Die vergangene Zukunft – Täglichlaufen. Jahresrückblick 2017.

Das Jahr ist noch neu, gleichwohl wird es mit eisernen Schritten wie alle anderen zuvor vergehen. Unausweichlich wird es für immerdar in den Strudel der Zeit gesogen und am Ende werden wir uns erneut fragen, wo die schönen Momente des Jahres nur geblieben sind. Dann beginnt es von vorn, das Spiel des Lebens. Immer wieder. Nur die Spieler können sich einer beständigen Ablösung sicher sein. So war die Ordnung der Dinge und so wird sie immer sein.

Nun ist es einmal mehr soweit. Es ist vorbei. Die temporäre Existenzberechtigung des Jahres 2017 wurde vernichtend aufgehoben und die omnipotente Herrscherin aus dem Reich der Erinnerungen hat sich seiner mit Hingabe bemächtigt. Vor uns liegt die Zukunft, eine vielleicht hoffnungsvolle Zeit, die sich uns nach und nach enthüllen wird – bevor die Königin des Vergessens auch hier ihr Veto einlegen wird. Wir sollten jedweden Moment genießen, so genußvoll als möglich, denn der Kreuzzug der vergangenen Zukunft hat längst begonnen, dieses neue Jahr unbarmherzig zu verschlingen. Die Reise wird nie enden, sie führt uns in die Unendlichkeit, wenngleich wir als stille Beobachter nur einen Moment im Nichts daran partizipieren werden. Gelebte Endlichkeit. Umso essentieller das Auskosten des Seins, des Lebens. Mein letzter Beitrag in diesem Jahr; der obligatorische Jahresrückblick meiner vergangenen Zukunft – in diesem Jahr erneut in reduzierter Form und nur auf die schnöde Statistik konzentriert. Das bald endgültig sterbende Jahr war voller Höhen und Tiefen, durchzogen von Glück, Zufriedenheit, Melancholie, Trauer, Heiterkeit, Schmerzen, Genuß, Herausforderungen, Widrigkeiten, Hoffnung und Frieden.

Fürwahr, das Fazit kann ich vorweg nehmen – wie schon in den Jahren zuvor war auch das Jahr 2017 wieder ein zutiefst zufriedenes Jahr im Kontext Täglichlaufen für mich, was meine Konzeption des gelebten Täglichlaufens wie noch immer bestätigt und für sie spricht. Aber das liegt in der Natur der Sache. Mein Täglichlaufen ist auch in diesem Jahr ein Garant für die stete Zufriedenheit gewesen, explizit auch gesundheitlicher Natur, wofür ich sehr dankbar bin. Dementsprechend betrachte ich diesen meinen Weg mit Demut und werde ihn weiterhin in der gewohnten Form beschreiten – solange ich darf; denn das der Willen vorhanden ist, muß ich nicht exponiert betonen. Auch künftig werde ich Körper und Geist in diesem Stil wertschätzen; allein, wie könnte ich auch nicht?

Statistikauszug 2017 hier mehr:

036 (2016: 025) Regenläufe
008 (2016: 001) Glatteisläufe
000 (2016: 000) Gewitterlauf
018 (2016: 020) Nebelläufe
100 (2016: 111) Kälteläufe
000 (2016: 000) Hitzeläufe
000 (2016: 000) Flutläufe
002 (2016: 000) Stürze
000 (2016: 000) Hundeangriff(e)
011 (2016: 014) Mal Wildschweinkontakt
002 Mal Waschbärkontakt
000 (2016: 002) Mal Biberkontakt
000 (2016: 000) Mal in Begleitung gelaufen
003 (2016: 002) Mal Fastunfälle mit Autos
092 (2016: 095) Mal Handschuhe getragen
023 (2016: 032) Mal ein langes Oberteil getragen
001 (2016: 005) Mal eine lange Hose getragen
000 (2016: 000) Mal zweimal gelaufen
kältester Lauf bei -10 °C (2016: -13 °C)
heißester Lauf bei 26 °C (2016: 26 °C)

Der Laufbericht des Jahres 2017

30.10.2017 Orkanwelten

Ich habe in diesem Jahr 4540 gelaufene Kilometer erreicht – ohne „Marathon“, „Wettkampf“, „Leistungen“, „Pläne“, „Ziele“, „Training“ oder sonstigem Schnickschnack, der in der lustigen Laufwelt so gerne gepriesen wird – dies versteht sich natürlich von selbst. Mit dem Wert selbst bin ich allerdings mitnichten zufrieden, denn ich bleibe zwar wieder unter 5000 Jahreskilometern, gleichwohl hatte ich eine nachhaltigere Reduktion meiner Umfänge angestrebt, welches mir nicht gelungen ist. Aktuell schweben mir 4000 Kilometer pro Jahr vor – doch ich bin mir bewußt, derlei ist eine Herausforderung für mich – als Täglichläufer, der das Täglichlaufen von grundauf liebt. Wie dem auch sei, möge es mir 2018 gelingen – das Leben wird es lehren.

Und ja, was sagen die Kilometer schlußendlich über Genuß, Freude und Härten aus? Nichts. Von wahrer Bedeutung war in diesem Jahr nur mein 18.03.2001–18.03.2017 – Jubiläum von 16 Jahren Täglichlaufen. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, daß ich nun seit 20 Jahren der Gilde der Läufer angehöre – was für eine Zeitspanne! So vergeht das Jahr, die Zeit, das Leben, das Dasein – unsere temporäre Existenz – alles schreitet beständig in die vergangene Zukunft, die doch noch nicht existiert und dereinst atemberaubend schnell vergehen wird. Das Jahr hat seinen endgültigen Eintritt in die Geschichte vollzogen. Was bleibt? Erlebnisse. Erinnerungen. Erfahrungen. Und, ein Lächeln. Ja, ich lächele. Das neue Jahr – 2018 – kann kommen. Wird kommen, muß kommen. Und wird sodann genauso rasant im Nichts verglühen. Die Reise wird nie enden. Aber ich, ich steige irgendwann aus. Für immerdar. Oh Leben, was bist du für ein Leben!

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