Geliebter Regen. Mein Hohelied.

Ein gemütlicher Abend vor wenigen Tagen. Anregende Gespräche innerhalb einer illustren Runde dominierten den Moment. Irgendwann tendierten die Worte in Richtung des Laufsportes, speziell auf die Thematik „Regenlauf“. Die Diskussionspartner setzten sich aus mehreren Nichtläufern und einer Ex-Läuferin zusammen. Zusätzlich ein aktiver Läufer mit einer Lauferfahrung, die meine 12 ½ Jahre als sehr gering erscheinen lassen – und nicht zu vergessen, meine Wenigkeit als ein Vertreter der Täglichläuferzunft. Ich muß gestehen, ich bin es leid, Menschen etwas näher bringen zu wollen oder zu erklären, was sie aus einer Form von Intoleranz heraus nur ablehnen. Ein sinnloses Unterfangen. Dies ist mir zu müßig.

Dennoch, nachdem ich lange schwieg, ließ ich mich auf die Unterredung ein. Die Teilnehmer waren in ihrem Denken gespalten. Auf der einen Seite absolute Ablehnung: „Wie kann man nur im Regen laufen? Man wird ja sooo naß! Die Schuhe werden naß! Alles klebt. Eklig! Das ist ungesund! Regen und dann noch Wind? Nein, das kann nicht gut sein!“ – Mehrere Augenpaare sahen mich an: „Wie kannst Du das nur schön finden?“. Dazwischen der aktive Läufer: „Im Sommer, bei 20 oder 25 C° im Regen zu laufen, ist angenehm, ja, aber wenn es kälter wird? Nein. Dann nicht mehr!“. Und zu guter Letzt meine Person auf verlorenem Posten – als leidenschaftlicher Regenläufer.

Ähnlich wie in meiner favorisierten Rubrik „Faszination Regenlauf“ beschrieb ich meine Empfindungen während dieser wunderbaren Witterungsverhältnisse – mein Hohelied auf den Regen. Wie es ist, wenn man im Laufschritt beherzt die Welt erobert und am Horizont die durch finstere Wolken zum Abzug gezwungene Sonne langsam beobachten kann. Allmählich verflüchtigt sie sich, ihre goldenen Strahlen verblassen, gewährt der dunklen Präsenz mehr und mehr Raum, um letztendlich zaghaft zu einem gefühlten Hauch im Nichts zu werden. Während die gelobte Parade der grauschwarz schattierten Geisterwolken immer bravouröser aufzieht und unerbittlich Stellung bezieht. Bis dann die ersten Wassertropfen leise zu Boden segeln, nach und nach, einsame Tröpfchen, die einzelne Sandkörnchen explosionsartig hochfliegen lassen, um anschließend elegant zu verpuffen. Doch diese Einsamkeit ist eine Illusion; das nieder gleitende Regenwasser vereinigt sich zu einem lieblichen Nieselregen und etabliert ein immer stärker werdendes Prasseln. Das T-Shirt durchweicht in wenigen Sekunden, die Haare weinen durch das nasse Stakkato, feinste Rinnsäle bahnen sich ihren natürlichen Weg vom Kopf und perlen Tränengleich mein lächelndes Antlitz herab. Der vormals trockene Pfad verfärbt sich dunkelnaß und die ersten Pfützen reflektieren den grauen Himmel. Zu Beginn weiche ich ihnen noch aus, doch sobald die Schuhe vollkommen naß sind, ist dies nicht mehr nötig. Unbeherrschte Wogen des aufgewühlten Sees bahnen sich unaufhaltsam ihren Weg an das von weißer Gischt gesäumte Ufer; unsichtbare Sturmdämonen reiten wild über das Seewasser.

Die Welt ist eine andere geworden; der Regen hält die Scheuen und Ängstlichen zurück, er sorgt dafür, daß diese berauschende Atmosphäre nur von wenigen Menschen gefühlt werden wird. Die Welt ist zärtlicher geworden, getragen von einer sanften, behaglichen Ruhe. Eine leise Stille, die sich erst in der Nässe offenbart. Der prosperierende Herzschlag des Lebens pulsiert langsamer und zugleich schneller, einer leidenschaftlichen Liebe geschuldet. Regungslos im Geist und voller körperlicher Kraft genieße ich meinen Regenlauf. Gesellen sich noch sanfte bis ungestüme Sturmböen hinzu, kehre ich zu der Quelle meines Seins zurück. Elementares Dasein. Ich laufe nur noch, empfinde, fühle und genieße – und denke nicht mehr. In Frieden und Einklang mit der omnipotenten Natur und mit mir selbst – lebe ich. Auf Gefühle reduziert. Nicht mehr. Nicht weniger.

Nach meiner glühenden Beschreibung der von mir so geliebten Regenläufe blickte ich einmal mehr in verständnislose Gesichter: „Welch ein Unsinn!“ war in ihnen zu lesen; „Du verrückter Kerl!“ – sagten sie lächelnd. Mitfühlend. Furchtsame verstehen Furchtsame. Täglichläufer verstehen Täglichläufer. Leidenschaftliche Regenläufer verstehen leidenschaftliche Regenläufer. Menschen gleicher Art verstehen immer einander. Meinen Vortrag hätte ich mir sparen können, aber das wußte ich vorher. Ich werfe es ihnen jedoch nicht vor. Es gab mal eine Zeit in meinem Leben, da hätte ich über meine Worte auch nur gelacht und mich gefragt, ob das noch normal ist. Doch was ist schon normal? Was ist verrückt? Wer definiert das? Für sich? Für andere? Mit welchem Recht? Die Menschen sehen das, was sie sehen wollen. Wer den Blick hebt, sieht gleichwohl eine andere Welt.

So verging der Abend. Interessante Gespräche zwischen grundverschiedenen Charakteren, die zwar verbunden waren, sich partiell aber nicht verstanden. Sie verstanden mich nicht – und ich verstand sie nicht. Während des nächsten Regengusses werden sie an mich denken und mit dem Kopf schütteln. Auch ich werde mit einem Lächeln an diesen denkwürdigen Disput zurückdenken und ebenfalls mit dem Kopf schütteln, indes ich kräftig in eine Pfütze springen werde und ein nasser Blätterarm gegen meine Schulter peitscht. Zwei konträre Denkweisen, die beide ihre Berechtigung besitzen. Die Kunst besteht darin, sie den anderen nicht aufzuzwingen. Eine simple wie komplexe Erkenntnis. Abschließend betrachtet, danke ich dem beständig unbeständigen Zufall des Lebens für jenen Augenblick, der mich einst zu dem machte, was ich heute bin. Ein inbrünstiger Verehrer der regnerischen Natur, der nassen Welt, des vor Regen triefenden Lebens. Ich liebe es. Aus tiefstem Herzen. Und ja, allein mein Vortrag über die Regenläufe ließ mich lächeln; vor meinem geistigen Auge zogen die erlebten Erinnerungen vorbei, die mich mit tiefer innerer Zufriedenheit auf die entsetzten Freunde blicken ließen. Ein intensives Gefühl.

45 Antworten to “Geliebter Regen. Mein Hohelied.”

  1. Schöne Worte hast du hier gefunden. Bei der Regenthematik sind wir uns einig, die wunderbaren Momente hast du noch einmal schön beschrieben. Doch auch bei mir brauch es bei einem solchen Lauf etwas Zeit, bis ich mit voller Absicht in die tiefen Pfützen laufe.

    Und doch hast du absolut recht – da gibt es nicht viel zu gewinnen, entweder man wird verstanden oder nicht. Ich möchte nicht sagen, dass man die „Liebe zum Regen“ nicht lernen kann – aber das muss man selbst erleben. Man muss selbst einmal bei Regen unterwegs sein und selbst das ist keine Garantie. Aber so manches Mal habe ich es schon gehört, dass die Person plötzlich auch „infiziert“ war.

  2. Lernen ist vielleicht nicht die passende Formulierung. Sich darauf einlassen, trifft es eher. Früher habe ich das auch nicht verstehen können und mich gewundert – bis ich es dann selbst tat. Seitdem ist es um mich geschehen. Ein Glück!

    Zumindest in den „Blogger“-Kreisen gibt es relativ viele Regenfans wie mir scheint. Ich finde das erstaunlich, freut mich aber. Ich hoffe, daß dieses Jahr bezüglich Regen noch einiges bieten wird! Bisher verlief es enttäuschend.

  3. Lieber Marcus,

    nur zu gut kenne ich diese Diskussion, meist wird schon das Laufen selbst als ungesund und orthopädisch schädlich betitelt und dann auch noch bei Regen oder sogar Schnee und Eis? Das kann nur ungesund sein, so der Tenor. Ich lass mich nicht mehr provozieren, eine Diskussion darüber halte ich für zwecklos, denn sie führt zu keinem Sinneswandel, weder bei mir, noch bei den anderen Diskutanten. Und ganz im Ernst, ich laufe gern alleine, warum sollte ich andere davon überzeugen meine Laufwege zu bevölkern und dann auch noch in der von mir so geliebten Einsamkeit und Monotonie des Regens? Nein, ich halte es so, wie in vielen anderen Bereichen auch, ich schweige und genieße.

    Danke, für die schöne Beschreibung des Naturspelktakels Regen 😎

    Dir wünsch ich ein schönes Wochenende

    Salut

  4. Ja, lieber Christian, diese Punkte kommen meistens dazu. Darauf lasse ich mich nun wirklich nicht mehr ein. Nichtläufer sind hierbei die größten Experten, die man sich vorstellen kann. Allesamt Meister im Täglichlaufen mit dem Hang, ihr Wissen gerne beständig preiszugeben.

    Sinneswandel? Die Idee kam mir beim Formulieren des Textes auch – das wäre ja schrecklich! 😀 *lacht* Meine Wälder sind einsam perfekt für mich – das möge so bleiben. Andere zu überzeugen, ist sowieso per se nicht meine Intention. Doch vielleicht den Sinn ein wenig näher zu bringen, war ein Versuch wert. Wenn auch vergeblich.

    Schöne Beschreibung, ja – doch wo bleibt die Realität? Wo versteckt sich der Regen? 😉

    Ebenfalls ein grandios Wochenende!

  5. Lieber Marcus,
    gerade wenn so konträre Meinungen aufeinander treffen, ist es interessant zu sehen, wie die einzelnen Menschen damit umgehen. Sind sie tolerant genug und lassen die vielleicht verrückt erscheinende Ansicht gelten oder wird man tatsächlich für verrückt erklärt? Gerade wenn man beide Seiten kennt, sowohl die des Regenmuffels als auch die des Täglichläufers, der den Regenlauf liebt, ist man in der Lage, an seiner eigenen Toleranz zu arbeiten, sie zu erweitern. In dem Du andere an Deine Gedanken teilhaben läßt, in Deiner eigenen wunderschönen poetischen Art des Mitteilens, wirst Du Deine Mitmenschen auf diesem Wege wenigstens ein bißchen mitnehmen können.
    Das Wetter können wir nicht ändern. Egal ob es brütend heiß, eisig kalt, nass, stürmisch oder sonst wie ist. Doch sich diesen sich ständig ändernden Verhältnissen tagtäglich zu stellen, macht uns auch zu belastbareren Menschen. Früher gehörte auch ich zu den Menschen, die häufig über das Wetter jammernd am Fenster standen, obwohl man es doch wirklich nicht ändern kann. Heute stehe ich nur da und überlege, was ich wohl anziehen werde, wenn ich laufe. Doch ich jammere nicht mehr, sondern nehme das Wetter wie es ist.
    Hoffentlich hast Du bald wieder mal das Vergnügen eines spektakulären Regenlaufes.
    Schönes Wochenende
    wünscht Dir
    Kornelia

  6. Die wenigsten Menschen sind verständnisvoll genug, um andere Meinungen gelten zu lassen, liebe Kornelia. In der von mir beschriebenen Runde kannten mich alle und entsprechend wußten sie über meine Vorlieben Bescheid. Gleichwohl verstanden sie es nicht. Zumal nicht alle der Läuferfraktion angehörten. In Zukunft werde ich wohl schweigen.

    Sich täglich der Witterung auszusetzen, macht wirklich belastbarer. Ein sehr natürlicher Prozeß. Wenn noch mehr Menschen so denken würden, es muß ja nicht Laufen sein, wäre das für die Gesellschaft gar nicht so schlecht. Und Märchen wie beispielsweise die „Geschichte von der Schweinegrippe“ hätten es weitaus schwerer in der Bevölkerung. 😉

    Die Frage der Bekleidung stellt sich mir zu 98% nicht. Allenfalls die Schuhe stehen zur Disposition. Mögen Deine Worte in Erfüllung gehen, so daß ich meine „Regentreter“ ausgiebig nutzen darf.

    Ebenfalls ein wunderbares Wochenende!

    • Das finde ich doch sehr schade, dass man selbst da, wo man bekannt ist für seine Vorlieben, darüber lieber schweigt, weil das Verständnis der anderen nicht vorhanden ist. Doch mir sind solche Situationen ziemlich vertraut. Auch ich bin in ähnlichen Runden manchmal bei ganz anderen Themen oft nur stummer Zuhörer. Doch in mir brodelt es und doch weiß ich, dass jedes Wort von mir vergeblich wäre. Die wenigsten Menschen sind in der Lage, andere vielleicht exotisch wirkende Meinungen zu akzeptieren.

      Dabei hat diese Vorliebe für das Regenlaufen ja nicht nur emotionale Vorteile, sondern eben auch gesundheitliche.
      Würden es die Mehrzahl der Menschen so halten, die Menschheit wäre vermutlich eine gesündere.

      Ich hatte heute mal wieder einen richtig schönen lupenreinen Regenlauf. Vielleicht kommst auch Du heute noch in diesen Genuß.

      Wünsche Dir in diesem Sinne einen schönen Sonntag!

      Kornelia

  7. Laufen im Regen ist einfach schön. Ich habe schon so manche Läufe erlebt wo es die ganze Zeit über geregnet hat oder auch mal richtig stark geregnet hat. Es war immer richtig schön auch weil bei solchem Wetter die Wege viel freier sind. Nur wenn noch Sturm dazu kommt, dann fühle ich mich nicht sicher.
    Laufen im Regen ist einfach herrlich.

  8. Ja, es ist grandios, Bernd! Auch Sturm liebe ich, wobei das durchaus gefährlich sein kann. Ein großer Teil meiner Laufstrecke sieht derzeit wie ein Schlachtfeld aus – überall abgefallene Äste. Starkregen erachte ich auch als wunderbar, jedoch vermischt sich der Schweiß mit dem Wasser und läuft in die Augen – das ist unangenehm.

  9. Mein Spotzl liebstes Thema – laufen im Regen! Ich weiss wie sehr du das magst, zwar nicht jeden Tag, aber du liebst es. Jemand anderen davon zu überzeugen ist sinnlos. Wozu auch? Es muss jeder für sich selbst entscheiden.

    Ich muss gestehen, einen Regenlauf im Sommer hab ich auch schon genossen. Die kühlenden Tropfen auf dem Gesicht, waren klasse. Aber bei Kälte und Sturm kann ich es mir nicht vorstellen. Niemals.

    Lauf einfach für dich und lass die anderen reden 🙂

  10. Exakt, meine liebe Brigitte! Jeden Tag muß ich das auch nicht haben. Doch ein wenig mehr, wie ich es derzeit (nicht) erfahre, darf es schon sein.

    Wenn Du langsam in die Thematik hinein „wachsen“ würdest, so würdest Du mit Sicherheit auch den Sturm und die Kälte genießen, freilich nur in kurzer Bekleidung – man muß das ja spüren. Der Anfang ist ja gemacht bei Dir – vielleicht entwickelst Du Dich ähnlich. Wer weiß, wer weiß. 🙂

    Ich laufe eh nur für mich!

  11. Hallo Marcus,
    das ist ein Thema, das mich auch immer wieder bewegt.
    Ich liebe das Laufen im Regen, bei Schnee und bei Wind.
    Einfach, weil ich da die Natur spüre, ds ist Leben.
    Aber die Umwelt hat dafür (komischerweise) so wenig Verständnis!
    Alles, was nicht der sogenannten „Norm“ entspricht, ist nicht in Ordnung.
    So geht es mir auch mit meiner Gewichtsabnahme, geht es mir mit dem Laufen, usw.
    Und, da ich gerade Fieber und Grippe hatte, war alles, was ich vorher genannt hatte, daran Schuld.
    Aber, das lasse ich stehen und geniesse das Laufen.
    Zwar langsam, aber immer wieder.
    Ich wünsche dir weiterhin viele schöne Läufe.
    Ach ja, entschuldige, dass ich mich so lange ausgeklingt hatte, aber mein Dienst hatte fast zu viel von mir gefordert.
    Herzlichen Gruß
    Erika

  12. Hallo Erika,

    vielen Dank für Deine Antwort! Bei Schnee zu laufen, ist wirklich ein Traum. Wenn die Welt weiß geworden ist, einfach nur herrlich! Leider kommt das noch seltener wie Regen vor.

    Die sogenannte „Norm“ ist geistig sehr beschränkt in ihrem Denken. Davon darf man sich nicht beirren lassen und einfach seinen Weg gehen. Ohne Rücksicht auf die anderen.

    Ich hoffe, Du hast die Intensität während Deiner Grippe/Fieber eklatant reduziert. In solchen Fällen kann das Täglichlaufen mehr als kontraproduktiv wirken.

    Ich wünsche Dir gute Besserung und weiterhin viel Freude beim Täglichlaufen! Und kümmere Dich nicht um die Aussagen von Unwissenden!

    Ein wunderbares Wochenende! 🙂

  13. Meine Zeit wird schon noch kommen, irgendwie passt es halt nicht so richtig. Keine Ahnung warum, aber es ist halt so.

    Jeden Tag im Regen laufen wäre nichts besonderes mehr, also lieber diese Läufe so richtig geniessen!

  14. Ja, das darf man nicht erzwingen; es ist auch gar nicht nötig. Irgendwann hast Du vielleicht Zeit und Lust zum Laufen – dann wirst Du es machen.

    Auch wieder richtig, erst durch die seltene Chance lernt man das wirklich zu schätzen. Aber mal ehrlich, der Herbst ist einfach nur enttäuschend bisher. Wobei der heutige Lauf schlichtweg genial war, dafür gibt es kein Wort. Das war traumhaft! 🙂

  15. Jaaaaaaaaaa traumhaft schön, ohne Regen, dafür blauer HImmel und Sonne pur – so kann man laufen auch geniessen 🙂

  16. Nur weil ich das eine besonders liebe, bedeutet dies keine Ablehnung des anderen. Das war schon mehr als Genuß, so ein Lauf wie heute kam lange nicht vor. Das lag wohl am Frühling. Während der Gesprächspause stellten wir auch fest, daß der Winter übersprungen wurde. 😀

  17. Lieber Marcus,

    das hast du wieder soooooooooooo schön beschrieben…
    Ich glaube, die Liebe zum Regenlauf geht einher mit dem Täglich Laufen… Früher habe ich an Regentagen eine Laufpause gemacht. Ich hätte mir im Traum nicht vorstellen können, im Regen loszulaufen… Wenn man Täglich Läuft – tut man es einfach – egal ob es regnet oder schneit oder die Sonne scheint, oder der Wind weht, oder, oder, oder….
    Da ist es zwangsläufig, daß man auch mal nass wird und dies als sehr positiv und euphorisierend empfindet… Man muß es einfach nur mal tun. Entscheidend ist es, daß man sich darauf einlassen will. Wer es nicht will, wird die Schönheit eines Regenlaufen auch nicht verstehen können.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag und noch viele schöne Regenläufe!
    Viele liebe Grüße
    Petra

  18. Bedingt stimme ich Dir zu, liebe Petra! Meine Regenliebe entstand bei der Bundeswehr; da war ich noch kein Täglichläufer. Aber partiell muß es wohl so sein. Wenn man jeden Tag läuft, hat man nur die Entscheidung, den Regen zu verdammen oder lieben zu lernen.

    So langsam plädiere ich dafür, daß einige Leser einen Regentanz für mich durchführen könnten. 😀 Ich schreibe hier von Regen und draußen ist es trocken und von Wasser keine Spur. Traurig! Also, wer wagt das Heldenstück? 😉

  19. Hallo Marcus,

    auch ich finde an Regenläufen absolut nichts schlimmes, ganz im Gegennteil, sorgt er doch dafür, dass wir als Läufer sozusagen Tropfen für Tropfen mit unserer Umwelt regelrecht verschmelzen, ja ich sage sogar uns das Gefühl geben, eins mit ihr zu sein. Dieses Gefühl kann man nicht erklären und beschreiben, man muss es gefühlt haben um es zu verstehen. Viele Menschen werden es aber niemals fühlen, weil sie nicht in der Lage sind, sich für solch wunderbare, aber dennoch einfache, Dinge zu öffnen. Sie sind einfach nicht bereit und somit nicht fähig dazu. Wir als Läufer sind da anders, wir lassen solche elementaren Dinge des Lebens an uns ran, saugen sie regelrecht auf, verstehen, verarbeiten, genießen und schätzen sie. Wir wissen wie wichtig sie für uns sind, sie sind mitunter unser innerster Antrieb für unser Tun und somit auch ein wichtiger Motivator für das Laufen selbst.
    Aber wie gesagt, man muss es auch an sich ran und wirken lassen.
    Und was ist schon normal, Du beschreibst es vorzuglich, nämlich mit der Frage: Wer definiert das? Dem ist nichts hinzu zu fügen!

    Ich danke Dir für diesen traumhaft wahren Bericht,
    Steffen

    P.S. Ich bleibe dabei, wann kommt endlich das Buch „Täglichlaufen – ein Lebensgefühl! inden Buchhandel?

  20. Ja, lieber Steffen, das ist es: „Eins werden mit der Natur“. Natürlich, das gelingt nicht immer, aber doch sehr oft. Und diese Läufe liebe ich über alles. Und nochmals meine Zustimmung, man kann es nicht beschreiben, sondern nur fühlen, ja. Manchmal bemühe ich mich, meine Empfindungen in Worte zu kleiden, aber wie Du sicherlich bemerkt hast, ist das stets zum Scheitern verurteilt – diese Gefühle in der Natur sind nicht in Worte zu fassen.

    Ist es nicht schön, daß wir so eine Welt durch unser Laufen kennengelernt haben? Und mehr noch, sie zu schätzen und lieben.

    Bezüglich des Buches kann ich Dir keine konkrete Antwort geben, aber dank Dir haben wir nun einen Titel! 🙂

    Vielen Dank für Deine Antwort!

  21. Wolltest du nicht einen Mehrteiler für mich schreiben? Ich warte noch immer drauf 😛

  22. Gut Ding will Weile haben! 😉 Derlei schreibt man ja nicht in ein paar Tagen.

  23. „Wie kann man nur im Regen laufen? Man wird doch nass!“
    Ihhh, wie kannst Du nur. 😉 Am liebsten ist es mir, wenn diese Leute bei Regenwetter am besten das Haus nicht verlassen. Dann haben wir nämlich mehr Platz!

  24. Oft ist es weiser zu schweigen, Kornelia. Viel schlimmer ist es eigentlich auf das Täglichlaufen selbst bezogen. Das steht noch weitaus mehr in der Kritik. Aber so ist das nun mal, wenn man aus der Reihe tanzt. Mittlerweile sehe ich das relativ gelassen.

    Fakt ist, der menschliche Organismus ist für tägliche Bewegung konstruiert – und von mir bekommt er seine adäquate Dosis, was sich wiederum positiv auf meine Gesundheit auswirkt. Würden die Menschen sich der Bewegung hingeben, so wäre das Ergebnis bemerkenswert. Aber wie gesagt, es muß nicht Laufen sein – jede Art von Bewegung ist sinnvoll.

    Von Regen ist hier keine Spur zu entdecken. Mein Lauf war mehr oder weniger unspektakulär, zumindest bis auf den Abschluß, wo ich stürzte. Heute ist nicht mein Tag.

    Möge Dein Sonntag besser sein!

    Gräßlich Gerd, gell? 😉 Über Platzprobleme kann ich mich nicht beklagen. Wenn es gießt, sind die Wälder verlassen. So gesehen ist das wunderbar, daß nur eine Minderheit den Regen liebt.

  25. Hast du überhaupt schon begonnen? O_o

  26. Nein. Vielleicht ist es noch ein Traum? 🙂

    „Die Träume von gestern
    sind die Hoffnungen von heute
    und die Realitäten von morgen“.

    (Goddard)

  27. Na sowas, wie soll der Mehrteiler dann jemals fertig werden? 😉

    Recht hast mit deinem Zitat… aber ich wills trotzdem *g*

  28. Die Zeit wird alle Fragen beantworten. Nur wann ist offen… 😉

  29. Nur wird es halt nie passieren, ich weiss das.

  30. Wer weiß; die Idee gefällt mir natürlich sehr gut. Nur die Realisierung gestaltet sich nicht „einfach mal eben so“. Ich behalte das Thema aber im Hinterkopf. Und hin und wieder werde ich ja hier daran erinnert. 😉

    Ergo hätte ich schon ein oder zwei potenzielle Leser. 🙂

  31. Hallo Marcus,

    Deine Regenlauf-Begeisterung wird durch Deine Worte deutlich spürbar und nachvollziehbar, und ich wünsche Dir noch sehr viel Freude mit allem, was Dich begeistert! 🙂
    Ich laufe auch gerne im Regen, wobei bei mir die Betonung auf „auch“ liegt. Bisher bin ich bei fast jedem Wetter gerne gelaufen (außer wenn’s knalleheiß ist oder glattgefroren), und bei Starkregen zu laufen hab‘ ich noch nicht ausprobiert.

    (Mein Blog ist übrigens mittlerweile erstellt, aber aus persönlichen Gründen möchte ich ihn nicht öffentlich machen, sondern nur mit Einladung. Würdest Du mir dafür Deine Mail-Adresse schicken?)

    Lieben Gruß,
    Gabriela

  32. Meine besondere Liebe gilt den Regenläufen, gleichwohl mag ich auch die Sonne oder behutsamen Schneefall und auch die Hitze. Letztendlich besitzt alles liebliche Reize, die man nur entdecken muß. Wobei Glatteis die einzige Witterung ist – neben Gewitter, die mir Respekt abringt. Aber als Täglichläufer laufe ich auch bei Glatteis.

    Auf Deinen Blog bin ich gespannt; die Adresse folgt sogleich. 🙂

  33. Hallo Marcus,
    habe heute wieder ganz besonders an Dich gedacht. Hier regnet es heute ohne Unterbrechung den ganzen Tag schon. Zwischendrin gibt es ordentliche Sturmböen. Ich gebe zu, es hat mich ein wenig Überwindung gekostet, tatsächlich raus zum Laufen zu gehen. Doch es hat mal wieder viel Spaß gemacht.
    Es gibt wirklich keinen Menschen weit und breit außer in dieser virtuellen Welt, der dafür Verständnis aufbringt. Doch nur, wer das mal in vollen Zügen erleben durfte, weiß überhaupt erst, wovon er spricht.
    Ich hoffe, Du kommst nun auch in diesen besonderen Genuss.:)
    Liebe Grüße
    Kornelia

  34. Du bist zu beneiden! Genau das ist mein Wetter! Hier ist es auch sehr stürmisch (gewesen), doch der Regen hat erst vor kurzem eingesetzt und ist wohl auch nicht dauerhaft. Aber vielleicht habe ich morgen einmal Glück.

    Wirkliches Verständnis erfährt man nur von Menschen gleicher Art – und wir Regenläufer bilden eine absolute Minorität. Ein fast schon elitärer Kreis, gell? 🙂

  35. Ach, lieber Marcus – ich will dich ja nicht neidisch machen… Aber ich hatte heute wieder so einen tollen Regenlauf! Soll ich dir ein wenig Regen schicken? 😀 😀
    viele liebe Grüße
    Petra

  36. Der Neid wächst und wächst und wächst… 😀 😉

    Das Fatale ist ja, JETZT – in der Sekunde gießt es ohne Unterlaß. Aber heute habe ich auch keine Lust mehr; 12 KM reichen doch, gell?

    Vielleicht morgen? Drücke mir die Daumen!

    Einen schönen Abend, liebe Petra!

  37. Ich will den Frühling wiederhaben *mitmFußaufstampf*…tagelang war es jetzt sonnig und warm und nu ist der Regen mitsamt Sturm über uns hereingebrochen. Ich mag das Wetter nicht, muss ich ja auch nicht. Ich werde müde und antriebslos. Feiner Nieselregen im Sommer ist was Tolles, aber nicht dieses Wetter. Aber lieber Marcus…sei froh, das nicht alle Leute dieses Wetter mögen. Stell dir mal deine Laufpiste vor, wenn ALLE Leute bei Regen unterwegs wären. 😀

  38. Ich kann mich nicht beklagen, der Frühling ist da. Gut, in den letzten Tagen gab es Sturm und gestern Abend goß es stark, leider zu spät. Auch die vergangene Nacht wurde vom Regen dominiert, aber jetzt? Sonne. Es ist warm, die Piepmätze zwitschern, Neudeutsch: Twittern. 😀 Der Winter fällt aus.

    Vielleicht wirst Du ja müde, weil Du Dich der Witterung nicht aussetzt? Entsprechend wirkt sich der Lichtmangel aus.

    Das will ich mir nicht vorstellen, bloß nicht! 😉

  39. Gegen Lichtmangel habe ich schon eine Tageslichtlampe hier. Es ist halt einfach nicht mein wetter. Ich mein, ich geh schon raus, aber nur ungern halt.

  40. Du mußt doch auch nicht raus, Anett! Genieße die schöne Vorweihnachtszeit im gemütlichen Wohnzimmer, während die romantischen Kerzen oder der Kamin gehaltvoll leuchten und eine wohlig warme Atmosphäre zaubern – Dein Mann steht in der Küche und sorgt für Plätzchen oder Waffelnachschub und Du liest ein spannendes Buch. Ist doch auch schön, gell? 🙂

  41. Ich habe ganz fest die Daumen gedrückt – hat es geholfen?
    Ja – und 12km reichen auch – da wäre ich auch nicht nochmal losgelaufen… Mit den 2-3 Lesern hast du wohl ein bischen untertrieben – es sind mindestens 4! 😀 😀 😀
    Viele liebe Grüße
    Petra

  42. Leider nicht! 😦 Ich muß passen und kann nur Sonne (teilweise) zum Laufzeitpunkt bieten. Was aber auch sehr angenehm war.

    Vier? Doch so viele? 😉

    Einen schönen Abend wünsche ich Dir!

  43. Hallo mein lieber! Ich bin auch ein begeisterter „Schlechtwetter“-Läufer. Man kriegt da nämlich keinen Sonnenbrand 🙂
    Außerdem ist so ein warmer Regen ja auch echt was feines… 🙂

  44. Takel, Takel! Ich ernenne Dich hiermit zum Glücksbringer der Woche! 😀 Ungefähr zu dem Zeitpunkt, wo Du hier zum Thema Regen geantwortet hast, fing es draußen an zu regnen – just in dem Augenblick, wo ich laufen war! Endlich!

    Warmer Regen ist schön, ja – aber ich mag auch kalten sehr gerne. So wie heute. 🙂

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