Archive for the Täglichlaufen. Rückschau. Category

Den Weg gehen – III. 2020. Neunzehn Jahre, Drei Monate. Sommerroutine.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Juni 2020 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Neunzehn Jahre und Drei Monate in Serie. Wieder einmal begibt sich ein Monat Lebenszeit zur Rüste, winkt mit dem gewohnten und doch keineswegs selbstverständlichen „Monatsjubiläum“ im Kontext meines Täglichlaufens, hält inne und bereitet der nahen Zukunft ein gebührendes Willkommen. Eine noch nicht geborene Zeit, welche ähnlich rasant verglühen und untergehen wird. So sei es.

Meine Statistik vermeldet für jenen Abschnitt ein Wechselspiel der Temperaturen zwischen 10 °C und 23 °C und wartet als exponierte Überraschung mit einem Regenlauf auf. Freilich muß ich gestehen – ich habe es mir wahrlich nicht leicht gemacht, den Lauf am 11.06. als echten Regenlauf zu werten. Man sollte annehmen dürfen, als Täglichläufer kommt man des öfteren in jenen Genuß, aber in diesen Zeiten – ohne Winter, ohne Schnee, ohne Kälte – kann es auch keinen Regen mehr geben. Der Planet stirbt – Spezies Mensch sei dank – und das tangiert schlußendlich auch die Wetterverhältnisse.

In all den vielen Jahren als Täglichläufer bekam ich wiederholt Geschenke – während meines Laufens – und am 20.05. war es wieder soweit; an diesem Feiertag erhielt ich eine Flasche mit Likör. Das war natürlich lieb gemeint – dennoch, erstens trinke ich dergleichen nicht und zweitens mit Likör bewaffnet durch die Gegend zu rennen, ist eine zweifelhafte Begebenheit. Zehn Tage später erlebte ich meinen 73. Wildschweinkontakt – ich habe berichtet – und mußte letztlich sogar einen Umweg wegen der Racker laufen. Skandalös! In der Nacht zum 14.06. wurde die darbende Natur endlich mit richtigem Regen beglückt, der entsprechende Seen in den Wäldern zurückließ und sich nachhaltig auf meine Streckenführung auswirkte. Hier gilt es betrüblich zu konstatieren, daß ich die liebliche Regenmacht leider verschlafen habe. Ein Jammer.

So werde ich also auch die neuerliche, harrende Zeit mit einem täglichen Lauf würdigen, hinein in den schwülen Sommer, mit seinen unschönen Temperaturen. Möge jene Phase rasant entschwinden…

Den Weg gehen – II. 2020. Neunzehn Jahre, Zwei Monate. Qualvolles Sterben.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Mai 2020 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Neunzehn Jahre und Zwei Monate in Serie. Das Zeitenrad der Bedeutungslosigkeit dreht sich knirschend weiter und offeriert einen neuerlichen Monat Lebenszeit, welchen ich mit meinem Täglichlaufen würdigen durfte. Mehrheitlich eine Phase der Routine, welche demungeachtet die eine oder andere Überraschung bereit hielt und auf mindestens drei davon hätte ich nur zu gerne verzichtet. Doch das Leben beschreibt seinen temporären Folianten in gnadenloser, ungerührter Weise. So sei es.

Die gelobte Statistik verkündet fünf Kälteläufe, der Abgesang ist endgültig; in einem Temperaturrahmen zwischen 0 °C und 12 °C. Am 21.04. vernahm ich das erste Froschkonzert (in freier Natur) in diesem Jahr, fünf Tage später erspähte ich den ersten Graugansnachwuchs, der Kuckuck verkündete seine Anwesenheit und am 03.05. vollzog der Schilfrohrsänger sein formidables Auftaktkonzert. Erneut fünf Tage später konzertierte auch der Pirol und somit ist der natürliche Reigen komplett – das Ensemble vermeldet Vollzähligkeit. Ebenso durfte ich in dem Abschnitt meine Fastunfallstatistik erstmalig in diesem Jahr ergänzen – nun mit einem LKW garniert, der mich bewußt und mit voller Absicht ignorierte, schnitt und mich nur knapp verfehlte. So darf ich mein Feindbild: LKW-Fahrer pflegen, die sich sonst primär durch ihre Umweltverbrechen auszeichnen.

Seit längerer Zeit gewahrte ich im Wald mal wieder einen Hasen, der rasant von dannen lief – ein herziger Anblick und heute ließ sich auch ein Schwarzspecht beobachten. Am 08.05. realisierte ich in einem abgeschiedenen Waldgebiet ein wahres Husarenstück, welches seinesgleichen suchte und wenn ich selbiges hier nicht näher thematisiere, sei nur angemerkt – manchmal erreicht man gerade das Gegenteil dessen, was man doch anstrebt. Seit einigen Tagen registrierte ich an einer gewissen Örtlichkeit ein hohes Aufkommen von Fliegen, gleichwohl konnte ich keine Details ausmachen, da diverse Pflanzen ihre grüne Macht eindrucksvoll demonstrieren. Vorgestern unterbrach ich meinen Lauf, um die Ursache zu ermitteln und leider bestätigte sich meine Vermutung. Ein Reh steckt in einem Zaun fest; die Vorderläufe und der Kopf waren bereits hindurch… Meine Familie befreite an jenem Zaun vor vielen Jahren bereits ein Reh; ich zuletzt vor sechs Jahren und nun ist es wieder passiert. Doch leider blieb der aktuelle Fall unbemerkt und so setzte ein trauriges, langes und qualvolles, elendes Sterben vor aller Augen ein und dennoch durch den Pflanzenvorhang verborgen. Ich mag gar nicht weiter über dieses arme Reh nachdenken. Entsetzlich! – – – Möge der kommende Monat von angenehmeren Erlebnissen dominiert werden.

Den Weg gehen – I. 2020. Neunzehn Jahre, Ein Monat. Schaf auf Schaf.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. April 2020 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Neunzehn Jahre und Ein Monat in Serie. Bemerkenswert. Der Zeitenfluß des surrealen Lebens offenbart einen neuerlichen vollzogenen Monat Täglichlaufen – nach jenem bedeutenden Jubiläum von 19 Jahren, welches sich scheinbar erst gestern in die Gegenwart materialisierte. Ungerührt verrinnt die flüchtige Zeit und alle Lebewesen hetzen hinterdrein oder muß man dies konträr betrachten, bewerten? Als Getriebene der omnipotenten Zeit? Wie dem auch sei – auch mein Täglichlaufen läuft täglich weiter, davon gänzlich unbeleckt.

In der vergangenen Doppelphase alternierten die Temperaturen zwischen -05 °C und 10 °C und generierten in der Summe 43 Kälte- und sechs Regenläufe. Ich muß gestehen, an den letzten Regenlauf kann ich mich gar nicht mehr erinnern – es ist gefühlte Jahre her. Im Februar war ich für das kulinarische Wohl meiner wolligen Freunde verantwortlich – eine Zeit, die ich sehr genossen habe, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, daß ich mich wiederholt über ihren Nachwuchs erfreuen konnte; am 26.02. stand ein Babyschaf vor mir, ich beugte mich zu dem Putzel hinunter und unsere Köpfe berührten sich – dies war eine unbeschreiblich schöne Szene. Vor einigen Jahren erhielt ich den Ehrentitel: „Salami-Läufer“, manch einer mag sich daran erinnern – mittlerweile bin ich aufgestiegen und so darf ich mich ab sofort als Blumenkohl-Läufer titulieren. Eine nähere Erläuterung ist unnötig; ich erinnere nur an das Wohl meiner Schafe. Ihre Freude indessen war stets gigantischer Art.

In den letzten Märztagen verabschiedete sich galant die nicht existente Winterregentin und reizte mit -05 °C, so daß ich mich genötigt sah, mit einem langen Oberteil zu laufen, was freilich sofort von einer kreischenden Dame kommentiert wurde: „Maaaarcus in langen Sachen!“ – nun, zumindest auf den oberen Teil bezogen war dies korrekt, doch ja – manche Dinge ändern sich wirklich nicht. Am 02.04. erblickten endlich Zwillinge meiner Lieblingsfreundin Blacky das Licht der Welt und am 15.04. konnte ich ihr schwarzes Schafbaby beobachten, wie es auf seine liegende Mama kletterte und sich auf ihr bequem machte – und einmal mehr gilt, die Welt für eine Kamera! So überlebt diese Beobachtung bedauerlicherweise nur in meiner Erinnerung. Schaf auf Schaf. Der heutige Lauf wurde von einem musikalischen Hochgenuß begleitet, der Reigen der Nachtigall fand seinen Auftakt in diesem Jahr – wie lange sind diese wundervollen Stimmen nicht erklungen!

Anfang April erregte wieder einmal ein höchst leidenschaftliches Paar das öffentliche Ärgernis, doch unterließ ich es selbstredend die Polizei, die Spezialkräfte und die Armee zu informieren – stattdessen zog ich mich leise zurück – und so obsiegt die Hoffnung, in naher Zukunft junge Buntspechte erspähen zu dürfen. Mit den ansteigenden Temperaturen zieht es mehr und mehr sogenannte Naturfreunde in mein Laufareal, was letztlich bedeutet – je mehr „Naturfreunde“, desto mehr Müll, der gleich praktisch vor Ort entsorgt wird. Entsetzlich. Demungeachtet gelingt es mir in den frühen Morgenstunden noch die Einsamkeit zu preisen und so setzt es sich fort – mein Täglichlaufen, bereits morgen.

Den Weg gehen – XI. 2020. Achtzehn Jahre, Elf Monate. Noch ein Monat.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Februar 2020 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und Elf Monate in Serie. So verrinnt die Lebenszeit, garniert mit Täglichlaufen und ja, mit jedem weiteren Lauf, den ich praktizieren darf, nähere ich mich dem reizvollen Jubiläum; ein wahrhaft bedeutendes Datum der Einzigartigkeit, welches sich im nebulösen Firmament mehr und mehr erahnen läßt. Doch noch trennt mich das Konstrukt der Zeit von diesem Tag und in einem Monat kann viel passieren. Das Leben wird es lehren, ob ich mein Ansinnen realisieren darf.

Die Temperaturen sprangen im vergangenen Monatsabschnitt zwischen -06 °C und 10 °C munter hin und her und offenbarten 21 Kälteläufe; auch ein Regenlauf gesellte sich in meine Statistik. Zwar regnete es wiederholt, gleichwohl durfte ich das frische Naß in jener schwachen Intensität nicht als Regenlauf werten. Ich war geneigt, einen eigenen Artikel im Kontext der Februarwärme – immerhin 10 °C am 16.02. – zu verfassen und befragte diesbezüglich meine Laufaufzeichnungen. Doch die gefühlte Besonderheit verflüchtigte sich sogleich, denn vor 18 Jahren war es im Februar noch heißer und gar der Januar offenbarte damals unschöne 13 °C als traurigen Höhepunkt. So relativiert sich meine Empfindung, was die Temperaturen angeht.

Ende Januar gab sich Meister Reineke zweimal die Ehre, der bestimmt das Weite suchte, mich sodann aus der Deckung heraus beobachtete. Es verging in jener Phase kaum ein Tag ohne Rehbegegnungen und derart zutraulich erlebte ich sie noch nie. Sie flüchten nicht mehr und bleiben in vielleicht drei Metern Abstand stehen und gucken nur – wenn sie sich überhaupt noch für mich interessieren. Mittlerweile bin ich wirklich als harmloser Freund akzeptiert. Dergleichen gilt auch für meine neue Freundin: Frau Bisam. All diese Beobachtungen und Treffen definieren den wahren Wert des Täglichlaufens. Indessen sind freilich nicht alle von mir begeistert – am 05.02. erschreckte ich leider Familie Fasan und alle vier Putzels flogen zutiefst erbost und lauthals meckernd von dannen.

Heute früh hatte sich ein Storch in mein Laufareal verirrt – trotz der partiell überfluteten Wiesen treten sie hier sehr selten auf. In wenigen Tagen, Läufen wird sich d a s Jubiläum in diesem Jahr manifestieren oder eben nicht – ich lasse mich überraschen und werde nach Kräften das Meine tun, um jenes Datum in der noch nicht geborenen Zukunft als Ziel ausrufen zu dürfen, um es hernach wahrhaftig zu leben. Tempus fugit.

Den Weg gehen – X. 2020. Achtzehn Jahre, Zehn Monate. Der 30.12.2019.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Januar 2020 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und Zehn Monate in Serie. Das Zeitenrad der vergänglichen Jahre hat sich knirschend, ächzend gedreht – vernehmlich für alle noch Lebenden und nach nur wenigen Laufeinheiten kanalisiert sich meine investierte Zeit in ein neuerliches „Jubiläum“ – die erste Monatsrückschau folgt unausweichlich. In nur zwei Monaten könnte ich einen wahren Höhepunkt generieren, „könnte“ – ich lasse mich überraschen.

In der abgeschlossenen Phase tanzten die Temperaturen zwischen -07 °C und 10 °C und jenes Konstrukt, was vor Urzeiten als „Winter“ tituliert wurde, ist in der Tat zu einem Gespenst mutiert, zu einer Illusion. Stattdessen prosperiert der Frühling im Januar – ich lebe in einer schrecklichen Zeit; „glücklicherweise“ interessiert sich die dekadente, degenerierte Spezies Mensch nicht für diese Dinge. In der Summe vollzog ich demungeachtet 24 Kälteläufe; dazu addieren sich zwei Regenläufe und ja, die Nebelwelt lächelte auch einmal für mich. Auch das Jahr 2020 steht im Zeichen meiner geliebten Schnuffelnasen und so hatte ich bereits zwei Begegnungen mit Wildschweinen – am 03.01. im Fastdunkeln und fünf Tage später ebenso in der Finsternis.

Der entsetzlichste Lauf in meinem Leben – solange ich überhaupt laufe – fand am 30.12. statt – wenngleich dies nichts mit meinem Täglichlaufen an sich zu tun hat – so tangierte mich eine Umgebungsvariable innerhalb meines Laufes und jene Begebenheit währte vielleicht fünf Minuten und ja – ohne Worte. Ich bemühe mich nach Kräften, dieses Erlebnis zu verdrängen. Aber das Gehirn unterliegt seinen eigenen Gesetzen. Zehn Tage zuvor erspähte ich ein großes Reh auf dem Damm vor mir, es wich etwas nach rechts aus und nachdem ich es anredete, guckte es mich neugierig an und kam zurück in meine Richtung. Was für eine wundervolle Szene! Ich frage mich, wie es reagiert hätte, wenn ich meinen Lauf unterbrochen hätte? Am 29.12. gab sich Meister Reineke ein Stelldichein – ein herrliches Prachtexemplar durfte ich beobachten.

Eines Morgens – der Tag graute finster – ich beendete meinen Lauf und ein Nachbar kam mir entgegen, welcher leider nur ein rudimentäres Deutsch beherrscht – mehr mit Gesten sprach er zu mir, „Wir schlafen und du!!!“ – in diesem Moment war ich mir nicht sicher, ob das warme Bett nicht die bessere Alternative gewesen wäre; nicht jeder Tag, Lauf ist angenehmer Natur. So ist das Täglichlaufen, das Leben. Kein Licht ohne Schatten, kein Gipfel ohne Tal. Nur noch zwei Monate. Morgen beginnt der neuerliche Abschnitt. Gelebtes Täglichlaufen.

Den Weg gehen – IX. 2019. Achtzehn Jahre, Neun Monate. Ist der Weg nicht frei…

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Dezember 2019 by Täglichläufer

… so beobachte keine Ente. Nun, wer denkt hierbei nicht an ein Zitat von Kong Fuzi oder Sun Tzu (Sunzi)? Freilich muß ich an dieser Stelle enttäuschen – die Erkenntnis habe ich selbst gestern errungen. Ich beobachtete eine Ente zu meiner linken, die sich ihrem Morgenritual hingab und achtete mitnichten auf den Weg vor mir und als ich meinen Blick auf denselben zurück richtete, gewahrte ich einen großen, abgefallenen Ast direkt zu meinen Füßen – den Bruchteil einer Sekunde nach der Registrierung dieses Hindernisses sprang ich auch schon darüber hinweg und ja, mein einstiger Sportlehrer wäre überrascht angesichts der Tatsache, daß ich doch tatsächlich zu einem beträchtlichen Sprung fähig bin. Die Ente indessen, bekam den heldenhaften Hochsprung nicht mit. Was bleibt, ist meine neu gewonnene Erkenntnis. – – – Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und Neun Monate in Serie. Die Zeit ist also reif für den letzten Rückblick in diesem vergangenen Jahr – so verrinnt die Zeit des Lebens für immerdar.

In jener Monatsphase vollführten die Temperaturen ein Wechselspiel zwischen -05 °C und 10 °C und boten in der Konsequenz 19 Kälte- und drei Nebelläufe feil. Von Kälte, Winter oder gar Schnee will ich gar nicht reden. Heute vor zehn Jahren lief ich bei -11 °C und heute vor neun Jahren – in der Tat bei -13 °C. Was waren dies für Zeiten! Zusätzlich zogen drei neuerliche Wildschweinbegegnungen in meine Statistik ein und generierten damit das einzigartige Jubiläum von 70 Wildschweinkontakten. So langsam, aber sicher verlieren sie ihren besonderen Stellenwert und ja, das Jahr 2019 war und ist eindeutig DAS Jahr der Wildschweine. Damit der gewichtigen Momente nicht genug – am 14.12. vollzog ich meinen 1500. Kältelauf. Welch ein frostiges Ereignis mit Seltenheitswert.

Am 21.11. erspähte ich zahlreiche Vogel- und Fledermauskästen, die in einem Teilstück des Waldes neu aufgestellt wurden. Wahrscheinlich wurden die alten Plätze der Fledermäuse zerstört; da an ihrer angestammten Örtlichkeit Bauaktivitäten zu erkennen sind – nach 30 Jahren der Ruhe. Acht Tage später waren engagierte Arbeiter dabei zu beobachten, wie sie einen umgestürzten Baum zu beseitigen suchten; und ja, wie sah das Ende vom Lied aus? Jenes Baumhindernis wurde nur partiell beräumt, dafür wurden 13 gesunde Bäume vernichtet. Ohne Worte. Der 11.12. stand ganz im Zeichen der musikalischen Vögel – ein herrlicher Sonnenaufgang strahlte und tanzte freudvoll durch den Weltgesang, indes die Kraniche ihre Lebenslust lauthals vernehmlich hinaus tröteten und direkt über meiner laufenden Wenigkeit, schnatterten vielleicht 150 Graugänse ohne Unterlaß. Auch frühlingshafte Stimmen ließen sich bereits vernehmen.

So vergeht ein weiterer Monat Täglichlaufen, dieses Jahr ächzt rasant in den Tod – Erinnerungen obsiegen und das noch nicht geborene neue Jahr, flüchtig wie alle anderen zuvor, rüstet sich bereits für seine temporäre Niederkunft. Gelebtes Täglichlaufen – morgen setze ich es fort – hinein in die Zukunft.

Den Weg gehen – VIII. 2019. Achtzehn Jahre, Acht Monate. 20 Jahre Täglichlaufen.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. November 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und Acht Monate in Serie. Wieder strahlt erhaben ein Monatsjubiläum, geboren in dem für mich einzigartigen Konstrukt des Täglichlaufens – viel bedeutender jedoch – ist indessen eine ganz andere Zahl: 20 Jahre Täglichlaufen. Im Jahr 1999 trat ich der Zunft der Täglichläufer bei und praktiziere selbige bis heute. Vor zehn Jahren habe ich dieses Thema ausführlich erörtert und sonderlich viel hat sich seitdem in meiner subjektiven Interpretation nicht geändert. Fürwahr, seit 20 Jahren Täglichläufer – mit einer Serie von über 18 Jahren. Es ist alles erzählt, berichtet – das ist wahrlich mein Weg. Gelebtes Täglichlaufen! Ich werde das Ereignis heute gebührend wertschätzen.

Innerhalb des vergangenen Abschnitts vollzog ich 11 Kälte-, fünf Regen- und vier Nebelläufe. Die Temperaturen tanzten zwischen -05 °C und 13 °C aufregend hin und her. Weiterhin zog ein neuerlicher Fastunfall in meine Statistik ein – am 21.10. kam es an der gewohnten Örtlichkeit zu einer heiklen Szene, wie ich sie selten erleben mußte. Ich bin natürlich immer darauf vorbereitet; so auch an jenem Tag – ich wich sogar auf die Hauptstraße aus und mußte dennoch zusätzlich eine Drehung durchführen, sonst hätte mich das Auto doch noch erwischt. Ich bin davon überzeugt, mein Serienende wird eines Tages auf der Straße stattfinden. Dieser Moment harrt in der Zukunft. Der wundervolle Nebel und einen edlen Bussard, den ich im Anschluß beobachten durfte, entschädigten ein wenig für das unschöne Erlebnis.

Ein Tag später schnitt ein Rotfuchs meinen Weg, der völlig entspannt im Gebüsch verschwand – vermutlich hat er mich nicht registriert. Im November führte ich ein Gespräch mit einem Jäger, der stolz ankündigte, Enten schießen zu wollen. Oh ja, hierbei handelt es sich selbstredend um eine Heldentat – kleine, putzige Enten, die nur leben wollen – brutal abzuschießen; einfach aus der Freude am Töten heraus. Mörderspezies Mensch. Ohne Worte. Am 08.11. habe ich leider einen Fasan aufgeschreckt, der sich freilich lauthals darüber beschwerte. Möge er sich vor dem oben erwähnten Jäger nicht sehen lassen! Damit der unschönen Dinge nicht genug – am 12.11. wurde mit einer neuerlichen Waldzerstörung begonnen. Als Kontrastprogramm wurde mir heute früh eine besondere Beobachtung zuteil – passend zu diesem honorigen Tage. Zwei Rehe kreuzten meinen Weg in einem Abstand von zehn Metern und als ich sie anrief und meinen gewohnten Monolog vortrug, blieben sie stehen – in ungefähr 20 Metern Entfernung – und ein großes Reh drehte sich gar zu mir um und setzte seine Flucht nicht fort. In der Tat, das ist Täglichlaufen!

Die Jahreszeit hat sich endlich verfinstert, ein kalter, weißer Hauch hat sich zärtlich über den rotgelben Blätterteppich in den Wäldern gelegt, hüllt den einsamen Forst liebevoll ein. Eine wundervolle Einsamkeit entfaltet sich allenthalben, intensiviert sich mehr und mehr – eine Einladung, welche ich nur zu gerne annehme. Ob 20 Jahre oder 18/8 – dies ist irrelevant – der nächste Lauf wartet bereits, es setzt sich fort.