Das Ende der Antiserie

„…ohne einen einzigen Regenlauf. Welch ein furchteinflößender Satz! Doch so steht es geschrieben: “Offenbar hat sich hier unautorisiert eine neue Serie etabliert; eine Art Antiserie mit der Intention, sie unverzüglich zu beenden. Mein letzter Lauf, welcher von süßen Regenmächten flankiert wurde, fand am 16.04. statt – nun, ich spare mir weitere Ausführungen und gebe mich der verborgenen Hoffnung hin.

Die Hoffnung blieb allein – noch für viele Tage. Erst heute früh fand die betrübliche Antiserie endlich den lang ersehnten Schlußpunkt. In der Nacht zogen die nassen Heerscharen auf und brachten sich würdig in Stellung, doch der Tagesbeginn reizte nur schüchtern mit erquickenden Regentänzen und ja, die liebliche Regenregentin offenbarte einen zutiefst verschämten Charakter, der nur mit ihrer ausgedehnten Abwesenheit erklärt werden darf. Dennoch obsiegte die Freude, als ich in den Laufschritt verfiel, um die einsamen Wälder aufzusuchen und ich wurde mitnichten enttäuscht.

Die Intensität variierte in ihrer Ausprägung; indessen im letzten Drittel ich die vollendete Regenmacht zu spüren bekam. Ich muß dies nicht näher beschrieben – es ist längst alles beschrieben, dennoch – diese nasse Gnade war ein wahrhaftiger Traum, insbesondere als die zeitweiligen Windböen das ihre taten und sich mit belebender Kraft gegen meine Wenigkeit warfen. Die greifbare Einsamkeit erschien absolut und nur eine Radfahrerin mit ihrem Hund sollte eine temporäre Ausnahme bilden – ansonsten lächelte die weite Abgeschiedenheit in der prasselnden Regenwelt. Nach drei Monaten wurde mir hiermit eine besondere Ehre zuteil; es war dies wahrlich ein besonderer Lauf. Möge die Fortsetzung nicht wieder Monate auf sich warten lassen.

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