mir ein Leben ohne Sport nicht mehr vorstellen. Sport gehört zu meinem Leben. Mein Körper und auch mein Geist würden ohne Sport verkümmern. Sport ist Leben. Ich bin für jeden Lauf dankbar, den ich absolvieren darf. Möge es noch lang so weitergehen. Und mögen die Menschen erkennen, daß Sport keine Anstrengung ist, sondern nur die adäquate Wertschätzung ihres eigenen Körpers. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Unterstützung beim Abnehmen

Posted in Pro Bewegung on 30. Juli 2008 by Täglichläufer

Derzeit versuche ich jemanden das Laufen näher zu bringen. Nicht in der Theorie, sondern in der Praxis; in einem minimalen Rahmen bestehend aus Walken, Gehpausen und Laufen. Das Primärziel liegt, ganz banal, in der Gewichtsreduktion. Ich stehe sozusagen als Berater zur Seite, doch durchaus aktiv. Bisher wurde im Garten geübt, was jedoch höchstens kurzfristig praktikabel ist. Zumal der Wunsch auf die Straße zu gehen nicht nur von mir kommt. Der erste auswärtige Versuch wurde allerdings vertagt. Warum? „Da sieht man mich und jeder guckt komisch“. Ich antwortete, daß es dir noch nie etwas ausmachte, was andere Menschen denken. „Das stimmt, aber trotzdem!“. Nun gut.

Ich kann dieses Denken sehr gut nachvollziehen, obwohl es natürlich unsinnig ist. Wen interessiert es, wenn man nicht Idealmaße hat und entsprechend etwas für seinen Körper tun möchte, bzw. warum sollte ich mir darüber Gedanken machen und mich mit negativen Gedankengut belasten? Und wenn törichte Kommentare fallen und man belächelt wird? Na und? Schwache und kleingeistige Menschen agieren so, sie versuchen andere zu verletzen, sei es weil sie dumm sind oder kein Selbstvertrauen besitzen, um ihre Unsicherheit zu kompensieren oder weil sie neidisch sind. Es mögen viele Gründe existieren, welche jedoch für uns irrelevant sind. Relevant ist die Erkenntnis zu erlangen, daß Bewegung grandios für den Körper ist und diese Einsicht in die Tat umzusetzen. Ohne falsche Rücksicht auf Neider. Schwer genug. Vielleicht gibt man in den Augen anderer Menschen damit eine seltsame Figur ab, aber wen hat das zu interessieren? Bewegung ist gut für die Gesundheit, für Körper und Geist, für das Wohlbefinden – man tut also etwas, um sich ein Gefühl von Wohlbehagen aufzubauen – wie könnte das je lächerlich wirken? Diese Fragestellung an sich ist schon obsolet. Lächerlich ist, wer so denkt, lächerlich ist, wer sich über andere Menschen lustig macht, lächerlich ist, wer andere verletzt – anstatt sie zu unterstützen.

In meinem aktuellen Beispiel wurde auch schon über unsere Ambitionen gelacht. Mit versteinerter Mine bot ich dem vermeintlichen Schelm an gemeinsame 15 Kilometer zu laufen. In der Sekunde verschwand das süffisante Grinsen. Ein Mensch, selbst nicht in der Lage auch nur fünf Kilometer zu laufen, aber andere demotivieren. Ich enthalte mich einer Bewertung.

Menschen, die nicht den Idealmaßen entsprechen, werden immer mehr in unserer faulen Gesellschaft. Die Gründe sind vielfältig. Es steht mir nicht zu über diese Menschen zu richten, nur weil sie nicht der suggerierten Idealfigur entsprechen. Sie sind deswegen nicht schlechter als schlanke Menschen. Und ehrlich gesagt, sehe ich lieber einen Bauch, der nicht einer Pseudonorm entspricht, als ein Hochglanzmodel, bei der ich Angst habe, daß sie schon vom Angucken aus lauter Magersucht ins Koma fällt. Ein gefährlicher Trend, der die Medien seit Jahren dominiert. Wie dem auch sei, wenn ein Mensch sich dem Sport zuwendet, welchen auch immer, sollte er oder sie sich auf das eigentliche Tun konzentrieren und jegliche Spötter durch Nichtachtung ignorieren. Man darf diesen Narren keine Bühne bieten, geschweige denn auf ihr einfältiges Gerede hören.

Mittlerweile waren wir bereits einmal auf der Straße. Ich freue mich zu sehen, wie schnell sich doch der Körper auf die Bewegung einstellt. Die erreichten Distanzen sind noch nicht der Rede wert – aber sie werden länger. Ein schönes Gefühl dabei zu sein und diese positiven Effekte hautnah zu erleben. Vor allem im Gesicht derjenigen, die diese großartige Leistung vollbringt. Jener Anblick erfüllt mich mit Freude. Mein Fazit an alle Menschen mit Gewichtsproblemen lautet daher: Bewegt Euch, lächelt und ignoriert unsägliche Kommentatoren. Es lohnt sich. In jedem Alter. Zu jeder Zeit. Immer.

Für mehr Bewegung

Posted in Pro Bewegung on 21. Februar 2008 by Täglichläufer

Auf meine Person bezogen, habe ich das Thema „Täglichlaufen“ bisher eingehend behandelt. Im folgenden Beitrag gehe ich etwas universeller auf die Thematik ein – doch durchaus subjektiv.

Der Mensch ist nicht dazu konstruiert den Tag sitzend zu verbringen und am Abend vor dem Fernseher zu liegen. Wir sind zum Laufen geschaffen – der elementarsten Fortbewegung überhaupt. Warum sich also nicht täglich bewegen? Generationen vor uns haben täglich viele Kilometer zurückgelegt. Heutzutage ist das obsolet. Wir sind eine faule und bequeme Gesellschaft geworden. Das klingt überzogen? Mitnichten. Ein Blick auf die regierende Elite, auf die Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Fußgängerzonen oder auf die Menschen, die die Rolltreppe statt der normalen bevorzugen, ist mehr als evident. Die Gesundheitsstatistiken unserer Gesellschaft tun ein Übriges. Mittlerweile wird selbst unser Nachwuchs zur Unbeweglichkeit erzogen – es gibt viele Kinder, die nicht einmal mehr auf einem Bein stehen können, ohne umzufallen. Eine traurige Entwicklung, die sich weiter verschärfen wird.

Ich erachte tägliche Bewegung als lebensnotwendig – wenn unser Körper nicht gefordert wird, verkümmert er – das betrifft auch unseren Geist. Wer jeden Tag eine kleine Runde laufen geht, ich rede nicht von 20 Kilometern, sondern einfach nur vier oder fünf Kilometer, wird schnell feststellen, wie positiv sich Bewegung auswirkt. Der Körper freut sich, wird gesünder, stärker und auch das Selbstbewußtsein wächst. Täglichlaufen ist nur ein Beispiel, Walken oder Spazierengehen oder anderweitige Sportarten sind ebenfalls adäquat und damit zu empfehlen.

Ein sicherlich eminent bedeutsamer Aspekt liegt für viele Menschen in der Option zum Abnehmen. Oben genannte Bewegungsmöglichkeiten sind ideal, um Gewichtsreduktionen zu realisieren. Die uns allen bekannten törichten Anzeigen in Zeitschriften, in denen man mit Wunderpillen 20 Kilogramm in zwei Wochen abnehmen kann, sind absurd. Wer einmal geistig realisiert hat, daß Abnehmen anstrengend ist, nein – muß, der wird seine Ziele auch erreichen. Und körperliche Anstrengung ist nicht per se unangenehm, im Gegenteil – Spaß ist ein essentieller Bestandteil selbiger.

Tägliche Bewegung ist keinesfalls schädlich, leider wird uns dieses Bild mehr und mehr suggeriert. Was letztendlich auch gewissen Lobbys geschuldet ist, denn mit adipösen Menschen kann man vortrefflich Geld verdienen – an einer durch die Bank trainierten Gesellschaft besteht nicht wirklich ein Interesse. Wenn sich also auf meinem Weblog ein Nichtsportler verirren sollte, dem kann ich nur raten sich zu bewegen. In welcher Form auch immer, sofern es Freude bereitet und mehr als einmal in der Woche stattfindet.

Es lohnt sich. Und egal, welche Figur man dabei abgibt, was dem Körper gut tut, kann nie lächerlich sein.