Ich werde dich vermissen

Seit einigen Monaten befinden sich auf Grund von Baumaßnahmen meine lieben Wollfreunde nicht auf ihrer Heimatweide; sehnsüchtig warte ich auf ihre Rückkehr. Allein, einer wird nicht zurückkehren. Denn heute vernahm ich eine traurige Botschaft, die mich zutiefst berührt. Während meines Morgenlaufes erfuhr ich vom tragischen Unfalltod des großen Schafbockes. Unglaublich. Seit vielen Jahren zählen er und seine Schaffamilie zu einem elementaren Bestandteil meines Täglichlaufens. In der Regel unterbrach ich meinen täglichen Lauf wenigstens einmal, um sie zu streicheln oder zu füttern – oder auch um anderweitig helfend einzugreifen. Wie oft habe ich ihn gestreichelt, gefüttert? Wie viele Möhren hat er gierig verputzt! Wie oft habe ich seine Fluchtversuche beobachtet? Er hat mich „gejagt“ und ich habe ihn „gejagt“ – der großartige Hauptakteur in zahllosen Beiträgen auf dieser Seite. Er war ein sehr intelligenter wie verschmuster Schafbock, der die Herde engagiert zusammenhielt. Bei unserer letzten Begegnung stand er auf seinen Hinterhufen und reckte sich gen Himmel, um die Blätter von einem Baum zu zupfen. „Na, du Zupfer!?“ – sagte ich damals lachend zu ihm. Das war einmal. Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, daß ich ihn nicht mehr wiedersehen würde. Alles hat seine Zeit. Was bleibt? Photos. Videos. Erinnerungen. Doch mein Täglichlaufen ist ein mächtiges Stück ärmer geworden.

Ich werde dich vermissen, mein lieber, lieber Groß-Bockie!

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