Die Sonne brennt

Blauer Himmel, sengende Hitze. Um 09:55 Uhr, Startzeit meines heutigen Laufes, zeigt mir das Thermometer im geschützten Schatten schon 28 C°. Nicht unbedingt mein Lieblingswetter. Meine Laufkleidung bestehend aus schwarzer Hose, schwarzem T-Shirt, keine Kopfbedeckung, keine Wasserflasche oder ähnliches. Ein gutes Beispiel, wie man bei diesen Temperaturen nicht laufen sollte. Ich laufe los und ein Nachbar winkt mit seinem Wasserschlauch und bietet mir eine kalte Dusche an. In 30 Minuten werde ich mich danach sehnen, antworte ich ihm.

Es dauert nicht lange, bis ich richtig schwitze. Es läuft an meiner Stirn herunter und meine Arme glänzen naß in der Sonne. Als ich den zweiten Wald erreiche, sagen mir die parkenden Autos, welche Hunde heute auf dem Damm lustwandeln. Ein Minihund und „Smash“, der Rottweilermischling. Von beiden droht keine Gefahr. Der Damm, bei diesen Temperaturen als Laufstrecke eher ungünstig gewählt, strahlt mich mit seinen sonnigen Abschnitten regelrecht an. Es gibt dort zwar viele Bäume, die jedoch nicht viel Schatten spenden, der größte Teil ist Mutter Sol vollständig ausgeliefert. Umso schöner jene Meter, die geschützt liegen, zudem der leichte Wind an diesen Orten erst richtig fühlbar ist.

Auf der Rücktour erwäge ich noch meine kleine Waldrunde zu absolvieren, so käme ich auf 13 Kilometer. Bevor ich die Option richtig durchdenken kann, schwenkt mein Körper mehr oder weniger gewollt nach links in den Wald, um noch einen Kilometer zusätzlich zu laufen. Ich nähere mich den Waldarbeitern und in einer Entfernung von 20 Metern höre ich schon: „jeden Tag, jeden Tag“. Ehrlich gesagt, ich kann es nicht mehr hören. Es ist zwar kein negativer Kommentar und auch nicht böse gemeint, aber ich kann es einfach nicht mehr hören. Immer das gleiche. Ich sage ja auch nichts, wenn ich sie täglich sehe. Den Begriff „Waldarbeiter“ muß ich revidieren. Bisher haben sie vielleicht zweimal Bäume geschlagen, in den letzten Wochen sitzen sie nur noch auf selbst gebauten Stühlen und spielen Karten. Egal, zu welcher Tageszeit ich vorbei laufe – sie spielen Karten.

Ich trete langsam den Heimweg an und obwohl ich gänzlich durchnäßt bin, schüttelt es mich kurz und ich bekomme eine Gänsehaut. Clever, wie der Körper auf Kühlung umschaltet. Je näher ich mich dem Ende meiner Runde nähere, desto mehr freue ich mich auf das Wasserangebot des Nachbarn, nur – er ist weg! So viel dazu. Eine andere Nachbarin lacht und staunt, als sie mich in meinem Zustand sieht. Sie versteht es nicht wirklich, was ich damit bezwecken will. Ein Blick auf das Thermometer im Schatten sagt nun 31 C° – direkt nach dem Lauf. Insgesamt war der Lauf relativ schön, zwar sehr heiß, aber sonderlich anstrengend nun auch wieder nicht. Die kalte Dusche anschließend war einfach nur phantastisch.

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8 Antworten to “Die Sonne brennt”

  1. Nicht einen Meter würde ich bei solchen Temperaturen ohne Wasser oder so laufen. Du bist richtig unvernünftig! *schimpf*

    Die Wald- äh Kartenarbeiter machens da besser *lacht*

    Aber schön, dass du wieder einen Tag geschafft hast. *drückt*

  2. 😀 Kartenarbeiter! Darauf wäre ich nicht kommen. 😀 Das gefällt mir! Ich bin eh noch nie mit Wasser gelaufen. Bei der BW war das einmal sogar verboten – das war prägend.

  3. Die BW zählt aber ned. Sei bissi vernünftiger! Aber du bist es ja nicht anders gewohnt.

  4. Vernunft ist relativ. Was für den einen vernünftig ist, zählt für den nächsten nicht. Alles relativ. Früher wäre ich bei diesem Wetter abgeklappt – da hätte ich nicht mal 5 KM geschafft.

  5. Bei uns ist es auch so heiß, deshalb war ich froh, schon vor 9 Uhr meinen Lauf beendet zu haben. Der Spaziergang am Mittag mit meiner Hündin war dann schon etwas schweißtreibender, da zeigte das Thermometer 33 Grad an. In der Wüste kann es nicht wärmer sein. 🙂
    Aber, wir wollen nicht meckern.

    Dass Du den Satz nicht mehr hören kannst, verstehe ich sehr gut! Ginge mir genau so.

    LG, Ramona

  6. Nee, meckern bringt nichts. Obwohl, 33 C° geht ja noch. 😉 Letztes Jahr bei 35 C° oder mehr war noch schlimmer… Und selbst um 09:00 Uhr war es heute schon unangenehm. Na ja, es ist eben Sommer! Wann wirds mal wieder richtig Winter? *sing* Scherz! 😀

  7. Ja, ja, die Hitze, schön geschildert, tausendmal erlebt !

    Nett auch, dass du die Hunde an den Autos ihrer Besitzer erkennst – sehr praktisch. Und das mit den “ Waldarbeitern “ das kenne ich auch von hier, sind zwar nur Strand-und Park-Abfall-Arbeiter, aber das spielt sich in etwa genauso ab: 6 Mann und eine Frau, 5 davon stehen oder sitzen qualmend, sich langweilend herum, der oder die 6. Person kratzt irgendwo in der Erde herum.

    Kommentare ersparen sie sich bei mir, aber dafür begleiten mich ihre Blicke Tag für Tag bis zur nächsten Ecke, nee, ich habe mich nicht herum gedreht, aber so wie die gucken ! 😉

    Lieber Marcus – da kann Frau nur sagen: Gelobt sei, was hart macht, auch Hitze muss ein wahrer Läufer abkönnen, sogar mit Gänsehaut (auch das ist mir nicht fremd !).

    Bleibt mir nur noch eins zu sagen: Komm doch mal zur Ostsee, dort ist es zwar auch warm, aber morgens lässt es sich gut im Schatten laufen und bei Windstärke 5 – 6 wie heute (sehr warmer Wind !!) lässt es sich gerade noch so aushalten, aber ich habe gut reden, bin heute nicht gelaufen, freue mich aber schon auf morgen, egal, wie sich Petrus entscheiden wird.

    Halte durch, es wird auch wieder mal für uns regnen,. gell ❓

  8. Ja mit der Zeit kommt das automatisch. Ich kann so gut wie alle Autos zuordnen, von Neuen natürlich abgesehen. Immerhin tut bei Dir Person Nr. 6 noch etwas – hier ist es das Gegenteil. Obwohl es heute sicher acht Personen waren.

    Abkönnen schon, aber die Freude fehlt. Wenn ich da an Deinen Ultralauf vor kurzem denke, puh, ich bin froh, daß ich nur 13 KM gelaufen bin. Mehr wäre mir nichts. Zumindest nicht, wenn ich nicht muß und ich muß ja nicht. 😉

    Und Regen täte wirklich mal gut – die Natur lechzt danach.

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