Den Weg gehen – IX. 2019. Achtzehn Jahre, Neun Monate. Ist der Weg nicht frei…

… so beobachte keine Ente. Nun, wer denkt hierbei nicht an ein Zitat von Kong Fuzi oder Sun Tzu (Sunzi)? Freilich muß ich an dieser Stelle enttäuschen – die Erkenntnis habe ich selbst gestern errungen. Ich beobachtete eine Ente zu meiner linken, die sich ihrem Morgenritual hingab und achtete mitnichten auf den Weg vor mir und als ich meinen Blick auf denselben zurück richtete, gewahrte ich einen großen, abgefallenen Ast direkt zu meinen Füßen – den Bruchteil einer Sekunde nach der Registrierung dieses Hindernisses sprang ich auch schon darüber hinweg und ja, mein einstiger Sportlehrer wäre überrascht angesichts der Tatsache, daß ich doch tatsächlich zu einem beträchtlichen Sprung fähig bin. Die Ente indessen, bekam den heldenhaften Hochsprung nicht mit. Was bleibt, ist meine neu gewonnene Erkenntnis. – – – Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und Neun Monate in Serie. Die Zeit ist also reif für den letzten Rückblick in diesem vergangenen Jahr – so verrinnt die Zeit des Lebens für immerdar.

In jener Monatsphase vollführten die Temperaturen ein Wechselspiel zwischen -05 °C und 10 °C und boten in der Konsequenz 19 Kälte- und drei Nebelläufe feil. Von Kälte, Winter oder gar Schnee will ich gar nicht reden. Heute vor zehn Jahren lief ich bei -11 °C und heute vor neun Jahren – in der Tat bei -13 °C. Was waren dies für Zeiten! Zusätzlich zogen drei neuerliche Wildschweinbegegnungen in meine Statistik ein und generierten damit das einzigartige Jubiläum von 70 Wildschweinkontakten. So langsam, aber sicher verlieren sie ihren besonderen Stellenwert und ja, das Jahr 2019 war und ist eindeutig DAS Jahr der Wildschweine. Damit der gewichtigen Momente nicht genug – am 14.12. vollzog ich meinen 1500. Kältelauf. Welch ein frostiges Ereignis mit Seltenheitswert.

Am 21.11. erspähte ich zahlreiche Vogel- und Fledermauskästen, die in einem Teilstück des Waldes neu aufgestellt wurden. Wahrscheinlich wurden die alten Plätze der Fledermäuse zerstört; da an ihrer angestammten Örtlichkeit Bauaktivitäten zu erkennen sind – nach 30 Jahren der Ruhe. Acht Tage später waren engagierte Arbeiter dabei zu beobachten, wie sie einen umgestürzten Baum zu beseitigen suchten; und ja, wie sah das Ende vom Lied aus? Jenes Baumhindernis wurde nur partiell beräumt, dafür wurden 13 gesunde Bäume vernichtet. Ohne Worte. Der 11.12. stand ganz im Zeichen der musikalischen Vögel – ein herrlicher Sonnenaufgang strahlte und tanzte freudvoll durch den Weltgesang, indes die Kraniche ihre Lebenslust lauthals vernehmlich hinaus tröteten und direkt über meiner laufenden Wenigkeit, schnatterten vielleicht 150 Graugänse ohne Unterlaß. Auch frühlingshafte Stimmen ließen sich bereits vernehmen.

So vergeht ein weiterer Monat Täglichlaufen, dieses Jahr ächzt rasant in den Tod – Erinnerungen obsiegen und das noch nicht geborene neue Jahr, flüchtig wie alle anderen zuvor, rüstet sich bereits für seine temporäre Niederkunft. Gelebtes Täglichlaufen – morgen setze ich es fort – hinein in die Zukunft.

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