Unser höchstes Gut

In unserer Zeit existieren folgende Paradoxa. Wir haben hohe Gebäude, aber eine niedrige Toleranz, breite Autobahnen, aber enge Ansichten. Wir verbrauchen mehr, aber haben weniger, machen mehr Einkäufe, aber haben weniger Freude. Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit, mehr Ausbildung, aber weniger Vernunft, mehr Kenntnisse, aber weniger Hausverstand, mehr Experten, aber auch mehr Probleme, mehr Medizin und doch weniger Gesundheit.

Wir rauchen zu stark, wir trinken zu viel, wir geben verantwortungslos viel aus; wir lachen zu wenig, fahren zu schnell, regen uns zu schnell auf, gehen zu spät schlafen, stehen zu müde auf; wir lesen zu wenig, sehen zu viel fern. Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert. Wir sprechen zu viel, wir lieben zu selten und wir hassen zu oft. Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt verdient, aber nicht mehr, wie man lebt. Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben. Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn. Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns. Wir machen größere Dinge, aber nicht bessere.

Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile. Wir schreiben mehr, aber wissen weniger, wir planen mehr, aber erreichen weniger. Wir haben gelernt schnell zu sein, dennoch können wir nicht warten. Wir produzieren neue Computer, die mehr Informationen speichern und eine Unmenge Kopien herstellen, aber wir verkehren weniger miteinander. Es ist die Zeit des schnellen Essens und der schlechten Verdauung, der großen Männer und der ignoranten Seelen, der leichten Profite und der schwierigen Beziehungen. Es ist die Zeit des größeren Familieneinkommens und der Scheidungen, der schöneren Häuser und des zerstörten Zuhause. Es ist die Zeit der schnellen Reisen, der Wegwerfwindeln und der Wegwerfmoral, der Beziehungen für eine Nacht und des Übergewichts. Es ist die Zeit der Pillen, die alles können. Sie erregen uns, sie beruhigen uns, und – sie töten uns.

Vergeßt nicht, mehr Zeit denen zu schenken, die Ihr liebt, weil sie nicht immer mit Euch sein werden. Sagt ein gutes Wort denen, die Euch jetzt voll Begeisterung von unten her anschauen, weil diese kleinen Geschöpfe bald erwachsen werden – schneller als Ihr ahnt – und nicht mehr bei Euch sein werden. Schenkt dem Menschen neben Euch eine innige Umarmung, denn sie ist der einzige Schatz, der von Eurem Herzen kommt und Euch nichts kostet. Dieser Schatz ist EHRLICH. Sagt dem geliebten Menschen: „Ich liebe Dich“ und meint es auch so. Ein Kuß und eine Umarmung, die von Herzen kommen, können alles Böse wiedergutmachen. Geht Hand in Hand und schätzt die Augenblicke, wo Ihr zusammen seid, denn eines Tages wird dieser Mensch nicht mehr neben Euch sein. Dann ist alles zu spät und jede Chance vertan.

Findet Zeit Euch zu lieben, findet Zeit miteinander zu sprechen, findet Zeit, alles was Ihr zu sagen habt miteinander zu teilen – denn das Leben wird nicht gemessen an der Anzahl der Atemzüge, sondern an der Anzahl der Augenblicke, die uns den Atem berauben.

(Nach George Carlin)

Womöglich regt dieser Text zum Nachdenken an; mit der Konsequenz unser Leben konzentrierter und bewußter wahrzunehmen. Was ist wirklich wichtig? Das neue Auto? Oder das Gespräch mit einer guten Freundin oder den alten Eltern, die wir lange nicht besucht haben? Buntes bedrucktes Papier im Safe? Oder doch der Moment, wo wir unseren Kindern vor dem Zubettgehen eine Geschichte vorlesen? Sich dem Streß hingeben, um eine Gehaltsklasse aufzusteigen? Um sich noch mehr unnütze Dinge leisten zu können – von denen wir sowieso nichts haben, da unsere freie Zeit weiter reduziert wird? Oder Innehalten und die Blume am Wegrand betrachten? Die Biene, wie sie von Blüte zu Blüte springt? Die Wolken am Himmel betrachten?

Wir hetzen nur so dahin, machen uns zu Sklaven der Zeit und merken nicht, wie schnell sie in Wahrheit vergeht. Wir denken, „was geht mich das schon an; ich bin jung“. Doch die Jahre erobern die Vergangenheit mit einem wahnwitzigen Tempo. Jahre bedeuten nichts. Unser Dasein ist endlich. Ein Wimpernschlag in der Unendlichkeit. Es ist ein großes Geschenk, daß wir für einen Moment am Leben partizipieren. Man kann diese Existenz nicht in widerwärtiges Geld aufrechnen – dazu ist es zu kostbar.

2009_maerz_flut

Vielleicht sollten wir unser höchstes Gut, unser Leben, diese – einmalige – Chance nutzen, sinnvoll nutzen. Und sei es nur mit einem bewußten Lauf, der in den Sonnenuntergang führt. Sich bewegen, ist schließlich ein erster Schritt für eine stabile Gesundheit und damit ein Weg in die Zufriedenheit. Wenngleich sich diese Erkenntnis vor den meisten Menschen verbirgt. Und natürlich können wir dem Dämon des Geldes nicht entkommen; wir sind hochgradig abhängig. Dennoch können wir unsere Existenz bewußter gestalten, mit dem Sinn für das Wesentliche. Leben wir den Moment. Mit dem Herzen. Mit wachen Augen, die das Jetzt in unserem Bewußtsein berühren.

40 Antworten zu “Unser höchstes Gut”

  1. Meine Güte Spotzl – mit dem Thema hast du mich nun mehr als überrascht und überrumpelt.
    Der Text könnte ja schon fast von mir stammen, bzw. Teile davon.
    Wenn ich nachher wieder zu hause bin, muss ich das ganz besser auf mich wirken lassen.

    Jedenfalls wieder etwas zum Nachdenken!

  2. Ich weiß, so einen Text kann man auf sehr viele Dinge beziehen, wenn nicht auf alle. Überraschend? Ich habe das zumindest länger geplant, nur ein passendes Bild fehlte mir noch.

    Und Nachdenken – ist immer gut! Ich werde jetzt öfter etwas in dieser Richtung bringen.

  3. Dass du das geplant hast wusste ich nicht – also total überraschend.

    Mach das, ich brauch das 🙂

  4. Na geplant, ist wohl auch falsch formuliert. Sagen wir, ich hatte es im „Hinterkopf“. 😉

    Schön, daß Dir das gefällt! 🙂

  5. guten morgen, marcus-

    diesen text kannte ich schon- aber schön, ihn hier nochmal zu lesen (hattest du ihn nicht mal im forum eingestellt?)
    ja- wir vergessen zuviel hatte gefehlt *lach

    eigentlich mein denken- mein leben…
    ich achte- wertschätze und liebe das, was ich habe und bin dankbar dafür… wir sollten jedes bisschen lebenszeit nutzen- anderen liebe und achtung und wertschätzung schenken…
    be-achten- das ist das, was wir zu wenig tun… ein böses, niederträchtiges wort kommt schneller über die lippen, als ein liebes. etwas, was ich hier oft in der familie hochhalte: sagt euch was liebes- nehmt euch in den arm- so erziehe ich meine kinder. wer streitet, der muss sich anschliessend umarmen- dem anderen einen kuss geben. dann ist es wieder gut.

    es gefällt mir, dass du auf diese weise die menschen zum nachdenken anregst!

    ich wünsch dir einen schönen tag mit vielen, liebevollen begegnungen…

    athena!

  6. Genau, Athena! Ich hatte ihn im August eingestellt. Aber auf dieser Seite sind solche Texte besser aufgehoben.

    Ich weiß, daß Du schon ziemlich ähnlich dem Inhalt entsprechend lebst. Und das finde ich schön, dennoch hoffe ich, daß der Text ein wenig anregend wirkte. 🙂

    Liebevolle Begegnungen? Nun ja, eine hatte ich in der Tat. Nur leider habe ich die Situation verkannt; ich hätte sonst Müllsünder erwischen können. 😦

  7. Marlene Says:

    Ein guter Text! Und gute Gedanken dazu! Danke! Heute kann ich leider nicht mehr schreiben, aber es sind genau diese Dinge, die ich versuche noch mehr in unser Leben zu bringen….
    Ein guten Tag mit „LEBEN“
    Marlene

  8. Hallo Marcus,
    wenn ich diese Zeilen lese, hört es sich so einfach an etwas im eigenen Verhalten zu ändern oder einfach einen anderen Weg einzuschlagen. Nicht jeder kennt und weiss um seine Unzulänglichkeiten, um sein Fehlverhalten und deshalb ist es auch so schwierig etwas zu ändern. Denn wenn ich mir nicht bewusst bin, dass ich etwas falsches tue kann ich es nicht verändern und das soll keine Ausrede sein.
    Da ist es dann schon sehr schön, wenn eigene Fehler reflektiert werden und versucht wird daran zu arbeiten. Wir sind deshalb nicht besser, aber weiter und reifer als andere 😉

    Salut

  9. Marlene, ich wußte, daß Dir das gefällt! Ich wünsche Dir ebenfalls viel LEBEN!

    Christian, es ist viel schwerer als es sich hier darstellt. Solch Texte wirken vom Sinn her evident und simpel, aber den Sinn auch zu leben, ist eine andere Geschichte. Dessen bin ich mir bewußt. Aber wenn der eine oder andere darüber nachdenkt, hat es sich schon gelohnt.

  10. Womit eigentlich alles gesagt ist.
    Jetzt müssen wir es nur Leben!

  11. Ich glaube nicht daran, dass frueher alles besser war.
    Besonders gut gefaellt mir der letzte Abschnitt.

    „Das Leben wird nicht gemessen an der Anzahl der Atemzüge, sondern an der Anzahl der Augenblicke, die uns den Atem berauben.“

    Das habe ich schon immer gewusst und lebe danach, suche solche Augenblicke ganz bewusst und gehe dafuer auch Risiken ein. Das Leben war mir schon immer zu schade, es in Mittelmaessigkeit vor sich hin duempeln zu lassen.

  12. Gerd, ja, aber grau ist alle Theorie. 😉

    Kerstin, damit hast Du vielen Menschen etwas voraus. Schön, wem das gelingt.

  13. Hallo, lieber Marcus,

    viele Zeilen, um uns Menschen daran zu erinnern über Nächstenliebe, Liebe überhaupt, Aufmerksamkeit nachzudenken, um uns aufzurütteln, diese Werte neu zu betrachten und anzuwenden.

    Von den meisten Dingen fühle ich mich persönlich nicht angesprochen, weil es zu meinem Alltag gehört, Aufmerksamkeit zu schenken, nicht nur der Natur, sondern auch dem Menschen, anderen Menschen auch Gutes zu sagen und ihnen meine Zuneigung auch in Worten zu übermitteln, Gutes zu sehen, zu erkennen und gleichzeitig anzuerkennen. Jeder von uns freut sich über Zuwendung, Liebe, Anerkennung, alle wollen ihren Anteil und viele vergessen dabei auch zu geben anstatt nur zu nehmen.

    Danke, lieber Marcus, es ist immer wieder erstaunlich, was für ein nachdenklicher, die Werte des Lebens erkennender Mensch du bist, der das auch noch in Worte zu fassen vermag – unter Männern eher nicht alltäglich !

    Danke, umso mehr freut es mich, dass du so bist ! 8)

  14. Margitta, ich weiß, daß meine Leser, zumindest jene, die sich hier äußern – besondere Menschen sind, die meine Affinität teilen. Auch Deine Antwort zeigt mir das einmal mehr, was ich auch vorher wußte. 😉

    Nachdenklich ist auf jeden Fall korrekt. Und nicht alltäglich? Wer weiß. Das kann ich nicht wirklich beurteilen.

    Danke für Deine Antwort! 🙂

  15. Es sind sehr schöne und ansprechende Zeilen, wenn ich auch manches kritisch sehe – nicht alles könnte ich so übernehmen aber das ist wohl auch nicht Sinn der Sache. Aber es könnte fast nicht besser passen als im Moment. Wissen und Handeln, das sind nur noch zwei paar unterschiedliche Schuhe.

  16. „Wissen und Handeln, das sind nur noch zwei paar unterschiedliche Schuhe.“

    Ja, da stimme ich Dir vollends zu. Dennoch, wer weiß, ist schon mal im Vorteil.

  17. Eieiei – da beziehe wohl nur ich einiges auf mich. Wie unperfekt ich doch bin 😉 und das ist auch gut so.

  18. Wäre ja schlimm, wenn es perfekte Menschen gäbe. Niemand ist perfekt, nicht mal im Ansatz. Da hast Du Recht.

    Wer viel macht, macht viele Fehler.
    Wer wenig macht, macht wenige Fehler.
    Wer nichts macht, macht keine Fehler.
    Wer keine Fehler macht, wird befördert.

    😀

  19. Weißt Spotzl – trotz allen Widrigkeiten, bin ich doch ein glücklicher Mensch. Da fällt mir gleich wieder der letzte Beitrag in meinem Blog ein – ich hab einen Sprung in der Schüssel, bin nicht perfekt, aber ich habe das Herz am richtigen Platz!!! Und das ist für mich viel wichtiger als die Perfektion!
    Wie schön man doch immer vom eigentlichen Thema abkommen kann ;).
    Der Kommentar von Christian gefällt mir gut!

  20. Nein, Du kommst nicht vom Thema ab. All dies gehört dazu. Es ist eben allumfassend. Du bist – so wie Du bist – genau richtig! Besser geht es nicht. Und nicht weil Du perfekt bist – das ist niemand – sondern auch gerade wegen der Fehler, die Du hast. Die ich habe, die jeder hat. Jeder hat seinen „Sprung in der Schüssel“. 😉 Und das ist gut so.

    Der arme Eingeborene in der Wüste, der nicht mal eine Jacke besitzt, ist mit Sicherheit glücklicher als jeder Multimillionär.

    Bleibe so wie Du bist! 🙂

  21. Klar hat jeder einen Sprung, aber sicher geben es viele nicht zu 🙂

    Schöne AW von dir!

  22. Es ist nicht schlimm Fehler zu haben; sie nicht zu bekämpfen mag auch in Ordnung sein, aber es ist fatal sie zu verstecken.

  23. Wäre es nicht langweilig?

    Ich liebe die Tage, wo ich mal so richtig stinkfaul bin und vor mich hindümpel.

  24. Langweilig ohne Fehler zu leben? Die Frage stellt sich eh nicht.

    Ja, solche Tage sind wichtig. Das hat schon Mr. Butler erkannt:

    Alle Lebewesen
    außer dem Menschen wissen,
    daß der Hauptzweck des Lebens
    darin besteht, es zu genießen.

    (Samuel Butler)

  25. Perfektionisten können das Leben nicht geniessen, denn sie leben unter einem ständigen Zwang perfekt zu sein. NEIN DANKE *hihi*

  26. Ja und nein.

    Nach meinem Denken existieren keine Perfektionisten. Was ist perfekt? In meinen Augen ist das eine Illusion. Nichts ist perfekt, nicht einmal die Natur, denn sie hat unsere Spezies hervorgebracht, die für Zerstörung par excellence steht. Perfektionismus ist nur eine Illusion.

  27. Glaub mir, auf einer fuenfmonatigen Wanderung quer durch Europa hat man alle Zeit der Welt, ueber solche Sachen nachzudenken. Da merkt man dann auch, wie wenig Materielles man eigentlich braucht, dass es aber ein paar Sachen gibt, auf die man nicht verzichten kann/will.
    Man lernt, was einem am gluecklichsten macht und wenn man dieses Glueck und diese Freiheit einmal erlebt hat, will man diesen Zustand immer wieder erreichen.
    Deswegen komme ich in Amerika auch so gut klar, weil ich mich mit dem „Streben nach Glueck“ vollkommen identifizieren kann.
    Und deswegen laufe ich auch. Um dieses Gefuehl wieder und wieder erleben zu duerfen.
    Glueck hat fuer mich rein gar nichts mit Bequemlichkeit zu tun. Am gluecklichsten bin ich waehrend oder direkt nach koerperlicher Anstrengung, wenn es „gut laeuft“, oben auf dem Berg, in der Natur, kurz vor der Ziellinie. Wenn ich mich am lebendigsten fuehle, eins mit meinem Koerper und Geist und der Welt bin.
    Glueck bedeutet, das Leben auszuschoepfen, alle Erfahrungen zu machen, zu lernen, mich zu bewegen.

    Ein neues Sofa kaufen? Ach nee, das Geld geben wir lieber fuer Flugtickets, Anmeldegebuehren fuer ein Rennen, Pferdefutter, Campingplatzgebuehren, einen Nationalparkspass aus. Einen neuen Fernseher mit Flachbildschirm? Dafuer koennen wir lieber soundso viele Paar Laufschuhe oder zwei neue Fahrraeder kaufen. Eine Woche All-inclusive im Luxushotel? Wir sind doch nicht verrueckt, dafuer koennen wir glatt 3 Wochen Campingurlaub machen und viel mehr von der Welt sehen. Ich bin schon froh, dass mein Mann das genauso sieht!

  28. Ups, sorry, zu ungeduldig und zweimal geklickt. Naja, niemand ist perfekt… 😉

  29. Marcus, ein wunderschöner Text. Auch wenn ich glaube, dass es nicht möglich ist, sich der Hetzjagd der heutigen Zeit ganz zu entziehen, so ist es dennoch wichtig, jeden Tag einige Momente für sich zu haben, in den man die Ruhe sucht und das eigene Leben genießt. Ein klarer Fingerzeig, warum das Täglichlaufen für dich so wichtig ist.

    Das Laufen gibt einem Tag für Tag das, was viel wichtiger und erfüllender ist, als die ganze Arbeit, der ganze Stress des restlichen Tages.

    Viel zu selten sind die ruhigen Momente in Liebe in Geborgenheit geworden. Aber es ist schwer, das wirklich zu genießen. Die Welt zieht sofort von dannen, und schon hinkt man irgendwie hinterher. Man denkt eben, in der erfolgreichen Arbeit steckt der Sinn des Lebens.
    Und irgendwie ist das ja auch (leider?) wahr. Denn wer das schafft, der kann sich später die Ruhe gönnen.

    Nur wer sich zuvor nie die Ruhe nahm, der hat später bereits zu viel verpasst.

  30. Ein starkes Stück Text, in dem eine Menge Wahrheit steckt und über den ich mal reflektiert hab.

    „…weil diese kleinen Geschöpfe bald erwachsen werden – schneller als Ihr ahnt – und nicht mehr bei Euch sein werden.“

    Besonders hier musste ich mal einen längeren Moment darüber nachdenken, wie schnell – man ahnt es wirklich kaum – die Zeit vergangen ist.
    Die Zeit des Windeln wechselns, der täglichen kleinen Fortschritte, der vorgelesenen Geschichten scheint noch so nah – aber inzwischen pubertiert das Töchterchen schon vor sich hin und wird flügge.

    Vielleicht sollte man mal wieder das Fotoalbum rauskramen und gemeinsam über das Wunder Leben stauen

  31. Natürlich gibt es niemanden auf der Welt der perfekt und ohne Fehler ist.

    Dein Text regt mich und auch ein paar andere dazu an, doch einiges in seinem Tun und Handeln zu ändern, oder auch die Einstellungen zu so vielen Sachen.

    Wer von sich behauptet, dass er fehlerlos lebt, der lügt einfach. Denn so jemanden gibt es nicht. Es gibt keine Superhelden und es gibt keine Heiligen.

    Du kennst meine Einstellung zu materiellen Werten gell?

  32. Kerstin, nicht so ungeduldig mit den jungen Pferden! 😉

    Die Abkehr vom Materialismus kann ich nur unterstützen. Das fängt bei mir schon beim Laufen an, purer Minimalismus. Streben nach Glück? Meiner Erfahrung nach, erreichen wir das eher ohne Streben. Es läßt sich nicht einfangen.

    Auf Fernsehen könnte ich sofort verzichten. Unabhängig von der Technik, denn was nutzt die, wenn zum größten Teil nur Schrott gesendet wird? In Laufschuhen zu investieren, ist in der Tat sinnvoller. Luxushotels? Man kann alles übertreiben, aber auch dafür findet sich eine potente Klientel. Camping wäre nicht mein Fall. Als ehemaliger BW-Mensch habe ich genug für drei Leben gecampt. Das tue ich mir nie wieder an.

    Hannes, komplett entziehen, ist gar nicht möglich. Immerhin basiert unser Weltsystem darauf. Noch zumindest – nichts währt ewig. In der erfolgreichen Arbeit steckt für mich nicht der Sinn des Lebens, doch es muß ja finanziert werden. Da gibt es diesen Satz, der besagt, daß der Mensch in der ersten Hälfte seines Lebens auf Kosten seiner Gesundheit lebt, um Geld anzuhäufen. Und in der zweiten Hälfte versucht er mit dem erlangten Geld seine kaputte Gesundheit wiederherzustellen. Darüber kann man nachdenken. 😉

    Jene Leser, die diesen Text lasen und darüber nachdachten, haben sich für einen Moment bewußt damit auseinandergesetzt und somit habe ich mein Ziel bereits erreicht.

    Stefan, da stimme ich Dir zu. Tempus fugit! Wenn ich mir meine Nichte angucke, eben erst geboren und nun schon erwachsen. Das ist schon verrückt.

    Die Idee mit dem Photoalbum finde ich gut. Darüber habe ich sowieso eine spezielle Meinung, da die Genealogie ein großes Hobby von mir ist. Von daher sehe ich das alles mit anderen Augen. Was ist schon ein Leben? Nur ein Blinzeln…

    Brigitte, sicher, wie oben schon gesagt. Was sind Heilige? Illusionen! 😉 Wer das liest und nachdenkt, hat schon viel gewonnen. So sehe ich das.

  33. Hallo Marcus,
    und wieder einmal bekomme ich deinen Beitrag erst jetzt angezeigt – schade, denn der Eingangstext hat mich sehr betroffen gemacht und nachdenklich werden lassen.
    Danke dafür! Du bewirkst immer wieder mit deinen Zeilen, dass man über sich nachdenkt, dass man reflektiert, innehält…das ist wichtig und tut gut.

    DANKE!!

    Liebe Grüße
    Eva

  34. Natuerlich laesst sich das Glueck nicht wirklich einfangen, aber man kann schon die besten Voraussetzungen dafuer schaffen und Lebenssituationen, in denen man ungluecklich ist, aendern. Wenn man z.B. einen Job hat oder eine Ehe, in der man sich nicht wohl fuehlt. Oder einen Wohnort.
    Das ist fuer mich Streben nach Glueck. Situationen zu schaffen, in den ich am ehesten gluecklich sein kann. Und dann abwarten was kommt. Wobei abwarten nicht wirklich meine Staerke ist…

  35. Eva, mein Artikel ändert sich ja nicht im Inhalt, nur weil Dein Programm nicht korrekt funktioniert. 😉

    Vielleicht greife ich in Zukunft ähnlich Nachdenkliches auf. Ich habe eine Affinität bezüglich dieser Themen.

    Kerstin, Geduld ist auch nicht meine Stärke. Kommt natürlich auf die Thematik und Situation an.

  36. Marcus, das ist schon klar – aber ich lese so gerne bei dir, dass ich gerne auch zeitnah lesen möchte; ich werde dich jetzt einfach einmal täglich direkt ‚anklicken!

    Würde mich freuen, wenn künftig wieder ähnlich Nachdenkliches aufgreifen würdest – tut gut!

  37. Ich habe diese Zeilen immer und immer wieder gelesen und weis nach wie vor nicht, was ich sagen soll. Außer…diese Worte sind so war. Erlebe ich es doch gerade wieder was es heißt, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen….wie schnell die Zeit vergeht und trotzdem viel zu kurz war bzw. ist. Ich schaue meine Kinder an und denke…boah…wo ist die Zeit hin? Haben wir sie sinnvoll genutzt? Ich denke schon, es war nicht immer einfach, aber die schönen Momente überwiegen.
    Ich schau zu meiner Freundin, die um ihren Hund bangt. Ich seh meinen eigenen Hund und hoffe, ihm bleibt jegliches Leid erspart.

    Viel zu oft und viel zu schnell müssen wir geliebte Menschen oder Tiere gehen lassen. Sollten wir doch die relativ kurze Zeit, die uns vergönnt ist, sinnvoll und liebevoll genießen.

  38. Eva, wahrscheinlich werde ich auch in Zukunft mich mit derartigen Themen beschäftigen.

    Anett, allein schon durch mein Täglichlaufen, durch das tägliche Notieren der Läufe, ist mir das besonders bewußt – wie vergänglich doch alles ist. Wie die Zeit rast, das ist wirklich verrückt.

    Sollten wir doch die relativ kurze Zeit, die uns vergönnt ist, sinnvoll und liebevoll genießen.

    Das ist ein schöner Satz, ein perfekter Schlußsatz!

  39. Ich glaube, ich bin am ehesten ungeduldig, wenn ich nicht weiss, wie lange ich warten muss oder wenn ich nur passiv dasitzen und abwarten muss. Wenn ich aktiv etwas dafuer tun kann, dann kann ich auch geduldig sein und lange Zeit auf weit entfernte Ziele hin arbeiten.

  40. Ja, das sehe ich ähnlich. Eine Frage der Situation – alles relativ.

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