Das Schattendasein

Sie ist in uns. Sie gehört zu uns. Sie ist ein essentieller Bestandteil von uns. Sie lebt in uns. Es ist ein Gefühl – so gewaltig, daß wir es selten konzentriert wahrnehmen. Eine Art Gefühl, welches ein Schattendasein fristet. Elementares Empfinden. Oder aber auch Nichtfühlen, Verdrängen und Nichtempfinden. Wir nehmen sie hin, einfach so. Meistens unbewußt. Wir denken nicht weiter darüber nach. Nicht, wenn wir nicht müssen; wenn wir nicht dazu gezwungen werden. Sie kümmert uns nicht. Wir ignorieren sie. Nicht selten verletzen wir sie, treten und vergewaltigen sie auf brutale Weise. Lange nimmt sie es gleichmütig hin, freilich nur bis zu einem individuellen Grad. Dann bekommt sie Risse, wiederholt geringfügiger Natur – auch das ignorieren wir manchmal. Wir hören nicht auf sie. Oder erst, wenn es zu spät ist. Doch irgendwann ist die Grenze endgültig überschritten, dann wehrt sie sich. Die kleinen Verletzungen werden massiver. Irgendwann tut es weh. Wir nehmen sie erst dann bewußt wahr, wenn sie beschädigt ist oder wenn sie sich verflüchtigt und uns damit ihre Macht demonstriert. Ja, wenn die selbstverständliche Routine vehement durchbrochen wurde, dann dringt sie mit Autorität in unser Bewußtsein. Unschwer zu erraten, wovon ich hier schreibe. Wir kennen sie alle; es geht um unser Befinden – um die Gesundheit.

Die Definition der Weltgesundheitsorganisation beinhaltet nicht nur das Fehlen von Krankheit und Gebrechen, sondern schließt auch das geistige, körperliche und soziale Wohlbefinden mit ein. Welch kompliziertes Gebilde! In der Regel bin ich gesund, mir geht es gut – ich sinniere nicht intensiv über das komplexe Thema Gesundheit nach. Wozu auch? Es existiert ja offenkundig kein Anlaß. Doch irgendwann läuft sie nicht mehr wie ein heimliches Uhrwerk im körperlichen wie geistigen Hintergrund und tritt mit Problemen an den gefühlten Tag. Erst dann richtet sich mein Fokus bewußt auf die Gesundheit. Vorher war alles selbstverständlich. Zu selbstverständlich. Eine gefährliche Routine. Manche Dinge im Leben erringen erst dann ihre gewichtige Aufmerksamkeit, wenn sie nicht mehr da sind oder nicht mehr im Rahmen der „normalen“ Parameter funktionieren. Nicht unbedingt ein weiser Weg, den ich gleichwohl auch selbst beschreite – mehrheitlich, nicht immer – wie wohl das Gros der Menschen.

Gesundheit. Gesund. Gesund sein. Gesund leben. Was bedeutet das? Heute? In der heutigen hektischen Zeit? In dieser Gesellschaft? In einer Gesellschaft, die nur auf finanziellen Werten basiert? Wo ganze Industrien ihr monetäres Heil im Gesundheits- respektive Krankheitssektor begründen? Agieren sie per se im Interesse des Patienten? Dies wäre zu beweisen. Dubito, ergo sum. Eine zutiefst diffizile Thematik. Die elementaren Voraussetzungen und die Werte unserer Gesellschaft sind andere, als noch vor 100 oder 200 Jahren. Ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel sind an der Tagesordnung; unzählige künstliche Substanzen und chemische Stoffe finden Eingang in unsere „L E B E Nsmittel“, die wir anschließend bedenkenlos konsumieren. Künstliche Nahrungsmittel und Kunstprodukte allenthalben, angemessene Lebensmittel vegetieren in der besiegten Minderheit, wenn es sie denn noch gibt. Wer weiß das schon? Der Natürlichkeit entsagt. Auch biologische Erzeugnisse generieren keine Sicherheit, im Gegenteil – das „Biosiegel“ verführt. Wem können wir in der heutigen Zeit noch vertrauen? Wahrscheinlich war es nie so schwer wie heute „gesund“ zu leben. Doch auch, wer sich bewußt ernährt, ja, wer vermeintlich gesund lebt, ist vor nichts gefeit. Garantien existieren nicht. Für nichts in dieser Welt. Wir können trotzdem krank werden; durch Umwelteinflüsse und mannigfaltige Voraussetzungen, Bedingungen und Korrelationen – nicht zuletzt genetisch bedingt – von denen wir nicht im Ansatz eine Ahnung haben, wenngleich viele so tun als ob. Wer kann schon die Gesamtheit der Komplexität mit all ihren Feinheiten allumfassend überblicken?

Manchmal führt die Gesundheit Angriffe auf unsere Unversehrtheit durch, aus dem Nichts heraus, die uns einfach nur sprachlos machen. Realitäten, die wir nicht verstehen und uns nicht erklären können; gleichwohl muß eine Auseinandersetzung stattfinden; mit welchem Ergebnis auch immer. Die Gesundheit, unser Leben – ein höchst fragiles Konstrukt ohne jeden Zweifel. In jeder Sekunde kann alles vorbei sein, einfach so. Jetzt. Aus dem Nichts. Achten wir das Leben und die Gesundheit als unser höchstes Gut und möglicherweise sollten wir ein wenig bewußter leben und den unbedeutenden Moment würdigen und ihn festhalten. Der Gesundheit mehr Aufmerksamkeit schenken, sie gebührend wertschätzen und sie nicht als Selbstverständlichkeit betrachten – denn das ist sie nicht. Sie ist ein Teil von uns, der behutsam gepflegt werden möchte. Schließlich versiegt unsere Existenz schneller als wir denken. Es gibt zahlreiche Krankheiten, da hilft alles Geld der Erde nicht. Was wirklich wichtig ist, das zeigt sich erst in den schweren Momenten des Lebens. Und wie unbedeutend erscheinen dann manche Ziele oder Ereignisse, die zuvor als so eklatant wichtig galten. Einfach mal innehalten, die eigene Lebensweise reflektieren, die Prioritäten überdenken und den wahren Wert des Lebens erkennen. Freilich, dies mag kein allgemeingültiger Weg sein, aber eine sinnvolle Option, die man vielleicht nutzen kann. Wohl dem, der die Wahl hat und jene Erkenntnis erringt. Darüber kann man nachdenken. Oder auch nicht.

39 Antworten zu “Das Schattendasein”

  1. Guten Morgen Spotzl!

    Ein Beitrag, der wirklich nachdenklich macht und uns ALLE betrifft. Jeder, ob arm oder reich muss sich früher oder später mit auseinandersetzen. Gesundheit ist nur bis zu einem gewissen Grad kaufbar. Damit meine ich spezielle Behandlungen, die nicht für jeden leistbar sind. Und doch hilft es nicht. Irgendwann ist man dran.

    Behüten wir unsere Gesundheit wie einen Schatz, denn sie ist unbezahlbar und durch nichts in der Welt zu ersetzen. Ein bisschen hatte ich damit anfangen müssen!

  2. Einen wunderschönen Morgen, liebe Brigitte!

    Ja, den Aspekt habe ich mehr oder weniger nicht beachtet. Gesundheit ist nicht käuflich. Natürlich haben reiche Menschen andere Möglichkeiten wie arme Menschen, das ist klar. Aber am Ende verlängern auch Millionen das Leben nicht wirklich. Vielleicht ist das die einzige Form von Gerechtigkeit, die wir Menschen kennen. Tröstlich, irgendwie.

    Behüten wir unsere Gesundheit wie einen Schatz, denn sie ist unbezahlbar und durch nichts in der Welt zu ersetzen. Das hast Du wunderbar gesagt, danke. Du hast damit anfangen müssen, weil Du gezwungen wurdest. Wie so oft, vorher ignorieren wir das meistens.
    Ein wenig darüber nachdenken, ist vielleicht ein guter Anfang.

  3. Wie wahr, auch der Reichste erreicht nichts auf Dauer und das ist auch gut so.

    Nun passe ich viel besser auf mich auf 😀

  4. Nur vergessen wir das gerne.

    Na hoffentlich! Aber ich schätze, im Laufe der Zeit obsiegt die Routine – das geht mir auch so…

  5. docrunner Says:

    Lieber Marcus,
    ein großes Thema und unerschöpflich was Bemühung zur Erhaltung und zur Zerstörung angeht. Oft sind wir uns dessen nicht bewußt, aber wir bekommen die Rechnung präsentiert und teilweise sind wir „unschuldig“ und werden überrascht. Ich halte es einfach mit der Dankbarkeit, danke, dass ich mich meist wohl fühle und keine großen gesundheitlichen Mängel aufweise.

    Die Definition der WHO ist für mich ein ziemlicher Unfug, v.a. wird die Definition alle Jahre lang angepasst und mit Wortklaubereien noch mehr verklausuliert, so dass ich irgendwann das Gefühl habe, krank zu sein, obwohl ich gesund bin. Ich denke, Du weißt, wie ich es meine…

    Salut

    Christian

  6. Ja, lieber Christian, Dankbarkeit ist ein guter Ansatz – denn das zeugt von Wertschätzung. Ich sehe das für mich ähnlich, gleichwohl neige ich dazu, dieses wichtige Thema im Rahmen der „Routine“ hin und wieder zu vergessen. Wobei andererseits Täglichlaufen über einen langen Zeitraum durchaus zum Nachdenken anregt und auch Dankbarkeit einfordert.

    So ernst sollte man Definitionen nicht nehmen, wenn der obige Satz auch recht treffend ist, gehört noch weit mehr dazu. Zu Deinem Absatz fällt mir der Satz ein, daß ein gesunder Mensch auch nur ein Mensch ist, der noch nicht gründlich genug untersucht wurde. 😉

  7. ramonarun Says:

    Was für ein kompaktes Thema und schwierig! Man kann heute versuchen, gesund zu leben, aber das in in dieser Zeit durchzusetzen ist wirklich schwer. Findet man heute überhaupt noch „LEBENsmittel“, die uns gesund erhalten? Wenn ich es deutlich ausdrücken will, dann kanesn ich nur sagen: Wir werden beschissen von vorne bis hinten! Entschuldige die krasse Ausdrucksweise.

    Ich wünsche Dir trotzdem eine gesunde Woche! 😉
    Ramona

  8. Meine volle Zustimmung! Deine Ausdrucksweise ist angemessen; ich mußte kurz lachen, als ich das las – aber nicht weil es lustig ist, sondern weil die Thematik derart traurig ist. Denn genau so ist es in der heutigen Welt. Das ist wahrhaftig ein Endlosthema und ich kratze nur wenig an der Oberfläche.

  9. Ja, das stimmt. Wir denken über die Gesundheit erst nach, wenn wir daran erinnert werden, wie zerbrechlich sie sein kann entweder am eigenen Körper oder bei anderen.
    Es wird vieles erforscht und doch ist noch vieles unentdeckt und voller Rätsel. Man kann sich bemühen, nicht rauchen, wenig Alkohol, nicht zu viel essen, gesundes essen, viel bewegen…. Doch vor den eigenen Genen kann man dennoch nicht davon laufen. Auch ist es tatsächlich schwierig, sich wirklich gesund zu ernähren. Obst und Gemüse ist häufig mit Pestiziden belastet, Fleisch enthält Antibiotika und anderen Dreck, bei Fisch ist es nicht viel anders. Ich könnte noch viel mehr dazu schreiben. Doch jeder weiß ja selber genug darüber. Ich bin Nichtraucher und muss doch Auto- und Industrieabgase einatmen. Ach, ich möchte gar nicht länger drüber nachdenken.
    Und doch bemühe ich mich, esse mein tägliches Obst, laufe jeden Tag und versuche gesund zu leben.
    Hoffen wir, dass wir alle möglichst lange unsere Gesundheit erhalten und uns wohlfühlen können in unserem Körper.
    Das wünsche ich Dir ganz besonders.
    Liebe Grüße
    Kornelia

  10. Ich gestehe, das Thema Ernährung verdränge ich ein wenig. Zumindest bewußte Ernährung. Eben weil das extrem deprimierend ist, allein die wenigen Punkte, die Du hier ansprichst, machen nur sprachlos. Und doch ist das nicht einmal die Spitze des Eisberges.

    Der kontaminierten Umwelt kann man letztlich nicht entkommen. Mich betrifft das sogar in meinem Laufgebiet, wenn die unsägliche Industrieanlage einmal mehr für metallische Luft- und Geschmack sorgt. Das ist nur widerwärtig.


    Hoffen wir, dass wir alle möglichst lange unsere Gesundheit erhalten und uns wohlfühlen können in unserem Körper.
    Dem schließe ich mich und dies wünsche ich uns allen!

  11. Running Otto Says:

    Thx für deine nachdenklichen Zeilen! Das Thema Vorsorgechecks passt auch mit rein. Wie vieles mehr. Wenn man sich okay fühlt, wer rennt alle Nase lang zum Arzt? Auch eine Geschlechterfrage. Männer stehen damit auf Kriegsfuss.

    LEBENSMITTEL? Gibt’s nicht mehr! Da geht’s nur um Kohle Kohle Kohle. Egal ob der Bürger Mist isst, solange die Kohle passt. Die Verantwortlichen lachen die blöden Bürger aus. Solange der Pöbel blecht. So siehts aus!

    Lösung: Auswandern!

    MfG

  12. Das ist eine unendlich komplexe Thematik, Otto. Ich habe bewußt nur an der Oberfläche gekratzt, sonst wäre der Artikel 1000 Seiten lang geworden oder mehr.

    Deine Einschätzung teile ich ebenfalls. Wenn man mit irgendwelchen Dingen Geld verdienen kann, so wird das gemacht. Ob das nun gesundheitsschädlich oder illegal ist, ist vollkommen irrelevant. Allein, das Geld zählt.

    Auswandern? Ja, eine gute Idee. Der Mars ist noch frei. 😉

  13. Hallo Marcus,

    Gesundheit kann man nicht kaufen, nicht einmal erwerben. Man kann sich abhärten, gesund ernähren, Sport treiben, was auch immer dafür tun um Gesund zu bleiben, wenn es einen trifft ist es für die meisten Menschen immer noch ein Grund damit zu hadern. Ich für mich selbst empfinde die Abwesenheit von Gesundheit eher als etwas belustigendes. Liege ich mit 40°Grad Fieber im Bett und kann mich kaum rühren, soll ich dann jammern? Nein, natürlich nicht, sondern ich finde es spannend zu sehen was in meinem Körper passiert. Dabei gibt es dann Zustände ich die nicht unbedingt mehr begreife aber auch damit habe ich leben gelernt.

    Man kann sich nicht dagegen wehren krank zu werden, es passiert und hat tausende verschiedener Gründe. Es gibt die mechanischen Krankheiten (Brüche, Schürfungen, etc.) die auf Grund einer äusseren Kraft eintreten. Dagegen kann man kaum etwas machen. Dazu gehören auch die meisten Grippen und Erkältungen, die durch den Kontakt mit Viren hervorgerufen werden.

    Der weitaus größte Teil ist aber sicherlich dem falschen Umgang mit unserem Körper und unserer Seele geschuldet. Wenn das fragile Gespinst unseres Körper aus dem Gleichgewicht kommt, so kann sich dieses in einem Gebrechen deuten, muss es aber nicht.

    Dann wäre es an der Zeit darüber nachzudenken warum dieser kranke Zustand erreicht wurde (Unzufriedenheit, Sprachlosigkeit, Angst, you name it). Daran kann man ermessen wie schwer die Krankheit ist und wie man sie aus dem Körper vertreibt.

    Ich möchte Dir danken für den Beitrag, der uns die Wichtigkeit von Gesundheit wieder ins Gedächtnis ruft.

  14. Vielen Dank für Deine Antwort, Claus! Jammern ist grundsätzlich sinnlos, das sehe ich auch so. Wieso Energie mit Sachen verschwenden, die nicht zu ändern sind? Als belustigend würde ich die Abwesenheit von Gesundheit dennoch nicht bezeichnen. Und vielleicht ist so ein Zustand letzten Endes auch eine Art Chance, um die Gesundheit entsprechend wertzuschätzen. So empfinde ich, wenn beispielsweise eine Erkältung meine Distanzen reduziert.

    Gleichgewicht ist ein gutes Stichwort. Das Leben strebt nach Ausgewogenheit und wird das in welcher Form auch immer konterkariert, so muß man die Konsequenzen erfahren.

    Dann wäre es an der Zeit darüber nachzudenken warum dieser kranke Zustand erreicht wurde (Unzufriedenheit, Sprachlosigkeit, Angst, you name it).

    Ich bin kein Mediziner, aber ich vertrete die Auffassung, daß derlei eher selten praktiziert wird. Ja, man behandelt die Krankheit, verschreibt dies und das, aber der Ursache wirklich auf den Grund gehen, den Körper ganzheitlich betrachten – wer hat da schon die Zeit zu?

    Wie auch immer, bleiben wir gesund!

  15. Ja unsere Gesundheit, die Meisten vergessen wirklich, dass wir nur eine haben. Auch ich war in der Vergangenheit sehr unsorgsam in dieser Beziehung, doch das ist ja gerade das Wunder an unserem Körper, es ist NIE zu spät sich zu ändern und die allermeisten Schandtaten verzeiht er dann doch sehr schnell!

    Gesundheit, Körper und Geist, wahre Wunderwerke!

    LG
    Steffen

    P.S. Ob mein 24h-Lauf am Samstag gesund sein wird glaube ich eher nicht, aber der Köper verzeiht mir sicherlich auch das ;-). Übrigens, mein Streak hat noch Bestand!

  16. Ich finde es toll, wenn man sich mit seiner Gesundheit und seinem Leben auseinandersetzt, Erkenntnisse erringt und seine Lebensweise bei Bedarf ändert. Das ist alles gar nicht so leicht, auch wenn die Theorie noch so simpel ist. Sei froh, daß Du den „unsorgsamen“ Weg verlassen hast und nun auf angenehmere Pfade wandelst – für Körper und Geist.

    Gesundheit, Körper und Geist, wahre Wunderwerke! Das ist wirklich so. Sie verzeihen viel, aber lange nicht alles.

    Ständig NUR gesund – ist auch schon wieder ungesund. 😉 Ergo wird Dir das Dein Körper schon verzeihen, viel Spaß dabei! Ich hoffe, Deine Serie reißt nicht auf Grund dieser Veranstaltung – das wäre schade. Paß auf Dich auf!

  17. Ich persönlich empfinde meine Gesundheit als Glücksfall; nicht etwa, dass ich gar nichts hätte. Aber so wie es ist, kann ich doch nur glücklich sein. Allerdings ist uns (und natürlich auch mir) dieser Umstand häufig nicht bewusst und Du hast Recht, wir gehen mit unserer Gesundheit häufig nicht gerade achtsam um. Wir treiben da manchmal ziemlich gefährlich Sachen und hoffen, dass es schon gut gehen wird. Es ist unsere Ureigene Verantwortung. Dabei kann es, Du hast es angesprochen, in jedem Augenblick damit vorbei sein.

    Das Thema hat unglaublich viele Facetten. Ich erlebe gerade über mein familiäres Umfeld unser Gesundheitssystem. Und es tut mir leid, dass ich es so sagen muss: nicht der Patient, die Gewinnorientierung aller Akteure steht im Vordergrund. Ich habe echte Wut, aber es würde zu weit gehen an dieser Stelle ins Detail zu gehen. Allein diese Umstände zu erfahren ist nicht gerade gesundheitsförderlich. Man könnte sich schwarz ärgern .… und schon ist die noch vorhandene Gesundheit gefährdet.

    Danke für Deinen sensibilisierenden Beitrag.

  18. Ja, Dietmar, das ist es auch! Wenn man zufrieden und gesund ist; so ist das in der Tat ein Glücksfall, den man gar nicht hoch genug bewerten kann.

    Deine Wut – auch ohne Details – kann ich verstehen. Wahrscheinlich hat jeder in seinem Bekanntenkreis oder in der Familie Beispiele, die ähnliches berichten können. Da fühlt man sich dann irgendwie hilflos. Alles ist den finanziellen Aspekten untergeordnet, was sehr traurig ist. Aus diesem Grund existiert viel zu viel Leid unter den Menschen, welches absolut unnötig wäre. Aber wird sich das jemals ändern? Ich zweifele.

  19. Wenn man gesund ist und sich wohl fühlt, dann ist man eigentlich gar nicht gesund, man hat das Wohlfühlsyndrom und braucht dringend eine Behandlung. Schließlich wollen die doch ihre teuren, bitteren Pillen verkaufen, auf das man dann wirklich krank wird und immer mehr davon braucht.

    Die Gesundheit ist was kostbares und man sollte jede Sekunde, Minute, Stunde und jeden Tag an dem man gesund ist genießen und dafür dankbar sein.

  20. Wenn auch sinnvolle Dinge existieren, die notwendig sind und auch wirklich helfen, stimme ich Dir grundsätzlich zu. Aber alles andere wäre auch seltsam, da unsere Gesellschaft nun einmal auf Geld basiert. Ich bin gespannt, wie die nächste Gesellschaftsform aussehen wird – denn ewig wird das nicht in der Form weiter gehen. Stichwort EU.

    Die Gesundheit ist was kostbares und man sollte jede Sekunde, Minute, Stunde und jeden Tag an dem man gesund ist genießen und dafür dankbar sein. Danke für Deine Antwort, Bernd!

  21. Hallo Marcus,
    ich war lange nicht hier…
    Das Thema Gesundheit ist ja nun wirklich komplex.
    Ich habe in der Vergangenheit versucht, recht gesund zu leben und musste vor fast einem Jahr am Herzen operiert werden.
    Momentan höre ich sehr oft, dass es mir wohl durchs täglich Laufen so gut geht.
    Kurz nach der Op. behaupteten einige Menschen, dass meine Herzop. durchs Laufen nötig geworden wäre, was geradezu schwachsinnig ist!*ggg*
    Jetzt fühle ich mich total gesund und bin sehr, sehr dankbar darüber.
    Das habe ich vorher einfach für selbstverständlich gehalten.
    Dir wünsche ich Gesundheit. 😉
    Liebe Grüße
    Erika

  22. Ja, Erika, gesund leben, ist wichtig – schützt aber auch nicht. Freilich ist dies sinnvoller, aber Garantien existieren einfach nicht. Ich hoffe, Du hast die OP mittlerweile überwunden!

    Täglichlaufen kann ein Gesundbrunnen sein, wenn man es in einer für sich angemessenen Intensität praktiziert. Ich möchte es nicht missen!

    Genieße es, solange Du kannst! 🙂

  23. Lieber Marcus
    Da hast Du wieder ein sehr komplexes Thema aufgegriffen und alles sehr trefend geschrieben, da kann ich immer wieder nur nicken.
    Der Gesundheit die gebürende Achtung zu geben, würde bedingen, sich viel mehr bewegen und öffters mal ein Nahrungsmittel mit einem Lebensmittel zu ersetzen, mehr Gemüse und Früchte wenn möglich ca 50% davon roh. Das wichtigste dürfte aber die Bewegung sein, täglich laufen ist ein gutes Rezept.
    LG zentao

  24. Vielen Dank für Deine Antwort, lieber Zentao! Sehr treffend formuliert, „Nahrungsmittel durch Lebensmittel ersetzen“. Dazu noch die entsprechende Bewegung und man wandelt auf einem Weg, der recht positiv ist. Täglichlaufen ist ein wunderbares Rezept – zumindest auf meine Person bezogen – aber selbst tägliche Spaziergänge (jedwede Bewegung) bilden ein probates Mittel.

  25. Lieber Marcus,
    vielen Dank für den nachdenklich machenden Artikel. Über dieses Thema habe ich schon oft und lange nachgedacht. Vielleicht habe ich dazu eine etwas extreme Meinung. Ich versuche, mir soweit es geht, meine kleine Insel zu schaffen. Ich verbinde Gesundheit hauptsächlich mit Ernährung und Bewegung. Essen kann krank machen und fehlende Bewegung sowieso. Deshalb versuche ich mich soweit als möglich natürlich zu ernähren – und zwar so, wie die Natur das Nahrungsmittel hervorbringt. Ich weiß, daß auch meine frisch geernteten Kräuter dem sauren Regen ausgesetzt sind – aber wenigstens sind sie nicht zusätzlich gedüngt.
    Wenn ich Appetit auf einen Sojajoghurt habe, dan kaufe ich Bio Qualität und mixe mir selbst frische Früchte unter. So nehme ich wenigstens keine Farb- und Konservierungsstoffe zu mir. Ich kaufe Bioqualität – auch wenn ich Ramona zustimme, daß wir vorn und hinten beschissen werden. Vielleicht tue ich es für mein gutes Gewissen, was ich wiederum ebenfalls als wichtige Voraussetzung für Gesundheit sehe. Krankheiten lasse ich mein Immunsystem selbst regeln – ohne zusätzliche Chemie. Ärzte lasse ich nur ungern bis gar nicht mehr an mich heran. Die meisten von denen greifen auch gleich zur chemischen Keule. Zeug – was mich vielleicht später wirklich krank macht und mich somit zwingt, auch weiterhin für den Lebensunterhalt meines Arztes zu sorgen.
    Durch mein tägliches Laufen schaffe ich es, meinen berufsbedingten „Stress“ abzubauen und Wohlbefinden zu erlangen.
    Und: Ich denke immer positiv. In punkto Krankheiten war schon immer meine Devise: Es wird doch nicht gerade mich treffen.
    Und falls doch? Dann habe ich wenigstens bis zu diesem Zeitpunkt sorgenfrei und fröhlich gelebt.
    Aber wer weiß – vielleicht bewahrt mich gerade die Fröhlichkeit und seelische Ausgeglichenheit vor Krankheiten? Vermutlich wird mich kein Psychater je vor sich auf seiner Couch Platz nehmen lassen … 😀

    Ich wünsche dir eine gesunde Woche!
    Viele liebe Grüße
    Petra

  26. Nach meiner Betrachtung eine sehr gesunde Meinung, die mit meiner Einstellung ziemlich konvergiert, liebe Petra. Bis auf das leidige Thema Ernährung; ich gestehe, da mache ich mir das ziemlich einfach und esse nur das, was mir schmeckt. Freilich in einem relativ „normalen“ Rahmen. Dennoch, nicht sehr sinnvoll. Und Bewegung ist per se richtig, diesbezüglich falle ich zwar aus dem oben angesprochenen Rahmen, aber nicht unbedingt in negativer Form. 😉

    Auch bezüglich Krankheiten stimme ich Dir uneingeschränkt zu. Allerdings ist das auch relativ, denn irgendwann wird man vielleicht derart erwischt, daß man das nicht mehr zu Hause auskurieren kann und dann bedarf man entsprechend Hilfe, ärztliche Kompetenz wie Medizin.

    Positives Denken wirkt sich natürlich auf den gesamten Organismus aus und das schützt mit Sicherheit vor vielen unschönen Dingen, aber wie gesagt, es gibt keine Garantien im Leben. Für nichts.

    Alles in allem vertrittst Du eine entspannte Einstellung, die man sich zueigen machen sollte. Bleibe auf diesem Wege der Weisheit; an dieser Stelle wünsche ich uns allen einmal mehr Gesundheit!

  27. […] durfte. Der vorletzte Monat des Jahres verlief entspannt und ohne große Ereignisse. Wenn meine Gesundheit derzeit auch auf der Höhe zu sein scheint, gab ich mich dennoch einer adäquaten Wertschätzung […]

  28. […] Mitgefühl die Bahn brach und freilich die nicht neue Erkenntnis, wie fragil doch das Leben, die Gesundheit ist. Explizit auch in dem Kontext, daß ich seit über zehn Jahren täglich laufen darf. Doch wie […]

  29. […] – im besonderen Maße im Kontext der Gesundheit, jenem fragilen Konstrukt der Unwägbarkeit. Gesundheit. Schätzen wir sie, ehren wir sie, achten wir sie – so wir denn können; denn wir haben nur die […]

  30. […] Lächelnd gestehe ich es ein, die vergangenen Jahre im Zeichen des gelebten Täglichlaufens standen unter einem sehr zufriedenen Stern, getragen von Gesundheit, Stärke, Frieden und ungekannter Kraft. Die absolvierten 5109 Jahreskilometer des Jahres 2012 darf man gerne als Symbol der genußvollen Zufriedenheit interpretieren und damit komme ich zu der gewichtigen Schwäche in diesem meinem Täglichlaufen – der Routine. Man nimmt all das als Selbstverständlichkeit hin und ja, das ist es nicht – nicht im Ansatz. Der bewußten gesundheitlichen Demut zum Trotz, die ich wiederholt betont habe. Oder mit anderen Worten formuliert: […]

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