Täglichlaufen und Gesundheit

Ich setze meine Reihe fort, die sich dem Täglichlaufen widmet, im Kontext einer Korrelation diverser Aspekte, welche sich automatisch bedingen. Das heutige Thema – Gesundheit – ist an essentieller Bedeutung nicht zu übertreffen. Täglichlaufen setzt zwar eine stabile Konstitution voraus, gleichwohl wirkt sich diese Konzeption positiv auf die Gesundheit aus. Sofern die Intensität von einem wohldosierten Rahmen geprägt wird – wie alles im Leben: Übertreibung ist stets sinnlos. In Kombination mit adäquaten Kraftübungen und Abhärtung erfährt der Körper explizit das Programm, war er benötigt, bzw. wozu er eigentlich konstruiert ist. Den Tag bewegungslos in einem Büro zu verbringen, um anschließend die Couch vor dem Fernseher zu genießen, kann nur ungesund sein, was jedem einleuchten dürfte. Bewegung ist alles. Doch diese allgemeine Thematik habe ich hier längst behandelt, so daß ich nun spezieller – anhand meiner Person – werden darf.

Ab November 1999 vollzog sich die Wandlung jeden Tag zu laufen – hin und wieder legte ich noch Ruhetage ein; entsprechend kurz die damaligen „Serien“. Es war eine schleichende Entwicklung, die ich weder wollte noch bewußt plante. Wahrscheinlich habe ich nur instinktiv erkannt, was meinem Körper gut tat – und das sollte er bekommen – ohne großes Nachdenken. Vor dieser Zeit und auch noch bis März 2001 dominierten öfter gesundheitliche Probleme. Vor allem in den Knien und in den Füßen, die mich zum Pausieren zwangen. Obwohl, das ist nicht korrekt. Ich legte Ruhetage ein, weil ich es nicht besser wußte. Mit etwas Disziplin und dem erforderlichen Wissen wären kurze Läufe vielleicht praktikabel gewesen. Den kompletten Januar 2001 verbrachte ich auf dem Ergometer, nicht ein Lauf war möglich. Dieser Monat stellte bis dahin die eklatanteste Zäsur in meinem Läuferleben dar. Ein Monat ohne Laufen! Immerhin war der Grundstein für mein Täglichlaufen längst gelegt, wenn auch das bedeutungslose Zählen der Tage noch nicht in Erscheinung trat. Mein Körper lechzte nach Bewegung, nach dem Laufen in freier Natur, im Wald – ich wollte nur hinaus in die kalte Luft; Laufen – und ich konnte nicht. Eine mentale Belastung, in die sich Wut mischte, vor allem über die eigene Unzulänglichkeit.

Aus jener Erfahrung resultierte die Trotzreaktion ein bewußtes Täglichlaufen zu praktizieren, einerseits als Protest gegen den Körper, diesem schwachen biologischen Organismus, andererseits um die Tage bis zu der nächsten Zwangspause angemessen auszunutzen, ergo temporär begrenzt. Wie bereits der Titel meiner Seite impliziert, wurde meine Vermutung dahingehend nicht Realität. Denn es setzte eine Entwicklung ein, mit der ich nicht rechnete. Und zwar stellte sich eine wahrnehmbare Reduktion von Verletzungen und anderweitigen gesundheitlichen Problemen ein. Insgesamt haben sich Schwierigkeiten dieser Art immens reduziert. Freilich blieb und bleibe ich bis heute nicht von Wehwehchen verschont. Aber wo ich früher einen Ruhetag einlegte, würde ich heute eine kurze Runde laufen. Das ist genau der Unterschied zu meinem früheren Selbst. Heutzutage betrachte ich das als Selbstdisziplin, als ein Meistern von Herausforderungen und Widrigkeiten, an denen man wächst.

Natürlich existieren Grenzen, die man nicht überschreiten kann. Wenn eine akute Krankheit oder schwerwiegende Verletzungen auftreten, ist Laufen Unsinn, kontraproduktiv. Das versteht sich von selbst. Wenngleich es sich hierbei um eine individuelle, ja persönliche Definition handelt. Daher gehört auch immer Glück dazu, da sich viele Faktoren nicht beeinflussen lassen. Doch durch das Bewältigen von Problemen – gerade auch gesundheitlicher Natur – lernt man seinen Körper viel besser kennen und weiß, wie weit man gehen kann und darf; man lernt sich zu vertrauen. Vertrauen in sich selbst. Läuft es augenscheinlich nicht „perfekt“ und die Routine führte bis dato das Regiment – erst dann weiß man das Täglichlaufen richtig zu schätzen. Der menschliche Körper mag zwar ein fragiles Konstrukt sein – wie auch eine Täglichlaufserie – allerdings ist er widerstandsfähiger und belastbarer als die meisten Menschen je in ihrem Leben erfahren werden, weil sie ihn schonen und nie bis an seine Grenzen fordern werden. Lassen wir uns vom Körper oder vom Geist regieren? Die Entscheidung treffen nur wir allein. Tu si animo regeris, rex es, si corpore servus.

28 Antworten zu “Täglichlaufen und Gesundheit”

  1. Schöne Gedanken und ein schöner Text zu deiner absoluten Leidenschaft – dem täglichen Laufen.

    Leider kann ich dazu nicht soviel sagen, da ich das für mich ja nicht praktiziere.

    Ich wünsche dir noch viele viele verletzungsfreie Tage und wunderschöne Läufe!

    *hdssl*

  2. Danke! Es war nur Aufzeigen der Verbindung Gesundheit und Täglichlaufen an meinem Beispiel. In der Regel hört man ja immer davon, wie ungesund das wäre, was es nicht ist. In dieser Richtung sollte der Artikel verstanden werden.

    *drückt Dich* 🙂

  3. Ich habe einmal versucht, Deinen Gedankengängen zu folgen.
    Dabei komme ich aber immer wieder zu dem Ergebnis,
    „Du bist eine Sklave Deiner Planwirtschaft.“

    Auch ich laufe nahezu täglich, aber nur wenn ich will nicht wenn es
    irgend ein Plan, und wenn er nur im Kopf ist, es so fordert.

    Wünsche Dir trotzdem noch viele Tage, Wochen, Monate, Jahre täglichlaufen.

  4. Deine Antwort beweist, daß Du meinen Gedankengängen nicht im Ansatz folgen kannst. Aber wie könntest Du auch? Du bist kein Täglichläufer. Pläne und Täglichlaufen? Absurd.

    Ich verweise auf meine Artikel: Täglichlaufen. Wegweiser – und diverse andere. Nur in „Best of Photos“ und „Laufphilosophie“ reingucken, ermöglicht keine adäquate Betrachtung. Für Außenstehende gleich gar nicht.

  5. Lieber Marcus,
    Danke für die Einblicke in Deine Gedanken und Deine Erfahrung. Du weisst, wie faszinierend ich Dein täglichlaufen finde und trotzdem stehe ich immer zwischen Deinen Ansichten und dem was mir meine Erfahrung sagt: täglichlaufen kann nicht jeder und ich schon gar nicht, aber das habe ich schon einmal ausgeführt.
    Der Grund zu laufen ist ähnlich, wir beide verfolgen kein Ziel, sondern laufen nur wegen der Freude, dem Genuss und um des Laufens selbst Willen. Ich wünsch Dir weiter hin viel Freude bei Deinem selbstverständlichem täglichlaufen

    Schönes Wochenende

    Salut

  6. Danke für Deine Antwort Christian!

    Mit Deiner Erfahrung stehst Du eigentlich gar nicht zwischen den Ansichten – wie ich finde. Ich sehe das ähnlich. Täglichlaufen kann nicht jeder, das ist wahr. Daß Du das nicht kannst, würde ich nicht sagen. Die Frage ist eher, warum solltest Du – man muß ja nicht täglich.

    Laufen um des Laufen willens, ist doch schön, oder? Für mich die höchste Erkenntnis.

  7. Ja, Marcus, ich kann es definitiv nicht. Meine Versuche sind gescheitert, wahrscheinlich mussten sie scheitern, da sich für mich ein zu grosser Druck aufgebaut hat und etwas auf das ich mich immer freue auf einmal zu einem „Muss“ geworden ist. Diese Normalität: „ich geh täglich laufen“ war und ist nichts für mich, denn manchmal geht es bei mir auch nicht und manchmal will ich auch nicht 😉
    4-5 Mal in der Woche reicht mir.

    So, jetzt werde ich den Grill sauber machen und dann anfeuern 🙂

    Salut

  8. Na gut, wenn da ein Druck aufgebaut wird, kann das nicht funktionieren. Wir sind alle unterschiedlich und haben die differenziertesten Stile, die wir in unser Laufen hinein interpretieren. Ich finde diese Vielfältigkeit gut. Manch einem liegt das, dem anderen wieder etwas anderes. Und ganz ehrlich, Täglichlaufen würde ich nie jemanden empfehlen, tägliche Bewegung dagegen schon. Ich kann auch andere Konzeptionen akzeptieren und freue mich an deren Tun.

    Du bist übrigens nicht gescheitert, wenn ich das noch anmerken darf.

    Viel Spaß beim Grillen! Ich bin schon fertig und müßte theoretisch an einem Ultralauf teilnehmen, um das „Verputzte“ abzuarbeiten. 😀

    Bon Appetit, Christian! 🙂

  9. Ja, ja, macht mir nur Hunger auf Gegrilltes *grummel*

  10. Sei froh, daß Du Dich nicht so fühlst wie ich mich eben – aber lecker war es! 🙂

  11. Wahrscheinlich hast Du recht. Für einen „anderen“l Läufer ist täglichlaufen kaum zu verstehen.
    Bevor ich Dir geschrieben habe, bin ich tief in Deinen Block eingestiegen, weil mich das Thema trotz aller Zweifel fasziniert hat.

    Aber der Gedanke, wie Du schreibst täglich aus Liebe laufen, ist für mich, selbst aus diesem Grund nicht vorstellbar.
    Meines Erachtens ist es immer ein Zwang, jedem Tag der gleichen Betätigung nachzugehen. Sei es was es wolle.

    Schönes Wochenende
    Hans

  12. Ich würde mich jetzt aber gerne so fühlen! *maul*

  13. Hans, ich lief nicht immer aus „Liebe“ täglich. So begann es nicht, so ist es heute. Zwang ist es definitiv nicht, mit Zwang kann man das nicht auf Dauer praktizieren. Und mir macht es auch nicht an jedem Tag Freude – das ist klar. Täglichlaufen hat Höhen und Tiefen. Beides macht es aus.

    Brigitte. wenn Du wüßtest! 😀

  14. Einen wunderschönen Guten Tab…bzw. Guten Abend Marcus. Ich lese immer mit freude und Spannung deine Berichte. Kann ich ihnen doch im Moment sehr viel entnehmen. Danke dafür. Außerdem stehst du ja unter Beobachtung *gg*.
    Ich muss gestehen, im Moment macht mir das täglich laufen Spaß. 3-5km gehen fast immer und da ich zur Zeit eh nur kurze Strecken laufe, spielt der Kopf voll mit. Bis da eines Tages Routine einzieht, das wird noch laaaaaaaaange dauern. Im letzten Jahr konnten die strecken nicht lang genug sein, dementsprechend waren auch Verletzung und Überlastung zu spüren. Ich gehe jetzt in die vierte Täglichlaufwoche und es tut nix weh.
    Im Moment profitiere ich von deinen Erfahrungen, möchte mich aber trotzdem in keinem Forum mehr anmelden zum austauschen.

  15. „Sofern die Intensität von einem wohldosierten Rahmen geprägt wird“

    genau das ist der Knackpunkt 😉 Konnte ich auch bei mir sehr gut beobachten.. Solange ich einfach nur gelaufen bin, wars auch bei mir okay, als die Intensität dazu kam, kamen auch die wehwehchen.. Wobei ich mir derzeit gar nicht sicher bin, ob das eine Laufverletzung ist.. Aber es sieht schon wieder ganz gut aus 🙂

    Viele Grüsse,
    Jens

  16. Als ehemaliger Täglichläufer, der es immerhin auf 1 1/2 Jahre gebracht hat 😉 vertrete ich heute die Meinung, daß es nicht unbedingt täglich laufen sein muß. Ich würde eher sagen, sich täglich in einer irgendeiner Art körperlich zu betätigen. Zu meiner Täglich-Lauf-Zeit habe ich andere Sportarten total vernachlässigt, das hat sich bitter gerächt. Heute mache ich einen ständigen Wechsel zwischen Laufen, Krafttraining und Gymnastik/Joga/Stretchen und es geht mir viel besser.

    Wenn man es so sieht bin ich auch ein STREAKER, wenn nicht RUNNER dafür Streak Sportler.

    Gruß
    Holger

  17. Anett, ich bin schon auf Dein Zwischenergebnis bezüglich der Auswertung Deiner Beobachtungen gespannt. 😉

    Schön zu lesen, daß es Dir Spaß macht! Nach meiner Erfahrung legst Du bereits einen Grundstein, um das längerfristig durchzuziehen. Eher kurze Distanzen gewöhnen den Körper und stellen ihn darauf ein. Später sind auch größere Distanzen kein Problem – täglich. Die Frage ist nur, ob Du das möchtest.

    Ich überlege immer, wie ich gehandelt hätte, wenn ich in der Form davon gewußt hätte. Also vom Täglichlaufen als Stil.

    Wenn Du das so weiter machst und Dich langsam steigerst, kommen auch keine Überbelastungen. Und wenn Du nicht mehr möchtest, hörst Du eben auf – ist doch auch okay, oder?

    Jens, wohldosiert ist alles kein Problem. So ganz habe ich das Ende Deiner Serie nicht mitbekommen. Ich werde das mal nachlesen. Auf jeden Fall finde ich es schade, da Du das sicher ewig durchgehalten hättest – nach meiner Einschätzung. Wobei Du natürlich Ziele hast und anspruchsvolle Marathons usw. laufen möchtest. Für mich persönlich würde das nicht zusammen passen – die Kraft habe ich nicht.

    Ich wünsche Dir alles Gute!

    Holger, genau mein Reden! Unter „Pro Bewegung“ habe ich das vor längerer Zeit schon geschrieben. (https://blacksensei.wordpress.com/2008/02/21/fur-mehr-bewegung/) Tägliche Bewegung halte ich für notwendig (egal was) – Täglichlaufen muß es nicht sein. Bei mir ist es nun mal das – plus rudimentär (bin zu lange raus) Kampfsport und Kraftsport. Laufen kostet halt die meiste Zeit, aber meine Kraftübungen sind für mich ganz wichtig.

    Streaksportler mit wechselnden Stilen ist eigentlich optimal. Ging es Dir als Täglichläufer auch so, daß Du nicht (mehr) unter einer bestimmten KM-Distanz fallen wolltest?

    Allen einen schönen Sonntag!

    • Du schreibst „Ging es Dir als Täglichläufer auch so, daß Du nicht (mehr) unter einer bestimmten KM-Distanz fallen wolltest?“

      Genau, mein Ziel war, einen Tagesschnitt über die gesamte Zeit von 10 Km zu halten und das habe ich auch erreicht.

      LG
      Holger

  18. Man kann es auch auf den Punkt bringen. Der Körper zeigt einem, mit der entsprechenden Untersützung und Stärkung, genau was einem gut tut und was einem schadet. Das Problem ist, es zu erkennen.
    Und um die Signale seines Körpers zu erkennen muss man sich mit ihm auseinandersetzen. Ihn trainieren und ihn testen.
    Dieses dauert eine gewisse Zeit. Aber es lohnt sich diese Zeit und diese Erfahrung zu machen.
    Ich kenne viele Leute die behaupten sie können keine 20km Laufen. Woher wissen sie dies. Sie sind noch nie in ihrem Leben gelaufen. Man muss seinem Körper erst einmal die Möglichkeit geben, etwas zu leisten! 😉
    Es ist toll das Du deinen Weg gefunden hast und mit ihm glücklich bist. Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude daran! 🙂
    Gruß Gerd

  19. Ein schöner Bericht über die Zusammenhänge von Täglichlaufen und Gesundheit. Man muss nur eben wirklich darauf achten, dass man nicht von Null auf Täglich durchstartet und dass man die Grenzen wirklich kennt.
    Wenn man das tut, ist das Täglichlaufen die reinste Energiegewinnung.

  20. Holger, danke für Deine Antwort. Ich habe damit gerechnet; ähnlich halte ich das auch. Heute habe ich meine „Vorgabe“ verfehlt – na ja, Muttertag eben. 😉

    Gerd, wenn es auch oft hart war und auch in der Zukunft Herausforderungen warten werden – ich bereue nichts. Es hat sich immer gelohnt.

    Untrainierte Menschen können keine 20 KM aus dem Stand ohne Pause laufen. Aber Du meinst die Einstellung, da stimme ich Dir zu. Sehr viel findet nur im Kopf statt.

    Ja, mit dem Weg bin ich glücklich. Wer weiß, wie der Weg nach dem Weg aussehen wird.

    Hannes, korrekt. Aus dem Nichts auf Täglich funktioniert sowieso nicht. Zumindest nicht auf Dauer. Und ja, meistens ist es schon eine Energiegewinnung. Heute war es nur Energieverschwendung…

  21. Wieder ein sehr guter Artikel von Dir, Marcus! Ich praktiziere das Täglichlaufen ja noch nicht so lange, empfinde aber genau so wie Du. Und immer mehr komme ich zu der Einsicht, dass es einfach nur schön ist, sich täglich bewegen zu können. Wann ich das tue, wie lange ich laufe – das ist alles nicht so wichtig. Auch Wettbewerbe werden immer unwichtiger. So nach und nach schwindet die Lust daran. Es ist schön, einfach so zu laufen, aus Freude an der Bewegung, meinetwegen zur Gesunderhaltung (wobei auch das nicht ständig im Kopf rumschwirrt), mal allein, meist mit dem Hund, und gern auch mit Freunden.

    Holger – Täglichsportler ist doch super! Darum geht es ja schlussendlich auch nur, dass man täglich Sport treibt.

  22. Lieber Marcus,

    hier sitze ich nach meine 60 – Kilometer-Lauf, und es wäre für mich ein Unding, meinem Körper und mir nach einem solchen Abenteuer keine Entspannung in Form von Ruhe zu gönnen, er bekommt, was er braucht, um dann wieder vollkommen regeneriert in seinen gewohnten Trott zu gelangen.

    Nicht umsonst laufe ich seit vielen Jahren nahezu unverletzt und zufrieden durch die Welt.

    Mit 60, 100 und mehr Kilometern in den Knochen schreit der Körper nach Ruhe, auch in einer normalen Woche gönne ich sie ihm, zumal ich ihm auch dort ab und an einiges abverlange, und damit er mich weiterhin bei meinen wenigen Langstrecken-Abenteuern hilfreich unterstützt, bekommt er das, was er braucht.

    Ich könnte es nicht, du tust es und manch anderer auch, ich freue mich mit dir, denn – wie schon so oft gesagt – wir haben sie gemeinsam: die Leidenschaft zum Laufen, ob jetzt täglich oder nicht,

    WIR LIEBEN ES ! 8)

  23. Danke Ramona! So langsam müßte ich die wichtigsten Themen bezüglich Täglichlaufen durchhaben, oder? Vielleicht noch Zeit und Organisation.

    Wettbewerbe werden für Dich unwichtiger? Damit hätte ich nicht gerechnet. Woher kommt diese Entwicklung? Ich persönlich sehe darin keinen Sinn (für mich), aber selbst wenn ich an Wettkämpfen teilnehmen würde oder Marathon – UND Täglichlaufen – das könnte ich nicht. Die Kraft, die ich aufbringen kann, reicht nur für eines. Das ist vielleicht auch ein Grund, warum meine Serie noch hält – ich habe sie noch nie bewußt bedroht.

    Täglichsportler ist optimal, ja. Wobei ich jetzt wieder überlege, wenn wir eines Tages unsere Serien beenden werden – in entfernter Zukunft hoffentlich – so wird das sicher auch eine schwere mentale Umstellung. Nein, da denke ich jetzt nicht weiter nach.

    Du formulierst es perfekt: es ist schön, sich täglich bewegen zu KÖNNEN. Möge es lang dabei bleiben, für uns alle! 🙂

    Margitta, ich könnte das auch nicht. Ich drehe in der Regel meine entspannte Runde am Tag ohne Ziele – gemütlicher und gesünder geht es kaum. Ein 60 KM Kraftakt würde mir auch nicht gelingen. Daß der Körper danach Ruhe braucht, ist klar.

    Für unser beider Handeln ist Leidenschaft essentiell – wie wahr. Obwohl, Du könntest auch Täglichläuferin werden! 🙂

  24. Marlene Says:

    Lieber Marcus,
    ich finde Deinen Bericht sehr interessant! Besonders die Beobachtung, dass Du weniger verletzt bist seitdem Du täglich läufst.
    Ich denke, dass jeder Mensch und jeder Körper anders reagiert und sich später dann daran gewöhnt was er bekommt bzw. mit ihm gemacht wird. Mag man Ruhepausen gewöhnt der Körper sich auch daran, macht man stattdesen einen kleinen Lauf eben auch daran. Und andersrum gilt sicher auch, dass jemand, der fühlt, dass sein Körper Pausen braucht ihm diese hoffentlich auch gibt.
    Menschen sind eben verschieden, manche laufen eben langsamer, manche schneller, haben längere Einlaufzeiten oder mögen lange oder kurze Strecken und so ist die Regenerationszeit siche rauch sehr unterschiedlich. 3km Kraul statt 5 oder 6km oder mal ein ruhiges leeres Becken sind eindeutig körperlich fühlbare Erholung bei mir und so wird es beim Täglichlaufen auch sein denke ich.

    Und sicher ist es was ganz anderes wenn man 60 Kilometer relativ schnell läuft oder wie ich nur 1-2 Stunden durch den Park zockelt und schwimmen ist ja sicher auch weniger verletzungsanfällig….

    Spannend finde ich aber am Täglichlaufen die mentale Seite (die ja selber nicht kenne) – wie eben bei mir beim Schwimmen auch. Das ist nochmal anders und mir gibt das eben sehr viel Kraft und mentale Gesundheit.
    Und so scheint mir das bei Dir auch zu sein. Sonst würdest Du es ja nicht schon solange machen. Und wenn dann mal eine Sporteinheit nicht 100% ideal für die körperliche Gesundheit ist macht das nichts, solange man es nicht übertreibt oder Verletzungen schlimmer macht usw. Das kommt sicher auch beim nicht-täglich Laufen vor.

    Ich bin auch abends schon müde losgelaufen weil mein Kopf dies brauchte (nochmal rauszukommen und in Ruhe denken zu können) und mein Körper dankenswerterweise mitmachte aber auch gut hätte schlafen können 🙂

    Gesundheitlich problematisch scheint mir da eher, ein unerbittliches Training, dass ausschliesslich auf Schnelligkeit und Gewinnen zielt, unter Druck scheint man leichter die eigenen Körperanzeichen zu ignorieren, aber das ist mein VOLLKOMMEN unqualifizierter Eindruck!

    Viele Grüsse Marlene

  25. Ja, Marcus, ich weiß auch nicht, wie das kommt. Das hat sich wohl so nach und nach entwickelt. Mir ist die tägliche Dosis Frischluft in der Natur, in Ruhe und entspannt genossen, mehr Wert. Darüber nachgedacht habe ich schon länger. Da mir aber das Zusammensein mit den Sportfreunden sehr gefällt, hab ich weiter an Wettbewerben teilgenommen. In diesem Jahr sind auch neben dem Rennsteiglauf noch zwei Wettbewerbe geplant, die ich auch (so ich gesund bleibe und nichts dazwischenkommt) durchziehen werde. Sie sind schon bezahlt und finden in relativ nächster Nähe statt. Aber im Großen und Ganzen habe ich keine Lust mehr auf den Stress. Es ist auch immer ein Zeitfaktor. Dazu kommt, dass es wirklich Wichtigeres gibt und das ist mir auch mal wieder so richtig bewusst geworden. Sicher, ein oder zwei Wettbewerbe werde ich sicher noch mitlaufen, aber es wird nicht mehr so von Bedeutung sein.

    Ob diese Tendenz bestehen bleibt, weiß ich natürlich nicht. Es kann sich ja immer was ändern. 🙂

  26. Hallo Marcus,
    immer wieder schön zu lesen wie Nah wir uns doch beide sind (Gedanklich).
    Ein toller Einblick in Deine Gedankenwelt.
    Weiterhin alles Gute und viel Gesundheit.

    Lg
    Marco

  27. Marlene, herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort! Welche nicht im Ansatz unqualifiziert, sondern das ganze Gegenteil ist, vollkommen qualifiziert! Außerdem deckt sie sich mit meinem Denken.

    Exakt, jeder Mensch ist anders und das wirkt sich auch auf sportliche Aspekte aus. Der Körper gewöhnt sich wirklich an alles, wenn er denn dahingehend gefordert wird. Beispiel Täglichlaufen. Auf den ersten Blick klingt das absurd, so hätte ich früher auch gedacht. Erholungsphasen sind so wichtig etc. – in Wahrheit ist das kein Problem. Wenn man gesund ist, meistens Freude daran hat, wieso sollte man das nicht über Jahre durchziehen können? Und bei einer Erkältung läuft man eben weniger und langsamer – die frische Luft ist allemal besser als den Körper mit Chemie vollzupumpen. Dennoch, für die meisten Menschen wird es immer suspekt bleiben, schon deshalb, weil sie ihre eigenen Körper nie wirklich kennenlernen und vertrauen werden.

    Wir scheinen uns ähnlich zu sein, wenn auch bei Dir Schwimmen im Vordergrund steht (Deine KM beeindrucken mich immer wieder). Obwohl es im Prinzip gar nicht um die Sportart geht, sondern um das tägliche Ausüben. Die mentale Seite ist mindestens genauso wichtig wie die körperliche bzw. gesundheitliche. Wenn auch alles zusammenhängt. Allein schon die Erkenntnis erlangen, daß unser Sport nicht anstrengend (meistens), sondern für Körper und Geist nur positiv ist. Natürlich auch nicht immer, aber das gehört dazu. 😉 Letztlich wird nicht nur der Körper gestählt, sondern auch der Geist. Die Disziplin, die ich beim Täglichlaufen gewinne, bzw. gewonnen habe, nutzt mir ja auch woanders im Leben. Im Alltag als Beispiel.

    Das unerbittliche Trainieren auf ein spezielles Ziel hin, betrachte ich ebenfalls als problematisch. Das definiere ich schon wieder als ein Übertreiben, was gegen den Körper geht. Und das widerspricht meinem Denken. Aber ich darf das entspannt sehen, schließlich geht es bei mir um nichts; ich muß mich nicht beweisen oder messen. 🙂

    Ramona, danke für Deine Erklärung! Eine schöne Entwicklung wie ich finde, so ähnlich sehe ich das auch. Obwohl ich gestehen muß, daß ich damit bei Dir nicht unbedingt gerechnet hätte. Denn diese Ereignisse sind ja auch gewisse Höhepunkte für die ambitionierten Läufer. Und Du bist ja eine erfahrene Wettkampfteilnehmerin!

    Nichts ist beständiger als die Unbeständigkeit, gell? Soll heißen, wir werden immer Veränderungen unterworfen. Vielleicht werde ich noch zum Wettkampfläufer – na ja, ich glaube nicht mehr daran. 😉

    Marco, das habe ich schon öfter festgestellt! Für mich ist das immer wieder eine Freude zu sehen, daß noch mehr Menschen so denken. Vor allem auch in Richtung Naturverbundenheit.

    Ebenfalls alles Gute für Euch!

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