Nosce te ipsum!

Im Mikrokosmos des Sports, insbesondere in der Läuferwelt existiert ein vermeintliches Phantom. Ein berüchtigtes Gespenst mit einer unheimlichen Aura. Es trägt viele Bezeichnungen, der bekannteste Deckname lautet „Innerer Schweinehund“. Doch was soll das sein? Ein Gefühl der Unlust? Eine Ausrede? Eine Einstellung? Schwäche? Fehlender Willen? Legitimierte Faulheit? Mangelnder Antrieb? Exakt. All dies zusammen. Wie verträgt sich nun Täglichlaufen mit der sogenannten Motivation, die meinen Beispielen konträr positiv gegenüber steht? Die Antwort ist an Evidenz nicht zu übertreffen, da all die erwähnten Punkte der Schwäche sich selbst als Illusion deklassieren. Entweder tut man etwas oder eben nicht. Wozu also unsinnige Ausflüchte konstruieren, etablieren und pflegen?

Sich zum Laufen zu motivieren, ist bei erfahrenen Täglichläufern obsolet. Schließlich basiert die Konzeption an sich auf der Tatsache, daß man täglich läuft – was bereits der Name impliziert. Das eigene Selbstverständnis der Selbstdisziplin setzt keine Motivation mehr voraus. Ich laufe. Täglich. Darüber muß ich nicht nachdenken; es darf sich meiner Konzentration fundamental entziehen. Nicht denken. Laufen. Täglich. Natürlich existieren Tage, an denen es schwerer fällt oder ich keine Lust habe. Manchmal wird es zu einer Herausforderung, weil diverse Umgebungsvariablen nicht optimal zum Stil harmonieren. Auch das kann – nein! – muß vorkommen. Doch diese Situationen und Befindlichkeiten tangieren das nachfolgende Tun nicht. Und spätestens beim Laufen selber – sind die belastenden Gedanken wieder verschwunden. Im Bruchteil einer Sekunde mental in das Nichts verbannt.

Zugegeben, was würde für mich mein Täglichlaufen auch bedeuten, wenn es immer leicht und ohne Anstrengung wäre? Rein hypothetisch nur aus Freude bestehen würde? Nicht jeder Tag wird von Freude dominiert, schon gar nicht vom Spaß; dies wäre auch absurd – und genau das macht Täglichlaufen aus. Getragen von Herausforderungen, die es zu meistern gilt – den differenziertesten Gründen geschuldet. Durch jene Reibung erlangt der gelebte Stil seinen Wert. Man muß sich seine individuelle Bedeutung erarbeiten. Erst dann lernt man zu schätzen, welch Geschenk jahrelanges Täglichlaufen de facto ist. Von den gesundheitlichen Aspekten gar nicht zu reden.

Wer als Anfänger die Vollendung des ersten Täglichlaufjahres anvisiert, nur die schnöden Tage zählt und sich damit noch grandios fühlt – weil es augenscheinlich nahezu perfekt läuft – kann und wird meine Worte nicht verstehen. Bis man zu der Erkenntnis gelangt und ein wahres Gefühl für die subjektive Idee des Täglichlaufens gemächlich entwickelt, müssen Jahre in das Land ziehen; partiell durchaus von Härte geprägt. Rücksichtslosigkeit zu sich selbst. Jenes Wissen, Denken und Fühlen auf gelebten Erfahrungen kann man sich nicht anlesen – dies ergibt sich aus der Natur der Sache. Partizipation und Adaption sind impraktikabel. Freilich ersetzen in dieser Phase andere Beweggründe die später auftretende Verinnerlichung. Danach muß es über den Status eines Rituals hinausgehen. Weiterhin ist zu diesem frühen Zeitpunkt noch unklar, ob die Konzeption des Täglichlaufens wirklich zum eigenen Leben paßt, mit dem Alltag bejahend korreliert; ob es eine gewisse Priorität der Kontinuität erhält – eine nicht zu unterschätzende Grundlage der ernsthaften Langfristigkeit. Unter erschwerten Bedingungen wird sich offenbaren, wie man wirklich dazu steht. Wer dann nur für unbedeutende Tage läuft oder weil es eben mal Spaß macht – ohne tiefer gehende Intention, wird zum logischen Schlußpunkt gelangen.

Die Zeit verändert die Persönlichkeit, das Denken – in zahllosen Facetten. Ich hätte nie gedacht, daß sich eines Tages die Motivation als Märchen herausstellen wird. Gleichwohl ist es ein schönes Gefühl, diese Ebene hinter sich gelassen zu haben. Was man liebt, kann letztlich nicht wirklich belastend sein, ergo bedarf es keiner Motivation. Mit dem erforderlichen Ernst Täglichlaufen, jedoch lächelnd – wenn es adäquat ist – sich den Widrigkeiten ohne Jammern entgegenstellen und sie überwinden. Das ist es, was uns ausmacht und woran wir gemessen werden.

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29 Antworten to “Nosce te ipsum!”

  1. Ich kenne dein Thema schon, da ich es vorkosten durfte 🙂 Und trotzdem fällt es mir schwer hier zu antworten, da ich weder wirklich Läufer bin und schon gar kein Täglichläufer. Aber ich antworte trotzdem, denn seit ich dich kenne, läufst du jeden Tag.

    Doch mein Verstand sagt mir, dass man nicht nach ein paar Tagen, Wochen oder Monaten davon ausgehen kann, dass genau DAS für einem das Richtige ist. Ausserdem ists ja toll, wenn man Streaker ist *gg*. Wie du so schön schreibst, es spielen viele Faktoren zusammen. Für mich wäre es nichts, denn dein 1. Absatz trifft auf mich perfekt zu – der Schweinehund *gg*.

    Aber wenn ich lese, dass jemand nach paar Tagen schon meint, dass sich das Leben dadurch schon verändert hat, dass das das einzig Wahre ist, kann ich nur den Kopf schütteln. Wo wir nun zu meinem letzten Absatz kommen…

    Was mach noch zusätzlich ärgert ist, dass einige deine niedergeschriebene Lebensphilosophie einfach klauen und für so tun als käme es von ihnen selbst. Ich denke da an jemanden, der einfach deinen kopletten Text kopiert hat und in seinen Blog eingebaut hat. Lustig ist, er ist Walker und kein Täglichläufer. Und dann war er noch beleidigt, als du ihn darauf hingewiesen hast.

  2. Das Thema ist sowieso zu speziell. Zudem existieren kaum Täglichläufer, die das verstehen. Aber so ist das nun mal.

    Ich bin ein Verfechter der deutschen Sprache, von daher laufe ich täglich und streake nicht. Was im übrigens auch Nacktlaufen bedeutet. 😀

    Wie gesagt, den Schweinehund gibt es nicht. Reine Illusion. Früher dachte ich auch nicht so… 😉

    Nach ein paar Tagen Täglichlaufen ändert sich nichts. Nach einem Jahr sieht die Welt langsam anders aus. Aber das erreichen sowieso nur sehr wenige, weil es einfach ein unverschämtes Glück ist! Allein schon gesundheitlich.

    Texte kopieren geht eben ruckzuck in der virtuellen Welt. Dagegen kann man nichts machen. Letztlich ist das auch sinnlos. Erfahrungen muß man immer selbst machen.

  3. Es gibt sicher einige Täglichläufer, die es machen, weils halt grad modern ist oder weil sie dvaon gelesen haben. Genau das ist der falsche Weg. Entweder man tuts, oder nicht – wie du so schön schreibst.

    Den Schweinehund gibts natürlich nicht, aber ich finde für mich immer eine Ausrede.

    Jedenfalls ist deine Einstellung deine Erfahrung nach 8 Jahren täglich laufen, das kann man auch gar nicht kopieren. Und wenn, so fällt es eh glaich auf.

  4. Klar gibt es das. Und einige wenige halten das sogar länger durch, was schon toll ist. Aber das sind wirkliche Ausnahmen. In meiner Anfangszeit habe ich das alles gänzlich anders betrachtet respektive gar nicht „gesehen“. Nicht bewußt.

    Dein Willen kann die Ausreden vernichten! 😉

    Ich habe es einst so gesagt:

    Denke nicht über das Täglichlaufen nach, lebe es,
    denn verstehen wirst Du es nie.

  5. Lieber Marcus,

    da befinde ich mich gerade auf einer Zeitinsel zwischen zwei Terminen und was sehe ich: Gedanken von Dir über das täglich laufen und die Motivation.

    Ich denke, ich habe es bereits einmal geschrieben, das täglich laufen ist und wird nie mein Ding und zwar aus genau dem Grund aus dem Du täglich läufst. Ich finde es schon seltsam, wie unterschiedlich die Beweggründe sein können. Wie Du, liebe und geniesse ich das Laufen, Distanzen werden unwichtiger, nur das laufen an sich zählt und genau darum kann ich es nicht täglich tun. Die Selbstverständlichkeit macht es für mich zur Normalität, es verliert für mich diesen besonderen Charakter, etwas auf das ich mich freue, was ich sehnlichst erwarte…

    Zum inneren Schweinehund – den Du negierst – sag ich nur so viel, dass ich ihn kaum kenne. Nur sehr selten taucht der Gedanke auf, nicht zu laufen oder etwas anderes dem laufen vorzuziehen. Zur Zeit ist der Gedanke ans Laufen Motivation pur für mich.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und stressfreie Läufe

    Salut

    Christian

  6. Danke für Deine Antwort Christian!

    Täglichlaufen ist ein ganz spezieller Stil, den ich persönlich auch niemanden empfehlen würde. Daß ich das bereits länger durchhalte, ist für mich ein Geschenk und pures Glück. Ich werde jeden Tag nutzen, an dem mir das möglich ist.

    Es gibt die unterschiedlichsten Charaktere bei den Menschen – ebensolche Beweggründe etwas zu tun oder nicht. Wenn auch viele Varianten existieren oder wie wir es nennen mögen – am Ende verbindet die Freude.

    Ja, den Schweinehund negiere ich. Das liegt nur an/in uns selbst. Als Nichttäglichläufer dürfte er sogar noch weitaus weniger vorkommen, bzw. mehr – das liegt nun im Winkel des Betrachters. 😉

    Ebenfalls ein angenehmes Wochenende, genieße es – soweit es Dir möglich ist! 🙂

  7. Komisch meine Ausreden gewinnen immer *g*.

    Meine momentane Ausrede kennst ja und ich glaube die gilt a bissi gell? 🙂

    Farbe und Pinsel ist gekauft – es kann bald looooooos gehen. Du wirst Augen machen :))

    @Christian, du bist für mich auch ein bisschen verrückt :)! Ist aber lieb gemeint!

  8. Ja, weil Du willst, daß sie gewinnen. Du hast die Wahl! 🙂 Aber gut, Deine aktuelle lasse ich gelten. Es gibt natürlich Gründe nicht zu laufen – logisch. Aber mein Text war auch auf Täglichläufer bezogen und da verhält es sich schon wieder anders. Alles relativ.

    Ich mache sowieso Augen! 😉

  9. Erkenne dich selbst !

    Ein Plädoyer für das Täglichlaufen, das für mich von deinen Worten her immer wieder am glaubwürdigsten klingt.

    Du kennst meine Meinung, ich möchte auch nicht mehr darauf eingehen, habe Respekt für deine Selbstdiziplin, weniger Verständnis dafür, unter welchen Bedingungen du schon gelaufen bist, die du auch nicht verraten möchtest und akzeptiere deine Einstellung für dich voll und ganz, du stehst dahinter, bist konsequent und liebst es – zumindest meistens.

    Individualität – Toleranz – Verständnis

    die Zauberworte

    Auch wenn man das Verhalten anderer nicht verstehen kann, so sollte man bereit sein, es zu überdenken, zu tolerien und Menschen nicht wegen ihrer Andersartigkeit verurteilen.

    So laufe ich sehr lange Strecken, und in den Augen vieler Menschen eine abartige Vorstellung, für mich nicht.

    Und genauso ist es beim Täglichlaufen, der eine tut es, der andere nicht, kein Grund, seine Einstellung in irgendeiner Weise zu torpedieren, sondern sie schlichtweg zu tolerien.

    Amen ! 😉

  10. Exakt, Margitta! Ein sehr passender Titel wie ich finde.

    Und nicht Dein Thema – ich weiß. 😉

    Ja, man könnte es durchaus Plädoyer nennen oder aber auch Kritik oder Leitfaden. Wie auch immer. Deine Zauberworte sind so zauberhaft, daß sie nur wenige Menschen verzaubern und die meisten Menschen sie übersehen – leider. Wie oben schon geschrieben, wir sind zwar alle anders – aber unsere Basis eint uns, gell? 🙂

    Und wie andere Menschen uns bewerten, sagt viel mehr über jene aus – als über uns. Wichtig ist nur, daß wir uns nicht beirren lassen und unseren persönlichen Stil leben.

    Ich verabschiede mich für heute mit einem Zitat:

    Der Edle strebt nach Harmonie,
    nicht nach Gleichheit.

    Der Gemeine strebt nach Gleichheit,
    nicht nach Harmonie.

    (Konfuzius)

  11. Ein schwieriges Thema. Und ich kann auch nicht exakt widergeben wie ich dazu stehe. Grundsätzlich habe ich das tägliche Laufen geschätzt. Ich hatte keinerlei Probleme und empfand es ähnlich wie das morgendlich Zähneputzen. Nur ein bisschen anstrengender. 😉
    Der Schweinehund war beim täglichen laufen weniger Präsent als bei manch anderem Lauf. Warum auch immer.
    Da Du das tägliche Laufen verinnerlicht hast ist es für Dich ein Lebensinhalt den Du konsequent weiterverfolgst. Hierzu wünsche ich Dir weiterhin viel Spaß!

  12. Ich fände es anstrengender einen Tag nicht zu laufen. 😉 Im Ernst, den Schweinehund kenne ich nicht, doch nach den Jahren ist das auch klar. Aber wie gesagt, entweder ich tue etwas oder eben nicht. Wieso also so tun, daß man etwas machen müßte/sollte/könnte, um dann Ausreden zu erfinden es letztlich nicht zu tun?

    • Hallo Marcus,
      dass es einen gewaltigen Unterschied gibt zwischen Menschen, die anfangen täglich zu laufen und denen, die es schon jahrelang praktizieren, ist auf jeden Fall richtig. Trotzdem muss man auf einen langen Weg erst einmal den ersten Schritt gehen und danach viele andere bis man den eingeschlagenen Weg einen langen gehen kann. Auch der längste Weg hat irgendwann mit dem ersten Meter begonnen.
      Nichtsdestotrotz ich habe in meinen bescheidenen 24 Tage täglichen Laufens nur gute Tage gehabt. Es gab keine Probleme, Schwierigkeiten oder ähnliches. Wie ich jedoch mit extremen Wetterbedingungen umgehen werde, wie z. B. dem Cyriell, der vor ca. 2 Jahren hier tobte und wo es gefährlich war, rauszugehen, weiß ich nicht. Auch weiß ich nicht, wie ich mit Krankheiten wie Erkältungen z. B. umgehen werde. Doch selbst wenn eine angefangene Serie dadurch reißen sollte und ich am nächsten Tag wieder weiterlaufe, bin ich trotzdem ein Täglichläufer, so lange ich es praktiziere. Bin auf jeden Fall gespannt, wann welche Probleme auf mich zukommen und wie ich damit umgehen werde. Im Moment ist es eine große Freude für mich täglich zu laufen und das alleine zählt für mich.

  13. Kornelia, letztlich hat jeder irgendwann einmal angefangen und zählte als Anfänger. Ich finde ganz wichtig, daß man das nicht vergißt, selbst wenn es bei manchen länger her ist.

    Mein Weg war allerdings speziell, ich fing mit dem Täglichlaufen an – ohne bewußt zu wissen, daß sich das Täglichlaufen nennt oder etwas Besonderes wäre – ist es ja auch nicht wirklich. Ich bin aus den bekannten Gründen einfach raus in die Natur und gelaufen. Ohne Nachdenken, ohne Intention etc. p. p. Von daher betrachte ich es mit Skepsis, wenn Menschen darüber lesen und es einfach versuchen und sagen, „nun laufen wir ein Jahr“ – das funktioniert so nicht. Wenngleich es einige so schon erreicht haben, aber das sind Ausnahmen. Und wenn ich sehe, was für eine Wissenschaft partiell aus dem Täglichlaufen gemacht wird – nun ja. Dabei ist nichts natürlicher…

    Genieße Deine Läufe ohne Probleme, die kommen noch früh genug. Dann ist es von Vorteil zu wissen, wie weit man gehen darf. Ich habe Dinge gemacht, die ich jedem Menschen abraten würde, allerdings hält dadurch meine Serie immer noch.

    Kyrill fand ich weitaus weniger schlimm, als beispielsweise Orkan Emma. Hier, dieses Photo ist ein Tag nach Kyrill entstanden:

    Möge Deine Serie lang andauern!

  14. Ich habe es ja auch schon versucht, taeglich zu laufen, bis mir eine Verletzung nach 14 Monaten oder so einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Ich muss sagen, es war schon so etwas wie eine Erleichterung. Nun laufe ich fast taeglich und das passt besser zu mir. Da muss ich nicht die Tage und Monate zaehlen und habe keine „Serie“, muss nicht verletzt laufen oder am Tag nach einem Marathon oder wenn wir eine mehrtaegige Radtour/Wanderung/o.ae. machen.
    Aus nicht vorhandener Motivation nicht zu laufen kenne ich nicht. Laufen ist so natuerlich wie atmen. Damit hoere ich ja auch nicht einfach auf wenn ich keine Lust habe…

  15. Das habe ich mir gedacht, daß Du mir bezüglich Motivation zustimmen wirst.

    Ich zähle zwar die Tage meiner Serie, was jedoch nicht die Legitimation für selbige ist, sondern aus einem anderen Grund. Täglichlaufen und Wettkämpfe und öfter mal einen Marathon paßt für mich auch nicht zusammen. Dafür hätte ich die nötige Energie nicht. Wenngleich das andere Menschen problemlos schaffen. Ich begnüge mich mit dem, was ich habe und pflege es.

  16. Marlene Says:

    Danke für diese Gedanken! Nein ich habe auch keinen Schweinehund, der nicht will. Wenn überhaupt einen, der immer laufen möchte selbst letzten Samstag nach 9 km schwimmen abends dachte ich och eigentlich hätte ich ja noch Lust auf die Bäume, die Luft, das Laufen…..und dann lasse ich es nur (manchmal) um am nächsten Tag auch Freude am Laufen/Schwimmen und Zeit mit den Kindern zu haben. Dann sage ich sozusagen zum Schweinhund nun sei zufrieden, 9km Schwimmen müssen reichen morgen darfst Du wieder um die Bäume hoppeln. Und sicher macht es mir auch nicht jeden Tag gleich viel Spass, aber wenn ich immer schwimmen und laufen könnte wie und wann ich will würde es mir zu 90% oder mehr Spass machen..es sind wie Du wohl auch meinst eher die Bedingungen drumherum, die es manchmal schwerer als an anderen Tagen machen.
    Mir ist bei Laufen aber auch aufgefallen, dass wenn ich eine Weile jeden Tag laufe noch mehr den nächsten Tag auch laufen möchte…..wenn ich alle 2 Tage oder so laufe ist es ein ganz anderes Gefühl. Schwimmen mache ich ja eh und da weiss ich eben, dass die ersten 80 Bahnen oft nicht die pure Freude sind (wenn es voll ist usw) und das ab Bahn 120 selbst kein Grusel-Grieselbecken mir mehr die Freude verderben kann. Wenn es am Tag vorher richtig prima war sind auch die ersten bahnen schon klasse….
    Vielleicht alles langweilig, aber ich finde es immer noch spanend was andere über ihre Gedanken und Motivationen schreiben und auch selbst zu erfahren wie man sich bei km oder Bahn soundso fühlt… Man lernt doch viel dabei finde ich…..

    Liebe Grüsse Marlene

  17. Gerne Marlene! Daß Du keinen Schweinehund hast, wußte ich. Dafür liebst Du Dein Sport viel zu sehr, als daß Du Dich noch motivieren müßtest.

    Es ist nicht langweilig, im Gegenteil. Die Antworten hier sind interessant und zeigen verschiedene Sichtweisen auf.

    Wie es ist, alle zwei Tage zu laufen, weiß ich nicht mehr. Das will ich auch gar nicht wissen. 😉 Deine Antwort liest sich so, als ob Du auf dem Weg zur Täglichläuferin bist. Und wieso auch nicht, wenn es Dir gut tut!?

    Dein Schwimmprogramm beeindruckt mich einmal mehr. Neun Kilometer zu schwimmen, entzieht sich ein wenig meiner Vorstellungskraft. Schwimmst Du die ohne Pause durch? Und welche Zeit brauchst Du für neun, bzw. für ein Kilometer? Welcher Schwimmstil? Wechselnd? Variiert das Tempo? Verzeih die vielen Fragen, aber ich finde das mehr als interessant!

    Viel Freude weiterhin – im hoffentlich leeren Bad!

    • Als ich das erste Mal etwas vom Täglichlaufen hörte, dachte ich, wie abgefahren, vielleicht auch übertrieben. Ich konnte mir nicht vorstellen, jeden Tag zu laufen, ohne mich zu überfordern. Doch das Thema ließ mir keine Ruhe, ich beschäftigte mich immer mehr damit, bis es irgendwann nicht mehr anders ging, ich mußte es für mich ausprobieren, um herauszufinden, wie das ist. So habe ich es dann vor ca. 3 1/2 Wochen angefangen. Ich stelle fest, es geht viel besser, als ich zuvor dachte. Ich muss jedoch nicht eine ellenlange Serie ohne Pause hinlegen für den Rest meines Lebens. Mir macht das Täglichlaufen Spaß und es geht vor allem körperlich gut. Ich denke, wenn man damit beginnt, ist es zwangsläufig mit einer Serie verbunden. Diese will ich versuchen zu halten, so lange es geht, ohne mir Druck zu machen o. ä. Täglichlaufen bedeutet mir im Moment viel und einen Inneren Schweinehund kenne ich diesbezüglich nicht. Es gab vor meinem Täglichlaufen eher Tage, an denen ich es bedauerte, nicht laufen zu können. Was mich daran gehindert hat, es zu tun, weiß ich nicht mehr. Jetzt bin ich froh, von diesem Zwang, heute nicht laufen zu dürfen befreit zu sein. Ich laufe jeden Tag, weil es mir Spaß macht und ich es mir wert bin.

  18. Marlene Says:

    Lieber Markus,
    danke!
    Ohne mich mit Deinen Laufstrecken vergleichen zu wollen geht es mir wie Dir: Ich glaube nicht, dass ich mich beim Schwimmen oder Laufen zu Intervalltraining und ähnlichem motvieren könnte, da ich dann einem Plan oder so folgen müsste..so laufe/schwimme ich eben langsamer als mit gezieltem Training, aber man lernt auch so dazu….Hätte ich die Zeit/Möglichkeit es zusätzlich zu dem zu machen was ich so mache, dann gerne, aber nicht wen ich dafür auf das verzichten muss was ich jetzt mache….

    Nein, ich werde wohl nicht täglich laufen können solange ich soviel also eigentoich täglich (ausser wenn die Bäder geschlossen sind) schwimme oder die Tage mehr als 24 Stunden bekommen….aber ich freue mich eben wenn ich laufen darf und mache es sooft es geht.

    Da Du fragst (aber nur deshalb!):
    Ich schwimme sehr unterschiedlich, wenn ich gesund und munter bin kraule ich 5 km und wechsel dann ab (schon weil mir der Wechsel dann besser bekommt). Für 5km brauche ich ohne Hetzen und mit nicht Idealbedingungen beinahe 2 Stunden, bie guten Bedingungen geht es doch schneller. Pausen am Bahnende mag ich nicht, wenn nur um etwas zu trinken. Das ist aber so oder so alles nicht schnell, eher langsam. Wieviel ich für 9 brauchte weiss ich nicht, da ich nach 5 km eine kurze Pause machte und nicht auf die Uhr geachtet habe und einfach nur noch etwas dazuschwimmen wollte und sich die Bahnen dann summierten und ich merkte, das sich vor Schlusspfiff der Bademeisterin noch 9 schaffen konnte. Oft bin ich ab 5 km langsamer, diesmal aber nicht denke ich.

    Aber 8 oder 9 km schwimme ich nicht oft, ich glaube bisher waren 8,5 km das meiste an einem Tag. Es ist aber wunderschön! Es gibt viele Menschen, die viel längere Strecken schwimmen, vorallem draussen…. und schneller (länger kann ich auch, schneller nicht) 30 km pro Woche (und mehr) im Becken sind schon etwas „merkwürdig“. Dafür fand ich mich heute morgen um 6 Uhr im Park am normalsten, als einzige Läuferin ohne Ohrstöpsel, bei den vielen eifrigen und schönen Vogelstimmen zur Zeit! 🙂

    Einen schönen Tag allen hier!
    Marlene

  19. Hallo Marcus,
    ja den Typen mit namen „innerer Schweinehund“ den kenne ich auch ganz gut. Ist mehr so ein ständiger Begleiter von mir. Mal kommt er vorbei mal bleibt er wo er eigentlich hingehört.
    Am Sonntag beim Bonn Marathon habe ich ihm wieder vertrieben. Bin mit Durchfall zum Marathon gefahren und auch an den Start gegangen. Habe 5 Zwischenstopps einlegen müssen und die Dixiklos von innen begutachtet und dabei mehr als 20 Minuten verloren. Habe dann schon ans Aufhören gedacht bin aber trotzdem weitergelaufen. Blöde werden jetzt wieder viele sagen aber ich hatte mich trotzdem gut verpflegt und genug Salztabletten mit. Bin dann nach genau 03:45:00 Std. ins Ziel getrudelt und war mächtig STOLZ auf mich es geschafft zu haben. Die Zeit war nach knapp 15 km eh nur noch Zweitrangig, Ziel war einfach nur angekommen.

    LG
    Marco

    P.S. der Geist hat mal wieder über den Körper gesiegt.

  20. So jetzt habe ich das mal geändert… Big Brother stand wirklich bei mir drin… aber frag nicht wieso??? keine Ahnung!

  21. Kornelia, auf den ersten Blick wirkt das wirklich verrückt. Aber wenn man sich mit der Thematik einmal näher beschäftigt, ist es genau umgekehrt. Es ist verrückt, sich nicht täglich zu bewegen. Ich sage jetzt nicht explizit Laufen.

    Eine lebenslange Serie ist weder machbar noch planbar. Wer das fünf Jahre praktizieren darf, hat schon immens Glück. Zwangsläufig ist es nicht mit einer Serie verbunden. Den Seriengedanken erfuhr ich erst viel später. Die Tage und die KM für das Forum zu zählen ist einerseits gut und andererseits schlecht. Ich bin froh, daß ich Jahre ohne den Gedanken des Zählens ausgekommen bin. Das hat mir eine sehr entspannte Basis verschafft.

    Marlene, wer Wettkämpfe bestreitet und entsprechende Leistungen erzielen will, kann vielleicht nicht auf einen Plan verzichten. Aber meine Intention setze ich ja „für Nichts“ um – da habe ich mich in einem speziellen Artikel schon geäußert – ergo brauche ich keine Pläne, die meinen Körper sowieso nicht kennen. Ich könnte mich nie einem Plan beugen. Der erzeugt nur Druck; und Druck erzeugt Gegendruck – zumindest bei mir.

    Herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort! Ich finde das wirklich sehr spannend, wie Du den Schwimmsport lebst. Ich selbst war zwar als Kind in einem Schwimmverein, aber letztlich war ich wohl nie ein guter Schwimmer. Es ist auch Jahre her, wo ich das letzte Mal Schwimmen war. Im Schwimmen 30 Wochen-KM zu erreichen, betrachte ich als sehr viel. Daher beeindrucken mich Deine Daten besonders. Vermutlich wäre ich nach zwei KM absolut geschafft. 😉

    Ich laufe auch grundsätzlich ohne MP3-Player. Respektive heißt mein Player: Natur 1.0! Die Vogelkonzerte sind viel zu schön – wie kann man da mit Musik laufen?

    Ich wünsche Dir ebenfalls einen wunderbaren Tag und noch viele schöne Schwimmkilometer in dieser Woche! 🙂

    Mr. Big Brother Marco, 😀 den Geist über den Körper siegen zu lassen, ist ein schönes Gefühl. Aber manchmal leichter gesagt als getan. 😉

    Respekt, daß Du Deinen Lauf durchgezogen hast. Aber ich finde, mit Schweinehund, was die meisten darunter verstehen, hat das nichts zu tun. Wenn Du da aufgehört hättest, hätte Dich jeder verstanden – aber weiterzumachen, ehrt Dich! Das ist meine beschworene „Härte zu sich selbst“, gell?

    Vielleicht hast Du das „Big Brother“ aus Versehen irgendwie reinkopiert, wer weiß.

  22. Ja da hast du Recht, aber für diese „Hätrte zu sich selbst“ habe ich zu Hause schimpfe bekommen.

  23. Das kann ich mir gut vorstellen. Deine Frau verstehe ich nur zu gut. Sie macht sich halt Sorgen. Aber mit einem Lächeln und einer Umarmung war die Schimpfe sicher schnell vergessen. 🙂

  24. Na ja kennst du Frauen die im 8 Monat schwanger sind?
    Da geht das nicht so schnell.^^

  25. Ich kann es mir denken. 😀 Aber Du wirst sie schon zu nehmen wissen, gell? Laß Dein Charme spielen! 🙂

  26. […] Fall Täglichlaufen – was ich per se von Herzen liebe, wäre hochgradig absurd. Es bedarf keiner Motivation. Demungeachtet muß ich gestehen, daß mein Täglichlaufen derzeit sehr motivierend, ja reizvoll […]

  27. […] bekannt als sogenannter „Schweinehund“. In Läuferkreisen ein gern publiziertes Märchen. Aus Täglichläufersicht habe ich mich einst damit beschäftigt und ausführlich dargelegt, daß derartige Ausflüchte […]

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