Den Weg gehen – XI. 2018. Sechzehn Jahre, Elf Monate. Wollige Verantwortung.

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Sechzehn Jahre und Elf Monate in Serie. Die letzte reguläre Monatsrückschau vor dem nächsten bedeutenden Jubiläum hat nun ihren Einzug auf dieser Seite gehalten. Unaufhaltsam rast der banale, gleichgültige Zeitenstrom in Regionen und Sphären, die wir nimmermehr betreten können. Mein besonderer Tag nähert sich täglich, mit jedem Lauf, etwas mehr. Vielleicht. Ungeachtet meiner Abneigung gegen Ziele ist es doch längst als solches auserkoren worden, aber dies versteht sich natürlich von selbst und der entsprechende Artikel wird hier folgen. Möge es gelingen oder eben nicht – die Zeit, das Leben wird es offenbaren.

In der vergangenen Phase absolvierte ich 24 Kälte-, fünf Regen- und zwei Nebelläufe und die allgewaltigen Temperaturen alternierten zwischen -11 °C und 10 °C. Zu Beginn jenes Abschnitts lächelte der nasse Weltgesang und sogar zwei Regenläufe in Folge reizten mit wundervollen Bedingungen, die sich nur intensiv genießen lassen konnten. Obwohl die scheinbare Winterregentin für eine temporäre Abkühlung sorgte, wagte sich eine authentische Winterstimmung nicht hernieder; partiell lachte mich ein wenig Schneeregen an – aber von Schnee ließ sich wahrlich nichts erspähen. So wird dieser Winter endgültig untergehen – ohne, je einer gewesen zu sein. So sei es.

Seit Januar bin ich einmal mehr für meine wolligen Freunde verantwortlich, was für höchste Begeisterung auf Seiten aller Beteiligten sorgt. Sobald ich mich dem Areal in der Ferne nähere, erkennen mich erste Späher und beginnen ein gigantisches Begrüßungskonzert, bzw. Begrüßungsgemääääähe. So ziehe ich täglich bei ihnen ein – flankiert von der wolligen Ehrengarde. Allein das Salutieren müssen wir noch etwas verfeinern. Drei Damen fordern eine kuschelige Sonderbegrüßung ein, der ich freilich gerne nachkomme. Ich fürchte bereits jenen Moment, an dem ich mein würdiges Amt aufgeben und meine Lieben passieren muß, ohne sie zu versorgen. Das Unverständnis wird määähchtig sein.

Einen ersten Eindruck erfuhr ich bereits, als ich in der Finsternis mich leise vorbei schlich – die kulinarische Versorgung erfolgte erst während meines Rückweges – trotz der Dunkelheit wurde ich unverzüglich enttarnt und das Theater mit einhergehender obligater Empörung war gewaltig. Am 15.02. zu Tagesbeginn fehlte ein Wollputzel und meine Vermutung bestätigte sich sogleich – sie zeigte mir hernach ihren wundervollen Nachwuchs – Zwillinge, welche nun fröhlich springend durch den Tag toben.

So bleibt mir nur, die letzten Tage in diesem Kontext zu genießen und mich mental auf das nächste unfaßliche Jubiläum einzustimmen. Möglicherweise läuft das Leben mit mir und offeriert mir das einzigartige Geschenk von… Schaun mer ma, dann sehn ma scho – wie wir in Preußen zu sagen pflegen.

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