MURKS par EXCELLENCE

„Ich pflege keine Laufschuhe, ich ruiniere sie – und das zügig.“ Fürwahr, dieses alte Zitat von meiner Wenigkeit gilt bis heute uneingeschränkt und preist derzeit eine Aktualität, die ihresgleichen sucht. Freilich, ich bin mitnichten ein repräsentativer Läufer, der Laufschuhe im Kontext der Qualität objektiv beurteilen darf. Ich laufe keine zwei Marathon im Jahr, ich laufe nicht zweimal in der Woche und läute kein sogenanntes „Saisonende“ im Juli ein, weil es zu kalt, zu heiß, zu windig, zu windstill, zu naß, zu trocken oder was weiß ich ist; ich liebe es auch bei Regen und Schnee zu laufen und ich schleiche weiterhin nicht durch die lieben Wälder, denn ich r e n n e und überhaupt – ich bin kein Otto-Normal-Läufer. Ich laufe ausnahmslos täglich, irrelevant, welche Witterungsbedingungen herrschen mögen; zudem zähle ich mich nicht unbedingt zu den kleinen Menschen, soll heißen, ich bin zwangsläufig in der Konsequenz nicht wirklich ein Leichtgewicht und nicht zuletzt habe ich in diesem Jahr bereits (einschließlich heute) 4719 Kilometer absolviert. Das ist mir alles bewußt und entsprechend sind meine Anforderungen an adäquate Schuhe nicht sonderlich ausgeprägt, geschweige denn exorbitant. Und doch, und doch darf ich doch ein Mindestmaß an Güte und Niveau erwarten!

Allein erreicht die Qualität offenkundig nun neue Höhepunkte. Oder vielmehr Tiefpunkte? Am 28.04.2014 habe ich zwei neue Laufschuhpaare erstanden; eines davon weihte ich sodann am 29.04. ein und ich gestehe, ich trug sie durchaus gern und in manchen Wochen täglich – in anderen Zeiten allerdings nur jeden dritten oder vierten Tag. Gestern trug ich die Laufschuhe indessen zum letzten Mal (am 06.12.2014!!!), da die Beschädigungen mittlerweile einen unschönen Grad erreicht haben. Vorne sind Löcher aufgetreten (bei beiden Schuhen) und besonders die Seiten sind in extremer Form aufgerissen. Hier muß ich anmerken, daß ich die Exemplare nicht als Testmuster für Äxte oder Hellebarden verwendet habe, sondern ganz banal zum – Täglichlaufen. Das Innenleben der Schuhe ist bereits nach sieben oder acht Laufeinheiten nachdrücklich beschädigt worden und wenn die Qualität in den vergangenen Jahren mehr und mehr abnahm, so ist mit diesen Schuhen wahrlich eine neue Ebene im negativen Sinn realisiert worden. Mein Respekt an den Hersteller.

Ich werde das Unternehmen an dieser Stelle nicht benennen, denn dieser Murks aus Vietnam oder Indonesien ist zu beschämend für eine Firma dieser Größe. Schließlich handelt es sich nicht mehr um irgendwelchen „Murks“, nein, das ist MURKS par EXCELLENCE, der wahrlich nur noch traurig ist. Ein Trauerspiel.

Murks
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