Den Weg gehen – II. 2018. Siebzehn Jahre, Zwei Monate. Diverse Entsetzlichkeiten.

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Siebzehn Jahre und zwei Monate in Serie. Wieder ist ein Monat Lebenszeit in die tote Vergangenheit eingetreten; wird nimmermehr wiederkehren. Scheinbar erst gestern zelebrierte ich die 17 Jahre, sodann folgte ein neuerlicher Monat im Anschluß und nun bewege ich mich auf die Volljährigkeit in meinem Täglichlaufen zu. Langsam. Doch stetig. Gleichwohl darf dies kein Ziel sein und ist heute absolut irrelevant. Jener vergangene Abschnitt stand im Zeichen einer mehr oder weniger eintönigen Routine – ohne herausragende Ereignisse. Freilich darf man dies mitnichten als Wertminderung betrachten. Höhen und Tiefen rangen noch stets auf ihre gebührliche Art und Weise.

Die Temperaturen boten ein Wechselspiel zwischen 02 °C und 22 °C – an dieser Stelle kann ich durchaus eine Besonderheit konstatieren; denn seitdem ich mein Täglichlaufen dokumentiere – immerhin seit 1999 – erlebte ich noch n i e an einem 04.05. ein Kältelauf. Ich wage es und interpretiere dies als hoffnungsvolles Omen und würde mich entsprechend über einen kalten und/oder verregneten Sommer sehr freuen. Nun ja, die Hoffnung treibt das Schiff der Narren. Also absolvierte ich zwei Kälte- und ein Nebellauf. Um bei dem Mysterium „Regen“ zu bleiben – nicht einmal war mir dieses Glück in jenem Monat hold. Entsetzlich.

Am 24.04. vernahm ich erstmalig den Kuckuck in diesem Jahr, der Pirol folgte am 03.05., der Schilfrohrsänger konzertierte am 05.05. und die ersten Graugansküken erspähte ich am 04.05.– seitdem gelang mir dies nicht mehr, was ein wenig seltsam ist. Die hiesige Industrieanlage hingegen – war und ist nicht seltsam, sondern bleibt sich treu und pustet fröhlich ihre Krebsdämpfe in die Atmosphäre – dementsprechend mußte ich meine Läufe wiederholt in der Wegführung ändern. Entsetzlich.

Wenn ich die vergangenen Jahre vor meinem geistigen Auge erwecke, so erinnere ich mich an schreckliche Mückenplagen im Sommer und noch jedes Jahr definierte ich unbedingt als DAS Extremjahr in diesem Kontext. Doch ja, das ist alles nur Makulatur – dieses Jahr ist wahrlich das Rekordjahr, was die Mücken betrifft. Und auch meine abgeklärte Haltung von einst – „bei 14 Kilometer pro Stunde Geschwindigkeit sticht keine Mücke“ – ist obsolet geworden. Und wie sie stechen! Entsetzlich.

Der Maibeginn glänzte mit einem formidablen Sturm – mein Shirt wurde wehend empor gerissen – so intensiv stürmte es und derartige Begebenheiten kann ich an einer Hand abzählen. Natürlich wurde ich ausgerechnet an jener Örtlichkeit „entkleidet“, wo sich ein bedeutendes Publikum aufhielt. Entsetzlich.

So verging ein Monat mit zahlreichen „Entsetzlichkeiten“ – wenn auch mehrheitlich routiniert und unspektakulär. Möge nach dem Mai der Oktober eintreffen, doch ich fürchte… Wie dem auch sei, mein Täglichlaufen setzt sich fort. So oder so.

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