Den Weg gehen – VIII. 2021. Zwanzig Jahre. Acht Monate. Goldenes Blättermeer.

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Zwanzig Jahre und Acht Monate in Serie. Das Jahr neigt sich zur Rüste, einmal mehr; die Zeit vergeht still und nur noch wenige Tage Leben liegen in diesem Konstrukt namens „Zeit“ vor uns, welche rasant vergehen werden. Hoffnungsvoll, verheißungswürdig mag das Morgen erscheinen, welches nur temporär obsiegen darf, um in den endgültigen Tod zu tanzen. So erscheint der vorletzte Monatsrückblick im Kontext Täglichlaufen auf dieser unbedeutenden Bühne der Erinnerung. So sei es.

Ich absolvierte in der vergangenen Phase acht Kälte- und drei Nebelläufe; indessen die Temperaturen zwischen -02 °C und 16 °C gelassen hin und her pendelten. Für meinen Geschmack ist es viel zu warm und zu trocken für diese Jahreszeit; so bleibt nur die Hoffnung auf einen wundervollen Winter, geboren in der klirrenden Kälte. Dum spiro, spero. Am 21.10. war es relativ stürmisch in den hiesigen Wäldern; für ausgewählte Baumgesellen war es leider zu böig – ihr Leben wurde nachhaltig ausgehaucht. Familie Fasan macht den Rehen Konkurrenz und so vergeht nicht ein Tag, wo ich die Putzels erspähe oder zumindest hören darf. Wenngleich ein Unterschied frappierend ist – ihre Ängstlichkeit. Freilich ist dies angemessen, man muß die Menschen meiden.

Am 04.11. lud die Regenregentin zu einer höchst nassen Vorstellung ein, welche natürlich n a c h meinem Lauf stattfand. Demungeachtet wurden die Wälder geflutet und viele Seen entstanden – vorzugsweise auf einstigen Wegen. In kongenialer Kombination war der komplette Forst bereits zuvor zu einem einzigen Blättermeer avanciert – golden strahlend, garniert in diversen Rotnuancen. Eine wunderschöne Welt, die ihresgleichen suchte. Mitte November wagte ich den Diskutantenkreis von mehreren Graureihern (plus ein Silberreiher) zu stören und einer der Beteiligten stieß einen Schrei sondergleichen aus – ich bin die tägliche Meckerei durchaus gewohnt, aber eine derart nachdrückliche Wortmeldung vernahm ich noch n i e.

Der nächste Tag, Lauf harrt seiner Ausführung und mit etwas Glück – darf ich diese meine Serie fortsetzen. Auf welchen Pfaden auch immer – Gelebtes Täglichlaufen.

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