Elementare Verhältnismäßigkeit

Herbstliche Frische. Angenehme Luft. Kalte Sturmböen. Liebevolle Regentropfen. Dunkle Wälder. Ein von Wolken dominierter Horizont. Graue Tage in Serie. Mein Lieblingswetter! Und der Winter naht. Er ist schneller da – als manche Menschen sich vielleicht eingestehen wollen. Nun ist die Zeit gekommen, in der ich weniger durch meine tägliche Präsenz im Stadtbild Beachtung finde, sondern mehr auf Grund meiner Bekleidung. Mein Standardoutfit – wie auf den folgenden Bildern zu sehen – präferiere ich bis ca. -05 C°. Sinkt die Temperatur weiter ab – ersetze ich mein T-Shirt durch ein langes Oberteil. Handschuhe trage ich jedoch schon ab 0 C° – die Hände sind ein neuralgischer Punkt und entsprechend empfindlich.

Die Kommentare der Passanten in der kalten Jahreszeit verraten viel über ihr Denken. Das Gros der ungläubig dreinblickenden Beobachter wundert sich, äußert Unverständnis und sie fragen sich, wie ich das nur ertragen kann? Oder warum tue ich mir das überhaupt an? Sie verstehen meine Intention, mein natürliches Handeln nicht. Doch ich verstehe sie ebenfalls nicht. Warum finde ich diese exponierte Beachtung? Und warum ernte ich derart viele Bemerkungen, daß ich ein Buch schreiben könnte? Abhärtung war schon immer ein Bestandteil in meinem Denken, noch vor meiner Zeit als Läufer. Im Rahmen meines Täglichlaufens verbanden sich beide Aspekte, die wunderbar miteinander konvergieren. Den unabänderlichen Wandel der Jahreszeiten mit einem täglichen Lauf zu würdigen, bedingt das persönliche Wohlbefinden eklatant. Beispielsweise reagiert der Körper auf gravierende Temperaturschwankungen weniger sensibel, wobei dies individuell im Grundsatz von Mensch zu Mensch verschieden ist. Ein tägliches Geschenk an Körper und Geist.

Ich sehe jetzt dick eingemummelte Menschen mit Winterjacken, Mützen und Handschuhen – wie weiland vor einem Jahr. Dabei haben wir erst Oktober! Gestern traf ich einen Läufer in langer Bekleidung und Handschuhe. Dies mag angenehm warm sein. Aber ist das bei 10 C° adäquat? Was tragen diese von mir beschriebenen Menschen bei 0 C°? Oder bei Minusgraden? Erwärmt sich der Körper des Läufers nicht? Sie agieren unbesonnen, da die übertriebenen Wärmemaßnahmen ihr Primärziel konterkarieren. Der Körper ist an nichts mehr gewöhnt, er verweichlicht und wird schwach, weil er schlichtweg nicht mehr gefordert wird. Die Folge kanalisiert sich in Erkältungen und Grippenwellen, die vermieden werden wollten – durch Winterkleidung bei 15 C°. Die Menschen haben keinen Zugang mehr zu den elementarsten Dingen des Lebens. Anstatt den Körper zu trainieren, pflegen sie ihn dank übertriebener Maßnahmen krank.

Heutzutage sind groß angelegte Langzeitstudien vonnöten, um anschließend zu eruieren, daß Bewegung für den menschlichen Körper gesund ist – eine Erkenntnis, über die die Menschen sich vor 200 Jahren köstlich amüsiert hätten. Gleichwohl muß man heute forschen, um festzustellen, was eigentlich jedes Kind weiß, respektive wissen sollte. Nicht viel anders verhält es sich mit der sogenannten Abhärtung. Das Wissen um angemessene Kleidung scheint abhanden gekommen zu sein. Freilich ist mein Pfad der Abhärtung in Kombination mit Täglichlaufen ein Sonderweg, den niemand in der Form beschreiten wird, ja, auch gar nicht soll. Doch letztendlich sollte eine gewisse Verhältnismäßigkeit gewahrt sein. Wenn ich meinen Körper im Herbst mit Winterkleidung verhätschele, brauche ich mich anschließend nicht wundern, daß ich im Winter krank werde und die Kälte schwer bis gar nicht ertragen kann. Unser Körper ist weitaus widerstandsfähiger als die meisten Menschen auch nur im Ansatz erahnen, doch sie werden es nie erfahren, da sie ihn nicht fordern und somit auch keine Grenzen verschieben werden. Sie sind Gefangene ihrer selbst. Ihres Denkens. Und so setzt es sich fort. Die Passanten starren mich ob meiner kurzen Bekleidung an – und ich wundere mich weiterhin, wie man im Herbst Winterkleidung tragen kann. Jedoch bin ich vermutlich derjenige, der sich wohler fühlt.

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54 Antworten to “Elementare Verhältnismäßigkeit”

  1. Nun lese ich schon wieder das Wort Winter *graus*, aber wenn ich so rau schaue… ja, bald wird er Einzug halten. Es ist kalt, es regnet, es ist düster.

    So ganz kann ich bei der Abhärtung nicht mitreden. Ich bin sozusagen ein Weichei. Mir ist gleich mal sehr kalt, also ziehe ich mich wärmer an. Aber so verweichlicht bin ich nun doch nicht, denn Erkältungen und dergleichen habe ich so gut wie nie. Nur mit Winterjacke, Mütze (die trage ich sowieso nie), Schal und Handschuhe (auch die gehören nicht unbedingt zu meiner Austattung) würde ich jetzt auch noch nicht herumlaufen. Es ist doch erst der Sommer ganz kurz vorbei *gg*.

    Schön, dass du wieder da bist! Aber so ein Telefon-Flat ist auch ned schlecht *gg*.

  2. Nicht mehr lange und Weihnachten ist vorbei! Die Zeit rast nur so… Ich mag diese Finsternis ja, einfach nur schön! Aber dies liegt im Winkel des Betrachters.

    Weichei ist relativ. Für mich bist Du keines. Wer im Oktober aber die komplette Winterausrüstung auffährt, da frage ich mich dann schon, was das soll?! Selbst bei – 16 C° trage ich keine Mütze. Das ist nicht nötig. Man kann eben alles übertreiben, auch wenn es gut gemeint ist. Aber wie erst neulich geschrieben, die Menschen werde ich nie verstehen.

    Ja, Sensei aus der Asche, sozusagen. 😀

  3. Natürlich bin ich ein Weichei! Aber es hält sich in Grenzen.

    Sensei aus der Asche ist gut! Bissl Druck machen und dann passt das schon 🙂

  4. Nein, bist Du nicht. Und wenn ich das sage, ist das so. Aus. 🙂

    Alles eine Frage der Motivation, gell?

  5. Ja, ja ich hör schon auf ;).

    Wer hatte da die Motivation? 😀

  6. Löblich! 😉

    Themenwechsel. 😀 Jetzt kommt die Sonne raus…

  7. Also ich gehöre zu den Leuten, die bei 7-9° schon Jacke und lange Hose beim Laufen anhaben, auch Handschuhe sind da nicht verkehrt. Die gleiche Kleidung habe ich auch bei 3 oder 0° an, dann kommt vielleicht noch ein weiteres Funktionshemd unter der Jacke dazu und für die Beine eine spezielle Hose die richtig warm hält.
    Mir wird dabei nicht zu warm und auch nicht zu kalt. Erkältungen habe ich dieses Jahr zwar gehabt, dafür waren aber in den Jahren davor trotz „warmer“ Kleidung beim Laufen Erkältungen bei mir ein Fremdwort.

  8. An den drei Tagen im Jahr, wo ich eine lange Hose trage, zuletzt im Januar bei -16 C° fühle ich mich extrem unwohl. Das habe ich noch nie gemocht. Aber jeder Mensch ist verschieden.

    Mögen die Erkältungen weiterhin selten bei Dir auftreten. Doch davor ist man nie gefeit, aber das ist auch positiv, immerhin wird das Immunsystem trainiert.

  9. Mir deucht, du willst uns ärgern :D. Regenläufe? Kaltes Wetter? Kurzämelig? Weichei? Japp, ich stehe dazu, ich bin ein Weichei. Habe ich jetzt schon lange Hose, langes Thermoshirt an und einen Buff um den Hals. Was ich anziehe wenn es noch kälter wird? Noch ne Unterhose drunter und ne Jacke drüber und ne Mütze auf :D. Einzig…ich brauche keine Handschuhe…das ganze jahr über nicht. WER ist nun das Weichei??? *feix*

    Ähem…ja, du guckst auf deinen Bildern immer so ernst…lach doch mal, fotografier das und zeig es uns.

  10. Ich mache doch gar nichts, liebe Anett! Ich bin harmlos. Auch ich stehe dazu, ich bin ebenfalls ein Weichei. 😀 Du bist im Januar bei den extremen Minusgraden OHNE Handschuhe gelaufen? Respekt! Meine Hände frieren bei Minustemperaturen zu Beginn ein, tauen nach exakt 12 Minuten wieder auf und dann im Wechsel. Unangenehm. Aber eine Mütze setze ich in diesem Leben nicht mehr auf, nicht freiwillig!

    Lachen? Gucke mal hier: https://blacksensei.wordpress.com/about/
    Das fiel mir jetzt aber schwer! 😀

    Als Entschädigung für die kalten Themen biete ich Dir ein „Wünsch Dir was“- Spiel an. Du suchst mein nächstes Thema aus – aus einer Auswahl. Ist das ein Angebot?????? 🙂

    • Ohhhhhhhhh, das klingt gut…jetzt geh ich erst mal Wäsche aufräumen (es regnet nämlich immernoch) und überlege mir ein Thema.

      Handschuhe brauche ich in der Tat nicht zum laufen. Anfangs ziehe ich die Jackenärmel über die Hände und nach 5min. sind sie warm, dann brauche ich für den Rest des Laufes nix mehr. Das sind aber auch die einzigen Stunden (im Winter), wo ich warme Hände und warme Füße habe

  11. Ich denke, bei der Kleidung hat jeder seine eigenen Handhabungen. Viele davon verstehe ich auch nicht, denn für mich ist das jetzt auch noch kein Winterkleidungs-Wetter. Ja, ich sprach von eiskalt bei mir – aber kurze Hose und langes Shirt genügten mir. Sicherlich hat das Ganze auch etwas damit zu tun, an was man sich gewöhnt. Bei dir hat es vermutlich doch auch etwas gedauert, bis du durchgehend zu frisch angezogen warst, oder?

    Inwiefern das Ganze nun wann dem Körper gut tut, das mag ich nicht bewerten. Letzten Endes müssen wir uns nur um uns selbst kümmern – und solange es dir gut geht, musst du dich zum Glück ja auch nicht darum kümmern, ob die anderen sich mit ihrem Verhalten nun selbst schwächen oder nicht. Wie du sagst – man muss die Menschheit nicht verstehen.

  12. Bei Dir muß man sicher noch den Wind mit einbeziehen, der wird an Deinem jetzigen Standort viel stärker langfegen als anderswo – vermute ich einmal.

    Ja, der Gewöhnungsprozeß ist ein langsamer. Das dauert seine Zeit. Wie schon geschrieben, den Weg, den ich gehe, wird niemand so gehen – was gut so ist. Das erwarte ich auch gar nicht. Aber Wintermäntel bei 15 C° ist absurd. Daß jene Menschen sich schwächen, liegt auf der Hand.

  13. Hallo Marcus,
    ich denke dieses Thema sieht wohl jeder etwas anders, aaaaaaber, in Punkto Abhärtung usw. gehe ich absolut mit Dir konform. Die meisten Leute ziehen sich absolut zu dick an. Auch bei meinen letzten Läufen habe ich das beobachten können, selbst unter den Läufern. Auch ich bin in kurzer Hose und Shirt gelaufen, alle, wirklich ausnahmslos alle hatten lange Hose und sogar eine Jacke an. Also ich habe in den Shirt geschwitzt und will nicht wissen, was die Jackenträger so vertranspiriert haben.
    Allerdings habe ich eine etwas andere Sichtweise, ich wähle die Kleidung immer so, dass ich die ersten 15 Minuten des Laufens friere! Natürlich hängt das auch immer vom angeschlagenen Tempo ab, laufe ich sehr langsam friere ich eher als wenn ich im 10 Km Wettkampftempo unterwegs bin. Ich denke das sollte man auch berücksichtigen. Aber grundsätzlich darf sich, egal bei welcher Pace, erst nach etwa 15 Minuten eine gewisse Wärme einstellen. Selbst vor dem Start eines Marathons komme ich immer mehr davon ab mich zu dick zu kleiden, lieber friere ich während des Wartens etwas als später zu stark zu schwitzen. Diese Erfahrung habe ich in diesem Jahr in Marburg beim dortigen 50er machen müssen, 3 °C plus, lange Hose, langarmiges Shirt und eine Weste, das war definitiv zu viel. Ich habe so geschwitzt, dass ich nach Kilometer 35 dehydriert war, und das obwohl ich alle 5 Km zwei Becher Wasser getrunken hatte. Die Folge war ein regelrechter Leistungseinbruch, der Puls ging tierisch hoch und die geplante Zeit war nicht mehr zu halten. Nur mit Mühe kam ich ins Ziel. Nicht nur der hohe Wasserverlust hat mir dort zu schaffen gemacht, auch das Schwitzen selbst hat viel Energie gekostet. Der Körper wurde hier durch falsche Kleidung regelrecht gestresst und unnötig hoch belastet. Gesund war das auf alle Fälle nicht, das steht fest!

    Aber das sind Erfahrungen, die wohl jeder einmal selbst machen muss. Und, jeder ist etwas mehr oder etwas weniger empfindlich.
    Aber ich gebe Dir absolut Recht, die meisten ziehen sich viel zu dick an und verlernen so sich an entsprechende Temperaturen zu gewöhnen. Gesund ist das nicht.

    Ganz liebe Grüße und viel Spaß in einer der schönsten Läuferjahreszeiten wünscht,
    Steffen

  14. Lieber Steffen,

    wenn ich hier mir die Läufer so angucke, denen ich begegne, bestätigt das auch Deinen ersten Absatz. Wobei Ausnahmen immer existieren. Oft genug sind es gerade die Damen, die nicht so warm angezogen sind. Einmal kam mir im strömenden Regen bei 05 C° eine Läuferin entgegen, sie war komplett in kurz gekleidet. Da habe selbst ich gestaunt. 😉 Frauen sind eben härter.

    Ich stimme Dir zu, daß eine falsche Kleidung den Körper stressen kann und zu einer verminderten Leistung führt. Bei Ultraläufen ist die korrekte Wahl der Kleidung ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Allerdings darf ich da nicht mitreden, da mir die Ultradistanzen bisher fremd geblieben sind. Aber wie Deine Antwort zeigt, setzt Du Dich bewußt mit der Wahl auseinander – vorher. Der Großteil der Läufer wird sich damit eher wenig beschäftigten, vermute ich zumindest.

    Und ja, letztlich muß jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Ich habe auch schon viel probiert und meine Grenzen perfekt ausgelotet. Was durchaus eine schmerzhafte Erfahrung war, die ich mit Sicherheit nie wiederholen werde.

    Ebenfalls viel Freude im wechselhaften Herbst!

  15. Meine lieben Männer…vergesst doch bitte nicht, das Frauen von jeher mehr und eher frieren…wegen fehlender Muskeln oder so *Zeigefinger mahnend erheb* 😀

  16. Nee, ich wollte drei Themen anbieten.

    1. Etwas Nachdenkliches
    2. Tierbabys – Photos
    3. Einen feinen Regenlaufbericht 😀

    Das finde ich erstaunlich mit Deinen Händen, spricht aber für die Unterschiede zwischen den Menschen. Dennoch, Hut ab!

    Ja, Frauen besitzen eine andere Hautstruktur wie Männer – las ich einst. Aber meine Hände sind sowieso meistens kalt. Ich bin ja auch ein Kaltduscher! 😉

  17. Tierbabys…ich bin für Tierbabys. Ich kann mich kaum satt sehen an ihnen…niedlich, klein und unschuldig, egal was mal aus ihnen wird.

  18. Also den Regenlaufbericht. 😀 😉

    Okay, der nächste Beitrag wird von einem Tierbaby handeln. Ein süßes Putzel – das verrate ich Dir jetzt schon. Das Kindchenschema wirkt immer.

  19. Regenlaufbericht…tse…wir werden uns jetzt todesmutig in den Regen begeben und dort etwa 10 min. oder 15 min. ausharren. 😀

  20. Dein Text trifft es mal wieder genau ins Schwarze.

    Persönlich trage ich noch T-Shirt und keine Jacke. In den Raucherpausen (ich stehe nur dabei, rauche selber nicht), starren mich meine Kollegen immer nur an. Aber wenn wir uns jetzt schon dick einpacken, was machen wir erst im Winter?

    Man brauch es ja nicht übertreiben, aber sich schon unter Winterjacke und Pullover zu verstecken, sobald es 2 Grad kälter ist als die Wohlfühltemperatur macht keinen Sinn.
    Ich hatte seit Jahren keine Grippe mehr, nur leichten Schnupfen mal hi und da. Wie oft sind dagegen die Leute in meinem Umkreis krank? Sie halten einfach nichts mehr aus.

    Naja, ich sollte nicht zuviel lästern… haben wir nicht alle unsere Fehler, ich besonders.

  21. Anett, Ihr Glücklichen! Genießt es, aber ich will mal nicht so sein und habe Euch Sonne gesandt. 🙂

    Skeeve, danke für Deine Antwort! Du sagst es, „nicht übertreiben“. Alles ist immer nur eine Frage des gesunden Maß, also der Verhältnismäßigkeit. Und wie man sieht, gibt Dir Deine Erfahrung Recht. Eine Grippe hatte ich noch nie in meinem Leben. Oben schrieb ich es schon, vor Erkältungen wird man nie gefeit sein – vor kurzem hatte ich auch nach zwei Jahren wieder eine.

    Es ist kein Lästern, wenn man die Wahrheit sieht. Hier ist das nicht anders. Die Gesellschaft ist durch die Bank verweichlicht. Freilich gibt es immer Ausnahmen, aber im groben trifft die Pauschalisierung in dem Fall zu. Aber das ist vom System auch gewollt. An Gesunden kann man weniger Geld verdienen.

    Und Fehler? Die haben wir alle, wie wahr. Du besonders? Nein. Ich hoffe, Dir geht es ansonsten gut! Durch das Fehlen der gemeinsamen Plattform bekomme ich einiges nicht mehr mit.

  22. Hallo Marcus,
    die Kleiderwahl trifft jeder anders. Vor vielleicht zwei Wochen, ich weiß es nicht mehr so genau, jedenfalls da waren da draußen 19 Grad. Es war bewölkt und Regen drohte, doch es war sehr schwül und warm. Da kamen mir zwei Frauen mit zwei kleinen Kindern entgegen. Das Mädchen war in einem dicken Anorak eingepackt und hatte auch noch eine Wollmütze auf dem Kopf. Ich war wirklich fassungslos, als ich das sah. Was machen manche Menschen nur mit und aus ihren Kindern?!
    Zur Zeit laufe ich noch meistens in kurzen Sachen. Doch die Zeit, wo ich diese gegen langärmelige dickere Kleidung tausche, ist nicht mehr fern.
    Wenn die Temperaturen sich dem Gefrierpunkt nähern, brauche ich auch eine Kopfbedeckung. Ich hatte mal vor einigen Jahren einen längeren Lauf bei eisigen Temperaturen ohne Mütze und hatte danach heftige Kopfschmerzen. Mit Kopfbedeckung ist das kein Problem. Auch die Handschuhe brauche ich spätestens dann.
    Doch daran will ich eigentlich jetzt noch gar nicht denken. Ich möchte jeden Lauf, den ich noch in kurzer Laufkleidung absolvieren kann, genießen können.
    Liebe Grüße
    Kornelia

  23. Das ist ein „schönes“ Beispiel, wie Menschen bereits im Kinderalter zu verweichlichten Personen erzogen werden. Die kennen das dann nicht anders und handeln als Erwachsene ebenso. Nun ja.

    Eine Mütze bei entsprechenden Temperaturen zu tragen, ist richtig. Aber auch dies ist eine Gewöhnungssache. Vor vielen Jahren, als ich auf einer anderen Stufe der Abhärtung stand, bekam ich bei Minusgraden Kieferschmerzen. Aber das ist lange vorbei, heute machen mir selbst -16 C° nichts aus.

    Im November wirst Du vermutlich auf lange Bekleidung umsteigen, der Oktober wird noch schön. Goldener Herbst!

    • Na, ob ich das bis November noch aushalte, weiß ich nicht. In Teilen von Deutschland ist schon der Winter ausgebrochen und auch hier soll es heute nacht frostig werden.
      Doch der Herbst ist trotz allem wunderbar golden. Ich liebe die rötlichen Blätter, die wunderbar in der Sonne leuchten.
      Übrigens wurde ich heute zum ersten Mal von einer Eichel getroffen, die vom Baum fiel. Davon möchte ich wirklich nicht gleich eine ganze Ladung abbekommen. 😉
      Liebe Grüße
      Kornelia

  24. Lieber Marcus,

    ich denke auch, es ist eine gewisse Gewöhnung vonnöten. Im Herbst und am Anfang der kalten Jahreszeit habe ich fast immer zuviel an. Mit dem Fortschreiten des Winters wird es immer weniger, so dass ich oft nur mit Shirt und Jacke unterwegs bin, neben der dann doch langen Tight, allerdings ist die ungefüttert 😉
    Mit den Handschuhen beginne ich allerdings wesentlich früher, wenn die Temperaturen unter 8°C gehen laufe ich nie ohne und die Mütze gehört dann auch dazu.
    Ich friere eher leicht und zum Abhärten ist es bei mir wohl definitiv zu spät 😎

    Das Thema gehört wohl zu den individuellsten überhaupt, denn auch im Sommer sehe ich oft Läufer mit langen Tights und Shirts, was ich nun wieder gar nicht verstehen kann.

    Salut

  25. Lieber Christian,

    es ist nie zu spät! 😉 Die Frage ist nur, ob das nötig ist, wenn sonst alles im Rahmen gewisser Parameter ohne Probleme abläuft. Die Abhärtungskomponente hat sich bei mir auch einst eher zufällig entwickelt, aber ich möchte das nicht mehr missen. Die kalte Dusche nach dem Lauf ist einfach nur grandios! Sehr empfehlenswert! 🙂

    Bezüglich Kopfbedeckungen habe ich ein BW-Trauma. Allerdings mochte ich als Kind schon keine Mützen.

    Vor gut einem Jahr schrieb ich einen ähnlichen Artikel, damals war mein Aufhänger, daß ich im August Menschen mit Pelzmäntel!!! sah. Das ist absurd.

    Wie auch immer, jeder muß das tun, was ihm gut tut. Nur wissen es manche Menschen nicht besser.

  26. Goldener Oktober? Schön? Ich merke nix davon!

    Hier stürmt es, es hat 4 Grad und ab morgen sind sogar Schneefälle bis in tiefe Lagen vorausgesagt! Ahhhh!

  27. Aber mit dem BW-Mützchen sahst du richtig sexy aus!!!

  28. Meine liebe Brigitte, die Herrlichkeit der Welt ist immer adäquat der Herrlichkeit des Geistes, der sie betrachtet. Soll heißen, versuche nicht den kalten Sturm darin zu sehen, sondern geliebte Windböen, die Dich zärtlich berühren möchten, um Dich sanft zu streicheln. Genieße es! Lehnt Dein Geist das Wetter ab, wirst Du Dich nicht wohlfühlen. Öffne Dich. Es lohnt sich! 🙂

    BW-Mützchen? Sexy? 😀 Meinst Du den Stahlhelm oder das grüne Barett?

  29. Putzel, das mag zwar für dich gelten, aber nicht für mich *gg*. Es geht ein besch… Sturm draussen, der umarmt mich nicht, der würde mich davon tragen!

    Na das grüne Barett, da sahst echt sexy damit aus! *schwärm*

  30. Ja sicher trägt er Dich davon. Liebevoll in den Horizont getragen, um Dir eine wunderbare neue Welt aufzuzeigen. Laß Dich darauf ein. Negieren ist immer der falsche Pfad…

    Na ja, das ist relativ. Mir fallen da eher grüne Steine zu ein. 😀

  31. Wenn er mich in Richtung dir trägt – okeeeeee! 😉

    Glaub mir, wenn ich es sage. Es stand dir gut, das Mützchen! Und wie ein Stein sahst ned aus 😛

  32. Wohin sonst? 🙂

    Na gut, aber ich habe die Kopfbedeckungen gehaßt. Wie ich zum Stein wurde, hast Du ja nie gesehen. 😀

  33. *Kopf auf die Hände stütz und weiter beobacht* Macht ma weiter…:D

  34. *Anettchen eine wohl duftende Tasse mit Kaffee hinstellt* Schwarz nehme ich an. 🙂

  35. *Anettchen noch ein Stück Kuchen dazu stellt* 🙂

  36. Danke schön…Marcus…ich bin aber ne Süße…Kaffee nur mit Sahne und Zucker *gg*.

  37. Das klingt doch wunderbar, Bienenstich- oder Streuselkuchen vom Blech!

    Kaffee mit Zucker? Hm, das habe ich noch nie versucht. Ich bin zwar ebenfalls ein Süßer, aber ich trinke ihn lieber stark und schwarz. Black Sensei halt. 😀

  38. Hallo ihr kaffeetrinkenden und Kuchen essenden Weicheier und Hartgesottenen :D,
    ich bin ein Kaltduscher und gleichzeitig ein Weichei. Ich bin ständig am Frieren und unter 25° ist bei mir Bibber Alarm…
    Aber eine Mütze hatte ich noch nicht auf! 🙂 Allerdings muß ich zugeben, daß ich heute ein langes Shirt herausgeholt habe….
    Trotzdem muß ich dir, lieber Marcus recht geben – die meisten sind viel zu verweichlicht. Vielleicht sollte ich es morgen mal probieren, einfach kurz loszulaufen und sehen, wie es mir ergeht? Ich werd schon nicht gleich erfrieren…
    Aber ich glaube – Weichei bleibt Weichei…. 😀
    Ich ziehe mich jetzt mit einem heißen Tee in meine kuschelige Couchecke zurück und sende euch allen liebe Grüße
    Petra

  39. Kornelia, meine Einschätzung war wohl etwas zu positiv, nach dem heutigen Temperatursturz ist jetzt mehr Winter denn Herbst. So sei es.

    Die Eicheln können unangenehm werden. Wenn dann Böen durch den Wald fegen und das große Prasseln beginnt, stellt das vielleicht eine Motivation zum Tempolauf dar. 😉

    Petra, ist das nicht eine gemütliche Atmosphäre hier? Es duftet nach Kaffee, wohlig warm ist es und der Streuselkuchen mundet köstlich. Wir haben noch Schaukelstühle in unserer Runde frei… 😉

    Es ist echt interessant, wie individuell die Menschen mit Kälte umgehen. Du frierst schnell, dennoch Kaltduscherin und keine Mütze!

    Wie gesagt, Weichei ist relativ. Wahrscheinlich gibt es gar keine reale Entsprechung des Wortes. Ich würde Dir aber nicht raten, jetzt einfach mal in kurz loszulaufen. Hier sind aktuell 01 C°. Sich der Kälte auszusetzen und sich an ihr zu gewöhnen, ist ein langsamer Prozeß. Das langsame Sinken der Temperaturen im Wechsel der Jahreszeiten wirkt hierbei unterstützend ein, jedoch verschwindet der langsame Übergang immer mehr. Das einfach so zu testen, ist kontraproduktiv. Bleibe lieber bei Deinem üblichen Stil.

    Ich wünsche allen einen schönen und sonnigen Winteranfang!

    • So ist es, heute war mehr Winter als Herbst. Obwohl als ich lief so gegen 16.00 Uhr, waren immerhin noch 10 Grad. Doch der Wind war kalt, so dass ich sehr froh war, um die nun etwas wärmere Kleidung.
      Handschuhe und Mütze müssen aber noch warten. Deren Zeit ist noch nicht gekommen.
      Weiß nicht ob ich ein Weichei bin, aber auf jeden Fall ein Warmduscher. Könnte niemals unter einer kalten Dusche gehen, jedenfalls nicht freiwillig.
      Aber jedem das seine.
      Liebe Grüße
      Kornelia

  40. Winter…so richtig mit viel Schnee und Sonnenschein? DAS klingt richtig gut. Und nach einem Winterlauf rein in die warme Bude, frischen Kaffee oder heißen Tee und Kuchen oder ganz frisches Brot? Jammi…ich hab Hungääääääär 😀

  41. Das ist doch romantisch, gell? Erst die Kälte genießen, um anschließend im Kerzenschimmer durch das Fenster die Schneeverwehungen beobachten. Nun beginnt die gemütliche Zeit. 🙂

  42. … jetzt fehlen eigentlich nur die Lebkuchen und der Glühwein! Ich nehme dann gern Platz auf dem Schaukelstuhl! 😀

    Ich habe mich heute übrigens nicht getraut kurz loszulaufen – war wohl auch ganz gut so. Aber ich habe es genossen – es war einfach toll!

    Liebe Grüße
    Petra

  43. Kornelia, die ersten Graupelschauer gab es hier schon. Auch dieses Jahr fehlt ein wirklicher Übergang. Nun gut, das ist leider nicht zu ändern. Wie gesagt, Weicheier gibt es nicht wirklich. Heute ist es zumindest wieder wärmer, wenn auch dunkel. Vielleicht gießt es ja bald. 😉

    Petra, es ist für alles ausreichend gesorgt! 😉 Das hätte auch nichts gebracht. Wenn man das nicht gewöhnt ist, einfach mal in kurz laufen – außer einer Erkältung hättest Du nichts gewonnen.

    Genießt den Herbst! Ich hoffe, bei Euch ist er nicht sooo dunkel wie hier eben.

  44. Graupelschauer? Schön wärs…wir haben echten Winter…nix mit goldener Herbst….ich nehm auch Glühwein *gg*.

  45. Na ja, golden wäre übertrieben. Dunkel und Nieselregen paßt heute gut. Aber Deine Bilder sind schön, da könnte man fast schon eine Schlittenfahrt machen, wenn sich jemand findet, der mich zieht. 😀

    Glühwein ist heute frei!

  46. Grüß Dich. Magst du mir bitte erzählen, wie dein Theme heißt? Ich möchte es gerne auch für unsere Seite verwenden. danke im Voraus.

  47. Hi Julia,

    gerne doch. Das steht auch ganz unten auf der Seite (mit Link):

    „Theme: Black Letterhead von Ulysses Ronquillo“

    Viel Spaß!

  48. Endlich, bin heute auf deine Seite aufmerksam geworden und freu mich, dass ich nicht der einzige bin, der so denkt.

    Ich geh auch prinzipiell jetzt noch mit T-Shirt und Jeans raus. Reicht, ist nicht kalt, sondern angenehm.

    Fürn Winter fürs Rennrad hab ich nur eine Hose, die wird bei -° ausgepackt. Vorher reicht halb bzw. 3/4.

  49. Dito, Franzl! 😉

    Wenn man die Menschen so beobachtet, frage ich mich oft, ob ich mit meinem Denken allein bin. Umso schöner zu wissen, daß noch mehr Menschen sich angemessen kleiden.

    Und wenn man sich bewegt, sieht das noch einmal anders aus. Da sollte man sich erst recht nicht „einmummeln“ wie in Sibirien. Weiterhin viel Spaß beim Rennradfahren!

  50. Sigi Hase Says:

    Hallo!

    Ich habe wieder einmal gegoogelt. Nach ‚kurzern Hosen im Winter“.
    Auch ich trage seit Jahrzehnten (!) grundsätzlich kurze Hosen (so um die Bermudalänge) – und es ist wieder die zeit, in der man z. T. dutzende Male am Tag erklären darf, daß man nicht am erfrieren ist, sich auch eine lange Hose leisten kann wenn man will und im Übrigen ein ganz normaler Mensch ist und zu keiner Zeit in einer Irrenanstalt war.

    Meine e-mail-Adrellse solltest Du sehen, sehr gerne würde ich mit Dir mailkontakt aufnehmen! Im Internet gibt’s ja jeden Scheiß – aber Nichts (forum) für Leute, die auch im Winter gerne kurze Hosen (oder auch Röcke bei Frauen) tragen.

    Gerold

  51. Hallo Gerold,

    die meisten Menschen sind Gefangene ihres Geistes und kennen kaum den eigenen Körper, geschweige denn, vertrauen sie ihm. Wobei ich die kurzen Hosen während meiner täglichen Läufe präferiere – das aber ohne Probleme noch bei Minusgraden. Das hat nichts mit „Verrücktsein“ zu tun, im Gegenteil. Abhärtung im Rahmen der individuellen Grenze respektive im Kontext einer maßvollen Intensität ist mehr als positiv.

    Das Erklären würde ich einstellen, wer das nicht ebenso praktiziert, kann dies nicht verstehen.

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