Den Weg gehen – V. 2018. Siebzehn Jahre, Fünf Monate. Auf dem Pfad in die Ferne.

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Siebzehn Jahre und fünf Monate in Serie. Und wieder schreitet ein ehedem hoffnungsstrahlender Monat Lebensmonat tief betrübt zur Richtbank, um seine temporäre wie banale Existenz mit dem vergänglichen Todestanz zu krönen und seufzend für immerdar zu vergehen. Das gleiche alte Lied – geboren in der Ordnung der Dinge. So sei es.

In der verwehten Phase alternierten die Temperaturen zwischen 14 °C und 26 °C und nur ein Lauf ist von elementarer Bedeutung und zwar jener vom 02.08. – welcher wahrhaftig als Erlösungslauf interpretiert werden muß. Zusätzlich zieht jene Einheit als Gewitterlauf in meine Statistik ein – zum ersten Mal nach gut vier Jahren. Seit einem mittelschweren Sturm Ende Juli ist ein Weg meiner Laufstrecke blockiert; ein größerer Baum lehnt sich sterbend an zwei andere und noch vor wenigen Tagen konnte ich noch leicht gebückt jene Örtlichkeit passieren. Aktuell neigt er sich stärker und fordert die niedrigste Gangart ein und ich bin geneigt anzunehmen, in den nächsten Tagen wird er vollends hernieder fallen.

Am 04.08. vollzog ich den 55. Wildschweinkontakt und nur wenige Meter vor mir kreuzten die Putzels meine Richtung und begrüßten mich mit einem freudigen Grunzen. Nur einen Tag später beobachtete ich einen streunenden Hund, der scheinbar allein und gar nicht fröhlich den Weltgesang eroberte. Auf dem Rückweg erspähte ich ihn erneut – schwarz, mittelgroß und leicht bedröppelt aussehend, vielleicht auch durstig in der frühen Hitze. Ich unterbrach meinen Lauf und redete ihn an, doch er drehte sich um und verschwand im Forst. Im Internet las ich im Anschluß, daß er seit dem Vorabend als vermißt galt – unverzüglich kontaktierte ich den Besitzer und gab ihm den vermeintlichen Standort an. Wenige Stunden später und dank weiterer Hinweise traf er wohlbehalten in seiner Heimstatt ein. Ein glückliches Ende, was mich sehr freut.

Eine weitere Besonderheit ereignete sich zehn Tage später, doch ich selbst kam leider zu spät und somit durfte ich Familie Schwan bei ihrem Ausflug nicht mehr begleiten. Am 16.08. erspähte ich zwei Grünspechte, die miteinander spielten oder doch flirteten? Die korrekte Deutung obliegt nicht mir – gleichwohl war der Anblick höchst interessant wie lustiger Natur. So liegt also nun das Halbjahresjubiläum vor mir, leuchtet leise erhaben – erschreckend, wie der Fluß der Lebenszeit gnadenlos verrinnt. Vielleicht gelingt es mir, diesen Gedankengang zu realisieren, zu leben – ein Ziel ist dies freilich nicht. Wie könnte es auch. Ungeachtet dessen, die Hoffnung lebt und mein Pfad führt auch künftig in die Ferne; in die ungeborene Zukunft.

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