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Den Weg gehen – III. 2022. 21 Jahre. Drei Monate. Coole Zeiten.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Juni 2022 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare 21 Jahre und Drei Monate in Serie. Wohlan, drei weitere Monate sind nach dem bedeutenden Jubiläum in diesem Jahr vergangen – erschreckend schnell, doch wie gewohnt. Seit nunmehr 25 Jahren darf ich mich der Zunft der Läufer zurechnen; 25 Jahre, was für eine Zahl, was für eine Vorstellung! Glücklicherweise fand ich bald darauf den Eintritt in die Täglichläufer-Welt. Ein Weltgesang, deren Ausgang ich bis heute nicht gefunden habe und ja – ich suche auch nicht danach. Auch künftig kann dies nicht mein Bestreben sein.

In der vergangen Phase wechselten die Temperaturen zwischen 09 °C und 24 °C und damit endet der Statistikausflug bereits. Einmal mehr darf ich keinen Regenlauf vermelden. Vor kurzem verglich eine Wetterfee die hiesige Gegend mit dem Libanon – entsetzlich. Am 22.05. erlebte ich meinen 88. Wildschweinkontakt – ein großes und sechs kleinere im Gefolge rannten parallel mit mir in die gleiche Richtung; die einen laut vernehmlich krachend/brechend durch die Schilfwiese, der andere lautlos am Waldrand. Einen Tag zuvor hatte ich die Ehre, den coolsten Menschen in unserem Universum zu treffen – ein Jugendlicher, ein kleiner Kerl mit einem sogenannten „Basecap“ und einem Lautsprecher unter dem Arm kam auf einem E-Skateboard höchst cool-lässig angedüst; utz utz utz, der dumpfe Bass dröhnte durch das Leben, ein „deutscher“ Rapper begeisterte alle Zuhörer. Die Umgebungstemperatur sank sofort um gefühlte 10 Grad und so klapperte er hinter mir her; kurioserweise war ich dann doch schneller. Beeindruckend, diese Coolness! Utz utz utz!

Ende Mai erspähte ich eine Weinbergschnecke direkt auf dem Weg, welche offensichtlich eine längere Pause einlegte. Jener Ort war ungünstig gewählt und so überführte ich sie in eine sichere Umgebung. Ein weiterer Höhepunkt waren Camper im Wald, die mit ihrer Musikanlage den heimischen Forst beschallten und Pirol, Nachtigall und andere übertönten. Ohne Worte. Am 01.06. vollzog sich eine neuerliche coole Begegnung – ein Jugendlicher, bekleidet mit einem „Hoodie“, sprich Huuuhdieeeh – blockierte ein Treppenaufgang, wendete mir aber den Rücken zu. Trotz der Kälte gelang mir der Aufstieg und als ich eine Stufe hinter ihm stand, machte ich mich dann doch bemerkbar und rief „Nicht erschrecken!“. Die Coolness löste sich jählings auf und jener Mensch schrie, zuckte und kreischte wie einst die Damenwelt bei einem Take That Konzert. In der Tat bemerkenswert. So setzte ich tief beeindruckt meinen Weg fort.

Mitte Juni beobachtete ich einen Hasen im Wald, sodann gab es Zwillingsnachwuchs bei meinen Schäfchen und gestern gelang mir ein Kontakt mit einem Biber, der allerdings stante pede mit einem lauten Plaaatsch in das nahe Wasser verschwand. Es wird sich also folgerichtig um ein Männchen gehandelt haben. Gelebtes Täglichlaufen. Ein Monat vergeht, der nächste wartet bereits lächelnd.

Den Weg gehen – II. 2022. 21 Jahre. Zwei Monate. Auftakt der Höllen-Saison.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Mai 2022 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare 21 Jahre und Zwei Monate in Serie. Wieder ist ein Monat Täglichlaufen nachhaltig in die Vergangenheit eingezogen und läßt ein strahlendes Monatsjubiläum zurück. Ich werde diesen Tag entsprechend würdigen. In jener Phase schwankten die Temperaturen zwischen 02 °C und 15 °C und ja, leider kann ich nur ein Kältelauf vermelden. Ich fürchte, dies wird der letzte für eine längere Zeit sein.

Zum Abschluß des Monats April konzertierte erstmalig die Nachtigall, bzw. zahlreiche Vertreter ihrer Art; nicht viel später stimmten die Frösche in das liebliche Konzert ein und auch der Pirol und der Schilfrohrsänger komplettierten das musikalische Geschehen. Auch darf ich an dieser Stelle den Kuckuck nicht vergessen. So bedeutet jeder einzelne Lauf einen absoluten Hochgenuß, geboren in dem weiten Feld der herrlichen Tonkunst. Der erste Mai vollzog sich noch ohne weitere Besonderheiten, aber bereits am 02.05. war jedwede Freude in den Wäldern obsolet geworden. An jenem Tage hat es begonnen – der Auftakt der Höllen-Saison. Und wenn ich mich bisher immer in den Vorjahren wiederholt habe, „es kann nicht schlimmer werden!“ – was die Mückenplage angeht, wurde ich einmal mehr überrascht. Was sich aktuell im heimischen Forst abspielt, spottet jeder Beschreibung.

Am 11.05. begleitete mich ein schwach ausgeprägter Nieselregen, den ich leider nicht als Regenlauf werten durfte. Die totale Trockenheit obsiegt indessen und die Wüstenbildung schreitet voran. Mit jedem weiteren Tag, der in den heißen Sommer führt, mit all seinen entsetzlichen Plagen – schwindet die Freude. Doch ja, jedes Jahr das gleiche alte Lied. Und so bleibt nur die leise Hoffnung – auf einen verregneten oder nicht existenten Sommer oder die Vorfreude auf den Herbst, Winter – der uns baldmöglichst erreichen darf.

Den Weg gehen – I. 2022. 21 Jahre. Ein Monat. Wenige Zentimeter vor dem Schlußakt.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. April 2022 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare 21 Jahre und Ein Monat in Serie. So verrinnt sie, die Zeit in ihrem flüchtigen Fluß; ich schwimme, respektive laufe mit und erhöhe mein bedeutendes Jubiläum von 21 Jahren Täglichlaufen um einen weiteren Monat. Meine Intention setzt sich ungerührt fort, was ich natürlich sehr zu schätzen weiß. Es ist dies eine Gnade.

In den vergangenen zwei Monaten absolvierte ich 48 Kälteläufe, zwei Laufeinheiten fanden im Nebel statt und die Temperaturen vollführten ihr Wechselspiel zwischen -07 °C und 10 °C. Zusätzlich zog der dritte Fastunfall in diesem Jahr in meine Statistik ein und der 87. Wildschweinkontakt. Mein Monatsjubiläum im Februar wurde von einer regelrechten Sturmserie dominiert – am 19.02. wurde gar das Gatter von „meinen“ Schafen aufgedrückt, welche allerdings keineswegs an Flucht dachten. Schließlich war in dem Fall der Reiz des Ausbruches nicht existent. Die Schäden in den Wäldern waren zu jenem Zeitpunkt bereits beträchtlich – doch erst der dritte Sturm in Folge, welcher in den Medien keinen Anklang fand, sorgte für einen weiteren Höhepunkt im negativen Sinn. Die Sturmböen in der Nacht zum 21.02. suchten ihresgleichen und die tödliche Baumernte im heimischen Forst ließ mich wahrlich erstaunen. Ein derartiges Schadensbild der absoluten Verwüstung kam mir sehr, sehr lange nicht unter. Und jenes chaotische Bild währt immer noch – bis heute.

Entsprechend wirkt sich das noch immer auf meine Strecken aus – an ausgewählten Örtlichkeiten heißt es nach wie vor: Klettern, Springen, Zwängen oder fast schon Kriechen, um jene Stellen zu passieren. Am 12.03. erspähte ich eine Rotte Wildschweine – sechs an der Zahl – allesamt höchst vortrefflich ausgebildet. Wahrlich ein schöner Anblick. Acht Tage später flog unweit über meiner laufenden Wenigkeit ein edler Schwan, der von der Sonne angestrahlt wurde. Diese majestätische Impression wurde von dem gewohnten sonoren Begleitgeräusch flankiert – eine atemberaubende Szene. Am 15.04. erlebte ich das Gegenteil in dem Kontext, als ich einen getöteten Schwan fand, bzw. die Überreste – verteilt über ein Schlachtfeld von gut 30 Metern. Entsetzlich.

Am 22.03. folgte der dritte Fastunfall in diesem Jahr und ja, so knapp war es sehr lange nicht. Zudem nicht wie gewohnt am Stop-Schild, sondern kausal bedingt durch ein Fahrzeug, welches mir entgegen kam. Aufgrund der tiefstehenden Sonne am Morgen übersah mich augenscheinlich der Fahrer und nur eine Vollbremsung und weniger als 10 cm Abstand beendeten meine Serie an dem Tag nicht. Und die Reaktion des Fahrers? Keine. Absolut keine. Irgendwann wird es so enden – das wird mein Serienende werden – überfahren von einem Auto. Davon bin ich überzeugt.

Die ersten Graugans-Küken zeigten sich bereits am 11.04. – genau drei Tage früher als im vergangenen Jahr. Fünf Tage später durfte ich das erste herzige Babyschaf begrüßen. So setzt es sich also fort – Gelebtes Täglichlaufen – auch nach 21 Jahren. Noch.

Den Weg gehen – XI. 2022. Zwanzig Jahre. Elf Monate. Stürmischer Tribut.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Februar 2022 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Zwanzig Jahre und Elf Monate in Serie. Wieder verbannt das Leben einen Monat in das unendliche, schwarze Nichts, welches in aller Ruhe und vollendeter Geduld auf uns alle wartet. Die letzte Monatswürdigung im Kontext Täglichlaufen vor dem einen Tag in diesem Jahr ist nun Geschichte. Nur wenige Tage wie Läufe liegen möglicherweise vor mir; allein das Leben, die Zeit wird es zeigen.

Die Temperaturen spielten zwischen -05 °C und 08 °C ihr eigenes Theater und auf jener Bühne strahlten 26 Kälte- und zwei Regenläufe hernieder. Zu Beginn des Februars eroberte der zweite Fastunfall in diesem Jahr seinen Platz in meiner Statistik. Am 27.01. drang ein Großaufgebot der Polizei in den hiesigen Forst ein und selbige gaben sich mutmaßlich ihren Drogengeschäften hin; glücklicherweise lag mein Lauf bereits hinter mir – denn die örtliche Polizei hält gerne mal Läufer an; auch Täglichläufer. Und nicht selten verschwinde ich mit einer Tüte in der Hand im Wald und verlasse diesen ohne, was durchaus zu einer gewissen Irritation führen kann und darf. Gleichwohl führe ich selten Kokain beim Täglichlaufen mit; sondern eher kulinarischen Freuden für meine wolligen Freunde. Der Wind an jenem Tage war durchaus sehr erfrischend, um nicht zu schreiben – eiskalt.

Drei Tage später sorgte ein Sturmtief für beträchtliche Schaden in den Forsten und verlegte mir diverse Wege – in den Folgetagen waren dann Klettereinheiten obligat. Das gesamte Ausmaß konnte ich erst in den Tagen danach eruieren und so betrüblich dieser Tribut auch ist – die wenigen Sturmschäden, die die Natur anrichtet, sind nichts im Vergleich zu den menschlichen Zerstörungsaktivitäten allenthalben. Dies gilt auch für den gestrigen Orkan – ungeachtet der zahlreichen Verluste ist in diesem Moment ein Holzernter engagiert dabei, den Wald zu vernichten. Ohne Worte. Am 08.02. begrüßte ich laut vernehmlich meine Schafe und hinter ihrer Weide fühlte sich noch jemand im Schilf angesprochen und trat unverzüglich den Rückzug an – ich hörte nur ein Krachen und dann Schwimmgeräusche; wenn ich raten müßte, sehe ich Schwarzkittel vor mir.

Mitte Februar bescherte mir die edle Natur seit längerem mal wieder einen nahen Bussardkontakt, welcher nicht flüchtete, im Gegenteil – er sah neugierig herab zu mir und im Anschluß hinterher, nur gut zwei Meter über mir. Hierbei kann es sich nur um eine Bussard-Dame gehandelt haben, denn auch im restlichen Tierreich sind die männlichen Wesen doch als Feiglinge bekannt. Am 15.02. passierte ich eine Graugans-Kolonie und nur vereinzelte flüchteten, der Großteil zeigte sich höchst entspannt wie äußerst aufmerksam. – – So liegt also die letzte Phase vor mir; ein neues Jahresjubiläum erstrahlt latent, täglich nuancenartig intensiver. Vielleicht gelingt es – vielleicht.

Den Weg gehen – X. 2022. Zwanzig Jahre. Zehn Monate. Tanzeinlagen.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Januar 2022 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Zwanzig Jahre und Zehn Monate in Serie. Es beginnt also von vorne, ein neues Jahr – allgemein als 2022 deklariert, wenngleich eine Zahl ohne Wahrheit, ohne Sinn; willkürlich definiert. Mein Täglichlaufjahr neigt sich dem Ende entgegen und ja, es ist mehr als bemerkenswert – in nur zwei Monaten scheint ein weiterer Höhepunkt greifbar. Eine lange, kurze Zeit – bis zum 18.03. und möglicherweise wird mir das Leben die Hand reichen und mich auf das Podest der 21 Jahre ziehen, heben; allein das Leben wird es mir demonstrieren, wenngleich ich selbst nicht ganz unschuldig daran sein werde. Wenn ich denn darf.

In der aktuell abgeschlossenen Phase absolvierte ich 21 Kälte- und einen Regenlauf – die Temperaturen boten ein Wechselspiel zwischen -13 °C und 09 °C feil; auch vier Nebelläufe gesellen sich dazu. Desweiteren ein Fastunfall und zwei Wildschweinkontakte – welche derzeit bei 86 stehen und wie alle in der letzten Zeit im Dunkeln stattfanden. Der bisherige Winter ist wahrlich enttäuschend – auch wenn es vereinzelt den Eindruck von Weiß gab, so sind echte Schneewelten nicht an der Tagesordnung, was doch sehr betrüblich ist. Ein Lauf mußte ich abbrechen, die Waldwege verwandelten sich mehrheitlich in Seen und bei den kalten Temperaturen dominierte später das Glatteis und nach der x-ten Tanzeinlage meinerseits – jeder Profi-Tänzer wäre vor Neid erblaßt, trat ich den Rückzug an.

Sehr ärgerlich sollte der Auftakt am 14.01. sein – denn kurz nach Laufbeginn passierte ich eine neue Müllhalde, die degenerierte Kreaturen vermutlich in der Nacht zuvor anlegten. Dieses Land darf sich wirklich glücklich schätzen, daß ich keine Strafen verhängen darf. Der gestrige Tag wie Lauf war sehr stürmisch – wie lange nicht. Ich ließ mich natürlich darauf ein und wurde regelrecht mitgerissen, von den lieblichen Sturmhänden, die mich gnadenlos in die Finsternis zerrten. Wenn ich dies auch genossen habe, hoffe ich insgeheim auf adäquate Temperaturen – welche dem Jahresbeginn entsprechen. Gelebtes Täglichlaufen – es setzt sich fort.

Den Weg gehen – IX. 2021. Zwanzig Jahre. Neun Monate. Dunkelzeit.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Dezember 2021 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Zwanzig Jahre und Neun Monate in Serie. Wohlan, die Zeit ist reif für den letzten Monatsrückblick in diesem Jahr; geboren im Zeichen der Routine. Dieses Wort enttarnt die letzten Wochen, die ohne gewichtige Besonderheit in das Land der Erinnerung eintraten, was freilich höchst positiv wie negativ ist. Allein das Leben i s t. Andere Optionen als ein Akzeptieren sind per se nicht gegeben. So sei es.

In diesem absolvierten Abschnitt zogen 20 Kälte- und jeweils drei Nebel/Regenläufe in meine Statistik ein, indessen die Temperaturen den groben Rahmen von 10 °C bis -04 °C definierten. Aktuell erreiche ich 130 Kälteläufe in diesem Jahr – der absolute Höchstwert – auf die letzten zwei Jahrzehnte bezogen. Wenngleich nun eine unschöne Warmphase das Geschehen dominiert, hoffe ich insgeheim auf würdige Kältetage. Wahre Schneewelten darf ich leider immer noch nicht vermelden; nur an wenigen ausgewählten Tagen gab es maximal einen Hauch von weiß. Sehr betrüblich.

Partielles Glatteis ging damit automatisch einher – beispielsweise auf Brücken und ja, natürlich enttäuschte der Winterdienst keineswegs – denn er war schlicht nicht existent und entsprach somit meinen Erwartungen, was zu seltsamen Tanzeinlagen führte. Jedes Jahr das gleiche alte Lied – manche Dinge ändern sich nie. Gestern sollte ich noch vor Laufbeginn eine mehr oder weniger „unschöne“ Hunde-Begebenheit erleben, gleichwohl es sich mitnichten um einen Angriff handelte. Heute zog der 84. Wildschweinkontakt in meine Statistik ein – zwei Schwarzkittel rannten drei Meter vor mir in der tiefen Finsternis über den Waldpfad in das schwarze Nichts. An dieser Stelle muß ich einmal mehr die Harmlosigkeit von Wildschweinen betonen – selbst in der Dunkelheit und mit Nachwuchs – die süßen Putzel sind absolut harmlos. Wenn ich sie allerdings angreife, darf ich mich nicht über eine adäquate Gegenwehr wundern. Morgen früh wird mich die elegante Finsternis einmal mehr umarmen, einhüllen und mich entführen – in ihre Dunkelwälder.

Den Weg gehen – VIII. 2021. Zwanzig Jahre. Acht Monate. Goldenes Blättermeer.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. November 2021 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Zwanzig Jahre und Acht Monate in Serie. Das Jahr neigt sich zur Rüste, einmal mehr; die Zeit vergeht still und nur noch wenige Tage Leben liegen in diesem Konstrukt namens „Zeit“ vor uns, welche rasant vergehen werden. Hoffnungsvoll, verheißungswürdig mag das Morgen erscheinen, welches nur temporär obsiegen darf, um in den endgültigen Tod zu tanzen. So erscheint der vorletzte Monatsrückblick im Kontext Täglichlaufen auf dieser unbedeutenden Bühne der Erinnerung. So sei es.

Ich absolvierte in der vergangenen Phase acht Kälte- und drei Nebelläufe; indessen die Temperaturen zwischen -02 °C und 16 °C gelassen hin und her pendelten. Für meinen Geschmack ist es viel zu warm und zu trocken für diese Jahreszeit; so bleibt nur die Hoffnung auf einen wundervollen Winter, geboren in der klirrenden Kälte. Dum spiro, spero. Am 21.10. war es relativ stürmisch in den hiesigen Wäldern; für ausgewählte Baumgesellen war es leider zu böig – ihr Leben wurde nachhaltig ausgehaucht. Familie Fasan macht den Rehen Konkurrenz und so vergeht nicht ein Tag, wo ich die Putzels erspähe oder zumindest hören darf. Wenngleich ein Unterschied frappierend ist – ihre Ängstlichkeit. Freilich ist dies angemessen, man muß die Menschen meiden.

Am 04.11. lud die Regenregentin zu einer höchst nassen Vorstellung ein, welche natürlich n a c h meinem Lauf stattfand. Demungeachtet wurden die Wälder geflutet und viele Seen entstanden – vorzugsweise auf einstigen Wegen. In kongenialer Kombination war der komplette Forst bereits zuvor zu einem einzigen Blättermeer avanciert – golden strahlend, garniert in diversen Rotnuancen. Eine wunderschöne Welt, die ihresgleichen suchte. Mitte November wagte ich den Diskutantenkreis von mehreren Graureihern (plus ein Silberreiher) zu stören und einer der Beteiligten stieß einen Schrei sondergleichen aus – ich bin die tägliche Meckerei durchaus gewohnt, aber eine derart nachdrückliche Wortmeldung vernahm ich noch n i e.

Der nächste Tag, Lauf harrt seiner Ausführung und mit etwas Glück – darf ich diese meine Serie fortsetzen. Auf welchen Pfaden auch immer – Gelebtes Täglichlaufen.