Archiv für 18. Oktober 2021

Den Weg gehen – VII. 2021. Zwanzig Jahre. Sieben Monate. Fünf auf einen Streich. Plus eins.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Oktober 2021 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Zwanzig Jahre und Sieben Monate in Serie. Wieder ist ein Monat Täglichlaufen für immerdar vergangen; temporär lebendig, voller Energie und doch längst in das allumfassende Nichts verweht. Immerhin, ich durfte die Flüchtigkeit des Lebens täglich mit einem Lauf ehren – wahrlich, hierbei handelt es sich mitnichten um eine Selbstverständlichkeit – es ist und bleibt ein Geschenk, welches man gar nicht hoch genug bewerten und schätzen kann. Wohl jene, die sich dessen auch bewußt sind. Wenn ich auch explizit Täglichlaufen meine, darf man das gerne auf die Bewegung an sich herunter rechnen.

In der heute abgeschlossenen Phase spielten die Temperaturen zwischen 0 °C und 16 °C ungestüm umher, kredenzten mir als kausale Folge vier Kälte- und zwei Nebelläufe. Zudem zieht ein Regenlauf in meine Statistik ein. Auch zwei neue Wildschweinkontakte fordern ihre Berechtigung – am 20.09. kam mir eine komplette Familie entgegen, viele Frischlinge sprangen freudig hier und dorthin und schlußendlich wurde die Situation leicht verwirrend, da ihnen eine weitere Seite verlegt wurde. Glücklicherweise trafen sie nur auf Menschen, die ihnen wohlgesonnen waren. Zum Ende des Monats September brach ein relativ großer Baumgeselle in den gnadenlosen Tod und blockierte den Weg – für mich durchaus erstaunlich, denn in meiner subjektiven Wahrnehmung gab sich kein entsprechender Sturm zu erkennen.

In meinem Laufareal existiert ein kleiner Bach, über jenen eine sehr kleine Brücke führt und am 02.10. wurde für diese Örtlichkeit ein neuer Brückenwächter bestallt – ein herziges Eichhörnchen wachte höchst aufmerksam und ließ mich dann doch – nach einem gebührenden Wegezoll – passieren. Der 07.10. bot traumhafte Nebelimpressionen feil, die in einem kongenialen Zusammenspiel mit der tiefstehenden Sonne ihresgleichen suchte. Ein Künstler hätte diesen einzigartigen Moment der vollendeten Schönheit in einem Gemälde festhalten müssen. Nur drei Tage später störte ich eine Versammlung von Familie Fasan, die sich einmal mehr als sehr schreckhaft erwiesen. Und am 12.10. erspähte ich gar fünf Fasane, welche sich etwas entspannter zeigten – nach weiteren 200 Metern folgte ein sechster. Offenbar hatte meine unartige Störung des Fortpflanzungsaktes vor einigen Monaten keine nachhaltigen Konsequenzen.

Zwei Tage nach diesen Beobachtungen gab sich Meister Reineke die Ehre – eine weitere prachtvolle Begegnung. Das Jahr neigt sich zur Rüste, das Leben zieht von dannen – der nächste Monat Täglichlaufen harrt seiner Dinge, Bestimmung; wartet ungerührt und wird mich bereits morgen ereilen, um ähnlich rasant zu vergehen – wie all jene Tage, die bereits in die unendliche Vergangenheit eingetreten sind. Der Lauf des Daseins.