Den Weg gehen – VII. 2020. Neunzehn Jahre, Sieben Monate. Erste Nebelwelten.

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Neunzehn Jahre und Sieben Monate in Serie. Der Vorhang der Erinnerung hat sich längst über mein Halbjahresjubiläum gelegt, für immer und immer und das surreale Konstrukt der Zeit läuft ungerührt weiter – täglich. Ich schloß mich dem an; Hand in Hand und so lächelt der nächste Monat verhalten, geboren in der Welt meines Täglichlaufens.

In meine Statistik zogen zwei Regen- und zwei Nebelläufe ein; dazu gesellt sich ein Kältelauf. Die Temperaturen vollführten ein Wechselspiel zwischen 02 °C und 15 °C und am 23.09. registrierte ich den dritten Fastunfall in diesem Jahr, der direkt hinter einem Polizeiwagen stattfand – ich mußte auf die Hauptstraße ausweichen, um eine unschöne Kollision zu vermeiden. Ein Tag später erspähte ich einen edlen Rotfuchs, 10 Meter vor mir, der sich eilig im Schilf vor der laufenden Störung versteckte.

Ende September tanzte ein eleganter Bodennebel in der fernen Weite und harmonierte kongenial mit der leuchtenden Sonne, welche traumhafte Impressionen in den Weltgesang materialisierten, die es wahrhaftig wert gewesen wären, auf Bildern gebannt zu werden. Der erste echte Nebellauf erfolgte am 01.10. – der nächste 12 Tage später; das nebulöse Dasein verhüllte mich nachhaltig, welch liebliche Gnade. Für zwei Wochen übernahm ich einmal mehr das Oberkommando über meine wolligen Freunde, die sich wie stets zutiefst begeistert zeigten – und ich nicht minder. So war ich dann auch wieder als Blumenkohl-Täglichläufer anzutreffen.

Zu Beginn des Monats Oktober wurden an zwei Örtlichkeiten nahe des Waldes Bauschutt abgeladen – direkt auf dem Weg. Offenbar erneuerte jemand sein Badezimmer und was liegt näher, als den Abfall in Waldnähe zu entsorgen? Am 08.10. wurde ich relativ ungehalten angegrunzt, vielleicht auch ein wenig mißmutig – doch gesehen habe ich niemanden und so bleibt ein schwarzkitteliger Einzug in die Statistik verwehrt. – – Nun dominiert also die Herbstregentin – möge sie meinen Erwartungen entsprechen und das ihre tun. Ich werde das Geschehen beobachten – täglich.

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