Archive for the Täglichlaufen. Rückschau. Category

Den Weg gehen – VIII. 2018. Siebzehn Jahre, Acht Monate. Der erste Kältehauch.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. November 2018 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Siebzehn Jahre und acht Monate in Serie. Relativ stürmisch zeigte sich der Auftakt der abgeschlossenen Monatsphase und mit den unsteten Windböen wurden auch die einst zukünftigen Tage wie Läufe hinfort getragen, hinein geweht in das endlose Reich der Vergangenheit und nur die tanzenden Blätter offenbarten genußvoll ihre Begeisterung mit greifbarer Hingabe.

Der Sommer scheint nun hoffentlich endgültig in den diesjährigen Ruhestand eingetreten zu sein und der erste wahre Kältehauch enttarnte sich gestern, der mein Täglichlaufen entsprechend auf ein sehr angenehmes Niveau hob und heute seine würdige Fortsetzung fand. Die Temperaturen schwankten zwischen 15 °C und -05 °C und boten sieben Kälte- und zwei Nebelläufe feil. Und natürlich – welch ein Wunder – sogar ein Regenlauf durfte ich bestreiten.

Die seltsame Beobachtung am 23.10., welche mir zugetragen wurde, blieb glücklicherweise ohne Folgen und rückblickend betrachtet, erachte ich meine Warnung nach wie vor als sinnvoll, wenngleich sich der tatsächliche Sachverhalt kaum mehr ermitteln läßt. Anfang November raschelte es im tiefen Wald nicht weit von mir entfernt im Unterholz und auf dem Rückweg grunzte es freundlich grüßend an der gleichen Lokalität. Aktuell lassen sich die Spuren von Familie Schwarzkittel wahrlich nicht leugnen; komplette Pfade sind über weite Strecken höchst sorgfältig umgegraben worden – so erhöht sich der Grad des Laufens ein wenig an jenen Punkten. Das zahlreiche Laub tut das seine in dem Kontext und so fällte mich eine gut versteckte Wurzel in meinem Tun; allerdings in einem harmlosen Rahmen, den ich ausnahmsweise nicht als Sturz werten will.

Wiederholt habe ich unabsichtlich Fasane aufgeschreckt, die sich zu Recht darüber sehr empörten – einmal mehr gelobe ich Besserung. Am 10.11. unterbrach ich meinen Lauf, um eine herzige Schwanenfamilie zu beobachten – es fällt mir in solchen Momenten nicht leicht, mich von solchen Anblicken zu lösen. Der einzige Regenlauf in diesem Abschnitt lächelte am 13.11. – insgesamt mein 441. Regenlauf, gewidmet einer speziellen Person. Das Leben ist in der Tat nur ein fragiles Konstrukt, unsere Existenz nur ein flüchtiger Hauch im Nichts. Wohl dem, der dies bewußt wahrnimmt und zu schätzen weiß. So setzt es sich also fort, das gelebte Täglichlaufen und ich gehe den Weg noch ein wenig weiter.

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Den Weg gehen – VII. 2018. Siebzehn Jahre, Sieben Monate. Grüngoldene Inseln im Nebelmeer.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Oktober 2018 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Siebzehn Jahre und sieben Monate in Serie. Verglüht. Mein Halbjahresjubiläum. Verglüht wie ein äonenalter Stern am unendlichen Firmament; geboren in einem Hauch von Nichts, um für die Phase von unbedeutenden Femtosekunden zu überdauern – verankert in einem temporären Bewußtsein – hinein getragen in diese kalte wie flüchtige Welt, in dieses nebulöse Leben der ungreifbaren Endlichkeit. Das halbjährige Jubiläum ist also verweht in die Erinnerung; umwoben von mannigfaltigen Gedanken – doch ein neues Glanzlicht lächelt erhaben am Horizont und symbolisiert einen weiteren Monat, der gleichwohl ähnlich rasant verglühte wie auch alle folgenden seufzend sterben werden, müssen. Der Ordnung der Dinge kann man nicht entkommen, aber wer würde dies schon wahrhaftig anstreben wollen?

In dem vergangenen Zeitabschnitt alternierten die Temperaturen zwischen 18 °C und 0 °C und endlich wurde am 30.09. der erste Kältelauf in diesem Herbst feilgeboten. Welche Gnade! In der Summe ziehen drei Kälteläufe in meine Statistik ein; dazu gesellen sich zwei Nebelläufe sowie ein Fastunfall, welchen ich freilich nicht kommentieren will. Dieser verflossene Monat vollzog sich gewohnt routiniert und bot mehrheitlich keine Besonderheiten. Das betrübliche Fehlen von hernieder tanzenden Wassertropfen, heißt „Regen“ – lasse ich ebenso unkommentiert. Der goldene Herbst obsiegt, was ich durchaus genoß. Am 16.10. wurde ich Zeuge eines Dialoges von zwei Bussarden, was ich als herrlich interpretierte – leider erlernte ich einst nicht die faszinierende Sprache „Bussisch“ und kann von daher nur spekulieren, worüber sich die edlen Raubvögel unterhielten.

Der wohl schönste Lauf überhaupt in jener Phase fand gestern statt – geboren im Morgennebel wurden die natürlichen Bedingungen in einer atemberaubenden Schönheit komponiert, die ihresgleichen suchte. Wenn ich den Lauf auch nicht als Nebellauf werten darf, war mein Laufareal partiell von einem Nebelmeer durchzogen und die zentralen Wiesen trugen den reizenden Nebelmantel in einer einzigartigen Weise. Bis auf eine scheinbare Höhe von vielleicht zwei Metern waren die Weiden ausstaffiert von wabernden Nebelkleidern und nur die diversen Baumgruppen standen dicht beisammen und erreichten einen raren Inselcharakter, welche zudem von den leuchtenden Sonnenstrahlen gravitätisch erhellt wurden. So überwachten die grüngoldenen Inseln das weite Nebelmeer und luden jeden Beobachter dazu ein, es ihnen gleichzutun. Ein traumhaft schöner Anblick, den ich doch irgendwann sich selbst überlassen mußte. – – Der nächste Monat liegt ähnlich verborgen in Nebelozean der Zukunft und wird sich nach und nach enthüllen – vielleicht auch künftig garniert mit etwas Täglichlaufen. Die Zeit wird es lehren. Und die zahlreichen Blätter fallen und fallen …

Den Weg gehen – VI. 2018. Siebzehn Jahre, Sechs Monate. Mein Halbjahresjubiläum.

Posted in Täglichlaufen. 17,5 Jahre., Täglichlaufen. Rückschau. on 18. September 2018 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Siebzehn Jahre und sechs Monate in Serie. So weht es also unerwartet hernieder – mein Halbjahresjubiläum – wie ein weißgrauer Wolkensturm und lächelt erhaben und ungestüm in diesem temporären Moment der banalen menschlichen Existenz in unserem Weltgesang. Ein Jubiläum, welches in seinem Charakter still verbunden mit allen früheren in einer Reihe in diesem Universum thront – manifestiert aus dem Nichts heraus und nie gewollt oder geplant, welches nie bewußt angestrebt wurde und doch schimmert es mit seinem ureigenen konsequenten und gnadenlosen Charme. Allein was bleibt mir? Ich nehme es an, in Demut; hebe einmal mehr das fragile Konstrukt der Gesundheit explizit hervor, verweise auf die Nichtreproduzierbarkeit – freilich nur auf meine Person bezogen und ja, heute werde ich den einzigartigen Tag mit der stolzen Realisierung dieser Herausforderung, respektive Geschenk entsprechend würdig zelebrieren. Die Zukunft wird es lehren, wohin mich jener täglichlaufende Pfad führen wird und wie lange ich ihn – in welcher Form auch immer beschreiten darf. Das säuselnde Wolkenmeer zieht indessen unbeteiligt in das weite Firmament ein.

Die unbedeutenden Temperaturen in der vergangenen Phase traten endlich in gemäßigte Regionen ein und vollführten ein Wechselspiel zwischen 08 °C und 20 °C und boten zwei Regenläufe feil. Ein Nebellauf gesellte sich hinzu und jener darf natürlich in seiner Schönheit nicht unerwähnt bleiben. Leider ziehen auch zwei Fastunfälle in meine Statistik ein und bei jenem am 08.09. mußte ich gar auf die vielbefahrene Straße ausweichen, welche in dieser Sekunde an der Örtlichkeit völlig überraschend frei war. Ich erhob meine Stimme und gab ein Handzeichen, doch der Fahrer blickte entrückt drein, als ob der Papst nackt auf der Stelle hüpfen würde. Stop-Schilder. Was mögen sie wohl bedeuten? Ein Mysterium!

Am 22.08. blockierte ein junger Vater mit seinem Nachwuchs in einem Handwagen einen Engpaß auf meiner Laufstrecke; spontan bot ich meine Hilfe an, welche auch gerne angenommen wurde. Als kleine Entschädigung offerierte ich ihm generös, daß ich den Rest der Strecke in dem Wägelchen verbringen darf und fröhlich durch die Wälder gezogen werden könnte – hier war der Begeisterungssturm ob meines Vorschlages sehr verhalten bis nicht vorhanden, womit ich natürlich nicht gerechnet habe. Bei Gelegenheit sollte ich das Thema erneut aufgreifen. Unvergessen bleibt der Augenblick, als ein Fasan direkt vor mir von dannen wetzte und ich ihn für einige Sekunden verfolgte – ich konnte nur noch lachend weiter laufen. Die Natur geizt wahrlich nicht mit heiteren Situationen.

Anfang September schreckte ich leider einen Grünspecht auf, der zwei Meter neben meiner Person flog, mich kurz begleitete und hernach einen schimpfenden Reigen vollführte, der seinesgleichen suchte. In der Tat, ich gelobe Besserung, künftig nicht mehr allzu schreckhaft aufzutreten. So verging also ein neuerlicher Monat; trat ungerührt in die Vergangenheit ein und hinterläßt die stolze Trophäe von 17-6 im Kontext meines Täglichlaufens. Wer hätte das je gedacht? Ich mitnichten. Morgen reiht sich ein weiterer Tag, Lauf auf dieser surrealen Kette ein und heute? Heute wird gefeiert!

Den Weg gehen – V. 2018. Siebzehn Jahre, Fünf Monate. Auf dem Pfad in die Ferne.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. August 2018 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Siebzehn Jahre und fünf Monate in Serie. Und wieder schreitet ein ehedem hoffnungsstrahlender Monat Lebensmonat tief betrübt zur Richtbank, um seine temporäre wie banale Existenz mit dem vergänglichen Todestanz zu krönen und seufzend für immerdar zu vergehen. Das gleiche alte Lied – geboren in der Ordnung der Dinge. So sei es.

In der verwehten Phase alternierten die Temperaturen zwischen 14 °C und 26 °C und nur ein Lauf ist von elementarer Bedeutung und zwar jener vom 02.08. – welcher wahrhaftig als Erlösungslauf interpretiert werden muß. Zusätzlich zieht jene Einheit als Gewitterlauf in meine Statistik ein – zum ersten Mal nach gut vier Jahren. Seit einem mittelschweren Sturm Ende Juli ist ein Weg meiner Laufstrecke blockiert; ein größerer Baum lehnt sich sterbend an zwei andere und noch vor wenigen Tagen konnte ich noch leicht gebückt jene Örtlichkeit passieren. Aktuell neigt er sich stärker und fordert die niedrigste Gangart ein und ich bin geneigt anzunehmen, in den nächsten Tagen wird er vollends hernieder fallen.

Am 04.08. vollzog ich den 55. Wildschweinkontakt und nur wenige Meter vor mir kreuzten die Putzels meine Richtung und begrüßten mich mit einem freudigen Grunzen. Nur einen Tag später beobachtete ich einen streunenden Hund, der scheinbar allein und gar nicht fröhlich den Weltgesang eroberte. Auf dem Rückweg erspähte ich ihn erneut – schwarz, mittelgroß und leicht bedröppelt aussehend, vielleicht auch durstig in der frühen Hitze. Ich unterbrach meinen Lauf und redete ihn an, doch er drehte sich um und verschwand im Forst. Im Internet las ich im Anschluß, daß er seit dem Vorabend als vermißt galt – unverzüglich kontaktierte ich den Besitzer und gab ihm den vermeintlichen Standort an. Wenige Stunden später und dank weiterer Hinweise traf er wohlbehalten in seiner Heimstatt ein. Ein glückliches Ende, was mich sehr freut.

Eine weitere Besonderheit ereignete sich zehn Tage später, doch ich selbst kam leider zu spät und somit durfte ich Familie Schwan bei ihrem Ausflug nicht mehr begleiten. Am 16.08. erspähte ich zwei Grünspechte, die miteinander spielten oder doch flirteten? Die korrekte Deutung obliegt nicht mir – gleichwohl war der Anblick höchst interessant wie lustiger Natur. So liegt also nun das Halbjahresjubiläum vor mir, leuchtet leise erhaben – erschreckend, wie der Fluß der Lebenszeit gnadenlos verrinnt. Vielleicht gelingt es mir, diesen Gedankengang zu realisieren, zu leben – ein Ziel ist dies freilich nicht. Wie könnte es auch. Ungeachtet dessen, die Hoffnung lebt und mein Pfad führt auch künftig in die Ferne; in die ungeborene Zukunft.

Den Weg gehen – IV. 2018. Siebzehn Jahre, Vier Monate. Der Zenit ist überschritten.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Juli 2018 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Siebzehn Jahre und vier Monate in Serie. Still und weithin laut vernehmlich haucht ein weiterer Lebensmonat mit unschätzbarer Zeit – geprägt vom Täglichlaufen – seufzend seinen einzigartigen Atem aus. Der Weltgesang hält inne, läßt alte und flüchtige Erinnerungen letztmalig lächelnd aufleben und schließt den Kreislauf des Lebens mit einer entsprechenden Rückschau. So verrinnt sie also, die surreale Zeit – das mächtige Konstrukt unseres beschränkten Geistes. Und wie noch stets, bemerkenswert rasant.

Der vergangene Monatsabschnitt vollführte ein verhaltenes Wechselspiel im Rahmen der Temperaturen zwischen 11 °C und 25 °C. Nach nahezu drei Monaten ohne einen einzigen Regenlauf durfte ich jene ungewollte wie fürchterliche Antiserie am 12.07. endlich beenden. Bei allem Genuß und wahrer Freude – jener Moment schwindet mehr und mehr und die hohen Temperaturen lassen die greifbare Lebendigkeit von einst vergessen – täglich um eine Nuance mehr. Eine unschöne Begebenheit fand am 29.06. statt – ich passierte meine „Lieblingsstelle“ – das berüchtigte Stopschild – und welch ein Wunder (der Klerus darf mir hier zustimmen), tatsächlich hielt doch mal ein Vehikel an; gleichwohl nicht an der angemessenen Örtlichkeit, nein – der Fahrer blockierte gleichsam Fuß- wie Radweg und ich sah mich genötigt, auf die Hauptstraße auszuweichen – ungeachtet des stark fließenden Verkehres. Ohne Worte.

Am 24.06. erspähte ich einen Schwarzspecht im einsamen Hain und nur drei Tage später wurde mir die seltene Ehre zuteil, drei Schwarzspechte auf einen Streich zu beobachten – dies ist wahrhaftig ein Novum. Später gesellten sich zwei Pirole hinzu und nochmals drei Tage später schwamm im Wasser eine Entenfamilie, die nicht weniger als acht Nachwuchsputzels mit sich führte – welch ein Anblick! Anfang Juli hoppelte ein Hase auf dem Waldweg umher und seit dem 04.07. hat sich eine neuerliche Serie etabliert – denn seit jenem Tage durfte ich täglich Meister Lampe in seinem Wirken beobachten. In der Regel tritt er schnellstens den Rückweg an und doch hielt er bereits einmal in seinem Lauf inne, als ich ihn anredete. Wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie etwas „zutraulicher“ werden. Zudem sie immer an den gleichen Punkten ihre sonst getarnte Anwesenheit offenbaren.

Seit einigen Tagen registrierte mein Bewußtsein jählings die ersten Anzeichen für den hoffentlich baldigen Aufbruch und Abschied des Sommers – der Zenit ist längst überschritten und so sind diverse Waldwege von Unmengen von abgefallenen Blättern gesäumt wie ausstaffiert. Heute tanzte ein einzelnes gelbes Blatt hernieder und fiel direkt in meine Hand; ein Hauch von Abschied. Der leise Übergang blieb mir indessen verborgen, doch das Ergebnis lächelt eindrücklich und die Hoffnung auf angenehmere Rahmenbedingungen darf sich nun intensivieren. So tritt er also seinen Rückzug an – der ungeliebte Sommer – mein Bedauern hält sich freilich in Grenzen. Ein neuerlicher Monat Täglichlaufen schimmert hoffnungsvoll – wohlan, möge es beginnen. Morgen.

Den Weg gehen – III. 2018. Siebzehn Jahre, Drei Monate. In den Fängen von Megarachne.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Juni 2018 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Siebzehn Jahre und drei Monate in Serie. Die Reise in das nebulöse Ungewisse setzt sich fort – geboren in dem surrealen Kontinuum des fragilen Täglichlaufens. Unausweichlich bietet es heute einen weiteren Monat feil, der still jubelnd in meine Rückschau einziehen darf. Das Leben verrinnt dahin und mein Täglichlaufen plätschert von dannen und tagtäglich demonstriert es mir eindrücklich, wie stetig jener Rinnsal immer noch fließt – oder fließen darf. Die Quelle in diesem Kontext ist bisher nicht versiegt, tatsächlich, dies ist bemerkenswert.

In der aktuell verabschiedeten Phase wetteiferten die Temperaturen zwischen 13 °C und 25 °C und ja, ich wage es kaum hier festzuhalten – ein weiterer Monat zog wehmütig in die tote Vergangenheit ein – ohne einen einzigen Regenlauf. Offenbar hat sich hier unautorisiert eine neue Serie etabliert; eine Art Antiserie mit der Intention, sie unverzüglich zu beenden. Mein letzter Lauf, welcher von süßen Regenmächten flankiert wurde, fand am 16.04. statt – nun, ich spare mir weitere Ausführungen und gebe mich der verborgenen Hoffnung hin. Dum spero, spero.

Am 20.05. durfte ich zum Abschluß meines Laufes einen riesigen Bienenschwarm beobachten, der laut brummend durch die Natur lustwandelte – möglicherweise auf der Suche nach einem neuen Standort. Hierbei handelte es sich um ein höchst beeindruckendes Schauspiel, wie ich es selten erleben durfte. Drei Tage später erspähte ich einen wunderschönen Rotfuchs, der jählings latent erschreckt tiefer in das Unterholz eindrang; indessen ein lieblicher Pirol mit Hingabe konzertierte. Erneut drei Tage später flüchtete ein Bussard am Waldrand – nein, nicht vor meiner harmlosen Wenigkeit – sondern vor zwei männlichen Amseln, die wiederholt engagierte Angriffe flogen und den Feind erfolgreich vertrieben. Wahrscheinlich hegte der Raubvogel keine ausgeprägten Ambitionen für eine nachhaltigere Auseinandersetzung und trat somit den Rückzug an.

Der Juni war noch jung, als ich mich nach längerer Zeit wieder in den tiefen (Mücken)wald wagte und ich registrierte sofort, daß der Weg selten frequentiert wurde, denn ein gigantisches Spinnennetz thronte als nahezu unsichtbares Schild in der Mitte des verlassenen Pfades. Ich erkannte das Hindernis viel zu spät und längst hatte ich das Netz passiert – welches voll von kulinarischen Köstlichkeiten war und die mich nun treu begleiteten. Die Stärke der Fäden irritierte mich sichtlich; der Widerstand war mehr als fühlbar. Wer weiß schon, welch Megarachne dort heimlich verborgen im einsamen Hain lebt und nun eine gnadenlose Jagd auf mich betreibt, denn schließlich brachte ich sie um ihren gebührenden Schmaus. Die inkorrekte Bezeichnung möge man mir an dieser Stelle nachsehen.

So vergeht die täglichlaufende Zeit weitgehend unspektakulär im Zeichen der gefährlichen Routine, welche dennoch keinen Tribut einforderte. Eine neue Zeit strahlt lächelnd erhaben am Horizont, welche ähnlich rasant hernieder wehen wird – wie alle anderen zuvor. Morgen reise ich weiter, auf jenem ungewissen Pfad – von der noch nicht geborenen Zukunft in die unendliche Vergangenheit.

Man gestatte mir wenige Worte, gerichtet an meine einstigen Mitschüler, die mich täglich laufen sehen, partiell um diese Seite wissen und hier schon länger mitlesen, was mir so nicht bewußt war. Ich habe mich über unser Wiedersehen sehr gefreut. Doch letztlich war die wertvolle Zeit leider zu kurz bemessen – apropos Zeit, ich bleibe dabei, unsere Abiturzeit ist maximal acht Jahre her. Bleibt gesund!

Den Weg gehen – II. 2018. Siebzehn Jahre, Zwei Monate. Diverse Entsetzlichkeiten.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Mai 2018 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Siebzehn Jahre und zwei Monate in Serie. Wieder ist ein Monat Lebenszeit in die tote Vergangenheit eingetreten; wird nimmermehr wiederkehren. Scheinbar erst gestern zelebrierte ich die 17 Jahre, sodann folgte ein neuerlicher Monat im Anschluß und nun bewege ich mich auf die Volljährigkeit in meinem Täglichlaufen zu. Langsam. Doch stetig. Gleichwohl darf dies kein Ziel sein und ist heute absolut irrelevant. Jener vergangene Abschnitt stand im Zeichen einer mehr oder weniger eintönigen Routine – ohne herausragende Ereignisse. Freilich darf man dies mitnichten als Wertminderung betrachten. Höhen und Tiefen rangen noch stets auf ihre gebührliche Art und Weise.

Die Temperaturen boten ein Wechselspiel zwischen 02 °C und 22 °C – an dieser Stelle kann ich durchaus eine Besonderheit konstatieren; denn seitdem ich mein Täglichlaufen dokumentiere – immerhin seit 1999 – erlebte ich noch n i e an einem 04.05. ein Kältelauf. Ich wage es und interpretiere dies als hoffnungsvolles Omen und würde mich entsprechend über einen kalten und/oder verregneten Sommer sehr freuen. Nun ja, die Hoffnung treibt das Schiff der Narren. Also absolvierte ich zwei Kälte- und ein Nebellauf. Um bei dem Mysterium „Regen“ zu bleiben – nicht einmal war mir dieses Glück in jenem Monat hold. Entsetzlich.

Am 24.04. vernahm ich erstmalig den Kuckuck in diesem Jahr, der Pirol folgte am 03.05., der Schilfrohrsänger konzertierte am 05.05. und die ersten Graugansküken erspähte ich am 04.05.– seitdem gelang mir dies nicht mehr, was ein wenig seltsam ist. Die hiesige Industrieanlage hingegen – war und ist nicht seltsam, sondern bleibt sich treu und pustet fröhlich ihre Krebsdämpfe in die Atmosphäre – dementsprechend mußte ich meine Läufe wiederholt in der Wegführung ändern. Entsetzlich.

Wenn ich die vergangenen Jahre vor meinem geistigen Auge erwecke, so erinnere ich mich an schreckliche Mückenplagen im Sommer und noch jedes Jahr definierte ich unbedingt als DAS Extremjahr in diesem Kontext. Doch ja, das ist alles nur Makulatur – dieses Jahr ist wahrlich das Rekordjahr, was die Mücken betrifft. Und auch meine abgeklärte Haltung von einst – „bei 14 Kilometer pro Stunde Geschwindigkeit sticht keine Mücke“ – ist obsolet geworden. Und wie sie stechen! Entsetzlich.

Der Maibeginn glänzte mit einem formidablen Sturm – mein Shirt wurde wehend empor gerissen – so intensiv stürmte es und derartige Begebenheiten kann ich an einer Hand abzählen. Natürlich wurde ich ausgerechnet an jener Örtlichkeit „entkleidet“, wo sich ein bedeutendes Publikum aufhielt. Entsetzlich.

So verging ein Monat mit zahlreichen „Entsetzlichkeiten“ – wenn auch mehrheitlich routiniert und unspektakulär. Möge nach dem Mai der Oktober eintreffen, doch ich fürchte… Wie dem auch sei, mein Täglichlaufen setzt sich fort. So oder so.