Archiv für April, 2022

Den Weg gehen – I. 2022. 21 Jahre. Ein Monat. Wenige Zentimeter vor dem Schlußakt.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. April 2022 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare 21 Jahre und Ein Monat in Serie. So verrinnt sie, die Zeit in ihrem flüchtigen Fluß; ich schwimme, respektive laufe mit und erhöhe mein bedeutendes Jubiläum von 21 Jahren Täglichlaufen um einen weiteren Monat. Meine Intention setzt sich ungerührt fort, was ich natürlich sehr zu schätzen weiß. Es ist dies eine Gnade.

In den vergangenen zwei Monaten absolvierte ich 48 Kälteläufe, zwei Laufeinheiten fanden im Nebel statt und die Temperaturen vollführten ihr Wechselspiel zwischen -07 °C und 10 °C. Zusätzlich zog der dritte Fastunfall in diesem Jahr in meine Statistik ein und der 87. Wildschweinkontakt. Mein Monatsjubiläum im Februar wurde von einer regelrechten Sturmserie dominiert – am 19.02. wurde gar das Gatter von „meinen“ Schafen aufgedrückt, welche allerdings keineswegs an Flucht dachten. Schließlich war in dem Fall der Reiz des Ausbruches nicht existent. Die Schäden in den Wäldern waren zu jenem Zeitpunkt bereits beträchtlich – doch erst der dritte Sturm in Folge, welcher in den Medien keinen Anklang fand, sorgte für einen weiteren Höhepunkt im negativen Sinn. Die Sturmböen in der Nacht zum 21.02. suchten ihresgleichen und die tödliche Baumernte im heimischen Forst ließ mich wahrlich erstaunen. Ein derartiges Schadensbild der absoluten Verwüstung kam mir sehr, sehr lange nicht unter. Und jenes chaotische Bild währt immer noch – bis heute.

Entsprechend wirkt sich das noch immer auf meine Strecken aus – an ausgewählten Örtlichkeiten heißt es nach wie vor: Klettern, Springen, Zwängen oder fast schon Kriechen, um jene Stellen zu passieren. Am 12.03. erspähte ich eine Rotte Wildschweine – sechs an der Zahl – allesamt höchst vortrefflich ausgebildet. Wahrlich ein schöner Anblick. Acht Tage später flog unweit über meiner laufenden Wenigkeit ein edler Schwan, der von der Sonne angestrahlt wurde. Diese majestätische Impression wurde von dem gewohnten sonoren Begleitgeräusch flankiert – eine atemberaubende Szene. Am 15.04. erlebte ich das Gegenteil in dem Kontext, als ich einen getöteten Schwan fand, bzw. die Überreste – verteilt über ein Schlachtfeld von gut 30 Metern. Entsetzlich.

Am 22.03. folgte der dritte Fastunfall in diesem Jahr und ja, so knapp war es sehr lange nicht. Zudem nicht wie gewohnt am Stop-Schild, sondern kausal bedingt durch ein Fahrzeug, welches mir entgegen kam. Aufgrund der tiefstehenden Sonne am Morgen übersah mich augenscheinlich der Fahrer und nur eine Vollbremsung und weniger als 10 cm Abstand beendeten meine Serie an dem Tag nicht. Und die Reaktion des Fahrers? Keine. Absolut keine. Irgendwann wird es so enden – das wird mein Serienende werden – überfahren von einem Auto. Davon bin ich überzeugt.

Die ersten Graugans-Küken zeigten sich bereits am 11.04. – genau drei Tage früher als im vergangenen Jahr. Fünf Tage später durfte ich das erste herzige Babyschaf begrüßen. So setzt es sich also fort – Gelebtes Täglichlaufen – auch nach 21 Jahren. Noch.