Den Weg gehen – IX. 2020. Neunzehn Jahre, Neun Monate. Die Sprung-Serie.

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Neunzehn Jahre und Neun Monate in Serie. Das Jahr vergeht, verrinnt in die nebulöse Vergangenheit, löst sich auf im allumfassenden Nichts der tanzenden Unendlichkeit – lächelnd. So manifestiert sich die letzte Monatsrückschau in diesem Jahr – geboren im Kontext meines Täglichlaufens. Tempus fugit.

In dem vergangenen Zeitenabschnitt vollzog ich 22 Kälte- und zwei Nebelläufe; indessen die Temperaturen ein Wechselspiel zwischen -04 °C und 06 °C feilboten. Von wahrhaftiger Kälte darf ich leider nicht sprechen und auch, was etwaige Niederschläge angeht, wurde die Enttäuschung einmal mehr greifbar. Man lasse das Wort „Winter“ aus dem Sprachgebrauch entfernen. Weiterhin darf sich ein neuerlicher Fastunfall in die Statistik einreihen – der vierte in diesem Jahr – dieses Mal am 08.12. Hierbei handelte es sich um ein Fahrzeug vom DRK; die Situation verleitete mich gar dazu, Stimme und Arm zu erheben – was freilich sinnlos war. Immerhin, bei einem Ernstfall wäre mutmaßlich ein passender Ersthelfer vor Ort gewesen. Am 15.12. erlebte ich eine ähnliche Begebenheit mit einem 40t LKW – an ein Ausweichen war schlicht nicht zu denken; ich mußte meinen Lauf unterbrechen – dies ist auch ein Novum.

Zwei Tage nach meinem letzten Monatsjubiläum erspähte ich wieder „meine“ Rehe und da sich seitdem eine neue „Serie“ etabliert hat – immer an der gleichen Örtlichkeit, darf ich nun täglich von meinem „Sprung“ reden. Auch erschreckte ich an jenem Tage zwei Fasane – mögen sie es mir nachgesehen haben. Am 22.11. sprach mich eine Dame in bezug auf mein Laufen an; das Gespräch setzte sich am 06.12. fort – nun stieg ich bereits zum „Langläufer“ auf, was ich natürlich nicht bin. Welche Titel mir doch im Laufe der Zeit verliehen wurden! Mitte Dezember befand sich in der Finsternis vermutlich eine Rotte Wildschweine in meiner allernächsten Nähe; allein hörte ich nur ein gewichtiges Knacken und gemächliches Wuseln; so bleibt ihnen der Einzug in die Statistik verwehrt. – – Nicht nur das normale Jahr, auch mein Täglichläuferjahr neigt sich behutsam dem Ende entgegen; die Zeit wird es lehren, ob eine Vollendung möglich sein wird.

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