Den Weg gehen – IV. 2019. Achtzehn Jahre, Vier Monate. Ich bin nicht dick!

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und vier Monate in Serie. Unscheinbar verrinnt der einsame Fluß des temporären Lebens in die allumfassende Vergänglichkeit und obwohl ich mich täglich mit meinem Lauf mehr oder weniger engagiert dagegen werfe, werden auch jene Momente in zutiefst unbedeutender Art und Weise mitgerissen – gebannt für alle Zeiten in die unendliche Vergangenheit. Und dennoch bringen diese verlorenen Tage einmal mehr ein Monatsjubiläum hervor, dem ich nicht entkommen kann und will.

In jenem Abschnitt vollführten die Temperaturen ein beständiges Wechselspiel zwischen 14 °C und 28 °C und generierten damit ein Regen-, ein Hitze- und ein Gewitterlauf. Oh, schrieb ich eben tatsächlich Hitzelauf? In der Tat, seit vier Jahren zog ein Lauf unter diesen Bedingungen in meine Statistik ein – bemerkenswert! Zusätzlich habe ich den 64. Wildschweinkontakt erfaßt und ja, einen neuerlichen Fastunfall. Letzterer ereignete sich am 14.07. und war so heikel wie lange nicht mehr. Ohne Worte. Nur wenige Tage zuvor klopfte ich gar gegen einen Transporter, der mir die Vorfahrt nahm; gleichwohl war jene Situation nicht sonderlich gefährlich.

Am 07.07. griff mich im Wald ein Hund an; nun ja, hier muß ich mich etwas korrigieren – es handelte sich um einen Mikrohund und ja, er hat sich wacker geschlagen und mich „gestellt“. Die Welt gehört den Kleinen und Mutigen! Meine 64. Wildschweinbegegnung fand am 12.07. statt; ausgerechnet in einer Wohngegend, welches die Gefahr für Leib und Leben der armen Putzels immer erhöht. Ich konnte mich bei dieser Beobachtung eines Lächelns nicht erwehren, als ein (zu) dickes Nachwuchsschwarzkittel sich durch einen viel zu engen Zaun pressen wollte; für einen Augenblick steckte es auch fest – ich wollte schon zu ihm, um den ungeschickten Racker zu helfen – als es sich doch noch befreien konnte. In meiner Einbildung schmetterte es mir triumphierend entgegen, „ich bin nicht dick, geschweige denn ZU dick!!!“. Ich liebe die knuffigen Wildschweine!

Nur ein Tag später erspähte ich im Forst zwei junge Waschbären, die ihren Wald erkundeten und sich von mir so gar nicht stören ließen. Sie ignorierten mich nicht mal, nein, sie bemerkten mich in ihrem Spieltrieb wohl erst gar nicht. Sie verschwanden im Anschluß durch einen Zaun und kraxelten auf einen Baum; einer nach dem anderen – höher und höher. – – Die noch nicht geborenen Tage harren in der Zukunft auf ihre baldige Ankunft, möglicherweise werden sie mit einem täglichen Lauf verbunden werden – die Zeit wird es lehren.

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