Täglichlaufen. Neun Jahre & Sechs Monate. Das Lied vom Täglichlaufen.

Der Wochenbeginn hüllte sich in finstere, schwarz gewobene Gewänder. Eine zutiefst dunkle Welt, die nicht enttäuscht, sondern Sehnsüchte erfüllt; dominiert von einem säuselnden Sturm und unaufhörlich peitschenden Regenfronten mit einem lieblichen Charme, der seinesgleichen sucht und nur von wahrhaften Genußmenschen adäquat gewürdigt werden kann. Oder anders gesagt – es war ein Gefühl, als ob sich diverse Energieteilchen des Lebens, unbedeutende Partikel nur – in mir sammelten und eine Art Strom bildeten, ihre Kraft jählings an mich transmittierten, die sich mit meinem Geist, meinem Inneren verbanden und Verborgenes mobilisierten, elektrisierten. Scheinbar an der elementaren Substanz des Lebens selbst partizipieren. Ein Gefühl, was sich nicht beschreiben läßt.

Sinnlicher konnten die letzten Meter respektive Tage zu meinem Halbjahresjubiläum nicht beginnen. Dankbar und zufrieden goutierte ich den Reigen der allumfassenden elementar triefenden Teilchen des Lebens, welcher mich mit gefühlvoller Macht entführte – wie die leisen Wellen, die behutsam das Seeufer streicheln. Das im letzten Beitrag angesprochene Tief wurde auf Grund der nassen Einladungen lückenlos neutralisiert. Geliebte Natur! Es ist ein aufrichtiges Geschenk in der wunderbaren Natur jeden Tag laufen zu dürfen. Jeder Lauf ist neu, anders und verschieden – die empfindliche Wahrnehmung obsiegt indes nur für den sensiblen Beobachter. Und heute ist es nun soweit, erneut ist ein halbes Jahr vergangen – aufgesogen von der nicht minder berauschenden Kraft des flüchtigen Nichts, absorbiert für alle Zeiten – umso bedeutender der vorhin absolvierte Lauf von 14 Kilometern mit Reh- und Fuchskontakt im Sonnenschein, bei insgesamt 3540 Jahreskilometern, der mit seinem grandiosen Finale einen stolzen Höhepunkt für mich bildet: Neun Jahre und Sechs Monate Täglichlaufen. In Serie. Ohne Ruhetage. Ausnahmslos. Über alle Widerstände hinweg. Wohlan, heute wird gefeiert!

In diversen Berichten und im besonderen Maße zu meinen Jubiläen formulierte ich wiederholt zahlreiche Worte, die doch absolut entbehrlich waren und sind. Auch jetzt sollte ich es dabei bewenden lassen und ruhig schweigen, allein, wer versteht mich nur im Ansatz? Wahres Nachvollziehen setzt die gleichen Erfahrungen, Erlebnisse und ähnliches Empfinden voraus. Aus diesem Kontext heraus ist mein Jubiläumsartikel in erster Linie für mich bestimmt, an meine Person adressiert; so wie diese Seite des „Gelebten Täglichlaufens“ an sich. Hier sei angemerkt, daß ich meine Gedanken aus der täglich laufenden Anfangszeit leider nicht in dem Rahmen für mich festhielt, wie es hätte sein können. Ungenutzte Chancen, die ich beklage. Meinen Kritikern und Neidern – die soll es auch geben – sei gesagt, daß mich ihre törichten Stimmen nicht interessieren. Wahre Kritik kann nur von den Personen erfolgen, die ebenfalls über neun Jahre Täglichlaufen in einer vergleichbaren Intensität absolvierten und somit auf einer parallelen Ebene stehen. Vorurteile und Vermutungen von Unwissenden negiere ich.

Mit jedem weiteren Tag, der vergeht und somit das hintergründig glimmende Licht der Zehn am weiten Horizont gemächlich heller leuchtet, so erscheint mir mein Täglichlaufen surrealer. Freilich, meine Leistung läßt mich stolz lächeln, zeigt sie mir doch, was ein Antisportler leisten kann, wenn er nur will – aus welchen ursprünglichen Gründen auch immer. Ja, geboren aus Trotz und Sturheit als Revanche an meinen unzulänglichen Körper, aber in Wahrheit habe ich wahrscheinlich schon damals – 2001 und weit vorher – die Erkenntnis gewonnen, was es bedeutet täglich zu laufen. Was es für ein Genuß ist, Täglichlaufen praktizieren zu dürfen. Als eine Quelle der Glückseligkeit für Körper und Geist; als Quelle meiner selbst. Unbewußt habe ich die Erkenntnis gewonnen, daß mein schwacher Körper der täglichen Bewegung bedarf, um stärker zu werden und in der Majorität Gesundheit, Zufriedenheit, Kraft und Wohlbefinden zu generieren und entsprechend wertzuschätzen. Täglichlaufen ist wie Atmen, pure Natürlichkeit. Doch setzt dieses Wissen eine langjährige Entwicklung als Selbstverständlichkeit voraus.

Die von mir empfundene Surrealität liegt kausal in meiner Zeit als unfähiger Sportler begründet. Der einstige Sportversager aus der Schulzeit läuft „mal eben“ – die Herausforderungen übergehe ich an dieser Stelle – „Neun Jahre und Sechs Monate“ täglich; einfach so und ohne ein Ziel vor Augen. Ohne ein Ziel. Für Nichts. Ohne jedwedes Streben. Welch ein Wandel! Hätte ich doch damals nur ein Quentchen dieser Energie und Kraft gehabt, so hätte mir der Sportunterricht vielleicht einmal Freude bereitet. Und ich wäre einmal weniger von den gewaltigen sportlichen Helden aus meiner Schulklasse ausgelacht worden. Wer würde heute lachen? Sie? Oder ich? Ja, die Helden von früher. Heute sind viele von ihnen dick, labil und untrainiert; bar jeder Disziplin wie Selbstdisziplin. Eine Sportstunde mit jenen, die sich damals amüsierten – wäre aus meinem heutigen Betrachtungswinkel sehr, sehr reizvoll. Mich deucht, das Amüsement wäre auf meiner Seite. Zeiten ändern sich, Menschen auch. Manchmal.

Neuneinhalb Jahre Täglichlaufen in Serie. Bei Hitze und bei Kälte, bei Wind und im Schneesturm, bei Sonne und Regen, bei Glatteis und Gewitter. Überwundene Zusammenbrüche, Angriffe, Läufe mit vor Müdigkeit geschlossenen Augen, Hundekonflikte- und Angriffe, Kälteexperimente im Verhältnis der Abhärtung mit einhergehenden Lektionen, Läufe zu allen erdenklichen Tages- und Nachtzeiten, Bedrohungen, Provokationen, Stürze, Wildschweinkontakte, gesundheitliche Probleme und Beschwerden, aber auch lustige Erlebnisse, witzige Kommentare und Ansichten, pure Freude, Heiterkeit, kuriose Begebenheiten – beispielsweise mein Salamilauf – ja, das Leben bot mir in den Jahren ein wechselhaftes Potpourri feil – von Höhen und Tiefen getragen, wie es nur das Dasein höchstselbst in seiner ernsten und doch unvergleichlich heiteren Art in meinen täglichen Lebenslauf schreiben konnte. Und blicke ich zurück in den Aufzeichnungen meiner „Fitneßdatei“, Jahr um Jahr, so offenbart sich der nächste unwirkliche Punkt in meiner Konzeption, die sie mir latent wie im Traum erscheinen läßt. Die Zeit. Immer wieder die Zeit.

In unserer Gesellschaft rast selbige von der Zukunft, die nicht existiert in eine Vergangenheit, die nicht mehr lebt und reißt uns alle mit einer Geschwindigkeit mit, die erschreckend ist. Zusätzlich dokumentiere ich dies noch täglich; weiterhin fatal die Tatsache, daß meine Wahrnehmung sich diesbezüglich eklatant sensibilisiert hat – durch das Täglichlaufen fühle ich die Zerbrechlichkeit des Lebens viel intensiver, was mir nicht zuletzt an meiner eigenen Person wiederholt rigoros demonstriert wurde. Liebgewonnene Menschen, die mich anfangs täglich als Beobachter begleiteten – über Jahre hinweg – sind nicht mehr existent – sie sind zu blassen Erinnerungen geworden, leben nicht mehr. Sie haben ihren Odem der Einzigartigkeit ausgehaucht. Sie verschwanden auf ewig, neue Begleiter erschienen aus dem Dunkel und nahmen ihre Stelle ein. Doch was hilft das überflüssige Sinnieren über diese unabänderliche Thematik, sie IST und das Leben hat Recht. Dereinst werden wir selbst ausgetauscht von dieser unerhörten Theaterbühne des Daseins. Früher oder später. Viele meiner Läufe sind diesen melancholischen Gedanken geschuldet. Wir sollten überlegen, was wirklich wichtig ist und uns auf den Moment konzentrieren.

Ohne meine Aufzeichnungen kämen mir die vergangenen Jahre Täglichlaufen wohl noch irrealer vor. Erlebnisse, so frisch im Gedächtnis verankert als ob ich sie eben erst erlebt hätte, ja, dieser und jener Lauf war doch erst vor kurzem? – und dennoch ist er viele Monate her oder es sind gar Jahre vergangen. Vor ein paar Tagen führte ich ein Gespräch im Hinblick auf das fragile Konstrukt der Gesundheit, natürlich primär im Rahmen des Täglichlaufens. Mein Fazit diesbezüglich ist einleuchtend. Wenn ich die temporäre Phase als unregelmäßiger Läufer – ich wußte es damals nicht besser – mit der baldigen Dekade als Täglichläufer in Serie vergleiche, so erstaunt mich nach wie vor die Reduktion der Verletzungen oder sonstigen gesundheitlichen Widrigkeiten, was mich nur in meinem Denken bestätigt, explizit im Zusammenhang der gelebten Ausgewogenheit als essentielles Fundament der Permanenz. Gleichwohl ist mir bewußt, daß der menschliche Organismus nun einmal für die Bewegung konstruiert ist; wenn er nicht gefordert wird und ungesunde Lebensmittel en masse konsumiert werden, so darf sich niemand ernstlich wundern, wenn er krank wird oder sich der Körper mit unangenehmen Ausmaßen wehrt. Wobei ich Täglichlaufen nie empfehlen würde, denn das ist nur mein unbedeutender Weg. Allgemeingültig rate ich nur zu Bewegung, welcher Art auch immer.

Ja, Täglichlaufen ist mein Weg. Er ist zu meinem Pfad geworden. Diesen Weg habe ich nie gesucht und doch gefunden. Im Nichtwollen liegt auch meine Konsequenz verborgen. Nachahmen ist irrelevant und bildet keine Option. Es ist auch absurd wie töricht, sich vorzunehmen jeden Tag zu laufen. Ein Täglichläufer zu werden. Lächerlich. Nun, gewisse Komponenten meiner Existenz, Ereignisse, Erfahrungen, Bedingungen oder aber auch nur der Zufall des grotesken Lebens hat mich dazu verführt, diesen herausfordernden Weg zu beschreiten – und es hat mich mit dem hierfür angemessenen Willen ausgestattet, um selbigen relativ entspannt zu absolvieren – mit aller Beharrlichkeit – wenngleich das eine Frage der subjektiven Betrachtung ist. Und was mir hierfür fehlte, dies habe ich anhand zahlloser Lektionen lernen dürfen. Für mich selbst ist meine Philosophie des Täglichlaufens an manchen Tagen unglaublich wie gleichsam absolut natürlich und zu anderen Zeiten frage ich mich, wieso ich das eigentlich praktiziere. Zweifel sind für den Fortbestand essentiell. Doch mehrheitlich genieße ich es lächelnd, denn es ist zu einer Art Lebenseinstellung geworden. Zu einer Art wohlgemerkt. Ich hoffe inständig, daß es nie zu einer wirklichen Lebenseinstellung werden wird; und wenn doch, daß mir dann die Kraft innewohnt mein Täglichlaufen zu beenden. Es ist für mich bedeutend, ich liebe es von Herzen und bin eminent stolz auf mich, diese natürliche Ebene erreicht zu haben, aber ich kann und will mich nicht darin verlieren. Zwang und Unzufriedenheit wären die Folge, die es später per se konterkarieren würde.

Ich bin geneigt anzunehmen, daß ich das nächste halbe Jahr ähnlich entspannt absolvieren werde, im ruhigen Einklang mit mir selbst – meiner Art entsprechend – nur von der Einsamkeit mit Hingabe und Liebe beherrscht, gleichwohl mit Entschlossenheit, wie es für mich den vollkommenen Sinn ergibt. Freilich, die Zukunft ist noch nicht geboren und nichts ist jemals einfach – morgen oder in der nächsten Sekunde kann alles vorbei sein – demungeachtet vertraue ich auf mein Glück und hoffe, auch Zehn Jahre Täglichlaufen vollenden zu dürfen. Glück und Harmonie, Zufriedenheit und Frieden, mentale wie körperliche Herausforderungen und Widrigkeiten – all das macht mein Täglichlaufen aus und am Ende kommt es nur auf einen kleinen Sieg an, der Sieg über mich selbst. Nur das Meistern all der gebotenen Schwierigkeiten definiert für mich den besonderen Wert meines Agierens. Und bei all den erlittenen Tiefschlägen, die partiell sehr schmerzhaft waren, würde ich nicht anders handeln wollen. Ich würde es exakt wieder so machen; denn dadurch wurde ich das, was ich heute bin.

Die Ausübung meines Stils ist äquivalent der bunt schillernden Libellen, wie auf dem nachfolgenden Photo. Eine temporäre Verbindung oder Vereinigung, die dereinst gelöst werden wird – aber bis zu jenem Zeitpunkt für Liebe und Genuß steht. Mehrfach sprach ich davon, daß ich die aktuell erreichte Stufe im Täglichlaufen nie wieder in meinem Leben erreichen werde und entsprechend meine Philosophie fortsetzen werde, soll heißen, ich bemühe mich zutiefst. Diese nicht unerhebliche Facette in meiner Konzeption hat durchaus an Nachdrücklichkeit gewonnen. Ich wäre ein Tor anzunehmen, das mir dies noch einmal gelingen würde. Es wäre illusorisch zu denken, daß ich nach einer etwaigen Unterbrechung erneut mehrere Jahre Täglichlaufen absolvieren könnte, was ich vermutlich auch gar nicht wollen würde. Nein, diese Leistung ist für mich einzigartig und wird mir nur einmal gelingen. Diese Einsicht suggeriert meinem Willen eine gewisse Priorität, die in besonderen Situationen zum Tragen kommt und kommen wird. Allerdings sind mir derlei Gedanken an den zukünftigen Abschluß meines Stils heute fern, ich weise sie von mir.

– Am 29.08. bot mir die nasse Witterungsbühne der zauberhaften Omnipotenz einen Regenlauf par excellence an; ich nahm die Einladung mit Vehemenz an und als ich die Straße betrat, beobachtete mich eine Nachbarin und sagte zu mir: „Bleibe lieber zu Hause, Marcus, bei DEM Regen!“ – meine lächelnde Erwiderung kann ich hier getrost außer Acht lassen. Die dahinter stehende Symbolik meiner Intention läßt sich nicht verheimlichen; dort das erstaunende Unverständnis, hier der pure Genuß des gehaltvollen Momentes, der sich nur den Wissenden offenbart. Man kann es nicht verstehen, nur leben. Darüber zu dozieren, ist gleichsam müßig wie sinnlos. So singe ich das Lied vom Täglichlaufen weiter. Tag für Tag. Solange ich darf. Und schließe explizit mit den gleichen Worten wie vor zwei Jahren: Früher oder später wird diese Serie, die aus dem Nichts kam, für Nichts besteht und im Nichts enden wird – einen Schlußpunkt finden. Bis dieser Zeitpunkt erreicht ist, genieße ich es. Ich bin ein Täglichläufer. Das macht mich zu einem zufriedenen Menschen. Ich empfehle jedem Menschen, sich täglich zu bewegen, egal wie. Ich empfehle niemanden täglich zu laufen. Doch ICH LEBE es. – – – Cui dislet meminit.

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34 Antworten to “Täglichlaufen. Neun Jahre & Sechs Monate. Das Lied vom Täglichlaufen.”

  1. Neun Jahre und sechs Monate Täglichlaufen, ist eine wirklich einzigartige Leistung – ich kann da wirklich nur zu gratulieren. Das ganze dann noch verbunden mit dem Talent derart wertvolle Beiträge im Blog darüber zu schreiben wie beispielsweise diesen, das ist wirklich einzigartig.
    Die sechs Monate bis die 10 Jahre tägliches Laufen geschafft sind, die werden wie im Fluge vergehen, denn was sind schon sechs Monate.

    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag. 🙂

  2. Danke Bernd! Da hast Du Recht, wenn ich rückblickend betrachte, wie schnell die letzten sechs Monate vergangen sind, so wird das auch mit dem kommenden halben Jahr sein. Irgendwie erschreckend.

    Umso wichtiger jeden Tag, jeden Lauf, jeden Moment besonders zu genießen. In diesem Sinne, genießen wir das Wochenende! 🙂

    Heute wird gefeiert. (Das habe ich mir auch verdient) 😀

  3. Running Otto Says:

    Sprachlos!

  4. Running Otto Says:

    Hey Marcus, congratulation zu deinem unglaublichen Streakerjubi! Wie du schon sagst, für mich ist das irre und unfassbar. Ich kann dein Weg nicht überblicken. Daher gratuliere ich dir nur von Herzen. Die Zielgerade zum 10. packst du auch noch. Kleinigkeit für dich.

    Dann noch dein Megabericht dazu! Hier schrieb mal einer was von einem Buch. Mach das, das wäre der Renner. ^^

    Feier dein Jubi schön, als Streakmeister hast du dir das echt verdient!

    Keep on STREAKrunning

    MfG

  5. Vielen Dank, Otto. Auch für mich ist es ein wenig unglaublich, aber so ist das Leben – und es hat Recht. Eine Kleinigkeit ist das kommende halbe Jahr nach meiner Definition nicht, im Gegenteil. Ich lasse mich überraschen, was bleibt mir auch anderes übrig?

    Die Feier wird angemessen, ja. 🙂

  6. Lieber Marcus,
    es war grandios diesen Bericht zu lesen. Ich gratuliere Dir für diese Leistung. Da gehört wirklich eine große Portion Selbstdisziplin dazu!!!

    Genieße es weiterhin und viel Spass und schöne Eindrücke beim Laufen.
    BLEIB GESUND!!!!!

    Viele Grüße Melanie

  7. Vielen Dank, liebe Melanie. Die Selbstdisziplin kam, als sie nötig war – und ging, als sie überflüssig wurde. 🙂

    Mögen sich Deine Worte erfüllen, gerade im Hinblick auf die Gesundheit. Letztendlich zählt nur die Gesundheit.

  8. „Glück und Harmonie, Zufriedenheit und Frieden, mentale wie körperliche Herausforderungen und Widrigkeiten – all das macht mein Täglichlaufen aus und am Ende kommt es nur auf einen kleinen Sieg an, der Sieg über mich selbst.“

    Das hast du aber schön und treffend formuliert! Das ist genau das, was das Täglich Laufen ausmacht. Genieße es auch weiterhin – jeden Tag! Das nächste halbe Jahr wird ebenfalls wie im Flug vergehen. Ich wünsche dir alles Gute für jeden einzelnen Tag!

    Viele liebe Grüße
    Petra

  9. Etwas anderes ist gar nicht möglich, nur der Genuß ist wichtig. Wenn mir das freilich auch nicht immer gelingt. Aber doch in der Mehrheit. 🙂

  10. Ein großer Bericht zu einem großartigen Ereignis zu 9 1/2 Jahre Täglichlaufen ohne einen Tag Pause. Täglichlaufen ist jeden Tag anders, wie wahr und ist doch für jeden einzelnen, der es praktiziert einzigartig. Jeder geht seinen eigenen Weg, macht sein ganz persönliches Ding. Deins macht Dich stark, vom Antisportler zum scheinbar unendlichen Täglichläufer. Ja, die Helden, die Sportkanonen von gestern, wo sind sie heute hin? Ist aber nicht das Entscheidende, oder? Wichtig ist, wie Du Dich fühlst und was Dir das, was Du tust, bringt.
    Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft und Muße bei Deinen täglichen Läufen!
    Paß gut auf Dich auf dabei!

    Liebe Grüße
    Kornelia

  11. Es ist schon erstaunlich, wozu man vom Leben so bestimmt wird. Doch es hat Recht und ich möchte es nicht mehr missen. Die Helden von einst sind verschwunden; entscheidend ist das nicht, nur der verborgene Wunsch mit dem heutigen Körper in einer damaligen Sportstunde zu wirken. 😉

    In einer Stunde singe ich das Lied weiter, vom Täglichlaufen.

  12. Eine tolle Leistung. Neuneinhalb Jahre jeden Tag, was für eine Konsequenz, welch ein Wille , welche grandiosen innere Einstellung. Einfach nur toll. Ich verneige mich mit aufrichtigem Respekt. Glückwunsch auch zu dieser Gesundheit, die es ermöglicht. Ja, Glück ist es auch. Wer mag da was zu kritisieren finden??? Ich kann das nicht verstehen. Jeder mag seinen eigenen Weg finden. Bei dir bewahrt sich das Motto: Sammle stets ein wenig, einmal ist es viel. Oder noch etwas treffender: Selbst ein Weg von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt.

    Jeden Tag? Dann sind die 10 Jahre unausweichlich. Viel Glück.

  13. Vielen Dank für Deine Worte und herzlich willkommen hier, Dietmar! Meine Gesundheit war schon immer recht gut, allerdings geriet sie dann und wann durchaus mal aus dem Takt, aber so ist das Leben. Und Täglichlaufen wirkt sich zum Glück auch sehr positiv aus, sofern man es nicht übertreibt.

    Kritiker habe ich einige, aber auch das ist normal. Wenn man irgendetwas praktiziert, was nicht der allgemeingültigen „Norm“ entspricht, entstehen scheinbare „Angriffspunkte“.

    Sammle stets ein wenig, einmal ist es viel. Oder noch etwas treffender: Selbst ein Weg von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt.

    Wie wahr. Jeden Tag ein kleines, unbedeutendes Teilchen oder Schritt, welches im Ganzen vielleicht doch etwas ganz anderes ergibt – für mich auf jeden Fall! 🙂

  14. Lieber Marcus,

    auch mir fehlen ob deiner sehr bewegenden Zeilen die Worte! Das Geschriebene ist so faszinierend, so ergreifend, so wunderbar, aber auch so unbegreiflich, so unerreichbar, ja unbegreifbar, das, wie du es ja selbst schon schreibst, nur diejenigen, die ebenfalls über eine solch unfassbar lange Zeit täglich die Schuhe schnüren, das begreifen können, was du hier versuchst zu verdeutlichen. Nicht das wir uns falsch verstehen, ich bilde mir schon ein auf einer ähnlichen Ebene zu sein wie du, dich sehr oft sogar zu verstehen, aber doch bin ich nicht in der Lage, in deinen Sphären zu erleben, zu denken, mich zu bewegen.

    Marcus, ich freue mich sehr auf Berlin, und besonders darauf, diesen außergewöhnlichen Menschen endlich persönlich kennenzulernen.

    Und glaube mir, der dortige Marathon ist nur noch ein Nebenschauspiel, mehr nicht.

    Ein gerührter,
    Steffen

  15. An manchen Tagen ist es selbst für mich unbegreiflich, doch ist das natürlich. Umso größer die Freude über das Erreichte. Heute werde ich sicherlich im frischen Sonnenschein eine kleine Pause am Seeufer einlegen und die Wellen betrachten, dabei die vergangenen Jahre Revue passieren lassen – gestern fehlte mir die Zeit.

    Ja, wir sind beide auf ähnlichen Ebenen, die auf dem gleichen Fundament basieren, aber doch nicht zu vergleichen sind; wobei Du schneller auf meine wechseln könntest – als ich auf Deine.

    Wegen Berlin werden wir uns noch näher unterhalten, aber nicht hier. 🙂

  16. Mein lieber Marcus!

    Spät, aber doch kommt nun meine Antwort. Obwohl ich dein Täglichlaufen ja fast vom Anfang an mitverfolge, kann ich es kaum fassen, dass nun schon soviel Zeit vergangen ist. Damals hab ich es nicht verstanden (du vielleicht auch nicht) was du da so treibst. Oftmals war ich sauer und gereizt, wenn du unvernünftig warst. Ok, über deine Unvernunft bin ich heute noch oft entsetzt, sehe es jedoch mit ganz anderen Augen. Und ein wenig hat du dich auch gebessert. Trotzdem mache ich mir öfter Sorgen. Speziell im Winter.

    Ich bin richtig stolz auf dich, stolz auf einen Antisportler, der so großartiges leistet. Auch wenn du nur für dich alleine läufst, find ich es schön, dass du deine Erlebniss, ob positiv oder negativ, mit uns teilst. Wenngleich es wirklich kaum jemand nachvollziehen kann.

    Solle es jemals dein Lebensinhalt werden, so kriegst du es garantiert mit mir zu tun, denn dann wäre DER zufriedene Marcus nicht mehr so zufrieden. Denn er wäre ein verbissener Mensch geworden. Das wäre sehr sehr unschön.

    Oben schriebst du von Selbstdisziplin… ich wage zu behaupten, dass die bei dir nicht verschwunden ist, denn sonst wäre es nicht möglich, immer einen Weg zu finden dein Laufen unterzubringen (der ja nicht aus 2 km besteht). Und da spielt nicht nur Zeit eine wichtige Rolle, sondern auch der Wille.

    Spotzl, ich wünsche mir vom Herzen, dass du dein Ziel erreichst und ich glaube auch daran.

    Hab dich lieb!

    Ps: an meinen etwaigen Tippfehlern ist mein Schlepptop schuld, ich kann noch nicht wirklich damit umgehen. Uaah – ich will mein PC wieder 😦

  17. Vielen Dank, meine liebe Brigitte! Ja, der Zeitfaktor ist wirklich unglaublich. So vergeht die Zeit, Tag um Tag und Lauf um Lauf. Irgendwo auf meiner Seite habe ich gesagt: „Denke nicht über das Täglichlaufen nach, lebe es, denn verstehen wirst Du es nie.“ Und so ähnlich ist es auch.

    Was heißt Unvernunft? Das ist partiell eine Art Grundvoraussetzung; denn wäre ich immer vernünftig gewesen, so hätte ich keine zwei oder drei Jahre absolvieren können. Letztendlich ist es in heiklen Situationen eine Gratwanderung.

    Wie ich im Text schon schrieb, ich wünschte mir, ich hätte zu meiner Anfangszeit meine Gedanken festgehalten – aus heutiger Sicht wäre das sehr interessant, anstatt nur der schnöden Daten.

    Ja, Verbissenheit verträgt sich nicht mit Täglichlaufen. Zumindest auf meine Person bezogen. Ich kann mir das nicht vorstellen; dann wäre der Spaß bald vorbei.

    Der Willen ist natürlich essentiell, ohne geht es nicht. Auch Selbstdisziplin ist nach wie vor wichtig, allerdings bedarf es derer nicht mehr. Aber wahrscheinlich ist das eine philosophische Betrachtung respektive eine Frage, wie man manche Worte definiert. Fakt ist, ich liebe es und werde es entsprechend täglich ausüben.

    Laß Dich für Deine positiven Worte umarmen! 🙂

  18. Wieder verspätet, dafür herzlichst meine Gratulation zu ihrem faszinierenden Halbjahrestag. Grossen Respekt vor ihrer Leistung! Meine Verehrung. Sie sind für mich das Vorbild im Streakrunnertum. Punkt.

    Ich lese auch künftig all ihre Artikel, wenn die Zeit zum Antworten auch knapp bemessen bleibt. Bleiben sie gesund und viele Jahre werden folgen.

    Mit herzlichem Gruss Richard

  19. Ich hatte die zurückliegende Woche das Glück einen besonderen Menschen kennenzulernen. Mein Yogalehrer hat mir eine wunderbare Woche mit viel Erfahrungen und Wegen gezeigt, die unser Leben noch lebenswerter machen.
    Aber der Konsens des Ganzen ist für mich die Schulung und Schärfung der Aufmerksamkeit für das Hier und Jetzt. Für die Dinge die wir in just diesem Augenblick tun. Wenn wir diesen Dingen unsere vollkommene Aufmerksamkeit schenken, werden wir viel mehr sehen und spüren, als das was wir bisher gewohnt sind.
    Und dazu bietet sich das Laufen in der Natur geradezu an!
    Lass es uns genießen, so lange wir es genießen können!

  20. Vielen Dank für Eure Antworten. Ich kann momentan nicht näher darauf eingehen, da ich ab sofort eine kleine Blogpause einlege.

  21. Ein liebes Hallo aus dem Krankenhaus schick ich dir. Schön langsam kommt wieder einiges zurück. Bitte mach dir nicht zuviel Sorgen, ich hoffe das wird bald wieder. Ich denke sehr viel an dich! Hab dich lieb!!!

  22. Man man, meine liebe Brigitte, Du machst Sachen! Sorgen mache ich mir, en masse! Aber das soll es hier an dieser Stelle gewesen sein.

    Ich habe Dich sehr lieb und umarme Dich! *knudddel*

  23. Running Otto Says:

    Die grosse JubiFeier überstanden? ^^

    @Brigitte, unbekannterweise wünsche ich dir gute Besserung!

    Keep on STREAKrunning

    MfG

  24. Freilich. Genau genommen, dauern die Feierlichkeiten 9,5 Wochen an. 😀 😉

  25. Running Otto Says:

    Gern geschehen!

    Beim nächsten Jubi wird dann 10 Wochen gefeiert? 😉

    MfG

  26. Das wäre zumindest angemessen. 😀 Aber im Ernst, bis dahin läuft noch viel Wasser aus den Bergen in die tiefen Täler…

  27. Peter Goldberger Says:

    Vielleicht habe ich es übersehen, aber hast du schon mal überlegt, was passieren würde wenn du einen Tag nicht mehr läufst? Würde es etwas zerstören? oder hast du Angst davor aufzuhören, weil etwas in dir ist, das der Auslöser war zu einer solchen Leistung. Versteh das nicht falsch aber mich interessiert das schon sehr, warum jemand mit solcher Hingabe diese Dinge tut. Weißt du noch was die Tage vor dem Lauf vor 9,5 Jahren passiert ist?. Würde mich mal interessieren. Alles gute wünsche ich dir

  28. Natürlich weiß ich, was vorher passierte. Durch eine Verletzung konnte ich damals längere Zeit gar nicht laufen und die Sehnsucht wurde mit jedem Tag stärker (siehe: Mein Weg). Wenn ich einen Tag nicht laufe, verflüchtigt sich das (unbedeutende Nebenprodukt) „Konstrukt der Serie“, was früher oder später sowieso passieren wird. Das ist dann schade, aber ebenfalls absolut natürlich, denn nichts währt ewig. Aber „zerstören“ würde es nichts, da Täglichlaufen auch sehr viel mit dem Geist zu tun hat und ich liebe es zu sehr, als daß ich nur wegen der „Serie“ laufen würde. Im Gegenteil, ich könnte dann abschließend auf eine Leistung zurückblicken, die mich sehr stolz macht (bzw. jetzt schon macht).

    Solange ich also gesund bin und die Kraft dazu habe, praktiziere ich es weiter – denn ich liebe Täglichlaufen in der Natur. 🙂

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