Archiv für Dezember, 2020

Die vergangene Zukunft – Täglichlaufen. Jahresrückblick 2020.

Posted in Jahresrückblicke on 29. Dezember 2020 by Täglichläufer

Das Jahr ist noch neu, gleichwohl wird es mit eisernen Schritten wie alle anderen zuvor vergehen. Unausweichlich wird es für immerdar in den Strudel der Zeit gesogen und am Ende werden wir uns erneut fragen, wo die schönen Momente des Jahres nur geblieben sind. Dann beginnt es von vorn, das Spiel des Lebens. Immer wieder. Nur die Spieler können sich einer beständigen Ablösung sicher sein. So war die Ordnung der Dinge und so wird sie immer sein.

Nun ist es einmal mehr soweit. Es ist vorbei. Die temporäre Existenzberechtigung des Jahres 2020 wurde nachdrücklich aufgehoben und die omnipotente Herrscherin aus dem Reich der Erinnerungen hat sich seiner mit Hingabe bemächtigt. Vor uns liegt die nebulöse Zukunft, eine vielleicht hoffnungsvolle Zeit, die sich uns nach und nach enthüllen wird – bevor die Königin des Vergessens auch hier ihr Veto einlegen wird. Wir sollten jedweden Moment genießen, so genußvoll als möglich, denn der Kreuzzug der vergangenen Zukunft hat längst begonnen, dieses neue Jahr unbarmherzig zu verschlingen. Die Reise wird nie enden, sie führt uns in die Unendlichkeit, wenngleich wir als stille Beobachter nur einen Moment im Nichts daran partizipieren werden. Gelebte Endlichkeit. Umso essentieller das Auskosten des Seins, des Lebens. Wie gewohnt handelt es sich hierbei um meinen letzten Beitrag in diesem Jahr; der obligatorische Jahresrückblick meiner vergangenen Zukunft – und auch in diesem Jahr wieder in reduzierter Form und nur auf die schnöde Statistik konzentriert.

Wie das Gros der vorangegangenen Jahre war auch das Jahr 2020 in der Majorität ein wahrlich zufriedenes Jahr im Kontext Täglichlaufen für mich, was meine Konzeption des gelebten Täglichlaufens wie noch immer bestätigt und für sie spricht. Freilich liegt dies in der Natur der Sache. Auch künftig betrachte ich diesen meinen Weg mit Demut und werde ihn weiterhin in der gewohnten Form beschreiten – solange ich darf und Körper und Geist in diesem Stil wertschätzen; allein, wie könnte ich auch nicht?

Statistikauszug 2020 hier mehr:

021 (2019: 022) Regenläufe
001 (2019: 001) Glatteislauf
000 (2019: 001) Gewitterlauf
003 (2019: 011) Nebelläufe
119 (2019: 111) Kälteläufe
000 (2019: 001) Hitzelauf
000 (2019: 000) Flutläufe
000 (2019: 000) Stürze
000 (2019: 000) Hundeangriff(e)
004 (2019: 014) Mal Wildschweinkontakt
000 (2019: 002) Mal Waschbärkontakt
000 (2019: 000) Mal Biberkontakt
000 (2019: 000) Mal in Begleitung gelaufen
004 (2019: 004) Mal Fastunfälle mit Autos
086 (2019: 082) Mal Handschuhe getragen
006 (2019: 016) Mal ein langes Oberteil getragen
000 (2019: 000) Mal eine lange Hose getragen
000 (2019: 000) Mal zweimal gelaufen
kältester Lauf bei -07 °C (2019: -07 °C)
heißester Lauf bei 25 °C (2019: 28 °C)

Ich habe in diesem Jahr 3772 gelaufene Kilometer erreicht; damit bleibe ich erneut unter 4000 Jahreskilometer und erreiche einen ähnlichen Wert wie 2019. Eine intensivere Reduktion strebte ich zwar an; allein es gelang mir nicht wirklich. Auch die totale Verbannung der Kilometer-Zählerei konnte ich nicht realisieren, wenngleich ich die Werte erstmalig für diese Rückschau addierte und sie mehr oder minder bedeutungslos sind.

Von wahrer Bedeutung war in diesem Jahr nur mein 18.03.2001–18.03.2020 – Jubiläum von 19 Jahren Täglichlaufen. Und ja, die verzaubernde „20“ tanzt und lächelt immer gravitätischer. So vergeht das Jahr, die Zeit, das Leben, das Dasein – unsere temporäre Existenz – alles schreitet beständig in die vergangene Zukunft, die doch noch nicht existiert und dereinst atemberaubend schnell vergehen wird. Das Jahr hat seinen endgültigen Eintritt in die Geschichte vollzogen. Was bleibt? Erlebnisse. Erinnerungen. Erfahrungen. Und, ein Lächeln. Ja, ich lächele. Das neue Jahr – 2021 – kann kommen. Wird kommen, muß kommen. Und wird sodann genauso rasant im Nichts verglühen. Die Reise wird nie enden. Aber ich, ich steige irgendwann aus. Für immerdar. Oh Leben, was bist du für ein Leben!

Den Weg gehen – IX. 2020. Neunzehn Jahre, Neun Monate. Die Sprung-Serie.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. Dezember 2020 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Neunzehn Jahre und Neun Monate in Serie. Das Jahr vergeht, verrinnt in die nebulöse Vergangenheit, löst sich auf im allumfassenden Nichts der tanzenden Unendlichkeit – lächelnd. So manifestiert sich die letzte Monatsrückschau in diesem Jahr – geboren im Kontext meines Täglichlaufens. Tempus fugit.

In dem vergangenen Zeitenabschnitt vollzog ich 22 Kälte- und zwei Nebelläufe; indessen die Temperaturen ein Wechselspiel zwischen -04 °C und 06 °C feilboten. Von wahrhaftiger Kälte darf ich leider nicht sprechen und auch, was etwaige Niederschläge angeht, wurde die Enttäuschung einmal mehr greifbar. Man lasse das Wort „Winter“ aus dem Sprachgebrauch entfernen. Weiterhin darf sich ein neuerlicher Fastunfall in die Statistik einreihen – der vierte in diesem Jahr – dieses Mal am 08.12. Hierbei handelte es sich um ein Fahrzeug vom DRK; die Situation verleitete mich gar dazu, Stimme und Arm zu erheben – was freilich sinnlos war. Immerhin, bei einem Ernstfall wäre mutmaßlich ein passender Ersthelfer vor Ort gewesen. Am 15.12. erlebte ich eine ähnliche Begebenheit mit einem 40t LKW – an ein Ausweichen war schlicht nicht zu denken; ich mußte meinen Lauf unterbrechen – dies ist auch ein Novum.

Zwei Tage nach meinem letzten Monatsjubiläum erspähte ich wieder „meine“ Rehe und da sich seitdem eine neue „Serie“ etabliert hat – immer an der gleichen Örtlichkeit, darf ich nun täglich von meinem „Sprung“ reden. Auch erschreckte ich an jenem Tage zwei Fasane – mögen sie es mir nachgesehen haben. Am 22.11. sprach mich eine Dame in bezug auf mein Laufen an; das Gespräch setzte sich am 06.12. fort – nun stieg ich bereits zum „Langläufer“ auf, was ich natürlich nicht bin. Welche Titel mir doch im Laufe der Zeit verliehen wurden! Mitte Dezember befand sich in der Finsternis vermutlich eine Rotte Wildschweine in meiner allernächsten Nähe; allein hörte ich nur ein gewichtiges Knacken und gemächliches Wuseln; so bleibt ihnen der Einzug in die Statistik verwehrt. – – Nicht nur das normale Jahr, auch mein Täglichläuferjahr neigt sich behutsam dem Ende entgegen; die Zeit wird es lehren, ob eine Vollendung möglich sein wird.

Winterliche Sehnsucht

Posted in Allgemein on 4. Dezember 2020 by Täglichläufer

Die nachfolgenden Momentaufnahmen dürfen von der lieblichen Winterregentin als leise Aufforderung interpretiert werden, nicht mit ihren eiskalten Reizen zu geizen; im Gegenteil – noch obsiegt die Hoffnung auf einen langen, schneereichen und kaltbelebenden Winter, der seinesgleichen suchen möge. Geliebte Kälte, zärtlicher Schnee – ich harre mit Freuden auf euch!

Eine Schande für Deutschland

Posted in Absurdistan on 3. Dezember 2020 by Täglichläufer

Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, in welcher unangenehmen Phase wir uns derzeit befinden. Ich muß nicht explizit benennen, wie hart und unter welchen Bedingungen beispielsweise Mediziner, Pflegekräfte usw. arbeiten müssen oder unter welchen Einschränkungen Kulturschaffende und gastronomische Bereiche und viele andere mehr leiden müssen. Zahlreiche Existenzen sind nachhaltig bedroht. All dies dürfte jedem bewußt sein. Diese Thematik wird uns noch länger begleiten und wenn noch heute ein Impfstoff bereit stünde – wäre das Grundproblem damit nicht von hier auf jetzt gelöst. All dies ist bekannt.

Was dürfte man nun von unseren „honorigen Volksvertretern“ erwarten? Beispielsweise, daß sie auf ein oder zwei Monatsgehälter verzichten, um damit wahrhaft notleidende Menschen zu unterstützen. Freilich, kein Mensch würde das im Traum annehmen. Dennoch, eine derartige Geste wäre durchaus interessant gewesen. Doch was lese ich nun? Tausende Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten erhalten einen „Corona-Bonus“.

Dies raubt mir einmal mehr die Sprache. Welche realitätsferne Dekadenz sondergleichen. Ich erspare mir jeglichen weiteren Kommentar in dem Kontext. Der gesamte Bundestag sollte sich in Grund und Boden schämen. Aber welcher Abgeordnete interessiert sich schon für die Gesellschaft, für den Bürger oder besitzt noch ein Ehrgefühl?