Den Weg gehen – IX. 2021. Zwanzig Jahre. Neun Monate. Dunkelzeit.

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Zwanzig Jahre und Neun Monate in Serie. Wohlan, die Zeit ist reif für den letzten Monatsrückblick in diesem Jahr; geboren im Zeichen der Routine. Dieses Wort enttarnt die letzten Wochen, die ohne gewichtige Besonderheit in das Land der Erinnerung eintraten, was freilich höchst positiv wie negativ ist. Allein das Leben i s t. Andere Optionen als ein Akzeptieren sind per se nicht gegeben. So sei es.

In diesem absolvierten Abschnitt zogen 20 Kälte- und jeweils drei Nebel/Regenläufe in meine Statistik ein, indessen die Temperaturen den groben Rahmen von 10 °C bis -04 °C definierten. Aktuell erreiche ich 130 Kälteläufe in diesem Jahr – der absolute Höchstwert – auf die letzten zwei Jahrzehnte bezogen. Wenngleich nun eine unschöne Warmphase das Geschehen dominiert, hoffe ich insgeheim auf würdige Kältetage. Wahre Schneewelten darf ich leider immer noch nicht vermelden; nur an wenigen ausgewählten Tagen gab es maximal einen Hauch von weiß. Sehr betrüblich.

Partielles Glatteis ging damit automatisch einher – beispielsweise auf Brücken und ja, natürlich enttäuschte der Winterdienst keineswegs – denn er war schlicht nicht existent und entsprach somit meinen Erwartungen, was zu seltsamen Tanzeinlagen führte. Jedes Jahr das gleiche alte Lied – manche Dinge ändern sich nie. Gestern sollte ich noch vor Laufbeginn eine mehr oder weniger „unschöne“ Hunde-Begebenheit erleben, gleichwohl es sich mitnichten um einen Angriff handelte. Heute zog der 84. Wildschweinkontakt in meine Statistik ein – zwei Schwarzkittel rannten drei Meter vor mir in der tiefen Finsternis über den Waldpfad in das schwarze Nichts. An dieser Stelle muß ich einmal mehr die Harmlosigkeit von Wildschweinen betonen – selbst in der Dunkelheit und mit Nachwuchs – die süßen Putzel sind absolut harmlos. Wenn ich sie allerdings angreife, darf ich mich nicht über eine adäquate Gegenwehr wundern. Morgen früh wird mich die elegante Finsternis einmal mehr umarmen, einhüllen und mich entführen – in ihre Dunkelwälder.

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