Verurteilte Zivilcourage

Im vergangenen Jahr wurde ein Mann in der Ludwigsburger Innenstadt von mehreren Jugendlichen angegriffen. Er wurde niedergeschlagen, schwer verletzt und erhielt weitere Tritte als er längst am Boden lag. Ein junger Mann zeigte Mut und Engagement und griff unter Gefährdung seiner eigenen Gesundheit ein, um dem Mann zu helfen; vielleicht rettete er ihm das Leben.

Nun wurde das entsprechende Urteil gesprochen, was nicht verwundern darf. Und zwar wurden nicht die Angreifer verurteilt, sondern der Helfer, der Zivilcourage zeigte. An dieser Stelle bin ich allerdings irritiert, daß das Opfer nicht auch verurteilt wurde. Dieses Urteil ist wieder ein Paradebeispiel dafür, wie die sogenannte Justiz in Deutschland funktioniert: Verhöhnung der Opfer und Schutz der Täter. Anstatt den jungen Mann, der sich mit seinem Handeln selbst gefährdete – zu ehren und für sein Engagement auszuzeichnen, wird er bestraft. Er wird dafür verurteilt, weil er möglicherweise ein Leben rettete. Ja, so funktioniert heute die Rechtsprechung in diesem Land.

Dieses Urteil bestärkt mich einmal mehr in meinem Denken, daß nur die Selbstjustiz ein probates Mittel sein kann und freilich lehne ich jede Form von Zivilcourage ab. Ich würde niemals irgendwo einschreiten, um jemanden zu helfen – sofern es nicht meine Familie betrifft – denn schließlich werde ich am Ende dafür bestraft. Ich bin geneigt anzunehmen, daß die Schläger noch belohnt wurden; zudem befürchte ich, daß sich niemand ob der Außenwirkung eines solchen Urteils bewußt ist. Vielleicht gerät die verantwortliche Richterin eines Tages in eine Situation, in der sie Hilfe von Fremden benötigt, aber wer sollte dann helfen? Angesichts derlei Urteile? Es ist wahrlich erschreckend, was heute in Deutschland alles möglich ist. Es wurde Recht gesprochen. Im Namen des Volkes? Ja, gegen das eigene Volk. Solch ein Unrecht wie heute allenthalben praktiziert wird, gab es vermutlich noch nie in Deutschland. Das ist wahrlich beispiellos. Zivilcourage? Unerwünscht. Traurig.

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