Den Weg gehen – III. 2020. Neunzehn Jahre, Drei Monate. Sommerroutine.

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Neunzehn Jahre und Drei Monate in Serie. Wieder einmal begibt sich ein Monat Lebenszeit zur Rüste, winkt mit dem gewohnten und doch keineswegs selbstverständlichen „Monatsjubiläum“ im Kontext meines Täglichlaufens, hält inne und bereitet der nahen Zukunft ein gebührendes Willkommen. Eine noch nicht geborene Zeit, welche ähnlich rasant verglühen und untergehen wird. So sei es.

Meine Statistik vermeldet für jenen Abschnitt ein Wechselspiel der Temperaturen zwischen 10 °C und 23 °C und wartet als exponierte Überraschung mit einem Regenlauf auf. Freilich muß ich gestehen – ich habe es mir wahrlich nicht leicht gemacht, den Lauf am 11.06. als echten Regenlauf zu werten. Man sollte annehmen dürfen, als Täglichläufer kommt man des öfteren in jenen Genuß, aber in diesen Zeiten – ohne Winter, ohne Schnee, ohne Kälte – kann es auch keinen Regen mehr geben. Der Planet stirbt – Spezies Mensch sei dank – und das tangiert schlußendlich auch die Wetterverhältnisse.

In all den vielen Jahren als Täglichläufer bekam ich wiederholt Geschenke – während meines Laufens – und am 20.05. war es wieder soweit; an diesem Feiertag erhielt ich eine Flasche mit Likör. Das war natürlich lieb gemeint – dennoch, erstens trinke ich dergleichen nicht und zweitens mit Likör bewaffnet durch die Gegend zu rennen, ist eine zweifelhafte Begebenheit. Zehn Tage später erlebte ich meinen 73. Wildschweinkontakt – ich habe berichtet – und mußte letztlich sogar einen Umweg wegen der Racker laufen. Skandalös! In der Nacht zum 14.06. wurde die darbende Natur endlich mit richtigem Regen beglückt, der entsprechende Seen in den Wäldern zurückließ und sich nachhaltig auf meine Streckenführung auswirkte. Hier gilt es betrüblich zu konstatieren, daß ich die liebliche Regenmacht leider verschlafen habe. Ein Jammer.

So werde ich also auch die neuerliche, harrende Zeit mit einem täglichen Lauf würdigen, hinein in den schwülen Sommer, mit seinen unschönen Temperaturen. Möge jene Phase rasant entschwinden…

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