Den Weg gehen – II. 2017. Sechzehn Jahre, Zwei Monate. Mehrstimmige Auftaktkonzerte.

Täglichlaufen. Stolze und kostbare Sechzehn Jahre und Zwei Monate in Serie. Also spricht die Zeit und verzehrt einen neuerlichen, den zweiten Monat Täglichlaufen in diesem Jahr für alle und alle Zeiten in dem unwägbaren Dasein der Fragilität und temporären Partizipation der gelebten Bedeutungslosigkeit. So war und ist die Ordnung der Dinge, die sich jeher jedweder Einflußnahme entzieht. In der vergangenen Phase vollzog sich der nachhaltige Wandel in der natürlichen Welt – die frostige Kälteregentin bot ihr letztes Kräftemessen feil und verlor freilich auf allen Linien – indessen die brennende Sonnenfürstin das ihre tat, um den unausweichlichen Wechsel zu beschleunigen. So sei es.

Die Temperaturen boten ein changierendes Spiel zwischen -03 °C und 23 °C an – welches sich in der statistischen Konsequenz in sieben Kälte- und zwei Regenläufe kanalisierte. Da hier in der Region in der sogenannten winterlichen Jahreszeit sich der Winter höchstselbst als verlustig zeigte, ist es aktuell nicht irritierend, daß die Mückenpopulationen die gar nicht kalte Zeit hervorragend überstanden haben und nun entsprechend wirken. Dieses Jahr wird ein Mückenjahr, wie es im Buche steht und ja, ich erlebe es bereits tagtäglich. Ein Anhalten im Wald ist nahezu unmöglich und jener Wahnsinnige, der dies tatsächlich wagt, wird augenblicklich massiv zerstochen. Selbst mit meiner Standardgeschwindigkeit von ungefähr 12/13 Kilometern pro Stunde bin ich davor nicht gefeit. Erwähnte ich hier je, daß dies ideale Bedingungen für Laufanfänger sind?

Am 29.04. erlebte ich meinen 48. Wildscheinkontakt; ich gewahrte die Putzels dieses Mal nicht vorher und erschrak, als eines laut krachend in das Wasser sprang und flüchtete, sodann ein weiteres erst den Rückzug antrat, aber im Anschluß stehen blieb und mich groß ansah – auch ich unterbrach meinen Lauf und so beobachten wir uns beide neugierig. Nachdem ich ein paar beruhigende Worte sprach – so bildete ich mir ein – setzte ich meinen Weg fort. Mögen sie sich von dem Schreck erholt haben. Am 01.05. fand ich den großen Chefschafbock in einer höchst mißlichen Lage vor, aus der er sich nicht selbst befreien konnte; hier gab es kein Zögern oder Zaudern – ich begab mich umgehend zu ihm, um ihm zu helfen, was er auch sofort spürte – allerdings zählt er nicht zu den Geduldigen, was ich in so einer Situation durchaus nachvollziehen kann – doch nach kurzer Zeit gelang es mir, ihn zu retten. So sorgten „meine“ Schafe einmal mehr für eine gewisse Aufregung innerhalb meines Täglichlaufens.

Am 02.05. vernahm ich zum ersten Mal den Kuckuck in diesem Jahr, der seitdem ohne Unterlaß seinen Ruf in den Weltgesang hinaus schmettert und nur einen Tag später vollzog der Pirol sein Auftaktkonzert und auch er gehört seit dieser Zeit zum täglichen musizierenden Ensemble – was ich doch sehr genieße. Eine weitere Künstlergruppe darf ich in diesem Kontext mitnichten außer Acht lassen, denn am 08.05. ertönte – ebenso zum ersten Mal in diesem Jahr – der musikalische Froschreigen, die mit Inbrunst täglich quaken und sich an ihrem Dasein erfreuen. So ist der Frühling nun auch in der Tierwelt mit einem fortpflanzenden Lächeln eingezogen, welches den Sinn des Lebens eindrücklich offenbart. – – Die Zeit vergeht, das Leben folgt zwangsweise und ein weiterer Abschnitt Täglichlaufen wartet vielleicht auf mich – das Leben wird dies zeigen oder eben nicht.

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