Den Weg gehen – VI. 2019. Achtzehn Jahre, Sechs Monate. Mein Halbjahresjubiläum.

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und sechs Monate in Serie. Nun ist bereits ein halbes Jahr Täglichlaufen vergangen, seit den gewichtigen „18 Jahren in Serie“ – dies ist bemerkenswert; die Zeit, das Leben und nicht zuletzt meine Serie streben nach wie vor von der noch nicht geborenen Zukunft in die auf ewig tote Vergangenheit und ich werde noch immer mitgerissen. Ohne bewußte Konzentration fließt jener Fluß erwartungsvoll täglich in das vergängliche Zeitenmeer und ich schwimme weiterhin in diesen Wogen mit – mal mehr, mal weniger bewußt. Möge diese meine Reise auch künftig andauern. Es kann nicht meine Intention sein, diesen Pfad freiwillig zu verlassen.

Am 09.09. durfte ich ausnahmsweise im Regen laufen, diesen Lauf habe ich als Wunder definiert; diese trockenen Zeiten sind wahrlich schrecklich. Die Temperaturen alternierten indessen zwischen 07 °C und 24 °C und mittlerweile ist der zärtlich, leise Herbst endlich eingekehrt – auf das er vernehmlicher werde! Zwei neue Wildschweinbegegnungen zogen zudem in meine Statistik ein – am 06.09. tauchte direkt vor mir ein großes Wildschwein mit zwei Frischlingen auf und am 10.09. beobachtete ich eine komplette Rotte; nur drei Meter entfernt zu meiner rechten Seite. Ein Schnaufen und Grunzen ihrerseits und ein freundliches Anreden meinerseits bildete eine recht interessante Unterhaltung. In der Summe zähle ich nun 66 Wildschweinkontakte; eine durchaus stattliche Anzahl, auf viele Jahre Täglichlaufen verteilt.

Ende August tanzte ein ungehaltener Sturm hernieder, galoppierte stürmisch wild durch die Wälder und wenn er meiner Beobachtung nach – subjektiv betrachtet – als nicht sonderlich ausgeprägt erschien, so war seine tödliche Baumernte mehr als wahrnehmbar. Als ob die menschliche Zerstörungslust nicht ausreichen würde. Wie betrüblich. Am 28.08. knickte ich im Wald mit meinem Fuß derart intensiv um, daß er im Anschluß sogar stark geschwollen war – doch unterbrach ich meinen Lauf nur für einen Moment und auch die folgenden waren nicht weiter beeinträchtigt. In bestimmten Positionen ist bis heute noch ein Restschmerz wahrnehmbar; doch dies vergeht demnächst. Am 11.09. saß ein Eichhörnchen nur ein Meter vor mir auf einem Zaun und ließ sich gar nicht stören und nur vier Tage später blieb im tiefen Wald ein Reh nach meiner Anrede stehen und beobachtete mich höchst neugierig – ich liebe diese Begegnungen, bilden sie doch das wahre Täglichlaufen par excellence ab. Möge es sich fortsetzen, mein Gelebtes Täglichlaufen – hinein in die nebulöse Zukunft; doch heute erfolgt eine feierliche Rückbetrachtung.

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