Ein bedenkliches Verhalten

Die tiefschwarze Finsternis hat ihren düsteren Mantel über die Natur geworfen – unter ihrem wundervollen Schutz galoppieren die Sturmreiter ungehalten hin und her und ein leichter Nieselregen reizt mit seinem ureigenen Charme. Ich befand mich bereits auf dem Rückweg, als mich meine Freundin Tina anhielt und ihre Streicheleinheiten einforderte. Ihr Eigentümer berichtete mir sogleich von einer seltsamen Begegnung, die er unmittelbar zuvor erlebte – und zwar folgte ihm versetzt im Wald in einem geringen Abstand eine männliche Person mit vermummten Kopf und jedes Mal, wenn er diesen ominösen Mann betrachten wollte, so drehte er sich höchst auffällig weg. Zudem benutzte er nicht die Waldwege, sondern folgte ihm direkt im Forst. Er hatte kein gutes Gefühl dabei und warnte mich entsprechend – ich war nun neugierig und wollte mir die Person gerne ansehen und lief in jene Richtung – als mögliche Beute tauge ich nicht wirklich, ich bin wohl eher schwer verdaulich.

Allein ich erspähte niemanden und als ich den Wald verlassen wollte, kam mir eine junge Dame entgegen, die in den Hain wollte und hier muß ich gestehen, hatte ich mehr als Bedenken. Also sprach ich sie an und warnte und informierte sie über eine mögliche Gefahrensituation – sie kehrte auch sofort um. Wir leben in heiklen Zeiten und die Menschen sind böse und wenn die Wahrnehmungen sich vielleicht auch als trügerisch erweisen – explizit unsere Interpretationen – und in der Konsequenz bedeutungslos waren, so warne ich lieber einmal zu viel und unberechtigt als einmal zu wenig. Im Anschluß informierte ich noch weitere Damen, den Wald heute zu meiden. Das oben beschriebene Verhalten war für mich jedenfalls sehr fragwürdig, ja, mehr als bedenklich.

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