Den Weg gehen – VI. 2011. Zehn Jahre, sechs Monate. Neue Ebene.

Täglichlaufen. Zehn Jahre, sechs Monate. Mein Halbjahresjubiläum hat den gewohnten Rückblick absichtlich in den Hintergrund verbannt, doch nun hat er den nicht vergessenen Pfad der verspäteten Aktualität beschritten und thront seinem Stand angemessen temporär auf dieser Seite. So sei es. Die Realisierung von zehn Jahren und sechs Monaten im geliebten „Gelebten Täglichlaufen“ war ein Tag von tragender Bedeutung für mich und ja, ich habe das Ereignis würdig begangen und sogar gefeiert. Wenngleich in Wahrheit der Lauf wie Tag nicht wirklich eine Besonderheit darstellte. Ich habe es registriert und weiter geht die Reise. Denn was bedeuten schon sechs Monate Täglichlaufen? Nach den vergangenen zehn Jahren? Freilich, im Kontext des fragilen Konstruktes – basierend auf der allumfassenden Gesundheit sind bereits sechs Monate gewichtig. Wie dem auch sei, schlußendlich bleibt Täglichlaufen für mich immer ein einziger Widerspruch. Wie das Leben selbst. Und ja, vielleicht liebe ich es deswegen in diesem besonderen Rahmen.

Zum Rückblick. Die omnipräsenten Witterungsverhältnisse boten wiederholt ein aufregendes Potpourri; entsprechend alternierten die Temperaturen zwischen 12 °C und 30 °C. Ich durfte einen Hitzelauf und zwei Regenläufe absolvieren. Nun ist es amtlich, hinsichtlich der Hitzelaufthematik stellt das Jahr 2011 einen Rekord dar; solange ich laufe – immerhin seit 1997 – habe ich noch nie derart wenige Hitzeläufe erlebt. Nur fünf (>Statistik) in einem Jahr – ein Novum. Jener vergangene Abschnitt vollzog sich in der Majorität unspektakulär, von wunderbaren Tierbegegnungen abgesehen; jeder zutrauliche Moment hätte hier einen eigenen Artikel verdient, allein die Zeit torpediert dies rücksichtslos. Ein Ereignis sei jedoch auch in meinem Rückblick nochmals erwähnt, der wohl traurigste Lauf in diesem Jahr. Ohne Worte.

So vergeht die Zeit, das Leben und wir selbst. Alles ist im Fluß und dem unendlichen Wandel unterworfen, bedingungslos. Der goldene Herbst ist in verborgener Demut in die einstmals grünen Haine der Natur eingezogen und schwingt – noch – das Zepter der lieblich sonnigen Milde. Goldgelbene Lichtstrahlen durchbrechen die Baumkronen und streicheln behutsam die Erde. Die Blätterkleider leben ihre ausgewogene Unschlüssigkeit, bieten dem aufmerksamen Beobachter malerisch rote, gelbe und grüne Gewänder an, die auf der herbstlichen Bühne ein seltenes Farbenspiel tanzend aufführen. In den frühen Morgenstunden glitzern die Tautropfen in den kunstvoll gewebten Spinnennetzen wie Tausende und Abertausende edel funkelnde Diamanten. Die reizvolle Lieblichkeit des prachtvollen Herbstes sucht ihresgleichen und ich bin hautnah dabei. Täglich. Mein Geschenk an mich selbst.

19.08.2011 13 KM
20.08.2011 14 KM
21.08.2011 14 KM
22.08.2011 14 KM
23.08.2011 14 KM – Bussardkontakt, Ast brach direkt vor mir ab
24.08.2011 14 KM – Lauf der zutraulichen Tiere
25.08.2011 14 KM – Stimme erhoben (Stopschild)
26.08.2011 14 KM – Hitzelauf
27.08.2011 14 KM – Gespräch mit Grußfreundin
28.08.2011 10 KM
29.08.2011 15 KM
30.08.2011 15 KM
31.08.2011 14 KM
01.09.2011 14 KM
02.09.2011 14 KM – Dammschranke geschlossen; Wasserstand: normal
03.09.2011 14 KM – Grußfreund salutierte schneidig
04.09.2011 15 KM – Gespräch, Thema Sponsoring, abgelehnt
05.09.2011 14 KM – Regenlauf
06.09.2011 14 KM – Grußfreund salutierte schneidig
07.09.2011 14 KM
08.09.2011 15 KM
09.09.2011 15 KM – Regenlauf
10.09.2011 15 KM – extrem hohe Luftfeuchtigkeit
11.09.2011 12 KM
12.09.2011 14 KM – neue Laufschuhe geprüft
13.09.2011 14 KM
14.09.2011 14 KM – sehr, sehr trauriger Lauf
15.09.2011 14 KM – Dammschranke geschlossen; x Wildschweinspuren
16.09.2011 14 KM – Radfahrer überholt
17.09.2011 14 KM – Lektion in Verkehrserziehung erteilt
18.09.2011 14 KM – 10 Jahre und 06 Monate Täglichlaufen
Jahres-KM bis 18.09.2011: 3649 KM
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28 Antworten to “Den Weg gehen – VI. 2011. Zehn Jahre, sechs Monate. Neue Ebene.”

  1. Na da ist er wieder, der immer heiss ersehnte Rückblick.

    Ich muss gestehen, wenn der Herbst so bleibt wie er grad ist (was leider nicht der Fall sein wird), so beginne ich den zu lieben *lach*. Das Wetter ist einfach nur wunderbar.

    Erstaunlich ist, wie wenige Hitzeläufe du diesen Sommer hattest. Aber so recht konnte ich keinen Sommer *finden*. Auf den bevorstehenden Winter bin ich dann schon gespannt. Der kann ruhig recht warm werden.

    Oft muss ich an Großbocki denken, der nicht mehr auf die Weide zurück kehren wird. Traurig!

    Auf in den nächsten Monat 🙂

  2. Besser spät als nie. 😉

    Kurz vor Ende meines gestriges Laufes führte ich ein Gespräch in dessen Verlauf beschlossen wurde, daß das Wetter bis Weihnachten so bleiben wird. Ergo, genieße die Sommersonne im Herbst.

    Fünf Hitzeläufe sind wirklich bemerkenswert. Jetzt bin ich auf den Winter gespannt. Ich kann das nicht einschätzen, lassen wir uns überraschen.

    Ja, der arme Groß Bockie – das hätte ich mir selbst im Traum nicht vorstellen können. 😦

    Der nächste Rückblick folgt bereits in gut zwei Wochen.

  3. Mein Reden, mein Reden!

    Hmmmmm Sommer bis Weihnachten? 😯 Das wäre ja mehr als genial. So wie jetzt kann es ruhig bleiben!

    Lassen wir uns überraschen, wir können es je nicht vorhersagen und ändern schon mal gar nicht.

    Die Zeit rennt…..

  4. Vor ein paar Jahren hatten wir Weihnachten knapp 20 °C; den genauen Wert müßte ich nachsehen. Als Statistikfreund im Kontext Täglichlaufen halte ich dies selbstverständlich fest.

    Letztendlich ist das Wetter per se irrelevant. Dennoch nimmt es immer einen zentralen Rahmen ein. Genießen wir es eben – so oder so.

  5. Ja, dieser eine Winter war schon extrem warm und die Heizkosten dementsrechend nieder. Wäre nicht schlecht in Zeiten wie diesen, wo alles schon ein kleines Vermögen kostet. Vorallem die Energiekosten sind expodiert.

    Naja, den Winter kann ich nie genießen, da ist mir einfach zu kalt *lach*.

  6. Die Energiekosten sind doch sehr günstig; warte die Zukunft ab. In den nächsten Jahren werden sie nicht fallen, sondern rasant ansteigen. Höher und höher. Wie kalt die Winter werden, spielt hierbei keine Rolle – die Großunternehmen treiben ihr Geld schon ein – die Gier ist unersättlich.

    Ich freue mich schon auf den ersten Schneelauf. 🙂

  7. Wenn das so weiter geht, werden wohl viele Menschen frieren MÜSSEN, ob sie wollen oder nicht.

    Ja die Gier nach Macht und Geld ist schon richtig krank!

    Schneelauf? Du bist ja verrückt 😀

  8. Wenn das so weiter geht, werden wohl viele Menschen frieren MÜSSEN, ob sie wollen oder nicht.

    Wen interessiert das in dieser Gesellschaft, Welt und Zeit? Solange der Pöbel noch Geld hat, muß der Unternehmergeist dieser Zeit einen Weg finden, an selbiges zu kommen – unterstützt von der habgierigen wie inkompetenten Politikszene.

    Die Gier ist nicht krank – darauf basiert das gesamte System. Ergo, nicht wundern.

    Verrückt? Die Herrlichkeit der Welt… 😉

  9. Hey Marcus, wieder ein abwechslungsreicher Monat rum. Ich hab deine Rückschau längst erwartet! Deine KM sind immer hoch interessant! **Lektion in Verkehrserziehung erteilt** Hast du den Verkehr auf der Kreuzung geregelt? Oder am Stoppschild? :mrgreen: ^^

    Freu mich auf das nächste Rückschaupost! Da hast du dann die 4000 im Sack.

    Bleib gesund!

    Keep on STREAKrunning

    MfG

  10. Traditionell gewachsene Artikel kommen hier immer zu ihrem Recht – bis ich die Tradition breche. Wenn es manchmal auch einer gewissen Zeit bedarf. 😉

    Nein, weder Stopschild noch Kreuzung. Nur ein etwas motivierender Eingriff in die radelnde Welt.

    Wahrscheinlich werde ich die 4000 Kilometer noch nicht zum nächsten Rückschauartikel erreichen. Schaun mer ma.

  11. Nur fünf Hitzeläufe in diesem Jahr? Diesbezüglich führe ich keine Statistik hätte aber rein gefühlsmäßig auf ein paar mehr getippt. So wie sich der Herbst derzeit präsentiert, könnte man meinen, Petrus hätte da noch was gut zu machen, oder?
    Zehn Jahre und sechs Monate jeden Tag laufen ist in meinen Augen schon was Besonderes. Alleine, dass Du es nicht geplant hast, sondern es einfach mehr oder weniger so passiert ist, finde ich ziemlich bemerkenswert, wobei niemand 10 Jahre voraus planen kann. Ich drücke Dir die Daumen, dass diese Serie noch lange, lange Bestand haben wird.
    Wünsche noch ein schönes Wochenende mit Läufen ausschließlich zum Genießen!
    Liebe Grüße
    Kornelia

  12. Meine Statistik ist freilich nicht repräsentativ. Wenn ich früh bei 15 °C laufe und die Temperatur nachmittags auf 30 °C ansteigt, zähle ich natürlich nur den ersten Wert, da er zum Laufzeitpunkt relevant war. Dennoch, nur fünf Hitzeläufe sind wirklich erstaunlich. Das Wetter ist derzeit recht angenehm, auf die weitere Entwicklung bin ich gespannt.

    Wenn ich derlei versucht hätte zu planen, so hätte ich nicht einmal ein Jahr erreicht. Davon bin ich überzeugt. So wie das entstanden ist, aus dem Nichts heraus, ohne je etwas zu wollen oder das gar in einer besonderen Art und Weise bewußt wahrzunehmen, war für mich der einzige Weg – das zu realisieren. Im Nachhinein gesprochen. Und das ist bis heute so geblieben. Ich bin mit diesem Weg sehr zufrieden – dankbar und glücklich. 🙂

  13. Ich gestehe, dass ich die geringe Anzahl der Hitzeläufe nicht als Manko empfunden habe, lieber Marcus. Frieren musste ja trotzdem keiner und lauftechnisch gesehen war es einigermaßen erträglich. Ob ein halbes Jahr wenig oder viel ist hängt immer von der eigenen Sichtweise ab. Allerdings in der Nachbetrachtung scheint die Zeit wie im Fluge vergangen zu sein. Ich gratuliere Dir nochmals zu jedem einzelnen Tag dieser zehn Jahre und sechs Monate. Letztlich zählt jeder einzelne Tag.

    Viel Freude bei Deinen Läufen im Oktober
    und alles Gute
    Dietmar

  14. Da sind wir einer Meinung, lieber Dietmar – ich wundere mich zwar sehr über die geringen Hitzeläufe, erachte das aber als sehr positiv. Denn ein Freund der Hitze bin ich wahrlich nicht, das war ich nie.

    Vielen Dank, ja, Du hast Recht, es zählt freilich jeder einzelne Tag. Für sich genommen sind sie bedeutend wie unbedeutend, aber in der Summe mehr als gewichtig. Schlußendlich betrachte ich das immer ein wenig ambivalent, eben wie das Täglichlaufen selbst – ein einziger Widerspruch.

    Ich wünsche Dir einen angenehmen Feiertag.

  15. Lieber Marcus,

    ich war schon etwas unruhig, ob des fehlenden Rückblicks und der dazu gehörigen Tabelle, aber da ist sie ja endlich, obwohl der vergangene Monat auch trauriges bereit gehalten hat, scheinen die guten Dinge zu überwiegen.
    Regenläufe und gleich zwei, mir scheint Du hast ein Abo 😉 Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern wie Regen sich anfühlt, aber es sei Dir gegönnt und wer weiß, was der Wettergott noch bereithält in den kommenden Tagen, da bin ich optimistisch…

    Salut
    Christian

  16. Lieber Christian,

    für einen Moment hatte ich erwogen, am 18.10. einen doppelten Rückblick zu veröffentlichen, was nun doch unterbleibt. Die positiven Dinge überwiegen in diesem Monat bei weitem, allerdings besitzt der traurige Aspekt seine eigene „Qualität“, leider.

    Ein Abo für Regenläufe? Oh, was gäbe ich dafür! Im Gegenteil, das Jahr ist enttäuschend, 2010 war weitaus nasser. Ich gönne Dir das kühlende Naß ebenfalls von Herzen und schlage deshalb die Wiederholung eines standesgemäßen Regentanzes vor – zeitgleich komponiert wie ausgeführt, sollte dies auch eine intensivierte Wirkung ergeben. 😉

    Ich wünsche Dir einen angenehmen Feiertag.

    • Lieber Marcus,

      sag mir nur wann und ich werde tanzen. Obwohl ich inzwischen skeptisch bin, bei momentan hochsommerlichen Temperaturen und Sonne satt 😉

      Salut und noch eine angenehme Woche

      • Mein lieber Christian, Du mußt an Deiner Skepsis feilen! Denn das Voodoo-Regelwerk im Kapitel 34, „Regentanz mit einhergehender Generierung für permanenten Starkregen“ setzt unbedingtes Vertrauen in den vollzogenen Tanz voraus. 😀 😉

        Ich habe bereits begonnen und die Wolken sind schon da. Nun folgt Kapitel 35, „Stürme und mehr“… 😀

        Alles Gute,

        Marcus

        • Stürme sind klasse, schick doch ein paar Sturmtiefs – oder heißt es Sturmtiefe 😉 – in den Süden, seit „Lothar“ gab es hier nichts richtig heftiges mehr 😀

          Salut und am Glauben kann ich als Agnostiker gar nicht arbeiten, aber getanzt habe ich heute auch schon 😉

          • Ich sende Dir sturmtiefe Sturmtiefs, die tiefstürmisch stürmen und selbst in der tiefen Tiefe stürmisch wehen. 😉 Und der Name? „Marcus“. 😀

            Ich hoffe, daß Dein Tanz ein erfolgreiches nasses Ergebnis bewirken wird. Ich selbst werde meinen Tanz wiederholen müssen, offenkundig war ich nicht adäquat konzentriert, so daß es nur für Wolken reichte.

            Eine wunderbare Woche wünsche ich Dir, ob mit oder ohne Regen.

            • Danke Marcus, endlich sind die Sturmtiefs hier angekommen *jubel*

              Salut und schönes WE

              • Das wurde ja Zeit. Offensichtlich wirken sich meine Tänze in der Realität mit einer minimalen Verzögerung aus. Du darfst Dich freuen, ich versuche mich eben im Kapitel 45 „Orkantiefs für Fortgeschrittene“. 😀

                Mögen Deine Stürme Regen im Gepäck haben; ich selbst komme leider nicht in diesen Genuß.

                Ein wunderbares Wochenende wünsche ich Dir.

  17. Richard Says:

    Ich habe ihren gewohnten Rückblick längst erwartet und freue mich an der Rückbetrachtung ihrer Erlebnisse teilhaben zu dürfen. Diese Beiträge bilden eine Konstante, die ich schätze. Zumal ich hoffe, dass ihre beeindruckende Leistung im Täglich-Laufen von ihnen fortgesetzt wird. Ich wünsche ihnen auch zukünftig spannende Begebenheiten, an denen wir Leser teilhaben dürfen.

    Bleiben sie gesund.

    Herzlichst
    Richard

  18. Vielen Dank, Richard. Nach meiner Interpretation handelt es sich um eine Art Pseudokonstante, die verdeutlicht, wie rasant die Zeit in die Vergänglichkeit eintritt. An meinem Willen soll die Fortsetzung nicht scheitern, der Rest wird sich zeigen; das Leben ist der wahre machtvolle Autor.

  19. Richard Says:

    Ich bin davon überzeugt, dass sie das ihre tun werden, um ihr Täglich-Laufen auch künftig auszuüben. Mein bisheriger Eindruck ist, dass sie durch nichts aufzuhalten sind, was mich als Stammleser freut.

    Herzlichst
    Richard

  20. Das ist wahr. Doch dieser Eindruck trügt – angesichts von über zehn Jahren scheint das vielleicht so, allerdings reichen mitunter winzige Unwägbarkeiten, um mir den Boden unter den Füßen zu entziehen. Siehe Gesundheit, vor mehr als zwei Jahren habe ich ein „schönes“ Beispiel beschrieben.

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