Seltsame Beobachtungen

Schützend legt die liebliche Finsternis ihre dunklen Schwingen über den noch jungen Tag, schweigend; nur begleitet von einem zärtlichen Nieselregen, der natürlich scheu flüchtet, als ich mich dem Täglichlaufen hingebe. Die Dunkelheit der einsamen Wälder umarmt mich voller Freude, die Haine goutieren meine Anwesenheit mit einem gebührlichen Knistern und Knacken, allenthaben huscht es hin und her und doch erspähe ich nichts. Ich lasse den ersten Wald zurück und nähere mich dem Eingang des nächsten und beobachte einen Lieferwagen, der scheinbar verlassen ist. Nach meiner Erfahrung ist die Einsamkeit in der Natur in der Finsternis absolut – außer Hundehalter und Täglichläufer sucht niemand den lichtlosen Forst auf. Wieso parkt also um diese Uhrzeit ein Auto an jener Örtlichkeit? Eine Person gewahre ich nicht – auch später nicht.

Spontan erinnere ich mich an eine Begebenheit, die mir vor kurzem zugetragen wurde. Ein Mann fährt mit seinem Auto in den Wald, versteckt unter Zweigen ein Paket und verschwindet. Einige Zeit später – nähert sich ein anderer Mann und holt selbiges wieder ab. Wahrlich intelligent inszeniert, denn beide Male wurden sie beobachtet. Ob hier ein Zusammenhang besteht, entzieht sich meiner Kenntnis. Dennoch, ein wenig seltsam erscheint mir dies in der Tat.

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