Archive for the Täglichlaufen. Rückschau. Category

Den Weg gehen – V. 2019. Achtzehn Jahre, Fünf Monate. Nachtigallgesang im August.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. August 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und fünf Monate in Serie. Wieder ist ein Monat Täglichlaufen in die tödliche Vergänglichkeit eingetreten – der wohl unspektakulärste Abschnitt in diesem Jahr – bar jedweder Besonderheiten; weder stellten sich Höhepunkte ein, noch erlebte ich Tiefpunkte. Lauf um Lauf im Rahmen einer banalen Abfolge offenbarte das unwägbare Leben. So sei es.

Die Temperaturen folgten diesem Beispiel und sprangen zwischen 16 °C und 24 °C gelangweilt hin und her. Nicht einmal durfte ich im Regen laufen, doch ich fürchte, ich muß dies nicht explizit erwähnen, da es sich von selbst versteht – in welch betrüblich regenlosen Zeiten wir doch leben müssen. An ausgewählten Tagen war es demungeachtet sehr drückend in den Wäldern, was den Mücken und anderen kampferprobten Geschwadern von Insekten indessen wenig ausmachte und entsprechend vollführten sie eine gnadenlose Jagd auf kleine possierliche, harmlose Täglichläufer. Ich nahm dies in der Tat zum Anlaß, mein Pensum nachhaltig zu reduzieren und scheinbar gelingt mir dies endlich. Wahrscheinlich werde ich in diesem Jahr die 4000 Jahreskilometer erreichen oder hoffentlich sogar darunter bleiben. Wenig laufen, ist mitnichten allzu einfach.

Am 26.07. huschte direkt vor mir ein Waschbär über den Weg, der mich völlig ignorierte – ein putziger Geselle. Eine Beobachtung irritiert mich dennoch latent und zwar sang am 08.08. eine Nachtigall in vollster Inbrunst – ich kann mich nicht erinnern, den Gesang der Nachtigall je im August vernommen zu haben. Ich habe dieses wundervolle Konzert zu diesem ungewöhnlichen Zeitpunkt freilich genossen. Am 13.08. wurde ich schon aus der Ferne von „meinen“ Wollfreunden vernehmlich gerufen und als ich mich näherte, stürmte eine Dame sehnsüchtig auf mich zu, um mir ihr neu geborenes Baby zu präsentieren. Auch dies ist bemerkenswert, da sie in der Regel nur einmal im Jahr Nachwuchs bekommen. Ich lobte die stolze Mama und streichelte sie ausgiebig – ihr Babyputzel ist ihr wahrlich aus dem Gesicht geschnitten.

Der Abgesang des Sommers wurde nachdrücklich eingeläutet – in den Abendstunden tasten die angenehmen Fühler des Herbstes zärtlich um sich; das Jahr vergeht, welkt dahin. Ein neuer Monat Täglichlaufen harrt der Dinge – vielleicht.

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Den Weg gehen – IV. 2019. Achtzehn Jahre, Vier Monate. Ich bin nicht dick!

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Juli 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und vier Monate in Serie. Unscheinbar verrinnt der einsame Fluß des temporären Lebens in die allumfassende Vergänglichkeit und obwohl ich mich täglich mit meinem Lauf mehr oder weniger engagiert dagegen werfe, werden auch jene Momente in zutiefst unbedeutender Art und Weise mitgerissen – gebannt für alle Zeiten in die unendliche Vergangenheit. Und dennoch bringen diese verlorenen Tage einmal mehr ein Monatsjubiläum hervor, dem ich nicht entkommen kann und will.

In jenem Abschnitt vollführten die Temperaturen ein beständiges Wechselspiel zwischen 14 °C und 28 °C und generierten damit ein Regen-, ein Hitze- und ein Gewitterlauf. Oh, schrieb ich eben tatsächlich Hitzelauf? In der Tat, seit vier Jahren zog ein Lauf unter diesen Bedingungen in meine Statistik ein – bemerkenswert! Zusätzlich habe ich den 64. Wildschweinkontakt erfaßt und ja, einen neuerlichen Fastunfall. Letzterer ereignete sich am 14.07. und war so heikel wie lange nicht mehr. Ohne Worte. Nur wenige Tage zuvor klopfte ich gar gegen einen Transporter, der mir die Vorfahrt nahm; gleichwohl war jene Situation nicht sonderlich gefährlich.

Am 07.07. griff mich im Wald ein Hund an; nun ja, hier muß ich mich etwas korrigieren – es handelte sich um einen Mikrohund und ja, er hat sich wacker geschlagen und mich „gestellt“. Die Welt gehört den Kleinen und Mutigen! Meine 64. Wildschweinbegegnung fand am 12.07. statt; ausgerechnet in einer Wohngegend, welches die Gefahr für Leib und Leben der armen Putzels immer erhöht. Ich konnte mich bei dieser Beobachtung eines Lächelns nicht erwehren, als ein (zu) dickes Nachwuchsschwarzkittel sich durch einen viel zu engen Zaun pressen wollte; für einen Augenblick steckte es auch fest – ich wollte schon zu ihm, um den ungeschickten Racker zu helfen – als es sich doch noch befreien konnte. In meiner Einbildung schmetterte es mir triumphierend entgegen, „ich bin nicht dick, geschweige denn ZU dick!!!“. Ich liebe die knuffigen Wildschweine!

Nur ein Tag später erspähte ich im Forst zwei junge Waschbären, die ihren Wald erkundeten und sich von mir so gar nicht stören ließen. Sie ignorierten mich nicht mal, nein, sie bemerkten mich in ihrem Spieltrieb wohl erst gar nicht. Sie verschwanden im Anschluß durch einen Zaun und kraxelten auf einen Baum; einer nach dem anderen – höher und höher. – – Die noch nicht geborenen Tage harren in der Zukunft auf ihre baldige Ankunft, möglicherweise werden sie mit einem täglichen Lauf verbunden werden – die Zeit wird es lehren.

Den Weg gehen – III. 2019. Achtzehn Jahre, Drei Monate. Im Bann der sommerlichen Routine. Und ein besonderes Datum.

Posted in Besondere Läufe, Einzigartige Momente, Täglichlaufen im Fokus, Täglichlaufen. Rückschau., Täglichlaufen. Status. on 18. Juni 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und drei Monate in Serie. Immer noch überdauert meine täglichlaufende Serie die unwägbare, gefährliche Zeit und bewegt sich nunmehr in unerwünschte und doch zwangsläufig sommerliche Gestade, flankiert von einer schnöden Routine – ohne jedwede Besonderheiten. Derlei kann man positiv, aber auch negativ interpretieren – bewerten. Ich selbst schwanke von Zeit zu Zeit.

In der neuerlichen Phase alternierten die Temperaturen zwischen 11 °C und 24 °C und dank meines frühen Laufzeitpunktes konnte ich wahre Hitzeläufe bisher vermeiden. Die sogenannte „Kälte“ hat sich längst verabschiedet, ich winke wehmütig hinterdrein und lieblichen Regen durfte ich freilich auch nicht begrüßen. Alles wie gehabt, das gleiche alte Lied. Zwei neue Wildschweinbegegnungen fanden statistischen Eingang in meinen Aufzeichnungen und zwar am 03.06. – hier nehme ich an, daß es sich um die gleiche Rotte wie jene vom 16.05. handelte – zumal die Örtlichkeit identisch war. Und eine Woche später traf ich Familie Schwarzkittel im bewohnten Raum – mögen sie sich dort bald entfernt haben; die Armen. Die böse Raubkreatur Mensch läßt sich derlei selten bieten.

Meine Laufumfänge habe ich derzeit etwas reduziert; die Hauptursache begründet sich neben den schwülen Temperaturen in den massiven Mückenangriffen und anderer diverser „Plagegeister“ während meiner Läufe. Einst vertrat ich die Ansicht, eine hohe Geschwindigkeit schützt vor solchen „Bedrohungen“, doch ja, Tempi passati. Am schlimmsten wird es, wenn ich meine zahlreichen Grußbekanntschaften treffe oder Hundefreunde – dann heißt es – Hopsen, Tanzen und Springen und sich äußerst kuuuuurz fassen; sodann schnellstens weiterlaufen. Derzeit generiert mein Täglichlaufen keine Freude, nicht im Ansatz. Aber auch dies gehört dazu; muß dazu gehören. So geht es also weiter, durch den stechenden Sommer und dies darf man wörtlich verstehen.

Anmerkung. Mea culpa, Gelebtes Täglichlaufen! Wie konnte ich nur die Symbolik des heutigen Tages ignorieren? Mit dem heutigen Lauf/Tag stehe ich bei 18 Jahren und drei Monaten Täglichlaufen – und am 18.03.2001 begann einst diese meine Serie. Die 18/03 in zweifacher Form – wahrlich, ein besonderes Datum, ein bemerkenswerter Tag. Mea maxima culpa, Gelebtes Täglichlaufen!

Den Weg gehen – II. 2019. Achtzehn Jahre, Zwei Monate. Das erste Mal.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Mai 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und zwei Monate in Serie. Erst 18 Jahre, sodann ein weiterer Monat und nun tanzt der zweite Abschnitt schwungvoll hernieder – offenbar darf ich den täglichlaufenden Pfad auch künftig beschreiten; wer hätte dies gedacht. Die allgewaltige Zeit hetzt unangefochten in die tödliche Vergangenheit und läßt den sensibilisierten Beobachter temporär befremdlich, überrascht zurück. So sei es.

Die ungehaltenen Witterungsmächte generierten zwei Kälteläufe und ja, nur zweimal durfte ich den Regen preisen. Wie betrüblich. Indessen vollführten die Temperaturen ein stürmisches Wechselspiel zwischen 02 °C und 16 °C. Am 02.05. erlebte ich meine 60. Schwarzkittelbegegnung, was für eine stattliche Anzahl. Drei Tage später passierte ich ein Stockentenpaar – der Abstand betrug vielleicht 50 cm – und wenn sie mich auch wachsam beäugten, bewegten sie sich in keiner Weise. Derlei ist für mich sehr faszinierend, denn umgekehrt betrachtet – diese kleinen Enten auf dem Boden und dann nähert sich eine schwarze Gestalt mit hoher Geschwindigkeit direkt auf die Putzels zu – hier nicht zu flüchten, ist aus dieser Perspektive wahrlich bemerkenswert.

Am 20.04. konzertierte zum ersten Mal in diesem Jahr die Nachtigall und zog jedweden Zuhörer rigoros in ihren lieblichen Bann. Auch die Frösche ließen sich nicht lange bitten und traten am 21.04. voller Hingabe in den musikalischen quakenden Reigen ein. Sechs Tage sollten nun vergehen, bis der Kukuck seinen scheinbaren Namen der Welt kundtat und am 29.04. vernahm ich den Schilfrohrsänger, der seinen wundervollen Gesang anstimmte – das gleiche gilt für den Pirol, der sich selbstredend mit dem Schilfrohrsänger zum gemeinsamen Musizieren verabredet hatte. Und das erste Mal setzt sich immer noch fort.

An dem letzten Apriltag erspähte ich die ersten Graugansküken und zwar fünf an der Zahl, die ihren liebevollen Eltern getreu folgten. Und nach vielen Jahren ließ sich am 11.05. Meister Adebar in den hiesigen Gefilden, heißt – in meinem Laufareal kulinarisch nieder; die Begeisterung bei den Fröschen war mutmaßlich nicht sonderlich intensiv ausgeprägt. So gab es für viele Begebenheiten „ein erstes Mal“ in diesem Jahr; natürlich begleiten mich all diese Protagonisten seitdem täglich und für eine Begegnung vollzog sich jedoch ein unendlich oft wiederholtes Ritual. Eine Walkerin absolvierte ihr Programm auf „meinem Damm“ und der Moment des Überholens näherte sich unerbittlich und ausnahmsweise entschied ich mich, die Dame zu warnen; doch ja, irrelevant, ob man sie anruft oder nicht – es ist immer falsch. Mein Ruf ignorierte sie und im Anschluß folgte der unausweichliche Schreck. Gewisse Dinge ändern sich nimmermehr; wobei ich mir von der Damenwelt in abgelegenen Waldgebieten durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit und Umsicht wünschen würde – in diesen Zeiten.

Vor zwei Tagen zog ein weiterer Wildschweinkontakt in meine Statistik ein. Ich befand mich auf dem Rückweg und sah zwei Meter neben mir etwas braunes umher huschen und jählings sah ich vier, sechs, acht, zehn, nein! – gar zwölf kleine Gesellen, auch als Frischlinge bekannt und die Mama oder Aufsichtsperson dazu, welche sich sodann höchst entspannt ein wenig zurückzogen und die Bache brabbelte vor sich hin – es war kein typisches Grunzen, wie ich es gewohnt bin. Ich antwortete entsprechend höflich und zog meines Weges. – – Der nächste Monat harrt ungeduldig in der Zukunft; er mag nun hernieder brechen…

Den Weg gehen – I. 2019. Achtzehn Jahre, Ein Monat. Vertrauen. II.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. April 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und ein Monat in Serie. ”… der heutige Tag ist für mich ein wahrer Feiertag. Täglichlaufen, stolze 18 Jahre in Serie – das Leben ist verrückt, aber es hat Recht!” Jener Satz ist bereits ein Monat alt, längst vergangen und noch immer laufe ich täglich; meine Intention obsiegt in ihrer Beständigkeit – dies ist bemerkenswert. Die Reise läuft weiter und ich laufe mit. Auf 18 Jahre zurückzublicken, generiert einen tief empfundenen Stolz – ich möchte nicht einen Tag in diesem meinem Gelebten Täglichlaufen missen; auch und besonders die härtesten nicht. Ich harre also erwartungsvoll der Dinge, die künftig eintreten werden.

Die vergangenen zwei Monate addiert, ergeben 29 Kälteläufe und nur einmal regnete es – letzteres ist ein höchst betrüblicher Wert, überrascht jedoch nicht – angesichts unserer wahnwitzigen Manipulation der Klimaverhältnisse dieses Planeten. Die Temperaturen alternierten zwischen -04 °C und 10 °C. Weiterhin zogen drei neuerliche Wildschwein-Begegnungen in meine Statistik ein. Am 26.02. lief ich an einer Bache mit sechs Frischlingen in einem Abstand von vielleicht 20 Metern vorbei; Ende März wurde ich eindrücklich freudig grüßend angegrunzt – ich erspähte ein großes Wildschwein, welches auf einer überfluteten Wiese davon sprang und sodann am 05.04. – direkt vor mir trottete ein Schwarzkittel tiefenentspannt von dannen. Mögen die armen Putzels überleben!

Seit Mitte März war ich einmal mehr autorisiert, für das kulinarische Wohl meiner wolligen Lieblinge zu sorgen. Jene Zeit verlief wie stets wundervoll; von einer bösen Ausnahme abgesehen, die am 17.03. eintrat. Wie gewohnt, werden Hunde in meinem Laufareal grundsätzlich nicht angeleint, irrelevant, ob Brutzeit ist oder nicht; ob andere Tiere gejagt werden oder nicht – all dies ist nicht relevant für Hundebesitzer. Getreu dem Motto, mein Hund ist König und sonst schert mich nichts. So wartete ich also, bis mich ein großer Schäferhund passierte – der nach Sichtkontakt ausnahmsweise doch angeleint wurde – und als er außer Sicht war, kümmerte ich mich um meine Wollies. Freilich rechnete ich nicht damit, daß der Hund im Anschluß freigelassen wurde und später seinem Halter entsprang, um „meine“ Schafe zu jagen und anzugreifen. Welch ein Drama! Schlußendlich hatten wir Glück – was hauptsächlich der dicken Wolle zu verdanken war – indessen meine arme Blacky den Schreck ihres Lebens bekam. Nun ja, Hundebesitzer – das ist ein ermüdendes Thema für sich.

Das Jubiläum von 18 Jahren erfreut mich sehr, doch der wahre Höhepunkt fand heute statt. Von meinem erhöhten Standpunkt auf dem Damm aus, erspähte ich vier Rehe – eine ungewöhnliche Anzahl, in der Regel sind sie zu dritt unterwegs – und wie stets, sprach ich sie sofort an; eine Reaktion blieb aus. Aufgrund der Örtlichkeit rannte ich auf sie zu und kam den Rehen auf 15 Meter nahe, bevor ich wieder einen Richtungswechsel vollzog – indessen ich fleißig meinen Monolog führte und nicht ein Reh trat die Flucht an. Was offenbaren diese scheuen Tiere doch für ein Vertrauen! Jener Moment war – geboren in einem Vertrauen, welches mitnichten eine Selbstverständlichkeit ist – der wirkliche Höhepunkt in der abgeschlossenen Phase. So liegt also der wundervolle Frühling in seinen letzten Zügen; wird bald für immerdar vergehen, um dem brennenden Sommer den Thron der Wettermacht feilzubieten. So beginnt das heiße Spiel erneut. Ich werde mich dem wie gewohnt täglich hingeben und im Geiste durch verschneite Waldlandschaften laufen, die es so nicht mehr geben wird.

Den Weg gehen – XI. 2019. Siebzehn Jahre, Elf Monate. Dreierlei Rekorde.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Februar 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Siebzehn Jahre und elf Monate in Serie. Das Jahr vergeht ungerührt, schmilzt unbewußt wie seufzend von dannen und mein Jahresjubiläum lächelt immer strahlender in der noch nicht geborenen Zukunft hernieder – vielleicht gelingt es mir, den glitzernden Ring von 18 Jahren aufzunehmen – das Leben wird es lehren; in welcher Variation auch immer. – – – In der vergangenen Phase alternierten die Temperaturen zwischen -07 °C und 05 °C und generierten in der unabänderlichen Konsequenz 27 Kälte- und drei Regenläufe. Dazu gesellten sich jeweils ein Glatteis- und ein Nebellauf.

Der schmerzliche Rekord. Jener Abschnitt stand eindrücklich im Zeichen der Schwarzspechte, die ich derzeit täglich beobachten darf; gleichwohl der Grund trauriger Natur ist. In meinem Laufareal werden aktuell an allen Baumfronten selbige engagiert zerstört und zwar in einem erschreckenden Ausmaß, wie ich es bis dato noch nie erleben mußte und als negative Glanzleistung zu verzeichnen ist. Zwar hat mir der Verantwortliche dies in einem persönlichen Gespräch durchaus sinnvoll begründet – allein ob es der Wahrheit entspricht, entzieht sich meiner Urteilskraft. So erscheinen mir die Schwarzspechte und diverse andere Tiere eher verwirrt, aufgeregt und schreien lauthals ihren Unmut ausgerechnet in jene Ohren, die doch nichts hören; nichts hören wollen und ungehindert ihrer Waldvernichtung nachgehen. Und das tierische Leben weint und weint und weint. Dies sind wahrlich betrübliche Zeiten.

Der unerwartete Rekord. Als ebenso betrüblich und sehr enttäuschend muß ich meine derzeitigen Laufschuhe bewerten, die nach nur drei (nicht ganz) Monaten derart ruiniert sind, daß ich sie faktisch nicht mehr nutzen kann. Nun, das ist in der Tat ein neuer Rekord und offenbart nachdrücklich, welche mindere Qualität die entsprechenden Unternehmen für viel Geld feilbieten. Ich bin den Murks aus Vietnam und Indonesien durchaus gewöhnt, aber so rasant haben sich bisher noch keine Laufschuhe verabschiedet. Und wie lange hat es gedauert, adäquate Schuhe in meiner Größe zu erstehen! Ein Jammer. Den Hersteller werde ich an dieser Stelle natürlich nicht benennen – aus Scham über ihre Stümperei würden sie wohl stante pede Insolvenz anmelden.

Der 22fache Rekord. Am 02.02. erspähte ich den ersten Schafnachwuchs in dieser Saison und just einen Tag später hielt ich eines der Lämmer auf dem Arm; ich erspare mir jedes weitere Wort – das ist Glück pur. Auch erlebte ich Anfang Februar einen einzigartigen Traumlauf im Schnee, der seinesgleichen suchte – freilich in Abhängigkeit, wie man denn Schnee definiert. In den letzten Jahren „überwinterten“ hier mehrere Kraniche und maximal ließen sich fünf auf einen Streich beobachten, doch am 04.02. zählte ich stolze 22 Kraniche zugleich – auch hierbei handelt es sich um einen neuen Rekord. Weiterhin zog in diesem Monat eine neue Hündin in mein Laufareal, mit der ich sofort große Freundschaft geschlossen habe – möge Laika lange leben. – – Der letzte Monat bricht an – 18 Jahre Täglichlaufen würden mir jedenfalls gefallen. Wie sinnierten einst die Preußen? Schaun mer mal, dann sehn mer scho.

Den Weg gehen – X. 2019. Siebzehn Jahre, Zehn Monate. Erkenntnisgewinn.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Januar 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Siebzehn Jahre und zehn Monate in Serie. Also sprach das neue Jahr, als es seinen gebührenden Platz auf dem temporären Thron der vergänglichen Herrschaft einnahm, um für die künftige Zeit vielleicht verheißungsvoll zu lächeln. Ungeachtet dieses routinierten Auftaktes setzt sich mein Täglichlaufen wie gehabt fort – Tag für Tag und Lauf für Lauf – und das nächst mögliche Jubiläum erstrahlt verhalten am weiten Horizont. Wohin die Reise geht, wird das Leben lehren.

Gestern erlebte ich den ersten Fastunfall in diesem Jahr und ich gebe zu, es war dies ein seltsames Gefühl, um Haaresbreite von einem großen Bus überrollt zu werden. Natürlich spielte sich der Vorfall wieder an jenem berühmt-berüchtigten Stop-Schild ab und ich gestehe mir auch eine latente Mitschuld ein. Der graudunkle Morgen bot nicht die beste Sicht und ich lief in schwarzer Bekleidung; gleichwohl nützt die „beste Sicht“ auch gar nichts, wenn man seinen Kopf erst gar nicht in meine Richtung bemüht; also wäre es auch irrelevant gewesen, wenn ich eine Warnweste und ein Helm mit Blaulicht getragen hätte. Ich kann und will nicht begreifen, wie man auf eine vielbefahrene Hauptstraße einbiegen kann, ohne einmal nach rechts zu blicken. Und das von einem Berufskraftfahrer! So mußte ich auf die Straße ausweichen und mein Bogen wurde immer größer, indessen der Bus immer näher kam – unaufhaltsam. Der Abstand betrug nur noch wenige Zentimeter. Kurz war ich versucht, gegen die Scheibe zu klopfen oder meine Stimme zu erheben, doch ich verwarf dies sinnlose Vorhaben.

Aber nun ist mir klar, warum faktisch niemand an dem Stop-Schild hält – denn, wenn schon die Berufskraftfahrer damit überfordert sind, kann ich das von normalen Verkehrsteilnehmern nun wirklich nicht verlangen. Ein Hoch auf das Primat der Inkompetenz und Unfähigkeit in diesem Land. Und die Polizei – „dein Freund und Helfer“ – erklärte mir einst, daß es sich finanziell nicht lohnt, an dieser Gefahrenquelle aktiv zu werden. Ja ja, der schnöde Mammon – was wäre auch sonst von Bedeutung. Oh heilige Einfalt. Apropos Inkompetenz und Einfalt. An einem Morgen vor wenigen Tagen war der Radweg gestreut; obwohl es dort gar nicht glatt war und ja, der geneigte Leser ahnt es nun schon – auf der Brücke wurde nicht gestreut – freilich waren hier der Fuß- und Radweg partiell stark vereist. Heute morgen war es streckenweise sehr glatt, auf den erwähnten Wegen und auf der Brücke – natürlich wurde nicht gestreut – nirgendwo. Ich enthalte mich weiterer Bewertungen diesbezüglich.

Die Temperaturen tanzten zwischen -04 °C und 08 °C gar nicht winterlich umher und generierten 15 Kälte- und fünf Regenläufe. Der nicht existente Winter ist eine blanke Enttäuschung und nicht einmal ließ sich etwas Schnee sehen – wie betrüblich. Meine armen Wollfreunde hatten nach Abschluß meiner letzten Betreuung besonders lange mit der neuen Situation zu kämpfen und wollten über zwei Wochen nicht akzeptieren, daß ich mein Versorgungsamt wieder aufgegeben habe – und veranstalteten täglich ein großes Theater. Das neue Jahr begann stürmisch und am 03.01. fiel ein Baum von 32 Metern Länge in den endgültigen Tod und blockiert seitdem den Pfad; so heißt es klettern an jener Örtlichkeit.

Drei Tage später traf ich in Waldnähe einen Mann mit drei weißen Huskys – ich war sprachlos vor dieser Schönheit. Was für wunderschöne Tiere und diese treuen Augen! Ohne Worte. So verrinnt die Zeit und der Januar zieht von dannen – ich folge ihm täglich und komme doch nicht hinterher. Morgen folgt der nächste Lauf, hinein in finstere Sturmwelten. Oder aber in den leuchtenden Sonnenschein?