Wahrer Sport

Von der folgenden Anekdote ist mir der Autor nicht bekannt; zudem weiß ich nicht, ob sich diese Begebenheit explizit in der hier beschriebenen Form so zugetragen hat. Vielleicht ist die Geschichte auch nur erfunden. Doch all dies ist irrelevant. Der Sinn, der sich dahinter verbirgt, ist wahr und gewaltig. Ich definiere jene Personen mit ihrem Verhalten als Vorbilder und genau dieses Handeln verdeutlicht, was ich unter Sport verstehe. Gelebter Sport von wahrhaft großen Sportlern. Denn ich betrachte Sport in erster Linie nicht als körperliche Leistung, sondern als geistige Einstellung – als ein faires Miteinander und ehrliches Agieren zu sich selbst und zu seinen Mitmenschen.

Vor langer Zeit starteten bei einer Leichtathletikveranstaltung neun Athleten zum Sprint über 100 Meter. Sie alle waren körperlich oder geistig behindert. Der Startschuß fiel und der Lauf begann. Nicht alle wollten die sogenannte Bestzeit laufen, aber alle wollten dabei sein und mit ein wenig Glück auch gewinnen. Als sie ein Drittel der Strecke hinter sich hatten, stolperte einer von ihnen, überschlug sich und fiel hin. Er begann zu weinen. Die anderen Acht hörten das, hielten inne und schauten sich um. Sie blieben stehen und gingen zurück. Alle. Ausnahmslos.

Eine junge Frau mit Down-Syndrom kniete bei ihm nieder, nahm ihn in die Arme und fragte: „Geht es Dir jetzt besser?“ Anschließend gingen alle Neun gemeinsam über die Ziellinie. Schulter an Schulter. Das Publikum erhob sich von den Plätzen und applaudierte. Der Beifall währte sehr lange. Die das sahen, werden diese Szene nie vergessen können. Warum eigentlich?

Weil wir tief in uns wissen, daß es Wichtigeres im Leben gibt als zu gewinnen. Eines der wichtigsten Dinge in diesem Leben besteht darin, anderen Menschen zum Sieg zu verhelfen. Schwache Menschen zu unterstützen und ihnen beizustehen. Auch wenn das bedeutet, den eigenen Lauf zu verlangsamen oder seine Richtung zu ändern. Eine Kerze vergibt nichts, wenn sich eine andere an ihr entzündet.

Nur der Schwache wappnet sich mit Härte.
Wahre Stärke kann sich Toleranz,
Verständnis und Güte leisten.

(Dr. Tilly Boesche-Zacharowski)

Bleib Menschen fern,
die Deine Ambitionen belächeln.
Kleine Menschen tun das immer,
aber die wirklich Großen
geben Dir das Gefühl,
daß auch Du groß werden kannst.

(Mark Twain)

37 Antworten zu “Wahrer Sport”

  1. Guten Morgen Marcus, ich geb zu, ich musste erst mal gewaltig schlucken. Und…ich glaube schon, das sich solch ein Ereignis zugetragen haben kann.
    Du hast so recht mit deinen Worten. Es wird so oft Unwichtiges zu Wichtigem gemacht und absolut Wichtiges wird unter Unwichtig abgehakt.
    Danke das du uns mal wieder daran erinnerst!!!!

  2. Eine wahrlich tolle Anektdote! Beim Lesen bekam ich eine Gänsehaut – ergreifend – absolut toll, was die gemacht haben. Der Sieg ist nicht alles, das Miteinander zählt.

    Besonders bei Sportarten wie dem Laufen ist es so. Wenn man irgendwo unterwegs gemeinsam läuft, sich fröhlich unterhält, sich gemeinsam hilft, wunderschön.

  3. Anett, mich hat die Geschichte auch sehr berührt. Vermutlich ist sie auch wahr, aber ich weiß es halt nicht wirklich. Ich persönlich brauche öfter mal so einen Denkanstoß, um die Routine nicht als Routine zu betrachten. Ja, die wirklich wichtigen Dinge des Lebens schieben wir oft beiseite, um Albernheiten als wichtig zu deklarieren.

    Hannes, das ist großer Sportsgeist! Und für mich Vorbilder, da sie das Miteinander als vorrangiges Ziel erkannt haben. Das Leben hat Recht!

  4. Marlene Says:

    Eine sehr schöne und wichtige Geschichte! Die Werte des Helfens und Miteinander werden viel zu selten vermittelt! Klar gewinnt fast jeder gerne mal, aber viel mehr freude macht doch eingentlich helfen udn ZUSAMMEN etwas zu erreichen.
    Aber als ich versuchte vorzuschlagen, dass es auf dem Schulfest mal keine Wettbewerbe mit Gewinner geben könnte, da schon der Unterricht sehr auf Wettbewerb aufbaut….kam ich mir mal wieder vor wie ein Wesen vom Mars…naja macht nix! Ich werde die Geschichte heute abend meinen Kindern erzählen. DANKE!
    Marlene

  5. Marlene, heutzutage soll jeder nur noch an sich denken. Egoismus pur, die alten Werte sind obsolet. Sicherlich gibt es Ausnahmen, aber im Prinzip ist es so. Ich finde es auch viel schöner, wenn man jemand helfen kann und sieht, wie sich derjenige darüber freut. Viel schöner als beispielsweise beschenkt zu werden.

    Dein Vorschlag war doch toll! Dann wären alle Gewinner gewesen, aber das entspricht ja wieder nicht dem Denken vom Leistungsgedanken. Schade und kurzsichtig!

  6. Ich schliesse mich den Vorpostern an. Eine sehr schöne Geschichte. Mich hat sie gestern schon betroffen gemacht und es zeigte mir wieder, wie unwichtig es ist, der oder die BESTE zu sein. Es gibt so viel Wichtigeres im Leben, als zu gewinnen, nämlich MENSCHLICH zu sein, anderen zu helfen, gemeinsam Dinge angehen – nicht nur im Sport, sondern im richtigen Leben.

    Danke, dass du immer so Nachdenkliches für uns hast.

    Nachher erzähl ich dir, wie AUA mir heute Dr. Andy getan hat. AUTSCHI!! Aber ich hoffe die Nervenentzündung ist nun endgültig weg. *grummel*

  7. Brigitte, wie wahr! Der oder die Beste existiert sowieso nicht. Reine Illusion. Und ja, nicht nur im Sport, sondern im Leben an sich. Leider vergessen wir das nur allzu oft, was es eigentlich heißt „menschlich“ zu sein. Dabei ist es doch so einfach, oder? Wahrscheinlich zu einfach. Wer achtet schon die Blume am Straßenrand?

    Laß Dich trösten, mittlerweile hast Du es überstanden! *tröstet Dich* *knuddel* Ich drücke Dir die Daumen, daß das endgültig vorbei ist.

  8. hallo, lieber marcus-

    was für schöne gedanken zum wochenende 🙂

    da verbirgt sich viel mehr dahinter, als sportsgeist… du kannst es auch aufs leben beziehen- hand in hand geht es sich viel leichter… aber wieviele sind hart und schütteln die helfende hand ab -umgeben sich mit härte, weil sie sich alleine durch etwas boxen wollen…
    aber das ist nicht der sinn des lebens.
    der sinn- für mich- ist, dass man lernt, zu teilen- einander an die hand zu nehmen- mit liebe den lebensweg zu gehen…

    ich danke dir für die zitate- oft war ich am straucheln, ob meine weichheit so immer ideal ist, da sie oft von pfeilen anderer durchdrungen wird- aber die zitate zeigen mir auf – ja, es ist richtig, so, wie ich bin… 🙂 die härte anderer mit der eigenen weichheit und liebe zum schmelzen zu bringen und sich nur mit menschen zu umgeben, die wichtig fürs eigene wohlbefinden sind….

    merci für deine schönen gedanken- den wundervollen text –

    ich wünsche dir ein schönes wochenende mit der nötigen helfenden hand zur rechten zeit …

    athena!

  9. Hallo Marcus,

    es wäre schön, wenn mehr Menschen diesen Gedanken leben würden. Ich darf nicht darüber nachdenken um wieviel einfacher vieles dann wäre. Ich danke Dir für den Denkanstoss, irgendwie sollte ich mein eigenes Handeln diesbezüglich öfters hinterfragen.

    Salut

  10. Athena, sehr schön formuliert. Ich schließe mich Deinen Gedanken an, aber wie oben schon gesagt, leider wird so ein Denken von der Mehrheit nicht mehr gepflegt. Jeder sieht nur noch Geld und nichts anderes; da ist es kein Wunder, daß die alten Werte auf der Strecke bleiben.

    Sei überzeugt davon, daß Deine „Weichheit“ gut ist! Denn in Wirklichkeit ist es eine Stärke, Deine Stärke! Es ist richtig. Lasse da erst gar keine Zweifel zu. Bleibe so wie Du bist, liebe Athena!

    Christian, das Leben wäre mit Sicherheit viel einfacher. Für alle Menschen; das zieht sich durch so viele Bereiche, wo Probleme existieren, die man einfach lösen könnte – wenn man denn wollte. Wie gesagt, ich brauche öfter solche Themen, um gewisse Routinen zu durchbrechen.

  11. Weist du Marcus, ich bin wirklich froh, das meine Kinder zu einer Zeit geboren wurden, wo alte Werte wirklich noch zählten. Ich habe sie von meiner Mutti mitbekommen und meine Kinder nun von mir. Ich bin so stolz auf die beiden ,meine Tochter lernt Sozialassistentin, mit Praktikum im Kindergarten, Altenheim und Pflegeheim, und sie erzählt so lieb von „ihren“ Heimbewohnern. Wenn ich mir da andere Kinder im gleichen Alter anschau…da fröstelts mich. Da regieren nur noch Ellenbogen und Macht. Teilweise von den Eltern vorgelebt. Heutzutage geht es nur noch ums Geld…wohin man schaut…und am Schlimmsten sind die, die ganz oben sitzen.

  12. Sei froh, Anett! Ich zähle mich auch dazu. Wenn ich ein Geschäft betrete, grüße ich – auch die Nachbarn und wünsche der Kassiererin einen schönen Tag. Nur drei kleine Beispiele. Das macht das Leben doch angenehmer, gell? 🙂 Vor kurzem bekam ich aber eine Abfuhr, als ich einer Frau meine Hilfe anbot, ihren Kinderwagen eine Treppe hochzutragen. Sie lehnte zweimal ab – kurios.

    Das liebe Geld – derartige Themen hatte ich hier schon öfter, eigentlich gräßlich. Und ja, je höher die Hierarchie, umso schlimmer wird es. Ich verwende jetzt nicht das K-Wort, bin aber überzeugt, daß nicht eine einzige Person ehrlich (höchste Ebenen) ist. Weder in der Politik noch in der Wirtschaft. Umso wichtiger sind die (kleinen) Ausnahmen!

  13. Klar existieren der oder die BESTE *zwinker*. So Menschen wird es immer geben, die das von sich behaupten – arme Würstchen ;).

    Du weißt ja, für mich zählen im Moment sowieso ganz andere Werte. Die Vergangenheit, meine momentane Gegenwart und wohl auch noch meine nähere Zuknuft, habem mich eh schon zu einem anderen Menschen gemacht.

    Erstmal hab ichs hinter mir. So schnell lass ich mir da nicht mehr reinstechen. Meine Hände und Arme machen mir ständig Probleme. Vielleicht sollte ich einfach nichts mehr arbeiten *lach*.

  14. Sicher Brigitte, behaupten kann man vieles. Doch die Wahrheit holt einen schnell ein.

    Das Leben verändert uns ständig, ob wir nun wollen oder nicht. Es ist eben so. Letztlich können wir es nur akzeptieren und positiv sehen. Doch nach dunklen Tagen kommen auch wieder helle, auch wenn es manchmal nicht so scheint. Ich wünsche Dir alles Gute! 🙂 *drückt Dich*

  15. Klar verändert uns das Leben ständig, es gehört einfach dazu. Aber muss es immer gleich so krass sein?

    *drückt dich auch Spotzl*

  16. Ja, wäre schön, wenn wir es uns aussuchen könnten. Aber Du weißt ja, Hoffnung treibt das Schiff der Narren.

  17. Was für eine Flut von Reaktionen auf diese Geschichte !

    Beim Lesen überfällt mich erst einmal Gänsehaut ob des Miteinander dieser Menschen, was in unserer Gesellschaft wohl kaum möglich ist. Aber es gibt sie immer wieder Menschen, die anderen uneigennützig zur Seite stehen, auch wenn sie dadurch eventuell im Nachteil sein könnten, und man kann diese Eigenschaft nicht genug schätzen.

    “ Bleib Menschen fern,
    die Deine Ambitionen belächeln.
    Kleine Menschen tun das immer,
    aber die wirklich Großen
    geben Dir das Gefühl,
    dass auch Du groß werden kannst.
    (Mark Twain)

    Na – und dann noch Mark Twain – das werde ich mir sofort notieren für meine Sammlung – wie oft hat man das selbst am eigenen Körper erleben müssen !

    Danke, Marcus ! 8)

    Versuchen wir daran zu denken, es ebenso zu tun ! 8)

  18. Margitta, diese Anekdote trifft einfach. Mitten ins Herz, zumindest geht es mir so. Wie ich den Reaktionen entnehmen kann auch anderen Menschen. Uneigennützig, ohne sofort gleich an den eigenen Vorteil zu denken, ist wirklich eine Eigenschaft, die man/wir gar nicht hoch genug schätzen können. Wohl dem, der solche Menschen kennt. Es gibt sie und mehr als wir denken, doch zu wenige wie nötig.

    Das Zitat von Twain ist eines meiner Lieblingszitate und danach handele ich auch. Wie damals zwei Läufer eine Walkerin niedergemacht haben, kam mir der Spruch auch in den Sinn. Und so was macht mich nur wütend.

  19. die gedanken, liebe brigitte bestimmen unser leben…
    oft ändert sich in unserem leben etwas, weil tief in uns drin der wunsch nach veränderung da ist… ich versuche- wenn es mir auch oft nicht auf anhieb gelingt- immer auf mich, auf mein leben, auf mein denken zu schauen, warum passiert etwas? was habe i c h getan, gesagt, gedacht, dass eine veränderung eintritt… war es ein tief verwurzelter wunsch in uns??? vielleicht magst du dich mal mit dem kyballion beschäftigen… da steht das sehr gut beschrieben drin. eine lektüre, die mein denken sehr verändert hat. leider hat man seine gedanken nicht immer so im griff… aber ich lerne… eine veränderung hat nicht nur schmerzliches, sondern auch viel positives- auf das sollten wir uns konzentrieren…
    ein busserl auf die pfote 🙂

    danke dir marcus, für deine lieben worte 🙂

    eine schöne diskussion… anett- du bist doch noch so ein junger hüpfer *ggg aber mir geht es genauso… ich bin noch mit anderen werten aufgewachsen, die ich mitnehme und an meine kinder weitergebe, die es so aber leider im leben sehr schwer haben, weil die anderen ihre ellenbogen ausfahren… vielleicht guckst du wie ich gerade germanys next topmodel? also ich war gestern wieder schockiert, wie diese jungen mädels teilweise sind. ellenbogen- eine klappe mit 16, dass dir nix mehr einfällt… und im „freundeskreis“ meines mädels fangen diese schnodderschnauzen (sorry) schon mit 9 an… shocking!
    die sensiblen schleichen sich halt leise durchs leben- und lecken ihre wunden, die ihnen die ellenbogen der anderen so zufügen…

    aber: bleiben wir so, wie wir sind… 😉

  20. Lieber Marcus,

    was für ein schöner Denkanstoß von dir wieder…man beginnt sich sofort zu hinterfragen und das ist auch gut so und sehr wichtig.
    Ich will versuchen aus deinem Beitrag etwas für mich mitzunehmen.
    Danke dafür.

    Liebe Grüße und ein schönes (Lauf- und sonstiges) Wochenende für dich
    Eva

  21. @Athena: *lach* Ich bin schon 40…jung war mal *grins*…aber du hast recht. Franzi hatte es nicht einfach in der Schule…Mobbing vom Feinsten und sie konnte sich nicht wehren. GottseiDank hat sie an Selbstvertrauen gewonnen, auch ohne Ellenbogen. Nur was heutzutage schon in den Schulen abgeht….es fehlt jeglicher Respekt vor den Lehrern und die Lehrer sind handlungsunfähig. Sie dürfen auffällige Kinder im Elternabend weder beim Namen nennen…noch sonst was. Dann fühlt sich natürlich keiner der Eltern angesprochen.

    Ich glaub, ich schweife grad ab und merke, mich regt das Thema auf.

  22. liebe anett-
    siehste du junger hüpfer- ich bin schon bald 2 jahre älter als du *g

    wenn du magst, könnten wir mal mailads austauschen- ich kann da bei dem thema gut mitreden- ich habe schon so einiges hinter mir…

    liebe grüsse athena!

  23. Athena, ich bin auch ein großer Verfechter im Kontext „Kraft der Gedanken“ usw. Aber manche Dinge entziehen sich dem und man ist mehr oder weniger hilflos ausgeliefert. Da nützt die positivste Einstellung und großer Willen auch nichts. Aber wie gesagt, auf Schatten folgt auch Licht.

    Die Sensiblen schleichen sich durch das Leben. Tja. Von daher ist es wichtig, daß jene Menschen besonderen Rückhalt in der Familie finden. Aber auch das existiert in der heutigen Welt immer weniger. Nun schweife ich ab. Wir sind wie wir sind.

    Eva, ich freue mich, wenn der Artikel so gut aufgenommen wird. Gesunde Zweifel sind immer gut! Dubito, ergo sum. Ebenfalls ein freudiges Wochenende!

    Anett, also stimmt doch der Satz mit dem jungen Hüpfer! Wenn ich das so lese von Dir und auch von anderen Menschen sehe und höre – ich möchte wirklich heute nicht mehr in die Schule gehen. Teilweise müssen die Zustände höchst schlimm sein. Vielleicht sollte ich das mal als eigenes Thema präsentieren.

  24. Athena, Du bist doch auch ein junger Hüpfer! 🙂

  25. @Athena, besser konnte ich es nicht formulieren, als Marcus eben. Manchem ist man hilflos ausgeliefert, bzw. so gut wie. Da helfen keine positiven Gedanken mehr.
    Der Wunsch nach Veränderung war sicher im Unterbewusstsein da, aber nicht in dem Ausmaß und in der Art und Weise.
    Das Kyballion?? Da muss ich passen. Mal googlen *lach*.
    Aber das hat ja alles nichts mit dem schönen und nachdenklichem Beitrag von Marcus zu tun 🙂
    Wobei… mir fehlt zur Zeit von einigen mir vertrauten Menschen die Menschlichkeit. Plötzlich haben die sich in Luft aufgelöst – also nicht die Menschlichkeit, sondern besagte Menschen.

    Hihi, danke fürs Busserl! Kann ich brauchen. Ich frag mich ja nur.. wie bitte bekommt man eine Bizepsnerven- bzw. Sehnenentzündung?! Wo doch mein Abo fürs Studio vor JAAAAAAAHREN ausgelaufen ist *ggg*.

  26. Wenn man im Licht steht, hat man viele Freunde. Steht man hingegen im Schatten – verschwinden viele der sogenannten Freunde, Verwandte – wie auch immer. Das ist so.

    Studio? Ach, es geht auch ohne. 😉 Wo das herkommt, ist doch klar. Als Quiltgroßmeisterin beispielsweise.

  27. Naja, wenn du auf meinen Blog liest, so hab ich schon sehr lange nichts dergleichen gemacht :(.

    Nun darf das Licht gerne wieder kommen! Wobei.. du bist ja eh mein Licht in der Dunkelheit!

  28. Hallo Marcus,
    wieder mal eine sehr schöne Geschicht. Aber Geschichte ist das falsche Wort den es hat sich wirklich so zugetragen. Es war in den Staaten beim Trial Festival für Geistig behinderte menschen in den 90er Jahren. wann genau weiss ich nicht aber der Artikel ging damals durch die Presse. Ich werde mal verrsuchen die Quelle zu finden.

    Die Menschlichkeit bleibt leider immer mehr in unserer gesellschaft auf der Strecke… es zählt nur noch Ellbogen zu zeigen.

    Ich werde meine Kinder nicht so erziehen.

    LG
    Marco

  29. Brigitte, ich weiß. Aber das sind die Folgen von jahrelangen Arbeiten. Du hast Deine Hände usw. exorbitant beansprucht, wenn auch nicht bewußt in diesem Kontext.

    Ja, das Licht ist sicher bereits unterwegs. Welch Ehre! *verneigt sich* Und dito! 🙂

    Bäume sind Meister der Geduld.
    Sie bieten Schatten und liefern uns Obst,
    und Vögel nisten in ihren Zweigen.
    Und lehren sie uns nicht jedes Jahr,
    aufs Neue mit frischem Mut wieder anzufangen?

    (Dom Helder Camara)

    Marco, besten Dank für die Information! Also doch Realität, ich habe es vermutet. Menschlichkeit ist ein altes Gut, heutzutage nicht mehr gefragt. Da ich eben mit einem Zitat antwortete, gleich noch eins:

    Der moderne Kapitalismus braucht Menschen,
    die in großer Zahl reibungslos funktionieren,
    die immer mehr konsumieren wollen,
    deren Geschmack standardisiert ist
    und leicht vorausgesehen
    und beeinflußt werden kann.
    Er braucht Menschen,
    die sich frei und unabhängig vorkommen
    und meinen, für sie gebe es keine Autorität,
    keine Prinzipien und kein Gewissen
    – und die trotzdem bereit sind,
    sich kommandieren zu lassen,
    zu tun, was man von ihnen erwartet,
    und sich reibungslos in die Gesellschaftsmaschinerie einzufügen;
    Menschen, die sich führen lassen,
    ohne daß man Gewalt anwenden müßte,
    die sich ohne Führer führen lassen
    und kein eigentliches Ziel haben außer dem,
    den Erwartungen zu entsprechen,
    in Bewegung zu bleiben,
    zu funktionieren und voranzukommen.

    (Erich Fromm)

  30. guten morgen…

    danke, lieber marcus für den jungen hüpfer *lach…
    ich fühle mich nicht alt. und ich denke, einen gewissen kindlichen geist werde ich mir bis an meinen sterbetag bewahren…

    das mit der familie hast du wundervoll geschrieben. ein ort, wo du dich geborgen fühlen kannst. ich nenne es immer familienhafen… ich finde, es ist ein schönes wort… und da ist es immer warm, auch wenn draussen die hölle gefriert… und das baumgedicht- das berührt mich sehr, weil ich bäume sehr liebe! dankeschön 🙂

    brigitte- ich glaube nicht an schicksal oder zufälle… alles im leben ist re-aktion… ein gedanke- ein wort- eine handlung zieht etwas nach sich… manchmal völlig unbewusst- eins ergibt das andere- ohne handlung- keine zuwiderhandlung… alles hat ein gegenstück- alles hat eine reaktion… die etwas nach sich zieht. somit sind wir oft unbewusst auslöser von etwas, das wir nicht sehen…
    und doch passt auch das auf marcus´ text… wenn du in so einer situation bist- auch wenn ich nicht weiss, worum es bei dir geht- wo du denkst, es ist niemand da, der dir vertraut ist, so -insofern du es zulässt- sind fremde hände da, die dir aufhelfen- und vielleicht auch so plötzlich zu deinen vertrauten gehören…

    die welt- unsere welt verändert sich ständig. wir mit ihr. und manchmal passen die menschen einfach nicht mehr in unser leben. während wir uns vergraben- trauern, bemerken wir nicht, dass da vielleicht neue menschen warten, die uns die hände reichen… wir müssen die augen aufhalten- loslassen und hände, die uns halten wollen, annehmen… manches ist nur auf zeit. manches für ein leben lang…
    los-lassen ist wichtig… abgeben… neue hände spüren und annehmen…

    ich wünsche dir von herzen, dass du den schmerz über die zerflossenen, vertrauten menschen vergisst und sich dir viele neue entgegenstrecken… nimm sie an 🙂 queen of quilt 😉

    lass dich umärmeln, du süsse…

    ein schönes wochenende, marcus!

  31. Liebe Athena,

    Du kannst Dich nicht alt fühlen, weil Du nicht alt bist. Ich meinte den Satz durchaus ernst! 🙂 Und sei froh, daß Du Dir ein gewisses kindliches Gemüt bewahren konntest. Das ist viel wert. Wer über nichts und vor allem über sich selbst nicht mehr lachen kann, ist schon tot.

    Familienhafen. Wunderschön! Schon wieder ein neues tolles Wort von Dir – wie Körperpflege in bezug auf Täglichlaufen. Merci!

    Deine Passage für Brigitte finde ich schön, aber die Antwort überlasse ich natürlich Brigitte. Wenngleich das heute wohl noch etwas dauern dürfte.

    Queen of Quilt. 🙂 Ja, perfekt!

    Ebenfalls ein schönes Wochenende! Hoffentlich mit angenehmen Läufen; ich habe mir eben ein Duell mit einem Läufer geliefert. 😀 Erstaunlich, wie schnell manche Menschen doch werden, wenn sie überholt werden. 😀

  32. *lach- nein, für duelle bin ich nicht geschaffen. zu langsam. oder ist das ein reines männerphänomen *ggg
    dennoch hatte ich mein amusement diese woche- in bezug auf die verschiedenen gangschaltungen, die margitta immer so goldig erwähnt- das werde ich in meinem wochenbericht noch schreiben…
    ich hoffe doch, dass ich heute in der sonne laufen kann- ich muss mich beeilen 🙂
    schön, wenn dir das wort gefällt- dann kann ich auch mal was zurückgeben, denn du findest so oft wunderbare gedanken für alles, die nachdenklich machen oder auch einfach nur erfreuen…

    merci ebenfalls- sonne, ich komme *g

    liebe grüsse- athena!

  33. Das ist tatsächlich wieder ein Beitrag, der sehr zum Nachdenken anregt. Die Szene dort im Stadin kann ich mir richtig bidlich vorstellen.
    Danke für die Denkanstöße. lieber Markus.
    Liebe Grüße von
    Laufmaus Elke

  34. Wieder eine sehr schöne Geschichte, Marcus! So eine Verhaltensweise sollte Normalität sein, dem Anderen helfen, ihm beistehen und Mut machen! Danke, Marcus!

  35. Athena, das wird eher männliche Personen betreffen. Ein wahres Duell war es nun auch nicht; ich habe nur jemanden überholt, der dann schneller wurde. 😉

    Ich bin auf Deinen Bericht gespannt! Schönen Sonn(en)tag!

    Elke & Ramona, das war damals ein ergreifender Moment. Schon toll, wer das real beobachten durfte – das hätte ich gerne gesehen. Ja, eigentlich sollte das normal sein. Da heute aber das Gegenteil die Normalität ausmacht, sind solche Beispiele umso wichtiger.

  36. Lieber Marcus,

    Dein Artikel hat mich tief berührt. Es ist so beeidruckend, wie sich die behinderten Sportler verhalten haben. Vor solch einem Verhalten kann ich mich nur verneigen.
    Ich finde es schade, daß der Gedanke des fairen Wettstreits immer mehr dem rücksichtlosen Ellenbogenkampf der vermeintlich „Besten“ weichen muß. Ich sehe dies aber nicht nur als Problem des Sports, sondern der gesamten Gesellschaft. Was interessiert denn die Medien? Nur die Schnellsten und die Sieger. Selbst ein Zweitplatzierter wird oft schon als Verlierer bezeichnet. Und die große Masse, die im Hauptfeld oder ganz hinten ankommt, wird allenfalls belächelt. Nehmen vielleicht aus diesem Grund schon so viele Volkssportler unerlaubte Mittel? Nur um vielleicht schneller als der Nachbar zu sein? Oder ist es die Tatsache, das Leistungssportler mit dem Sport ihr Geld verdienen?
    Ich habe mir schon oft die Frage gestellt, warum der wahre Sportsgeist auf der Strecke geblieben ist. Aber eine einfache Antwort ist darauf nicht so leicht zu finden. Ich denke, daß dies untrennbar mit Verrohung (verzeih mir den Ausdruck) unserer Gesellschaft zu tun hat, in dem persönliche Werte nichts mehr zählen.
    Ich persönlich versuche aber immer auch noch die wenigen positiven Ausnahmen zu sehen. Ich konnte schon mehrmals uneigennützige Hilfe bei Läufen in Anspruch nehmen und hatte auch bereits die Möglichkeit, Hilfe zu geben. Glaub mir, das ist ein schöneres Gefühl, als persönlcihe Bestzeit zu laufen!
    Ich danke Dir für diesen berührenden Artikel.
    Liebe Grüße
    Petra

  37. Eigentlich hätte jeder in der Situation so handeln können. Das haben wir hier schon ausführlich besprochen.

    Die Medien interessieren sich nur für Quoten und Auflagen, also Geld. Ergo gieren sie nach den Besten der Besten. Sie können gar nicht anders, da sie letztlich nur die Nachfrage bedienen (müssen). Doch was sind Wettkämpfe? Ich hatte mich für meine Person dazu geäußert: „Contra Wettkampf“. Nach meiner Definition ist ein Wettkampf, also ein Leistungsvergleich grundsätzlich ohne Sinn. Denn, um sich zu vergleichen, müßten alle Teilnehmer explizit die gleichen Voraussetzungen haben, gleiches Alter, gleiche Größe, gleichen Trainingshintergrund, gleiches Gewicht – bis ins Kleinste. Dann kann man das vielleicht vergleichen, für mich sagen also Medaillen und Siege nichts aus. Ich messe mich nicht mit anderen und das macht mich absolut zufrieden.

    Und wer Drogen konsumiert, um etwas zu „leisten“ – ist kein Sportler mehr, sondern ein Straftäter, der ins Gefängnis gehört. Da jedoch der „Leistungssport“ heutzutage davon lebt, ist mein Satz natürlich Utopie. Tja, Verrohung, da ist schon was dran. Dennoch glaube ich, daß die Menschen heute nicht anders sind als vor 3000 Jahren. Damals wurde wegen Gold getötet und heute eben wegen Papierfetzen mit bunten Zahlen. Wir werden uns nie ändern. Das schlägt sich in allen Bereichen nieder.

    „Glaub mir, das ist ein schöneres Gefühl, als persönliche Bestzeit zu laufen!“ – Ja, das glaube ich Dir sofort! Der Gedanke einer Bestzeit ist mir sowieso fremd. Aber einem Menschen zu helfen, das Gefühl kenne ich.

    Schön, daß hier so viele positive Rückmeldungen kamen; ein schönes Beispiel dafür, daß es in der Finsternis auch immer Inseln von Licht geben wird. Ich danke Euch! 🙂

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