Ein lebendiger Moment von Bedeutsamkeit

Über den scheinbaren Sinn des Lebens habe ich einst einen separaten Artikel veröffentlicht. Das Fazit nach Tolstoi ist evident und läßt keine anderen Schlüsse zu. Unser wichtiges menschliches Agieren auf diesem Planeten ist am Ende nur eine Beschäftigungstherapie. Politik, Wirtschaft etc. p. p. – nichts davon ist wirklich wichtig. Das System muß am Leben erhalten werden, weil unsere Spezies sonst keinen Sinn in ihrer Existenz erkennt. Wie dem auch sei, während meines Täglichlaufens erlebe ich eine andere Welt, eine konträre Welt voller Leben – in der alles bedeutend ist. Von der kleinen Blume am Rand des Weges, die den Windböen beharrlich trotzt und von niemanden beachtet wird. Bis hin zu unaufhörlichen Wellen, die an das Ufer geworfen werden und sich in der Zeit verflüchtigen; wie wir selbst. Heute wandeln wir auf Erden, beschäftigen uns mit Dingen, die es nicht wert sind und bereits morgen sind wir verschwunden. Was ist also wahrhaft wichtig? Familie? Oder Geld? Das Leben selbst?

Ist der Moment des Augenblicks nicht viel bedeutsamer? Die kleinen Details im Leben; ein Lächeln, der Sonnenuntergang oder die einsamen Regentropfen, die erst leise vom Himmel fallen, um anschließend die Luft würzend zu beleben? Vielleicht sollten wir – mehr – leben? Darüber kann man nachdenken.

Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte. Er hatte einige riesige Thunfische geladen. Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu seinem prächtigen Fang und fragte, wie lange er dazu gebraucht hätte.

Der Mexikaner antwortete: „Ein paar Stunden nur. Nicht lange.“ Daraufhin fragte der Banker, warum er denn nicht länger auf See geblieben sei, um noch mehr zu fangen. Der Mexikaner sagte, die Fische reichten ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen.

Der Banker wiederum fragte: „Aber was tun Sie denn mit dem Rest des Tages?“ Der mexikanische Fischer erklärte: „Ich schlafe morgens aus, gehe ein bißchen fischen; spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe ins Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden. Sie sehen, ich habe ein ausgefülltes Leben.“

Der Banker erklärte: „Ich bin ein Harvard-Absolvent und könnte ihnen ein bißchen helfen. Sie sollten mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Mit dem Erlös hiervon wiederum könnten sie mehrere Boote kaufen, bis Sie eine ganze Flotte haben. Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könnten Sie direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Sie könnten Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren. Sie könnten dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko City oder Los Angeles und vielleicht sogar New York City umziehen, von wo aus Sie dann ihr florierendes Unternehmen leiten.“

Der Mexikaner fragte: „Und wie lange wird dies alles dauern?“

Der Banker antwortete: „So etwa 15 bis 20 Jahre.“

Der Mexikaner fragte: „Und was dann?“

Der Banker lachte und sagte: „Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könnten sie mit ihrem Unternehmen an die Börse gehen; ihre Unternehmensteile verkaufen und sehr reich werden. Sie könnten Millionen verdienen.“

Der Mexikaner sagte: „Millionen. Und dann?“

Der Banker sagte: „Dann könnten Sie aufhören zu arbeiten. Sie könnten in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bißchen fischen gehen, mit ihren Kindern spielen, eine Siesta mit ihrer Frau machen, in das Dorf spazieren, am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit ihren Freunden Gitarre spielen.“

(nach Heinrich Böll: Anekdote von der Senkung der Arbeitsmoral)
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40 Antworten to “Ein lebendiger Moment von Bedeutsamkeit”

  1. Guten Morgen 🙂

    Eine schöne Anekdote. Nur leider lässt sich danach nicht leben. Heute ist man einfach nichts, wenn wir kein Geld haben.

    Dass unser letztes Hemd keine Taschen hat, hat mir das wahre Leben vor kurzem erst wieder gezeigt. Man macht und tut und erntet sein Leben lang und am Ende bleibt einem nichts. Und doch kann man ohne nicht überleben.

    Immer mehr Druck lastet auf uns, immer mehr müssen wir machen.

    Was einem wichtig ist, bestimmen wir schon lange nicht mehr selber… leider!

  2. Ja, ich weiß. Das ist eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Aber letztendlich ist trotz dieser Tatsache alles nur ein großes Spiel. Wir tun immer alle, ob das wichtig wäre, was wir machen – und ob wir es selbst auch wären. Dabei sind wir nichts, nur Staub im Wind.

    Und diese finanzielle Orientierung unserer Gesellschaft ist per se blanker Unsinn, aber zu dieser Erkenntnis gelangen wir noch. Spätestens dann, wenn die Natur derart zerstört ist, daß die Konsequenzen immer stärker auf uns zurück fallen.

    Immer mehr und mehr – ja! Und wer wundert sich, daß immer mehr krank werden?

  3. Da fällt mir jetzt irgendwie Matrix ein … vielleicht ist das ja genau so!

  4. Wer weiß – zumindest kann ich Dir das Gegenteil nicht beweisen.

  5. Kannst du nicht? Schade 😉

    Sicher ist jedoch, dass wir ohne Ende manipuliert werden.

  6. Sicher ist jedoch, dass wir ohne Ende manipuliert werden. Korrekt. Auch mit einem massenhaften Überangebot an Informationen.

  7. Running Otto Says:

    Hey Marcus, thx für die Inspiration. So sah ich die Arbeitswelt noch nicht. Geboren um Geld zu scheffeln, damit wir leben können. Jedoch leben wir wirklich? Du hast recht. Therapie ist gut. lol

    Mmmh das ist anregend. Passt so gar nicht zum Streaken, da das fast schon Philosophie ist. Naja, passt insgesamt super hier rein.

    Keep on running!

    MfG

  8. So ist unsere Gesellschaft. Im Prinzip nicht verkehrt, aber unsere manische Unterordnung an die Dämonen des Geldes ist bedenklich. Aber noch – NOCH – geht das Spiel in der Form weiter.

    Ach, Philosophie ist nun etwas übertrieben, wenngleich ich das Wort selbst oft nutze. 😉

  9. Über den Sinn des Lebens nachzudenken, was wir wollen und was wir tun, kann niemals Schaden. Die Anekdote gefällt mir gut.
    Ich habe vor ca. einem Jahr meine Arbeitszeit ein wenig runtergefahren, weil ich der Meinung bin, auch mit ein bißchen weniger Einkommen auskommen zu können. Ich möchte das heute nicht mehr umdrehen. Freie Zeit zu haben ist viel wichtiger als ein dickes Bankkonto. Würden alle Menschen so denken, gäbe es auch Arbeit für alle und vieles mehr. Aber unsere Welt ist eben tatsächlich anders.
    Liebe Grüße
    Kornelia

  10. Sofern man die Möglichkeit dazu hat und sie mehr oder weniger gut umsetzen kann – so ist dies eine weise Wahl. Viel Geld hilft selten; damit läßt sich weder wahre Zufriedenheit generieren noch Krankheiten heilen, als Beispiel. Unsere Welt ist schon seltsam, ich werde sie nie verstehen.

  11. *schmunzel*

    Irgendwie könnte man auf den Mexikaner glatt ein wenig neidisch sein.

  12. Vor oder nach der Gründung eines Großkonzerns? 😉

  13. ramonarun Says:

    Hallo Marcus, möchte mich auch mal wieder melden.
    Die Geschichte kenne ich. 🙂
    Brigitte hat recht, wir werden sehr manipuliert. Und ich erwische mich selbst immer wieder dabei, wie ich meinen Kindern sage, dass sie dies und jenes tun müssen, um …bla,bla,bla. Ich erschrecke dann jedesmal selbst, denn damit verhindert man schnell, dass sie andere eigene Wege gehen. Einer meiner Söhne hat versucht, seinen eigenen Weg zu gehen. Ist nach der Ausbildung einfach mal durch die Weltgeschichte getrampt -auf der Suche nach dem Sinn des Lebens-. Er kommt schon zurück. Ich hoffe, er hat mehr gute als schlechte Erfahrungen gesammelt. Aber er wird schon ein bißchen an seine Grenzen gekommen sein.

    Geld scheffeln ist nicht alles. Man kann und muss sich nicht alles kaufen. Aber: wir müssen von irgendetwas leben. Da muss dann jeder für sich das rechte Maß finden. Das ist in dieser Gesellschaft nicht leicht, wo einem so viel vorgegaukelt wird.
    Da ich keine feste Arbeit habe und nur verkürzt arbeite (gezwungener Maßen) ist es für mich schwierig Geld zu scheffeln. Irgendwie bin ich sogar froh darüber. Ich werde nicht reich, versuche aber mit dem Wenigen über die Runden zu kommen. Es geht. Und, ich versuche wie der Fischer, die restliche Zeit sinnvoll zu verbringen, entweder mit der Familie (wenn sie da ist) oder mit den Lieblingsbeschäftigungen.

    @Brigitte, Du klingst sehr enttäuscht und traurig. Manchmal bin ich das auch. Und manchmal ärgere ich mich auch sehr. Aber das macht es noch schlimmer. Also kann man nur versuchen, das Beste draus zu machen. (Ich fürchte, das hilft Dir auch nicht weiter.)

    LG, Ramona

    • Liebe Ramona! So ganz unrecht hast du nicht. Aber ich mache das Beste daraus. Unschöne Dinge passieren leider immer, davor können wir nicht flüchten.

      Liebe Grüße
      Brigitte

      • ramonarun Says:

        Das ist wahr. Manchmal möchte man flüchten, aber wohin? Das, wovor man flüchtet, nimmt man mit oder trifft es an anderer Stelle wieder.
        Alles Gute Dir, Brigitte!
        Ramona

  14. Ja, Ramona, es ist oft alles andere als leicht seinen Weg zu gehen, bzw. ihn erst einmal zu finden und dann auch bestimmt zu gehen. Und oft weiß man erst viel später, ob jener Pfad für sich selbst auch richtig war – oder eben nicht. Andererseits hat man aber auch gar keine Wahl, ungeachtet aller Warnungen oder Tips; am Ende muß ihn selbst gehen und dann ist es aber schön, wenn man Familie oder Freunde im Hintergrund hat, die einen vielleicht auffangen, wenn es zu hart wird. Für Deinen Sohn an dieser Stelle alles Gute; Deine Sorgen sind natürlich, aber ich bin überzeugt davon, daß er mit einem Lächeln zurückkehrt. 🙂

    In meinen Augen ist Geld das Unwichtigste überhaupt, ein törichtes Etwas, was sehr viel Leid erzeugt hat und auch immer wird. Aber, wer kann dem schon entkommen? Klar, die Geschichte ist weise – aber unsere gesamte Gesellschaft, in die wir hineingeboren sind, basiert auf jenem System; niemand kann wirklich flüchten. Doch das wahre Leben, wie Zufriedenheit und Gesundheit ist nicht käuflich. Jede Sekunde die endgültig verstreicht, ist wertvoller als jeder Eurobetrag.

    Und, ich versuche wie der Fischer, die restliche Zeit sinnvoll zu verbringen, entweder mit der Familie (wenn sie da ist) oder mit den Lieblingsbeschäftigungen. Das ist sehr schön, zeigt es doch, was wirklich bedeutend ist, möge es Dir weiterhin gelingen!

    • ramonarun Says:

      „Ja, Ramona, es ist oft alles andere als leicht seinen Weg zu gehen, bzw. ihn erst einmal zu finden und dann auch bestimmt zu gehen. Und oft weiß man erst viel später, ob jener Pfad für sich selbst auch richtig war – oder eben nicht. Andererseits hat man aber auch gar keine Wahl, ungeachtet aller Warnungen oder Tips; am Ende muß ihn selbst gehen und dann ist es aber schön, wenn man Familie oder Freunde im Hintergrund hat, die einen vielleicht auffangen, wenn es zu hart wird. Für Deinen Sohn an dieser Stelle alles Gute; Deine Sorgen sind natürlich, aber ich bin überzeugt davon, daß er mit einem Lächeln zurückkehrt.“
      Danke, Marcus. Ich hoffe, dass er mit einem Lächeln zurückkehrt, auch wenn er viel zu früh zurück kommt. Aus einem geplanten Jahr sind 4 Wochen geworden. Ein bißchen kurz, um den „Sinn des Lebens“ zu entdecken. Ich hoffe trotzdem, dass er noch Ideale hat, die er hochhält. Vielleicht werde ich mal berichten bzw. ihn berichten lassen. Auf jeden Fall hat er auch positive Erfahrungen gemacht. Er durfte die Hilfsbereitschaft vieler Leute kennenlernen.

      „In meinen Augen ist Geld das Unwichtigste überhaupt, ein törichtes Etwas, was sehr viel Leid erzeugt hat und auch immer wird.“
      Sehe ich genau so. Leider ist es sehr schwer, ohne dem zu leben. Ich kenne Leute, die sehr wenig Geld haben und glücklich sind. So zu leben ist sehr hart! Mehr möchte ich dazu eigentlich jetzt nicht schreiben.

      „aber unsere gesamte Gesellschaft, in die wir hineingeboren sind, basiert auf jenem System; niemand kann wirklich flüchten. Doch das wahre Leben, wie Zufriedenheit und Gesundheit ist nicht käuflich. Jede Sekunde die endgültig verstreicht, ist wertvoller als jeder Eurobetrag.“
      Du hast ja so recht!

      Wie ich schrieb: ich versuche, meine Zeit sinnvoll zu verbringen. Aber das gelingt mir nicht immer. Manchmal ist da auch Frust da (vor allem, wenn es um das Arbeitsverhältnis geht). Ich bin keine Heldin und hab schon viel falsch gemacht. Aber, es ist das Leben. Zufriedenheit und Gesundheit finden kann man wirklich nicht kaufen, das muss man sich erarbeiten, da muss man an sich selbst arbeiten. Das ist nicht leicht, weil man eben auch auf einiges verzichten muss. 🙂

      Marcus, ich bewundere immer wieder Deine Weisheit!

      • Kurz zu Deiner vorherigen Antwort, Thema Flucht. Egal, wohin man flüchtet – das Problem ist längst da, denn vor sich selbst kann man nicht flüchten.

        Der Sinn des Lebens, ja, das ist auch so eine Sache. Manche Menschen streben nach der Erkenntnis ein Leben lang, um ihren „Sinn des Lebens“ zu erkennen und doch gelingt ihnen das nie. Vielleicht weil sie ihn woanders als bei sich selbst suchen? Wer weiß. Und wiederum andere schaffen das nach einer Woche. So ist das Leben, alles ist möglich. Ideale? Ich kenne Deinen Sohn nicht, dennoch bin ich davon überzeugt. Denn derlei beginnt im mächtigen Feld der Erziehung, in der Familie. 🙂

        Ja, so geht es wohl uns allen. Jeder macht Fehler und das auch gut so. Eben weil man auf etwas verzichten muß und es sich hart erarbeitet, ist es doch umso wertvoller. Dann kann man stolz darauf sein. Das beste Beispiel ist Täglichlaufen. Wenn das immer ohne Probleme ablaufen würde, wie könnten wir das dann richtig schätzen oder gar stolz darauf sein? Erst der stete „Kampf“ verleiht dem Täglichlaufen seinen Wert. Und, gilt das nicht für das Leben selbst?

        Nochmals vielen Dank für Deine nachdenklichen Antworten, liebe Ramona! 🙂

        Marcus, ich bewundere immer wieder Deine Weisheit!

        Das wäre zu viel der Ehre, ich bin nicht im Ansatz weise – nur Staub im Wind…

  15. Lieber Marcus,
    diese Geschichte ist so genial, sie passt so dermaßen, sie ist so tiefgründig, so, ach, wo findest nur immer solch treffende Texte?
    Der Sinn des Lebens, oh Mann, also für meine Frau und mich steht auf alle Fälle fest, wir arbeiten um zu leben, und leben bestimmt nicht um zu arbeiten. Nicht weil wir faul wären, aber wozu? Uns geht es gut, wir sind zufrieden, gesund und glücklich. Wir haben ein Dach über dem Kopf, können essen und trinken und es bleibt noch genug für anderes – wozu also noch mehr?
    Ein Arbeitskollege von mir fragte mich mal, ob ich mich auch schon innerbetrieblich auf eine bestimmte Stelle beworben hätte. Als ich ihn fragte wozu sagte er: Du bekommst da zwei Gehaltsstufen mehr, ist das nichts? Hm, sagte ich, aber schau mal was das heißt, du wechselst ständig zwischen zwei Firmenstandorten, bist also die Hälfte der Woche nicht bei deiner Familie. Außerdem ist da Essig mit einigermaßen pünktlichem Feierabend, du bist da deutlich länger in der Firma. Und mal ehrlich, zwei Gehaltsstufen, erstmal dauert es eine ganze Zeit, bis du da hin kommst, und dann, was bleibt denn unter dem Strich übrig? 2, vielleicht 300 Euro netto? Lohnt sich das, ist Geld alles? Mir ist es mehr wert rechtzeitig nach Hause gehen zu können, meinen Schatz am Bahnhof abholen zu können, die Freizeit für anderes nutzen zu können und mein Leben genießen zu können. Freizeit und mehr Zeit mit meiner Frau ist mir da wichtiger als ein bisschen mehr Geld. Er aber winkte nur ab und meinte: Du musst ja wissen was du da tust.
    Heute fährt er alleine mit seinem Cabrio durch die Stadt (wenn er mal da ist), weil sich seine Frau von ihm hat schieden lassen, sie hatte sich zu einsam gefühlt.

    Liebe Grüße, und danke für diese grandiose Geschichte,
    Steffen

  16. „Wozu also noch mehr?“ – Genau, das ist es. Die meisten Menschen jagen dem „noch mehr“ hinterher, ohne nachzudenken und nur wenige werden irgendwann feststellen, daß sie nicht „noch mehr“ erreichen, sondern „viel weniger“.

    Wobei das auch nicht leicht ist, auf so ein verlockendes Angebot nicht einzugehen, gell? Schließlich sind wir doch alle durch die Gesellschaft geprägt.

    Mir ist es mehr wert rechtzeitig nach Hause gehen zu können, meinen Schatz am Bahnhof abholen zu können, die Freizeit für anderes nutzen zu können und mein Leben genießen zu können. Freizeit und mehr Zeit mit meiner Frau ist mir da wichtiger als ein bisschen mehr Geld.

    Da kann ich Dir nur zustimmen und wie sich gezeigt hat, wird Dein Kollege seine Entscheidung sicherlich bereuen, wenn er es auch wohl nicht zugeben würde. Aber das ist nur eine Vermutung.

    Was ist schon Geld gegen Minuten des Glücks? Der Freude? Und Der Zufriedenheit?

  17. Danke lieber Marcus für diesen wiederum schönen und nachdenklich machenden Artikel!

    Leider ist es so, daß der Spruch „Geld regiert die Welt“ nichts an seiner Aktualität eingebüßt hat. Nicht wir Menschen bestimmen über unser Leben, sondern daß Geld tut es.
    Teilweise liegt es zwar an jedem einzelnen, wie weit er dieses Diktat zuläßt bzw. auch nicht.
    Kornelia hat ein gutes Besipiel beschrieben. Se verzichtet auf ein Stück Wohlstand und hat ihre Arbeitszeit verkürzt – für mehr freie Zeit, Erholung, für mehr Genuß am Leben.

    Auf der anderen Seite gibt es aber Beispiele, wo man sich dem Diktat des Geldes nicht oder nur sehr schwer entziehen kann. Ich denke da immer an das Thema Klassenfahrt in der Schule – auf denen es immer weiter weg gehen muß – möglichst ins Ausland fliegen… Wie schwer haben es die Kinder der Eltern, die das nicht können! Sie werden ausgeschlossen – dabei wäre es doch ganz einfach, wenn man in der Heimat bleibt und gemeinsame Erlebnisse in den Vordergrund stellt und nicht weite Reisen.

    Ich habe schon so manches mal darüber nachgedacht, wie es wäre, allein in einer Hütte im Wald zu leben und sich selbst zu versorgen. Ich glaube wir Menschen sind dazu gar nicht mehr in der Lage, in der Natur ohne Geld zu leben. Aber die Natur ist es doch, die uns unser tägliches Überleben sichert – nur in der Natur wächst unsere Nahrung. Geld kann man nicht essen. Das sollte man sich immer mal wieder bewußt machen.

    Brigitte – ich muß dir sehr recht geben, wenn du schreibst :
    „Immer mehr Druck lastet auf uns, immer mehr müssen wir machen. “
    Manchmal frage ich mich, was wir Menschen uns selbst damit antun. Wozu ist dieser Druck? Alles muß immer effizienter werden, alles muß immer schneller gemacht werden, die Menschen werden auf einen Kostenfaktor reduziert , den es möglichst klein zu halten gilt. Und wieder sind wir beim Thema – es geht eben nur ums Geld. Dem kann sich letztendlich doch keiner entziehen.

    Ich habe für mich den Teil des Lebens gefunden, in dem das wirkliche Leben stattfindet. Es sind die Zeiten, in denen ich laufend unterwegs bin, in denen kein Handy klingelt, in denen ich ein Stück Natur bin.
    Niur leider geht auch Laufen nicht ohne Geld – auch die Laufschuhe und -kleidung wollen bezahlt sein.

    Vielen Dank für diesen Artikel, lieber Marcus und ganz liebe Grüße
    Petra

    • Liebe Petra!

      Dem können wir leider nicht entfliehen. Der Druck ist schon deshalb da, um überhaupt überleben zu können. Lebensmittel sind so unverschämt teuer, überhaupt wenn man gewissen Sachen (bei mir Weizen und Konservierungsstoffe) nicht essen darf. Oft wünsche ich mir einen eigenen kleinen Bauernhof um dem ein wenig entrinnen zu können *träum*.

      Liebe Grüße
      Brigitte

      • Tja, wie kannst Du es auch wagen, aus dem Käfig des standardisierten Massengeschmacks mit seinen Konservierungsstoffen und Kunstprodukten, die so herrliche Allergien etc. auslösen, auszubrechen? Skandal!

      • ramonarun Says:

        Liebe Brigitte, mir geht es genauso. Ich vertrage keine Milch-Eiweiß-und Weizen-Produkte. Alles, was man dann noch essen kann, ist teuer. Aber davon mal abgesehen ist man mit einer derartigen Unverträglichkeit bzw. Allergie schon wieder ein Außenseiter, weil man von der genormten Ernährung (ich sage nur Lebensmittelindustrie) mehr oder weniger abweicht.
        Wenn man das Thema weiter ausbaut, landen wir sonstwo. Also lasse ich das jetzt mal lieber. 😉
        LG, Ramona

      • Liebe Brigitte,
        sei froh, daß dein Körper die Konservierungsstoffe ablehnt! Dieses Zeug macht die Menschen auf Dauer krank! Ich glaube aber nicht, daß alles, was keine Konservierungsstoffe enthält, teuer sein muß. Ich versuche auch so natürlich wie möglich zu leben. Bei Obst und Gemüse versuche ich mich auf das zu konzentrieren, was gerade wächst und in diesem Zeitraum auch i.d.R. nicht so teuer ist. Wenn ich meinen Lauf mache, bringe ich mir von unterwegs ganz oft natürliche Kräuter mit, die Mutter Natur kostenlos bietet. Ich habe wieder gelernt Löwenzahn, Brennessel und andere Kräuter zu essen bzw. zum Würzen zu verwenden. Ich habe einen kleinen Kräutergarten, da habe ich mir in diesem Jahr ganz viel getrocknet – so daß ich mir im Winter keine Kräutermischungen kaufen muß. Da sind ganz oft auch Geschmacksverstärker drin.
        Dann wachsen bei uns Unmengen von Brombeeren. Viele Leute sind sich zu fein, welche zu pflücken, weil sie Stacheln haben. Aber mit ein bischen Arbeit kann man sich da den Tiefkühlschrank voll machen.
        Natürlich ist das nicht alles, was man braucht. Aber wenn ich mir natürliche Lebensmittel direkt aus der Natur besorgen kann, tue ich dieses. Klar, muß ich auch einkaufen – und Bio Lebensmittel sind wirklichl teuer.
        Aber ich denke trotzdem, daß es preiswerter ist, selbst zu kochen, als Fertiggerichte mit Konservierungsstoffen zu kaufen. Welche Auswirkungen die Weizenallergie hat vermag ich mir nicht so richtig vorzustellen – ich liebe ja auch das Brot und da ist ja fast überall Weizen drin. Backst du dir dein Brot selbst?
        Viele liebe Grüße
        Petra

        • Ich klinke mich eben kurz ein. 😉

          Ei ei, wenn ich Deine Antwort lese und auch wenn ich mit Brigitte diskutiere, muß ich mir viel Kritik gefallen lassen. Ernährung ist ein eklatant wichtiges Thema und ich vernachlässige das, da ich nur das esse, was mir schmeckt. So gesehen, ernähre ich mich nicht sonderlich gesund respektive besteht da Verbesserungsbedarf.

          Aber irgendwie ist das ein Themenfeld, welches man fast schon studieren müßte. Das schreckt mich ab. Und was die „Lebens“mittelindustrie in den Lebensmitteln einbaut, das ist doch nur deprimierend und traurig.

          Ich sah mal einen Bericht über kontaminierte Lebensmittel, um welche Substanz es sich handelte, weiß ich nicht mehr. Der Grenzwert war bei weitem überschritten. Unsere grandiose EU griff sofort ein und erhöhte die Grenzen für diese Substanz! Das muß man sich einmal vorstellen. Auch hier paßt wieder: Geld. Geld. Geld. Gesundheit? Egal.

          Lange Rede, kurzer Sinn. Die Komplexität schreckt mich etwas ab und folgende Frage sei mir gestattet, kann man überhaupt noch gesund leben? In der heutigen Zeit? Sofern man nicht in einen Wald zieht und für sich selbst sorgt?

          Ein wunderbares Wochenende! 🙂

          • Nein, lieber Marcus,
            das Thema Ernährung ist nicht zu komplex, um sich damit zu beschäftigen. Komplex ist doch nur, was unsere Wissenschaftler und die Lebensmittelindustrie daraus macht. Oder wieso hat die Menschheit Jahrmillionen ohne diese „bahnbrechenden Erkenntnisse“ überlebt? 😉

            Ernährung ist ganz einfach: Essen, was schmeckt und nicht essen, was nicht schmeckt. Das funktioniert aber nur, wenn man Nahrungsmittel ohne Zusatzstoffe isst, denn diese ändern den Geschmack und können sozusagen aus dem größten Mist etwas gut Schmeckendes zaubern.
            Also versuche ich soweit wie möglich unbehandelte, unverarbeitete, rohe, frische Lebensmittel zu essen, in denen noch keiner rumgepfuscht hat. Und diese schmecken einfach wunderbar! Man muß sich nur selbst die Chance geben und die verdorbenen Geschmacksnerven wieder reaktivieren.
            Und wenn ich ganz viele Früchte, Kräuter, Nüsse u.ä. esse, dann brauche ich mir keinen Kopf um Vitamin A oder E oder Kalzium oder Magnesium oder was auch immer machen. Ich esse nicht die einzelnen Vitamine, sondern das, was die Natur für uns vorgesehen hat. Ergo braucht mich die Komplexität auch nicht zu interessieren. Das es richtig ist, merke ich daran, daß es mir gut geht. Und wenn ich auf etwas ganz bestimmtes Appetit habe, sagt mir mein Körper, daß er irgendetwas braucht, wss geneu in diesem Lebensmittel steckt. Wozu soll ich diese Komplexität studieren? Mein Körper und die Natur wissen das eh besser und es gibt zauberhafte Mechanismen, die das steuern. Man muß es nur zulassen und die versteckten Instinkte wieder zum Leben erwecken. Das geht aber nur, in dem man vorwiegend die Nahrungsmittel so isst, wie sie in der Natur vorkommen.
            Du siehst das schon richtig – durchziehen kann man das eigentlich nur, wenn man in den Wals zieht und für sich selbst sorgt – am besten in südlichere Gefilde, wo es immer warm ist und immer etwas wächst. Aber das ist illusorisch. Auch vor sauren Regen und anderen Umwelteinflüssen ist keiner gefeit. Und natürlich kann auch ich manchmal einem Stück Kuchen nicht widerstehen.
            Aber ich versuche, die natürliche Ernährung soweit wie möglich zu praktizieren und damit so wenig Gift wie möglich aufzunehmen. Bisher klappt das gut – ich bin mein Übergewicht seit mehr als 10 Jahren los und fühle mich sichtlich wohl.
            Der andere Effekt war, daß diese Art Ernährung mir soviel Power gebracht hat, daß ich mich einfach bewegen mußte – meine Körper war so voller Energie, daß ich förmlich loslaufen mußte… 😀
            Ich bin also nicht gelaufen, um abzunehmen, sondern habe mich so ernährt, daß der Sport als direkte Konsequenz daraus hervorging… Das halte ich die eigentlich bessere Methode, dem Sport langfristig die Treue zu halten und es als essentiellen Lebensbestandteil zu betrachten.

            An einer solchen Diskussion mit dir und Brigitte wäre ich gern mal dabei! 😀

            Ich wünsche euch auch ein wunderbares Wochende!

            Viele liebe Grüße
            Petra

  18. Den Dämonen des Geldes kann niemand entkommen. Es sei denn, man zieht in irgendeinen Urwald (sofern es das noch gibt) und lebt dort allein mit den Ureinwohnern abgetrennt von der Zivilisation. Aber selbst der Gedanke ist Illusion; die letzten Gebiete, wo es solches Leben noch gibt, wird bald ebenfalls gänzlich „erobert“ sein. Dieses finanzielle Diktat läßt sich nur sehr wenig beeinflussen, leider.

    Mit der Natur im Einvernehmen leben, können wir nicht mehr. Das zeigt sich daran, daß wir sie zerstören, wo wir nur können. Unser heutiges Leben führt sich früher oder später selbst ad absurdum. Wenn wir das Stromkabel ziehen, was dann? Dann geht nichts mehr; kein Kühlschrank, keine Heizung, kein Wasser etc. nichts – dann bricht die große Gesellschaft zusammen. Was für ein Irrsinn, derartige Abhängigkeiten zu generieren, die nur temporär sind, nur temporär sein können. Ist es nicht absurd?!

    Brigitte – ich muß dir sehr recht geben, wenn du schreibst :
    „Immer mehr Druck lastet auf uns, immer mehr müssen wir machen. “
    Manchmal frage ich mich, was wir Menschen uns selbst damit antun. Wozu ist dieser Druck? Alles muß immer effizienter werden, alles muß immer schneller gemacht werden, die Menschen werden auf einen Kostenfaktor reduziert , den es möglichst klein zu halten gilt. Und wieder sind wir beim Thema – es geht eben nur ums Geld.

    So ist es, aber wenn wir ehrlich sind, ist das alles nur Beschäftigungstherapie ohne Sinn und Verstand. Es wird nichts Wirkliches geschaffen, was wertvoll wäre oder einen Sinn hat. Oder positiv für die Gemeinschaft wäre, sie besser machen würde etc. Will die Menschheit überleben, muß sie irgendwann die Abkehr von dieser Geldgeilheit durchführen, davon bin ich überzeugt. Allerdings, will sie denn überleben? Dubito, ergo sum!

    Wie wahr, liebe Petra, während unseres Täglichlaufens betreten wir das wahre Leben. Und fühlen die wahre Welt und das ist es: FÜHLEN. Das LEBEN.

    Bezüglich Laufschuhe und Kleidung gebe ich nicht sonderlich viel aus. Da bin ich ein Minimalist. Zumal die Schuhe nie lange halten. 😉

    Vielen Dank für Eure Antworten, die sehr zum Nachdenken anregen!

  19. Erst einmal vielen Dank für Deine ausführliche Antwort, liebe Petra! 🙂
    Du hast natürlich Recht, daß es aus diesem Blickwinkel nicht komplex ist. Doch leider müssen wir das ausbaden, was die Industrie verzapft. Und welches Nahrungsmittel ist noch normal? Oder ist wie es vor 200 Jahren war? Heute entspringt doch (fast) alles aus dem Chemiebaukasten.

    Wie gesagt, ich esse nur das, was mir schmeckt und habe mir bisher nicht so viele Gedanken darüber gemacht. Letztendlich fahre ich auch sehr gut damit, denn meine Gesundheit ist äußerst stabil – was man auch ein wenig an meinem Täglichlaufen sehen kann. 😉

    Mein Körper und die Natur wissen das eh besser und es gibt zauberhafte Mechanismen, die das steuern. Wunderbar gesagt – das ist es! Warum müssen wir nur alles so kompliziert machen? Wobei, die Antwort ist klar…

    Süßes esse ich eher wenig, obgleich ich ein großer Kuchenexperte bin. *lacht* Hinsichtlich meines Gewichtes habe ich keine Probleme, das ergibt sich ebenfalls aus dem Täglichlaufen.

    Vielleicht ergibt sich eines Tages mal die Möglichkeit zu einer solchen Diskussion; ich würde mich freuen! 🙂

  20. Liebe Petra!

    Sorry, dass ich so spät antworte, ich war nicht zu Hause.

    Welche Konservierungsstoffe, Farbstoffe und Glutamate mein Körper nicht wirklich verträgt, erfahre ich in ca. 2 Wochen. Beim Pricktest schlugs aus und der Bluttest wird erst ausgewertet.
    Fertiggerichte, oder Basisprodukte um das Essen schneller fertig zu bekommen gibts bei mir schon lange nicht mehr. Auch keine Fertigsuppen und dergleichen. Ich versuche so gut es geht frisch zu kochen. Gemüse bekomme ich oft genug von meiner Verwandtschaft frisch aus dem Garten. Zur Zeit muss ich Tonnen von Zucchinis essen *gg*.
    Kräuter ziehe ich selbst im Garten oder geh sie so wie du sammeln. Auch Heilkräuter, die werden auch von mir verarbeitet. Seit ich durch ein Medikament vor ca. 4 Monaten Hautprobleme im Gesicht bekommen habe, rücke ich kleinen Wehwehchen nur noch so zu Leibe. Ausserdem suche ich eine TCM-Ärztin auf, wenn ich doch *Stärkeres* brauche. Die Kräuter schmecken zwar scheusslich, wirken aber auch sehr gut.

    Meine Kräuter aus dem Garten friere ich jedoch nicht ein. Sie werden getrocknet oder mit Olivenöl konserviert. Ich verwende schon länger keine Tiefkühlkost mehr. Tiefkühlkost bringt dem Körper keine Energie, sie ist totes Essen. Die Mikrowelle steht nur noch zur Zierde in der Küche, auch die wird nicht mehr verwendet.

    Die Weizenunverträglichkeit ist doof, da fast überall Weizen enthalten ist. Anfangs war das Einkaufen eine Qual. Alles was ich vorher gerne gegessen hatte, musste ich wieder in die Regale zurück legen. Auch ein Grund fast alles nur noch selber zu kochen. Nehme ich Weizen zu mir, rächt sich das ganz schnell. Es lagert sich dann Wasser in meinen Beinen ab. Das ist echt unangenehm.

    Manchmal backe ich Brot selber, machmal kaufe ich mir 100iges Roggenbrot. Das schmeckt hervorragend. Für Kuchen und dergleichen gibt es glutenfreies Mehl, da schmeckt man keinen Unterschied.

    Es wird ja immer mehr Werbung für diese ekelhaften Lightprodukte gemacht. Aber wer weiss, dass zb in solchen Joghurts soviel unnötiges und ungesundes Zeugs drin ist, damit es auch schmeckt? Kaum jemand. Und wir lassen und mit diesem Dreck vollstopfen. Vorstopfen mit Schummelschicken, Analogkäse, mit Sauerstoff behandeltes Fleisch usw usf. Wenn ich da dran denke, wird mir schlecht.

    Sogar das gewöhnliche Salz sollte man nicht verwenden. Wer weiss denn genau, was das für Zusätze sind, die das Salz rieselfähig machen? Ich möchte es gar nicht wissen.

    Wie du schreibst…. wie konnten die Menschen ohne diese Technik Jahrtausende überleben *wundertsich*.

    Es ist ein tolles Thema, da könnte man Stunden über Stunden drüber diskutieren.

    Seit ich keinen Weizen, kaum weissen Zucker, kaum Schokolade, keine Kohlensäure und vieles andere nicht mehr esse, geht es mir viel besser. Ich habe keine Kopfschmerzen mehr, ausser ich esse etwas wo sehr viel Histamin drinnen ist. Aber das muss ich noch genauer beobachten. Schokolade löst das bei mir sehr oft aus.

    Da vergewaltigen wir Marcus´s Beitrag ganz gewaltig. Aber das ist schon gut so 🙂

    Mein lieber Marcus! Ja, du isst nicht unbedingt gesund, aber du machst soviel für deinen Körper, dass er dir diese Dinge wohl verzeiht. Aber die Frage ist, für wielange? Oft kommt es von einem Tag auf den anderen und du weisst nicht was los ist.

    So und nun geh ich was kochen – Gefüllte Zucchinis *schmatz*

    (hab nicht nach Tippfehlern geguckt – also verzeiht)

  21. Ach, da hab ich noch was vergessen. Rohkost gibt es bei mir fast gar nicht. Rohes Obst und Gemüse nimmt uns sehr viel Energie beim Verdauen. Ich esse nur wenig Salat und Obst wird meistens kurz gedünstet. Zb. Birnen in wenig Butter mit einem Stengel Lavendel und bisschen Rohrzucker *Wasserimmundzusammenläuft*

  22. Na ja, ein tolles Thema ist das nicht wirklich. Das ist eher erschreckend wie ich finde. Wenn man näher darüber nachdenkt und sich damit beschäftigt, bekommt man Angst.

    Du kannst hier keine Beiträge vergewaltigen! 😉

    Soo ungesund lebe ich nun auch nicht; allerdings könnte ich viele Dinge besser machen, das ist wohl wahr. Der Körper verzeiht viel, bis er irgendwann nicht mehr will und die Notbremse zieht. Im letzten Jahr war ich dafür ein schönes Beispiel. Vier unbedeutende Dinge addiert, jedes für sich war nicht schlimm – aber in der Summe reichte es für meine Notabschaltung.

  23. Guuuuut, dann können wir ja weiter machen 😀

    Ich sagte ja nicht, dass du ungesund lebst, du ernährst dich nicht immer gesund. Gut aber, dass du keine Chips mehr isst… *grusel*. Obwohl sie ja sehr gut schmecken *zugeb*.

    Ich esse eben nebenbei – ja das macht man nicht – meine Zucchinis und dazu Kartoffeln. Da fiel mir ein, dass es im Supermarkt sogar schon fertig gekochte und eingeschweisste Kartoffeln gibt. Ich würde mir sowas nieeeeee im Leben kaufen. Was ist so schlimm daran, paar Kartoffeln zu kochen? Oder auch fertig gekochter Reis. Was muss da für Müll drinnen sein, damit das haltbar ist.

  24. Immer nur gesund wäre ja auch langweilig – und auch schon wieder ungesund. 😀 Außerdem, was ist schon gesund? Heutzutage wissen wir viel weniger als früher; das Wissen über Elementares und Natürliches ist längst verschollen.

    Das ist wahrscheinlich für besonders faule Menschen oder solche, die keine „Zeit“ haben. Wer weiß, essen würde ich derlei nicht.

  25. Hallo liebe Brigitte,
    vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Gell – da haben wir Marcus Artikel mit unseren Kommentaren ganz schön zerschossen! 😉
    Aber ich finde es sehr interessant über dieses Thema zu diskutieren – ohne missionieren zu wollen. Ich glaube nämlich, genau das ist das Grundproblem, warum viele Ernährungsdiskussionen ausarten.
    Aber letztendlich ist doch das Wichtigste, herauszufinden, was einem selbst am besten bekommt, was einem gut tut.. Das kann bei jedem Menschen anders sein.

    Darf ich dich mal einladen, auf unserem Vitablog zu stöbern? Dort haben Ines, Marianne und ich zu vielfältigen Themen rund um die Ernährung geschrieben. Vielleicht können wir dort noch ein wenig weiter diskutieren?

    Wir beide haben in ganz vielen Dingen eine ähnliche Meinung bzw. Herangehensweise – außer bei der Rohkost. Das sehe ich komplett anders. Rohkost – das ist lebendige Nahrung, die dem Körper jede Menge Energie spendet – gekochte Nahrung ist für mich tote Nahrung.
    Die Idee mit den getrockneten Kräutern in Olivenöl ist klasse – das werde ich auf jeden Fall ausprobieren.
    Zucchinis liebe ich auch, eigentlich liebe ich alles, was der Garten so hergibt. Ja- Marcus, auch das vermeintlich so „gesunde“ Essen schmeckt! 😉 😀

    „Immer nur gesund wäre ja auch langweilig – und auch schon wieder ungesund.“

    In diesem Satz steckt auch viel Wahres. Wenn man sich alles verwehrt und bei jeder kleinen Sünde sich verrückt macht, nimmt man sich viel Freue am Leben. Ich habe meiner Tochter mal versprechen müssen, nie wieder zu sagen „Ich habe gesündigt“ sondern immer zu sagen: „Ich habe genossen“. Die Einstellung machts – das soll übrigens auch ein Grund sein, warum so wenige Französinnen dick sind. Sie genießen ihr essen und lassen sich viel Zeit dabei.

    So, es gäbe noch so viel zu schreiben, aber ich will hier erstmal aufhören und deinen neuen Regenbeitrag lesen!

    Viele liebe Grüße euch beiden
    Petra

  26. Ja- Marcus, auch das vermeintlich so „gesunde“ Essen schmeckt! 😉 😀

    Ich weiß, ich weiß! 🙂

    „Ich habe genossen“ – das ist die richtige Einstellung dazu! Da hat Deine Tochter absolut Recht! Die Einstellung ist in der Tat sehr wichtig und nicht nur auf das Essen bezogen. Das ist ein Endlosthema, welches soo viele Punkte tangiert.

    Aber keine Angst, hier kann nichts zerschossen werden. Hier ist alles kugelsicher. Meine Kommentare sind mit Polyethylenplatten verstärkt. 😉

  27. Eine schöne Anekdote. Allerdings funktioniert so ein Leben nur an Orten wie dem kleinen mexikanischen Fischerörtchen. In Deutschland geht das leider nicht. Zwar kann man (wenn man Glück hat) noch entscheiden, ob man einen Job mit mehr Geld oder mehr Freizeit haben möchte, aber das war’s auch schon. Und wenn man Kinder hat, steckt man ganz schnell in der Zwickmühle; möchte ich mehr Zeit mit meinem Kind verbingen oder möchte ich ihm eine sichere Zukunft (Schule, Studium, Ausbildung, Erbe) bieten können? Manchmal beneide ich schon solche Menschen wie diesen Fischer. Weniger Sorgen, mehr Leben.

  28. Das ist der Nachteil dieser Anekdoten; so weise sie auch sein mögen – sie in die Realität umzusetzen, ist doch alles andere als leicht, wenn nicht gar zweifelhaft. Sofern man nicht ein Aussteigerleben vorzieht; aber auch das funktioniert wohl kaum in der heutigen Welt und Zeit.

    Mehr Leben. Ja, das ist es! 🙂

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