Archiv für April, 2019

Blutzoll

Posted in Photos, Täglichlaufen. Laufalltag. on 27. April 2019 by Täglichläufer

Mit dem heutigen Tage hat auch der Kuckuck den Frühling endlich offiziell begrüßt – drei Tage später als in dem vergangenen Jahr. Leider nahm er meine Einladung bezüglich eines Phototermins nicht an; so ziehen an dieser Stelle nun andere gefiederte Freunde von mir hier ein.

Abschließend sei mir noch der Hinweis gestattet, daß nun der ideale Zeitpunkt gekommen ist, um als Anfänger sich dem Laufen zu verschreiben. Man kann noch so lustlos oder demotiviert sein – Heerscharen von Lauftrainern harren derzeit in den Wäldern auf dankbare Läufer, Täglichläufer. Der Preis für zwei Sekunden Anhalten beträgt aktuell zwei bis drei Mückenstiche – der Wert kann sich je nach Örtlichkeit erhöhen. Und selbst im Laufschritt ist man nicht davor gefeit. In diesem Sinne, wer schneller läuft, vermindert den Blutzoll.

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Den Weg gehen – I. 2019. Achtzehn Jahre, Ein Monat. Vertrauen. II.

Posted in Täglichlaufen. Rückschau. on 18. April 2019 by Täglichläufer

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Achtzehn Jahre und ein Monat in Serie. ”… der heutige Tag ist für mich ein wahrer Feiertag. Täglichlaufen, stolze 18 Jahre in Serie – das Leben ist verrückt, aber es hat Recht!” Jener Satz ist bereits ein Monat alt, längst vergangen und noch immer laufe ich täglich; meine Intention obsiegt in ihrer Beständigkeit – dies ist bemerkenswert. Die Reise läuft weiter und ich laufe mit. Auf 18 Jahre zurückzublicken, generiert einen tief empfundenen Stolz – ich möchte nicht einen Tag in diesem meinem Gelebten Täglichlaufen missen; auch und besonders die härtesten nicht. Ich harre also erwartungsvoll der Dinge, die künftig eintreten werden.

Die vergangenen zwei Monate addiert, ergeben 29 Kälteläufe und nur einmal regnete es – letzteres ist ein höchst betrüblicher Wert, überrascht jedoch nicht – angesichts unserer wahnwitzigen Manipulation der Klimaverhältnisse dieses Planeten. Die Temperaturen alternierten zwischen -04 °C und 10 °C. Weiterhin zogen drei neuerliche Wildschwein-Begegnungen in meine Statistik ein. Am 26.02. lief ich an einer Bache mit sechs Frischlingen in einem Abstand von vielleicht 20 Metern vorbei; Ende März wurde ich eindrücklich freudig grüßend angegrunzt – ich erspähte ein großes Wildschwein, welches auf einer überfluteten Wiese davon sprang und sodann am 05.04. – direkt vor mir trottete ein Schwarzkittel tiefenentspannt von dannen. Mögen die armen Putzels überleben!

Seit Mitte März war ich einmal mehr autorisiert, für das kulinarische Wohl meiner wolligen Lieblinge zu sorgen. Jene Zeit verlief wie stets wundervoll; von einer bösen Ausnahme abgesehen, die am 17.03. eintrat. Wie gewohnt, werden Hunde in meinem Laufareal grundsätzlich nicht angeleint, irrelevant, ob Brutzeit ist oder nicht; ob andere Tiere gejagt werden oder nicht – all dies ist nicht relevant für Hundebesitzer. Getreu dem Motto, mein Hund ist König und sonst schert mich nichts. So wartete ich also, bis mich ein großer Schäferhund passierte – der nach Sichtkontakt ausnahmsweise doch angeleint wurde – und als er außer Sicht war, kümmerte ich mich um meine Wollies. Freilich rechnete ich nicht damit, daß der Hund im Anschluß freigelassen wurde und später seinem Halter entsprang, um „meine“ Schafe zu jagen und anzugreifen. Welch ein Drama! Schlußendlich hatten wir Glück – was hauptsächlich der dicken Wolle zu verdanken war – indessen meine arme Blacky den Schreck ihres Lebens bekam. Nun ja, Hundebesitzer – das ist ein ermüdendes Thema für sich.

Das Jubiläum von 18 Jahren erfreut mich sehr, doch der wahre Höhepunkt fand heute statt. Von meinem erhöhten Standpunkt auf dem Damm aus, erspähte ich vier Rehe – eine ungewöhnliche Anzahl, in der Regel sind sie zu dritt unterwegs – und wie stets, sprach ich sie sofort an; eine Reaktion blieb aus. Aufgrund der Örtlichkeit rannte ich auf sie zu und kam den Rehen auf 15 Meter nahe, bevor ich wieder einen Richtungswechsel vollzog – indessen ich fleißig meinen Monolog führte und nicht ein Reh trat die Flucht an. Was offenbaren diese scheuen Tiere doch für ein Vertrauen! Jener Moment war – geboren in einem Vertrauen, welches mitnichten eine Selbstverständlichkeit ist – der wirkliche Höhepunkt in der abgeschlossenen Phase. So liegt also der wundervolle Frühling in seinen letzten Zügen; wird bald für immerdar vergehen, um dem brennenden Sommer den Thron der Wettermacht feilzubieten. So beginnt das heiße Spiel erneut. Ich werde mich dem wie gewohnt täglich hingeben und im Geiste durch verschneite Waldlandschaften laufen, die es so nicht mehr geben wird.