Den Weg gehen – VIII. 2018. Siebzehn Jahre, Acht Monate. Der erste Kältehauch.

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Siebzehn Jahre und acht Monate in Serie. Relativ stürmisch zeigte sich der Auftakt der abgeschlossenen Monatsphase und mit den unsteten Windböen wurden auch die einst zukünftigen Tage wie Läufe hinfort getragen, hinein geweht in das endlose Reich der Vergangenheit und nur die tanzenden Blätter offenbarten genußvoll ihre Begeisterung mit greifbarer Hingabe.

Der Sommer scheint nun hoffentlich endgültig in den diesjährigen Ruhestand eingetreten zu sein und der erste wahre Kältehauch enttarnte sich gestern, der mein Täglichlaufen entsprechend auf ein sehr angenehmes Niveau hob und heute seine würdige Fortsetzung fand. Die Temperaturen schwankten zwischen 15 °C und -05 °C und boten sieben Kälte- und zwei Nebelläufe feil. Und natürlich – welch ein Wunder – sogar ein Regenlauf durfte ich bestreiten.

Die seltsame Beobachtung am 23.10., welche mir zugetragen wurde, blieb glücklicherweise ohne Folgen und rückblickend betrachtet, erachte ich meine Warnung nach wie vor als sinnvoll, wenngleich sich der tatsächliche Sachverhalt kaum mehr ermitteln läßt. Anfang November raschelte es im tiefen Wald nicht weit von mir entfernt im Unterholz und auf dem Rückweg grunzte es freundlich grüßend an der gleichen Lokalität. Aktuell lassen sich die Spuren von Familie Schwarzkittel wahrlich nicht leugnen; komplette Pfade sind über weite Strecken höchst sorgfältig umgegraben worden – so erhöht sich der Grad des Laufens ein wenig an jenen Punkten. Das zahlreiche Laub tut das seine in dem Kontext und so fällte mich eine gut versteckte Wurzel in meinem Tun; allerdings in einem harmlosen Rahmen, den ich ausnahmsweise nicht als Sturz werten will.

Wiederholt habe ich unabsichtlich Fasane aufgeschreckt, die sich zu Recht darüber sehr empörten – einmal mehr gelobe ich Besserung. Am 10.11. unterbrach ich meinen Lauf, um eine herzige Schwanenfamilie zu beobachten – es fällt mir in solchen Momenten nicht leicht, mich von solchen Anblicken zu lösen. Der einzige Regenlauf in diesem Abschnitt lächelte am 13.11. – insgesamt mein 441. Regenlauf, gewidmet einer speziellen Person. Das Leben ist in der Tat nur ein fragiles Konstrukt, unsere Existenz nur ein flüchtiger Hauch im Nichts. Wohl dem, der dies bewußt wahrnimmt und zu schätzen weiß. So setzt es sich also fort, das gelebte Täglichlaufen und ich gehe den Weg noch ein wenig weiter.

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