Den Weg gehen – X. 2018. Sechzehn Jahre, Zehn Monate. Enttäuschte Winterhoffnung.

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Sechzehn Jahre und Zehn Monate in Serie. Nun ist es also endgültig gefallen, das vergangene Jahr – und voller Schmerz, doch mit einem Lächeln trat es ein, in die schwarzen Welten der Erinnerungen. Nimmermehr wird es wiederkehren. Verlorene Zeiten. So beginnt das neue; und die erste Monatsrückschau in diesem Jahr, welches dem vorangegangenen Jahr ebenso rasant in das allumfassende Nichts folgen wird, preist ihren temporären Moment des Lebens.

In der hier thematisierten Phase alternierten die Temperaturen zwischen 09 °C und -04 °C und somit zogen 21 Kälte-, fünf Regen-, drei Nebelläufe und ein Glatteislauf in meine Statistik ein. Der -04 °C zum Trotz kann und muß ich den fehlenden Winter von Herzen beklagen. Bis auf wenige Ausnahmen glänzte die Kältefürstin mit Abwesenheit und die liebliche Schneeregentin gab sich nicht einmal die Ehre; in der Tat, sie stieg nicht hernieder von ihrem erhabenen Thron am weiten Firmament (obwohl es in dieser Sekunde eminent schneit (doch mein heutiger Lauf längst beendet ist)). So bleiben meine Wünsche und Hoffnungen von einem mächtigen Schneetreiben im verlorenen, einsamen Winterwald nur flüchtige Illusionen. Endgültig vorbei scheinen die Zeiten, in denen Winter noch Winter waren. Enttäuschte Hoffnungen.

Im Dezember wurde partiell damit begonnen, die gigantischen Holzberge aus dem ehemals herrlichen Forst abzutransportieren und was die Radlader und Baumvernichter bis dato an Wegen nicht zerstörten, übernahmen nun die polnischen LKW, die ihrerseits ganze Arbeit leisteten. Vielleicht sollte man die Wälder gleich ganz entfernen, um dort Schwerindustrie anzusiedeln, welche die Luft mit krebserzeugenden Dämpfen versetzt – das ist hier eh üblich.

Bussardkontakte, wie ich sie in letzter Zeit öfter beschrieben habe, erlebte ich in jenem Abschnitt wiederholt. Nicht einmal flogen sie von dannen, diese edlen Greifvögel. Ich habe diese Begegnungen genossen. Das gleiche Prozedere vollzog sich auch dreimal mit einem Graureiher, was eine wahre Besonderheit ist, da jene extrem scheu sind. Doch ja, sie kennen mich schließlich. „Meine“ Schafherde hat sich indessen leider mehr als halbiert – und künftig werde ich wieder das Oberkommando über meine Wollfreunde übernehmen. Mir deucht, dies werden wollige Zeiten.

Die Zeit vergeht und wir mit ihr. In nur zwei Monaten könnte ein neuerliches und bedeutendes Jubiläum auf mich warten – dennoch, in dieser langen wie kurzen Spanne kann und wird viel passieren und ich erwarte nichts – doch still hoffen, darf ich. Gelebtes Täglichlaufen – der nächste Lauf folgt – morgen.

Advertisements

Kommentare sind geschlossen.