Den Weg gehen – VII. 2018. Siebzehn Jahre, Sieben Monate. Grüngoldene Inseln im Nebelmeer.

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Siebzehn Jahre und sieben Monate in Serie. Verglüht. Mein Halbjahresjubiläum. Verglüht wie ein äonenalter Stern am unendlichen Firmament; geboren in einem Hauch von Nichts, um für die Phase von unbedeutenden Femtosekunden zu überdauern – verankert in einem temporären Bewußtsein – hinein getragen in diese kalte wie flüchtige Welt, in dieses nebulöse Leben der ungreifbaren Endlichkeit. Das halbjährige Jubiläum ist also verweht in die Erinnerung; umwoben von mannigfaltigen Gedanken – doch ein neues Glanzlicht lächelt erhaben am Horizont und symbolisiert einen weiteren Monat, der gleichwohl ähnlich rasant verglühte wie auch alle folgenden seufzend sterben werden, müssen. Der Ordnung der Dinge kann man nicht entkommen, aber wer würde dies schon wahrhaftig anstreben wollen?

In dem vergangenen Zeitabschnitt alternierten die Temperaturen zwischen 18 °C und 0 °C und endlich wurde am 30.09. der erste Kältelauf in diesem Herbst feilgeboten. Welche Gnade! In der Summe ziehen drei Kälteläufe in meine Statistik ein; dazu gesellen sich zwei Nebelläufe sowie ein Fastunfall, welchen ich freilich nicht kommentieren will. Dieser verflossene Monat vollzog sich gewohnt routiniert und bot mehrheitlich keine Besonderheiten. Das betrübliche Fehlen von hernieder tanzenden Wassertropfen, heißt „Regen“ – lasse ich ebenso unkommentiert. Der goldene Herbst obsiegt, was ich durchaus genoß. Am 16.10. wurde ich Zeuge eines Dialoges von zwei Bussarden, was ich als herrlich interpretierte – leider erlernte ich einst nicht die faszinierende Sprache „Bussisch“ und kann von daher nur spekulieren, worüber sich die edlen Raubvögel unterhielten.

Der wohl schönste Lauf überhaupt in jener Phase fand gestern statt – geboren im Morgennebel wurden die natürlichen Bedingungen in einer atemberaubenden Schönheit komponiert, die ihresgleichen suchte. Wenn ich den Lauf auch nicht als Nebellauf werten darf, war mein Laufareal partiell von einem Nebelmeer durchzogen und die zentralen Wiesen trugen den reizenden Nebelmantel in einer einzigartigen Weise. Bis auf eine scheinbare Höhe von vielleicht zwei Metern waren die Weiden ausstaffiert von wabernden Nebelkleidern und nur die diversen Baumgruppen standen dicht beisammen und erreichten einen raren Inselcharakter, welche zudem von den leuchtenden Sonnenstrahlen gravitätisch erhellt wurden. So überwachten die grüngoldenen Inseln das weite Nebelmeer und luden jeden Beobachter dazu ein, es ihnen gleichzutun. Ein traumhaft schöner Anblick, den ich doch irgendwann sich selbst überlassen mußte. – – Der nächste Monat liegt ähnlich verborgen in Nebelozean der Zukunft und wird sich nach und nach enthüllen – vielleicht auch künftig garniert mit etwas Täglichlaufen. Die Zeit wird es lehren. Und die zahlreichen Blätter fallen und fallen …

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