Die vergangene Zukunft – Täglichlaufen. Jahresrückblick 2016.

Das Jahr ist noch neu, gleichwohl wird es mit eisernen Schritten wie alle anderen zuvor vergehen. Unausweichlich wird es für immerdar in den Strudel der Zeit gesogen und am Ende werden wir uns erneut fragen, wo die schönen Momente des Jahres nur geblieben sind. Dann beginnt es von vorn, das Spiel des Lebens. Immer wieder. Nur die Spieler können sich einer beständigen Ablösung sicher sein. So war die Ordnung der Dinge und so wird sie immer sein.

Nun ist es einmal mehr soweit. Es ist vorbei. Die temporäre Existenzberechtigung des Jahres 2016 wurde vernichtend aufgehoben und die omnipotente Herrscherin aus dem Reich der Erinnerungen hat sich seiner mit Hingabe bemächtigt. Vor uns liegt die Zukunft, eine hoffnungsvolle Zeit, die sich uns nach und nach enthüllen wird – bevor die Königin des Vergessens auch hier ihr Veto einlegen wird. Wir sollten jedweden Moment genießen, so genußvoll als möglich, denn der Kreuzzug der vergangenen Zukunft hat längst begonnen, dieses neue Jahr unbarmherzig zu verschlingen. Die Reise wird nie enden, sie führt uns in die Unendlichkeit, wenngleich wir als stille Beobachter nur einen Moment im Nichts daran partizipieren werden. Gelebte Endlichkeit. Umso essentieller das Auskosten des Seins, des Lebens. Mein letzter Beitrag in diesem Jahr; der obligatorische Jahresrückblick meiner vergangenen Zukunft – in diesem Jahr in reduzierter Form und nur auf die schnöde Statistik konzentriert. Das bald endgültig sterbende Jahr war voller Höhen und Tiefen, durchzogen von Glück, Zufriedenheit, Melancholie, Trauer, Heiterkeit, Schmerzen, Genuß, Herausforderungen, Widrigkeiten, Hoffnung und Frieden.

Fürwahr, das Fazit kann ich vorweg nehmen – wie schon in den Jahren zuvor war auch das Jahr 2016 wieder ein zutiefst zufriedenes Jahr im Kontext Täglichlaufen für mich, was meine Konzeption des gelebten Täglichlaufens wie noch immer bestätigt und für sie spricht. Aber das liegt in der Natur der Sache. Mein Täglichlaufen ist auch in diesem Jahr ein Garant für die stete Zufriedenheit gewesen, explizit auch gesundheitlicher Natur, wofür ich sehr dankbar bin – eine Ausnahme gab es freilich in diesem Jahr und viel fehlte nicht, so wäre mein fragiles Konstrukt vom Täglichlaufen endgültig zerbrochen, doch ja – ich hatte Glück und darf die Fortsetzung noch leben. Dementsprechend betrachte ich diesen meinen Weg mit Demut und werde ihn weiterhin in der gewohnten Form beschreiten – solange ich darf; denn das der Willen vorhanden ist, muß ich nicht exponiert betonen. Auch künftig werde ich Körper und Geist in diesem Stil wertschätzen; allein, wie könnte ich auch nicht?

Statistikauszug 2016 hier mehr:

025 (2015: 026) Regenläufe
001 (2015: 000) Glatteisläufe
000 (2015: 000) Gewitterlauf
020 (2015: 014) Nebelläufe
111 (2015: 106) Kälteläufe
000 (2015: 004) Hitzeläufe
000 (2015: 000) Flutläufe
000 (2015: 000) Sturz/Stürze
000 (2015: 000) Hundeangriff(e)
014 (2015: 005) Mal Wildschweinkontakt
002 (2015: 000) Mal Biberkontakt
000 (2015: 001) Mal in Begleitung gelaufen
002 (2015: 006) Mal Fastunfälle mit Autos
095 (2015: 097) Mal Handschuhe getragen
032 (2015: 030) Mal ein langes Oberteil getragen
005 (2015: 000) Mal eine lange Hose getragen
000 (2015: 000) Mal zweimal gelaufen
kältester Lauf bei -13 °C (2015: -06 °C)
heißester Lauf bei 26 °C (2015: 30 °C)

Die Laufberichte des Jahres 2016

08.01.2016 Vollendete Harmonie
14.11.2016 Der Moment…

Ich habe in diesem Jahr 4564 gelaufene Kilometer erreicht – ohne „Marathon“, „Wettkampf“, „Leistungen“, „Pläne“, „Ziele“, „Training“ oder sonstigem Schnickschnack, der in der lustigen Laufwelt so gerne gepriesen wird – dies versteht sich natürlich von selbst. Mit dem Wert bleibe ich erneut 5000 Jahreskilometern – wie schon im vergangenen Jahr und eine nachhaltigere Reduktion meiner Umfänge ist mir nur partiell gelungen; nichtsdestotrotz liegt der Wert im Rahmen meiner aktuellen Intention. Was sagen die Kilometer schon über Genuß, Freude und Härten aus? Nichts. Von wahrer Bedeutung war in diesem Jahr nur mein 18.03.2001–18.03.2016 – Jubiläum von 15 Jahren Täglichlaufen. So vergeht das Jahr, die Zeit, das Leben, das Dasein – unsere temporäre Existenz – alles schreitet beständig in die vergangene Zukunft, die doch noch nicht existiert und dereinst atemberaubend schnell vergehen wird. Das Jahr hat seinen endgültigen Eintritt in die Geschichte vollzogen. Was bleibt? Erlebnisse. Erinnerungen. Erfahrungen. Und, ein Lächeln. Ja, ich lächele. Das neue Jahr – 2017 – kann kommen. Wird kommen, muß kommen. Und wird sodann genauso rasant im Nichts verglühen. Die Reise wird nie enden. Aber ich, ich steige irgendwann aus. Für immerdar. Oh Leben, was bist du für ein Leben!

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