Olympia!?

Welch ein düsterer, dunkler Tag! Heute wurde es überhaupt nicht hell, um 14:30 Uhr ging sogar die Straßenbeleuchtung an. Ideale Bedingungen für mein tägliches, gemütliches Läufchen, die Temperatur zeigte mir 04 C° an. In den Wäldern waren naturgemäß keine Spaziergänger unterwegs, nur die üblichen Hundehalter. Ich traf drei Schäferhunde, die mich heute in Ruhe ließen, im Gegensatz zu gestern, wo ein großer Schäferhund das Bedürfnis hatte, mich zweimal zu umarmen. Als Liebesbeweis habe ich nun am rechten Handgelenk eine Schramme. Immerhin war es kein Angriff, aber für die Prüfung, die besagter Schäferhund demnächst absolvieren muß, sehe ich schwarz.

Nach einiger Zeit begegnete ich einem älteren Mann, den ich schon lange grüße. Bevor ich ihn passierte, fragte er mich, ob ich für Olympia trainiere. Laut lachend verneinte ich. Die nächste Frage, lautete, (logisch): „Marathon?“. Nach einer erneuten Verneinung stand dem Mann die Verwirrung ins Gesicht geschrieben. Er sieht mich fast jeden Tag durch die Gegend laufen, ergo muß ich auch ein großes Ziel vor den Augen haben. Also versuchte ich ihm meine Intention näher zu bringen, perfekt formuliert mit: „Der Weg ist das Ziel“. Ich führe das jetzt nicht näher aus, eventuell komme ich zu einem späteren Zeitpunkt ausführlich darauf zurück. Meine Erklärung, daß ich dem sklavischen Anhängen und der Hatz nach Erfolgen und Zeiten in Wettkämpfen für mich vehement ablehne, konnte er nicht verstehen. Die Jagd nach immer neuen PB´s ist für mich Zeitverschwendung, mir geht es um mein tägliches Training für Körper & Geist.

Ich verabschiedete mich und ließ den Mann wohl staunend und ratlos zurück. Langsam aber sicher nahm der Nebel zu und die Dunkelheit des Abends rückte mit schnellen Schritten vor. Ich beließ es bei insgesamt 13 Kilometern.

Werbeanzeigen

18 Antworten to “Olympia!?”

  1. „Die Jagd nach immer neuen PB´s ist für mich Zeitverschwendung, mir geht es um mein tägliches Training für Körper & Geist.“

    (die Seele fehlt schon wieder !!)

    Oweia, da hast Du was gesagt, lass das ja nicht die übrige Läufer-Welt hören!

    Überall wird trainiert auf Teufel komm raus, Bestzeiten, noch schneller und immer, immer schneller, immer weiter, immer mehr, immer schön den Körper maltraitieren !!

    Ich freue mich, dass Du so denkst und danach lebst.

    Wie oft habe ich andere Menschen wissen lassen, dass ich NIEMALS gegen meine sogenannte Konkurrenz gelaufen bin, mich meist unterschätzt habe und trotzdem immer wieder auf dem Treppchen stand, was mir zugegebenermaßen nicht unbehaglich war, aber ich war nicht erpicht auf Sieg und Bestzeiten, es hatte sich ergeben, weil ich scheinbar doch besser war als ich mich einschätzte.

    Läufer wie Du sind eher eine Rarität, und eines steht fest, Du hast die Freude am Laufen, die uns nur das Leben verschönern kann.

    Das musste auch mal gesagt werden!

    Und dann folgt irgendwann das große ACH – Verletzungen jeglicher Art, oft irreparabel – aus die Maus. Laufen nur noch zum Zuschauen.

    In diesem Sinne – Olympia ade !!

  2. Danke für Deinen Kommentar Margitta!

    Na gut, dann fügen wir die Seele noch hinzu. 😉 Obwohl, das folgt ja automatisch.

    Ach, was die übrige Läuferwelt denkt, ist mir egal. Ich bin nun mal kein PB-Fanatiker und dazu stehe ich.

    Dein nicht unbehagliches Gefühl kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe damals auch den einen oder anderen Wettkampf (Judo) bestritten und mich durchaus über Medaillen und Urkunden gefreut. Aber das ist ein anderes Feld.

    „Olympia ade!“ – Du sprichst, wie immer, wahre Worte.
    Möge UNS die Freude am Laufen immer erhalten bleiben!

  3. Es ist schön, dass du dein eigenes Ding durchziehst und das machst was dir gefällt. Es ist schön zu sehen, dass dir so wahnsinnig viel an der Natur liegt.

    Aber trotzdem bin ich gespannt, ob du nicht doch irgendwann einmal einen Wettkampf mitmachst.

    *knutscha*

  4. guten morgen:-)

    *lach- ja, es ist schon schwer, sich gegen den rest der läuferwelt zu stellen.
    ich hatte damit anfangs stark meine probleme.
    aber dank dir *blümireich, konnte ich sehen- es geht auch so und man muss sich nun wirklich keinen kopf machen, ob man denn nun auch noch einen wettkampf bestreiten müsste, oder nicht…
    ich möchte auch nicht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    und unterstreiche jede zeile von dir!!!

    liebe grüsse- athena:-)

  5. Sicher Brigitte, es wäre ja sinnlos, nur das zu tun, was anderen gefällt. Wettkampf? Nein. Denn dann reduziere ich mein Programm auf schnöde Zeiten, was meiner Einstellung zuwiderläuft. Demnächst werde das Thema explizit hier erörtern.

    Und ja, die Natur geht mir über alles!

  6. Nö, Athena, das ist nicht schwer und interessiert mich auch nicht weiter. Wenn aber jemand meint, die Zeiten sind wichtig und dafür viel tut und tolle Ergebnisse erreicht, wie Hase erst, so freue ich mich durchaus mit.

    Was für Blümchen sinds denn?

  7. ich hab noch veilchen über 😉

    oh- ich meinte nicht, ich bin gegen läufer, die sich ihrer guten zeiten erfreuen. ich meine, jeder muss das tun, womit er glücklich ist. das ist das wichtigste daran…

    nur sind „wir“ sag ich mal- in der minderheit… für die meisten gehört ein ziel beim laufen dazu. gute zeiten- wettkampftraining….
    so bin ich doch mittlerweile sehr zufrieden, dass ich einfach nur laufe, weil es mir guttut und ich bin sehr glücklich, dass ich mir selbst nichts beweisen muss… es ist kein zwang dahinter- es läuft eben- ich laufe…

    aber wem erzähle ich das *lach…

  8. *lacht* Sehr schlagfertig! 😀

    Wir sind wirklich in der Minderheit. Ein kleiner, aber sehr feiner Kreis, gell? 😉 Es soll halt jeder nach seiner Facon glücklich werden.

  9. Was mich mal interessieren würde: Führst Du ein Tagebuch (außer das hier….)? Und was sind Deine Übungen neben dem Laufen? Vielleicht interessiert es noch andere hier?!
    Ich bin Fallschirmjäger, nein nicht mehr bei der BW, sondern jetzt bei der Legion in Frankreich. Wir machen da auch einiges und deshalb weckt alles an Sport mein Interesse, da ich mittlerweile auch ausbilde.

  10. Korrekt, ich führe seit 1999 ein Tagebuch.

    Übungen (Bsp.): Situps (Brust/Bauch); Liegestütze in allen Arten, vor allem BW-Liegestütze, auf Fäusten, „Hände klatschen“ normal, „Hände klatschen“ und dabei gleichzeitig hinten mit den Füßen hochspringen; Treppenübung: Kopfüber (die Arme halten den Körper) Treppen runter „gehen“, halten und rückwärts wieder hoch (erster Teil den Shaolin abgeguckt).

    Wenn man das über Jahre TÄGLICH, natürlich in entsprechender Anzahl, ausübt – so kann man sehr effektiv trainieren. Eine Warnung noch: Die Liegestütze, bei denen sich die Hände berühren und mit gleichzeitigen hochspringen, gehen sehr stark auf die Gelenke. Nach ca. zwei Jahren habe ich die Übung aus meinem Programm genommen.

  11. Warst du im 1. leben doch ein Shaolin-Mönch? 🙂 Spass beiseite, diese Übungen finde ich besonders toll, sieht auch gut aus *find* *hdl*

  12. Wieso erstes? Eventuell ist das gerade mein 23.? 😀 Tja, leider habe ich mich selber noch nicht gesehen dabei. 😀 😀 *hdl*

  13. Na gut, dann halt das 23. oder so 🙂 Ich habs nicht gezählt *lol*

    Mach mal die Übungen vor einem Spiegel, dann siehst du es. Aber bitte aufpassen und ned in den Spiegel krachen *belehr*

  14. Fragt sich nur noch, wie ich die Treppe vor den Spiegel kriegen soll… 😉

    Maan, WordPress zickt heute rum…:(

  15. Machs doch nicht komplziert, sondern einfach. Bring nen Spiegel zur Treppe 😉

  16. sollte kompliziert heissen *megga*

  17. Isch kaun nur kumplizärt! 😉

  18. klar, sonst wäre es ja zu einfach *g*

Wortmeldung verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s