Der Moment…

… der erstarrten Schönheit. Eine angenehme Temperatur von -06 °C schürte meine Erwartung zu Tagesbeginn und ja, selbige wurde wahrlich erfüllt. Behutsam, aber doch stetig erstieg Mutter Sol am Firmament ihren würdigen Thron der brennenden Eleganz und sandte ihre Strahlen unablässig hernieder, welche mit Hingabe versuchten, die zahlreichen Nebelfelder zu durchdringen. Die liebreizende Natur kleidete sich indessen in weiße Gewänder, alles Grün hat sich in ein wundervolles Weiß verwandelt und die Weiher trugen eine filigrane Eisschicht. Wohin ich meinen Blick auch richtete, ich wurde förmlich von der vollkommenen Schönheit erschlagen; zudem führte mich mein Weg hinweg über unermeßliche Diamantenfelder – ein blitzendes Funkeln allenthalben. Abertausende Edelsteine generierten ein prachtvolles Farbenspiel sondergleichen.

Tief im Hain fielen die Sonnenstrahlen durch die Baumkronen auf die Erde, in einem goldenen Farbton, wie er nur in dieser Jahreszeit zu beobachten ist. Vollkommen edel und erhaben erhellten die tanzenden Lichtspiele den herbstlichen Blätterforst und vereinigten sich mit den kostbaren Brillanten, welche die Pfade ausstaffierten. Sodann traf mich der einzigartige Moment der erstarrten Schönheit völlig unvorbereitet wie ein Blitzschlag. In der Tat, diese Anmut ließ mich innehalten – die Beine versagten mir und ich blieb abrupt stehen und sog den Glanz und die Grazie des eisigen Weltgesangs in mir auf. Lange Zeit verharrte ich und verband meinen Geist mit der Natur und fühlte und genoß nur. Ein stiller und zarter Augenblick, wie er nur selten im Leben zu finden ist. Was für ein Lauf und Moment!

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