Archive for the Meine Schafe Category

Wollige Zeiten

Posted in Meine Schafe on 6. Februar 2015 by Täglichläufer

In meiner letzten Rückschau habe ich es bereits thematisiert, nun erringt meine heute abgeschlossene Tätigkeit als amtlich bestallter Futterlehrling ihre zusammenfassende Würdigung in Form eines eigenen Beitrages. So sei es. Seit Januar war ich zuständig für die tägliche Fütterung meiner geliebten Wollfreunde. Freilich kennen mich die lieben Wollmäuse schon seit vielen, vielen Jahren – doch für ihr kulinarisches Wohl war ich bis dato nie in Vollkommenheit verantwortlich. Um den obligaten Anpassungsprozeß zu erleichtern, konstatiere ich nicht wirklich ernsthaft, daß ich in der ersten Zeit in einem weißen Shirt lief – so ging ich optisch ohne Probleme als Schaf durch, allerdings als schwarzes – bedingt durch meine eigene dunkle Wolle auf dem Kopf. Wenngleich ich fürchte, von wahrer Anpassung konnte keine Rede sein, Hauptsache, es gibt Köstlichkeiten zu verspeisen.

Und so verging Tag für Tag in absoluter Eintracht und gewissenhafter Regelmäßigkeit. Jeden Morgen erschien ich aus dem Wald und nach nur wenigen Tagen begrüßten sie mich bereits aus großer Entfernung mit einem wunderbaren Konzert in allen nur erdenklichen mäh-chtigen Tonlagen und stimmlichen Nuancen, die ihresgleichen suchten. Oh ja, es war eine große Freude, diese von Herzen kommende Begeisterung alltäglich erleben zu dürfen. Ein erwachsenes Wollie sprang sogar fast 60 cm aus dem Stand hoch – von den Kleinen bin ich das gewöhnt, aber nicht von den Großen. Nach und nach zogen weitere Wollies auf ihre heimatliche Weide ein – insgesamt wurden bisher vier Nachwuchsschafe geboren und ja, sie sind an berauschender Süße nicht zu überbieten. Interessant war für mich auch, daß ich ein Neugeborenes streicheln durfte – die stolze Schafmama tolerierte das – indessen sie ihre wolligen Verwandten aber wegknuffte. Was war das für ein großartiger Moment, als ich ein Babywollie auf dem Arm hielt und es mit seinem zarten Stimmchen nach seiner Mama rief. Die Kleinen springen, rasen, tanzen und jagen mit tief ausgeprägter Lebensfreude nur so dahin. Ich selbst kann mich von diesem Schauspiel nur sehr schwer lösen.

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Umgekehrt gilt das freilich auch, denn die wollige Damenwelt konnte sich ebenso nur schwer von mir lösen und in der herzigen Konsequenz wurde ich stets von ihnen umringt. Zugegeben, einmal wählte ich einen etwas ungünstigen Standort und salopp gesprochen, könnte man durchaus formulieren –„Was stehe ER Lausewenzel störend im Wege?“. Und das bei der Futterausgabe! – folglich beschloß ein junger Bock mich ein wenig auf die Hörner zu nehmen und delegierte mich höchst charmant zur Seite – zum Glück (noch) in schmerzfreier Weise. Aber ich sah mich stets als Lehrling in dieser verantwortungsvollen Aufgabe, nicht als Meister und jene Erfahrungen gehören nun einmal unweigerlich dazu. Zudem bildete diese Begebenheit eine absolute Ausnahme; sonst herrschte immer Harmonie zwischen uns. Doch nichts währt für immerdar, so endet auch meine Zeit als Futterlehrling. Die nahe Zukunft wird eine harte Herausforderung für mich werden, denn ich werde weiterhin meine wolligen Knuffels im Morgengrauen passieren, darf sie aber nicht mehr kulinarisch versorgen – wovon sie natürlich nichts wissen und enttäuscht voller Unmut jammern werden. Ergo müssen sie sich wieder einem neuerlichen Rhythmus unterwerfen und ich mich selbst auch, aber das ist das Leben. Für mich war es abschließend betrachtet, eine wunderbare Zeit. Und ich bin geneigt anzunehmen, umgekehrt denken sie ähnlich. Was waren das für wollige Zeiten!

Geliebte Wollfreunde. Akt III.

Posted in Meine Schafe on 10. Juni 2014 by Täglichläufer

Fürwahr, die Zeit ist reif für ausgewählte Impressionen von meinen wolligen Freunden, welche den ersten Höhepunkt meines täglichen Laufes bilden. Den Auftakt macht freilich mein Lieblingswollie – der liebe Schmusi – der treueste von allen und einzigartig in seinem Charakter; aber auch die anderen Nachwuchsschafe sind nicht weniger herzig. Selten vergeht ein Tag, der nicht im Zeichen einer streichelhaften Begrüßung steht. Meine treuen Wollies, wir sehen uns morgen wieder – gehabt euch wohl!

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Tiefe Verbundenheit

Posted in Meine Schafe, Photos on 1. Mai 2013 by Täglichläufer

Täglichlaufen und Schafe. Fürwahr, welch eine kongeniale Symbiose, die in einem bedeutenden Maße kausal elementar verbunden ist. Meine geliebten Wollfreunde bilden den ersten Höhepunkt des täglichen Laufes für mich und mit großer Spannung harre ich jenen Moment der Begegnung und lasse mich überraschen, was sie nun wieder anstellen oder aushecken. Vielleicht planen sie gar einmal mehr einen wagemutigen Ausbruch? Ich weiß nie, was mich erwartet – doch ein tägliches Ritual – nahezu fest in Stein gemeißelt – vollzieht sich bei jedem Lauf. Ich unterbreche meine tägliche Runde und begrüße meine wolligen Freunde und beobachtete sie ein Weilchen. Sodann fordern sie ihre standesgemäßen Streicheleinheiten ein, was insbesondere für mein Schmuseschafi gilt, der davon nicht genug bekommen kann und mich nie ziehen lassen will; sodann mit erhobenen Hufen am Zaun steht und mich auf seiner Weide so lange begleitet, wie es ihm möglich ist. Ja, wir lieben uns wahrlich.

An dieser Stelle spare ich mir weitere Worte und lasse wenige Bilder sprechen. Ich selbst freue mich bereits auf den nächsten Tag, wenn wir unsere jahrelange, tiefe Freundschaft fortsetzen werden und ich meine herzigen, lieben Wollies wieder begrüßen darf. Was wäre mein Täglichlaufen nur ohne euch?

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Geliebte Wollfreunde. Akt II.

Posted in Meine Schafe on 3. Februar 2013 by Täglichläufer

Der erste Monat des neuen Jahres ist bereits der ungehaltenen Vergangenheit anheim gefallen; dennoch, der belebende Auftakt ist noch jung. Und doch stellte sich zu diesem frühen Zeitpunkt unerwartet dreifacher Nachwuchs bei meinen geliebten Wollfreunden ein. Demnächst werden mindestens drei weitere Wolliebabys diese Welt mähend begrüßen und schon heute wird wahrscheinlich das erste von ihnen geboren werden. Grund genug für mich, ausnahmsweise eine Kamera während meines Laufes mitzuführen. Dementsprechend lasse ich nun Photos sprechen. Freilich beginnt den Bilderreigen der stolze Papa. An dieser Stelle sei noch angemerkt, daß diese süßen wie prachtvollen Putzels den ersten Höhepunkt während meines Täglichlaufens bilden. Was wäre mein Täglichlaufen nur ohne meine geliebten Schafe?

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Ich werde dich vermissen

Posted in Meine Schafe on 14. September 2011 by Täglichläufer

Seit einigen Monaten befinden sich auf Grund von Baumaßnahmen meine lieben Wollfreunde nicht auf ihrer Heimatweide; sehnsüchtig warte ich auf ihre Rückkehr. Allein, einer wird nicht zurückkehren. Denn heute vernahm ich eine traurige Botschaft, die mich zutiefst berührt. Während meines Morgenlaufes erfuhr ich vom tragischen Unfalltod des großen Schafbockes. Unglaublich. Seit vielen Jahren zählen er und seine Schaffamilie zu einem elementaren Bestandteil meines Täglichlaufens. In der Regel unterbrach ich meinen täglichen Lauf wenigstens einmal, um sie zu streicheln oder zu füttern – oder auch um anderweitig helfend einzugreifen. Wie oft habe ich ihn gestreichelt, gefüttert? Wie viele Möhren hat er gierig verputzt! Wie oft habe ich seine Fluchtversuche beobachtet? Er hat mich „gejagt“ und ich habe ihn „gejagt“ – der großartige Hauptakteur in zahllosen Beiträgen auf dieser Seite. Er war ein sehr intelligenter wie verschmuster Schafbock, der die Herde engagiert zusammenhielt. Bei unserer letzten Begegnung stand er auf seinen Hinterhufen und reckte sich gen Himmel, um die Blätter von einem Baum zu zupfen. „Na, du Zupfer!?“ – sagte ich damals lachend zu ihm. Das war einmal. Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, daß ich ihn nicht mehr wiedersehen würde. Alles hat seine Zeit. Was bleibt? Photos. Videos. Erinnerungen. Doch mein Täglichlaufen ist ein mächtiges Stück ärmer geworden.

Ich werde dich vermissen, mein lieber, lieber Groß-Bockie!

Das schwarze Schaf

Posted in Meine Schafe, Photos, Videos on 26. April 2011 by Täglichläufer

Holde Damen, edle Herren – sodann laßt mich verkünden, daß ich heute geboren bin und mit staunender Lebensfreude diese Welt mit meiner Anwesenheit beehre. Mit „ich“, meine ich mich selbst; ich gestehe und zolle damit der Wahrheit würdigen Tribut, ich bin ein schwarzes Schaf. Wer sofort an den Autor dieses Artikels denkt, an den schwarzen Täglichläufer, so liegt er fast richtig, gleichwohl muß ich jenen Gedanken von mir weisen. Nein, ich meine ein echtes schwarzes Schaf, welches heute früh geboren wurde. Jedes weitere Wort ist nun überflüssig – das kleine Knuddelputzel ist ein Traum – ein schwarzer, süßer Traum, der real geworden ist. Wäre ich nicht längst ein Täglichläufer, spätestens jetzt würde ich einer werden. Möge es in Liebe aufwachsen, groß werden und immerdar von seiner Mama beschützt werden – wie ich es heute beobachten durfte. Wir sehen uns morgen.

Geliebte Wollfreunde

Posted in Meine Schafe, Photos, Videos on 23. April 2011 by Täglichläufer

Heute werde ich die beiden exponierten Wörter nicht verwenden, welche in der letzten Zeit durchaus wiederholt hier zu lesen waren. Das erste, was mit „T“ beginnt und mit dem Buchstaben „n“ endet und freilich das zweite feierliche Wort, beginnend mit „D“ und mit einem „e“ abschließend. Nein, ich werde weder „Täglichlaufen“ erwähnen, noch die stolze „Dekade“, wenngleich jene, über die ich heute berichten darf, einen nicht unerheblichen Anteil an meinem Agieren hatten und haben – als täglicher erster Höhepunkt. Heute geht es um wahrlich bedeutende Dinge, wobei dieser Terminus wiederum inkorrekt ist – handelt es sich doch um Personen, ja, gewichtige Persönlichkeiten, die über alle Maßen prominent sind und bereits mehrfach in den Medien wie Zeitungen, Fernsehen und Internet auftraten. Und das ohne jedwede Allüren. Ihr letzter würdiger Auftritt auf meiner Seite war im Juni des vergangenen Jahres, so daß es nunmehr an der Zeit ist – sie erneut zu ehren.

Natürlich handelt es sich um „meine“ geliebten Schafe, die knuffig-knuddeligen und herzallerliebsten Wollpelze. Wenn ich auch nicht mit Drillingen aufwarten darf, wie Brigitte mit ihren goldigen Bergschafen, so sind auch die Zwillinge und die anderen kürzlich geborenen Nachwuchslämmer nicht minder herzig. Die kleinen Putzels stecken voller Lebendigkeit, Energie, Neugierde und purer Lebensfreude, die sie auch engagiert zum Ausdruck bringen. Ohne eine tägliche Beobachtungspause, die für mich stets in wahrer Wonne mündet, komme ich nicht an ihnen vorbei. Wie könnte ich auch? Fürsorglich werden die kleinen Lämmer von ihren Müttern umsorgt, wenngleich mir die stolzen Mamas hin und wieder ein wenig leid tun, da die Schafbabys ihre Nahrung partiell recht grob genießen – und ihre kleinen Schwänzchen dann wie außer Kontrolle geratene Rotoren kreisen. Mittlerweile zupfen sie ihr köstliches Gras selbst und schnuppern gerne an meinen Händen, während ich das Mamaschaf streicheln darf. Zu dem nachfolgenden Video sei angemerkt, daß die vernehmbare Geräuschkulisse nicht von den Schafen stammt, die vielleicht als Fremdsprache gerade „Graugänsisch“ lernen, nein, die Urheber sind wirklich Wildgänse, von denen derzeit ebenfalls viele Nachwuchs haben und sehr aufmerksam über ihre Küken wachen. So sorgen allein meine geliebten Wollfreunde schon für den täglichen Beobachtungsgenuß par excellence; von den anderen Waldbewohnern ganz zu schweigen.